Woanders gelesen: Verantwortungslosigkeit als Wahlursache

Auf dem stets lesenswerten Blog ScienceFiles erschien folgender Artikel, der mir aus  Seele und Verstand spricht:

Grüne: 42,5% in München-Stadt – Verantwortungslosigkeit als Wahlursache

Ist es nicht erstaunlich? Bayern ist das Land mit der größten Wirtschaftskraft in Deutschland. Bayern ist Produktionsort moderner Technologien, von Biotechnologien, bis zu Raumfahrt und Flugzeugbau. Bayern ist auch ein agrarisches Land, bekannt für Milch, Käse und Bier. Und Bayern war und ist, ein konservatives Land, in dem der Katholizismus wie in kaum einem anderen Bundesland die regionalen Strukturen geprägt hat.

Ausgerechnet in Bayern erreicht mit den Grünen eine Partei aus Technologiefeinden, Naturromantikern und Modernisierungsverlierern, die am liebsten jede fossile Technologie, jede Biotechnologie und fast jede moderne Technologie verbieten lassen würde, von deren einstiger Sorge um die Umwelt nur noch das Betreiben aberwitziger Kampagnen, um Landwirten ihr Dasein zu erschweren, geblieben ist, 17,5% der Stimmen und somit den zweitgrößten Anteil nach der CSU.

Wie ist das zu erklären?

Ein erster Erklärungsansatz zeigt sich, wenn man die Ergebnisse, die die Grünen in den 91 Wahlkreisen Bayerns erreicht haben, betrachtet. Die Spannweite der Grünen-Anteile ist immens. Sie reicht von 7,8% in Cham, 8,2% in Tirschenreuth oder 8,5% in Regen / Freyung-Grafenau bis 42,5% in München-Mitte, 34,4% in München-Schwabing und 34,0% in München-Milbertshofen.

Knapp 35% Differenz zwischen dem Wahlkreis mit dem tiefsten und dem Wahlkreis mit dem höchsten Grünen-Anteil, das ist eine Differenz, die man als Wahlforscher nicht oft zu Gesicht bekommt.

Ordnet man die Wahlkreise in aufsteigender Reihenfolge des Grünen-Anteils, dann ergibt sich das folgende Bild.

Die Abbildung zeigt im Wesentlichen eine der drei Konfliktlinien, die für Stein Rokkan und Seymour Martin Lipset konstituierend für Parteien sind. Die beiden Wahlforscher unterscheiden den Konflikt zwischen Arbeitern und Unternehmern, Religiösen und Atheisten und eben den Konflikt zwischen Stadt und Land.

Letzterer ist wohl einer der ältesten Konflikte und einer der Konflikte, die auch in der Weimarer Republik eine Rolle dabei gespielt haben, das Ende des ersten demokratischen Versuchs zu beschleunigen.

In Bayern ist dieser Konflikt wiederbelebt worden.

Allerdings in einer neuen Variante. Ein genauer Blick auf die Abbildung zeigt nicht nur, dass die Grünen die größten Stimmanteile in Städten und städtischen Milieus erreichen, er zeigt auch, dass sie das in Städten tun, in denen eine große Zahl von Studenten Hochschulen besucht. Dies deckt sich mit all den Analysen, die die Grünen als neue Partei der prekären Akademia gezeigt haben, als Partei, unter deren Wählern Hochschulabsolventen besonders stark vertreten sind.

Als Erklärung dafür, dass ausgerechnet in einem modernen, fortschrittlichen Land wie Bayern, in dem Technologien und deren Entwicklung eine große Rolle spielen und Seite an Seite mit Landwirtschaft bestehen, eine Partei gewählt wird, die beides bekämpft und erschweren will, bietet sich daher eine Milieuerklärung an.

Die Saat der vergangenen Jahre, der Konstruktivismus an Hochschulen, das Herbeizüchten von Akademikern, die in verbalen Wolken verschwinden, Reden schwingen, aber keinerlei Tuchfühlung zur Realität mehr haben, sie geht nun in einem akademischen Milieu auf, in dem Verantwortung nur noch gegenüber der eigenen Ideologie vorhanden ist, in dem Entscheidungen getroffen werden, weil sie ideologisch passen, nicht weil sie positive Veränderungen in der Wirklichkeit zur Folge hätten, in dem die Realität nur in Form von Transferüberweisungen oder anstehender Vertragsverlängerung vorkommt, in dem man in keiner Weise mit den Folgen der eigenen Handlungen und Entscheidungen konfrontiert ist, denn die Folgen tragen andere:  Bauern, die sich überlegen müssen, wie sie ohne Glyphosat zurande kommen. Bürger, die für Umweltphantasien in Windkraft horrende Stromkosten tragen müssen. Hochspezialisierte Entwickler und Ingenieure, die ihr Heil in der Flucht ins Ausland suchen müssen, weil die Technologie, an der sie arbeiten, gegen die Ideologie der Grünen verstößt. Autobauer, die letztlich eine Form des Individualismus ermöglichen, die in der kollektiven Ideologie der öffentlichen Verkehrsprediger der Grünen keine Rolle spielt.

