Zurück aus dem Urlaub

Ankunft der „Mannschaft“ in Frankfurt mit ihrem lockeren Reiseleiter…

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„Olympia ist gefallen…“

Ich zähle nicht zu denen, die sich ein vorzeitiges Ausscheiden unserer Fußball-Nationalmannschaft herbeigewünscht haben – nicht mal „klammheimlich“.
Aber ich bin nun auch nicht traurig. Wenn die Leistung nicht stimmt, dann gibt es halt Konsequenzen.
Das hat jeder von uns schon erfahren müssen.
Im Sport wirkt das ganz besonders. In der Politik nicht immer zwingend: Beispiel Merkel und Konsorten.

Diese drei Gesichter konnte man – und da weiß ich mich vielen einig – nun wirklich nicht mehr ertragen: Den depressiven Erdogan-Fan Özil, den zahn-zischelnden,  angeblich unfehlbaren Buntestrainer Löw und deren Protektorin Angela Merkel.

Löw wird zurücktreten, Merkel wird endlich politisch abgewickelt und dieser eigentlich unwichtige Özil wird ohne seine beiden Mentoren auch keine Rolle mehr spielen.

Alles klärt sich.
Nur wenn etwas verschwindet, kann Neues und Besseres entstehen.

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Et Resurrexit

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Deutsche Hymnen

Geschlechtergerecht!

 

Wem geht es nicht so, dass man sich beim Gebrauch dieses Wortes regelrecht einen Knoten in die Zunge macht. Das passierte mir schon so, als einst die „Bibel in geschlechtergerechter Sprache“ aufgelegt werden sollte.
Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März fordert die wahrscheinlich weiterhin real existierende Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums einem Bericht zufolge eine Änderung des Texts der bundesdeutschen Nationalhymne.

Zur Erinnerung für jene, die doch bei Staatsakten, Länderspielen oder Siegerehrungen mitsingen möchten, der offizielle Text:

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland!
Danach lasst uns alle Streben
brüderlich mit Herz und Hand!
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand:
|: Blüh im Glanze dieses Glückes,
Blühe, deutsches Vaterland! :⎪

 

Aus „Vaterland“ solle nun „Heimatland“, aus der Zeile „brüderlich mit Herz und Hand“ „couragiert mit Herz und Hand“ werden. So zitiert die „Bild am Sonntag“ aus einem Schreiben der Ministeriumsbeauftragten Kristin Rose-Möhring wie auch hier zu lesen ist.

Mein Freund Herbert Gassen erzürnte sich darob zu recht: „Das schlägt doch dem Faß den Boden ins Gesicht: Der Text unsrer Nationalhymne soll gegendert werden!“

Musterbeispiel für den Vorschlag der deutschen Bindestrichfrau Möse-Röhrend – Pardon: Rose-Möhring – von der vaterlandslosen SPD lieferte Deutsch-Österreich, resp. die frühere österreichische „Frauenministerin“ Rauch-Kallat von der ÖVP, welche 2011 eine „gegenderte“ Form der der Österreichischen Hymne durchsetzen konnte.

Die beiden Hymnen haben über die feministische Ablehnung hinaus eine weitere Gemeinsamkeit: Die Melodien stammen von großen deutschen bzw. österreichischen „Söhnen“, den gefeierten Komponisten Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart.
Den Text der österreichischen Hymne „Land der Berge, Land am Strome…“ verfasste im Gegensatz zur deutschen indes eine Frau namens Paula Preradović (typisch Wiener Name!), Enkelin des angeblich größten kroatischen Dichters Petar Preradovic.
Der nun von einer Frau verfasste Text der Hymne passte weiland der Österreichischen „Frauenministerin“ (was ist das eigentlich?) und in deren Gefolge den gegenderten österreichischen Parlamentariern gar nicht mehr. Anstatt der Textstelle „Heimat bist du großer Söhne“ heißt es nun (nach langem Kampf !) „Heimat großer Töchter, Söhne“, und statt „Einig lass in Brüderchören, Vaterland, dir Treue schwören“ lautet es nun „Einig lass in freud’gen Chören, Heimatland, dir Treue schwören“. Und so wurde die „geschlechtergerechte“ Form der Österreichischen Hymne gar in den Gesetzesrang erhoben und Frau Rauch-Kallat hält das Singen der Hymne in alter Form gar für einen strafbaren Gesetzesbruch – nahezu so schwerwiegend wie eine Holocaustleugnung.

Hier zunächst wieder die schöne österreichische Hymne in der gewohnten Form:

Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer, zukunftsreich!
Heimat bist du großer Söhne,
Volk, begnadet für das Schöne,
Vielgerühmtes Österreich.
Vielgerühmtes Österreich.

 

Heiß umfehdet, wild umstritten,
Liegst dem Erdteil du inmitten
Einem starken Herzen gleich.
Hast seit frühen Ahnentagen
hoher Sendung Last getragen,
Vielgeprüftes Österreich.
Vielgeprüftes Österreich.

 

Mutig in die neuen Zeiten,
Frei und gläubig sieh uns schreiten,
Arbeitsfroh und hoffnungsreich.
Einig laß in Brüderchören,
Vaterland, dir Treue schwören.
Vielgeliebtes Österreich.
Vielgeliebtes Österreich.

Bei dem damaligen Anschlag auf das österreichische Volksempfinden erreichte mich ein Brief einer Bekannten aus der Alpenrepublik.
Sie schrieb: „Da die Frauenministerin will, dass auch Frauen in der Bundeshymne vorkommen sollen, so wollen das andere Gruppen auch. Damit allen Gerechtigkeit widerfährt…

Die Senioren:
Land der Rentner, Land der Greise,
Land der Witwen, klug und weise
kriegserprobt, erfahrungsreich!
Heimat bist du junger Gfrasta*!
Zwei, drei Fotzen**, aus und basta!
Viel zu gutes Österreich!

 

Für die türkischen Mitbürger:
Land der Türken, Land am Strome,
Land von Kebab, Land von Dome,
Land von Halbmond zukunftsreich!
Heimat großer Türkensöhne,
Kopftuchfrauen wunderschöne!
Vielgeliebt in Österreich!

 

Für die Machos:
Land der Trampel, Land der Tussis,
Land der faden Zungenbussis,
Land der Schwuchteln zukunftsreich!
Heimat bist du schiacher*** Weiber,
Hängebusen, fette Leiber!
Leidgeprüftes Österreich!

