250 Gründe, warum mir die CO2-Debatte so am Arsch vorbeigeht …

von Hadmut Danisch

Böse, bitter, und zutreffend!
Ein legendäres Video über den Wahnsinn in unserer Zeit.

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20. Juli 1944

„Nachkriegslegende“ oder „ein deutsches Missverständnis“?

„Wenn einst Gott Abraham verheißen hat,
er werde Sodom nicht verderben,
wenn auch nur zehn Gerechte darin seien,
so hoffe ich, daß Gott Deutschland
um unseretwillen nicht vernichten wird.“
Henning von Tresckow 1901 – 1944

„Es lebe das heilige Deutschland“
Claus Schenk Graf von Stauffenberg 1944

„Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen.
Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen
und weiß es bis heute nicht.“
Robert Habeck, Die Grünen

 

In den Zeiten da deutsche „Spitzenpolitiker“ an Kundgebungen teilnehmen, auf denen Parolen wie „Deutschland verrecke!“ oder „Deutschland du mieses Stück Scheiße!  skandiert werden, darf man nicht erwarten, dass Gedenktage wie der 20. Juli oder das Gedenken an die beteiligten Personen im deutschen Widerstand, zuvorderst Claus von Stauffenberg, nicht in den Dreck gezogen werden.
Das macht man aber nicht derartig plakativ, sondern in der ideologischen Selbstvergewisserung der 68er „Aufklärung“ eher subtil, z.B. mit einer rechtzeitig zum 75-jährigen Gedenken veröffentlichten „kritischen“ Biographie.
Anfang des Jahres erschien ein solche von Thomas Karlauf, einem Historiker und Mitglied der von Joschka Fischer eingesetzten „Unabhängigen Historikerkommission“ zur Aufarbeitung der Geschichte des Auswärtigen Amts in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik.
Thomas Karlaufs eigentliche Obsession besteht in seinem Bezug auf Stefan George, zu dessen Kreis Stauffenberg einst angehörte. Karlauf meint, Stauffenberg sei durch Georges Einfluss zu nichts anderem als zu einem mehr oder weniger „ästhetisch-symbolischen Fanal“, einer nahezu zweckfremden, letztlich „dramaturgischen Tat“ verführt oder beeinflusst worden, wie dies Rezensenten der Biographie interpretieren.
Stauffenberg sei keinesfalls ein Gesinnungstäter gewesen. Er habe das Attentat nicht in einem Aufstand des Gewissens gegen die Brutalität der Judenverfolgung und anderen Verbrechen des Regimes begangen, sondern aus militärischen Erwägungen heraus.
Karlauf zieht auch die sattsam bekannten Klischees linker Geschichtserklärer hervor: Stauffenberg sei aufgrund seiner adligen Herkunft und Erziehung von einem elitär-undemokratischen Selbstbewusstsein erfüllt gewesen, antiliberal und antirepublikanisch; er habe die Grundideen des Nationalsozialismus befürwortet und implizit wird ihm aufgrund eines Briefes im Rahmen der Besatzungserfahrungen in Polen 1939 gar der nazistische Antisemitismus unterstellt.

Das passt in die Sicht der 68er Nachfolgegenerationen, dass der „angeblich“ maßgebliche Widerstand gegen den deutschen Faschismus nicht von Arbeitern, Bauern, Hausfrauen, Häftlingen und Deserteuren, sondern von Grafen und Generälen, Faschisten und Kriegsverbrechern geleistet worden sei.
So darf man sich denn nicht wundern, in der „Welt“ zu lesen: „Eine neue Stauffenberg-Biografie räumt mit Nachkriegslegenden über den deutschen Widerstand auf.“ Erstaunlicherweise folgten nicht alle Rezensenten in den Wahrheitsmedien der Sicht des Biographen. Gar von Jens Jessen von der ZEIT erschien eine heftige Entgegnung, in der er sich verwahrte, dass Karlauf in seinem Buch die Attentäter als auch nicht viel besser als die Nazis darstellte

Schon 1994 hat Der Spiegel (!) festgestellt:

„In fataler Übereinstimmung haben die Propagandatechniker des Regimes und die Wortführer der gegnerischen Mächte im Verlauf der letzten Phase des Krieges ihre Tat verkleinert und ihre Beweggründe herabgesetzt. Churchill beschrieb den 20. Juli im Unterhaus als inneren, mörderischen Streit um die Macht, und aus Moskau begrüßte Rudolf Herrnstadt das Scheitern dieses letzten Versuchs von „Herrenclub, Reaktion usw.“
Das setzte sich über das Ende des Regimes im Mai 1945 hinaus fort. Der Widerstand scheiterte noch einmal. So wenig wie in den zurückliegenden Jahren stieß er auf Zustimmung oder nur Verständnis, weder von außen noch im Innern.

 

Am 20. Juli 1966 hielt der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr-General Ulrich de Maizière in der Bonner Beethovenhalle unter der Überschrift Der Widerstand formt das Traditionsbild der Bundeswehr“ eine Gedenkrede, welche heute gewiss wieder zu Widerspruch führen würde. Er sagte u.a.:

„Stauffenberg … ist gestorben für das ganze „heilige“ Deutschland, um mit seinen letzten Worten zu sprechen. Ebenso sicher aber hat er sich dabei ein Deutschland in freiheitlicher und rechtsstaatlicher Ordnung vorgestellt. Sein Kampf galt der Diktatur, der unrechtmäßigen Gewalt, dem Verfall von Anstand und Moral, der Verletzung menschlicher Würde, dem Missbrauch guten Willens. Für ihn und seine Freunde hätten Bautzen und Workuta in einer Linie mit den Konzentrationslagern des 3. Reiches gestanden.

Die Problematik setzt erst ein, wenn eine Staatsführung die legale verfassungsmäßige Grundlage verlässt, wenn sie moralische Maßstäbe missachtet, wenn sie Freiheit, Recht und Menschenwürde mit Füßen tritt, kurz wenn sie zur verbrecherischen Staatsführung wird, Opposition und freie Meinungsäußerung verhindert. Das aber ist eine Ausnahmesituation. Die Verhaltensweise für solche Fälle kann nicht gesetzlich kodifiziert werden. Hier setzt die freie Entscheidung des sittlich gebundenen Gewissens ein.“

De Maiziere verweist auf den Moralkodex, der auch für Soldaten zu gelten hat.

In seiner Schrift „Die Schuldfrage“ befasste sich Karl Jaspers auch mit der Frage der „soldatischen Ehre“. Er unterscheidet zwischen der „soldatischen Ehre“ und dem politischen Sinn.

„ … das Bewußtsein soldatischer Ehre bleibt unbetroffen von allen Schulderörterungen. Wer in Kameradschaftlichkeit treu war, in Gefahr unbeirrbar, durch Mut und Sachlichkeit sich bewährt hat, der darf etwas Unantastbares in seinem Selbstbewußtsein bewahren. Dies rein Soldatische und zugleich Menschliche ist allen Völkern gemeinsam. Hier ist Bewährung nicht nur keine Schuld, sondern, wo sie unbefleckt durch böse Handlungen oder Ausführung offenbar böser Befehle wirklich war, ein Fundament des Lebenssinnes.

Aber die soldatische Bewährung darf nicht identifiziert werden mit der Sache, für die gekämpft wurde. Soldatische Bewährung macht nicht schuldfrei für alles andere. 

Doch die Pflicht gegen das Vaterland geht viel tiefer als ein blinder Gehorsam gegen jeweilige Herrschaft reicht. Das Vaterland ist nicht mehr Vaterland, wenn seine Seele zerstört wird. Die Macht des Staates ist kein Ziel an sich, sondern vielmehr verderblich, wenn dieser Staat das deutsche Wesen vernichtet. Daher führte die Pflicht gegen das Vaterland keineswegs konsequent zum Gehorsam gegen Hitler und zu der Selbstverständlichkeit, auch als Hitlerstaat müsse Deutschland unbedingt den Krieg gewinnen …“.

