„Heldentum“

Als „Held“ kriegst Du heute einen kostenlosen Filterkaffee.

Wenn Du bei KI eingibst: „Held heute und einst“ – erhältst du ein Geschwurbel über heutige „Helden“. Über Personen, die eigentlich nur irgendeiner Beschäftigung nachgehen, die das offensichtlich noch tun.

Auf Joschka Fischers Verdikt wird nicht eingegangen: «Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.»

Auf die Verwässerung des Begriffs hingewiesen erscheint dann endlich dies hier:

„Heldentum beginnt erst dort, wo jemand mehr riskiert, als er müsste.
Zeit. Ruf. Sicherheit. Karriere. Manchmal Leben.
Heldentum passiert, wenn jemand mehr tut, als erwartet wird etwas riskiert, obwohl er auch bequem wegsehen könnte, und nicht sicher sein kann, dass es sich für ihn lohnt.
Alles andere ist wichtig, ehrenwert, notwendig —aber eben normal.
Normalität braucht Respekt, Heldentum braucht Ausnahme.
Oder zugespitzt: Nicht jeder, der arbeitet, ist ein Held.
Aber jeder Held arbeitet — zumindest an dem einen entscheidenden Punkt.
Arbeit ist kein Heldentum. Sie ist Pflicht.“

Ich erlaube mir, in diesem Zusammenhang auf das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm hinzuweisen (kennt KI offensichtlich nicht):
https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&lemid=H05741

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In diesem Ort steht das letzte Haus ….

Unter Verwendung von Rilkes Gedicht „In diesem Dorfe steht das letzte Haus!°

Eine wehmütige Reminiszenz an den Ort einer schönen Kindheit und Jugend:

An dieser Stelle steht das letzte Haus
So einsam wie das letzte Haus der Welt.

Die Straße, die den kleinen Ort nicht hält,
geht langsam weiter in die Nacht hinaus.

Die kleine Stadt ist nur ein Übergang
zwischen zwei Weiten, ahnungsvoll und bang,
ein Weg an Häusern hin statt eines Stegs.

Und die den Ort verließen, wandern lang,
und viele sterben vielleicht unterwegs.

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Tommie Goerz – Erlanger und fränkischer, deutscher Schriftsteller

Zwei Sätze aus seinem Roman „Im Schnee“, der im Oberfränkischen spielt, will ich vorstellen, da sie zu meiner Philosophie passen, als Motto für meinen Schreiben dienen:

„Und auch ein Wunder, was man so alles in seinem Kopf findet, wenn man nur ein wenig darin herumsucht. Oder auch, wie man manchmal darauf gestoßen wird.

Wenn dann die Menschen starben, waren die Geschichten weg. Und damit alles, was sie wussten und was sie verschwiegen hatten.“

Ich überlasse es dem geneigten Leser, dies zu interpretieren oder anzuwenden.

https://www.tommie-goerz.de/

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Ich habe genug …

Fundstück in einem „anderen Adventskalender“


https://www.artundform.de/shop/Adventskalender-Der-Andere-Advent

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„Frisch geschlagen …“

Ich weiß nicht, was meinen Vater geritten hatte, als er beschloss, diesmal einen Christbaum selbst im Wald zu schlagen. Damals – Ende der Fünfziger, Anfang Dezember.
Es war immer noch kein Weihnachtsbaum im Haus, und die ersten Weihnachtsfeiern standen bereits an: Die Sportler, der Volkschor, die Sudetendeutschen und die Schlesier hätten denn ihre Feiern im Sternsaal, ohne den obligatorischen Christbaum begehen müssen.
Also beschloss mein Vater, diesmal nicht erst über den Huttarsch für den Stern einen Baum zu bestellen, sondern selbst zu Axt oder Säge zu greifen.
Begründung: „Früher haben wir uns den Christbaum immer selbst aus dem Wald geholt. Zwar erst am Tag vor Heiligabend, aber das war Tradition!“
Wollte er wohl die Tradition aus seiner alten Heimat, dem Böhmerwald, wieder aufleben lassen?
Doch wie den Baum transportieren? Vater entschied, mit dem Viehanhänger in den Wald zu fahren – mit demselben, in dem sonst Säue oder Rinder transportiert wurden.
Er hatte sich ein Waldstück hinter Wannberg ausgesucht, am Hang hinunter zum Püttlachtal. Und er behauptete dreist, er kenne den Bauern, dem das Stück gehörte, und der hätte „sicher nichts dagegen“. Dort gäbe es zudem besonders schöne Tannen und Fichten. Ich sollte als Aufpasser mitfahren – und es wäre ja Tradition und ein Abenteuer für mich.
Wieso eigentlich Aufpasser? Und wieso Abenteuer, wenn der Waldbesitzer angeblich Bescheid wusste?
Das Problem begann schon mit der Zufahrt: ein enger Forstweg ohne Parkmöglichkeit tief im Wald. Wie sollte man dort mit dem Gespann wenden? Also stellten wir den Opel samt Anhänger etwas abseits der Straße nach Pottenstein ab.
Es war vier Uhr nachmittags und noch hell, als wir unseren Raubzug begannen. Ich trug den Fuchsschwanz aus der Werkzeugkiste meines Großvaters, er eine Axt.
Die Suche nach einem geeigneten Baum gestaltete sich jedoch schwierig – und mit jedem Schritt wurde es dusterer im Wald. Vater hatte zwar eine alte Wehrmacht-Taschenlampe dabei, die er an einen Knopf seiner Metzgermeister-Jacke geheftet hatte, aber es wurde schließlich doch knapp.
Nach langer Suche entdeckte er eine Fichte, größer als er selbst, wenn auch nicht ganz so kräftig wie erhofft. Er nahm die Säge und „ritze-ratze voller Tücke, in die Fichte eine Lücke“ wurde Hand angelegt.
Ich musste den Baum halten, „damit keine Äste abgeknickt werden!“
Der Stamm erwies sich als dicker und zäher, als das gesuchte „Bäumchen“ vermuten ließ. Vater war schließlich stolz, wirkte aber für mich gleichzeitig so, als würde er überlegen, ob man für Baumschlag ohne Erlaubnis in den Zuchthaus-Advent käme.