 

Für die Homosexuellen:
Land der Boys und der Kondome,
Land der Priester und der Dome,
Land der Bläser zukunftsreich!
Heimat bist du scharfer Söhne!
Megageiles Österreich!

 

Für die Verbrecher:
Bitta sähr, I nix von hier,
gib schnell zwanzig Euro mir,
oda finfzig is no bessa,
sonst ich zücken muss die Messa.
Richta sagt ist kein Verbrechen,
I im Recht wenn i muss stechen,
is berechtigt denn ist nur
Ausdruck unsera Kultur.
Du nix schreien, Du nix klagen,
Grüne sonst Rassist dir sagen,
schene Zukunft, alles neich****,
vielgeliebtes Estareich.

 

Unsere deutsche Nationalhymne gemäß dem ursprünglichen Text von Hoffmann von Fallersleben derart umzudichten oder zu aktualisieren ist äußerst schwierig. Darum könnte man fast geneigt sein, die o.g. Hymne gleich für die bundesdeutschen Lande mit einigen wenigen mundartlichen und sachlichen Adaptionen zu übernehmen. Man muss sich bei der Umarbeitung aber davor hüten, vielleicht aus Rücksicht auf den Versfuß oder die – Silben etwa statt „Österreich“ die Vokabel „Deutsches Reich“ zu verwenden. Eine neue Einvernahme Österreichs ins Reich? Sowas geht gar nicht!

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Für Nichtösterreicher, Preußen etc.:

* Gfrasta: nerviges Kind, schlimme Person
** nicht etwa Mehrzahlform des weiblichen Geschlechtsteils (Gossensprache), richtig: Ohrfeigen, Backpfeifen
*** schiach: häßlich
**** neich: neu

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Hochachtung für diese Courage

Peter Helmes´ unkorrekte Islambibel

So ist dazu auf Conservo zu lesen:

 *****General-Abrechnung – Die „Kleine, unkorrekte Islam-Bibel“

50 Millionen Menschen brachte Mao Tse Tung um. Aber die deutsche Linke verehrte ihn wie einen Heiligen, verschlang seine kleine Mao-Bibel. Eine Ansammlung törichter Lebensweisheiten. Quatsch. Heute laufen Millionen von Fanatikern dem fundamentalistischen Islam hinterher. Diese „Religion des Friedens“ hat mehr als 200 Millionen Menschen auf dem Gewissen – meist Christen – aber auch „nicht-gläubige“ Muslime. Der konservative Autor, conservo-Herausgeber Peter Helmes, hat in zweijähriger Arbeit trotz erheblicher Krankheitsbelastung eine „Kleine, unkorrekte Islam-Bibel“ geschrieben. Alles über die Religion, die Mördern und Terroristen das Paradies für ihre Untaten verspricht. Ein journalistisches und zeitgeschichtliches Meisterwerk – 320 Seiten mit Herzblut geschrieben. Sie können das Taschenbuch ab sofort kostenlos und unverbindlich bestellen: 
info@konservative.de oder Anruf unter: 040 – 299 44 01

Unbedingt bestellen und spenden!

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Merkel muss weg!

Wohin marschiert Merkel weiter?

von Herbert Gassen

Auch, oder gerade nach dem Interview von Frau Merkel mit Frau Schausten im ZDF, muß man erkennen, daß diese Frau eine Zumutung für Deutschland, für Europa ist.
Sie kann oder will nicht einsehen, daß sie ihre Partei bei der letzten Bundestagswahl auf den schlechtesten Wert seit ihrem Bestehen gebracht hat. Die CDU war die Partei gewesen, in der Adenauer die Grundlagen für ein demokratisches Staatswesen gelegt hatte. Wir brauchen nicht mehr minutiös zu differenzieren: A. Merkel wird als die Zerstörerin der europäischen Zivilisation geziehen. Mit der Feststellung, daß der Islam zu Deutschland gehört, hat sie eine historische Fehlentscheidung gegen das christliche Abendland getroffen und den Krieg nach Deutschland getragen. Die herausragenden deutschen Strafrechtler haben sie wegen Mißachtung des Grundgesetzes und millionenfachen Bruchs des von ihr geleisteten Amtseides angeklagt. Somit stehen eindeutige Argumente im Raum, daß diese Frau niemals, entgegen ihrer öffentlichen Aussagen, Politik für Deutschland, viel weniger noch für das deutsche Volk machen wollte.
Sie behauptet, die BT-Wahl gewonnen zu haben. Fest steht, daß 80% der Wähler ihre Partei und somit auch sie NICHT gewählt hatten. Dennoch betrachtet sie sich als Wahlsiegerin!
(Laut der neuesten Insa-Umfrage -12.2.18- hat die sogenannte große Koalition in der deutschen Bevölkerung keine Mehrheit mehr. Die Union kommt auf 29,5 Prozent, die SPD nach dem Streit um Martin Schulz nur noch auf 16,5 Prozent – Rekordtiefstwert. Somit werden sich bald SPD und AfD bei 15% begegnen, die eine Partei im freien Fall von oben, die andere von unten auf dem Weg zur Verantwortung.)
Sie will ein ‚Weiter so‘. Sie wird weder von Pflicht noch von Verantwortungsgefühl geplagt. Das heißt nichts Anderes als die Fortsetzung einer verbrecherischen Einwanderungspolitik. Sie wird das Deutsche Volk zwingen, Milliardenbeträge an Volkaufkommen zur finanziellen und materiellen Unterstützung der Invasoren zu leisten. Was sich die deutschen Arbeitnehmer erworben haben, raubt sie ihnen, um es an die Welt zu verschleudern.
Sie verteidigt sich und erklärt, die besten aus der Partei um sich für die Fortsetzung ihrer Politik versammelt zu haben. Ihr Generalsekretär wurde gar mit einem Stimmenverlust von über 12% in seinem eigenen Wahlkreis abgestraft. Für diese ‚Leistung‘ wurde er von Frau Merkel in aller Öffentlichkeit gelobt.
Sie ist nicht so dumm, als daß sie glaubt, mit der Fortsetzung ihrer Politik als Kanzlerin ihren eigenen Willen durchzusetzen. Sie hat ihren Auftrag zu vollenden, Deutschland mit der weitfortgeschrittenen Umbevölkerung national auszulöschen.
Dem deutschen Volk macht man zum Vorwurf, einstmals einem Diktator gefolgt zu sein. Daß sich das in der Geschichte wiederholen kann, bezeugen die Funktionäre, Delegierte und Abgeordneten ihrer Partei. Sie sind nicht in der Lage oder nicht bereit, die Situation ihrer CDU zu erkennen und sie mit einem fundamentalen Neubeginn aus dem drohenden Nirwana zu retten. Einige konservative Gruppierungen wie der Berliner Kreis dürfen mal bellen, aber sie werden sich hüten, zuzubeißen.
Die neuesten
Alle patriotischen Kräfte in den Reihen des deutschen Volkes müssen in jeder Form Widerstand gegen diese Verräterin leisten. Sie haben nicht mehr viel Zeit! Die bereits unzähligen fremdbesetzten Vorstädte drohen zu Machtzentren gegen Deutsche zu werden.
Frau Merkel muß weg!!
Unsere Demokratie, unser Deutschland müssen wir uns wieder holen!
Gegen und ohne sie!

