Wagner und kein Ende …

Bayreuth als „Kraftort Hitlers“?

Sie können es nicht lassen, die Banausen, kulturellen Hinterwäldler, philiströsen Antifaschisten und die sich moralisch überhöhenden Anti-Antisemiten, sich an Richard Wagner und dem „Kultort“ Bayreuth zu reiben.
Ist ja alles auch ganz einfach: denn Wagner war ein streitbarer Antisemit – woran keiner ernsthaft zweifelt. Hitler ging als Verehrer seiner Kunst in der Villa Wahnfried bei Winifred Wagner ein und aus. Dass diese Busenfreundin, die Schwiegertochter Richards, eine unverbesserliche „Nazisse“ und Hitler-Bewunderin war, ist auch Tatsache („Also, wenn heute Hitler hier zum Beispiel zur Tür hereinkäme, ich wäre genauso so so so fröhlich und so so glücklich, ihn hier zu sehen und zu haben, als wie immer …“), wie man u.a. in dem verfilmten Interview von Hans Jürgen Syberberg nachverfolgen kann. Und da gab es deren ultrarassistischen Schwager Houston Steward Chamberlain, der ebenfalls in Bayreuth wohnte, ein wirklicher Ideenzulieferer für Hitler und die Nazis.
usw. usw. …

 

Auf dem von mir an sich geschätzten Blog „Philosophia Perennis“ von David Berger erschien nun aktuell ein Artikel mit der Überschrift
Bayreuth als „Kraftort Hitlers“: Frau Merkel, warum gehen Sie da hin?“

Der Artikel entpuppt sich als eine billige und ungebildete Anbiederung an den Anti-Antisemitismus, in einer primitiven Art, wie man ihn in dieser verstandesmäßigen Anspruchslosigkeit gar in deutschen „Qualitäts-Medien“ nur noch selten zu lesen bekommt. Man muss dazu sagen, dass es sich hierbei um ein Exzerpt eines umfänglicheren Beitrags der „Weltwoche“ handelt, der jedoch hinter der Zahlschranke liegt.

David Klein – ein „begnadeter“ jüdischer Jazzmusiker – aus Basel schreibt:

Oops, she did it again. Pfarrerstochter Angela Merkel, die Kanzlerin des Landes, dem die «Endlösung der Judenfrage» beinahe gelang, pilgerte am 25. Juli einmal mehr auf den Braunen Hügel zu Bayreuth, um dem Wagner-Clan die Aufwartung zu machen.
Einer Familie, die den Sieg der Weimarer Republik von 1918 verachtete, den Versailler Vertrag als «Schandfrieden» bezeichnete und deren Patriarch, der Komponist Richard Wagner, der unumstrittene Vorreiter des deutsch-nationalen Judenhasses und das prägendste Vorbild Adolf Hitlers war: „In Bayreuth wurde das geistige Schwert geschmiedet, mit dem wir heute fechten“, so Adolf Hitler.
Ist es mangelndes Feingefühl den deutschen Juden gegenüber, oder einfach nur Geschichtsvergessenheit, dass die Kanzlerin seit Jahren in Bayreuth über den roten Teppich flaniert, wo Wagner einst proklamierte, er halte «die jüdische Rasse für den geborenen Feind der reinen Menschheit und alles Edlen in ihr», Juden mit «Würmern» und «Ratten» verglich und nach einem Theaterbrand in Wien feixte, «es sollten alle Juden in einer Aufführung des ‹Nathan› verbrennen»?
Ziemt es sich für eine deutsche Kanzlerin, Hitlers «Hoftheater», wo man gemäß Wagner-Schwiegertochter Winifred, einer bis zuletzt reuelosen Antisemitin, «unentwegt an den Führer und die nationalsozialistische Idee glaubte», mit ihrer Dauerpräsenz zusätzliche Popularität zu verschaffen, während deutsche Nazis in Dortmund ungehindert «Wer Deutschland liebt, ist Antisemit» grölen?

Starker Tobak!

Aber nehmen wir uns einmal die einzelnen Aussagen vor.

Die Pfarrerstochter Angela Merkel … pilgerte am 25. Juli einmal mehr auf den Braunen Hügel zu Bayreuth, um dem Wagner-Clan die Aufwartung zu machen …
Man kann ganz stark davon ausgehen, dass Angela Merkel nicht etwa „dem Wagner-Clan ihre Aufwartung“ gemacht hat.
Sie ist als Kanzler gewiss nicht verpflichtet, jeglichen Kultur-Höhepunkt mit ihrer Anwesenheit zu adeln. Bei der ihr zugestandenen Nüchternheit – bei all meinen sonstigen  Vorbehalten gegen diese Frau – ist sie ganz sicher nicht derart Schicki-Micki-affin, sich ein Premierenspektakel anzutun, um dann mit Gottschalk und anderen „Kulturschaffenden“ abgelichtet zu werden.
Kann es nicht einfach so sein, dass sie Musik von Wagner grandios findet und sie sich somit Bayreuth „antut“?

Aufwartung „Einer Familie, die den Sieg der Weimarer Republik von 1918 verachtete, den Versailler Vertrag als «Schandfrieden» bezeichnete.“?
Wer in Deutschland damals – und auch im „feindlichen“ Ausland – hat den Versailler Vertrag 1919 und danach nicht als eine Art „Schandfrieden“ angesehen, da er den Alliierten Proklamationen, nicht nur dem 14-Punkte-Programm von US-Präsident Wilson, schließlich widersprach und den Keim für Revision und Rache legte.
1918 hat auch nicht „die Weimarer Republik gesiegt“. Sie entstand im Zuge der Novemberrevolution auf den Trümmern des Deutschen Kaiser-Reichs und es war in keiner Weise klar, welche Kräfte dort obsiegen würden. Mit der „Verachtung der Politik in der Weimarer Republik“ standen die überlebenden Mitglieder der Wagner-Familie nicht allein. Da sei nur neben den Deutschnationalen und den Nazis auch an die Kommunisten erinnert und an die vielen Deprivierten und Deprimierten aus wirtschaftlichen Gründen.

„In Bayreuth wurde das geistige Schwert geschmiedet, mit dem wir heute fechten“, so Adolf Hitler.
Das ist eine von vielen Floskeln eines ideologischen – natürlich hochgefährlichen und pathologischen – Spinners. Also ideologische Spinnerei, wie man es denn korrekterweise  benennen sollte.
Mit Wagner-Musik hat Hitler nicht „gefochten“, eher mit „Les Preludes“ von Liszt zur Unterlegung der gefilmten Schlachten in den Wochenschau-Wehrmachtsberichten – das nebenbei. (Liszt könnte natürlich auch verdächtig sein, da er Schwiegervater von Richard W. ist.)
Zum Antisemistismus Wagners ist zu sagen, dass seine diesbezüglichen Verlautbarungen gewiss nicht mehr an „ideologischem Pulver“ hergaben, als andere aus dem damaligen Zeitgeist – Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts – heraus entstandenen. An erster Stelle mit Einfluss auf Hitler ist gewiss Houston Steward Chamberlain zu nennen. Man denke aber auch an andere, die vorausgingen wie Hermann Wagener – ein Vertrauter Bismarcks, den Berliner protestantischen Hofprediger Adolf Stöcker, den Historiker und Reichstagsabgeordneten Heinrich von Treitschke usw. Gar der Jude Karl Marx selbst verbreitete Antijüdisches und auch Zeitschriften wie die Gartenlaube und der Simplicissimus waren da nicht unbefleckt.

Mit seiner Wagnerverehrung war Hitler unter seinen Gefolgsleuten und den „Hardcore“-Nazis ziemlich allein. Um das Festspielhaus zu den Aufführungen ausreichend zu füllen, bedurfte es nicht nur in den Kriegsjahren oft eines „Führerbefehls“, sodass die „heilige Halle“ oft mit teilnahmslosen und schnarchenden Nazis belegt war, was historisch belegt ist.

„Mangelndes Feingefühl den deutschen Juden gegenüber…“?
War es denn „mangelndes Feingefühl allen Juden gegenüber“, als der jüdische Dirigent Daniel Barenboim, der in Israel aufgewachsen ist, 2001 beim Israel-Festival in Jerusalem als zweite Zugabe die Ouvertüre von Richard Wagner zu „Tristan und „Isolde“ aufführte!? Er sagte, es sei künstlerisch wichtig, Wagner in Israel zu spielen. Er könne verstehen, dass Israelis schlimme Assoziationen mit Wagner verbinden. „Aber ich glaube nicht, dass sie das Recht haben, andere daran zu hindern, Wagner zu hören.“ Paradoxerweise sei es „eine Art Sieg der Nazis, Wagner nicht in Israel zu spielen“.
Vor einigen Jahren kam ich bei einer Parsifal-Aufführung in Bayreuth mit meinem englischsprachigen Sitznachbarn ins Gespräch, der sich dann als in England lebender Jude outete und der seit Jahren die Festspiele besucht. Und es gibt etliche Israelis, welche jährlich zu den Wagner-Festspiele nach Bayreuth reisen.
Es gibt immer noch große Vorbehalte gegen Wagner in Israel, aber es ist doch interessant zu sehen, dass es Juden sind, die auch heute wieder – wie auch schon im 19. Jahrhundert -zu den stärksten Verfechtern von Wagners Musik zählen: James Levine, Daniel Barenboim, Asher Fisch, Roberto Paternostro und Dan Ettinger, um nur einige zu nennen.
Jonathan Livny, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes Israel sagt, „Die Person Richard Wagner mag ich nicht“, aber „Wagners Musik gehört der ganzen Welt“.

