Spalter, Hetzer und Mauer-Architekt

Das Metier des Frank-Walter Steinmeier

 

Teuflisch ist, wer das Reich der Lüge aufrichtet
und andere Menschen zwingt, in ihm zu leben.
Das geht über die Demütigung der geistigen Abtrennung noch hinaus,
dann wird das Reich der verkehrten Welt aufgerichtet,
und der Antichrist trägt die Maske des Erlösers,
wie auf Signorellis Fresco in Orvieto.

Der Teufel ist nicht der Töter, er ist Diabolos, der Verleumder,
ist der Gott, in dem die Lüge nicht Feigheit ist,
wie im Menschen, sondern Herrschaft.

Er verschüttet den letzten Ausweg der Verzweiflung,
die Erkenntnis, er stiftet das Reich der Verrücktheit,
denn es ist Wahnsinn, sich in der Lüge einzurichten.
Arnold Gehlen: „Moral und Hypermoral“

 

Ich wollte mir eigentlich seine Rede nicht anhören – zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls am 9. November. Ich wollte mir meine persönlichen Erinnerungen an dieses epochale Ereignis nicht durch einen Volksbelehrer verderben lassen. Doch da hatte jemand an jenem Samstagnachmittag den Fernseher eingeschaltet und so drang doch etwas zu mir ins Nebenzimmer durch, was da am Brandenburger Tor von unserem Bundespräsidenten regelrecht hinaus geplärrt wurde.

Dem wollte ich dann doch nachgehen, was unser Bundes-Frank für Botschaften so entschlossen von sich gab. 

„… quer durch unser Land sind neue Mauern entstanden: Mauern aus Frust, Mauern aus Wut und Hass. Mauern der Sprachlosigkeit und der Entfremdung. Mauern, die unsichtbar sind, aber trotzdem spalten. Mauern, die unserem Zusammenhalt im Wege stehen.

Und wissen Sie was? Die Berliner Mauer, die hatte Ulbricht gebaut. Die hat ein Unrechtsregime errichtet. Aber die neuen Mauern in unserem Land, die haben wir selbst gebaut. …“

Ja, und Du hast an diesen neuen Mauern mitgewirkt und dann forderst Du uns auf, diese neuen Mauern einzureißen – kam mir da in den Sinn.

Aber noch wichtiger schien ihm wohl folgende Aussage: 

„Spätestens, allerspätestens nach dem Anschlag von Halle haben hoffentlich alle in diesem Land begriffen: Die Jahre vergehen, die Vergangenheit rückt in die Ferne – ja. Aber das „„Nie wieder““, der Kampf gegen Rassenhass und Antisemitismus, diese Verantwortung vergeht nicht!“ 

Das reiht sich in seine vorausgehenden Ansprachen ein.


Scham und Schande?

Am 17. Oktober sagte er bei einer „Diskussion zur politischen Streitkultur“ in Berlin:

„Der 9. Oktober 2019 war ein Tag der Scham, ein Tag der Schande für dieses Land, für diese Demokratie. Und dieser Tag hat auf erschreckende Weise deutlich gemacht: Ja, wir haben ein Problem mit unserer politischen Streitkultur. Mit einer Streitkultur, die über die vergangenen Jahre ein gefährliches Substrat aus verrohter Sprache, Hass und Hetze hat wachsen lassen. Der Weg von solch verrohter, zynischer, unerbittlicher Sprache zur offenen Gewalt, er ist ganz offensichtlich kurz geworden.

Wer heute noch von Einzelfällen spricht, der redet an der Tiefenstruktur des Problems vorbei. Wahr ist doch, dass sich im ganzen Land politisch motivierte gewaltsame Übergriffe mehren, sowohl auf Menschen, die sich für unser Gemeinwesen einsetzen, als auch gegen Menschen, die anders aussehen, anders denken, anders glauben. Wer den Zusammenhang dieser Gewalt mit der Verrohung unserer Debatten leugnet, der ist entweder naiv oder ignorant.

Die Tat von Halle reiht sich ein in eine lange Linie von rechtsextrem, antisemitisch oder rassistisch motivierten Morden und Gewalttaten in unserem Land. Denken wir an die Anschläge von München, auf das Altenheim der Israelitischen Kultusgemeinde, auf das Oktoberfest, an Rostock-Lichtenhagen, Mölln und Hoyerswerda, an die Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds und zuletzt an den Mord an Walter Lübcke. Denken wir auch jenseits unserer Grenzen an Oslo und Utøya in Norwegen, an Pittsburgh in den USA oder an Christchurch in Neuseeland.“

Eine beeindruckende Aufzählung rechtsradikaler Schandtaten. Aber man muss auch noch auf Oslo, Pittsburgh oder Christchurch usw. zurückgreifen, um die Monstrosität rechter Aktionen zu betonen?

Wo ist da ein Wort zu den Monstrositäten im Namen der orientalischen Religion, die er und seinesgleichen als „Bereicherung“ willkommen heißen. Was da in Berlin, Würzburg, Ansbach usw. geschah. Wenn man von Oslo oder Christchurch spricht, sollte man auch Paris oder Nizza erwähnen?
Wo ist ein Wort von ihm zu den fast täglichen Messerattacken überwiegend von„kulturell bestimmter“ Männer aus dem Nahen Osten und zu den Vergewaltigungen deutscher Mädchen und Frauen durch „frustrierte“ Zuwanderer?
Wo ist ein Satz zu dem wahrhaft grassierenden Antisemitismus mit Angriffen und Beschimpfungen von Juden durch eingesessene Muslime bzw. deren Organisationen?
Wo eine Erwähnung der Hassprediger in den Moscheen hierzulande?


Unsagbares und Political Correctness

Ich entdecke die Mauern des sog. Unsagbaren, an der sich dieser Präsident orientiert. Da ist mehr „Unsagbares“ entstanden, als es allein die Political Correctness vorgibt, welche ja von Steinmeier vehement verteidigt wird.

Bei der Eröffnung der Dialogveranstaltung „Deutschland spricht“ in Berlin im September letzten Jahres meinte er:

„Vielleicht lohnt … ein Blickwechsel auf die vielgescholtene „„Political Correctness““, die ebenso, wie Eva Menasse sagt, zum Kampfbegriff geworden ist. Darauf herumzutrampeln ist richtiggehend schick geworden; sie für unterbliebene Debatten verantwortlich zu machen, wird mittlerweile Allgemeingut. Doch vielleicht geht es der Political Correctness ja nicht um Zensur des gerechten Volkszorns, sondern um das historisch gewachsene Bewusstsein, dass jeder, so anders er auch sein oder denken mag, zunächst einmal ein legitimer Gesprächspartner und ein Gegenüber ist, den es zu respektieren gilt. …“

Wirklich, Frank-Walter?

Political Correctness hat Auswirkungen, wie ein neues Beispiel aus den USA belegt:

„Die Stadt New York hat als Teil ihres Kampfes gegen „Hate Speech“ die Benutzung des Ausdrucks „illegale Einwanderer“ unter Strafe gestellt. Wer dieses Wort „motiviert von Haß“ ausspreche oder einem illegalen Einwanderer mit den Behörden drohe, muß in der Millionenmetropole künftig bis zu 250.000 Dollar Strafe zahlen, berichtet die New York Post mit Verweis auf ein Dokument der Stadtverwaltung.“

Thorsten Hinz verweist in diesem Zusammenhang in einem lesenswerten Beitrag auf JF  auf diese, unsere gegenwärtige, vom Bundespräsidenten abgesegnete Verfasstheit bzw. Politische Korrektheit hin:

„Der Begriff „Ausländer“ oder „illegaler Ausländer“ – für jene, die sich gesetzeswidrig in Deutschland aufhalten – ist aus dem öffentlichen Wortschatz so gut wie verschwunden, obwohl die Unterscheidung zum „Inländer“ den grundlegenden rechtlichen Unterschied markiert.
Gebräuchlich ist nun der „Migrant“, der einen gleichsam natürlichen Vorgang der Ortsveränderung insinuiert. Er transzendiert geltendes Recht und Gesetz und hebt sukzessive die Sonderung zwischen drinnen und draußen auf. In der Folge begibt sich jeder, der das Attribut „illegal“ verwendet, in eine Zone der Unsicherheit und der potentiellen „Haßrede“. Auf diese Weise weicht die politisch-mediale Klasse der politischen Auseinandersetzung einerseits aus und radikalisiert sie gleichzeitig, indem sie sie auf das Feld der Moral verlegt. Statt zwischen „richtig“ und „falsch“ wird nun zwischen „gut“ und „böse“ unterschieden. Als nächster Schritt wird das Böse kriminalisiert und schließlich verboten.“

Der Medienwissenschaftler Norbert Bolz stellt fest: 

„Reeducation durch politische Korrektheit: Erst sagt man  nicht mehr, was man denkt, und dann sagt man, was man nicht denkt.“

Und man weiß, Reeducation ist nichts anderes als „Entnazifizierung“.



Rechter Hass – Grundproblem unserer Epoche?

Einer, der „rechten Haß“ als ein Grundproblem unserer Epoche ansieht, hat natürlich kein Berührungsproblem mit „kunstschaffenden“ Hetzern aus dem linksradikalen Milieu, wenn sie nur „antifaschistische“ Botschaften vermitteln. Man erinnere sich, wie ein Auftritt der berüchtigten Rockband „Feine Sahne Fischfilet“ nach den erfundenen Hetzjagden in Chemnitz vor einem Jahr vom Bundespräsidenten verbal und ideell „gesponsert“ wurde.

Ein Kommentator der WELT fragte in diesem Zusammenhang zu Recht:

„Aber kann man gegen Hass und Hetze glaubwürdig Stellung beziehen mit Bands, die ihrerseits Hass und Hetze verbreitet haben, nicht gegen Migranten, aber gegen Polizisten und den Staat? Im Song „Staatsgewalt“ (2011) heißt es: „Wir stellen unseren eigenen Trupp zusammen und schicken den Mob dann auf euch rauf. Die Bullenhelme – sie sollen fliegen. Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein und danach schicken wir euch nach Bayern, denn die Ostsee soll frei von Bullen sein.“


„Umstrittene Professoren“

Dieser Bundespräsident setzt sich jetzt angeblich auch für die Freiheit von Forschung und Lehre ein. Zur Jahresversammlung der Rektorenkonferenz in Hamburg tönte er:

„ … Frei soll die Lehre sein und frei das Lernen““ – dieser Ruf nimmt in solchen Kämpfen eine klare Haltung ein. Und dieser Ruf gehört zur Gründungsgeschichte der Hamburger Universität. Sie wird in diesem Jahr hundert Jahre alt und wir alle gratulieren ihr herzlich zum Geburtstag. … In diesem Jahr hat die Universität Hamburg die Auszeichnung einer Exzellenz-Universität erhalten.“

Wir erinnern uns, dass gerade in Hamburg linke Studenten und der ASTA Lehrveranstaltungen von Prof. Bernd Lucke, der Mitbegründer der AfD war und jetzt nach seinem EU-Mandat an seine Hochschule zurückkehrte, verhindern wollten. In diesem Zusammenhang meinte Bundespräsident Steinmeier:

„Was wir gewiss nicht brauchen – lassen Sie mich das auch aus gegebenem Anlass sagen –, sind aggressive Gesprächsverhinderungen, Einschüchterungen und Angriffe. Angriffe auf vermeintlich unbequeme Politikerinnen und Politiker, wie es sich jüngst in Göttingen und Hamburg zugetragen hat, oder auf umstrittene Professoren in Hörsälen und Seminarräumen.“

Ein fragwürdiges Lippenbekenntnis, wenn man im gleichen Atemzug von „umstrittenen Professoren“ spricht. Das ist gepflegte „Lingua Germanica novo ex democratia“ im Erbe der „Lingua tertii imperii“, wie sie Viktor Klemperer einst analysierte. Dessen Quintessenz lautete:

„Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da.“

Das beherrscht unser Frank-Walter.