gez. Herbert Gassen

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Zum Faschingsausklang: Gassenhauer aus der „Kinderkrippe rote Plagen“

 

 

 

 

Ein Männlein steht im Walde, jetzt still und stumm;
Es hat von roten Lumpen ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
das jetzt steht im Wald allein
mit dem lumpig roten Mäntelein.

Es tanzte ein Schi- Scha- Schulze Mann
auf unserm Kopf herum.
Er rüttelte sich, er schüttelte sich,
warf jeden Anstand hinter sich.

Würselen, Würselen, aus dem Städtele,
kommt der rote Martin.
Pfeift auf Ehre,
macht die Kehre,
spielte mit gezinkten Karten.

Backe, backe Kuchen,
die Merkel hat gerufen,
Wer will mit ihr Staatskunst machen,
der muß können sieben Sachen:
Gier und List,
Gespür für Mist,
Lügen, nie die Wahrheit sagen,
neidisch sein, doch nur nichts wagen
und recht schnell beleidigt sein.
Schieb, schieb ins nächste Amt hinein.

Wer will fleißige Handwerker sehn,
darf nicht in den Reichstag gehn:
Faul und dumm,
meistens stumm,
sitzt dort manch Gesindel rum.

Laterne, Laterne,
auch bei Sonne, Mond und Sterne,
geht uns auf ein Licht,
nur den dummen Sozis nicht.

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Retardierter Epochenwechsel?

25 Jahre „Anschwellender Bocksgesang“

 

Am 8. Februar 1993 erschien im Magazin „Der Spiegel“ der Essay von Botho Strauss, der nach Ansicht von Karlheinz Weissmann ein „frühes Anzeichen eines Epochenwechsels“ bedeutete.
Kann man 25 Jahre nach dieser literarischen Provokation etwas von dem asserierten Epochenwechsel erkennen? Wurde es tatsächlich so ernst, wie Peter Glotz der 2005 verstorben Exeget des linken Gramscismus, des bundesrepublikanischen Kulturmarxismus argwöhnte?

CATO*, das „neurechte“ Magazin machte den Titel zum Hauptthema seiner neuesten Ausgabe und ließ neben K. Weissmann – sein Beitrag ist übertitelt: „Es wurde ernst“ – 29 Publizisten, Autoren, Wissenschaftler und andere „Zeitgenossen“ zu Wort kommen. Die Lektüre der Beiträge war mir nicht in Gänze erhellend bezüglich der von mir gestellten Frage. Dem Zeitgenossen, welcher die Beiträge der „29“ nicht rezipieren möchte – oder doch tun möchte und Redundanz findet – ist denn die Lektüre des „Bocksgesangs“ unbedingt (nochmals) anzuraten. Der Spiegel hält ihn hier weiterhin bereit.

Strauss geriet aufgrund seines demokratie- und zivilisationskritischen Essays seinerzeit unter heftigste Kritik – wie nicht anders zu erwarten war. Nicht nur Sätze wie, „Dass ein Volk sein Sittengesetz gegen andere behaupten will und dafür bereit ist, Blutopfer zu bringen, das verstehen wir nicht mehr und halten es in unserer liberal-libertären Selbstbezogenheit für falsch und verwerflich“, wurden scharf kritisiert. Das geschah zu einer Zeit, als die neue Nationenfindung nach dem Zerfall der Ostblockstaaten nach wie vor andauerte.
Das Feuilleton schäumte. Man lästerte, dass man bei Strauß denselben »Sound« höre wie bei Spengler, Jünger, Schmitt, Heidegger oder den Autoren der Konservativen Revolution, daß er ein »Gegenaufklärer« und die »Maulhure« einer neuen rechten Intelligenz sei, gar »Wegbereiter« des nächsten Faschismus. Man warf ihm in schäbiger Manier »Unfähigkeit zum Stil« vor oder machte in seinem Text die »Panikreaktion des Modernisierungsverlierers« aus. Sah in ihm im günstigsten Fall einen »radikalen Einzelgänger«.
Den Schock des juste milieu artikulierte der schon genannte SPD-Intellektuelle Peter Glotz am deutlichsten: „Notiert euch den Tag, Freunde, es war die ‚Spiegel‘-Ausgabe vom 8. Februar 1993. Es wird ernst.“ Glotz gewahrte denn Handlungsbedarf gegen den/die aus dem (linken) Milieu „Versprengten“: „Wie – zum Teufel – sorgt man dafür, dass die ‚Versprengten‘ auch wirklich versprengt bleiben? Dass sie nicht Proselyten machen? Man muss dafür sorgen. Botho Strauß ist ein gefährlicher Wirrkopf.

Hans Jürgen Syberberg – einer der 29 – schreibt in CATO:

Der Hieb kam von innen. Aus dem inneren Cercle des Betriebs, denn dieser Autor seiner Generation aus Deutschland war vielgespielt und gern gelobt. Er kam selbst aus ihrer Gruppe. Und war deshalb verwundend, weil kenntnisreich. Aber deshalb auch wurde er weder ausgegrenzt oder nicht gespielt danach, alle Mikrofone waren ihm offen, und keine Freunde hatten Angst wegen ihrer Loyalität, alle Bücher wurden weiter gern gedruckt. Also kein Fluch, keine Verbannung, kein toter Mann des Betriebs, im Gegenteil, auch dieser Ruhm des Widerspruchs war ihm gewiß. Trotzdem er kam zur rechten Zeit auch nach dem Fall der Mauer. Es war also auch eine Abrechnung mit den intellektuellen Nutznießern von Ost- und West-Geschäften. Aber er kam auch aus der Generation nach 45 und aus den Städten…“

Strauss imponiert durch poetische Eloquenz und wie die durch faktische Konkordanz in seinem Text. Die sich von den üblichen Argumentationsstrukturen lösende Manier fordert ein beharrliches und forschendes Lesen des Textes, das kritisches Denken entstehen lässt und Wiederlesen einfordert, dennoch – oder deshalb – den Leser ergreift.