Die Kanzlerin verschafft mit ihrer „Dauerpräsenz“ u.a. der Wagner-Schwiegertochter Winifred „zusätzliche Popularität“.
Was soll das denn?
Ist Merkel mit der verstorbenen Winifred in (posthumer) Frauenfreundschaft wie aktuell mit Friede Springer und Liz Mohn verbunden? Nimmt sie bei Bayreuth-Aufenthalten ihr Frühstück in Wahnfried ein, um den Geist Winifreds und Richards zu beschwören?

Dass es deutsche Neo-Nazis gibt, die öffentlich antisemitische Parolen grölen, ist abscheulich. Aber man erkläre mir, was das mit Richard Wagners Musik zu tun?

In den Opern und Musikwerken Wagners selbst – anders als in seinen politischen Pamphleten – sind kein einziger antisemitischer Text oder solcherart Aussagen zu finden. Was man auch durch überdrehteste Ableitungen und Interpretationen immer wieder versucht, wie z.B. bei der aktuellen Inszenierung der Meistersinger in Bayreuth.
Übrigens in der musikalischen Realisierung eine Darbietung von Weltniveau. 

Mit der Frage, ob man durch zuviel Genuss von Wagners Musik zum Nazi mutieren könnte, hat sich schon mal der berühmte Kritiker Joachim Kaiser in seiner „Klassik-Kunde“ befasst. Unter anderem am Beispiel der Meistersinger konnte er den Anfragenden doch beruhigen.

 

„Oops, he is wrong again!“, kann man über David Klein, dem Verfasser von „Hitlers Kraftort“ in seiner eigenen Sprachwahl sagen. Für tiefgründige Betrachtungen ist wohl auch ein „begnadeter“ Jazzer nicht ausreichend genug beschlagen. Ein Mann der schon mal knackige Statements raushaut wie «Muslime, die Nazis von heute!», was ihm in seiner Heimat, der Schweiz, ziemlich Ärger einbrachte. Ein Verteidiger seiner hat denn von einer «Second traumatization» gesprochen, da sämtliche Urgrosseltern Opfer des Holocaust geworden waren. Doch selbst die Israelitische Gemeinde Basel musste sich Vorwürfe von David Klein gefallen lassen, wozu deren Präsident dann nur feststellte: «Seine Artikel (u.a. in der Weltwoche – d.Verf.) reflektieren seine private Meinung zu diversen jüdischen Themen und er tut dies ohne Auftrag …“.
Siehe dazu denn:
https://www.schweizamwochenende.ch/basel/der-missverstandene-131068613

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„Mit dem Herzen in der Vergangenheit, mit dem Kopf in der Zukunft!“

Reaktionär statt konservativ? – Ein Beitrag zur „Erschöpfung des Konservatismus“

Reaktionär ist ein Schimpfwort – natürlich – in unseren aufgeklärten, progressiven Zeiten.
Laut Duden heißt reaktionär: überholte gesellschaftliche Verhältnisse gegen Änderungsabsichten reformerischer oder revolutionärer Art zu verteidigen; Reaktion heißt die Gesamtheit der fortschrittsfeindlichen politischen Kräfte.

Der amerikanische Historiker ungarischer Herkunft John Lukacs1 – der sich selbst zuletzt als Reaktionär bezeichnete – meinte, ein Reaktionär sei Patriot, nicht Nationalist. Er bekenne sich zu den Werten des alten Europas, für die z.B. Churchill stand. Er glaube an Geschichte, nicht an Evolution; schließlich verteidige er alle ehrwürdigen Traditionen des Landes, auch wenn diese vielen altertümlich erschienen; technischen Entwicklungen stünde er skeptisch gegenüber. So eine reaktionäre Einstellung führe allerdings in die soziale Isolation. 

Jens Jessen von der Zeit meint, Konservative, Reaktionäre und Neufaschisten seien natürlich der politischen Rechten zuzuschlagen; Konservative könne man als rechts bezeichnen, Reaktionäre als rechtsradikal.

Wie kommt nun ein katholischer Autor und Publizist dazu, gerade jetzt eine „fortschrittsfeindliche“, wohl „rechtsradikale“ Zeitschrift mit dem provokanten Titel „REACTION“ auf den Markt zu bringen.

Ab Dezember 2019 soll zweimal jährlich das Magazin erscheinen, mit dem Alexander Pschera „die Geschichte des reaktionären Denkens in Europa dokumentieren und neu beleben will“.
Ein Magazin für eine konservative Gegenkultur abseits vom republikanischen Mainstream …

Alternative zu den wutschäumenden Diskursangeboten der Rechten

In einem Interview für die katholische Zeitschrift „Die Tagespost“ vom 1. August 2019 begründet Pschera sein Vorhaben folgendermaßen: 

„Zunächst benötigt Europa heute mehr „Reaktion“, Gegen-Aktion, Handlung. Das ist ja auch eine Bedeutung des Titels. Ich habe das Gefühl, wir lassen Europa zu sehr „geschehen“. Wir überlassen es der Bürokratie. Da ist ein Gegensteuern nötig, und zwar nicht durch anti-europäisches Ressentiment, sondern durch die Besinnung auf tiefere und ältere Bedeutungen des europäischen Gedankens. Europa ist ja kein Phantom, keine Fantasmagorie, sondern es ist nicht weniger als unsere 2000-jährige Geschichte. Sie ist zu wertvoll, um sie den Technokraten und Finanzspekulanten zu überlassen. Und hier kommt das „reaktionäre“ Denken ins Spiel, das ja als eine „Reaktion“ auf den Kahlschlag der Französischen Revolution entstand, um die Werte des Christenturns und der Monarchie zu retten. An einem ähnlichen, wenngleich nicht ganz so blutigen Punkt stehen wir heute wieder. Und deshalb der Bezug auf die „Reaction“ der Geschichte.

Wir sprechen alle intelligenten Menschen an, die mit dem Herz in der Vergangenheit, mit dem Kopf aber in der Zukunft leben und die auch außerhalb des Rahmens denken können und wollen, der sich in Europa als absolut darstellt Menschen, deren Fantasie dazu ausreicht sich eine heftige katholische Kirche und ein friedliches, am Wohl der Nationen orientiertes Zusammenleben in Europa vorstellen können. Menschen auch, denen Umgangsformen und Etikette nicht vollständig egal sind und die noch wissen (wollen), warum Stil im Leben entscheidend sein kann. Ich hoffe, dass sich das Projekt „Reaction“ unter diesen Menschen in Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet, weil es eine Alternative darstellt zu den wutschäumenden Diskursangeboten der Rechten.

Begleitend zu dem Magazin existiert bereits ein Blog, auf dem man sich denn über „Reaktionäres“ informieren kann.
In einem Artikel auf diesem Blog schreibt Alexander von Schönburg:

„Die Welt wird auf den Kopf gestellt. Die archetypischen Konzepte der menschlichen Existenz, ja die Sprache selbst sind nicht mehr sicher vor dem Zugriff der Umdeuter und Wirklichkeitsschänder. Wer sich in so einer Welt, in der alles, was einmal galt, von den höchsten Instanzen verworfen wird, wer sich in einer Welt, in der sich der Glaube an die Allmacht des Menschen und die Leugnung des Übernatürlichen verfestigt hat, wer sich in so einer Welt als einen „Konservativen“ bezeichnet, räumt damit ein, den Widerstand aufgegeben zu haben – denn was sollte man von dieser Welt denn „konservieren“. Der Konservative hat sich, von kleineren, kosmetischen Korrekturen abgesehen, mit dem Ist-Zustand abgefunden. Wer sich einen „Reaktionär“ nennt, der mag zwar verzweifelter sein als der Konservative, er hat aber wenigstens nicht resigniert, er „reagiert“ und befindet sich – intellektuell – im Kampfmodus.

Schon Nicolas Gomez Davila, „Verächter der Demokratie und des Pöbels“ bezeichnete sich als Reaktionär, als „Antipode eines Konservativen“, weil es für ihn nichts mehr gab, was zu konservieren sich lohne.


Der Reaktionär als Antwort auf die Krise des Konservatismus?

 Es heißt, mit der gescheiterten „geistig moralischen Wende“, die einst Helmut Kohl ausrufen wollte, ist auch der Konservatismus in Deutschland auf den Hund gekommen. Nicht erst mit Merkel, die bei einer angeblich anfänglich noch annehmbaren  konservativen Position, schließlich letztverbliebene Relikte in der Familienpolitik, Verteidigungspolitik und bei der Zuwanderung aufgegeben hat. Die CDU hat ihre klassischen Positionen wie beispielsweise die Verteidigung der Kernkraft, das Bekenntnis zum allgemeinen Wehrdienst sowie die Opposition zu Mindestlohn und Frauenquote geräumt. Der deutsche Konservatismus hat sich in den vergangenen 40 Jahren in seiner entscheidenden Perspektive verbraucht, nämlich was die Auszeichnung bestimmter Aspekte des Status quo als bewahrenswert angeht. Hinzugekommen ist das Verschwinden von Feindbildern wie dem real existierenden Kommunismus oder Linksterrorismus, die noch in den Achtzigerjahren als negative Integrationskräfte für konservative Milieus und die Union wirkten.
 
Die Diskussion, was ist heute konservativ – genauer, was ist davon noch verblieben – wird aktuell im „Mainstream“ in eher linken Postillen geführt. In der Zeit oder dem Tagesspiegel.