Die Wahl der Grünen ist somit ein Zeichen einer um sich greifenden Infantilisierung oder einer verspäteten Maturität bei ausgerechnet denen, in deren Bildung viel Geld investiert wird, in der Hoffnung, dass ihr gesellschaftlicher Beitrag zu weiterem Wohlstand führt.

Die neue, alte Konfliktlinie zwischen Stadt und Land, sie ist eine Konfliktlinie zwischen denen in der Stadt, die Zeit genug haben, um sich Sorgen über ihre Sexualität zu machen, für die die größte Bedeutung im Leben der Weise zukommt, in der sie angesprochen werden, und denen auf dem Land, die mit ihrer Hände Arbeit, Produktionsanlagen am Laufen halten, Böden bearbeiten und materielle Gegenstände, die man greifen und die einen Gegenwert darstellen, erzeugen. Deren Sorgen gelten der Aufrechterhaltung der Produktion und der Sicherung der Ernte, dem Lebensunterhalt und den Kosten des täglichen Lebens. Sie leben von eigener Arbeit, nicht vom Transfer staatlicher Mittel entweder in das Konto als Ergebnis eines Zeitvertrags oder in Form von Bafög oder Hartz IV.

Während die Landbevölkerung mit dem Land, das sie belebt, verbunden ist, sind die Studenten, die in München, Nürnberg, Regensburg und Augsburg den Grünen zu einem großen Stimmenanteil verholfen haben, wie Dr. habil. Heike Diefenbach sagt: akademische Nomaden. Sie kommen, richten Stimmenunheil an und ziehen von dannen, um an anderem Ort, weiteres Unheil in Form der Wahl der Grünen anzurichten.

Die alte Konfliktlinie verläuft nicht nur zwischen Stadt und Land, sie verläuft auch zwischen Verantwortungslosen und Verantwortungsvollen.

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Franz Josef Strauß zur Landtagswahl 2018

Ein fiktives Interview

© GRESER & LENZ – Screenshot

Nach den vielbeachteten Gesprächen im Jahre 2012 und zur letzten Bundestagswahl hat uns FJS erneut und exklusiv ein Interview gegeben. 

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Herr Strauß, wie fühlen Sie sich heute nach diesem für ihre CSU so desaströsen Ausgang der Landtagswahl in Bayern?

„Ich bin der, der ich war, und ich bleibe der, der ich bin.“

Haben Sie vorausgeahnt, dass es einmal so weit kommen würde, die CSU bei 37 %?

Ich habe es schon einmal gesagt: „Ich bin kein Wetterhäuschen für die Zukunft der deutschen Politik.“

Man hat der CSU in den Meinungsumfragen ein noch schlechteres Ergebnis propheizeit:

„Es lohnt sich meistens, die Prognosen der Meinungsforscher nicht gelesen zu haben.“

Ministerpräsident Söder hat betont, es gehe bei der Landtagswahl um Bayern und bayerische Themen, warum hat er dann so schlecht abgeschnitten?

„Dem Bürscherl hätte man rechtzeitig Kunstdünger in die Schuhe schütten müssen.“

Was hätten Sie ihm für den Wahlkampf geraten?

„Ich bin nicht dafür bekannt, daß ich Kreide fresse, um eine angenehmere Stimme oder eine angenehmere Diktion vorzutäuschen, sondern ich bin dafür bekannt, dass ich sage, was ich denke, und dass ich auch das denke, was ich sage.“

Die Grünen sind zur zweitstärksten Partei in Bayern geworden. Wie beurteilen Sie das.

„Das beste Grün ist weiß-blau.“
„Ich halte die Grünen nicht für eine demokratische Partei.“
“ … vergrämte(n) Nazis sehr alter Jahrgänge bis zu den jugendlichen Schwärmern, dazwischen Knallrote, die mal vorübergehend als Laubfrosch im Fasching gegangen sind“
„Das heutige politische Leben wird leider stark von den anpassungsfähigen und geländegängigen Typen bestimmt.“

Warum halten Sie die Grünen für gefährlich?

„Melonenpartei   – außen   grün, aber innen rot.“
„Das   Ausland empfindet es schlichtweg als unerträglich, von Deutschland ohne Unterlass ermahnt und belehrt zu werden. Die Politik zum Schutze der Umwelt ist dafür nur ein Beispiel. Kein vernünftiger Mensch und schon gar nicht ein konservativer Politiker, für den das Bewahren ein wichtiges Wesenselement darstellt, wird sich dieser Herausforderung verweigern. Der emotionsgeladene Fanatismus aber, der in dieser Frage insbesondere von linken und grünen Kreisen praktiziert wird, stößt ab und alarmiert. Er weckt draußen Misstrauen gegen die irrationalen Deutschen, die offensichtlich wieder einmal glauben, am deutschen Wesen müsse die Welt genesen.“
„Von Platon über Rousseau bis zu Marx und Lenin zieht sich gleich einem roten Faden geometrisches Ordnungsdenken von Utopisten wie eine Gegenmelodie zur Individuation durch die Geistesgeschichte unseres Kontinents. Als Gesamtlösungen tragen ihre kollektivistischen Staats- und Gesellschaftsentwürfe zwangsneurotische Züge und müssen als Symptome einer aberratio mentis verstanden werden, von der eine gefährliche Wirkung ausgeht.“ 

Claudia Roth und Anton Hofreiter aus Bayern sind zu prominenten Spitzenpolitikern der Grünen im Bund geworden, der norddeutsche Grünen-Vorsitzende Habeck scheint auch in Bayern populär zu sein. Viele kleine Leute, die ehemals SPD und auch CSU gewählt haben, auch Bauern, eben Leute vom Land, nicht nur Großstädter, haben diesmal „Grün“ gewählt.