Botho Strauss überstand, „überlebte“ die damaligen Invektiven und durfte später im sogar Spiegel nachsetzen.

Karlheinz Weissmann:

„Anschwellender Bocksgesang“ ist ein Essay mit allen inhärenten Unschärfen
Damit ist aber auch geklärt, daß (dieser) nicht als Manifest gelesen werden kann. Seine außerordentliche Wirkung beruhte aber darauf, daß genau das geschah.
Wenn es allerdings um die Suggestion ging, es habe sich bei der Veröffentlichung des »Anschwellenden Bocksgesangs« um einen Teil eines geplanten Vorstoßes gehandelt, dann muß man widersprechen. Strauß hat das selbst getan, fast ein Jahr nach dem Erscheinen, als er in einer Art Nachwort zu dem Konflikt um seine Person und seinen Text äußerte: »Jenes ›Rechte‹, um das der Streit noch geht (und für mich ist es zuerst das Rechte des gegenrevolutionären Typus von Novalis bis Borchardt), ist inzwischen ein intellektuelles Suchtproblem geworden. In erster Linie wohl deshalb, weil es in besonders spannungsreichem Verhältnis zu der Rechten steht, der revolutionären und totalitären, die Staat und Volk ins Verderben führt.«

Siehe dazu „Der letzte Deutsche“

„Anschwellender Bocksgesang“ wirkte seinerzeit – man erlaube mir, diese Metapher zu verwenden – zunächst wie ein Meteoriteneinschlag. Aber anders als der „KT-Impakt“, der Meteoriteneinschlag, der vor 65 Millionen Jahren für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gemacht wird: Die linken Dinosaurier in Politik und Publizistik haben den Strauss´schen Impakt leider nach wie vor insistent überlebt.

Es sollen dazu einige wenige Sätze aus dem Original aufgeführt werden.
Zur manipulativen Macht der Medien war damals schon zu lesen:

„Ich sehe zwischen einem Schau-Gespräch und einem Schau-Prozeß nur graduelle Unterschiede in der Vorführung von Denunzierten. Wer sich bei einer privaten Unterhaltung von Millionen Unbeteiligter begaffen läßt, verletzt die Würde und das Wunder des Zwiegesprächs, der Rede von Angesicht zu Angesicht und sollte mit einem lebenslangen Entzug der Intimsphäre bestraft werden. Das Regime der telekratischen Öffentlichkeit ist die unblutigste Gewaltherrschaft und zugleich der umfassendste Totalitarismus der Geschichte. Es braucht keine Köpfe rollen zu lassen, es macht sie überflüssig. Es kennt keine Untertanen und keine Feinde. Es kennt nur Mitwirkende, Systemkonforme. Folglich merkt niemand mehr, daß die Macht des Einverständnisses ihn mißbraucht, ausbeutet, bis zur Menschenunkenntlichkeit verstümmelt…“

Strauss meinte seinerzeit „Wir kämpfen nur nach innen um das Unsere. Wir werden nicht zum Kampf herausgefordert durch feindliche Eroberer.
Die „feindlichen Eroberer“ sind jedoch inzwischen Fakt geworden, und da geht es inzwischen auch um einen Kampf nach innen „um das Unsere“.

„Wir werden herausgefordert, uns Heerscharen von Hungerleidern und heimatlos Gewordenen gegenüber mitleidvoll und hilfsbereit zu verhalten, wir sind per Gesetz zur Güte verpflichtet. Um dieses Gebot bis in die Seele der Menschen (nicht nur der Wähler und Wählerinnen) zu versenken, bedürfte es nachgerade einer Rechristianisierung unseres modernen egoistischen Heidentums. Da die Geschichte nicht aufgehört hat, ihre tragischen Dispositionen zu treffen, kann niemand voraussehen, ob unsere Gewaltlosigkeit den Krieg nicht bloß auf unsere Kinder verschleppt.“

In den zurückliegenden 25 Jahren hat sich nichts geändert im Folgenden, im Gegenteil ist hier eine Zuspitzung zu diagnostizieren:

Die Hypokrisie der öffentlichen Moral, die jederzeit tolerierte (wo nicht betrieb): die Verhöhnung des Eros, die Verhöhnung des Soldaten, die Verhöhnung von Kirche, Tradition und Autorität, sie darf sich nicht wundern, wenn die Worte in der Not kein Gewicht mehr haben. Aber in wessen Hand, in wessen Mund die Macht und das Sagen, die Schlimmeres von uns abwenden? Zuweilen sollte man prüfen, was an der Toleranz echt und selbständig ist und was sich davon dem verklemmten deutschen Selbsthaß verdankt, der die Fremden willkommen heißt, damit hier, in seinem verhaßten Vaterland, sich die Verhältnisse endlich zu jener berühmten (»faschistoiden«) Kenntlichkeit entpuppen, wie es einst (und heimlich wohl bleibend) in der Verbrecher-Dialektik des linken Terrors hieß.“

Der „Bocksgesang“ – in klassischer Konnotation die „Tragödie“ – wurde 1993 veröffentlicht. Als wenn er von Strauss aufgefordert worden wäre, verstärkte seither der „Mainstream“ seine Anstrengungen zur Selbstbehauptung und zur Ausgrenzung und Ächtung des Gegners:

„Überhaupt ist pikant, wie gierig der Mainstream das rechte Rinnsal stetig zu vergrößern sucht, das Verpönte immer wieder und noch einmal verpönt, nur um offenbar immer neues Wasser in die Rinne zu leiten, denn man will’s ja schwellen sehen, die Aufregung soll sich ja lohnen. Das vom Mainstream Mißbilligte wird von diesem großgezogen, aufgepäppelt, bisweilen sogar eingekauft und ausgehalten. Das mediale Pokerface und die verzerrte Visage des Fremdenhassers bilden den politischen Januskopf – denn alles im Politischen läßt sich seitenverkehrt in einem Kopf vereinen.“