In der Stauffenberg-Biographie von Thomas Karlauf werden die weiterreichenden Kontakte und Verflechtungen der militärischen Widerstandsgruppe um Stauffenberg, Tresckow u.a. mit dem zivilen Widerstandskreis ausgeblendet.
Stauffenberg hatte engen Kontakt zu dem kämpferischen und „rechten“ Sozialdemokraten Julius Leber, der denn Anfang 1945 hingerichtet wurde.
Brigitte Seebacher-Brandt schreibt in ihrem Essay „Julius Leber – der Volkstribun als Verschwörer, der Tatmensch als Opfer“:

Jene freiheitlich-militante Tradition, die Leber verkörperte, war die Tradition der Außenseiter gewesen. Daß sie so sehr dem Vergessen anheimgegeben wurde, lag in jenem Blutopfer begründet, das zu erbringen immer nur die wenigen gemacht sind. Und an das die vielen nicht gemahnt werden möchten. Denn es wäre das Eingedenken der eigenen Schwäche.“

Was Seebacher-Brandt in ihrem Essay herausarbeitet, ist damit auch eine Anklage nicht nur gegen die damalige und damit die „wiederaufgelebte“ SPD, die sich dem militärischen und real existierenden politischen Widerstand im Dritten Reich letztlich verweigert hatte: „Die Partei, die sich in ihrer großen Mehrheit über die Zeit gerettet hatte und nun wiederauflebte, war die gleiche, die 1933 untergegangen war und die sich in ihrer Führung wiedererkennen wollte.“
Das gehört ins Stammbuch der SPD, was die aber gewiss nicht so wahrhaben will. 

Die Männer vom 20. Juli 1945 haben samt und sonders Tapferkeit bewiesen, sie waren Helden.
Held, ein Wort, das hierzulande nicht in den Mund genommen werden sollte, denn besonders

„Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.“- 

wie Joschka Fischer von den Grünen einforderte.

Nicht mal mehr von Tapferkeit, wie sie die Männer des 20. Juli – auch ihre Ehefrauen und Angehörige – damals bewiesen haben, kann man in den Zeiten des herrschenden Maulheldentums noch sprechen.
Johannes Gross hat den Zeitgeist richtig beschrieben:

“Die Tapferkeit ist die einzige Tugend, die sich der Heuchelei entzieht. Kein Wunder, daß sie nicht in hohem Ansehen steht.“

Ulrich de Maiziere im Schlusswort seiner oben zitierte Ansprache zum 20. Juli 1944:

„Tun wir das Unsere, jeder an seiner Stelle, eine Gesellschaftsordnung zu bewahren und zu schützen, in der die Freiheit herrscht, die mit moralischen Maßstäben verbunden bleibt.“

Und ich möchte darum beten, dass Gott uns dazu mit dieser Tapferkeit ausstattet, welche die Männer vom 20. Juli 1944 auszeichnete. 

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Pathos und Schwulst

Der (An-) Führer Björn Höcke

„Es rutscht etwas durch, das Alte und Morsche zerfällt vor unseren Augen. Der Mantel der Geschichte weht an uns vorbei. Ergreifen wir ihn. Halten wir ihn fest. Und lassen wir ihn nicht mehr los. Bis die Zukunft unserer Heimat, bis die Zukunft unseres Volkes, bis die Zukunft unserer Nation, bis die Zukunft unseres geliebten deutschen Vaterlandes gesichert ist. Ich danke Euch!“

Geht es nicht etwas kleiner, möchte man fragen, wenn man diese pathetisch aufgeblasenen Sätze des „Flügel“-Führers der AfD Björn Höcke hört.
Man kann sich dies und anderes in diesem Filmchen mit dem Titel „Der Mensch Björn Höcke“ anhören.

Es fehlte nachgerade nur, dass Höcke sich wie einst schon ein „großer“ Führer auch gar auf die „Vorsehung“ berufen würde.
Wie sagte jener einstmals: „Dass die Vorsehung mich bestimmt hat, diese Handlung zu vollziehen, empfinde ich als die größte Gnade meines Lebens.“

Das Wort „Führer“ erscheint schon mal auf den Lippen seiner Anhänger, wenngleich noch mit der Vorsilbe in „Anführer“ abgemildert.
Der Mann will nicht nur „den Mantel der Geschichte“ ergreifen, er verspricht: „Wir werden Geschichte in Deutschland gestalten!“
Dann läßt er sich feiern und spricht zwar nicht von Gnade, kommt dem aber schon nahe, wenn er huldvoll in „Demut sein Haupt neigt“.
Originalton Höcke:

„Wenn ihr mich feiert, dafür danke ich …. dann ist mir das nicht unangenehm, denn ich verspür die Leidenschaft … eure Leidenschaft … und vor der neig ich in Demut mein Haupt.“

In dem Filmchen – wer immer das produziert hat, ein offizieller AfD-Trailer ist dies gewiss nicht – wird ein schon peinlich anmutender Personenkult betrieben, wie man ihn vergleichbar bei anderen Politikern in der Geschichte Bundesrepublik noch nicht erlebt hat.
Höcke mutet für seine Claqueure offenbar wie ein Heilsbringer an und so würde man sich nicht wundern, wenn ihm von seinen Gefolgsleuten nicht bald auch ein vielstimmiges „Heil“ entgegentönt.
In dem Filmchen fehlten zu einigen Passagen nur noch etwas wabernd-elegische oder vielleicht auch heroisch aufgesetzte Wagnerklänge: ich denke da an „Morgendämmerung und Siegfrieds Rheinfahrt“ aus der Götterdämmerung WWV 86D.
(Einschub: Nichts gegen Wagner, ich freue mich schon auf die Meistersinger am 27. Juli in Bayreuth!)

Höcke bei der Ordensverleihung an einen verdienten Kämpfer

Der AfD-Vize Kay Gottschalk über das jüngste „Kyffhäuser-Treffen“ des Höcke-“Flügels“:

„Es erinnerte mit seinem grotesk überzogenen Pathos an eine peinliche Schmonzette aus der Kaiserzeit.“

Höcke hat anfang des Jahres ein Buch über sich herausgeben lassen, in dem er sich mittels eines 300-seitigen Interviews über seine Welt- und Innensicht auslässt*.
Dieter Stein von der Jungen Freiheit hat das Werk zum Anlass genommen, unseren „Jung-Siegfried“ Höcke unter dem Titel „Bescheidener Weltenlenker“ zurechtzustutzen. Zu Recht, muss man sagen, wenn man das Buch gelesen hat. Was aber bei Teilen der „rechten Szene“ nicht so gut ankam.

Sieht man Björn Höcke mit seiner Gestik, Mimik und Körpersprache in der Öffentlichkeit, wenn er mit seinen stechenden blauen Augen starrt, kommt mir unwillkürlich dieser Satz von Paul Celan aus seiner bedrückenden „Todesfuge“ in den Sinn:
„sein Auge ist blau – er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau…“.
Das mag jetzt starker Tobak oder weit hergeholt sein. Aber Politiker wollen doch durch ihre Erscheinung und ihr „Charisma“ beeindrucken und Emotionen erzeugen. Und das ist bei Höcke unstreitig spürbar. Und so muss er auch mal mit urgenten Gegen-Empfindungen rechnen.