„Popularität und politisches Gewicht sind nicht deckungsgleich.“
„Ich bin ein großer Anhänger des Rechtsstaates. Aber den großen Lumpen muss man stärker aufs Hirn hauen als man die kleinen Leute verfolgt.“

Was sagen Sie den ehemaligen CSU-Wählern, es sind ja nicht wenige, die jetzt zu den Grünen übergelaufen sind?

„Diejenigen, die zum einfachen Leben zurückkehren wollen, müssen sich eben dafür geeignetere Regionen aussuchen. Niemand wird sie daran hindern, das Automobil durch einen Wanderrucksack zu ersetzen und ihre Verpflegung   im Freien zu suchen.“

Zur SPD. Die einstmals stolze „Königlich bayerische Sozialdemokratie“ ist zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft. Wie sehen Sie das.

„Wenn man an eine große bayerische Partei denkt, dann fällt keinem der Begriff SPD ein, geschweige denn FDP oder gar noch was anderes…“
„Der linke Teil – eine Minderheit der Studenten, der Lehrer, der Pädagogen, der Dozenten, der Assistenten, der Psychologen, der Politologen, der Soziologen – da kommt das alles doch her. Das sind doch keine Arbeiter, meine Damen und Herren. Die haben in ihrem Leben doch noch nie eine   Schaufel oder einen Schraubenzieher in der Hand gehabt.“

In zwei Wochen sind Landtagswahlen in Hessen. Der dortige CDU-Ministerpräsident Bouffier muss ebenfalls um eine sichere Mehrheit fürchten und gibt der CSU die Schuld für die schlechten Umfrageergebnisse der CDU.

„Ich will mit dem Wort Dummköpfe vorsichtig sein. Das wollen wir der Endabrechnung des lieben Gottes überlassen.“
„Ich greife mir ans Hirn, warum die politischen Pygmäen der CDU, die nur um ihre Wahlkreise kämpfen, diese Zwerge in Westentaschenformat, diese Reclam-Ausgabe von Politikern, warum die sich empören über eine Haltung der Landesgruppe…“
„Es gibt ja wirklich in der CDU die Krankheit, die kenne ich schon seit Jahren, die äußert sich also immer wieder in selbstmörderischen  Äußerungen nur aus Gründen interner Feindseligkeit, interner Rivalitäten oder neidhammelhafter Haltung.“

Die CSU hat trotz des schlechten Ergebnisses entsprechend der politischen Rhetorik den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. Was raten Sie Markus Söder, der wahrscheinlich die Koalitionsverhandlungen mit den Freien Wählern führen wird.
Was raten Sie Söder?

„Ich habe immer betont, dass das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten das schönste Amt der Welt ist“.
„Anstatt sofort konkrete Themen zu diskutieren, ist es manchmal ratsam zunächst eine politische `tour d’horizon`zu unternehmen.“
„Sorgen Sie dafür, daß die Freiheit in ihrem Lande, gleichgültig von woher sie bedroht wird, erhalten bleibt.“
„Vigilia pretium libertatis – frei bleibt nur, wer auf der Hut ist.“
„Hart in der Sache, aber verbindlich in der Form.“
Und ich meine es gilt heute noch: „In Bayern gehen die Uhren anders. Wenn in Bayern die Uhren wirklich anders gehen, dann haben wir, soweit die Politik es vermag, diesen Beitrag zur geistigen Führung unseres Landes geleistet, damit in Bayern die Uhren richtig gehen und nicht nach Zeitgeist jeweils verschieden eingestellt werden.“
„Das Mögliche tun, das Unmögliche lassen, Grenzen anerkennen aber großzügig auslegen.“
„Lieber als leere Versprechungen ist den Menschen ein ehrliches Wort.“

Sollte Horst Seehofer jetzt als CSU-Vorsitzender zurücktreten?

„Der Politiker, wenn er Erfolg hat, ist immer auch ein Protegé der Geschichte, in guten wie in bösen Zeitläufen.“
Auch in der Causa Seehofer gilt: „Feind, Todfeind, Parteifreund.“
„Maximale Lebenserwartung hat ein Politiker, wenn er sich aggressiv in der Politik und defensiv im Straßenverkehr verhält.“
„Ich halte mich an ein Gebet der Kirche, das ich schon als Ministrant mit zunehmender Lateinkenntnis verstanden habe: Er mag gesündigt haben,   aber er hat Gott nicht geleugnet, sondern an ihn geglaubt.“
„Über einen Sünder der Buße tut herrscht mehr Freude im Himmel als über eintausend Gerechte.“

Wie soll es weiter gehen mit der CSU? Eine Spitzenpolitikerin Ihrer Partei, Frau Barbara Stamm hat heute Abend gemeint, dass die CSU vor allem wegen der Darstellung von „rechten Themen“  verloren hätte. Wie sehen Sie das?