 

„Kein anderer Bundespräsident hat das Land so gespalten wie Frank-Walter Steinmeier“!

 stellte Anfang des Jahres der Deutschland-Kurier fest.
Dazu wird der aus dem Iran stammende Moderator, Performance-Künstler und Journalist Michel Abdollahi zitiert:
Der Spalter Steinmeier spreche nur dann mit Andersdenkenden, wenn er das Gefühl habe, »die argumentativ zurückzubekommen«. Nur darum geht es Steinmeier. Er hat die Wucht der Gegenbewegung von Wut- und Mutbürgern erkannt. Jetzt versucht er, Bürger gegen Bürger, Migranten gegen Deutsche und Deutsche gegen Deutsche auszuspielen – denn: »Was passiert, wenn Gesellschaften auseinanderdriften, wenn eine Seite mit der anderen kaum noch reden kann, ohne dass die Fetzen fliegen – das sehen wir in der Welt um uns herum. Wir haben brennende Barrikaden in Paris erlebt.«

Was für ein Charakter da auf uns zu kommt, war schon in der damaligen Antrittsrede im März 2017 zu erkennen, in der sein Hauptthema der Kampf gegen gefährliche Populisten war, und er forderte „die Demokratie braucht Mut!“.

Alexander Grau schrieb dazu auf Cicero:

… „Mut ist das Lebenselixier der Demokratie“. Das war gut gemeint, aber mindestens ebenso verräterisch. Immerhin könnte man mit ebenso gutem Recht das Gegenteil behaupten. Denn Demokratie, so könnte man argumentieren, rechtfertigt sich dadurch, dass niemand mutig zu sein braucht. In einer funktionierenden Demokratie braucht es keinen Mut, um seine Rechte wahrzunehmen, um seine Freiheit zu leben oder seine Meinung zu sagen. Demokratie ist die Staatsform, die vom Mutigsein entlastet. Hieraus gewinnt sie ihre Legitimation. Das macht sie auf so eine lebenswerte Art langweilig. Nur in Diktaturen muss man mutig sein.

So meint denn eine Leserbriefschreiberin dazu:

Würden wir in einer funktionierenden Demokratie leben, brauchten wir uns um deren Bestand sicher keine Sorgen zu machen. Leben wir aber nicht. Nicht weil sie von außen gefährdet wäre oder von irgend einer Partei. Nein, weil sie von innen, aus dem Machtzentrum heraus, gefährdet ist. Es wird an Recht, Gesetz und am Bürger vorbei regiert. Die Gewaltenteilung, einer der Grundpfeiler der Demokratie, wird ausgehebelt. Und was das Schlimmste ist, Kritik an dieser Vorgehensweise wird geächtet, als rechtspopulistisch gebrandmarkt. Ja, Herr Bundespräsident, wir brauchen Mut. Mut zur Kritik am regierungsamtlichen Praktizieren von Antidemokratie. Zur Kritik am Ausschalten einer Opposition und an einer fanatischen und demokratieunwürdigen Bekämpfung einer Alternative, statt den Diskurs zu suchen und diesen zuzulassen, der ja zu einer Demokratie gehört. „Nur in Diktaturen muss man mutig sein.“ Stimmt, aber auch in Demokratien, denen aus den eigenen Politik- und Medien-Eliten heraus Gefahr droht.

Dem Mullah-Regime, der Diktatur im Iran sendete der Bundespräsident „herzliche Glückwünsche“ zum Nationalfeiertag, „auch im Namen meiner Landsleute“.

Als Außenminister hatte er dem demokratisch gewählten Präsidenten der USA Donald Trump schon mal die Gratulation verweigert und ihn als „Hassprediger“ bezeichnet.


Verantwortungslose Kräfte?

Steinmeier verkörpert das, was der bekannte Autor Douglas Murray (Der Wahnsinn der Massen) in einem Interview bei Tichy feststellt:

… es ist ein typisches Beispiel für unsere Zeit, in der politische Linien so gezogen werden, dass sie oft sogar eine Mehrheit der Menschen vom politischen Mainstream ausschließen. Das kann nicht funktionieren.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen ausgegrenzt und angegriffen werden, dass die Demokratie verhöhnt, dass der Zusammenhalt in diesem Land zerstört wird! Das dürfen wir nicht zulassen!

Mit subtiler Sprache und Rede grenzt Steinmeier Mitbürger aus und greift sie an und zerstört den Zusammenhalt in unserem Land. In seiner Rede zur Rektorenkonferenz glaubte Steinmeier, die „bewusste Strategie interessierter verantwortungsloser Kräfte“ geißeln zu müssen.
Dieser Bundespräsident schätzt alles, was im gegenwärtigen Diskurs nicht dem herrschenden sozialistischen und hypermoralischem Weltbild folgt, als „bewusste Strategie interessierter verantwortungsloser Kräfte“ ein.

„Verantwortungslose Kräfte“, das sind wohl die auf bald 20% einzuschätzenden AFD-Wähler und deren 91 Abgeordneten im Bundestag (welche als einzige eine echte demokratische Opposition bilden). Das sind wohl die kritischen Journalisten, die sich nicht in den Staatsmedien prostituieren wollen und die nicht nur im Internet inzwischen eine aufgeschlossene Art von Gegenöffentlichkeit geschaffen haben. Das sind wohl die „Klimaleugner“ und gewiss auch „islamophobe“ Christen.
Menschen wie Du und ich!

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Diese Bilder sagen mehr als tausend Worte …

über den Geisteszustand der deutschen Jugend

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Angst und Klimawahnsinn

Die herbeigeredete kollektive Psychose


Denn der Herr wird dir dort ein bebendes Herz geben
und erlöschende Augen und eine verzagende Seele,
und dein Leben wird immerdar in Gefahr schweben;
Nacht und Tag wirst du dich fürchten und deines Lebens nicht sicher sein.
5. Buch Moses, Kap. 28, Vers 65-66

 

Die Katastrophen-Verkünder und Panik-Macher erhöhen ihre Schlagzahl. Kein Tag vergeht, ohne dass nicht mehrere neue Tataren-Meldungen über die gegenwärtige und gewärtigte Klimakatastrophe hinausposaunt werden. Politiker und Endzeitverkünder der Klimaforschung, Lügenpresse und Flunker-TV arbeiten dabei Hand in Hand. Letzte Woche warb denn auch der STERN für eine ZDF-“Doku“ mit dem Titel „Klimawandel – Die Fakten“ im Hauptprogramm am letzten Dienstag moderiert und promotet von dem Wissenschaftstausendsassa und Allerwelts-Experten Prof. Harald Lesch*.
Jedes lokale Käseblatt verbreitet auch nahezu täglich Horrormeldungen über abschmelzende Polkappen, Meeresspiegelanstieg, Monster-Hurricans, Waldbrände und „neues Waldsterben“. Keine Zeitungsausgabe ohne „Fridays for Future“ – Promotion.
Die Menschen werden nahezu schwindlig geschrieben und geredet – in eine kollektive Psychose getrieben.
Getrieben?
Nein, sie ist schon vorhanden: „Die Klimahysterie als Dauermodus deutscher Politik“ (Wolfgang Herrles). Tagtäglich werden die apokalyptischen Reiter der Klimakatastrophe beschworen.

Albrecht Dürer: Die apokalyptischen Reiter

Der Klima- oder CO2-Wahn gleicht einer psychischen Epidemie wie sie einst im Mittelalter die Kinderkreuzzüge und das Flagellantentum hervorgebracht hatte.


Kinder an die Front

Unter der Leitung „visionärer“ Knaben brachen 1212 Tausende von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus Deutschland und aus Frankreich zu einem (unbewaffneten) Kreuzzug auf, um das heilige Land zu befreien.

Etwa um 1260 kam es ausgehend von Italien zu einer spirituellen Massenbewegung von Geißlern. Der Anführer der Bewegung berief sich dabei auf die Stimme eines Engels, der eine Vernichtung der Städte ankündigte, wenn die Bewohner nicht Buße täten. Es fand dann eine Friedensprozession mit öffentlicher Selbstgeißelung statt und so wurde daraus eine öffentliche Inszenierung. Die Selbstgeißelung sollte die Rettung der Welt vor dem Zorn Gottes bewirken.

Der Mönch und religiöse Eiferer Savonarola hatte Ende des 15. Jahrhunderts sich in Florenz mit einer Kinderarmee umgeben, welche seine Parolen verbreiteten und exekutierten. Diese fanatisierten halbwüchsigen Vandalen durften „im Namen Christi“ alles beschlagnahmen, was als Symbol für die Verkommenheit der Menschen gedeutet werden konnte, durften in jedes Haus eindringen und „anrüchige“ Dinge zerstören, z. B. Schminktöpfe, Spiegel, Perücken, reiche Kleidung, Bilder und Skulpturen. Wer ihnen keine Almosen gab, wurde verprügelt.

Die von den Politikern und der Presse herbeigeredete und herbeigeschrieben Kriegsbegeisterung vor dem 1. Weltkrieg glich gleichfalls einer Massenhysterie. In den Sommertagen im Juli und August 1914 machte sich Kriegsbegeisterung breit und es kam zu einem rauschhaften, kollektiven Nationalismus (später als „Augusterlebnis“ mystifiziert). Sprösslinge aus der Mittel- und Oberschicht sehnten sich danach, es den „Feinden“ Deutschlands zu zeigen. Sie meldeten sich reihenweise und ziehen mit viel Hurra in den Krieg. Auch Frauen und Mädchen zieht es an die Front. Ebenso die Jugendlichen des „Wandervogels“ melden sich in Scharen freiwillig zum Kriegsdienst.

Waren es im Mittelalter christliche Eiferer, sind es in modernen Zeiten die Massenmedien und die Politik, welche die Exaltiertheit vorantreiben.


Katastrophenszenarien der 70er

Schon in den 70-Jahren wurde von einer aufkommenden Klimakatastrophe gesprochen . Damals Eis, heute heiß! Die Mehrheit der zuständigen Wissenschaftler und die Medien waren sich seinerzeit einig, dass die Welt vor einer neuen Eiszeit stehe, da die globalen Temperaturen zuvor gesunken waren. Die zu erwartenden Folgen glichen frappant denen, die heute im Zusammenhang mit der Erderwärmung diskutiert werden: Unbewohnbarkeit der Erde, Extremereignisse, Hurrikane, Dürren, Fluten, Hungerkrisen, die CIA erwartete bereits Klimakriege. Und natürlich war der Mensch verantwortlich für den sich abzeichnenden Klimawandel.