In der alten Bundesrepublik aufgewachsen, die Folgen der Politik eines „ruhmreichen Führers“ in der Familie am eigenen Leib erfahren, die Trümmer unser Zivilisation und  Kultur, unserer Städte, als Folge des Größenwahns vor Augen, bin ich mehr als nur allergisch gegen jeden überhöhenden Personenkult und politisches Pathos, gegen dieses eitle „Sich-feiern-lassen“ und frenetische Empor-heben durch ein verführtes Publikum.
Ich erinnere mich fast mit Schaudern an den Auftritt eines damals von mir geschätzten Politikers, der gleichwohl von Manchem wie ein Messias gefeiert wurde: Willy Brandt. Sein Pathos und das enthusiastische Ausrasten seines Publikums mit fast 10.000 Teilnehmern bei einem Wahlkampfauftritt 1972 in Rothenburg verursachte mir fast körperliche Pein und ich musste den Versammlungsort verlassen. Obschon Anhänger von Brandt damals, hat dieses Erlebnis Unwohlsein und auch Zweifel in mir aufkommen lassen, mich in meiner angeeigneten Vorsicht nachhaltend bestärkt.
Beim Beobachten der als Huldigungsveranstaltungen inszenierten Parteitage unserer „demokratischen“ Parteien, hierzulande oder auch in den USA, im Fernsehen, kommt bei mir ein Gefühl der Aversion auf und ich muss abschalten.
Ich kann da nicht aus meiner Haut.
Und so sind mir Leute wie Höcke mit ihren Allüren und ihrer törichten Gefolgschaft auch mehr als nur suspekt.
Die AfD muss wissen, ob sie Höcke und seine Entourage auf ihrem weiteren Weg ertragen kann. Manchmal hat man das Gefühl, der Mann wurde als Agent Provokateur der AfD implantiert und er scheint seinen Zweck zu erfüllen, die Partei in die Selbstzerstörung zu führen.

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*Björn Höcke / Sebastian Hennig: Nie zweimal in denselben Fluß. Björn Höcke im Gespräch, Manuscriptum 2018. 

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Update – Es zittern die morschen Knochen

Merkel zittert zum dritten Mal

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne mit militärischen Ehren erneut gezittert.

Berichtet die Welt

Beim zweiten Mal wurde als Grund ein psychologisches Problem genannt: Die Kanzlerin habe so sehr daran gedacht, dass sie ein erneutes Zittern vermeiden wolle, dass genau dies eingetreten sei – „also ein psychologisch-verarbeitender Prozess“, hatte damals ein Regierungsvertreter zur Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

Diesmal sei das Zittern weniger heftig gewesen, berichten Beobachter.

Ist sie inzwischen in (Psycho-) Therapie?

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Hier nochmal der ursprüngliche Beitrag

Es zittern die morschen Knochen

Ein nicht unproblematischer medizinischer Exkurs

Das ist gewiss eine provokante Äußerung, eine Überschrift, die man mir um die Ohren hauen kann, mit ihrem Nazi-Bezug.
Ich stellte mir aber die Frage, darf man sich über eine möglich ernsthafte Krankheit z.B. bei unserer Bundeskanzlerin im Allgemeinen oder im Speziellen überhaupt äußern oder Gedanken machen?
Augenscheinlich nicht, denn es kommt, wie es kommen musste, als es passierte:

Merkel zittert bei der Hymne:
Hass-Welle auf Facebook sorgt für Entsetzen – Hayali warnt“

Wenn Hayali warnt, ist Vorsicht geboten.

Ich wage es trotzdem, auch wenn man mir die Beteiligung an einer „Hass-Welle“ unterstellen mag.
Die folgenden Bilder über den „Zitteranfall“ bei Angela Merkel gingen quasi weltweit durch die Medien.
Und da meldete sich unter anderem der Publizist und Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel zu Wort und twitterte: „Von Alkoholikern weiss man, dass sie bei Entzug an zu zittern fangen“ und „Bei Merkel war nach eigenen Angaben das Fehlen von „drei Gläsern Wasser“ für die parkinson’schen Anfälle verantwortlich“.
Die Reaktion auf dieses gewiss unfeine „Posting“ war klar: Es handelt sich um „widerlichstem, unterirdischstem und menschenverachtendem Hass“.

Ich hatte mich vor Jahren als Leiter meiner „Neuro-Orthopädischen Klinik“ natürlich mit diversen neurologischen Krankheitsbildern zu befassen. Da erinnere ich mich an eine Weiterbildungsveranstaltung zum Thema „Morbus Parkinson“, ausgerichtet von einer neurologischen Klinik in Frankfurt. Die Referentin, später Leiterin einer renommierten Parkinson-Klinik demonstrierte anhand von bis dato wenig gezeigten Filmaufnahmen von Hitler aus den letzten Jahren des Dritten Reichs die klassischen Symptome der Parkinson´schen Krankheit. Während meines Studiums Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre hatte man schon davon gehört, aber das Hitler-Interesse war bei Neurologie-Professoren damals noch nicht oder nicht mehr so ausgeprägt.
Sei es wie es wolle, Hitler litt zweifellos an der Parkinson´-Krankheit vulgo „Schüttellähmung“. Siehe dazu auch hier.

Es ist problematisch, nur anhand von (bewegten) Bildern eine Diagnose – auch bei offensichtlichen Bewegungsstörungen – zu stellen.
Was man da bei unserer Macherin, der „mächtigsten Frau der Welt“ beobachten konnte, erfüllt zwar die Kriterien eines „Krampfanfalls“ – wobei hier die definitorischen Grenzen, wie bei vielen Termini in der Medizin weit gefasst sind – entspricht aber gleichwohl nicht der echten Symptomatik eines Morbus Parkinson.
Auch Hillary Clinton, die bestimmt die „mächtigste Frau der Welt“ werden wollte, zeigte augenfällige Krampfanfälle, wie man hier und hier verfolgen kann.
Die „Vorsehung“ hat uns vor Hillary Clinton in solcher Machtposition geschützt.

Es gibt keine Diskretion mehr betreffend die möglichen Gebrechen des Führungspersonals in der Welt.
Erinnern wir uns.
Es war einst eine Selbstverständlichkeit, den damaligen „Führer der freien Welt“, Franklin D. Roosevelt als „aufrechten“ und „standhaften“ Präsidenten der USA zu zeigen. Und nicht den an den Folgen einer Kinderlähmung leidenden „Krüppel“, der ohne fremde Hilfe nicht mehr in der Lage war, sich aus dem Rollstuhl zu erheben oder eine Rede im freien Stand zu halten.
Es war für die Propaganda im Dritten Reich nicht denkbar, den „Führer“ am Stock, zitternd vor seinem letzten Aufgebot abzubilden.

 

Angela Merkel, Hillary Clinton, der Jean-Claude Juncker und andere mehr, können der „verschärften“ Beobachtung in Freiheit nicht mehr entgehen. Sie können nicht auf taktvolle Diskretion hoffen, was auch ihre persönlichen oder eigentlich intimen Problematiken anbetrifft.

Wenn ich die Zitterattacke, bzw. den Krampfanfall der Bundeskanzlerin beim Anhören der Nationalhymne sehe, kommt mir auch das Bild in Erinnerung, wie sie nach dem Wahlsieg 2013 ihrem damaligen Generalsekretär Gröhe die Deutschlandfahne aus der Hand reißt und wegwirft.
Es gibt keine medizinisch definierbare Allergie gegen nationale Symbole, es sei denn, man leidet diesbezüglich an einer neurotischen Verwirrung. Aber das ist eine Frage für den Psychiater oder einen Psychoanalytiker.
Es gibt denn schon eine zur deutschen Räson erhobene Aversion gegen dergleichen. Also wäre darauf zu warten, ob es Robert Habeck, dem mutmaßlich nächsten Kanzler gleichwohl ergehen wird.

Der Krampfanfall von Frau Merkel hat eine somatische Ursache, daran besteht kein Zweifel. Nach drei Gläsern Wasser (Aqua) ging es ihr besser, ließ sie verlauten. Man kann in so einem Zusammenhang auch von „Aqua Vitae“ sprechen. Oder vom Wasser, mit dem damals Jesus Eindruck zeitigte.

Dehydratation bzw. Exsikkose ist ein klinisches Risiko für geriatrische Patienten, läßt der „Hausarzt“ vermelden, der auch zur „Causa Merkel“ sich äußern durfte. Da können neben den Zeichen der Austrocknung an der Haut auch Verwirrtheitszustände oder gar Krampfanfälle vorkommen.
Die „Geriatrie“ beschäftigt sich mit Patienten jenseits des 65. Lebensjahrs.
Demgemäß hätte sie noch ein Jahr der Jugend vor sich.
Davor bewahre uns die „Vorsehung“!
Denn wie heißt es:
Wie der Herr, so das G´scherr!