Zu Hause wurde der Baum erst mal kritisch beäugt. Er roch nicht nur zart nach Wald, sondern auch noch kräftig nach Viehtransport.
Mutter kommentierte trocken: „Da brauchen wir viel Lametta, sehr viel Lametta!“ Und dazu wurde eine neue Lichterkette beim Elektro-Dennerlein gekauft, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass mehr Licht den Baum irgendwie „ethisch“ aufwertet.
Nach stundenlangem Drehen, Zerren und Grübeln stand er schließlich in der Ecke neben dem Klavier. Von der Schokoladenseite betrachtet sah er ganz passabel aus. Von den anderen Seiten … nun ja. Kein Kommentar.
Aber immerhin hatten Sportler, Volkschor, Sudetendeutsche und Schlesier einen Baum – wenn man stattlich als „ungewöhnlich in Form, und Erscheinung“ definierte.
Zum Schluss meinte Vater: „Nächstes Jahr bestellen wir wieder einen – oder zwei – beim Huttarsch.“
Und damit starb die wiederbelebte Böhmerwald-Tradition schneller, als Mutter „Lametta“ hatte rufen können.

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Denk ich an Deutschland …

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In eigener Sache

Heute im Regionalteil der Nordbayerischen Nachrichten erschienen:

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„Meine Welt von gestern“

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„Klimawandel“ einst: Eintragungen aus einem Kirchenbuch eines westböhmischen Pfarrsprengels

Rekonstruktion …

1841 war der Winter andauernd und kalt. Man konnte lange mit dem Schlitten fahren.

1842 war ein sehr trockenes Jahr. Es regnete den ganzen Sommer lang kein einziges Mal ergiebig. Kartoffeln und Flachs wuchsen fast nicht.

1843 war ein Notjahr, die Folge der großen Trockenheit in den Vorjahren. Es gab Viehseuchen und Krankheiten unter den Menschen. Die Armen kochten Gräser und Kräuter zum Essen. Die beiden Schüttböden in Schüttarschen und Worowitz waren ganz leer. Viele Familien mußten Schulden machen. Der Weizen kostete 20 Gulden, Korn 19 Gulden, Gerste 15 Gulden, Hafer 10 Gulden.

1845 Im November 1844 begann es zu schneien, und es dauerte der Schnee bis in die Hälfte des März 1845. Auch das Wild hatte zu leiden. Im Schlattiner Revier blieben kaum Hasen übrig. Da das Jahr sehr naß war, verfaulten die Kartoffeln auf den Feldern und im Keller.

1847 In manchen Gegenden entstanden Unruhen wegen der Not. Das Getreide wurde den Verkäufern mit Gewalt weggenommen.

1848 suchte ein starkes Hagelwetter unsere Gegend heim. …

1874 … der Borkenkäfer verbreitete sich in diesem Jahr sehr. In Böhmen mußten viele Wälder niedergeschlagen werden.

1875 brachte einen langen Winter und ein heißes, trockenes Frühjahr. Es regnete von Mitte April bis zum 24. Juni nicht. Es gab wenig Futter für die Tiere. Die Maikäferplage war groß. Am 24. Juni war ein gewaltiges Gewitter. Von Haschowa gegen Sirb fegten orkanartige Stürme mit einem Wolkenbruch dahin.