Die Diagnosen dort haben nichts mehr mit dem gemein, was Günter Scholdt2 als Inhalt der konservativen Denk- und Lebensart ansieht: 

„Alles, was täglich auf uns einströmt, ohne zweckoptimistischen Vorauskredit zu prüfen und, wo es sich als untauglich erweist, auch wieder durch Älteres, Bewährtes zu ersetzen. Sie offenbart sich als Frageprinzip, erworben aus einer Grundskepsis gegenüber marktschreierischer Aktualität und dem Glamour des jeweils Neuen. Sie verwahrt sich gegenüber der Anmaßung, anthropologische Gegebenheiten bzw. soziale Konstanzen zu negieren und sich einer Grundeinsicht zu verschließen, die schon vor Jahrtausenden Prediger Salomo festhielt: »Es geschiehet nichts Neues unter der Sonne.«“

Eine Konsequenz daraus wäre denn durchaus die „reaktionäre“, wie von A. Pschera im obigen Zitat begründet.

Außerhalb der eher links-liberalen Diskussionsplattformen findet eine intellektuelle Beschäftigung oder Auseinandersetzung um den Konservativismus natürlich in den „neurechten“ Kreisen statt, für welche z.B. das „Institut für  Staaatspolitik“ in Schnellroda bzw. die Zeitschrift „Sezession“ steht. Betrachtet man die Agenda von „Schnellroda“, wird hier u.a. auch ein Rückgriff auf Gescheitertes gepflegt, wie auf die „Konservative Revolution“3 der Weimarer Zeit. Dabei sind Assoziationen auf „Völkisches“ unausbleiblich.

An publizistischen Organen außerhalb dieses „neurechten“ Kreises – mit “Sezession“ als Publikationsorgan – sind beispielhaft die „Junge Freiheit“, „Cato“, „Tumult“, vielleicht noch „Cicero“ und im Netz der Blog „Philosophia Perennis“, „Jürgen Fritz Blog“ und „Conservo“ zu nennen.

Vergleicht man die Veröffentlichungen und Verlautbarungen untereinander, werden Gräben sichtbar. Erst kürzlich lieferte Philosophia Perennis in einer Auseinandersetzung mit „Schnellroda“ ein Beispiel für persönliche Unverträglichkeiten und Gereiztheiten unter denen, die sich als konservativ bezeichnen.
Solcherart „Gräben“ hat schon Armin Mohler4 genannt und beklagt. Er schreibt:

„Nun ist „schein-“ oder „pseudokonservativ“ nicht das einzige Wort, mit dessen Hilfe sich Konservative von Konservativen abgrenzen wollen. Die Reihe der Trenn-Vokabeln ist recht lang: ideologisch, totalitär, rechts, rechts extrem, links, liberal, liberalkonservativ, faschistisch, nazistisch, reaktionär, Abendländer und so fort. Jeder von uns hat mal einen anderen mit einer dieser Vokabeln vor die Tür zu stellen versucht. … Dann gibt es Unterscheidungen aus dem geographisch-geschichtlichen Bereich; sie sind der Sache nach etwas differenzierter: etwa der Gegensatz von süddeutsch/katholisch und norddeutsch/protestantisch, von fritzisch/kleindeutsch und theresianisch/großdeutsch, oder Bezeichnungen mit so charakteristischem historischem Klang wie nationalliberal oder deutschnational. Auf Vollständigkeit kommt es dabei nicht an.“

Er sieht einen Konflikt zwischen Universalisten und Nominalisten. Ob die von ihm geltend gemachte Hinwendung zur Theorie des Nominalismus („nominalistische Wende“) zu einer Einheit oder Einigkeit führen könnte, sei dahingestellt.

Caspar von Schrenk-Notzing der letzte wirklich große konservative Publizist fragte, „Brauchen Konservative eine Theorie?5. Er meint, die Nachkriegsgeschichte ist charakterisiert durch die Unterordnung des Konservatismus unter die Mitte, sprich des „juste milieu“. Repräsentiert wird dies durch die großen Volksparteien wie die CDU, ÖVP und die Konservative Partei Englands. Was aus denen geworden ist, wissen wir!

Schrenck-Notzing legt drei Merkmale der „konservativer Theorie“ fest:

• das Fehlen einer Lehrtradition

• die Leitvokabel heißt „Wirklichkeit“

• der institutionell-individuelle Doppelcharakter.

Das klingt sehr theoretisch und darauf soll an dieser Stelle auch nicht näher eingegangen werden; dient gewiss aber zum Nachdenken.


Mehr
Gegen-Aktion und Handlung

Zurück zu unserer Anfangsfrage.
Wer will es bezweifeln, dass wir bei dem Zustand unseres Landes und der Gesellschaft mehr „Gegen-Aktion und Handlung“ brauchen. Nicht „Reaktion“ im ursprünglichen Sinn des Wortes, denn die untergehenden konservativen Parteien haben nur auf das just Milieu reagiert, nur Tendenzen aufgenommen und peu a´ peu den Widerstand gegen die Aufhebung und Umwertung ihrer Werte aufgegeben.
So wäre denn eine Neubestimmung von „konservativ“ erforderlich, mit der man das Wort „reaktionär“ umgehen kann.
Vielleicht kann aber durch das neue Magazin – nicht nur allein mit seinem provokanten Titel – ein (weiterer?) Sargnagel gegen das juste milieu geschmiedet werden oder werden zumindest einige Stachel dagegen produziert.

Das konservative Lager braucht wohl tatsächlich eine orientierende Theorie. Und vor allem wieder Persönlichkeiten, welche die Aufgaben glaubhaft umsetzen können, handeln wollen und denen sich dann auch die Menschen anschließen.

Zum Schluss noch einmal ein Rückgriff auf John Lukacs, den „Reaktionär“, mit seiner Sicht auf die Situation in den USA: Es gäbe auf der einen Seite eine Rechte, die die Liberalen mehr hassen, als dass sie die Freiheit liebe, die nationalistisch sei; die glaube, die USA habe das Schicksal, die Welt zu ordnen und auf die Entwicklung von Technologien und Maschinen setze. Und eine andere Rechte, die die Freiheit mehr liebe als sie die Liberalen hasse, die patriotisch sei, an keinen Auftrag Amerikas in der Welt glaube und sich der Pflege der Tradition widme, statt auf technische Innovation zu setzen. Die Pointe: Diese erste Form der Rechten stelle den Fortschritt nicht in Frage, die zweite schon.
Das klingt nicht ganz so manichäisch, wie wir es bei der Polarität zwischen (National-) Liberal und (Völkisch-)Antiliberal hierzulande wahrnehmen müssen. 

Der Reaktionär

_________________________

1 John Lukacs ist zuletzt bekannt geworden durch den Film „Die dunkelste Stunde“, die Filmbiographie Churchills aus dem Jahre 2017, die sich an eines seiner Hauptwerke anlehnt – „Five days in London, May 1940“ (1999) 

2 Günter Scholdt: „Das konservative Prinzip“, 2011 Edition Antaios

3 Armin Mohler bezog in seiner Dissertation „Die Konservative Revolution in Deutschland 1918–1932“ den Begriff auf etwa 350 Personen, die er fünf verschiedenen republikfeindlichen und auch zum (geringeren) Teil nationalsozialistischen Gruppen zuordnete.

4 Armin Mohler: „Die nominalistische Wende“ in der Streifzug, 2001 Edition Antaios

5 in Konservative Publizistik 1961bis 2008, Berlin 2011

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Wahrnehmungsstörung

In einem Gastbeitrag für die FAZ haben sich der Rabbiner Yehuda Teichtal aus Berlin und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, der im Westjordanland geborenen Raed Saleh zusammengetan, um sich für ein „neues Miteinander“ auszusprechen – „gegen Hetze und Ausgrenzung“.
Ein löbliches Unterfangen, gegen das nichts einzuwenden ist. Rühmenswert, wenn sich dazu noch ein Jude und ein Muslim zusammenfinden.

Der Rabbiner war vor einigen Tagen von einem arabisch sprechenden Mann öffentlich beschimpft und angespuckt worden. Er beklagt sich denn in dem Artikel auch über andere antisemitische Angriffe und Beleidigungen, die auch in die Öffentlichkeit gelangten. Aggressionen, die nicht hinnehmbar sind.
Aber irgendetwas erscheint in dem gemeinsamen Beitrag verschoben, wenn man schreibt:

„Wie die Juden werden auch Muslime permanent und überall angepöbelt, ausgegrenzt und beschimpft.“

Und

„Das Bespucken und die Beleidigungen vor wenigen Tagen in Berlin waren kein Angriff auf den jüdischen Vater mit seinem Kind – es war ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft. Es war ein Angriff auf das schwule Paar, auf den muslimischen Imam, den Querschnittsgelähmten im Rollstuhl, auf den buntgefärbten Punk, die schwarze Fußballspielerin, die obdachlose Roma-Familie, den kleinen Flüchtlingsjungen ohne Eltern in der Pflegefamilie.“

 

Raed Saleh lobt sich in dem Beitrag für seine Initiative, in Berlin eine Synagoge wieder historisch aufzubauen. Zwei Millionen seien bereits beisammen und einige Berliner Moscheen (!) hätten angekündigt, für den Wiederaufbau Spenden zu sammeln.
Das ist der Tat ein erfreuliches Projekt.

Wäre da nicht die Aussage: „Wie die Juden werden auch Muslime permanent und überall angepöbelt, ausgegrenzt und beschimpft.“


Antisemitische Angriffe fast ausschließlich durch Muslime

Es ist eine Tatsache, dass antisemitische Angriffe in Deutschland überwiegend von hier lebenden Muslimen ausgehen. Die antisemitischen Ausfälle und Angriffe rechtsradikaler Spinner in Deutschland könnte man da im Vergleich nahezu vernachlässigen.