„Rechts neben uns ist nur noch die Wand.“
„Unser   Ziel muss es sein, und bleiben, dass ohne die CSU in Bayern, sowie ohne und gegen die CDU/CSU in   Deutschland nicht das politische Geschick Bayerns und Deutschlands gestaltet werden kann.“
„Wenn es einer seriösen Rechtspartei gelingt, auf Dauer über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen, wäre die Kombination aus CDU, CSU und FDP nicht mehr mehrheitsfähig. Eine Koalition von SPD und Grünen ist für mich keine demokratisch akzeptable Alternative. Der Gedanke einer Großen Koalition weckt mehr Unbehagen als Zuversicht … Es geht nicht um rechtsradikale Narren, aber wenn sich eine Rechtspartei bildet mit einem populistischen Programm und einer charismatischen Führung, dann stimmt die ganze Lagertheorie von   CDU und FDP endgültig nicht mehr. Dann müßte man entweder mit dieser Rechtspartei und der FDP zusammengehen, oder … das Ziel einer neuerlichen … linken   Koalition wäre nach den nächsten oder übernächsten Bundestagswahlen erreicht.“

Was empfehlen Sie einem künftigen CSU-Vorsitzenden, der die Nachfolge von Horst Seehofer antreten wird?

„Ich bin g’scheit und faul, daher zum Truppenführer geeignet.“

 

 

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Bei dem Interview war uns u.a.  Bastian Atzger  behilflich

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Erntedank

Das kleine Kirchlein ist brechend voll, besetzt bis auf den letzten Platz, einige Männer drücken sich an die Wand oder stehen auf der Treppe zur Empore. Man feiert ein Hochamt zum Erntedanksonntag hier in einem Dorf in Südtirol. Der Altarraum ist festlich ausgeschmückt mit einer Erntekrone, in Körben liegen Erntegaben, von den Kindern mitgebracht und jetzt gefällig drapiert.
Wie wird wohl Erntedank heute in meiner Ortsgemeinde im Hessischen gefeiert?
In den heimischen deutschen Breiten ist man einen solchen Kirchenbesuch wie hier gar nicht mehr gewohnt. Hier in den Bergen scheinen Frömmigkeit und Gottglaube scheinbar noch tief verwurzelt.
Und Dankbarkeit!
Der Pfarrer weist in der Predigt auf den Mangel an Besinnung hin, der in den Gesellschaften herrscht. Hat das damit zu tun, dass die Mehrzahl der Menschen in Städten wohnt, keinen Bezug mehr zu dem haben, was die Schöpfung uns gibt – was Schöpfung bedeutet?
Wer durchdenkt noch das Wunder vom Weizenkorn, das hundertfache Frucht tragen kann? Dass das zwar Gottgegebenes ist, aber auch Mühe und Hege erfordert, damit es dem Menschen zum Lebensmittel im wirklichen Sinn des Wortes wird.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Südtiroler Bauern, dessen Hof am Fuß des Schlerns gelegen ist. Er hat vor Jahren seine Landwirtschaft auf reine Milchwirtschaft umgestellt, der Ackerbau rentiert sich in dieser Lage nicht mehr. Er erzählte mir von seinem Vater, der hier an den Steilhängen im Gebirge noch Getreide anbaute. Nach jedem Sturm oder heftigem Regen, wenn die Ähren den Hang hinabgespült wurden, hat er eigenhändig die gekeimte Aussaat wieder nach oben getragen und neu eingepflanzt, berichtet er.
»Ich bin froh, dass mein Vater die Entwicklung heute nicht mehr erleben musste«, sagte er zu mir, »was hätte er gesagt, wie hätte er es verkraftet, dass man das Getreide für unser Brot jetzt dazu verwendet, um Biodiesel oder Sprit zu erzeugen, um damit Auto zu fahren.«
Soweit ist es gekommen: In derartigem Überfluss leben wir, dass wir die Ursprünge unserer Nahrung schon im wahrsten Sinn des Wortes «verheizen« können!?
Ketzerische Gedanken zum »Erntedank«?

Überwiegend in der evangelischen Kirche singt man zum Erntedankfest dieses bekannte Lied von Matthias Claudius:

Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft,
wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

Refr.: Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn.

Im Katholischen gehört dieses Lied nicht zum üblichen Kanon der Dankeslieder. Die Dorfgemeinde in Vöran in Südtirol sang denn zum Schluss unser entschiedendstes Dankeslied an Gott: »Großer Gott wir loben Dich!«

Trotz, wegen – oder für die verwirrte Menschheit!

 

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Dort, wo man bleiben möchte

zumindest bis zum 13. Oktober

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Oktoberfest allerorten

Brauchtumspflege oder Event -“Kultur“?