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Neue Broschüre von Peter Helmes

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Organspende und doppelte Widerspruchsregelung

Jens Spahn und seine Moralkeule

Gesundheitsminister Jens Spahn hat der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ ein Interview u.a. zur Frage der Organspende gegeben.

Der Minister strebt einen Paradigmenwechsel bei der Organspende an, wie die Zeitung meint: Es geht um die sog. doppelte Widerspruchsregelung. 

Was bedeutet Widerspruchslösung?

Das bedeutet, jeder Bürger ist automatisch Organ- oder Gewebespender, wenn er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Damit wird die bisherige Regelung umgedreht: Derzeit ist nur Spender, wer ausdrücklich zustimmt.
Der Gesundheitsminister begründet dies damit, dass bis zu 10.000 Menschen auf ein Spenderorgan warten. Gleichzeitig bestehe ein Tiefstand bei den Organspenden. Trotz besserer Aufklärung und mehr Information habe man es nicht geschafft, die Spenderzahlen zu steigern.

Spahn meint: 

„Was mir dabei ganz wichtig ist, es geht nicht um eine Organ-Abgabepflicht. Man kann begründungsfrei „Nein“ sagen. Aber es gibt die Pflicht, sich damit zu beschäftigen. Auch das ist ein Eingriff in die Freiheit. Aber der ist angesichts des Leids der Patienten, die auf Spenderorgane warten, gerechtfertigt. Und dieser Eingriff ist auch gerechtfertigt, weil jeder von uns selber in die Situation kommen kann, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein. Ich bin überzeugt: Wir müssen die aktuelle Rechtslage ändern – im Interesse der anderen, aber auch in unserem eigenen Interesse.“

Man gesteht zu, dass auch „organisatorische Mängel“ Ursache für die „Misere“ sind. Deswegen habe man auch beschlossen, die Rahmenbedingungen zu verändern.

Spahn dazu: 

Es gibt mehr Personal, mehr Ressourcen, mehr Zeit für Transplantationsbeauftragte in Krankenhäusern, um Organspender zu identifizieren. Aber um Organspender identifizieren zu können, brauchen sie erst einmal Organspender, die ihre Bereitschaft zur Spende dokumentiert haben ….

Ich bin Katholik und kein Ideologe. Und deshalb muss ich die Fakten akzeptieren: Trotz aller Aufklärung, trotz aller Kampagnen sind die Spenderzahlen nicht gestiegen, sondern sogar gesunken. Angesichts des Leids der Menschen, die auf Spenderorgane Warten, muss ich abwägen. Und dabei bin ich für mich zu dem Ergebnis gekommen, eben doch die Widerspruchsregelung vorzuschlagen. Für mich ist Organspende eine Frage der Nächstenliebe.

 

Ich selbst hatte seit meinem 24. Lebensjahr stets einen Organspende-Ausweis bei mir getragen. Das war ein Thema schon in den 70er Jahren geworden, dem ich und mein Eheweib damals folgten. Vor etwa zehn Jahren habe ich ihn aus verschiedenen Gründen nicht mehr erneuert, denn wer braucht schon eine durch Frankenwein, Bier und andere Genüsse angeschlagene Leber, ein ausgelatschtes Herz oder eine asthmatische und durch Feinstaub malträtierte Lunge von einem alten weißen Mann – im Fall des Falles.
Eine vielleicht noch funktionierende Niere an einen Angehörigen – im Fall des Falles – abzugeben, wäre ich weiterhin bereit.
Dennoch überhaupt: „ausweiden“ möchte ich mich nach meinem Ableben nicht lassen. Und das steht auch so in meiner Patientenverfügung.

Soweit dies zur persönlichen Klarstellung.

Aber ich meine, Spahn macht es sich zu leicht, das „Spendenaufkommen“ für Organe durch die „doppelte Widerspruchsregelung“ anzuheben.
Er gibt selbst zu, dass dies ein „Eingriff in die Freiheit“ ist. Und um den zu rechtfertigen, führt den moralischen Imperativ an: „Für mich ist Organspende eine Frage der Nächstenliebe.“

Drastisch ausgedrückt bedeutet die schon beschlossene „doppelte Widerspruchsregelung“: Wenn ich nicht ausdrücklich widerspreche, werde ich automatisch als ein Ersatzteillager für andere angesehen und (im Fall des Falles) benutzt.

Die freiheitliche Selbstbestimmung des Individuums war doch eine Errungenschaft der Aufklärung und der Moderne. Und wie bei anderen hehren „Errungenschaften“, wie Gedanken- und Meinungsfreiheit, führt die Moderne ihre Prinzipien selbst ad absurdum.

Leszek Kolakowski schrieb in „Die Moderne auf der Anklagebank“:
„Wenn ich … versuchen soll, die gefährlichste Seite der Moderne zu bezeichnen, würde ich mein Sorge in einem Schlagwort zusammenfassen: das Verschwinden der Tabus.“

Im Namen der Aufklärung, der „Vernunft“ und des daraus entstandenen säkularen Humanismus sind etliche Tabus geschleift worden, vor allem die meisten sexuellen Tabus sind abgeschafft worden.

Kolakowski zu unserem Thema:

„Das Tabu, das Respekt vor der sterblichen Hülle des Menschen gebietet, scheint kurz vor dem Fall. Und obwohl die Kunst der Organtransplantation viele Menschenleben gerettet hat und ohne Zweifel noch viele retten wird, kann ich nicht umhin, eine gewisse Sympathie für jene zu empfinden, die mit Schrecken eine Welt auf sich zukommen sehen, in der die Toten nur mehr ein Ersatzteillager für die Lebenden darstellen oder den Rohstoff für verschiedene industrielle Produkte.“

Wenn wir es so denken, ist dieser „Schrecken“ wahr geworden und wird in ein Gesetz gefasst.

Sind es „organisatorische Mängel“ oder vielleicht ein innewohnendes Widerstreben bei vielen Menschen, sich nicht als „Ersatzteillager“ sehen zu wollen?
Mir scheint, dass bei Ersterem erheblicher Forschungs- und Nachholbedarf besteht, der zuvorderst geklärt gehört; hat ja der Minister zugegeben.
Und dem Bedürfnis der Menschen nach Selbstbestimmung über ihren Körper und auch nach ehrbarer Würde über den Tod hinaus muss aber dessen ungeachtet entsprochen werden.

Ist es nicht so, eine gesunde Selbstliebe ist Voraussetzung für die Nächstenliebe! Dies ist die Realität, von der Jesus ausgeht: 

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mk 12. 31). 

Wenn der getaufte Katholik Spahn sagt „Für mich ist Organspende eine Frage der Nächstenliebe“, setzt er für sein zunächst profanes Anliegen für mich in abstoßender Weise die Moralkeule ein.

Ich denke, die alte Regelung war und ist gut. Aber mehr organisatorische und aufklärerische Anstrengungen sind gewiss notwendig, um sich dem gestellten humanitären Impetus zu anzunähern.
Und auch, um uns „Aufgeklärten“ nicht eine weitere autokratische Zwangsjacke aufzubürden.

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Antigone folgt dem Gebot der Götter und nicht dem gesetzlichen Dekret des Kreon und bestattet ihren Bruder, den dieser als Aufrührer und Verräter betrachtete. Antigone stellt ihr eigenes Gewissen über das Gesetz und glaubt, den Göttern mehr gehorchen zu müssen als den Menschen.