Nicht zu vernachlässigen ist der linke Antisemitismus bei Linken und Grünen, der sich hinter einer moralisch aufgeladenen Israelkritik versteckt. Nicht zu vergessen die offizielle Duldung des jährlichen al-Quds-Tags durch den Berliner Senat mit seinen islamistischen, demokratiefeindlichen und antisemitischen Aktivitäten einschließlich Vernichtungsdrohungen gegen Israel. Nicht zu vernachlässigen sind die Hetzreden, wie sie nachweislich nicht nur in Berliner Moscheen gegen unsere Kultur und Lebensweise geübt werden. Nicht zu vergessen die Häme und Hetzworte gegen Deutsche und Deutschland, wie sie z.B. die Kollegin von Herrn Saleh, die Berliner „Staatssekretärin“ Sawsan Chebli gern „postet“.

Wo und wann werden „Muslime permanent angepöbelt, ausgegrenzt und beschimpft“?

Wenn es Angriffe auf Muslime (Kopftücher werden herabgerissen!?) hierzulande gegeben hat, dann ist uns wohl in der Berichterstattung etwas entgangen. Die Leitmedien wären bei solchen Vorfällen doch über Tage nicht zur Ruhe gekommen.
Wann hat also so etwas stattgefunden bzw. wann ereignet sich das in der Häufigkeit wie die bekannten Angriffe auf Kippaträger und dergleichen? Oder wie die fast täglichen Messerattacken untereinander oder auf junge „Biodeutsche“?

Ein zweifelsohne löbliches Experiment, wenn sich ein jüdischer Rabbiner und ein muslimischer Lokalpolitiker aus Berlin zusammentun, um gegen Rassismus und Extremismus aufzutreten. Aber dann sollte man auch den Tatsachen ins Auge sehen und nicht die wahren Ursachen schönreden.

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Gewalttaten durch Zuwanderer

Ist das „Krieger-Gen“ verantwortlich?

Eine unglaubliche Mordserie erschüttert Deutschland: In Stuttgart wird ein Mann auf offener Straße abgeschlachtet, in Frankfurt wird ein Kind vor einen einfahrenden Zug gestoßen, in Dortmund wird eine junge Frau brutal abgestochen und zerstückelt.
Soweit die Vorkommnisse in nur einer Woche. Dann erinnert man sich an die Morde an jungen Frauen in Freiburg, Kandel, Wiesbaden in den letzten beiden Jahren – oder an die Anschläge in Ansbach, Würzburg usw.

Alle diese Taten haben eines gemein: Die Mörder, Vergewaltiger und Attentäter waren allesamt „Zuwanderer“ aus dem Nahen Osten oder Afrika.

Nach der Greueltat in Frankfurt kommentierte die Neue Zürcher Zeitung die Situation:

Etwas stimmt nicht in Deutschland!

Für uns ist das schon lange eine Gewissheit. Auch wenn Politiker und Medien weiterhin und immer und immer wieder das Ganze klein reden wollen, von „Einzelfällen“ sprechen und vor „Verallgemeinerung“ warnen.
Die offizielle Kriminalstatistik wird in den Medien solange „interpretiert“, bis nichts mehr erkennbar ist.
Dabei sind Zahlen eindeutig:
2018 verzeichnet die Kriminalstatistik bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen 2.471 Fälle, von den 2.823 Tatverdächtigen (TV) waren 1.609 deutsche TV, 1.214 nichtdeutsche TV, davon Zuwanderer 524.
Bei 1.233 Fällen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung und 19.119 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung war mindestens ein Tatverdächtiger ein Zuwanderer“.

Gar die Welt gab schon zu, dass „Asylzuwanderer bei Tötungsdelikten überrepräsentiert“ sind.

Die meisten Tatverdächtigen kommen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und den Maghreb-Staaten (Marokko, Tunesien, Algerien).


„Krieger-Gen“ bei Arabern erhöht?

Kürzlich brachte Michael Klonovsky einen lang vergessenen oder unterdrückten Aspekt ins Spiel, die genetisch bedingte höhere Gewaltbereitschaft bestimmter Ethnien. Er schrieb am 31. Juli in seinem „Diarium“:

Nun kommt indes ein Problem durch die Hintertür, nämlich die Genetik mit der Erkenntnis, dass die unterschiedliche Gewaltneigung innerhalb von Ethnien mit genetischen Unterschieden korreliert. In Rede steht das Mono-amino-oxidase A-Gen, kurz MAOA-Gen, das auf den plakativen Namen „Krieger-Gen“ getauft wurde. Es handelt sich um ein Gen auf dem X-Chromosom, das in mehreren Allelen vorstellig wird. Seit den 1990er Jahren ist bekannt, dass das Vorkommen eines dieser Genloci, das MAOA-2R-Allel, mit aggressivem Verhalten korreliert. Die genetischen Details sind kompliziert, zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass das MAOA-2R-Allel nur bei 0,1 bis 0,5 Prozent der Europäer vorkommt, bei amerikanischen Schwarzen mit Werten zwischen 4,7 bis 5,5 Prozent deutlich häufiger ist, bei Chinesen überhaupt nicht gemessen werden konnte, aber bei Arabern den beeindruckenden Wert von 15,6 Prozent erreicht.

Den zugrundeliegenden Artikel des „umstrittenen“ Anthropologen und Publizisten Andreas Vonderach findet man hier. „Umstritten“ deshalb, da Vonderach von „genetisch ermittelten kollektiven Verschiedenheiten“ bei verschiedenen Ethnien spricht, von einer „‚genetischen Identität‘ der Völker“. Das passt natürlich nicht in die Gleichheits- und Eine-Welt-Ideologie der Linken. Vollends „Nazi“ ist natürlich der Hinweis auf erhöhte, genetisch bedingte Aggressivitätswerte bei Schwarzen und Arabern im Vergleich zu Europäern (und Asiaten). Vonderach bewegt sich zudem im Umfeld von „Schnellroda“ und der „Jungen Freiheit“. Und voll „Nazi“ ist denn sein Buch „Völkerpsychologie“ herausgegeben vom Verlag Antaios.
Doch was Vonderach in seinen Publikationen zum Besten gibt, ist nun nicht unbedingt Neues und – das sei festgestellt – schon gar nichts Unwissenschaftliches.

Schon 1993 konnte man in „Science“ sich über die genetischen Varianten beim MAOA-Strukturgen und dessen Zusammenhang mit „impulsiver Aggression, Brandstiftung, versuchter Vergewaltigung und Exhibitionismus“ informieren („Anormales Verhalten im Zusammenhang mit einer Punktmutation im Strukturgen für Monoaminoxidase A“) sowie 2002 über „Die Rolle des Genotyps im Kreislauf der Gewalt bei misshandelten Kindern“.
2016 beschäftigte sich ein medizinisches Fachorgan im Netz mit der Frage „Welchen Einfluss hat das MAOA-Gen auf Aggression?“ – im Ergebnis  eher politisch vorsichtig oder  angepasst.


„Genetische Verteidigung“

In das Augenmerk – auch der politischen Medien – war das „Killergen“ geraten, als 2009 in Italien ein verurteilter Mörder aus Algerien Strafminderung wegen seiner genetischen Veranlagung erhielt. Den Berufungsrichter habe vor allem die Ausprägung des MAOA-Gens beeindruckt, die zuvor mit Aggressivität in Zusammenhang gebracht wurde. Selbstredend löst der Fall juristische Diskussionen aus.
Einige befürchten, dass solche Fälle des genetischen Determinismus – der Idee, dass Gene das Verhalten eines Organismus bestimmen – zur Akzeptanz in Strafsachen führen könnten und ein Autor meint, dass die Strategie einer „genetischen Verteidigung“ in Zukunft sicher von mehr Verteidigern geprüft werden wird: 

„Allerdings könnte das zumindest im deutschen Recht auch nach hinten losgehen. Schließlich haben Richter die Möglichkeit, neben einer Freiheitsstrafe eine Sicherungsverwahrung anzuordnen, um die Gesellschaft vor einem besonders gefährlichen Verbrecher zu schützen. Hat man das Gericht mithilfe eines genetischen Befunds nämlich erst einmal zur Strafminderung gebracht, dürfte es schwerfallen, gegenüber dem Schutzbedürfnis der Gesellschaft für die Ungefährlichkeit des Mandanten zu argumentieren. Da eine Sicherungsverwahrung im Gegensatz zur Haftstrafe zeitlich unbefristet verhängt wird, könnte das zunächst entlastend verwendete genetische Wissen schließlich gegen den Täter gewendet werden – im Extremfall für den Rest seines Lebens.“

Es besteht in der bundesdeutschen Öffentlichkeit die Neigung, Morde und Gewalttätigkeiten durch „Zuwanderer“ mit psychischer Krankheit umgehend zu relativieren und zu verharmlosen, denn das gäbe es ja auch bei Bio-Deutschen.
Wenn lebenslange Sicherungsverwahrung droht, wird es sich ein Verteidiger zweimal überlegen, ob er z.B. eine „genetisch-ethnische“ Besonderheit wie das „Killer-“ oder „Krieger-Gen“(MAOA-2R-Allel) zur Verteidigung einbringen möchte.
In der gutmenschlichen deutschen Öffentlichkeit käme und kommt eine Stigmatisierung einer ethnischen Gruppe nicht gut an. Genetischer Determinismus – da kann es sich nur um puren Rassismus handeln, der Nazi-Gehirnen entspringt.
Aber um die Diskussion über „die Gene des Bösen“ wird man auch in anderen Zusammenhängen nicht herumkommen. Ob es den gutmeinenden Realitätsverweigerern und dem linken „Mainstream“ passt oder nicht. 