Bei der morgendlichen Lektüre des Lokalteils dachte ich mich irgendwie südwärts ins Bayerische versetzt und nicht in die hessische Provinz. Auf mehreren Seiten grinsten mir in Farbe abgelichtete fröhliche junge Leut entgegen: Mädels im Dirndl, Burschen in der Krachledernen und alle mit Maßkrügen vor der Brust. Reportagen von mehreren aktuellen „Oktoberfesten“ im platten oder mittelgebirgigen Main-Kinzig-Land. Ich gehe davon aus, dass in den gezeigten Maßkrügen schon Bier enthalten ist, irgendeine Plörre aus Frankfurt oder Lich und nicht gar dieser schauerliche Äppelwoi, auf den die Hessen sich was zugutehalten.

Ein Oktoberfest zu feiern ist landauf-landab offenkundig zur Obsession geworden. Aber nicht in etwa Bayern, wo das Original beheimatet ist, herrscht Oktoberfest-Inflation  – nein, in ganz „Preußen“ von Hamburg bis Frankfurt, von Mecklenburg bis ins Breisgau. Dass „amerikanische Saupreußen“ (um im baierischen Duktus zu bleiben) schon seit Jahrzehnten in Michigan oder Texas, in NY und LA Oktoberfeste feiern, ist schon länger allgemein bekannt. Im Zeitalter der Globalisierung drang dieser  Export von „Brauchtum“ bis ins ferne Asien, Australien und gar Südafrika und Brasilien vor. Zu den unersetzlichen Accessoires des herbstlichen Bierfestes gehören natürlich Brezeln, Weißwurst, Schweinshaxen und der „Obatzte“. Und der Chinese, der Inder, der Russe oder auch der Neger geht in Lederhose, sein Weib im Dirndl zu dem Event.

Hierzulande sorgen schon ab August die Discounter von Aldi bis Penny, Globus und Rewe, dass die Feierbiester sich frühzeitig mit dem passenden Outfit versorgen können: „Hirschlederne“ aus Indien, Trachtenjankerl, -Hemd und -Bluse aus Bangladesh, Haferlschuhe aus China usw. Alles im originalen „Bayern-Look“. Da haben sich allerorten für Textilproduzenten, für die „gschäftsmaßigen“ Trachtenspezln nicht nur hierzulande, neue Geschäftsfelder aufgetan. Da die Mädels ihr mehr oder weniger vorhandenes „Holz vor der Hütten“ präsentieren wollen, profitiert auch die Miederbranche mit ihren Produkten zum „Lifting“ und „Push-up“ von dem aktuellen „Look“ . 

Was da mehr oder minder geschönt bis verhunzt wird, ist die baierische Tracht, die eigentliche „Gebirgstracht“. Eigentlich eine „sittlich“ verhüllende Angelegenheit.


Ich bin in einer oberfränkischen Kleinstadt im Freistaat aufgewachsen und mich wunderte damals, was da ein „Heimat- und Gebirgstrachten-Verein“ zu suchen hatte. Oberbayerische Brauchtumspflege in der fränkischen Provinz? Nun ja, die dortig vorhandene regionale „Tracht“ drückte ja in ihrer düsteren Ausgestaltung nicht gerade Lebensfreude aus und der beim Maibaumaufstellen aufgeführte Schuhplattler der Burschen und Maiden in Chiemgauer Volkstracht sorgte für Publikum. Erst viel später besann man sich auf eine fränkische Tradition und „Tracht“, die aber eher ein Kunstprodukt aus Mainfranken, denn eine lokal übliche Fest- oder Gebrauchskleidung darstellt; der „Gebirgstrachten“-Zusatz im Vereinsnamen verschwand denn.

Die Lederhose , ein zweckmäßiges, haltbares Kleidungsstück, war ja früher auch außerhalb der Alpenregion besonders für hyperaktive Buben ein gern gebrauchtes Teil. Ich selbst bin vom 4. bis zum 14. Lebensjahr mehrfach mit jeweils kurzen (für den Sommer) und jeweils langen Lederhosen (für die kältere Jahreszeit) versorgt worden. Nach vier- bis fünfjähriger Tragezeit – man hatte da reinzuwachsen – hatten die Hosen dann ihre unvergleichliche speckige Schönheit erreicht, mit ganz typischen Gebrauchsspuren vom Latz bis zum Hosenboden und mit ausgelutschten ledernen Hosenträgerbändel.
Mir ist es hiernach nie mehr in den Sinn gekommen, nochmal eine Lederhose oder ein „Trachtenjankerl“ anzulegen. Ich habe es auch immer als merkwürdig empfunden, wenn ein Sparkassenschwengel oder ein kleiner Provinzpolitiker aus dem Ort sich im „Raiffeisen-Smoking“ in der Öffentlichkeit präsentierte. Dem Oberförster oder Forstrat, dem befreundeten Jäger hat man das nachgesehen. Nachgerade auch für fränkische CSU-Politiker und auch für sich volkstümlich gebende Sozis schien ab einem bestimmten Zeitpunkt der bayerische Trachtenjanker als unverzichtbarer Aufzug vorgegeben zu sein.