 

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Sturm auf die Bastille und die Französische Revolution

„Fake History“ der Moderne

Bildergebnis für sturm auf die bastille

 Der „Sturm auf die Bastille“ am 14. Juli 1789 wird als symbolischer Auftakt und Geburtsstunde der Französischen Revolution interpretiert. Eine wirkliche Erstürmung hat es aber nicht gegeben, da ihr Kommandant umgehend der Aufforderung zur Übergabe nachkam. Es saßen nur noch sieben Häftlinge in diesem Gefängnis, bewacht von dem Kommandanten, dem 80 Kriegsveteranen und 32 Soldaten unterstanden.
Dennoch wurde ein Geschichtsmythos daraus, wie auch das ganze Ereignis der Französischen Revolution zum Mythos aller Progressisten, Sozialisten, mancher „Liberaler“, der angeblich Vernunftgläubigen und aller ideologischen Menschheitsverbesserer.

Gewiss wird Emmanuele Macron den Tag feiern und sich selbst als aktuellen Erben und Vollstrecker in der französischen Tradition sehen. Nicht wenige der linken und sich gleichfalls als Erbwalter der Französischen Revolution sehenden Politiker hierzulande und die europäische „Intelligenzia“ werden mit ihm auf die Pauke hauen. 

Was gibt es denn da eigentlich zu feiern, lautet meine „dafätistische“ Frage.
Auf welche „Errungenschaften“ beziehen sich die Politiker und Intellektuelle, die uns die Französische Revolution nach wie vor in leuchtenden Farben propagieren?

Auf die Verfassungsgebende Nationalversammlung, welche die feudalen Rechte und Privilegien von Adel und Geistlichkeit abgeschafft und die „Allgemeinen Menschenrechte“ proklamiert hat – und dann der Despotie Weniger den Boden bereitete?
Z.B. wurden Klostergemeinschaften gegen ihren Willen aufgelöst, Priester zum Eid auf die Zivilkonstitution gezwungen und zu Staatsdienern degradiert. Die geschichtlich gewachsenen Regionen Frankreichs wurden durch eine schematische Departementeinteilung zerschlagen.
Und: Wer nicht mit den „Errungenschaften der Revolution“ sympathisierte, wurde nicht nur in Paris massakriert. Man erinnere sich an die Septembermorde von 1792. Damals stand die Bevölkerung in der Véndee und der Bretagne gegen die Revolutionsregierung auf. Französische Bürger, die ihr neudeklariertes Menschenrecht auf freie Religionsausübung bedroht sahen. In dem Jahre dauernden Bürgerkrieg wurden ganze Landstriche von den Armeen der Revolutionsregierung ausgemordet. Im ganzen Land herrschten das Terrorregime und die Guillotine. Es existieren Fälle, in denen man  widerspenstige Dorfgemeinschaften in Boote setzte und auf dem Meer ersaufen ließ, da man die Guillotine für zu langsam empfand. Allein in der Bretagne (Aufstand der Vendée) massakrierten die Revolutionäre zwischen 1793 und 1800 dutzendmal mehr Menschen als die Inquisition seit dem Beginn des 13. Jahrhunderts.
Das sei angemerkt, da die Aufklärer gerne die „Verbrechen“ der Kirche in den Mund nehmen. 

Alles im Namen der Aufklärung und der Vernunft.

Mit Descartes begann das „Zeitalter der Vernunft“. Descartes Nachfolger trieben dessen Erkenntnisse jedoch auf einen neuen Höhepunkt, nämlich, dass alles, was nicht vernünftig ist, folgerichtig unvernünftig sein müsse. Zu nennen sind die „Enzyklopädisten“, Voltaire, Rousseau u.a.m. Und auch Denker andernorts und in Deutschland beteiligten sich daran.

Besoffen von dem Gedanken, dass nun die Vernunft die neue Herrin der Welt sei, schicken sich aber die neuen Lehrer der Vernunft an, die Welt bis ins Detail erklären zu müssen. Sie nennen sich selbst „Aufklärer“, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Die Aufklärung wird heute in der Schule und in den Medien als die Wende in der europäischen Geschichte verehrt. Das wird schon daran deutlich, dass die EU diese Werte als die ihren ausgibt. Von „Aufklärung“ und „Menschenrechten“ wird da gefaselt, die zuletzt in die glorreiche französische Revolution münden. …
Menschenrechte“, die allerdings rein gar nichts gegolten haben, wenn man nicht derselben Meinung anhing wie die Vernunftgläubigen – die Royalisten der Bretagne, die Kleriker unter der Guillotine, die Partisanen in Spanien und überhaupt alle Menschen, welche die Segnungen der Vernunft nicht begrüßten, wurden teils grausam verfolgt und getötet.“

Schreibt Marco Gallina

 

Die Französische Revolution stand unter der Parole „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“.
„Diese Prinzipien wurden schließlich so hoch gehängt, dass die Revolutionäre bequem darunter durchgehen und die scheußlichsten Verbrechen verüben konnten“.

Erinnern wir uns: Die chinesische Kulturrevolution unter Mao Tse Tung sollte China von seinen historischen und kulturellen Wurzeln „befreien“. Die Blaupause dazu lieferte Frankreich mit seiner „glorreichen“ Revolution: Die alte politische und landestypische Ordnung wurde zerschlagen und auch der christliche Kalender und der Sonntag wurden abgeschafft und durch eine neue Zeitrechnung ersetzt.

Vergessen wir auch nicht, dass zu den „Errungenschaften“ der Französischen Revolution  die Allgemeine Wehrpflicht (Levée en Masse) zählt, die jetzt dem Staat die Möglichkeit verschaffte, seine Errungenschaften mit militärischer Gewalt in die Nachbarländer zu tragen.

Lassen wir den Universalgelehrten und konservativen Denker Erik von Kuehnelt-Leddhin zu Wort kommen („Sade, Robespierre und die Folgen“):

Seit der Französischen Revolution leben wir im Zeitalter des „G“ — der Guillotinen, Galgen, Gefängnissen, Gestapoverhöre, Geisteskrankenhäuser, Gaskammern, Genickschüsse und Gulags.
Tatsächlich brüstete sich Goebbels damit, daß der „Umbruch“ das deutsche Gegenbild zur Französischen Revolution bilde, und Hitler äußerte sich in ähnlicher Weise. … Es ist auch offensichtlich, daß, wie Harold Laski uns belehrt hat, der Sozialismus die logische (wenn auch nicht unausweichliche) Schlußfolgerung der Demokratie sei.
Es gibt Marx und Engels nicht ohne die Männer von 1793 und 1794. Lenin ehrte die Jakobiner, und die zwei größten Schlachtschiffe der Sowjetunion wurden 1918 auf die Namen Danton und Marat getauft, und an der Newa in Leningrad gibt es einen Robespierre-Kai.

Die Französische Revolution war rein intellektuell ein Sammelsurium von nicht durchdachten, aber fanatisch geglaubten Ungereimtheiten, aber sie zeigte eindeutig wie so viele andere Revolutionen den wahren Charakter der großen Mehrheit des Genus Humanum. In dieser Katastrophe sieht man, wie Georges Bernanos recht hatte, als er sagte, daß die Menschheit eigentlich ein Schleim, ein Brei, ein Magma sei, und wenn es die Helden und die Heiligen, die Heiligen und Helden nicht gäbe, man das Wort „Mensch“ kaum in den Mund nehmen dürfe. Vielleicht aber hatte sich Alexander Hamilton präziser ausgedrückt, als er Washington sagte: „The people, Sir, your people is a great beast!“

In der Französischen Revolution hat der Abschaum Frankreichs in einem Blutrausch dem Bösen Tür und Tor geöffnet. Marat, der große „Volksfreund“ forderte nicht nur 100.000 Hinrichtungen, sondern auch (in der Vorahnung der Untaten schwarzer Terroristen) abgeschnittene Nasen, Ohren, gespaltene Zungen und Scheiterhaufen. Charlotte Corday beendete die irdische Laufbahn dieses basisdemokratischen Ungeheuers, wir aber produzierten ganz andere junge Damen. Man denke da an Ulrike Meinhof, die Auschwitz vor dem Gericht enthusiastisch verteidigte, starben dort ihren Worten nach nur „kapitalistische Geldjuden“. Die Linke ist nun einmal grenzenlos blutdürstig. …

Man wird am 14. Juli in Frankreich und allerorten vordergründig den Bezug auf die Begründung der „Menschenrechte“ feiern.