 

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Das schönste Amt neben Papst

Die SPD und die Suche nach ihren Vorsitzenden *

„Das ist das schönste Amt neben dem Papst,
Vorsitzender der SPD zu sein.“

Franz Müntefering im März 2004

Knapp 60 Tage dauert nun schon die Sedisvakanz im Amt des Parteivorsitzenden der SPD. Vom 6. bis 8. Dezember soll nun das Konklave stattfinden, in dem dann das Amt neu besetzt wird. Den Rekord der längsten Sedisvakanz in der Papstgeschichte wird damit die SPD wohl nicht einstellen, die dauerte fast drei Jahre und das Konklave führte erst unter Androhung massiver Gewalt zu Ergebnissen **. Ob es auch in der SPD die Androhung von massiver Gewalt braucht, um zu jemanden in das Amt zu bringen, das könnte man aber inzwischen schon für möglich halten.
Zur Zeit wird die Partei von einer Art „Dreierspitze“ provisorisch geführt.
Die Auslese geeigneter Kandidaten, die dann schließlich im Dezember „gesalbt“ werden könnten, scheint sich aber äußerst schwierig zu gestalten, was den vormaligen SPD-“Papst“ Sigmar Gabriel zu dem Ausspruch brachte, dass der SPD-Vorsitz „wie ein infektiöses Kleidungsstück“ behandelt wird.
Dieserfalls: von Pest- oder Pockenkranken wurden einst auch zunächst die Kleider verbrannt, bevor man die Leiche dann beerdigte. Und so kann man den Ausspruch von Gabriel durchaus als prophetisch betrachten.

SPD-Vorsitz: Vom Traumberuf zum morbiphoren Fetzen.

Seit etlichen Jahren siecht die SPD nun schon dahin und dies zeigt sich auch in der stetigen Abnahme der Tragezeit der Soutane im Amt des Vorsitzenden, wie die Zeitleiste zeigt.

Aktuell beschäftigte sich das (inzwischen recht SPD-affine) Handelsblatt mit der Kandidaten-Kür der SPD und meint hoffnungsfroh, das „Kandidaten-Karussell der SPD nimmt Fahrt auf“.

Welche Gestalten wollen sich jetzt in den Umlauf des Ringel- oder Rösslispiels begeben oder werden genannt?
Da man ja nun auch eine Doppelspitze wie bei den Grünen haben möchte, fährt man im Tandem Karussell.
(Richtig progressiv wäre aber wohl ein „Tribus“ aus männlich-weiblich-divers. Bei mangelndem geeigneten Kandidatenangebot könnte man z.B. bei Olivia Jones anfragen.)

Christina Kampmann
und Michael Roth bilden bislang das erste und einzige Team, das sich auch offiziell beworben hat, heißt es. Eine abgehalfterte Ministerin für „Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport“ aus der abgewählten NRW-Versager-Riege von Hannelore Kraft und dazu ein schwuler Gute-Laune-Bär, der seit 2013 Staatsminister im Auswärtigen Amt spielt.
Wie man liest, haben die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer ihre gemeinsame Kandidatur kürzlich angekündigt, offizielle Bewerbungsunterlagen seien jedoch noch nicht in der Parteizentrale eingegangen.
Die Meldung über ein mögliches Führungsduo Heiko Maas und Sawsan Chebli soll aber nur aus einem Latrinengerücht stammen, das nur von irgendwelchen pöhsen Rechten im sozialen Netzwerk gestreut worden sein kann.
Ein weiteres Duo zu Wählerentmutigung wurde mit Kevin Kühnert und Gesine Schwan (Harald und Maude der SPD) von dieser selbst ins Gespräch gebracht. Wer Kevin heißt, braucht sich um Spott nicht zu sorgen und Gesine Schwan würde auf dem Rummelplatz der SPD in der Geisterbahn besser aufgehoben sein als auf dem Karussell.

Sonst haben sich bisher weiter keine bekannten SPD-Größen geäußert, das „Papstamt“ anstreben zu wollen: Die Küsten-Barbie nicht, nicht die Malu und auch nicht der Scholzomat und nicht der Hubertus aus Peine.

Wenn die Kandidaten schließlich im „SPD-Konklave“ im Dezember unter die Lupe genommen werden, sollte das Wahlgremium unbedingt auf eine Eigenschaft achten: Kadavergehorsam.
Was man durchaus als Syllogismus verstehen kann, wenn man den Zustand der SPD betrachtet. 

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 * w,m,d

** Das war in Viterbo im Jahr 1268 bis 1271 nach dem Tod von Clemens IV mit der Wahl von Gregor X.

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„Sakraler Königsmord“ an der Figur von Mohammed?

In einem gewiss provokanten Kommentar in der Neuen Zürcher Zeitung hat sich deutsch-syrische Ex-Muslimin Laila Mirzo über Mohammed und den Islam ausgelassen.

Sie meint, ein aufgeklärter Mensch kann sich von Mohammed nur distanzieren und fordert daher einen «sakralen Königsmord» an seiner Figur. Erst wenn offene Kritik an seinen Fehlern geübt werde, meinten es liberale Muslime ernst mit der Reformation.

Die Schlußsätze ihres Kommentars, den man hier lesen kann:

… Nun möchte ich die Notwendigkeit einer Säkularisierung nicht schmälern, und dies nicht nur wegen des Einflusses des Islams. Eine säkulare Haltung des Staats garantiert auch die Freiheit der konfessionsfreien Bevölkerung, die mit gut einem Drittel sogar die zahlenstärkste Gruppierung darstellt.

Eine konsequente Säkularisation würde auch das Verbot des Kopftuchs in staatlichen und öffentlichen Einrichtungen bedeuten, und das wäre eine eindeutige Botschaft. Denn für viele Ex-Muslime ist das Kopftuch, gerade in dem Stil, wie es von den Frauen der Muslimbrüderschaft getragen wird, die Uniform einer faschistoiden Ideologie, ein Ausdruck der Apartheid. Es löst auch Panik, Angst, Wut, Ohnmacht oder Zorn aus. Die Opfer dieser Ideologie sind Frauen, die unter ihren langen Ärmeln Brandnarben von ausgedrückten Zigaretten verstecken. Es sind homosexuelle Männer, die von ihren Vätern oder Brüdern fast totgeprügelt worden sind, es sind Frauen, die als Kind barbarisch verstümmelt worden sind, damit sie später eine sittsame Ehefrau werden. Es sind Frauen, deren Gesichter von Säureangriffen entstellt sind, weil sie sich «unehrenhaft» verhalten haben. Es sind Menschen, die von ihren Familien verstossen wurden, weil sie sich vom Islam abgewendet haben. Viele von ihnen müssen heute sogar in Europa um ihr Leben fürchten.

Man stolpert immer über Mohammed

Eine «moderne» Lesart des Korans und der Schriften reicht leider nicht aus, den Islam ins 21. Jahrhundert zu reformieren. Denn bei all den Bemühungen wird man stets über Mohammed stolpern. Als Prophet und zentrale Figur des Islams gilt er in seinem Handeln als unfehlbar, gelten seine Taten als Vorbild. Ich fordere daher wieder und wieder einen «sakralen Königsmord» an der Figur des Propheten. Erst wenn offene Kritik an seinen Fehlern geübt wird, meinen es liberale Muslime ernst mit der Reformation. Denn Mohammed war nicht nur Prophet und spiritueller Führer seiner Gemeinde. Er war Heerführer, Demagoge und gab den Befehl, Hunderte unbewaffnete jüdische Männer und Jugendliche zu ermorden. Sein Umgang mit den jüdischen Stämmen seiner Stadt entspricht einer ethnischen Säuberung. Seine Ehe mit der Kindsbraut Aisha ist die gesetzliche Grundlage für die Verheiratung muslimischer Mädchen im Alter von 9 Jahren. Jährlich sterben unzählige Mädchen in ihrer Hochzeitsnacht, weil durch den Sex mit einem erwachsenen Mann ihre Gebärmutter reisst und sie dann hilflos verbluten.

Deshalb lautet meine These: Ein aufgeklärter Mensch kann sich von Mohammed nur distanzieren. Ein Austritt aus dem Islam wäre die einzig logische Konsequenz.

 

Wenn das kein Sprengstoff ist, nicht weit weg von den Mohammed-Karikaturen.

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Was hat Trump gegen Demokratinnen?

Der Donald hat wieder mal auf einer Wahlkampfrede und über Twitter besondere  Attacken und Provokationen verbreitet. Seine Angriffe – die selbstredend wieder hellste Empörung in den bundesdeutschen Klitter-Medien auslösten – richteten sich dabei gegen eine Gruppe von vier weiblichen  US-Kongressabgeordneten, die sich selbst als die „Squad“ bezeichnen.
Es begann damit, dass Trump „Mehrere Demokratinnen im Kongress aufgefordert (hat), die USA zu verlassen und in ihre vermeintliche Heimat zurückzukehren. Trump schrieb auf Twitter, es sei „interessant zu sehen, wie ‚progressive‘ Demokratinnen, die ursprünglich aus Ländern mit katastrophalen, korrupten und unfähigen Regierungen gekommen sind“, den USA „lauthals und gehässig“ erklärten, „wie unsere Regierung zu funktionieren hat“. „Warum gehen sie nicht zurück und helfen dabei, die total kaputten und von Kriminalität befallenen Orte in Ordnung zu bringen, aus denen sie gekommen sind“, schrieb Trump.
Der Präsident spottete, diese Orte bräuchten den Rat dieser Frauen dringend, sie könnten gar nicht schnell genug aufbrechen. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses – die Frontfrau der Demokraten, Nancy Pelosi – sei sicher gern bereit, die Reisepläne zu unterstützen, twitterte Trump weiter.
So DIE ZEIT.