Tracht bedeutet Tradition, hinweisend auf Ursprung und Wurzeln, ist ein Zeichen für Heimatverbundenheit. Es scheint paradox, dass in Zeiten, da Begriffe wie Heimat und Tradition nur noch naserümpfend rezipiert werden, jedes Jahr das angebliche Traditionelle seine Urständ feiert.
Ist der derzeitige Trachten-Hype ein Zeichen von wieder aufkommender Heimatverbundenheit oder gar -sehnsucht? Vielleicht gibt es das sogar wieder bei manchen jungen Leuten.
Ich sehe das aber skeptisch. Die Spaß- und Eventgesellschaft braucht stets neue Stimuli, befeuert von einer recht wachen Event- und Ausstattungsindustrie.
Was hat der Abklatsch einer bairischen Gebirgstracht in Ostfriesland oder in HU – hessisch Uganda – zu suchen?
Natürlich darf jeder sich „stylen“ oder auch verunstalten, wie es ihm gefällt. Von mir aus mag man sich zu gegebener Zeit mal wieder die Weißwurst- oder Brezel-Dröhnung geben oder mit pappigem Obatzten aus dem Discounter-Kühlregal den Magen verderben. Aber mit Tradition oder gar Brauchtumspflege, mit „Authentizität“ hat dies nichts zu tun.

Dem Franken aus Bayern sei es erlaubt, den Brauch des bairischen „Preußenwitzes“ an dieser Stelle aufzunehmen, denn der Münchner weiß es schon lange:
„Wie kann man einen Preußen bis aufs Blut quälen? –
Indem man ihm sein Trachtenjankerl wegnimmt!“

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„Pathographien“

Mohammed und die Folgen

Bei dem jüngsten Vorfall einer Messerattacke durch einen (afghanischen) Asylbewerber in Ravensburg, soll es sich einmal mehr um die Tat einer psychisch gestörten Person gehandelt haben. Die „Schwäbische“ schreibt:
„Der Beschuldigte leidet nach der Einschätzung eines Gutachters an einer tiefgreifenden psychiatrischen Erkrankung. Er befand sich deshalb mehrfach in stationärer Therapie. Nach dem vorläufigen Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen war aufgrund dieser Erkrankung die Schuldfähigkeit bei Begehung der Tat ausgeschlossen oder zumindest erheblich vermindert.“
Das hat der „Sachverständige“ übrigens schon nach wenigen Stunden herausgefunden.

Wir erinnern uns:
Mohammad Daleel, der Bomben-Attentäter von Ansbach sei ebenfalls psychisch krank und in psychiatrischer Behandlung gewesen.
Der „Amokläufer“ von München, Ali Daoud Sonboly, habe unter sozialen Phobien und einer depressiven Erkrankung gelitten (Ali, der Vetter, Schwiegersohn und Testamentsvollstrecker des Propheten).
Das „gut integrierte Pflegekind“ der Afghane oder Pakistaner Muhammad Riyad, der Axt-Attentäter von Würzburg, muss auch ein psychisches, zumindest ein psycho-soziales Problem gehabt haben, denn er war in seinem Herkunftsland „traumatisiert“ worden. Solchermaßen „Traumatisierte Jugendliche sind leichte Beute für Islamisten“, erklärte dazu ein „Spezialist“ von der „Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie“.
Abdul, der Mörder der 15-Jährigen Mia in Kandel soll psychisch krank sein, wie man jetzt zu seinem Prozess entdeckt haben will.

Wenden wir uns dem Begriff und dem Gegenstand der Pathographie zu.
Bei Karl Jaspers findet man in seinem immer noch für die wissenschaftliche Medizin bzw. die Psychiatrie grundlegenden Werk „Allgemeine Psychopathologie“ eine Definition des Begriffes „Pathograpie“:
„Pathographien nennt man Biographien, die das Ziel verfolgen, die dem Psychopathologen interessanten Seiten des Seelenlebens darzustellen und die Bedeutung dieser Erscheinungen und Vorgänge für die Genese der Schöpfungen solcher Menschen aufzuklären.“

Unsere von Betroffenheit heimgesuchten Journalisten, Soziologen, Psychologen – „Experten“ und Islamversteher in den Medien, sind schnell bereit, bei muslimischen Terroristen, die vor unseren Haustüren ihre blutigen Absichten ins Werk setzen, als Erklärung dafür eine psychische Erkrankung oder eine psychische „Traumatisierung“ zur Entlastung hervorzukramen. Zudem sind es ja immer „Einzeltäter“, also individualistisch geprägte Akteure. Pathographien als Versuch der Exkulpation von Tätern?

Gibt es Berührungen in den möglichen Pathographien von Mohammed dem Propheten bis hin zu Muhammad und Abdul?