Die Resonanz des Bocksgesangs hat nur zum Teil das ergeben, was man sich 1994 in der „Selbstbewussten Nation“** herbei schreiben wollte: „eine intellektuelle Rechte in Deutschland gleichsam in ihrer Selbsterschaffung“ und eine anhaltende Trendwende. Aber die „rechte“ Publizistik kann durchaus Progression vorweisen: Die „Junge Freiheit“, „Sezession“, „eigentümlich frei“, „Preußische Allgemeine Zeitung“, zeitweise „Cicero“ oder „Tichys Einblick“ und neuerdings „Cato“ sind zu publizistischen Institutionen des Konservatismus geworden, wenngleich im Mainstream-Kanon, im öffentlichen Diskurs, diese mit Diskriminierung oder Nichtbeachtung abgestraft werden sollen. Im Internet haben sich rechts-liberale, kritische Formate etabliert (Jouwatch, Philosophia Perennis, Tichys-Einblick, PiNews etc.), die inzwischen höhere Zugriffszahlen aufweisen, als manches etablierte Online-Format der „Qualitätsmedien“. Pegida „marschiert“ weiter, ist nicht totzuschreiben und kann offensichtlich nicht mehr zugrunde diffamiert werden. Mit der AfD ist jenseits des parteipolitischen Linkskartells eine neue politische Kraft erwachsen und in die Parlamente eingezogen. Sachverhalte, von denen man 1993 noch nicht glaubte, dass sie Realität werden könnte.
Aber so ganz ist es noch nicht wirklich „ernst geworden“ mit dem „Epochenwechsel“ oder einem allseits erkennbaren Gezeitenwechsel. Vielleicht bin ich in meinem Alter und im Blick auf unsere Kinder und Enkel zu ungeduldig geworden.

_________________________

* CATO – Magazin für neue Sachlichkeit, No.2/2018

** »Die selbstbewusste Nation – „Anschwellender Bocksgesang“ und weitere Beiträge zu einer deutschen Debatte«, Heimo Schwilk, Ulrich Schacht (Hrsg.) – Verlag Ullstein Berlin 1994

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4. Februar – Konferenz von Jalta

Am 4. Februar 1945, heute vor 73 Jahren begann die Konferenz von Jalta, auf der die Teilung Deutschlands und Osteuropas nach dem Krieg ausgehandelt wurde. Die Details über die Vertreibung der Deutschen wurden zwar erst in Potsdam festgemacht, in Jalta wurden aber die Grundlagen der Geopolitik in Europa für die nächsten Jahrzehnte festgelegt. „Bei der Konferenz von Jalta verlieh Churchill Stalins Kontrolle über halb Europa den Anschein moralischer Weihe“ schreibt Patrick J. Buchanan in seinem Buch über Churchill und Hitler. “Die Erklärung über das befreite Europa“ die dort unterschrieben wurde, erwies sich schon während der letzten Kriegswochen als eine hässliche Dreistigkeit Stalins, welcher auch der schon todkranke aber noch lavierende Roosevelt zugestimmt hatte. Schon im März begann Stalin mit der Deportation und Massenexekution von polnischen Intellektuellen, Gewerkschaftsführern und Priestern aus dem ihm zugeschlagenen Ostpolen. Churchill war mit den Ergebnisse von Jalta so zufrieden, dass dieser alte Säufer „ganze Eimer kaukasisichen Champagners leerte, welche die Gesundheit eines normalen Menschen untergraben hätten“, vermerkt ein britischer Diplomat.

Es soll hier ein Zeitzeuge „des verdammten 20. Jahrhunderts zu Wort kommen. Gerard Radnitzky:

Die Jalta-Konferenz
Vom 4. bis 11. Februar 1945 tagte die Jalta-Konferenz, die Krimkonferenz – The crime Conference on the Crimea, wie sie nach dem Krieg von republikanischen Zeitschriften in den USA genannt wurde. Eigentlich bestätigte sie nur die bei der Teheran-Konferenz gefaßten Beschlüsse. Es ist das Prachtbeispiel von Stalins kluger Strategie, seine Vasallen an seinen Hof kommen zu lassen. Stalin und Roosevelt (Churchill war zum Junior-Partner geworden) entwarfen die europäische Nachkriegsordnung. Die Konferenz fand im Erdgeschoß des Lewadija-Palasts bei Jalta statt, das der letzte Zar, Nikolai II. in den Jahren 1910/11 erbauen ließ, wenige Jahre vor seiner Ermordung (er und seine Familie hatten nur mehr sechs Jahre zu leben)…
Das speziell gepolsterte Bett des todkranken, praktisch sterbenden Roosevelt ist heute eines der Schmuckstücke des im Palast eingerichteten Museums. (Churchill klagte bitter über die Wanzen, die den alten Zarenpalast bevölkerten. Ob Roosevelts Blut eben falls die Wanzen anzog, darüber ist der Geschichte nichts bekannt.) Ein anderes Schmuckstück des heutigen Museums ist die berühmte Gartenbank, auf der sich die „Großen Drei“ zum berühmten Gruppenphoto niederließen, genauer gesagt, aufgestellt wurden (den Roosevelt mußte immer getragen werden). Das Gruppenbild steht in der Tradition mittelalterlicher Trinitätsikonographie und soll die Botschaft vermitteln: Große Männer machen Geschichte. Wenn ich das Bild sehe, dann interpretiere ich es reflexartig als ein Vexierbild: Wo ist der Vierte? Der vierte der großen Kriegsverbrecher? II bnlle par son absence. (Er war im „Führerbunker“ in Berlin und hatte nur mehr zweieinhalb Monate zu leben – Roosevelt nur mehr einen Monat.) Diese vier Männer, diese vier Großverbrecher – „little, ignorant men with great power“ -, haben den mittleren Teil des 20. Jahrhunderts, des Jahrhunderts der Kriege, geprägt. (Karl Popper habe ich öfters sagen gehört: Political history is the history oi crimes and mass murder.) Allerdings fehlte bei den großen Verbrechern auch ein französischer Repräsentant, Clemanceau hätte wohl in die Verbrechergalerie hinein gepaßt, allerdings gehörte er zur ersten manifesten Phase. Schließlich waren die Franzosen die wichtigsten Kriegstreiber für diese Periode des „Dreißigjährigen Krieges 1914-1945″, eine notwendige Bedingung. In der zweiten manifesten Phase des Krieges hatten sie nichts mehr zu sagen, nachdem sie in sechs Wochen besiegt worden waren. Von den „Großen Nationen“ von damals ist nur Amerika übrig geblieben, das (noch) der Hegemon ist; alle anderen sind zweit- und drittrangig geworden – im nahe Hafen von Sewastopol rostet heute die einst legendäre sowjetische Schwarzmeerflotte.
Erst allmählich habe ich einen Überblick über die kleinen Männer mit großer Macht gewonnen, von denen die Geschicke der vielen Millionen kleiner Leute abhingen: Zuerst war ich überzeugt, Hitler sei der böse Teufel gewesen, der alles Unheil angerichtet hatte, und erst spät sah ich ein – abgesehen davon, daß monokausale Erklärungen in der Geschichte immer falsch sind -, daß er nur einer unter einer Anzahl von Verbrechern war und vor allem, daß die Persönlichkeiten, die auch heute noch von den politisch korrekten Gutmenschen hochgehalten und quasi verehrt werden, in Wirklichkeit zum Großverbrecherclub gehörten…“

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Gerard Radnitzky „Das verdammte 20. Jahrhundert – Erinnerungen und Reflexionen eines politisch Unkorrekten“ – Georg Olms Verlag Hildesheim • Zürich • New York 2006

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Woanders gelesen: Zur Segnung homosexueller Paare

Schaut auf Karl Lwanga und seine Gefährten!