Wie schrieb Marco Gallina? „Menschenrechte“, die allerdings rein gar nichts gegolten haben, wenn man nicht derselben Meinung anhing wie die Vernunftgläubigen…“?

Wir sind wieder soweit – ohne Revolution – dass Menschenrechte nichts gelten (sollen), wenn man nicht derselben Meinung anhängt, wie die selbsternannten Erben der Aufklärung und des „Vernunftglaubens“. Das im angeblich freiesten und demokratischsten Deutschland der Geschichte. Und sie werden enthusiastisch mitfeiern, die hiesigen Wahrer und Verteidiger von „Aufklärung und Menschenrechten“.

Ich sage es mal unfein: Sch…t endlich drauf! 

Im Oktober 1986 hat ein französischer Abgeordneter im Europa-Parlament, Bernard Antony, eine lange und höchst eindrucksvolle Rede gehalten, in der er seine Kollegen warnte, anno 89 ja nicht die Französische Revolution zu feiern, die sich nicht nur infernalischer Ungeheuerlichkeiten schuldig gemacht hatte, sondern auch eine volle Schuld an der Russischen und Deutschen Revolution, an 1917 und 1933 trage. Sie sei die Urwurzel allen Übels in unserem Zeitalter. 
(Nach Kuehnelt-Leddhin)

 

Bildergebnis für Guillotine

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Quelle: Erik von Kuehnelt-Leddhin „Konservative Weltsicht als Chance – Entlarvung von Mythen und Klischees“ – MM-Verlag, Aachen 2010

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Von rechts gegen rechts

„Philosophia Perennis“ gegen „intellektuell parfümierte Nazis“

„Philosophia Perennis“, der Blog von David Berger, mutete wie eine rechts-liberale Erfolgsgeschichte auf dem Feld der „Freien Medien“ und in der „Blogosphäre“ an. Mit hohen Zugriffszahlen und dazu ein giftiges Augenmerk der linken Konkurrenz aus dem Metier, wie auch der „Erziehungspresse“ (Martin Renner).

Nun ein Paukenschlag. Nein, Paukenschläge:
Am 26. Juni vermeldete David Berger:

 Nach links- und rechtsextremen Drohungen: „Philosophia Perennis“ macht eine Pause“
… mein Blog macht – vorerst bis zum 15. Juli – eine Art Sommerpause.

Die Begründung:

„Wieder sind es nun rechtsextreme Kreise, die auf perfide und verleumderische Weise gegen mich Stimmung machen und bereits die ersten anonymen, noch impliziten Drohungen im Netz auftauchen lassen. Die extremistischen Schläfer sind auch hier erwacht.
So bin ich nun in die sinistere Situation gekommen, dass ich sowohl einer links- wie rechtsextremen Gewaltbereitschaft ausgesetzt bin.“

Dann am 29. Juni:

David Berger verlässt Kuratorium der AfD-nahen „Desiderius-Erasmus-Stiftung“.

In einer „Presseerklärung“ äußert er:

„Hiermit trete ich mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Kurator der Desiderius-Erasmus-Stiftung zurück. Seit etwa 14 Tagen versucht die Präsidentin der Stiftung, Dr. Erika Steinbach, in ungebührlicher Weise Druck auf meine journalistische Tätigkeit auszuüben.
Und zwar erstaunlicherweise sobald ich problematische Tendenzen am extrem rechten Rande der AfD (Björn Höcke, Wolfgang Gedeon, Doris von Sayn-Wittgenstein usw.) und bei der vom Verfassungsschutz überwachten „Identitären Bewegung“ und den „Neurechten“ von „Schnellroda“ sowie die gefährliche Hetze und Hassreden im Zusammenhang mit dem Mord an Regierungspräsident Lübcke auf meinem Blog kritisiere.“

Da wunderte mich denn: Erika Steinbach, ein „extremistischer Schläfer“, der Druck ausübte?
Wo man sich doch schon mal in Harmonie ausstrahlender Pose gezeigt hatte.

Erika Steinbach antwortete darauf mit einem Twitter-Post

Was dann am 1. Juli zu einer „Klarstellung“ durch Berger führte, in dem er u.a. formulierte:

„Was sich aufgrund einer Hetzkampagne gegen meine Person und mein Privatleben allerdings kurzzeitig ausgeweitet hatte, war die Kontroverse mit den sektenhaften Kreisen rund um „Schnellroda“ und die Identitäre Bewegung. Diese haben dabei die Masken fallen lassen. Und damit meine ich gar nicht die persönlichen Angriffe unter der Gürtellinie. Wie etwa auf der Seite der „Sezession“ schon vor längerer Zeit der Vorwurf, ich hätte Sex mit meinem Hund. Sie haben, nachdem Ihr Mann verstarb, sich auch einen Hund angeschafft: ich weiß nicht, wie Sie sich bei solchen Angriffen fühlen würden. Diese Art von böswilligen Angriffen bin ich inzwischen reichlich gewöhnt.“

David Berger beklagt sich über „böswillige Angriffe“. Aber für so etwas gibt es immer eine Vorgeschichte.

Martin Lichtmesz, einer der Intellektuellen im sog. neu-rechten Dunstkreis von Schnellroda, der sich für David Berger wohl inzwischen zu einer Hassfigur entwickelt hat, hatte in einem „Tweet“ vom 4. Juni  wohl Bergers Selbstverständnis angegriffen. Er monierte an dem „Editorial“ von PP

Wir sind pro-amerikanisch und pro-israelisch. Nicht nur aus einer wohlverstandenen historischen Verantwortung bzw. Dankbarkeit heraus, sondern auch, weil der moderne Staat Israel als einziger Staat im Nahen Osten weltweit ein Vorbild für die Abwehr des aggressiven Islam und dem gleichzeitigen Hochhalten von Menschenrechten und Demokratie ist.

 „Nicht mal für pro-deutsch hat es gereicht“

Daraufhin packte Berger die Nazikeule aus:

„Muss ich eigentlich darüber traurig sein, dass die „intellektuell parfümierten Nazis“ rund um die „Sezession“ und den Bauernhof Schnellroda Probleme mit meiner Homosexualität, meinem Kampf gg Antisemitismus, mit meinen Sympathien für Israel & USA und d. Erfolg meines Blogs haben?“ (twitter)

Intellektuell parfümierte Nazis – das ist starker Tobak.

Wenn man versucht, zu ergründen, was diesen Vorwurf vielleicht rechtfertigen könnte muss man tief eintauchen in die Recherche.

Ein Hinweis ergibt sich aus einem Post von PP vom 14. Juni:

Bringt es etwas mit Leuten zusammen zu kämpfen, die ganz andere Ziele haben?

„Nachdem bestimmte Kreise seit dem Auftritt von Milo Yiannopoulos im Anschluss an die Konferenz der freien Medien und einem Treffen von Steve Bannon mit der „Jungen Freiheit“ und „Philosophia Perennis“ in Berlin, beispiellose Attacken gegen mich gefahren haben, versuchen nun zwei Haupt-Akteure der IB zu beschwichtigen. Einige Sympathisanten und Vertreter dieser Bewegung waren in den letzten Wochen durch krasse Homophobie, extrem geschmacklose, sexistische Aussagen gegenüber weiblichen Mitgliedern der IB und Antisemitismus aufgefallen.
… nein, wir werden hier jetzt nicht noch weiteren volksverhetzenden Unsinn hier zitieren, mit dem die Sympathisanten von Schnellroda, Leser des Sezessionsblättchen oder Mitglieder und  Spender der IB Twitter zugemüllt haben – jeder der das lesen will, kann es ganz einfach über die Twittersuchfunktion heraussuchen.“

War Berger beleidigt, da niemand seinen Elogen für den schwul-rechten Paradiesvogel Milo Yiannopoulos folgen wollte? Und lehnte er deshalb „Beschwichtigungsversuche“ ab? 