»„Während wir in den 75 Jahren unseres Jahrhunderts unter den außergewöhnlichen Bedingungen für ein gemäßigtes Klima lebten, scheint Entscheidendes heute daraufhinzuweisen, dass wir einer flächendeckenden Abkühlung entgegen gehen. Allerdings sind sich die Klimatologen hinsichtlich der Ursache und der Dauer dieses Trends zur Abkühlung nicht einig. Wenn sich das Klima ebenso dauerhaft verändert, wie es die pessimistischster von ihnen vorhersagen, werden die Konsequenzen katastrophal.“ Dieses Zitat stammt aus einem Artikel von „Newsweek“ aus dem Jahr 1975. Erneut abgedruckt wurde es im französischen Geopolitik-Magazin CONFUTS (NO 23, 9/2019 im Rahmen einer Reportage über 70er-Jahre-Prophezeiungen einer angeblich unmittelbar bevorstehenden Kältezeit. Den damaligen Ankündigungen zufolge sei die klimatische Abkühlung „vom Menschen verursacht und im Jahr 2000 werde die Welt eine neue Eiszeit erleben. Es besteht dringender Handlungsbedarf, und diese schwere Aufgabe fällt den Politikern zu“.
Auch das so seriöse Time Magazine hatte seine Leser über die kommende Abkühlung bereits gewarnt. Das war 1972. Erwähnt wurden Wissenschaftler, die eine Zunahme der Polkappen und eine Temperaturabnahme seit 1940 festgestellt hatten. Es gibt eine globale Abkühlung, betonte das Magazin, und wir stehen vor einer neuen Eiszeit. Der Beweis: Zwischen 1945 und 1970 sind die Temperaturen immer weiter gesunken.“ Jean-Baptiste Noe führt in „Conflits“ weiter aus: „Journalisten und Wissenschaftler arbeiteten eng zusammen, um vor dieser gigantischen Abkühlung zu warnen.“ Im Jahr 1978 prophezeite die „Los Angeles Times“ die globale Abkühlung innerhalb der folgenden 30 Jahre.«
(Zitiert aus Die Tagespost)

Ein Aufklärungsorgan wie der Spiegel, muste sich damals selbstredend an dieser Klimadiskussion beteiligen und schockte seine gläubigen Leser ebenfalls mit einer drohenden Eiszeit – siehe hier und hier.

Weitere Katastrophen-Propheten der 70er:

1971 erschienen Paul Ehrlichs „Die Bevölkerungsbombe“ und Gordon Taylors „Das Selbstmordprogramm“.

Herbert Gruhl, einer der Gründer der Grünen veröffentlichte 1975 das Buch „Ein Planet wird geplündert“.

1973 kam es zur ersten „Ölkrise“ und dann verkündete der Club of Rome das Ende des Wachstums und prophezeite das Versiegen der Öl- und Rohstoffquellen binnen einer Generation.

In den 70ern hatten Autoren wie Robert Jungk mit seinem Pamphlet „Der Atomstaat“ Bestsellerstatus.

Die düsteren Vorhersagen prägten die aufkommenden Debatten über Umwelt- und Ressourcenfragen, und über die von „Wissenschaftlern“ und Medien gezeichnete Apokalypse definierte sich nun die jetzt entstehende ökologische Bewegung und die in der Bundesrepublik gescheiterten kommunistischen Rattenfänger organisierten sich neu in der Partei „Die Grünen“.


Waldsterben, Ozonloch und Tschernobyl

Jedes nachfolgende Jahrzehnt brachte neue apokalyptische Gefahren zutage.

In Deutschland berichtete der Spiegel erstmals am 31. Mai 1982 unter dem Titel „Der Schreck von drüben“ über die drohende AIDS-Epidemie. Die bayerische Staatsregierung dachte über Internierungslager für HIV-Infizierte nach, um die Restbevölkerung zu schützen.

Anfang der 80er Jahre warnten die Forstwissenschaftler Bernhard Ulrich und Peter Schütt vor einem bevorstehenden bzw. stattfindenden Waldsterben und forderten eine Verbesserung der Luftreinhaltung. Die Massenmedien griffen diese Warnungen auf, mit einer Titelgeschichte des Spiegel im November 1981 kam das Thema öffentlich zum Durchbruch.

Ebenfalls seit Anfang der 1980er wurde über die Ozonlöcher mit Gefahren für die Menschheit  berichtet. Durch die Löcher gelangte mehr der gefährlichen Weltraum-Strahlung aus dem All bis an die Erdoberfläche und bedrohte den Menschen direkt. Sie fürchteten sich vor Folgen wie Hautkrebs oder Missernten.

1986 ereignete sich in Tschernobyl der ultimative menschgemachte Katastrophenfall, der bis heute nachwirkt. „Atomkraft nein danke“ sprach nun die Millionen an. Willy Brandt sprach plakativ vom „Teufelszeug“ und lieferte damit den Grünen, wie schon in anderen Bezügen, eine wohlfeile Wortschöpfung und Argumentationshilfe.

In den 90er Jahren kam es in Großbritannien zum Ausbruch von BSE-Erkrankungen, der „Rinderwahn“ griff umgehend auf Deutschland über und führte 2001 zum Rücktritt der (grünen) Gesundheitsministerin und des Landwirtschaftsministers.

2002 erschütterte die SARS-Krise Deutschland – weniger die Welt. In Deutschland starben 9 Menschen in China – wo die Krankheit ausbrach – etwa 8000 Menschen. Ökonomen fürchteten eine Börsenkrise und einen Zusammenbruch des internationalen Luftverkehrs.

In den 90ern meldeten sich dann wissenschaftliche und literarische Apokalyptiker zu Wort.
Stephen Hawkins gab der Menschheit eine Überlebenschance von maximal tausend Jahren. Carl Amery, Schriftsteller und hartnäckiger Öko-Fundamentalist sah einen „Gemeinschaftsselbstmord“ am Werke, der »vielleicht schon unsere Kinder und Enkel zu langwierigem, qualvollem Sterben verurteilt«.
Prof. Hoimar von Dithfurt (ein vormaliger „Fernseh-Experte“ wie H.Lesch), schrieb: „Endzeit… es steht nicht gut um uns. … Die Hoffnung, daß wir noch einmal, und sei es um Haaresbreite, davonkommen könnten, muß als kühn bezeichnet werden. Wer sich die Mühe macht, die überall schon erkennbaren Symptome der beginnenden Katastrophe zur Kenntnis zu nehmen, kann sich der Einsicht nicht verschließen, daß die Chancen unseres Geschlechts, die nächsten beiden Generationen heil zu überstehen, verzweifelt klein sind.« Es ist soweit, sich von der Erde zu verabschieden: »Unsere Kinder wer den die Zeitgenossen der Katastrophe sein und unsere Enkel uns verfluchen – soweit sie dazu noch alt genug werden.«

So wurde bereits die Neurotisierung der Gesellschaft peu a peu betrieben.
Aber eine derartige Hysterie und Massenmobilisierung in Blick auf die Umwelt und sonstige „Menschheitskatastrophen“ wie heutzutage, war aber bis dahin noch nicht evident.


Angst und Affluenza

Ein Disputant meint, der Klimawahn werde von der Politik nur hochgespielt, um neue Steuern und Abgaben zu rechtfertigen, um kommende Haushaltslöcher – z.B. durch die Flüchtlings- und „Integrations“Politik – stopfen zu können. Natürlich, da ist sicher etwas Wahres dran. Dafür lassen sich aber Jugendliche und Kinder nur schwer mobilisieren – behaupte ich mal. Da braucht es schon etwas Besonderes.
Dazu muss jetzt ein mit einem psychischen Schaden stigmatisierter Teenager herhalten, der mit allen PR- und Marketings-Strategien aufgebaut wurde, um mit seinen Negativ-Prophezeiungen und Drohungen auf seinesgleichen einzuwirken: einer wohlstands-verwahrlosten und areligiösen Jugend und Erwachsenenwelt den Weg der Erlösung aus ihrer moralischen Unmündigkeit zu weisen.

Zur religiösen Dimension der Klimahysterie schreibt Edgar L. Gärtner (in „Öko-Nihilismus – Eine Kritik der politischen Ökologie):
„Fakten wie Wirbelstürme oder Überschwemmungen oder auch das Austrocknen der Sahelzone wie das zeitweise Wiederergrünen der Sahara sowie die Häufung mediterraner Sommer und milder Winter in unseren Breiten werden doch nicht deshalb als Argumente für das Herannahen einer Klimakatastrophe akzeptiert, weil sich daraus induktiv ein solcher Trend ableiten ließe, sondern weil sie auf den pessimistischen Mythos der Apokalypse anspielen. Dieser aus der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament stammende Mythos hat im Denken der meisten Europäer einen festen Platz — selbst bei Leuten, die die Bibel nie zu Ende gelesen haben. Aus der zweideutigen Quelle der Johannesoffenbarung schöpften schon die Nazis ihre Vorstellung vom kommenden Dritten Reich. Andere Quellen für das apokalyptische Denken gibt es … im europäischen Kulturkreis nicht.“

Es wird eine Droh- und Angstkulisse aufgebaut – und Angst gebiert Ungeheuer (Goya) und Angst gebiert Angst. Zugleich ist Angst ein Stammhirnprozess, der meist nicht zugänglich ist für rationale Argumentationen und darauf bauende Kommunikationen (= Großhirnprozess!). Ängste schüren damit stets neue Gefahrenschemata.

Gärtner weiter:
„Wo die political correctness, wie in der „Klimapolitik“ Deutschlands und anderer europäischer Länder, tatsächlich herrscht, ist sie deshalb keineswegs das Resultat rationaler Diskurse, als das sie offiziell ausgegeben wird. Vielmehr besetzt sie in den Hirnen der überzeugten Vertreter dieser Politik allem Anschein nach den Platz, an dem Hirnforscher das Bedürfnis nach Religion ausgemacht zu haben glauben. Das heißt, sie beruht auf einer Reihe fest programmierter Regeln, die nicht mehr kritisch hinterfragt werden können. Es kann auch aus Gründen der Hirnphysiologie zwischen verschiedenen Religionen keinen rationalen Dialog geben. Nur durch diplomatische Bemühungen um produktive Mißverständnisse lassen sich Religionskriege vermeiden.“

Hieronymus Bosch: Apokalypse

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Der „gelernte Astrophysiker“ Professor Lesch ist ein typisches (pseudo)wissenschaftliches Mietmaul des ZDF (für Terra X usw.) und er beliefert auch damit einen eigenen Youtube-Kanal mit seinem Sachverstand. Dort philosophiert und schwadroniert er über Themen vom Urknall bis zur „digitalen Diktatur“, zerpflückt Gottesbeweise und entlarvt Klimaleugner, klärt über die „Grenzen des Lobbyismus“ auf und „prüft wisssenschftlich“ Trump und die AfD. Ein wahrer Tausendsassa der Aufklärung, ein echtes Universalgenie, von denen man glaubte, sie seien seit mehr als 200 Jahren seit Newton und Leibniz ausgestorben.

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Im Sportpalast….

Wie dichtete Herbert Grönemeyer: Männer haben’s schwer, nehmen’s leicht, Außen hart und innen ganz weich.