Eine hagiografische Antwort auf die Forderung nach der Segnung homosexueller Paare

Karl Lwanga (* 1865 in Bulimu in Uganda; † 3. Juni 1886 in Namugongo) war ein ugandischer Märtyrer. Karl Lwanga und seine Gefährten werden in der katholischen wie in der anglikanischen Kirche als Heilige verehrt. Die evangelisch-lutherische Kirche von Amerika betrachtet sie als denkwürdige Glaubenszeugen. Foto: Rachel Strohm

von Dr. Markus Büning

 Nach der Einführung der der sogenannten „Ehe für Alle“ durch den Deutschen Bundestag im Sommer letzten Jahres kommt in unserer Kirche immer mehr die Forderung auf, homosexuelle Partnerschaften nun auch kirchlich durch eine Segenshandlung anzuerkennen. Jüngst machte in dieser Hinsicht Bischof Bode von Osnabrück solch einen Vorstoß. Die Frage, die sich dem gläubigen Katholiken nun aber stellt ist folgende: Kann man denn Handlungen segnen, die nach der Lehre des Katechismus in objektiver Hinsicht immer als schwer sündhaft anzusehen sind? Ich meine, dass man angesichts des derzeitig geltenden Weltkatechismus hier nur zu einer Lösung kommen kann: NEIN!

Bevor das Augenmerk auf den Katechismus der Kirche gelenkt werden soll, möchte ich auf eine Erklärung der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2003, welche ausdrücklich vom hl. Papst Johannes Paul II. gutgeheißen wurde, hinweisen. Diese Erklärung wurde am 3. Juni 2003, dem Gedenktag der heiligen Märtyrer Karl Lwanga und Gefährten veröffentlicht. Warum ausgerechnet dieses Datum gewählt worden ist, werden wir noch sehen. Nach diesem lehramtlichen Dokument der Kirche ist es katholischen Parlamentariern nicht erlaubt, naturrechtswidrigen Gesetzen zuzustimmen. Dort heißt es:

Wird der gesetzgebenden Versammlung zum ersten Mal ein Gesetzesentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzesentwurf zu votieren. Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung. Wenn ein Gesetz zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften schon in Kraft ist, muss der katholische Parlamentarier auf die ihm mögliche Art und Weise dagegen Einspruch erheben und seinen Widerstand öffentlich kundtun: Es handelt sich hier um die Pflicht, für die Wahrheit Zeugnis zu geben.[1]

Nach dieser Erklärung war schon die gesetzliche Einführung der sogenannten eingetragenen Lebenspartnerschaft in moraltheologischer Hinsicht als verwerflich anzusehen. Für das nun geltende Gesetz über die sogenannte „Ehe für Alle“ gilt das erst recht! Man fragt sich nach diesen klaren römischen Aussagen schon, ob es überhaupt noch überzeugte Katholiken in unserem Bundestag gibt bzw. zum Zeitpunkt solcher Beschlüsse gegeben hat. Von einem Protest gegen solche Gesetze habe ich jedenfalls nichts mitbekommen. Auch die sogenannten „C“-Parteien sind hier aufgrund des Zeitgeistdruckes eingeknickt. Es ist schon skandalös, dass ein großer Teil von Politikern, die sich angeblich dem christlichen Menschenbild verpflichtet wissen, einem Gesetz zugestimmt haben, welches im Kern der von Gott gesetzten Schöpfungsordnung des aufeinander Hingeordnet- und Bezogenseins von Mann und Frau zuwider läuft.

Wie ist nun die Forderung nach der Segnung homosexueller Paare vor dem Hintergrund der kirchlichen Lehre zu beurteilen? Bevor dieser Frage eingehend nachgegangen werden soll, möchte ich folgendes zu bedenken geben: Glaubt man denn allen Ernstes, dass die betroffenen homosexuellen Paare, die vor dem Standesamt eine „Ehe“ eingegangen sind, sich mit dieser katholischen Ehe-light (weil nur eines Segens würdig, weil sie eben keine Trauung sein soll!) zufrieden gäben. Indem die Kirche dann „nur“ mit dem Segen käme, läge aus deren Sicht weiterhin eine ungerechtfertigte Diskriminierung vor. Meines Erachtens ist ein solcher Vorschlag geradezu zynisch und gegenüber den Homosexuellen auch unredlich. Bereits vor diesem Hintergrund halte ich die Forderung für wenig plausibel.

Schauen wir nun auf die lehramtlichen Grundlagen, die sich zum Thema der Homosexualität äußern. Hierbei soll der Versuch unternommen werden, die Konsequenzen für unsere Fragestellung herauszuarbeiten: Im geltenden Weltkatechismus der Katholischen Kirche (vgl. KKK Nr. 2357-2359)[2] heißt es zur Homosexualität wie folgt. Im Folgenden wird der Katechismus im Wortlaut kursiv zitiert und von mir kurz erläutert:

2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet (vgl. Gen 19, 1–29; Röm 1, 24–27; 1 Kor 6,9–10; 1 Tim 1,10), hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind‘ (CDF, Erkl. „Persona humana“ 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.

Die Kirche ist aufgrund des biblischen Befundes und naturrechtlicher Überlegungen der Auffassung, dass homosexuelle Handlungen objektiv immer als schwer sündhaft einzustufen sind. Der Grund für diese moraltheologische Bewertung ist v.a. die schöpfungstheologische Dimension menschlicher Sexualität. Gott hat den Menschen in seiner Bezogenheit von Mann und Frau erschaffen. Im Einswerden von Mann und Frau manifestiert sich die Liebe der Gatten zueinander und die grundsätzliche Bereitschaft, an der Weitergabe des Lebens, am Schöpferhandeln Gottes teilzuhaben. Genau dies können homosexuelle Paare in ihren Akten eben nicht. Die homosexuelle Sexualität ist eben per naturam nicht dazu geeignet, diese Teilhabe am Schöpfungswerk zu leben.