Nazi-Gesinnung bei dem Kreis von Schnellroda macht Berger aus bei einem Artikel, den Ellen Kositza 2011 über „Kopftuchmädchen“ geschrieben hatte:

„Woher aber der Spott und der Unwillen, der dem Auftritt einer kopftuchtragenden Hayrünissa Güls nicht als migrantische Integrationsverweigerin, sondern als Gattin des türkischen Staatspräsidenten entgegenschlug? Die Masse derer, die höhnisch an der Freiwilligkeit solcher Verschleierung zweifelt, stellt nicht in Frage, ob eine 14-jährige in Hotpants und bauchnabelfreiem Oberteil oder die Wasserstoffblonde mit den operativ vergrößerten Brüsten wirklich nur ihren ureigenen Schönheitsimperativen folgen.
Auf den geharnischten Frauenprotest, der im Iran auf die gesetzlich erzwungene Entschleierung durch den Schah folgte, sei nur am Rande hingewiesen ….

Die schwarzäugige Kopftuchträgerin an der Supermarktkasse befremdet mich weniger als ihre wildgefärbte, kaugummikauende Kollegin mit all den Ringlein in Lippe und Augenbrauen. Ebenso wähnte ich meine Kinder bei einer Ferestha Ludin als Englischlehrerin besser betreut als bei einem franseligen Sozialkundepädagogen, der zugleich für Die Linke im Kreistag sitzt und in seinen Klassenarbeiten Aufgaben stellt, deren Musterlösungen hanebüchen sind. Innerhalb einer starken Gesellschaft (»selbstbewußte Nation«), die sich solche Offenheit erlauben kann, sind alle vier gut auszuhalten – besser, im Konjunktiv zu reden: sie wären es.“

Bergers zugespitzte (oder fiese?) Replik:

Dann muss aber auch die Frage erlaubt sein, wogegen wir arbeiten. Oder um bei Kositza zu bleiben: Wollen wir eine Gesellschaft voller Frauen in Burkas, die ihren Mann sietzen oder eine, wo „eine 14-jährige in Hotpants und bauchnabelfreiem Oberteil oder die Wasserstoffblonde mit den operativ vergrößerten Brüsten“ (so Kositza abfällig) sich in unserer Gesellschaft das „Selbst schuld, Schlampe!“ einfangen, wenn sie vergewaltigt werden? Dazu passt das latente Islamappeasement, dass in nicht wenigen extrem rechten Kreisen herrscht: Götz Kubitschek hat mir selbst angedeutet, dass er meine Islamkritik „überspitzt“ findet, während man in seiner Schnellroda-Blase fast peinlich bemüht ist, auf Islamkritik weitgehend zu verzichten. Zufall?

Ich halte die Kritik für überspitzt und sophistisch verdreht.
Was ist verkehrt, sich an den Obszönitäten, exhibitionistischen und oft pornographischen Verhaltensweisen zu stoßen, die als selbstverständlicher Ausdruck der westlichen und freiheitlichen Errungenschaften hingenommen und erduldet werden sollen. Im Gegensatz zu einer auf Würde beruhenden Haltung, die man aber durchaus nicht allein in der Kopftuchwürde der muslimischen Frauen findet, wie Kositza in ihrem Artikel darstellt.
Da stehe ich in der Betrachtung der konservativen Schnellroda-Frau näher, als dem „konservativen“ und libertären Homo-Aktivisten Berger.

Einen weiteren Keulenschlag führt David Berger wiederum mit seinem Verweis auf eine längst gelaufene, aber wohl nicht abgeschlossene Debatte aus. Er verweist auf 

„den neuesten Artikel der bekannten Islamkritikerin Ronai Chaker über Martin Lichtmesz und Götz Kubitschek; geschrieben von einer Frau, die dauernd mit Morddrohungen aus der islamistischen Ecke leben muss und verständlicherweise kein Verständnis für die Lust hat, die man bei Rechtsextremen sehr deutlich bei solchen Drohungen (gegen emanzipierte Frauen, Homosexuelle usw.) bemerkt und die sie sogar offen aussprechen.“ 

Der „neueste Artikel“ von Chaker bezieht sich auf einen Beitrag von Lichtmesz über Die Freiheiten der Liberalen, der vor bald zehn Jahren erschien. Eine inhaltliche Auseinandersetzung ersparen sich Chaker wie Berger.

Was stört Berger an solchen Sätzen:

Letzte Woche gab es wieder einmal einen tätlichen Angriff von aufgebrachten Muslimen auf einen „islamkritischen“ Karikaturisten, diesmal den Schweden Lars Vilks. Die vollständige Szene kann man sich auf Youtube ansehen. Wie man darin sehen kann, ging es nicht einfach nur um eine satirische Zeichnung, sondern um eine Art Collage, in der Mohammed im Kontext von schwulen, vage pornographischen Bildern gezeigt wurde.
Mit anderen Worten, eine ziemlich billige Provokation, wie sie gerne von einfallslosen, zeitgeistigen „Künstlern“ in Szene gesetzt wird. Der Zorn der anwesenden Muslime ist völlig verständlich. In dieser auf dem Video dokumentierten Situation haben sie, und nicht Vilks, meinen Respekt und meine Sympathie.“

und

„Wir sind heute völlig indifferent gegenüber der Verhöhnung und Beschmutzung der religiösen Symbole des Christentums, und die Darstellung von Jesus als Homosexuellen würde unter den Christen von heute nur mehr zaghaften Protest hervorrufen, wenn überhaupt. „Integration“ der Muslime, wie sich die Liberalen und Menschenrechtler das vorstellen, würde letztendlich bedeuten, ihnen genau dieselbe Indifferenz abzuverlangen.  Aber was soll das für einen Sinn für beide Seiten haben?“

Ich bin bei meiner Einstellung zum Islam nach gängiger Definition gewiss „ilsamophob“, aber in dieser Ansicht bin ich auf Seiten von Martin Lichtmesz. „Vilk“ und „Charlie Hebdo“: Sympathie für die Angreifer und Mörder habe ich partout nicht; Zorn von Beleidigten kann ich verstehen.

„Sezession“ und Martin Lichtmesz, die nach Berger „intellektuell parfümierten Nazis“, nehmen sich nach meinem Empfinden nicht nur dieser Problematik in einer intellektuell ambitionierteren Weise und auch Sprachmächtigkeit an, als man es auf manchem Exklusiv-Blog lesen kann. Die Kommentare auf Sezession – wenngleich natürlich Fragwürdiges auftaucht – wo nicht?  – sind desgleichen in der Mehrzahl niveauvoller, als die Mehrheit auf PP mit seinem philosophischen Anspruch.

Jedenfalls haben die „parfümierten Nazis“ mit ihrem Verlag Antaios fraglos Verdienste für unser deutsches „Geistesleben“. Mit einer durchaus anspruchsvollen Edition von Autoren, welche natürlich nicht unbedingt dem herrschenden Kanon folgt: Von Sieferle bis Schüßburner, Kleine-Hartlage bis Klonovsky, Thorsten Hinz und Günter Zehm, usw.
Die Reihe „Kaplaken“ des Verlages z.B. enthält Kleinode des alternativen Denkens zum Zeitgeist.
Soweit mein Elogium auf „Schnellroda“.

Kubitschek hat in einem Artikel (der mir allein schon wegen der Insultationen auf Peter Tauber gefallen sollte) auf Berger zurück gekeilt und spricht von einem „narzisstisch wie spalterisch veranlagten Herrn“.
Zurecht kritisiert Kubitschek vor allem diese Sätze aus einer Stellungnahme Bergers für die „Freien Medien“ zum Mordfall Lübcke:

„… wir haben von Anfang an vor dieser Entwicklung gewarnt, die ein gesellschaftliches Klima hervorgebracht hat, in dem ein solch verwerfliches Gedankengut gedeihen konnte. Und oft sind es gerade wir, die Freien Medien, die aufgrund unserer eher liberal-konservativen Weltanschauung, unserer Israel- und Homosexuellen-freundlichen Haltung von den Rechtsextremisten beschimpft und bedroht werden.
Uns mit dieser Klientel in einen Topf zu werfen bedeutet, den Extremisten in die Hände zu arbeiten.“

Schmeißt sich Berger jetzt an den Kreis der Guten heran, nachdem er in der Vergangenheit von der Erziehungs- und sonst-wie-Presse als rechts-konservativ und rechtspopulistisch eingeordnet worden war?
Was verspricht er sich von seinem jetzigen „Ego-Trip“?