Man weiß ja, dass Trump im permanenten Wahlkampfmodus ist und so hat er auf einer Veranstaltung in North-Carolina nachgelegt und gesagt, wenn die Abgeordneten die USA nicht lieben, dann könne man sie ja zurückschicken. Die Zuhörer antworteten mit Sprechchören „Send her back“, schickt sie zurück. „Diese Kongressfrauen, ihre Äußerungen nähren den Aufstieg einer gefährlichen, militanten Links-Außen-Bewegung“, sagte der republikanische Präsident unter dem Beifall der Menge bei der Veranstaltung.

 

Fundstelle: https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna

Bei den Abgeordneten handelt es sich um Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ilhan Omar und Ayanna Pressley.
Was die eigentlich gesagt haben oder oder wofür sie stehen, wird noch erörtert.

Selbstverständlich ist Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Geschlechtgenossinnen beigesprungen und hat die als „rassistisch“ kritisierten Attacken von US-Präsident Donald Trump verurteilt: „Ich distanziere mich davon entschieden und fühle mich solidarisch mit den drei attackierten Frauen“, sagte Mutti bei ihrer Sommerpressekonferenz.

Trump wieder über Twitter:

„Ich glaube nicht, dass die vier Kongressfrauen in der Lage sind, unser Land zu lieben. Sie sollten sich bei Amerika (und Israel) für die schrecklichen (hasserfüllten) Dinge entschuldigen, die sie gesagt haben. Sie zerstören die Demokratische Partei, sind aber schwache und unsichere Menschen, die unsere große Nation niemals zerstören können!

       — Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 21. Juli 2019

Einen Tag später legte er nach:

    Die „Truppe“ ist eine sehr rassistische Gruppe von Unruhestiftern, die jung, unerfahren und nicht sehr klug sind. Sie ziehen die einst große Demokratische Partei ganz nach links und waren gegen humanitäre Hilfen an der Grenze … und sind jetzt gegen den ICE und die innere Sicherheit. Das ist schlecht für unser Land!

    — Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 22. Juli 2019

Mit dem Schlenker gegen die Demokratische Partei der vier linken Aktivistinnen verweist er auf den Konflikt, den die Mehrheitsführerin der Demokraten, Nancy Pelosi, mit diesen vier Damen und weiteren  vorwiegend weiblichen Abgeordneten hat, welche der Partei einen Linksruck verordnen möchten.

In unserer „Medienlandschaft“ findet man nicht eine Postille oder ein offizielles „Portal“, das sich nicht über Trump empört und nicht für die linke „Kommandoeinheit“ der Demokraten Partei ergreift.

Eine Ausnahme scheint da der ebenfalls linksgefaltete „Tagesspiegel“ zu sein, der sich natürlich immer gern israelfreundlich gibt.

Der schrieb schon im März d.J. darüber, dass der „Shootingstar Ilhan Omar als Problemfall“ für die Demokraten anzusehen sei:
„Ihre Twitter-Äußerungen vom Februar, die israelfreundliche Haltung in den USA gehe auf Spenden einer proisraelischen Lobbygruppe zurück, klingen in den Ohren vieler nach altbekannten antisemitischen Stereotypen à la: Mit viel Geld erkaufe sich die mächtige jüdische Lobby die Politik. Die Aufregung war groß, Omar entschuldigte sich mit den eher naiven Worten, es sehr ihr nicht klar gewesen, dass ihre Worte verletzend seien… kurz darauf legte die Abgeordnete nach und benutzte das – ebenfalls altbekannte – Klischee, Juden außerhalb Israels hätten eben eine gespaltene Loyalität gegenüber ihrer Heimat. Sie hielt Parteifreunden vor, mit ihrer Unterstützung Israels „einem fremden Land die Treue geschworen zu haben.
… Der Versuch von Nancy Pelosi, der demokratischen Mehrheitsführerin im Repräsentantenhaus, den Konflikt mit einer Resolution gegen Antisemitismus zu befrieden, scheiterte. Die 78-Jährige hatte den Widerstand in ihrer deutlich bunteren, jüngeren und und streitlustigeren Fraktion unterschätzt. Selbst drei Präsidentschaftskandidaten hatten sich zuvor auf Omars Seite gestellt: Bernie Sanders, Elizabeth Warren und Kamala Harris, alles drei Vertreter des linken Parteiflügels. …“

Die Genossin von Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez, hatte kürzlich die Migrantenlager an der Grenze als „Konzentrationslager“ bezeichnet – worauf sich Trump in seinen Tweets bezog –  und damit auch unter Linken in den USA eine heftige Diskussion losgetreten, wie man einem Beitrag von Newsweek entnehmen kann.

Fehlen noch zwei „Squad“_Mitglieder.

Das online-portal „Die Freie Welt“ zu diesen:
„Heute steht die (Demokratische) Partei in vielem den deutschen Sozialdemokraten recht nahe – inklusive der Nähe zur Antifa. Personen mit offen anti-semitischen Standpunkten werden unterstützt, wie die Statements und Aktivitäten von Rashida Tlaib belegen. Rassistische Äußerungen der demokratischen Abgeordneten Ayanna Pressley scheinen geduldet zu werden.“

 

Stimmt das alles, dann sollten sich die deutschen Hypermoralisten mit der Zittrigen an der Spitze schon mal überlegen, wem sie da beispringen wollen.
Trump scheint mit seinen „Kurzanalysen“ und Provokationen nicht ganz daneben zu liegen. Seine Republikaner können mit der Selbstzerstörung der Demokraten zufrieden sein und die Mehrheit der (weißen) Amerikaner wird Trump damit hinter sich versammeln können, wie linke Analysten und Kommentatoren auch hierzulande bedauernd feststellen.

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Linke fordert Eliminierung von fleischfressenden und kackenden Vierbeinern

Eine überwiegend bissige Betrachtung zum Betreff…

Vorsicht, Fäkalsprache enthaltend!

 

Man könnte es als Gedöns abtun, was da so eine offensichtlich hirnamputierte „Journalistin“ namens Katharina Schwirkus in ihrer kommunistischen Quatschquetsche „Neues Deutschland“ mit heftigen Worten zum Besten gab. Sie meint:

Lasst uns die Köter abschaffen

Vierbeiner verschmutzen nicht nur Parks und Gehwege, sondern sind auch eine unnötige Belastung für das Klima. Sie sollten endlich aus unseren Städten und aus unserem Leben verschwinden

Neben ihren ekelhaften Ausscheidungen sind die Haustiere auch schlecht für das Klima, erfahren wir. Denn diese Mistviecher fressen Fleisch und tragen damit zum Ausstoß von Kohlenstoffdioxid bei. Die Ökobilanz eines Hundes entspreche einer jährlichen Autofahrleistung von 3700 Kilometern, die einer Katze 1400 jährlichen Fahrkilometern.

„Wer dem Klima etwas Gutes tun will, sollte sich weder einen Hund, noch Katze anschaffen. Langfristig sollte die Züchtung der Vierbeiner eingestellt werden. Selbst auf dem Land stellen sie eine Belastung für die Umwelt dar. Zum einen ist Hunde- und Katzenkot extrem schlecht abbaubar. Zum anderen folgen Katzen zwar ihren natürlichen Jagdtrieb, fressen die erbeuteten Tiere aber nicht, sondern trainieren lediglich ihre Instinkte„, wird Schwirkus zitiert. 

 „Aber auch gesamtgesellschaftlich muss sich etwas tun. Die Toleranz für Katzen- und Hundebesitzer*innen ist viel zu groß. Die Tiere sollten konsequent aus Cafés, Supermärkten und Restaurants ausgeschlossen werden. Zudem müssen Sanktionen eingeführt werden, um Hundebesitzer*innen zur Verantwortung zu ziehen, die sich nicht um den Dreck ihrer Tiere kümmern. Wer seinen Vierbeiner in einen Park scheißen lässt oder einen Hundekackebeutel verliert, darf nicht ungeschoren davon kommen.“

Sagt sie.

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Ob dieser Aussagen wollte ich mal meine Erfahrungen und letztendlich auch meine Überzeugungen zu dem Thema Haustier durchdenken und das gleichwohl mit etwas  drastischen Ansichten auffrischen.

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Eigene Erfahrungen

In einem Gasthof im ländlichen Franken in den 50er- bis 60er-Jahren aufgewachsen, waren für mich Haustiere jeder Art ein unerlässlicher Bestandteil: Ein Hund, ein oder zwei Katzen, einige Jahre ein Dutzend Hühner und auch mal ein Dutzend Enten auf dem Anwesen.
Ich kann denn mitreden in der Exkrementiologie des Haustierwesens: Hühner und Enten scheißen ohne Rücksicht auf Verluste überall hin, schlechterzogene Katzen gleichfalls. Bei den Hunden fiel mir das damals gar nicht so auf: Die verzogen sich irgendwohin in ein Gebüsch oder an einen Grasstreifen; aber das Markierungsgepinkel an Hausecken oder Baumstämme. Erst als ich später in einer Großstadt wohnte, und mich dem Horror von unappetitlichen Tretminen gar auf den Gehwegen unseres durchaus gepflegten Wohnviertels ausgesetzt sah, kamen erstmals gewisse Vorbehalte gegen die kackenden Tölen auf, eigentlich aber eher gegen deren Halter.