Im Kampf gegen Rechts, den Gröhlemeyer ja  ganz hart führt, ist ihm wohl inzwischen das Gehirn endgültig erweicht. In Wien lieferte er just einen knallharten Auftritt vor einem Massenpublikum ab, der Hitlers Hinkefuss vor Neid erblassen lassen würde.

 

 

 

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Der Weltuntergang hat noch nicht stattgefunden

Eine Wahlnachlese

Selbst die ärgsten Gegner der AfD müssten zugeben, meinte der AfD-Vorsitzende Meuthen, dass seine Partei der „strahlende Sieger“ der Wahlen sei. 

Ich hätte mir 3 % mehr in Brandenburg und 5% mehr in Sachsen gewünscht, dann hätte ich auch gestrahlt. Die SPD hätte sich mit ihrem Schrottergebnis von 26 % in Brandenburg und die Sachsen-CDU mit ihren 32 % nicht als Sieger ausgeben können. So erklärten sich die Satire Partei Deutschlands – trotz Verlusten von minus 6 % in Brandenburg – und die unwerte Union in Sachsen mit minus 7 % in Sachsen als Sieger der Wahl.

Gerald Grosz, der österreichische Politiker und Publizist, meinte in seinem aktuellen Video dazu:

Natürlich kann man sich jede Leiche schön reden und es ist immer wieder bemerkenswert, wie sich politisch erfolglose Konkursanten am Wahlabend zu erfolgreichen Siegern aufschwingen. 

Die AfD hat leider nicht in den beiden Bundesländern jeweils die Spitzenposition erreichen können, wenn auch die Abstände zu SPD und CDU beide Male sehr gering ausfallen.
Es hätte den GAU für das bundesdeutsche Polit- und Medien-Establishment geheißen. Die Situation wäre für jene dann tatsächlich einem Weltuntergang vergleichbar.
So hat er nicht stattgefunden.
Noch nicht?

Die Großkoalitionäre in Berlin werden ihre Vettel-Politik (kein Schreibfehler!) ungeniert zum Schaden von Land und Volk weiter betreiben. Die Grünen können über eine Regierungsbeteiligung in den beiden Ländern via Bundesrat weiter mehr Macht auch im Bund erhalten.

Aber es bleibt eine Tatsache: Die SPD ist unvermindert auf dem Weg zur Splitterpartei. Und die CDU wird mit der Alten in Berlin und mit Annegret Klein-Kaliber gewiss erst auch noch ihr richtig blaues Wunder erleben.

Leider ist halt das nicht eingetreten, was die jubel-jaulenden Hofhunde gewiss als Weltuntergang ausgedrückt hätten: jetzt schon der Untergang der alten Welt der linksgrünen Bundesrepublik. Was ich nochmals bedauernd erwähnen will.
Das Gespenst der Wiederkunft des Gröfaz, ob er nun Höcke oder Gauland heißt, werden die Sudelschreiber von den Meinungs-Dungspülen und die Haderhetzer und GEZ-Kokotten vom Flunker-TV weiterhin hemmungslos in Umlauf bringen, wie es schon am Wahlabend in diversen „Formaten“ geschah.

Was Höcke betrifft, ist meine Meinung („Pathos und Schwulst“) zu diesem eitlen Selbstdarsteller hinreichend bekannt. Zur parteilichen „Hygiene“ – so leid es einem tut, das zu sagen – würde der AfD ein schlechtes Ergebnis von Höcke in Thüringen dienlich sein. Aber da ginge auch für die AfD die Welt nicht unter. Auch da würde weiterhin von den Etablierten allenthalben das Nazi-Gespenst unverfroren an die Wand gemalt werden.

Über die Wähler der AFD will ich nochmal Gerald Grosz zu Wort kommen lassen:

Nein, die Wählerinnen und Wähler der AfD sind keinen Nazis, nein sie sind keine Rechtsextremen. Und sie lassen sich auch von politisch Etablierten nicht als Stimmvieh oder Opfer von Rattenfängern bezeichnen. Sie lassen sich nicht schubladisieren. Es sind größtenteils einfache und rechtschaffene Bürgerinnen und Bürger, welche von den alten und schwerfälligen Systemparteien wie Sozialdemokraten und Christlich-Sozialen keine Antworten auf ihre Sorgen mehr erhalten. Es sind Menschen, die die roten und schwarzen Technokraten nicht mehr verstehen, die in den hartherzigen Besitzstandswahrern keine Visionen mehr erkennen. Es sind kritische Bürger, deren Meinung die letzte Jahre handstreichartig und bequem ins rechte Eck gerückt wurde und die sich nun dafür rächen, dass sie als Parias der Gesellschaft verleumdet wurden. Es sind einfache und sorgenvolle Menschen, die von den Lügen und dem elenden Politsprech die Nase voll haben, die sich gegen die Handlungsunfähigkeit, den inhaltsleeren Stillstand, gegen eine überhebliche Machtpolitik zur Wehr setzen. Es sind Menschen, die eine Politik des Einzelfalls ablehnen, die sich eine offene und liberale Heimat auf Basis von Recht und Ordnung wünschen. Und es sind Menschen, die demokratische Wahlen in Anspruch nehmen, um dieses Bild des Jammers zu korrigieren. Es sind keine ideologischen Wähler sondern Bürger, die eine logische Antwort auf den Irrsinn der letzten Jahre geben. Und auch für diese Wähler gilt: Die Demokratie hat immer recht!“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Der Klimagott ist tot…

Von den „Mainstream-Medien“ hierzulande unbeachtet fand in Kanada vor dem Obersten Gerichtshof in British-Columbia ein spektakulärer Prozess statt.
Michael Mann, der Erfinder der „Hockeystick-Kurve“, einer Grafik der globalen Durchschnittstemperatur, die belegen soll, dass der Mensch mit der Industrialisierung dafür gesorgt hätte, dass die Welt-Temperatur rasant anstieg, hatte gegen einen ander Wissenschaftler, Timothy Ball, auf Verleumdung geklagt. Ball war zu ganz anderen Ergebnissen als Mann gelangt und hatte diesen quasi des Betrugs bezichtigt. Mann sollte vor dem Gericht seine Theorie darlegen und beweisen, was er nicht tat – offensichtlich auch nicht möglich ist – und verlor den Prozess.
Die „Hockeyschläger-Theorie“ ist die Basis aller Argumente für den Mensch-gemachten Klimawandel und den politisch eingefädelten Klima-Hype.
Roger Letsch hat auf seinem Blog „unbesorgt“ über diesen Vorgang berichtet; Achgut hat den Beitrag übernommen und auch wir wollen zur Verbreitung beitragen.

Ein Pokerspiel um Hockeystick und Klimakatastrophe

Stellen Sie sich vor, sie sitzen bei einer Pokerpartie und haben gute Karten. Sie ahnen, dass Ihr Gegenüber ein lausiges Blatt hat, aber der grinst Sie nur an und erhöht die Einsätze. Ihnen geht langsam das Geld aus, aber sie gehen schließlich aufs Ganze und wollen sehen. Die Regeln sind klar, Karten auf den Tisch! Doch ihr Gegenüber grinst weiter und zeigt seine Karten nicht. Sicher, Sie gewinnen! Der Einsatz gehört Ihnen, aber Ihr Gegenüber behauptet frech, er habe gar nicht verloren, er habe nur eine Frist verstreichen lassen. Sein Blatt sei nach wie vor unschlagbar, er zeigt es Ihnen aber nicht! Was nach einem ganz miesen Spiel klingt, ist die Realität. Der Spieler, der „sehen“ wollte heißt Timothy Ball, der Typ mit dem „geheimen Blatt“ ist Michael Mann und das „Spiel“ fand vor wenigen Tagen am obersten Gericht von British Columbia in Kanada statt. Fall Sie von dieser Partie bisher nichts gehört haben, liegt das jedoch nicht daran, dass sie nur von „lokaler Bedeutung“ wäre. Die Bedeutung des Spiels ist groß, auch deshalb, weil sein Ausgang ein aus Angst errichtetes Gebäude ins Wanken bringt und dessen Fundament sich gerade in Treibsand verwandelt hat: Die Mär vom ausschließlich menschengemachten Klimawandel und ihre graphische Inkarnation, die Hockeystick-Kurve.

Wie alles begann

: Manns „Hockeystick”, unten Balls Klimakurve. Quelle: ccfsh.org

Michael Mann ist niemand anderes als der Vater dieser Hockeystick-Kurve, einer Grafik der globalen Durchschnittstemperatur, die seit tausend Jahren angeblich nur so vor sich hin dümpelte, bis der Mensch mit der Industrialisierung dafür gesorgt hätte, dass die Temperatur rasant anstieg. Das sieht dann aus, wie ein Eishockey-Schläger, dessen Blatt in Richtung Klimakalypse weist. Beweis erbracht, Panik erzeugt! Und das lange vor Greta! Denn erst mal kam Al Gore, der die Kurve in seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ dramaturgisch einbaute. Ein ex-Vizepräsident der Demokraten zeigt uns in einem Oscar-prämierten Film ein Diagramm, von dem ein Wissenschaftler sagt, es beruhe auf Daten und Fakten und Gore erhält dafür auch noch den Friedensnobelpreis…was kann da schon schief gehen!

Doch Wissenschaft funktioniert nicht so, es sei denn, sie fällt der Politik in die Hände. Oder den Tatortreinigern und Türstehern bei Wikipedia. Dort ist zu lesen, dass „…In der wissenschaftlichen Literatur die grundsätzliche Korrektheit des Hockeyschläger-Diagramms nahezu durchgehend bestätigt“wurde. Das Wörtchen „nahezu“ ist putzig, weil es eine ganze Reihe von Wissenschaftlern gibt, die das ganz anders sehen. Zum Beispiel jene 386, die auf einer „speziellen Liste“ stehen, damit deren Arbeiten nicht versehentlich im Fachblatt „Nature“ erscheinen (Sie ahnen es sicher: alles Leugner und Zweifler). Den Namen Tim Ball werden sie dort ebenso finden wie den Physiker Freeman Dysonoder den niederländischen Umweltökonomen Richard Tol, der 2014 aus Protest gegen das Abgleiten des IPCC in blanken Alarmismus den Weltklimarat verlassen hat. Tols Idee, die Menschheit könne wegen des Klimawandels Anpassungsmaßnahmen ergreifen, verschwand aus dem Zustandsbericht des IPCC.

Der Beweis der Hockeystick-Kurve bleibt aus

Was nun die wikipedieske These der „Bestätigung“ des Hockeystick-Diagramms angeht, gibt es eine allgemein anerkannte Methode, der sich jede wissenschaftliche Publikation unterziehen muss, um (vorbehaltlich späterer Falsifizierung) als anerkannt gelten zu können: Peer-Review. Man muss sich gefallen lassen, dass Fachkollegen (nicht nur ausgewählte) Daten und Methode unter die Lupe nehmen und hoffen, dass diese zu denselben Ergebnissen kommen (Verifizierung). Die alchemistische Methode, der Konkurrenz die eigenen geheimen Formeln und Beschwörungen vorzuenthalten, ist unzulässig, ebenso wie das Beharren auf einem wie auch immer gearteten „Konsens”. Wäre das anders, würden wir heute noch durch Untertauchen feststellen, ob eine Frau eine Hexe ist – das war nämlich auch einst „wissenschaftlicher Konsens”.