Karl Jaspers mahnt in seinem Beitrag:
„Die Pathographie ist eine heikle Sache. Gründliche psycho-pathologische Einsicht, Fähigkeit zur historischen Kritik sind Bedingung für vertrauenswürdige Erkenntnisse, Respekt und eine gewisse Scheu, die doch gar nichts zu verschweigen braucht, Forderung für eine pathographische Darstellung, die man nicht widerwillig fortlegen soll. Bei mangelndem Material pathographisch zu arbeiten (z. B. über Jesus, Mohammed) ist lächerlich.“
Dem muss man zustimmen – nicht nur weil vielleicht auch „Jesus“ in dem Kontext erwähnt wird.
Karl Jaspers bezieht sich in seiner Kritik auf die Untersuchungen des Psychiaters Wilhelm Lange-Eichbaum, welche dieser in seinem voluminösen Werk „Genie, Irrsinn und Ruhm  – Genie-Mythus  und Pathographie des Geistes“ erstmals 1927 veröffentlicht hat.
Lange-Eichbaum referiert dort über Mohammed, dem „Erleuchteten“. L.-E. will in seiner „empirischen Methode“ den unterschiedlichen Aspekten zur Person und Persönlichkeit des „Propheten“ gerecht werden und zitiert unterschiedlichste Auffassungen über die Persönlichkeit Mohammeds. Zum Schluss des Beitrags zu Mohammed das Resümee (S.470):
„ … Übrig bleibt: Geltungsbedürftige Persönlichkeit. Anfälle darstellerisch (unbewußt): Gotterfülltheit. Viel Pseudologia phantastica. Visionen? Echte Halluzinationen unwahrscheinlich. Autosuggestive Zustände (psychogene Ekstasen auf archaischem Boden): stellte die heilige Krankheit, die Gotterfülltheit dar.“

„Pseudologia phantastica“ bedeutet übrigens „Drang zum krankhaften Lügen und Übertreiben“.

Was Wunder, dass auch von Historikern der Koran, die Erfindung Mohammeds, als eines „der interessantesten Produkte aus der Literatur von Psychopathen“ angesehen wird.
Armin Geus, ehemaliger Professor für Medizingeschichte an der Universität Marburg  veröffentlichte 2011 das Buch „Die Krankheit des Propheten“ – Ein pathographischer Essay“. Darin heißt es:
„Koran und Hadith enthalten zahlreiche Indizien, dass Mohammed seit der ersten Offenbarung an einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie mit definierten Wahnvorstellungen und charakteristischen Sinnestäuschungen erkrankt war“.
Geus, der selbst kein professioneller Psychologe oder Psychiater ist, stützt sich auf eigene Interpretationen dieser Texte und von Fachliteratur (ca. 600 Titel) aller einschlägigen Disziplinen, wenngleich nicht mal Lange-Eichbaum in seiner „pathographischen“ Erörterung über Mohammed derartig weit gehen mochte.

Mag es aus dem zeitlichen Abstand, aus dem Fehlen reliabler Quellen im streng wissenschaftlichen Sinn nicht korrekt sein, dem Begründer des Islam etwas wie eine Psychose, Geisteskrankheit, Hirnstörung etc. zuzuschreiben, dennoch ist unbestreitbar: seit 1400 Jahren überziehen die unzähligen mehr oder minder orthodoxen Adepten der Lehre Mohammeds den Rest der Welt mit Gewalt, Feindseligkeit, Mord und Totschlag.Aus einer Lehre durchsetzt mit Hass, die Hass nach sich zieht.

Insofern haben die notorischen Beschwichtiger, die Islam- und Terroristen-Versteher in unseren Medien denn recht, dass sie die Notio von „Krankheit“ in ihrem Gerede um islamische Verbrecher-Kreaturen immer wieder hervorholen – natürlich in „verstehender“ Positur.  „Pseudologia phantastica“!?

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Merkel: Ich bereue nichts

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Kirchengemeinde macht Wahlkampf

„Love is in the air“

In Hessen herrscht Wahlkampf und so war in der hiesigen Lokalpostille („Gelnhäuser Neue Zeitung“)  zu lesen:

Ist eine Kirchengemeinde gut beraten, wenn sie Gegenveranstaltungen zu AfD-Wahlveranstaltungen initiiert und organisiert?
Ist es die Aufgabe einer Kirchengemeinde, sich in die Niederungen des politischen Wahlkampfs einzumischen?
In solcher Form?

Ich erinnere mich noch gut an manche unsäglichen Hirtenbriefe und Kanzelverlautbarungen von katholischen Bischöfen und Pfarrern in den 50er und 60er Jahren, nicht nur in meiner damaligen bayerischen Heimat. Die bewirkten eher das Gegenteil und trieben die Angesprochenen in nicht unerheblichem Ausmaß in die Arme der Angeprangerten.

Was unterscheidet diese Zeit von der heutigen?
Es gab damals, mehr als heute meine ich, eine gesunde demokratische Kultur – nicht nur Debatten-Kultur. Der politische Kontrahent wurde nicht ausgegrenzt oder verteufelt, man sprach und debattierte trotz gegensätzlicher „Weltsicht“ miteinander – „am Stammtisch“, im Verein, in der Gemeinde, im örtlichen und in den bedeutsameren Parlamenten.
Das hat sich inzwischen merkbar verändert; und nicht zum Besseren.