2358 Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfasstheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.

Die Kirche will auf keinen Fall, dass Menschen mit dieser Neigung ausgegrenzt und diskriminiert werden. Jeder homosexuelle getaufte Mensch hat Anteil an der Berufung des Christenmenschen wie jeder andere Christ auch. Hier gibt es eben keinen Unterschied! Die Menschenwürde ist unteilbar. Die Kirche kommt aber nicht umhin, in objektiver Hinsicht ihr Unwerturteil über homosexuelle Praktiken auszudrücken. Die Gründe ergeben sich aus der zuvor genannten Passage. Ganz anders ist allerdings die Frage der subjektiven Zurechnung zu beurteilen! Keinem steht es zu, sich hier ein Urteil zu erlauben. Genau dies hat ja auch Papst Franziskus in diesem Zusammenhang gesagt: „Wer bin ich, zu urteilen?“. Der Papst hält hierbei allerdings ganz ausdrücklich an den Vorgaben des Katechismus fest. Dies ist die Haltung des Hl. Augustinus, der uns allen diese Mahnung mit auf den Weg gibt: „Hasse die Sünde, aber liebe den Sünder!“ und die stete Mahnung des Herrn an uns alle, auf seinen eigenen Balken im Auge zu achten und nicht sich am Splitter des anderen zu ergötzen (vgl. Mt 7,3). Keiner von uns hat das Recht, sich über die hier betroffenen Menschen zu erheben. Die Gründe, wieso Menschen zu dieser Lebensweise kommen, kennen wir nicht. Jeder hat seine geheimnisvolle Geschichte, die es zu achten gilt. Aber, die Kirche muss sagen dürfen, wenn eine Handlung in objektiver Hinsicht dem Gesetz Gottes zuwider läuft. Tut sie dies nicht, wird sie ihrem Lehrauftrag, auch in Fragen der Moral die Völker zu unterweisen, nicht gerecht.

2359 Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.

Mit dieser Ziffer bietet der Katechismus eine Problemlösung an, die homosexuellen Menschen hilft, im Einklang mit den Geboten Gottes zu leben: Die Berufung zur Keuschheit! Das ist für viele Menschen, die in der Selbstverwirklichung die oberste Priorität sehen, eine schwere Kost. Aber die Kirche muss dies so aussprechen, da sie davon überzeugt ist, dass das Ausleben homosexueller Sexualität die Gefahr mit sich bringen kann, das Seelenheil zu gefährden. Übrigens: Wir alle sind zur Keuschheit gerufen. Dies ist keine „Last“, die man einer bestimmten Gruppe auferlegt. Nein, das ist der Weg der christlichen Freiheit, der die Sexualität nicht als Götzen missversteht und darum weiß, dass die Triebe in Bahnen geordneter Sexualität geleitet werden müssen. Diese Berufung teilen alle Christen. Und dann noch eines: Wie viele, die von sich glaubten, dass sie homosexuell seien, haben erlebt, dass sie doch noch ein Ausleben ihrer Sexualität in der Ehe zwischen Mann und Frau als großes Gnadengeschenk für ihr Leben empfangen durften? Genau diese Möglichkeit der Bekehrung wird von der mitunter sehr aggressiv auftretenden Homo-Lobby negiert. Aber nach christlichem Verständnis ist die Umkehr immer möglich. Auch das kann Hoffnung machen, genau darum zu beten und Menschen zu Rate zu ziehen, die einem dabei helfen, diesen Weg der Umkehr gehen zu können.

Aber nicht nur der Katechismus, nein auch das Leben der Heiligen gibt eine eindeutige Antwort auf die Frage, wie homosexuelle Akte moraltheologisch einzuordnen sind. Nun kommen wir zu dem Leben der Ugandischen Märtyrer, die ihr Blut gerade dafür vergossen haben, weil sie nicht bereit waren, den sexuellen Ausschweifungen ihres Königs in der Praxis Folge zu leisten. Ja, es gibt Menschen, die für die Keuschheit ihr Leben gegeben haben. Warum? Weil sie darum wussten, wie gefährlich das Leben in Unkeuschheit für das anzustrebende Seelenheil sein kann. Sie wussten um die unbedingte Geltung des göttlichen Gesetzes. Das war auch der Grund dafür, dass die eingangs zitierte römische Erklärung als Datum der Veröffentlichung den Gedenktag eben dieser Heiligen wählte. Wer waren nun Karl Lwanga und seine Gefährten? Hören wir zunächst auf die kurze Lebensbeschreibung des Kalenderblattes auf der Internetseite des Erzbistums Freiburg:

Während christliche Missionare unter König Mutesa I. in Uganda noch relativ unbehelligt ihren Aufgaben nachgehen konnten, kam es unter der Regentschaft seines Sohnes Mwanga II. (1884–88) zu brutalen Christenverfolgungen, zu deren insgesamt über hundert Opfern auch Karl Lwanga und seine Gefährten zählten.

Karl wurde 1865 in Bulima (Uganda) geboren und erhielt am 15. November 1885 das Sakrament der Taufe. Er diente als hochrangiger Page am Hof Mwangas II. und brachte etlichen der ihm untergebenen Pagen den christlichen Glauben nahe und beschützte sie vor den Zudringlichkeiten des Herrschers. Ein Minister des Königs bezichtigte die Christen am Hof schließlich eines Komplotts gegen den Monarchen, woraufhin die Gruppe um Karl (unter ihnen auch Bruno Serenkuma, ein Bruder des Königs) eingekerkert wurde. Die Gefangenen ließen trotz Folter nicht von ihrem Glauben ab. Karl spendete seinen Gefährten Trost und betete mit ihnen; einige empfingen in der Nacht vor ihrem Tod die Taufe durch Karl. Am 3. Juni 1886 wurde Karl Lwanga mit zwölf Gefährten (Achileo Kiwanuka, Ambrosio Kibuuka, Anatoli Kiriggwajjo, Bruno Serunkuuma, Gyaviira, Kizito, Lukka Baanabakintu, Mbaga Tuzinde, Mugagga, Mukasa Adolofu Ludigo, Mukasa Kiriwawanvu und Yakobo Buuzabalyawo) auf dem Berg Namugongo bei lebendigem Leibe verbrannt.