Wer Hockeystick-Kurven zeichnet, muss Daten, Algorithmen und die Hände vorzeigen, mit denen er beides in die gewünschte Form geknetet hat. Womit wir wieder bei der Pokerpartie vor dem kanadischen Gericht wären.

Timothy (Tim) Ball ist Wissenschaftler, ein vorlauter noch dazu und er tut das, was Wissenschaftler nun mal so tun: er zweifelt. (Etwas, dass man auch am Inhalt des Wikipedia-Artikels über ihn tun sollte.) Er kam nämlich bei der Auswertung der Klimadaten der letzten 2000 Jahre zu ganz anderen Ergebnissen als Mann. Für Mann und seine Hockeykurve hat es sowas wie die römische Warmzeit, das mittelalterliche Klimaoptimum oder die „kleine Eiszeit“ nicht gegeben, was Ball dazu veranlasste zu kalauern, Mann gehöre wohl eher in ein Staatsgefängnis als an die Universität von Pennsylvania (orig. “belongs in the state pen, not Penn. State“), was zwar schlagfertig und witzig ist, ihm jedoch eine Verleumdungsklage von Mann einbrachte, über welche nun entschieden wurde.

Der Prozess

Um es kurz zu machen: der Prozess zog sich über Jahre hin und war für Ball nicht der einzige dieser Art. Erst 2018 wurde eine andere Klage gegen ihn abgewiesen. Das IPCC schickt seine Besten, um Ball sein freches Mundwerk zu stopfen, was aber nicht sonderlich gut gelingen will. Das Gericht in Kanada jedenfalls wollte Ball Gelegenheit geben, seine Betrugs-Anschuldigungen zu beweisen und natürlich auch Mann, diese zu widerlegen. Die Sache sei ganz einfach, Mann solle dem Gericht die Daten offen legen, die zu seiner Hockeystick-Kurve führten. Eine schon häufig gestellte Forderung, welcher Mann bislang – wohl in guter Alchemistentradition – und auch vor Gericht nicht nachkam.

Thomas Lifson drückt es in „American Thinker“so aus: „Real science, not the phony “consensus” version, requires open access to data, so that skeptics (who play a key role in science) can see if results are reproducible.“

Mann weicht dem Vorwurf der Geheimniskrämerei jedoch aus, er behauptet, es sei lediglich eine Frist verstrichen. Balls Behauptung, Manns Algorithmus würde immer einen Hockeyschläger auswerfen, ganz gleich, womit man ihn füttere, konnte Mann so jedoch nicht widerlegen. Was das für Schlüsse über den Algorithmus oder die Daten oder Manns Methoden zulässt, darüber mag sich jeder eigene Gedanken machen.

Es darf angenommen werden, dass Mann, dessen Rolle in der Klimakirche noch am ehesten mit einem Evangelisten oder Kirchenvater zu vergleichen ist, sich die Gelegenheit kaum hätte entgehen lassen, einem frechen „Klimaleugner“ die wahre Botschaft der Apokalypse gerichtlich in die Vita einbrennen zu lassen. Doch er konnte es nicht, weil er offenbar um sein „mieses Blatt“ wusste und so nicht nur den Prozess verlor, sondern auch noch die Gerichtskosten tragen muss. Seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit ist längst dahin, auch wenn die Klimakirchler ihn immer noch als Helden verehren.

Wie lange noch?

Seit ihrer ersten Publikation 1998ist die „Hockeystick-Kurve“ als Folterwerkzeug der Selbstbezichtigung fester Bestandteil der prophezeiten Klima-Apokalypse. Das Zustandekommen dieser Kurve scheint aber einem Wunder zu verdanken zu sein, dass sich nur in der Gegenwart Manns manifestierte. Reproduzieren lässt es sich offenbar nicht. Auch wenn die ominöse Kurve heute anderen „Klimawundern“ Platz macht und nicht mehr so oft als „knallharter Beweis“ herangezogen wird, ist sie doch ein entscheidender Auslöser einer sich ins Unermessliche steigernden pseudoreligiösen Panik, die ganze Volkswirtschaften zu verschlingen droht. Klimadebatte, Energiewende, Schulstreiks, Sozialistische Tagträume, Flugscham, Autoscham, Fleischscham, Verzicht auf Kinder…die Liste ist endlos.

Doch wenn nach der gefälschten „97%-Cook-Studie“ nun schon der zweite Gründungsmythos als Betrug (O‑Ton Trump: Hoax) enttarnt ist, wann bricht die ganze Hysterie endlich und endgültig in sich zusammen? Wann kehren wir endlich zu dem guten Prinzip zurück, dass Zweifel keine Ketzerei, sondern Mittel der Erkenntnis ist? Wann erkennen wir wieder an, dass politischer „Konsens“ den Tod wissenschaftlicher Neugier bedeutet? Wann treten wir endlich einen Schritt zurück und betrachten das ganze Bild? Wann erkennen wir an, dass es nicht darum gehen kann, der Erde eine willkürlich ausgedachte „Wohlfühltemperatur“ zu verpassen, sondern jeder Veränderung im Klima mit Anpassung zu begegnen, während wir gleichzeitig menschliches Fehlverhalten abstellen, dessen Auswirkungen heute gern pauschal dem Klimawandel zugeschlagen werden?

Die Küstenerosion lässt die Hauptinsel Fidjis „versinken“, nicht ein Anstieg des Meeresspiegels und eine beliebige korrupte und kleptokratische Regierung in Afrika treibt millionenfach mehr Menschen in die Flucht, als es der Klimawandel je könnte. Ja, der Klimawandel ist real, das war er immer. Was uns die Hockeystick-Kurve und ihr Erfinder aber einreden wollen, ist das genaue Gegenteil. Die Stabilität wurde zum Normalzustand erklärt und die Veränderung zur Katastrophe. Wenn das kein Grund zum kalauern ist: Klimaleugner!

Ein Optimist ist ein Pessimist, der die Finger von Google lässt

Schaut man sich das mangelnde mediale Echo auf das Gerichtsurteil in Kanada an, könnte man jedoch verzweifeln. Überall Schweigen im Walde. Mit Ausnahme einiger kleiner Journale und Blogs in den USA und Kanada (hier, hierund hier) ist die Niederlage Manns keine Meldung wert, dabei ist die Tragweite noch gar nicht abzuschätzen. Zwanzig Jahre „Klimaforschung“ in eine einzige, verengte Richtung stehen auf der Kippe und mit ihnen hunderte Milliarden Euro und Dollar, die teils schon ausgegeben wurden, teils zugesagt sind. Klimaaktivisten schwänzen die Schule oder verrichten ihre Notdurft im Auftrag der Weltrettung auf Rennbooten in Eimern – und das alles für nichts und wieder nichts!

Bedenkt man, wie viel für Aktivisten und Profiteure der Klimahysterie auf dem Spiel steht, war Manns Gegenwehr vor Gericht – die ja die Gegenwehr des gesamten Klima-Establishments hätte sein müssen – geradezu erbärmlich schwach. Das ausbleibende Medienecho zeigt jedoch wieder einmal, dass es in der Klimadebatte längst nicht mehr um Fakten geht, auch nicht um gerichtsfeste. Die Medien hecheln nun schon seit mindestens zwei Jahrzehnten so begierig der Apokalypse entgegen, dass man sich die Entschuldigungstexte gar nicht ausdenken mag, welche die Klebercläuse und Gausegundulas vom Teleprompter ablesen müssten, würde der ganze Klimazirkus in sich zusammenbrechen: „Ähm, ‚tschuldigung, war gar nicht so schlimm wie wir immer sagten, wir hatten da einen kleinen Fehler bei der Grundannahme…sorry“. Und weil das nie geschehen wird, werden die Zuschauer von Lesch & Lanz nichts vom Urteil eines kanadischen obersten Gerichts erfahren und auch nichts von seiner Tragweite. Tim Ball rief „Der Klimagott ist tot“, dessen Verteidiger Michael Mann schwieg und keiner hat etwas mitbekommen.

Und nun das Wetter. Heute 32 Grad in Deutschland, die Klimakatastrophe ist da! Wir werden alle sterben! Mea Culpa! CO2-Steuer jetzt!

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Sprachpanscher des Jahres 2019

Mitteilung des Vereins Deutsche Sprache e.V.

Hannovers Ex-Oberbürgermeister Stefan Schostok ist der Sprachpanscher des Jahres 2019. Damit äußern die weltweit 36.000 Mitglieder des Dortmunder Vereins Deutsche Sprache e. V. ihren Unmut über Schostoks Vorschriften zur Hannoverschen Behördensprache. Mit Mitarbeiter*innen, „Wählenden“ und „Radfahrenden“, einem Redepult statt einem Rednerpult und mit „Lehrenden“ statt Lehrern hatte Schostok zu Beginn des Jahres für bundesweites Aufsehen gesorgt. Und mit der Vorschrift, das Wort „jeder“ durch „alle“ zu ersetzen, hat er nach Ansicht der Sprachfreunde sogar die Bedeutung von Aussagen manipuliert.

Um den zweiten Platz in dem Feld aus fünf Kandidaten stritten Verkehrsminister Scheuer und Modeikone Heidi Klum, bekannt durch ihre Fernsehsendung „Germanys Next Topmodel“ mit jeder MengeChallengesfür junge Damen mit viel Personality.Verkehrsminister Scheuer als schließlicher Zweiter erhielt die Quittung für sein Werbeplakat „Looks like shit. But saves my life“. Das ruft eine leichtbekleidete, aber behelmte junge Radfahrerin anderen jungen Zweiradfahrern zu. Während bisherige Proteste vor allem die sexistischen Anspielungen dieses Plakats bemängelten, halten die Dortmunder Sprachfreunde die Unterstellung, deutsche Jugendliche wären nur noch auf Englisch anzusprechen, für mindestens genauso schlimm. Auf den Plätzen 4 und 5 landeten der BUND („hackAIR – Bürger*innen messen Feinstaub“) und die Firma Südzucker mit ihrer „Puder Zucker Mühle“.

Wahlberechtigt waren die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache. Es wurden 3134 Stimmen abgegeben, davon Schostok 1542, Scheuer 624, Klum 502, BUND 421 und Südzucker AG 48. Zu den bisherigen Sprachpanschern des Jahres zählen die Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Johannes Ludewig, die Politiker Klaus Wowereit (Be Berlin) und Ursula von der Leyen, Postchef Klaus Zumwinkel, Telekom-Chef Rene Obermann und Obermanns Vorvorgänger Ron Sommer, der den Reigen der Sprachpanscher im Jahr 1998 eröffnet hatte. Aber auch der Duden wurde schon gewählt. Und der Sieger des Jahres 2018 war der Deutsche Fußballbund; er hatte seine Kicker während der WM in Russland in einem Bus mit der Aufschrift „Best never rest“ übers Land geschickt.

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Die Offenbarung Arabiens

Oder „Das süße Gift der arabischen Religion“

Es gibt Bücher oder Schriften, die man kennen sollte, um zu „verstehen“ und „mitreden“ zu können. Dieser Beitrag soll auf ein solches Buch verweisen, das anders als „Der Fürst“ von Nicolo Machiavelli oder „Vom Kriege“ von Carl von Clausewitz nicht in einem Kanon der „besten Büchern aller Zeiten“ auftaucht, gleichwohl eine identische Bedeutung besitzt: „Travels in Arabia Deserta“ – deutsch „Die Offenbarung Arabiens“ – des Engländers Charles Doughty.