Papst Benedikt XVI. hat 2011 in seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag darauf hingewiesen: „Der Mensch kann sich selbst manipulieren. Er kann sozusagen Menschen machen und Menschen vom Menschsein ausschließen.“
Und das ist zunehmend in den letzten Jahren zu erleben: wer sich als Bürger nicht einem verordneten Kanon und Gebaren der Nächsten- bzw. Fernstenliebe anschließt, nicht von oben vorgegebene „Alternativlosigkeiten“ akzeptieren mag, sich z.B. öffentlich gegen die Entwertung von Ehe und Familie wendet, und/oder für das Eigene eintritt usw., wird ganz schnell als „rechts“, oder gar als „Nazi“ ausgegrenzt und damit in unserer Gesellschaft  vom „Menschsein“ ausgeschlossen.
Die evangelische Kirchengemeinde Wächtersbach begründet ihre politische Aktion mit „Menschenwürde, Nächstenliebe und Solidarität“ – als Exklusivmerkmal, zu dem es „keine Alternative gibt“. Man nimmt damit für sich in Anspruch, Gewissen, Recht, Wahrheit und Moral auf seiner Seite zu haben, und schließt implizit es bei den anderen aus.
„Herz statt Hetze!“. Man spricht den anderen ab, überhaupt Herz zu haben. Ist das christlich? Es ist höhnisch!
Die Kirchengemeinde beteiligt sich an dem gegenwärtigen, unseligen Kampf „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns!“, indem politisch nicht genehme Ansichten stigmatisiert werden. Und man macht aktiv mit bei diesen Ausgrenzungen und der so viel beklagten Spaltung der Gesellschaft.

Ist das noch ein Kampf um „Seelen“ oder um „Schäfchen“, welche doch den Kirchen immer mehr abhandenkommen?
Warum wohl?

„Love is in the air!“ betitelt die Kirchengemeinde ihr Vorhaben. Man möchte über dieses dumme, entlehnte Wortgeklingel schmunzeln, wenn die Sache nicht so ernst wäre.

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Von mäßigem Verstand

Heribert Prantls neuester Kommentar

Screenshot – © domradio.de

“Der königliche Landgerichtsrat Alois Eschenberger war ein guter Jurist und auch sonst von mäßigem Verstand.” Schrieb Ludwig Thoma (… der schon wieder!) in seiner Erzählung „Der Vertrag“.
Ludwig Thoma konnte den „Landgerichtsrat“ Heribert Prantl noch nicht kennen, sonst wäre sein Juristenverdikt wohl noch drastischer ausgefallen. Von wegen „mäßig“!

Der frühere Richter und Landgerichtssprecher Prantl, der Schnullermund und oberste Karfiol-Schwätzer von der Alpenpravda hat doch nun tatsächlich vorgeschlagen, die Türkei und Deutschland mögen gemeinsam die Fußball-EM 2024 austragen:

Es ist ein großes Ringen zwischen Deutschland und der Türkei. Die Türkei möchte das Gastgeberland für die Fußball-EM 2024 sein. Deutschland auch. Es wird am Donnerstag einen Sieger geben und einen Verlierer. Das müsste nicht sein; die Konkurrenz müsste nicht sein. Man könnte sich im Doppel bewerben, man könnte das große Fußballfest gemeinsam ausrichten – in der Türkei und in Deutschland.

Es wäre dies ein wunderbares Zeichen des Miteinanders, ein Zeichen der Verbundenheit, ein Zeichen dafür, dass diese beiden Länder eng zusammen gehören, dass sie eine gemeinsame Geschichte haben und eine gemeinsame Zukunft brauchen.

Prantl schwadroniert schlußendlich noch in seiner schier pathologischen Türkophilie auch über „Bosporus-Brücken“ und dann von einer Brücke Berlin-Istanbul, welche „die längste Brücke der Welt“ werden könnte.
So weit so so schlecht jetzt schon.
Man möchte sich schier kringeln ob der Formulierung vom „großen Ringen zwischen Deutschland und der Türkei“ . Es kommt noch besser in dem Kommentar in der SZ und man sollte sich das Werk in Gänze zu Gemüte führen – unbedingt!
Denn was da an gutmenschlichem Gesülze, merkwürdigem Geschichts- und Politikverständnis, schlicht an gequirlter Sch…. verzapft wird, spottet jeder Beschreibung.
Der Oberpfälzer Prantl hat nicht etwa einen verdorbenen Bauernseufzer verspeist, mit allen Symptomen einer Fleischvergiftung, wie Sehen von Doppelbildern, geweiteten Pupillen, trockenem Mund, Verwirrtheitszuständen und Durchfall. Nein, Heribert Prantl ist schon lange bekannt dafür, dass er geistigen Dünnpfiff absetzt oder in der medialen Öffentlichkeit – z.B. in der „Münchner Runde“ – mit bald deliranten Verhaltens- und Denkweisen aufwartet.  Prantl ist wahrlich wohl auch ein „Diamant des deutschen Journalismus“.

Aufmunternd möchte man ihm „Türkiye’ye git, eski balçık!“ zurufen, „denn dort erfährst du die garantiert jeweils richtige Behandlung für journalistischen Schmus“.

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Fritz Wunderlich

Am 26. September 1930 wurde Fritz Wunderlich geboren – ein „Jahrhundertsänger“.

Hier eines meiner Lieblingslieder von Franz Schubert, unvergleichlich gesungen von Fritz Wunderlich:

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