1920 sprach Papst Benedikt XV. Karl Lwanga und seine Gefährten selig. Im Rahmen des Zweiten Vatikanischen Konzils erfolgte am 18. Oktober 1964 die Heiligsprechung durch Papst Paul VI.“[3]

Man merkt an dieser zurückhaltenden Schilderung, dass die Dinge nicht mehr so ganz offen angesprochen werden. Hintergrund scheint hier die Angst zu sein, die Dinge klar beim Namen zu nennen. Das ist schon traurig. Nach dieser Schilderung beschützte der Anführer der Gruppe, der Hl. Karl Lwanga, die anderen Hofpagen vor den „Zudringlichkeiten“ des Königs. Das ist eine sehr verharmlosende Sicht der Dinge! Um welche Form der Zudringlichkeit handelte es sich denn hier? Deutlicher ist da schon das Kalenderblatt der Erzabtei Beuron:

Karl wurde 1865 in Bulimu (Uganda) geboren, 1885 getauft. In der Christenverfolgung des Königs Mwanga wurden er und zwölf Freunde, Pagen am Königshof, lebendig verbrannt, weil sie sich den perversen Wünschen des Königs widersetzten. Karl wurde 1934 zum Patron der Katholischen Aktion der Jugend Afrikas erklärt. 1964 wurde er zusammen mit seinen zwölf Freunden und weiteren afrikanischen Märtyrern heiliggesprochen.[4]

Hier ist ungeschminkt von der Gegenwehr gegen die „perversen Wünsche des Königs“ die Rede. Das Martyrologium Romanum spricht von „obszönen Forderungen“ des Königs. Gemeint sind damit die homosexuellen Begierden des damals 20jährigen Königs. Weil die Gruppe der jungen Männer um Karl Lwanga sich diesen Wünschen des Königs eben nicht gefügig machen wollten, mussten sie den qualvollen Martertod durch Verbrennen erleiden. Diese jungen Männer hätten am Hof des Königs ein Leben in Wohlstand führen können, wenn sie sich gegenüber dem sexuellen Verlangen ihres Herrschers gefügig gezeigt hätten. Genau dies verweigerten sie aber, weil sie darum wussten, dass eine solche Lebensweise dem Gebot Gottes widerspricht. Genau diese Märtyrergeschichte hatte die Glaubenskongregation vor Augen, als sie im Jahr 2003 am Gedenktag eben dieser Heiligen die oben angeführte Erklärung veröffentlichte.

Auch wir scheinen wieder in derselben Situation zu leben! Warum? Diesmal ist es nicht das Verlangen eines absolutistischen Herrschers, nein es ist das Verlangen einer libertären Wohlstandsgesellschaft, die unter dem Deckmantel der Humanität versucht, in sich ungeordnete Handlungen als dem ehelichen Akt zwischen Mann und Frau ebenbürtig hinzustellen. Die Dinge sind heute viel sublimer und daher viel gefährlicher. Es soll den Menschen weisgemacht werden, dass es die von Gott vorgesehene Ordnung sexueller Handlungen gar nicht gibt. Letztlich ist dies alles der konsequente Auswuchs eines praktischen Atheismus, der nun in unserer Gesellschaft tonangebend zu sein scheint. Traurig ist es, dass dieses Gift praktischer Gottesleugnung auch in der Kirche schleichend einzudringen scheint. Der selige Papst Paul VI. sprach ja schon vor Jahrzehnten davon, dass „Satans Rauch“ in die Kirche eingedrungen sei.

Lassen wir uns doch bitte von der Wucht des gegenwärtigen Mainstreams nicht einschüchtern. Nehmen wir uns den Mut eines Karl Lwanga vor Augen und widersprechen in aller Deutlichkeit jedwedem Versuch, die schöne Ordnung, die Gott in seine Schöpfung gelegt hat, zu zerstören. Schließen möchte ich mit einem Blick in die Ökumene. Ganz eindrucksvoll fand ich in diesem Zusammenhang die klare Stellungahme des leitenden Bischofs Voigt von der Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, der die Dinge am Vorabend des Gesetzesbeschlusses zur sog. „Ehe für Alle“ meines Erachtens nach ganz treffend auf den Punkt brachte:

„‘Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.‘ (Apostelgeschichte 5,29) Ja, demokratisch beschlossene Gesetze haben natürlich auch für lutherische Christinnen und Christen eine unbedingte Gültigkeit. Jedoch hat jede staatliche Ordnung ihre Grenze an der Gewissensbindung des Einzelnen an Gott. Auch Mehrheiten können irren, dies sollten wir nicht vergessen. So wird die sehr einfache Wahrheit, dass bis zum Ende der Zeit ein Mann und eine Frau zusammenkommen und ein Kind zeugen, am besten natürlich in lebenslanger Liebe und Verantwortung füreinander, durch kein Gesetz der Welt abzuschaffen sein.“[5]

Dieser Bewertung ist auch aus katholischer Sicht nichts hinzuzufügen. Ich hätte mir gewünscht, dass sich unsere Bischöfe im Vorfeld der Abstimmung ebenso klar geäußert hätten. Dies ist ein schönes Beispiel, wie hilfreich der Blick in die Ökumene sein kann. Dieser Seitenblick ist zudem umso beeindruckender, weil nach lutherischem Verständnis die Ehe nur ein „weltlich Ding“ ist.

Wir Katholiken müssen hier noch mit einer viel größeren Ehrfurcht an das Thema herangehen, ist die Ehe doch nach unserem Verständnis ein von Jesus Christus eingesetztes Sakrament der Kirche. Nach alldem Gesagten ist eine Forderung des kirchlichen Segens für homosexuelle Paare eindeutig abzulehnen. Wir müssen Gott eben mehr gehorchen als den Menschen. Heiliger Karl Lwanga, erbitte uns vor Gottes Thron diesen Mut des Widerstandes gegen alle Versuche, das Gesetz Gottes mit Füßen zu treten!

[1]

http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20030731_homosexual-unions_ge.html.

[2] Zit. nach Katechismus der Katholischen Kirche. Neuübersetzung aufgrund der Editio Typica Latina, München 2005.

[3] http://www.erzbistum-freiburg.de/html/heilige/heiliger.html?t=ee40f33b35fcbc9997543fb87c30e626&tto=&&id=591.

[4] http://www.erzabtei-beuron.de/schott/register/proprium.kal/schott_anz/index.html?file=proprium/Juni03.htm.

[5] http://selk.de/index.php/newsletter/2307-stellungnahme-ehe-fuer-alle-29-06-2017

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