Doughty hat als einer der ersten Europäer 1876 bis 1878 das innerste Arabien durchreist und diese Reise in seinem monumentalen Werk „Travels in Arabia Deserta“ (Cambridge University Press 188), beschrieben. Doughty wurde 1843 geboren und studierte später u.a. am Marinecollege Naturwissenschaften. Er war Schriftsteller und Forschungsreisender und schaffte sich Ansehen auch als Anglist, Geologe und Bibelforscher.
Als „Sachverständiger“ und Beschreiber der arabischen Mentalität ist gewiss T. E. Lawrence bekannter geworden. Sein Werk „Die sieben Säulen der Weisheit“, in dem er den von ihm als britischer Geheimdienstoffizier maßgeblich betriebenen Aufstand der arabischen Beduinenvölker gegen die osmanische Herrschaft im 1. Weltkrieg beschrieb, wurde zu einem Klassiker der Weltliteratur. Dem der Literatur abholden Publikum wurde Lawrence durch den Film „Lawrence von Arabien“ mit Peter O´Toole in der Hauptrolle eher bekannt.

Für T. E. Lawrence hat die Publikation von Doughty die Bedeutung einer „Bibel Arabiens“ und er beruft sich immer wieder auf diese. Lawrence schrieb für die dritte Auflage von „Die Offenbarung Arabiens“ 1921 eine ausführliche Einleitung, die in der deutschen Ausgabe von 1937 – die mir vorliegt – zu lesen ist. Er schreibt:

Es haben viele, gut ausgerüstete Engländer Arabien bereist und die meisten von ihnen haben auch Bücher darüber geschrieben. Keiner aber hat eine so reiche Beute heimgebracht wie Doughty, und das ohne jede Hilfe, ganz aus eigener Kraft. Er hatte vieles gegen sich. Vor vierzig Jahren war die Wüste weniger gastlich gegen Fremde als heute. Die Türken regierten damals noch, und die Sekte der Wahhabiten schürte den religiösen Fanatismus der Stämme. Doughty war sowohl als Europäer wie als Christ ein Pionier in fast all den Gebieten, in die er eindrang. Auch reiste er als ein armer Mann. Allein zog er mit der großen Pilgerkarawane von Damaskus herunter und blieb in Medain Salih mit unzulänglichen Empfehlungen ausgerüstet zurück. Von dort stieß er in die Wüste vor, in seiner Kleidung und seiner Art zu reisen sich in nichts von den wirklich Armen unterscheidend, und mußte versuchen, sich durch die Ausübung einer vernunftgemäßen ärztlichen Praxis zu erhalten, und das innerhalb eines Volkes, das sein Geld lieber in Zaubermitteln anlegte.

Lawrence gesteht ein, dass er ohne den Schlüssel zum wirklichen Verständnis der arabischen Volksseele, die Doughty durch sein jahrelanges Wandern und Wohnen mit den Arabern im Innersten der großen Wüste sich unter dem Einsatz seiner  Gesundheit und oft seines Lebens gewann, nie an sein Ziel gelangt wäre.

Welche Bedeutung soll eine „Reiseschilderung“ aus dem Arabien des 19. Jahrhunderts heute noch haben – über die Bedeutung hinaus, welche ihr T. E. Lawrence gab?
Die „Psychologie der Völker“ ändert sich nicht grundsätzlich in den Läufen der Zeitalter. Das gilt besonders auch für die arabische Welt und Kultur, die ja ausschließlich vom Islam geprägt ist – trotz Einfluss des Westens und auch kulturelle Korrumption durch den Ölreichtum.
Wichtig ist, zu erkennen, was Doughty nicht nur über die Mentalität, Charakter und daraus resultierenden Reaktionen und Verhaltensweisen der arabischen Völkerschaften schreibt.
Der Hauptanteil seiner Reiseschilderung beruht auf seinen Erfahrungen während der Beteiligung an einer Pilgerreise nach Mekka – obschon er schließlich Mekka als Christ nicht betreten durfte. Anders, als es z.B. Richard Francis Burton 1853 gelungen war.* 

Hinsichtlich der Schilderung der „Haddsch“ von Doughty hat sich mir diese Beschreibung – nur ein Splitter aus seinem Text – ins Gedächtnis geschrieben:

Der Lagerplatz von Mekka liegt zu weit von der Stadt ab. Der Schwarm der armen Fremden muß sich daher in der Heiligen Stadt selbst Zimmer mieten. Es werden dann gewöhnlich viele Menschen in einem sehr engen Raum zusammengepfercht. Da die meisten aber schon schwach von der langen Reise und in besonders schlechtem körperlichen Zustand ankommen, müssen notwendigerweise neue und schreckliche Krankheiten unter ihnen ausbrechen. Von der Mekka-Pilgerfahrt ist schon manche große Seuche bis zu den entferntesten Völkern gedrungen. Ungeheuer ist in der Tat der Erfolg von Mohammeds religiöser Bewegung gewesen. Die alten religiösen Werte der Semiten wurden, mit dem unechten Stempel des raschen, unruhigen und voraussetzungslosen arabischen Geistes versehen, neu in Umlauf gesetzt und in eine bequeme nüchterne Lebensregelung, eine freundliche Naturgemäßheit umgewandelt, die nicht über menschliches Vermögen hinausstrebt. Sind die Lehren Mohammeds heute nicht die Religion des zehnten Teiles der Menschheit? Wie würde die Welt ohne die redegewandte Zunge dieses verhängnisvollen Ismaeliten aussehen! Selbst eine dünngeistige Religion ist, wenn sie nur die Massen hinter sich zu bringen versteht, eine große Macht in der unberechenbaren Weltgeschichte. Gefährlich ist jedes Band, das viele Millionen Menschen auf Leben und Tod zu vereinen mag! Der Islam und das Volk der Juden gleichen großen geheimen Verschwörungen, nur untereinander Freunde, jedem Außenstehenden gegenüber aber hartherzig, ungerecht, hinterhältig und unversöhnlich. Doch die heidnische, vorislamische Religion der Kaaba sorgte dafür, daß der so schnell erblühte Mohammedanismus nicht ebenso schnell wieder verging.

Das Herz der weitverbreiteten islamischen Religion wird immer Mekka bleiben, von wo die Moslemin aller Länder jedes Jahr neu fanatisiert zurückkehren. Von welch fernen Erdteilen strömen sie nicht zu ihrem heiligen Fest zusammen!
Das süße Gift der arabischen Religion hat sich fast ebenso weit ausgebreitet wie die Pest. Eine gewonnene Schlacht und sie hätte Europa überflutet. Die Völker des Islam mit ihrem fuchsschlauen, barbarischen Verstand und ihrem fanatischen Glauben, daß „nur im Koran die Wahrheit liegt“, können heute auf keinen guten Weg mehr kommen.

Wer so etwas schreibt, gerät heute bestimmt ins Verdikt des Rassismus und der Islamophobie.
Dabei war Doughty in keiner Weise „islamophob“. Es ist auch ein Begriff, den es zu seiner Zeit gar nicht gab. Doughty schilderte nur nüchtern all die Auswirkungen der Religion auf seine Gastgeber, seine Begleiter, auf die Kultur und die Region, die er bereiste – und darüber hinaus.

„Die Offenbarung Arabiens“ ist ein exquisites und – ich meine – auch zeitloses Werk über die arabische Kultur und Lebenswelt, beileibe nicht nur für die beiden zurückliegenden Jahrhunderte. Es ist auch so etwas wie ein (spannender)  Abenteuer-“Roman“ und es ist mehr als die Schilderung eines „embedded Journalist“ in heutiger Berichtskultur. Die Beschreibungen und Informationen sind vollauf mit denen von Alexander Humboldt vergleichbar, dessen Werke sich in dem oben erwähnten Kanon der Welt-Llteratur finden. 

Leider gibt es das Buch nur noch antiquarisch. Eine Neuauflage und eine editorische bzw. literarische Adaptation oder Einrückung auf heutige Sichtweisen wäre ungemein interessant. Obschon ich glaube, dass es im Blick auf die nicht endend werdende  „Anstrengung“, keine neuen Erkenntnisse geben wird. 

______________________

* Personal narrative of a pilgrimage to El Medinah and Meccah (London 1855),
E-Book unter http://www.gutenberg.org/etext/4657
Deutsch: Sir Richard Francis Burton: „ Persönlicher Bericht einer Pilgerreise nach Mekka und Medina – 1853“; Edition Erdmann, Lenningen – 2005

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Huntingtons Aktualität

gefunden bei Sezession

von Jörg Seidel

Vor mehr als 20 Jahren, 1996, erschien eines der am meisten diskutierten und skandalisierten Bücher der Neuzeit:
Samuel Huntingtons Kampf der Kulturen. In ihm entwarf er ein neues Paradigma des globalen politischen Zusammenlebens für die Zukunft. Anlaß genug, das Buch erneut zu studieren und abzuklopfen.

In Deutschland war die Rezeption seinerzeit unisono negativ und das kann in der Retrospektive auch nicht überraschen, denn Huntington trat fast allen virulenten Überzeugungen mächtig auf die Füße. Sein Werk war eine deutliche Abkehr von der marxistischen Grundüberzeugung, die durch die Frankfurter Schule längst in Soziologie und Politikwissenschaft flächenübergreifend eingesickert war, daß gesellschaftliche Veränderungen sich ökonomisch und sozial erklären lassen müßten. „Die menschliche Geschichte ist eine Geschichte von Kulturen“ (49) – das war ein direkter Angriff auf Marx.

Auch der Neoliberalismus, der sich durch Fukuyamas These vom „Ende der Geschichte“ gerade als Endsieger der Historie begriffen hatte, wurde unsanft aufgeschreckt.

Die Konstruktivisten, Relativisten und Feministen wiederum konnten an einen Kampf der Kulturen nicht glauben, sondern nur „an den Kampf um Definitionen“ innerhalb von Kulturen (Thomas Meyer).

Selbst die Globalisierungsapologeten wurden nicht warm – Huntingtons Absage an den westlichen Universalismus mußte sie vor den Kopf stoßen. Weder hielt er den Sieg des liberalen Denkens für alternativlos, noch glaubte er das Mantra, daß Handel gleich Befriedung sei oder technische Modernisierung automatisch zu Verwestlichung führen müsse (93ff.).

Wieder andere warfen ihm „Kulturessentialismus“ vor, eine zu homogene Sicht auf die Kulturkreise, die er als statische, voneinander deutlich abtrennbare Bereiche betrachte und damit der Realität in einer zusehends sich globalisierenden Welt entbehre. Überhaupt fehlte der Vorwurf der Komplexitätsreduktion in fast keinem Kommentar, denn auch wenn Huntington von einer multiplen Welt ausging, so endete er doch in der Bipolarität, im Manichäismus von gut-böse, Wir-Sie etc.