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Das Pferd.

Damals wurden im Ort die Briketts, Steinkohle und Brennholz noch von einem Lieferanten mit Pferdefuhrwerk zugestellt und die Mähre durfte ungeniert auf Straße oder Gehweg ihre Äppel absondern oder im Strahl ihr Wasser ablassen. Um die Pferdeäppel kümmerten sich denn Rosenliebhaber, die für ihre Zucht gierig diesen Edel-Dünger aufsammelten. Das Wasser war nur gefahrenträchtig, wenn man sich in unmittelbarer Nähe der Quelle aufhielt.
Ich lebe heute in einer Siedlung unmittelbar am Waldrand und es sind auch zwei Pferdekoppeln nahe gelegen. Die ausschließlich weiblichen Pferdenärrinnen bewegten sich denn gelegentlich mit ihrer Edelmähre hoch zu Ross hinab ins Tal, wobei man dann deren  Fährten an den Haufen kugeliger Exkremente verfolgen konnte. Da Rosenzüchter offensichtlich selten geworden sind, lagen die Haufen dann tage- bis wochenlang sichtbar auf dem Asphalt herum. Seit dem heißen Sommer 2018 ist das abgebrochen. Hoffentlich „nachhaltig“.
Mein Großvater war Pferdezüchter und hatte gegen Kriegsende einige der nach Westböhmen evakuierten Lippizaner zu betreuen. Mein Vater (Gastwirt und Metzgermeister) konnte Pferde nicht leiden, außer als Kernsubstanz eines würzigen ungarischen Gulaschs in den ersten Nachkriegsjahren.
Damit kein Missverständnis aufkommt: Die Lippizaner auf dem großelterlichen Anwesen waren mit allen anderen von den Amerikanern nach dem Krieg nach Wien zurückgebracht worden. Also keine Grundlage für Gulasch.


Der Hund

In meiner Jugend war die vorherrschende Hunderasse die Promenadenmischung, die nur selten die Größe eines Schäferhundes erreichte. Der Teppichfabrikbesitzer hielt sich zwei dänische Doggen auf seinem Grundstück, ein Fleischer in der Stadt hatte einen Rottweiler (der klassische Metzgerhund, der vormals gar Transportkarren zu ziehen hatte), die Polizei hatte zwei deutsche Schäferhunde. Wir hatten auf unserem großen Anwesen nacheinander einen „Rattler“, zweimal einen Spitz und dann einen Schäferhund. Zu allen diesen Kläffern hatte ich ein durchaus enges Verhältnis.
Heute ist das Extrem vorherrschend – mal allgemein gesehen. Da werden zum Einen Mini-Fiffis von der Größe einer Ratte durch die Gegend getragen oder man läßt sich durch einen irischen Wolfshund vom Kaliber eines Kalbes durch die Landschaft ziehen, der dann seine Kilohaufen irgendwo am Wegrain in der Natur absetzen darf. Fernab von irgendeinem „Hundeklo“, das mit Plastikbehältnissen zum Aufsammeln versehen ist.

Letzten Sonntagmittag vor dem Restaurant in einem Vorort von Würzburg: Ein Kerl, geschätzt 1.90 groß, Irokesenhaarschnitt, im „Muskelshirt“ und damit erkennbare Großflächen-Tätowierungen auf dem Anabolika-gestärkten und Solarbank-gebräunten Körper und mindestens 1 Pfund Buntmetall an den Ohren und Brustwarzen; in der Begleitung eine Blondine, die für einen „Gläubigen“ alle Schlampenklischees erfüllen würde, mit zwei Mastinos an der Leine; von der Größe, dass mir die Blondine für diese nur wie ein Appetithappen anmutete. Nachdem man die Mastinos ins Gebüsch am Straßenrand scheißen und pinkeln ließ, wurden die in einen Porsche Cayenne exiliert, damit Herrchen und Frauchen sich ins Lokal begeben konnten.
Vielleicht zielt diese Laber-Linke Schwirkus vom „Neuen Deutschland“ auch auf diese exzessiven Erscheinungsformen ab, wofür ich teilweise Verständnis hätte, wie man aus obigem Text herauslesen kann.


Die Katze

Im Gasthof hielt meine Großmutter eine Katze, die immer in irgendwelche Ecken des Hauses kackte. Das war der nicht abzuerziehen und so mochte ich zunächst von da an keine Katzen.
Dann hatten wir zuletzt 17 Jahre lang – entstehend aus einem Drängen unserer Töchter – einen (kastrierten) Kater im Haushalt. Angeschafft damals, um möglichen Invasionen von kleinen Grautieren, wie sie mein Eheweib bezeichnet, aus dem naheliegenden Wald oder der Nachbarschaft entgegenzutreten. Die ersten Jahre erledigte Wolf-Dieter – abgekürzt Wodi – die Aufgabe durchaus zufriedenstellend. Spitze Schreie der Ehefrau (an Mäuse-Phobie leidend) belegten, dass wieder eine Jagdstrecke auf der Terrasse abgelegt wurde. Dann verlor er im Revier-Kampf gegen einen fetten (unkastrierten) Nachbarkater die Hälfte seines Gebisses, sodass er bald nur noch „Nassfutter“ von Aldi oder Lidl aufnehmen konnte. Wodi war zum Familienmitglied geworden. Als er vor zwei Jahren wegen eines Tumors am Kopf eingeschläfert werden musste, habe ich Rotz und Wasser geheult.

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Früher waren Haustiere ausschließlich „Nutztiere“. Der Hund als Bewacher von Haus und Hof, Aufpasser und Hüter von Viehherden oder als Jagdgehilfe. Die Katze diente zur Bekämpfung von Ratten und Mäusen, welche dem Menschen in der Nahrungskette einen Platz streitig machen möchten. Das Pferd diente über Jahrtausende als Transporttier schlechthin und kam nur in Ausnahmefällen weiblicher Beglückung zugute oder als Sportgerät.
Für viele Menschen ist ein Haustier – Hund oder Katze – ein essentielles Beziehungsobjekt – unabhängig von der ursprünglichen Bestimmung als urtümliches Nutztier.
Es wäre interessant mal hochzurechnen, was für die „Gesundheitskassen“ an Antidepressiva, an Arzt- oder Psychotherapikosten eingespart wird, wo bei vereinsamten Menschen dafür ein Lebewesen im Haushalt – Katze oder Hund, oder ein Piepmatz – vorhanden ist. Das ist ja Grund für die zunehmende Neigung, sich Hund oder Katze zu halten. Ein Symptom der zunehmenden Vereinsamung infolge der vielfachen Spielarten der Individualisierung in unserer Zeit.
Dazu scheint die Beziehung zu solcherlei Lebewesen im Menschen schon genetisch angelegt zu sein.

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Zwischenbemerkung: Die Beziehungen von Mastino, Pitbull u.a. mit ihren „Herrchen“ oder „Frauchen“ scheinen aber wohl von besonderer, anders-, um nicht zu sagen ab-artiger Natur zu sein, über die ich mich aber nicht auslassen möchte.

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Ein Haustier kann Kinder – und auch Erwachsene – zu Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und Beziehungsfähigkeiten anhalten oder erziehen. Wenn auch Hund oder die Katze nicht mehr ihrem ursprünglichen Zweck als Wächter oder Rattenvertilger nachkommen brauchen.
Man sollte aber auch keine „Vergötzung der Kreatur“ betreiben, wie es manche „Tierrechtsorganisationen“ tun.
Wenn z.B. PETA schreibt: „Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.“, dann wäre in dem Behuf von Frau Katharina Schwirkus die logische Konsequenz: Schaffen wir doch das ganze Viechzeug ab. Nicht nur im Interesse der „Ökobilanz“, sondern auch aus „moralischer“ Intention.
Der nächste logische Schritt ist die Abschaffung des Menschen, denn der Mensch ist gleichfalls eine „unnötige Belastung für das Klima“.

Was da an Ideen aufkommt, ist nur noch krank. Bezeichnenderweise kommen solche Gedanken überwiegend aus den Köpfen offensichtlich kranker Großstadtbewohner. Journalist*innen können sich im dortigen Umfeld sogar anhand der Beschäftigung mit Hundekacke selbstverwirklichen.

Schöne neue Welt!

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250 Gründe, warum mir die CO2-Debatte so am Arsch vorbeigeht …

von Hadmut Danisch

Böse, bitter, und zutreffend!
Ein legendäres Video über den Wahnsinn in unserer Zeit.

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20. Juli 1944

„Nachkriegslegende“ oder „ein deutsches Missverständnis“?