Was Berger – oder Schnellroda? – angezettelt haben, darüber freut sich die Linke. Es lohnt sich, dort auch mal nachzulesen. Distanz, Betrachtung aus der Ferne hilft oft mehr, als so manch akribische Nahbetrachtung.

In einem Kommentar auf PP zu den aktuellen Vorkommnissen um David Berger habe ich geschrieben:

Das erinnert mich an Franz Kafkas Erzählung »Die Verwandlung«:

»Eines Morgens erwacht der Vertreter Gregor Samsa aus dem Schlaf und muss feststellen, dass er sich während der Nacht in etwas verwandelt hat, das von Kafka als »Ungeziefer« beschrieben wird. Da sich der verwandelte Gregor nur minimal bewegen kann, verbringt er die meiste Zeit im Bett, flüchtet sich in Arbeitsunfähigeit und beginnt, über sein bisheriges Leben nachzudenken.«
So eine Zusammenfassung des Anfangs der Geschichte.

David Berger als Gregor Samsa. Erika Steinbach als Grete Samsa, die Schwester? Vielleicht und durchaus in Teilen. Es ist David Bergers Entscheidung, wie er weitermachen will, welche Brücken er abbricht.

Man weiß, wie Kafkas Geschichte von der Verwandlung ausgegangen ist. Gregor stirbt an den Folgen der Verletzungen, die er sich auch selbst beigebracht hat und an der Vernachlässigung und Aufgabe durch seine Familie.

Die Allegorese ist nahezu zwingend.

Das Ganze lässt mich in der gleichen Stimmung zurück wie nach dem ersten Lesen dieser Parabel von Franz Kafka: mitgerissen, aber auch deprimiert und angewidert.

Ich hätte mir gewünscht, einer der von mir geschätzten Wegbereiter der “Freien Medien“ hätte mehr „Standing“ bewiesen. Der Sache hat er damit nicht gedient.

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So geht Klimarettung

Wegen der Pannen mit den Flugzeugen der Flugbereitschaft fliegt die Weltklimaretterin Merkel jetzt mit zwei Flugzeugen zum G20-Gipfel nach Japan, wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ vermeldet. Also zweimal Kerosinausstoß, um die Welt am deutschen Wesen genesen zu lassen.

Das Fliegen ist ja der Klimaretter liebste Reiseform, wie es uns vor allem die Grünen vorleben.

Wir erinnern uns :

Cem Özdemir urlaubte in den Anden. Sein Post:

Habe auf 4380 Metern Höhe über Neujahr mit Tochter & auf dem Pferderücken von nach auf den Spuren von San Martin die Anden überquert & Energie für das neue Jahr getankt. Jetzt wieder Online: Wünsche allen ein gesundes, glückliches, friedliches & erfolgreiches #Jahr2019 pic.twitter.com/r1EHO9hzbT — Cem Özdemir (@cem_oezdemir) 2. Januar 2019

Oder Katharina Schulze („Kerosin-Katha“), Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, das infantile Duracel-Häschen der Grünen-Bewegung, die eben auch mal zu Neujahr auf ein Eis nach Kalifornien gejettet war und das auch noch frech im Internet postete: „Eis geht immer“.

 

Auf „Abgeordnetenwatch“ war denn folgende Frage an Frau Schulze zu lesen:

Liebe Kathrin,
auf Abgeodnetenwatch /Frage zur beruflichen Mobilität äussersten du dich wie folgt:

„Ich versuche immer Alternativen zum Fliegen zu finden und so dieses klimaschädliche Transportmittel maßvoll zu nutzen.“

Und bist bis heute Sprecherin des Bündnisses gegen eine 3te Startbahn am Flughafen München.
Nun ist es bestimmt berechtigt zu hinterfragen warum eine Landtagsabgeordnete (du stellst es ja auf Twitter und Facebook online) in den Jahren 2017 und 2018 fliegen musste nach: Aman, Athen, Barcelona, Brüssel, Dänemark, Helsinki, Indien, Kuba, Lissabon, Madrid, Mongolei, Moskau, Oslo, Pekin, Talinn und 5 mal USA.
Welche Erklärung hast du für die Abweichung zwischen deiner Ankündigung und der Realität? Und waren die Gründe wichtig genug um dafür die Zukunft unserer Kinder zu zerstören? Hast du uns etwa so getäuscht?

Aber wie schreibt sie auf ihrer persönlichen Website:

„Wir müssen wegkommen von dem Lebenswandel, bei dem ein dickes Auto, ständige Flugreisen und Unmengen an Fleischkonsum als das non plus ultra gesehen werden. „

Ein besonderes As im Reisekader der Grünen ist der Berliner Senatsabgeordnete Georg Kössler, von dem ebenfalls ein Instagram-Post existiert, in dem er sich über sein „Chillen am Lake Tahoe“ auslässt:

„georgkoessler – und ich so: Chillaxing at Lake Tahoe mit Thees.“

Aber Georg “chilled“ nicht nur dort!
So kam jetzt große Empörung bei ihm und seiner Entourage auf, dass die Berliner AfD-Fraktion ein Video auf Youtube gepostet hat, in dem die Reisefreude des Hauptstadt-Grünen, – der der Katharina Schulze dabei wohl in nichts nachsteht – genüsslich auf die Schippe genommen wird. Sehenswert!

Daraufhin stilisierte sich der Grüne zu einem „Bald-Opfer“ im Gefolge von Lübcke, da er angeblich Morddrohungen aus einem Nazi-Netzwerk erhalten habe.
Sollte das stimmen, ist das gewiss ganz übel.
Andererseits weiß man inzwischen bald nicht, wer was noch überhaupt und warum und in welche Richtung postet, wer Täter ist, wer Opfer.

Es bleibt der inzwischen zur Binsenweisheit für Grüne gewordene Spruch:

Wasser predigen und Wein saufen.

Just hörte ich denn heute auf B5 einen Beitrag zum Thema klimaschädliche Flugreisen und subventioniertes Flugbenzin. Die angeblichen Diesel-Emissionen sind ein Top-Thema für die Grünen, nicht aber der Verzicht auf das steuerbegünstigte Fliegen mit steuerbefreitem Sprit.

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, die Welt zu retten. Wie „La Muu“ behauptet, eine Firma aus Estland, die 2012 mit veganem bzw. der ersten „ökologisch produzierten Eiscreme der Welt“ auf den Markt kam und mit dem Spruch wirbt:

„Rettet die Welt seit 2012“.

Hoffentlich befand sich in dem Eisbecher der Katha Schulze bei ihrem Aufenthalt in Kalifornien nur solcherart Eis und nicht etwa CO2-verzehrender Dreck wie vielleicht von „Häagen Dazs“ o.ä.
So könnte sie denn womöglich dazu behaupten, auch durch Schlecken von Eis die Welt zu retten.

Heilige Greta, bitte für sie!

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Greta – Erlöserin oder Gespenst?

Da hat doch jemand die Greta als „Klimagespenst“ bezeichnet.
Darf man das?

Das erinnerte mich glatt an „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde.

Denn wie heißt es dort:

“Wenn’s ein güldne Maid vollbringt,
Sündenmund zum Beten zwingt,
wenn die tote Mandel sprießt,
Kindes Mitleidsträne fließt:
Endlich wird’s im Haus dann still,
Friede wohnt in »toute la ville«*.” 

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* im Original heißt es natürlich „Canterville“

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