Auch wenn dieses Argument recht einfach auf eine Leseschwäche zurückzuführen war, sowie die Unfähigkeit die Voraussetzung jeglicher theoretischer Modellbildung zu begreifen – nämlich mit abstrakten Begriffen, notwendigen Vereinfachungen zu arbeiten –, fand es schnell Eingang in den Mythos des Clashes. Ähnlich wie bei Sarrazin scheinen viele der Kritiker nur vom Hörensagen her zu argumentieren und haben das Buch selbst nie gelesen. Nur so ist auch der Rassismusvorwurf zu erklären, der immer wieder auftaucht und über den Kurzschluß Islam-Araber zustande kam. Hier gilt Sloterdijks Diktum:

    Das schlechte Lesen ist eine Waffe, die von den Teilnehmern am Wettbewerb um Aufmerksamkeit immer unverhohlener eingesetzt wird. … Die guten intellektuellen Manieren werden vom Textmobbing abgelöst.

Und schließlich gab es auch Feuer aus der postmodernen Ecke, wo man die plurale Identität verteidigen wollte und unter dieser ist die Kulturzugehörigkeit – für Huntington das Primat – eben nur eine. Unter all diesen Abwehrmechanismen lagen jedoch vier systemische Ursachen.

    Zum einen konnte nicht sein, was nicht sein durfte.

    Zum anderen fürchtete man, daß ein solches Paradigma zu einer self-fullfilling prophecy werden könne, denn wenn man mit Differenzen agiert, würde man selbst nur welche hervorrufen und dagegen hilft nun mal nur totale Toleranz und nachsichtiges Nachgeben. Jürgen Habermas sah es demzufolge auch utilitaristisch: Huntington konnte zur Legitimation genutzt werden, durch Bush etwa oder eben durch „den Kapitalismus“: „Das Thema ‚Kampf der Kulturen’ ist oft der Schleier, hinter dem die handfesten materiellen Interessen des Westens (zum Beispiel an der Verfügung über die Erdölvorkommen und der Sicherung der Energiezufuhr) verschwinden“.

    Drittens schließlich kam der amerikanische Professor zur Einsicht, daß der Multikulturalismus zum Scheitern verurteilt sei, was man in Deutschland nicht gern hörte, wie man sich auch,

    viertens, im Nachkriegsdeutschland das geopolitische Denken abgewöhnt hatte und es seither mit Argwohn betrachtete.

Im Jahre 2019 scheinen das starke Gründe zu sein, Huntington erneut zu befragen. (Auf die begrifflichen Schwierigkeiten, zwischen Kultur und Zivilisation zu unterscheiden, muß an dieser Stelle leider verzichtet werden.)

    Das zentrale Thema dieses Buches lautet: Kultur und Identität von Kulturen, auf höchster Ebene also die Identität von Kulturkreisen, prägen heute, in der Welt nach dem Kalten Krieg, die Muster von Kohärenz, Desintegration und Konflikt. (19)

    Kulturen sind die ultimativen menschlichen Stämme, und der Kampf der Kulturen ist ein Stammeskonflikt im Weltmaßstab. (331).

Dabei unterscheidet er acht große Kulturen und Kulturkreise, die sich als „höchste kulturelle Gruppierung von Menschen“ durch „Sprache, Geschichte, Religion, Sitten, Institutionen als auch durch subjektive Identifikation der Menschen mit ihr“ (54) definieren. Das sind nebst Kernstaaten: Sinisch (China), Japanisch (Japan), Hinduistisch (Indien), Islamisch (ohne Kernstaat), Slawisch-Orthodox (Rußland), Westlich (USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien), Lateinamerikanisch (ohne Kernstaat) und Afrikanisch (evtl. Südafrika).

Der Kern der westlichen Kultur bestünde aus der (nicht statisch zu verstehenden) Kombination: Klassisches Erbe, Katholizismus/Protestantismus, europäische Sprachen, Trennung von Kirche und Staat, Rechtsstaatlichkeit, gesellschaftlicher Pluralismus, Repräsentativorgane und Individualismus (99f.). Diese wie jede andere Kultur stünde in einem Spannungsverhältnis zu den jeweils anderen, wobei das Teilen einer gemeinsamen Grenze selbstverständlich ebenso intensivierend wirkt, wie die inhaltliche Nähe oder Ferne zu dieser Kultur.

Folglich ergibt sich für den Westen eine besondere Herausforderung durch den Islam. Dieser wiederum durchlaufe eine Phase der „Resurgenz“, des Erstarkens im Zuge des Versuchs der Modernisierung ohne sich zu verwestlichen. Hilfreich seien dabei „spektakuläre Raten des Bevölkerungswachstums“ (181) und ein Jungmännerüberschuß als tragender demographischer Impuls. Besonders volatil bleibt die islamische Welt auch durch das Fehlen eines Kernstaates.

Kernstaaten lösen bei Huntington die traditionellen Supermächte ab (247), stabilisieren aber auch die jeweilige Kultur. Diese findet sich entlang ihrer gemeinsamen Feindbilder und kulturellen Identität zusammen, was freilich einen dialektischen Prozess auslöst. Einerseits – das läßt sich am Europa des 21. Jahrhunderts gut verdeutlichen – rücken die Kulturen näher zusammen, sondern sich nach außen ab, andererseits findet eine Ausdifferenzierung nach innen, ein starkes Bewußtsein der nationalen und regionalen Identitäten statt.

Andersgeartet sind die Loyalitätsstrukturen im Islam, wo sie sich traditionellerweise mehr „am Stamm, an der Sippe und der erweiterten Familie“ orientieren (280). Einigende Kraft ist hier nicht die Nationalstaatlichkeit oder ein politisches Gremium, sondern die Religion. „Im Islam sind die kleine Gruppe und der große Glaube, der Stamm und die ummah, Grundlage von Loyalität und Bindung“ – was natürlich, wenn es denn stimmt, große Bedeutung für Migrationsgesellschaften haben würde. „Darüber hinaus ist der Gedanke eines souveränen Nationalstaates unvereinbar mit dem Glauben an die Souveränität Allahs und den Primat der ummah.“

Im Übrigen meint Huntington auch „umkämpfte Bruchlinien zwischen dem Islam und seinen orthodoxen, hinduistischen, afrikanischen und westlich-christlichen Nachbarn“ (291) feststellen zu können, der Konflikt Westen-Islam sei also nur einer von vielen. Der Satz „Die Grenzen des Islam sind in der Tat blutig, und das Innere ist es ebenfalls“ (420) fehlte in kaum einer empörten Reaktion. Dabei versucht Huntington deskriptiv zu bleiben und begründet seine Position selbstredend. Das „historische Konflikterbe“, das „von allen beschworen und instrumentalisiert werden kann“ (422) läßt sich theologisch, historisch und geographisch recht überzeugend nachweisen (429ff.)

Unter anderem affiziert das die sogenannten „Bruchlinienkriege“, die Huntington analysiert und voraussagt. Die Darstellung des Zerfalls Jugoslawiens läßt sich – trotz einiger Anomalien – damit ebenso erklären wie er den Ukraine-Konflikt inklusive Krimkrise sehr präzise ankündigen konnte. Auch Griechenlands Probleme mit der EU könnten mit den Bruchlinien, neben der allgemein anerkannten ökonomischen Verursachung, eine weitere Erklärung finden. Und ob die Türkei – deren Reislamisierung angekündigt wird – ein Mitgliedstaat der EU werden sollte, wird ebenfalls beantwortet … Dies sind nur einige Beispiele einer ganzen Reihe beeindruckender Erklärungen vielfältiger Konflikte; sie bestätigen die These des „Clashs“ als durchaus brauchbar.

Auch hochaktuelle Fragen lassen sich mit Huntington behandeln. Zehn Jahre vor Heinsohn erkennt Huntington die demographische Dynamik. Migrationsbewegungen sind die Folge, aber Migration schafft auch Migration, „hält sich selbst am Laufen“. Huntington hält sie für die westlichen Gesellschaften für essenziell wichtig: Sie

    könnte eine potentielle Quelle der Auffrischung und neuen menschlichen Kapitals werden, sofern sie zwei Bedingungen erfüllt: erstens müßten Priorität tüchtige, qualifizierte, tatkräftige Menschen mit dem im Gastland benötigten Talent und Fachwissen haben; und zweitens müßten die neuen Migranten und ihre Kinder an die Kultur des jeweiligen Landes des Westens assimiliert werden (500).

Es gäbe ansonsten keinen einzigen historischen Beleg dafür, daß eine Gesellschaft Massenimmigration überlebt hätte. Multikulturelle Gesellschaften seien eine Illusion, eine „Chimäre“ (508):

    Die Machthaber anderer Länder haben manchmal versucht, ihr kulturelles Erbe zu verleugnen und die Identität ihres Landes von der einen Kultur zu einer anderen zu verschieben. Bis heute haben sie damit in keinem einzigen Fall Erfolg gehabt, vielmehr haben sie schizophrene, zerrissene Länder geschaffen. Die Multikulturalisten in Amerika verwerfen auf ähnliche Weise das kulturelle Erbe ihres Landes. (…) Die Geschichte lehrt, daß ein so beschaffenes Land sich nicht lange als kohärente Gesellschaft halten kann. (503).

Zum Schluß wendet Huntington die Perspektive und wagt den Blick in den Spiegel:

    Viel bedeutsamer als wirtschaftliche und demographische Fragen sind Probleme des moralischen Verfalls, des kulturellen Selbstmords und der Uneinigkeit des Westens. (500).

Kriminalität, Drogen, Verfall der Familie, sinkende gesellschaftliche Beteiligung, Entpolitisierung, nachlassende Arbeitsethik, Bildungsdefizite und Absenken der Bildungsstandards …, das sind die eigentlichen Probleme der westlichen Gesellschaft. Sie höhlt sich selber aus. Trotzdem hängt sie – das ist die Außenseite – dem Traum des westlichen Universalismus nach, glaubt also, ihre „Werte“ weltweit verkünden zu müssen.

Aus Huntingtons Ansatz ergibt sich stattdessen das Gebot der Nichteinmischung unter Akzeptanz anderer Kulturformen. Lange vor Irak, Libyen und Syrien schrieb er, „daß eine Intervention des Westens in Angelegenheiten anderer Kulturkreise wahrscheinlich die gefährlichste Quelle von Instabilität und potentiellem globalen Konflikt in einer multikulturellen Welt ist“ (514).

Ein Argument mehr – unter vielen – den „Clash of civilization“, den „Zusammenstoß der Kulturen“ (und nicht „Kampf“!) neu und ohne ideologische Scheuklappen zu lesen.

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Wagner und kein Ende …

Bayreuth als „Kraftort Hitlers“?