„Wenn einst Gott Abraham verheißen hat,
er werde Sodom nicht verderben,
wenn auch nur zehn Gerechte darin seien,
so hoffe ich, daß Gott Deutschland
um unseretwillen nicht vernichten wird.“
Henning von Tresckow 1901 – 1944

„Es lebe das heilige Deutschland“
Claus Schenk Graf von Stauffenberg 1944

„Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen.
Ich wusste mit Deutschland noch nie etwas anzufangen
und weiß es bis heute nicht.“
Robert Habeck, Die Grünen

 

In den Zeiten da deutsche „Spitzenpolitiker“ an Kundgebungen teilnehmen, auf denen Parolen wie „Deutschland verrecke!“ oder „Deutschland du mieses Stück Scheiße!  skandiert werden, darf man nicht erwarten, dass Gedenktage wie der 20. Juli oder das Gedenken an die beteiligten Personen im deutschen Widerstand, zuvorderst Claus von Stauffenberg, nicht in den Dreck gezogen werden.
Das macht man aber nicht derartig plakativ, sondern in der ideologischen Selbstvergewisserung der 68er „Aufklärung“ eher subtil, z.B. mit einer rechtzeitig zum 75-jährigen Gedenken veröffentlichten „kritischen“ Biographie.
Anfang des Jahres erschien ein solche von Thomas Karlauf, einem Historiker und Mitglied der von Joschka Fischer eingesetzten „Unabhängigen Historikerkommission“ zur Aufarbeitung der Geschichte des Auswärtigen Amts in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik.
Thomas Karlaufs eigentliche Obsession besteht in seinem Bezug auf Stefan George, zu dessen Kreis Stauffenberg einst angehörte. Karlauf meint, Stauffenberg sei durch Georges Einfluss zu nichts anderem als zu einem mehr oder weniger „ästhetisch-symbolischen Fanal“, einer nahezu zweckfremden, letztlich „dramaturgischen Tat“ verführt oder beeinflusst worden, wie dies Rezensenten der Biographie interpretieren.
Stauffenberg sei keinesfalls ein Gesinnungstäter gewesen. Er habe das Attentat nicht in einem Aufstand des Gewissens gegen die Brutalität der Judenverfolgung und anderen Verbrechen des Regimes begangen, sondern aus militärischen Erwägungen heraus.
Karlauf zieht auch die sattsam bekannten Klischees linker Geschichtserklärer hervor: Stauffenberg sei aufgrund seiner adligen Herkunft und Erziehung von einem elitär-undemokratischen Selbstbewusstsein erfüllt gewesen, antiliberal und antirepublikanisch; er habe die Grundideen des Nationalsozialismus befürwortet und implizit wird ihm aufgrund eines Briefes im Rahmen der Besatzungserfahrungen in Polen 1939 gar der nazistische Antisemitismus unterstellt.

Das passt in die Sicht der 68er Nachfolgegenerationen, dass der „angeblich“ maßgebliche Widerstand gegen den deutschen Faschismus nicht von Arbeitern, Bauern, Hausfrauen, Häftlingen und Deserteuren, sondern von Grafen und Generälen, Faschisten und Kriegsverbrechern geleistet worden sei.
So darf man sich denn nicht wundern, in der „Welt“ zu lesen: „Eine neue Stauffenberg-Biografie räumt mit Nachkriegslegenden über den deutschen Widerstand auf.“ Erstaunlicherweise folgten nicht alle Rezensenten in den Wahrheitsmedien der Sicht des Biographen. Gar von Jens Jessen von der ZEIT erschien eine heftige Entgegnung, in der er sich verwahrte, dass Karlauf in seinem Buch die Attentäter als auch nicht viel besser als die Nazis darstellte

Schon 1994 hat Der Spiegel (!) festgestellt:

„In fataler Übereinstimmung haben die Propagandatechniker des Regimes und die Wortführer der gegnerischen Mächte im Verlauf der letzten Phase des Krieges ihre Tat verkleinert und ihre Beweggründe herabgesetzt. Churchill beschrieb den 20. Juli im Unterhaus als inneren, mörderischen Streit um die Macht, und aus Moskau begrüßte Rudolf Herrnstadt das Scheitern dieses letzten Versuchs von „Herrenclub, Reaktion usw.“
Das setzte sich über das Ende des Regimes im Mai 1945 hinaus fort. Der Widerstand scheiterte noch einmal. So wenig wie in den zurückliegenden Jahren stieß er auf Zustimmung oder nur Verständnis, weder von außen noch im Innern.

 

Am 20. Juli 1966 hielt der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr-General Ulrich de Maizière in der Bonner Beethovenhalle unter der Überschrift Der Widerstand formt das Traditionsbild der Bundeswehr“ eine Gedenkrede, welche heute gewiss wieder zu Widerspruch führen würde. Er sagte u.a.:

„Stauffenberg … ist gestorben für das ganze „heilige“ Deutschland, um mit seinen letzten Worten zu sprechen. Ebenso sicher aber hat er sich dabei ein Deutschland in freiheitlicher und rechtsstaatlicher Ordnung vorgestellt. Sein Kampf galt der Diktatur, der unrechtmäßigen Gewalt, dem Verfall von Anstand und Moral, der Verletzung menschlicher Würde, dem Missbrauch guten Willens. Für ihn und seine Freunde hätten Bautzen und Workuta in einer Linie mit den Konzentrationslagern des 3. Reiches gestanden.

Die Problematik setzt erst ein, wenn eine Staatsführung die legale verfassungsmäßige Grundlage verlässt, wenn sie moralische Maßstäbe missachtet, wenn sie Freiheit, Recht und Menschenwürde mit Füßen tritt, kurz wenn sie zur verbrecherischen Staatsführung wird, Opposition und freie Meinungsäußerung verhindert. Das aber ist eine Ausnahmesituation. Die Verhaltensweise für solche Fälle kann nicht gesetzlich kodifiziert werden. Hier setzt die freie Entscheidung des sittlich gebundenen Gewissens ein.“

De Maiziere verweist auf den Moralkodex, der auch für Soldaten zu gelten hat.

In seiner Schrift „Die Schuldfrage“ befasste sich Karl Jaspers auch mit der Frage der „soldatischen Ehre“. Er unterscheidet zwischen der „soldatischen Ehre“ und dem politischen Sinn.

„ … das Bewußtsein soldatischer Ehre bleibt unbetroffen von allen Schulderörterungen. Wer in Kameradschaftlichkeit treu war, in Gefahr unbeirrbar, durch Mut und Sachlichkeit sich bewährt hat, der darf etwas Unantastbares in seinem Selbstbewußtsein bewahren. Dies rein Soldatische und zugleich Menschliche ist allen Völkern gemeinsam. Hier ist Bewährung nicht nur keine Schuld, sondern, wo sie unbefleckt durch böse Handlungen oder Ausführung offenbar böser Befehle wirklich war, ein Fundament des Lebenssinnes.

Aber die soldatische Bewährung darf nicht identifiziert werden mit der Sache, für die gekämpft wurde. Soldatische Bewährung macht nicht schuldfrei für alles andere. 

Doch die Pflicht gegen das Vaterland geht viel tiefer als ein blinder Gehorsam gegen jeweilige Herrschaft reicht. Das Vaterland ist nicht mehr Vaterland, wenn seine Seele zerstört wird. Die Macht des Staates ist kein Ziel an sich, sondern vielmehr verderblich, wenn dieser Staat das deutsche Wesen vernichtet. Daher führte die Pflicht gegen das Vaterland keineswegs konsequent zum Gehorsam gegen Hitler und zu der Selbstverständlichkeit, auch als Hitlerstaat müsse Deutschland unbedingt den Krieg gewinnen …“.

In der Stauffenberg-Biographie von Thomas Karlauf werden die weiterreichenden Kontakte und Verflechtungen der militärischen Widerstandsgruppe um Stauffenberg, Tresckow u.a. mit dem zivilen Widerstandskreis ausgeblendet.
Stauffenberg hatte engen Kontakt zu dem kämpferischen und „rechten“ Sozialdemokraten Julius Leber, der denn Anfang 1945 hingerichtet wurde.
Brigitte Seebacher-Brandt schreibt in ihrem Essay „Julius Leber – der Volkstribun als Verschwörer, der Tatmensch als Opfer“:

Jene freiheitlich-militante Tradition, die Leber verkörperte, war die Tradition der Außenseiter gewesen. Daß sie so sehr dem Vergessen anheimgegeben wurde, lag in jenem Blutopfer begründet, das zu erbringen immer nur die wenigen gemacht sind. Und an das die vielen nicht gemahnt werden möchten. Denn es wäre das Eingedenken der eigenen Schwäche.“

Was Seebacher-Brandt in ihrem Essay herausarbeitet, ist damit auch eine Anklage nicht nur gegen die damalige und damit die „wiederaufgelebte“ SPD, die sich dem militärischen und real existierenden politischen Widerstand im Dritten Reich letztlich verweigert hatte: „Die Partei, die sich in ihrer großen Mehrheit über die Zeit gerettet hatte und nun wiederauflebte, war die gleiche, die 1933 untergegangen war und die sich in ihrer Führung wiedererkennen wollte.“
Das gehört ins Stammbuch der SPD, was die aber gewiss nicht so wahrhaben will. 

Die Männer vom 20. Juli 1945 haben samt und sonders Tapferkeit bewiesen, sie waren Helden.
Held, ein Wort, das hierzulande nicht in den Mund genommen werden sollte, denn besonders

„Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.“- 

wie Joschka Fischer von den Grünen einforderte.

Nicht mal mehr von Tapferkeit, wie sie die Männer des 20. Juli – auch ihre Ehefrauen und Angehörige – damals bewiesen haben, kann man in den Zeiten des herrschenden Maulheldentums noch sprechen.
Johannes Gross hat den Zeitgeist richtig beschrieben:

“Die Tapferkeit ist die einzige Tugend, die sich der Heuchelei entzieht. Kein Wunder, daß sie nicht in hohem Ansehen steht.“

Ulrich de Maiziere im Schlusswort seiner oben zitierte Ansprache zum 20. Juli 1944:

„Tun wir das Unsere, jeder an seiner Stelle, eine Gesellschaftsordnung zu bewahren und zu schützen, in der die Freiheit herrscht, die mit moralischen Maßstäben verbunden bleibt.“

Und ich möchte darum beten, dass Gott uns dazu mit dieser Tapferkeit ausstattet, welche die Männer vom 20. Juli 1944 auszeichnete. 

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