Sie können es nicht lassen, die Banausen, kulturellen Hinterwäldler, philiströsen Antifaschisten und die sich moralisch überhöhenden Anti-Antisemiten, sich an Richard Wagner und dem „Kultort“ Bayreuth zu reiben.
Ist ja alles auch ganz einfach: denn Wagner war ein streitbarer Antisemit – woran keiner ernsthaft zweifelt. Hitler ging als Verehrer seiner Kunst in der Villa Wahnfried bei Winifred Wagner ein und aus. Dass diese Busenfreundin, die Schwiegertochter Richards, eine unverbesserliche „Nazisse“ und Hitler-Bewunderin war, ist auch Tatsache („Also, wenn heute Hitler hier zum Beispiel zur Tür hereinkäme, ich wäre genauso so so so fröhlich und so so glücklich, ihn hier zu sehen und zu haben, als wie immer …“), wie man u.a. in dem verfilmten Interview von Hans Jürgen Syberberg nachverfolgen kann. Und da gab es deren ultrarassistischen Schwager Houston Steward Chamberlain, der ebenfalls in Bayreuth wohnte, ein wirklicher Ideenzulieferer für Hitler und die Nazis.
usw. usw. …

 

Auf dem von mir an sich geschätzten Blog „Philosophia Perennis“ von David Berger erschien nun aktuell ein Artikel mit der Überschrift
Bayreuth als „Kraftort Hitlers“: Frau Merkel, warum gehen Sie da hin?“

Der Artikel entpuppt sich als eine billige und ungebildete Anbiederung an den Anti-Antisemitismus, in einer primitiven Art, wie man ihn in dieser verstandesmäßigen Anspruchslosigkeit gar in deutschen „Qualitäts-Medien“ nur noch selten zu lesen bekommt. Man muss dazu sagen, dass es sich hierbei um ein Exzerpt eines umfänglicheren Beitrags der „Weltwoche“ handelt, der jedoch hinter der Zahlschranke liegt.

David Klein – ein „begnadeter“ jüdischer Jazzmusiker – aus Basel schreibt:

Oops, she did it again. Pfarrerstochter Angela Merkel, die Kanzlerin des Landes, dem die «Endlösung der Judenfrage» beinahe gelang, pilgerte am 25. Juli einmal mehr auf den Braunen Hügel zu Bayreuth, um dem Wagner-Clan die Aufwartung zu machen.
Einer Familie, die den Sieg der Weimarer Republik von 1918 verachtete, den Versailler Vertrag als «Schandfrieden» bezeichnete und deren Patriarch, der Komponist Richard Wagner, der unumstrittene Vorreiter des deutsch-nationalen Judenhasses und das prägendste Vorbild Adolf Hitlers war: „In Bayreuth wurde das geistige Schwert geschmiedet, mit dem wir heute fechten“, so Adolf Hitler.
Ist es mangelndes Feingefühl den deutschen Juden gegenüber, oder einfach nur Geschichtsvergessenheit, dass die Kanzlerin seit Jahren in Bayreuth über den roten Teppich flaniert, wo Wagner einst proklamierte, er halte «die jüdische Rasse für den geborenen Feind der reinen Menschheit und alles Edlen in ihr», Juden mit «Würmern» und «Ratten» verglich und nach einem Theaterbrand in Wien feixte, «es sollten alle Juden in einer Aufführung des ‹Nathan› verbrennen»?
Ziemt es sich für eine deutsche Kanzlerin, Hitlers «Hoftheater», wo man gemäß Wagner-Schwiegertochter Winifred, einer bis zuletzt reuelosen Antisemitin, «unentwegt an den Führer und die nationalsozialistische Idee glaubte», mit ihrer Dauerpräsenz zusätzliche Popularität zu verschaffen, während deutsche Nazis in Dortmund ungehindert «Wer Deutschland liebt, ist Antisemit» grölen?

Starker Tobak!

Aber nehmen wir uns einmal die einzelnen Aussagen vor.

Die Pfarrerstochter Angela Merkel … pilgerte am 25. Juli einmal mehr auf den Braunen Hügel zu Bayreuth, um dem Wagner-Clan die Aufwartung zu machen …
Man kann ganz stark davon ausgehen, dass Angela Merkel nicht etwa „dem Wagner-Clan ihre Aufwartung“ gemacht hat.
Sie ist als Kanzler gewiss nicht verpflichtet, jeglichen Kultur-Höhepunkt mit ihrer Anwesenheit zu adeln. Bei der ihr zugestandenen Nüchternheit – bei all meinen sonstigen  Vorbehalten gegen diese Frau – ist sie ganz sicher nicht derart Schicki-Micki-affin, sich ein Premierenspektakel anzutun, um dann mit Gottschalk und anderen „Kulturschaffenden“ abgelichtet zu werden.
Kann es nicht einfach so sein, dass sie Musik von Wagner grandios findet und sie sich somit Bayreuth „antut“?

Aufwartung „Einer Familie, die den Sieg der Weimarer Republik von 1918 verachtete, den Versailler Vertrag als «Schandfrieden» bezeichnete.“?
Wer in Deutschland damals – und auch im „feindlichen“ Ausland – hat den Versailler Vertrag 1919 und danach nicht als eine Art „Schandfrieden“ angesehen, da er den Alliierten Proklamationen, nicht nur dem 14-Punkte-Programm von US-Präsident Wilson, schließlich widersprach und den Keim für Revision und Rache legte.
1918 hat auch nicht „die Weimarer Republik gesiegt“. Sie entstand im Zuge der Novemberrevolution auf den Trümmern des Deutschen Kaiser-Reichs und es war in keiner Weise klar, welche Kräfte dort obsiegen würden. Mit der „Verachtung der Politik in der Weimarer Republik“ standen die überlebenden Mitglieder der Wagner-Familie nicht allein. Da sei nur neben den Deutschnationalen und den Nazis auch an die Kommunisten erinnert und an die vielen Deprivierten und Deprimierten aus wirtschaftlichen Gründen.

„In Bayreuth wurde das geistige Schwert geschmiedet, mit dem wir heute fechten“, so Adolf Hitler.
Das ist eine von vielen Floskeln eines ideologischen – natürlich hochgefährlichen und pathologischen – Spinners. Also ideologische Spinnerei, wie man es denn korrekterweise  benennen sollte.
Mit Wagner-Musik hat Hitler nicht „gefochten“, eher mit „Les Preludes“ von Liszt zur Unterlegung der gefilmten Schlachten in den Wochenschau-Wehrmachtsberichten – das nebenbei. (Liszt könnte natürlich auch verdächtig sein, da er Schwiegervater von Richard W. ist.)
Zum Antisemistismus Wagners ist zu sagen, dass seine diesbezüglichen Verlautbarungen gewiss nicht mehr an „ideologischem Pulver“ hergaben, als andere aus dem damaligen Zeitgeist – Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts – heraus entstandenen. An erster Stelle mit Einfluss auf Hitler ist gewiss Houston Steward Chamberlain zu nennen. Man denke aber auch an andere, die vorausgingen wie Hermann Wagener – ein Vertrauter Bismarcks, den Berliner protestantischen Hofprediger Adolf Stöcker, den Historiker und Reichstagsabgeordneten Heinrich von Treitschke usw. Gar der Jude Karl Marx selbst verbreitete Antijüdisches und auch Zeitschriften wie die Gartenlaube und der Simplicissimus waren da nicht unbefleckt.

Mit seiner Wagnerverehrung war Hitler unter seinen Gefolgsleuten und den „Hardcore“-Nazis ziemlich allein. Um das Festspielhaus zu den Aufführungen ausreichend zu füllen, bedurfte es nicht nur in den Kriegsjahren oft eines „Führerbefehls“, sodass die „heilige Halle“ oft mit teilnahmslosen und schnarchenden Nazis belegt war, was historisch belegt ist.

„Mangelndes Feingefühl den deutschen Juden gegenüber…“?
War es denn „mangelndes Feingefühl allen Juden gegenüber“, als der jüdische Dirigent Daniel Barenboim, der in Israel aufgewachsen ist, 2001 beim Israel-Festival in Jerusalem als zweite Zugabe die Ouvertüre von Richard Wagner zu „Tristan und „Isolde“ aufführte!? Er sagte, es sei künstlerisch wichtig, Wagner in Israel zu spielen. Er könne verstehen, dass Israelis schlimme Assoziationen mit Wagner verbinden. „Aber ich glaube nicht, dass sie das Recht haben, andere daran zu hindern, Wagner zu hören.“ Paradoxerweise sei es „eine Art Sieg der Nazis, Wagner nicht in Israel zu spielen“.
Vor einigen Jahren kam ich bei einer Parsifal-Aufführung in Bayreuth mit meinem englischsprachigen Sitznachbarn ins Gespräch, der sich dann als in England lebender Jude outete und der seit Jahren die Festspiele besucht. Und es gibt etliche Israelis, welche jährlich zu den Wagner-Festspiele nach Bayreuth reisen.
Es gibt immer noch große Vorbehalte gegen Wagner in Israel, aber es ist doch interessant zu sehen, dass es Juden sind, die auch heute wieder – wie auch schon im 19. Jahrhundert -zu den stärksten Verfechtern von Wagners Musik zählen: James Levine, Daniel Barenboim, Asher Fisch, Roberto Paternostro und Dan Ettinger, um nur einige zu nennen.
Jonathan Livny, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes Israel sagt, „Die Person Richard Wagner mag ich nicht“, aber „Wagners Musik gehört der ganzen Welt“.

Die Kanzlerin verschafft mit ihrer „Dauerpräsenz“ u.a. der Wagner-Schwiegertochter Winifred „zusätzliche Popularität“.
Was soll das denn?
Ist Merkel mit der verstorbenen Winifred in (posthumer) Frauenfreundschaft wie aktuell mit Friede Springer und Liz Mohn verbunden? Nimmt sie bei Bayreuth-Aufenthalten ihr Frühstück in Wahnfried ein, um den Geist Winifreds und Richards zu beschwören?

Dass es deutsche Neo-Nazis gibt, die öffentlich antisemitische Parolen grölen, ist abscheulich. Aber man erkläre mir, was das mit Richard Wagners Musik zu tun?

In den Opern und Musikwerken Wagners selbst – anders als in seinen politischen Pamphleten – sind kein einziger antisemitischer Text oder solcherart Aussagen zu finden. Was man auch durch überdrehteste Ableitungen und Interpretationen immer wieder versucht, wie z.B. bei der aktuellen Inszenierung der Meistersinger in Bayreuth.
Übrigens in der musikalischen Realisierung eine Darbietung von Weltniveau. 

Mit der Frage, ob man durch zuviel Genuss von Wagners Musik zum Nazi mutieren könnte, hat sich schon mal der berühmte Kritiker Joachim Kaiser in seiner „Klassik-Kunde“ befasst. Unter anderem am Beispiel der Meistersinger konnte er den Anfragenden doch beruhigen.

 

„Oops, he is wrong again!“, kann man über David Klein, dem Verfasser von „Hitlers Kraftort“ in seiner eigenen Sprachwahl sagen. Für tiefgründige Betrachtungen ist wohl auch ein „begnadeter“ Jazzer nicht ausreichend genug beschlagen. Ein Mann der schon mal knackige Statements raushaut wie «Muslime, die Nazis von heute!», was ihm in seiner Heimat, der Schweiz, ziemlich Ärger einbrachte. Ein Verteidiger seiner hat denn von einer «Second traumatization» gesprochen, da sämtliche Urgrosseltern Opfer des Holocaust geworden waren. Doch selbst die Israelitische Gemeinde Basel musste sich Vorwürfe von David Klein gefallen lassen, wozu deren Präsident dann nur feststellte: «Seine Artikel (u.a. in der Weltwoche – d.Verf.) reflektieren seine private Meinung zu diversen jüdischen Themen und er tut dies ohne Auftrag …“.
Siehe dazu denn:
https://www.schweizamwochenende.ch/basel/der-missverstandene-131068613

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