1876 war ein Frühjahr mit großen Hochwassern. Am 7. Juni gab es ein starkes Gewitter mit Hagelschlag. Ein Drittel des Getreides war vernichtet …

1877 gab es im Mai starke Nachtfröste. Am 19. Juni war in Muttersdorf eine große Feuersbrunst. Vom 19. auf den 20. August brannten in Hostau 44 Wohn- und 32 Wirtschaftsgebäude sowie die Kirche ab. Am 6. Dezember war nochmals Feuer in Hostau.

1878 waren Mitte März noch alle Wege verschneit.

1879 gab es ein Unwetter mit Hagelschlag und Wolkenbruch, das am ärgsten in der Gegend von Ronsperg wütete …

1880 war ein Jahr mit vielen Überschwemmungen.
Vom 19. auf den 20. Mai fiel Schnee. …

1890 war das Jahr der Überschwemmungen und Wolkenbrüche. Viele Gewitter im August. Am 5. und 6. August Hagelwetter. Vom 31. August bis 3. September großes Hochwasser.

1897: In der Nacht vom 18. auf den 19. März schlug der Blitz in den Turm der Lau- renzikirche ein. Der Turm brannte vollständig ab, die Kirche selbst wurde von den Flammen nicht beschädigt.

1901: Am Sonntag, den 1. August, ging ein Wolkenbruch nieder und führte zu verheerenden Überschwemmungen. Unter dem enormen Druck der Wassermassen barst in Schüttarschen der Damm der Weiherwiesen, so daß die über den Damm führende Straße von und nach Bischofteinitz monatelang unterbrochen war.

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In eigener Sache:

„Meine Welt von gestern“

Ich darf hier meine Memoiren vorstellen, die jetzt im Buchhandel erhältlich sind:

Interview zum Buch:

Interview mit Gottfried Ebenhöh, dem Autor von „Meine Welt von gestern“ – Ein Gespräch über Erinnerungen, Verantwortung und das Vergehen der Zeit.

Frage:
Ihr Buch trägt den Titel „Meine Welt von gestern“. Das erinnert stark an Stefan Zweigs berühmte Autobiografie. War das Absicht?

Antwort:
Ja, das war es. Ich habe Zweigs „Die Welt von Gestern“ mit großem Respekt gelesen. Seine Erinnerungen sind nicht nur persönlich, sondern auch ein großes Zeitdokument. Viele Gedanken, die er formulierte, lassen sich auf meine eigene Generation übertragen. Vor allem sein Versuch, die Stimmung seiner Zeit zu beschreiben: dieser Optimismus, das Vertrauen in Technik, Fortschritt und Frieden – bis zur Jahrhundertkatastrophe von 1914 – hat mich tief bewegt. Auch wir, die „Boomer“, durften lange Zeit in einem Zustand leben, der von Fortschritt und wachsendem Wohlstand geprägt war. Bis eine neue „Zeitenwende“ ausgerufen wurde.

Frage:
Sie beziehen sich mehrfach direkt auf Zitate von Zweig. Warum?

Antwort:
Weil seine Formulierungen eine Tiefe und Genauigkeit haben, die bis heute gültig sind. Wenn er von „wunderbarer Unbesorgtheit“ oder vom „Elan“ der Jahrhundertwende spricht, finde ich mich darin wieder – in einer späteren Zeit, aber mit ähnlichen Hoffnungen. Und doch war bei uns schon früh die Mahnung gegenwärtig, dass technischer Fortschritt auch zur Bedrohung werden kann – Stichwort „Atom“ – Atomwaffen. Ein Bruch, den meine Generation immer mitdenken musste.

Frage:
Sie schreiben nicht nur über Geschichte, sondern auch über Ihr eigenes Leben. Was hat Sie dazu bewogen, Ihre Erinnerungen aufzuschreiben?

Antwort:
Ich glaube, dass wir eine Verantwortung haben, unsere Zeit zu bezeugen. Wie Irene Vallejo – über Herodot – schreibt: Erinnerungen sind brüchig. Sie sind nicht objektiv, aber sie erzählen dennoch Wahrheiten – unsere persönlichen. Und wie Jean Paul sagte: „Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ Ich wollte dieses Paradies festhalten – mit allen Brüchen, Zweifeln, aber besonders mit Dankbarkeit.

Frage:
Welche Zeit hat Sie besonders geprägt?

Antwort:
Am stärksten sicher die 1950er- und 60er-Jahre. Ich wurde in eine Zeit hineingeboren, in der Deutschland noch in Trümmern lag – die Städte, die Gesellschaft, die Familien. Und doch war es auch eine Zeit des Neuanfangs, des Aufbaus. Die Generation meiner Eltern und Großeltern hat Erstaunliches geleistet. Ich durfte in einem Umfeld heranwachsen, das Sicherheit, Werte und Zugehörigkeit bot – trotz aller äußeren Widrigkeiten.

Frage:
Die Familie spielt in Ihrem Buch eine wichtige Rolle.

Antwort:
Sehr sogar. Meine Verwurzelung in der Familie und in der neuen Heimat nach deren Vertreibung, war für mich prägend. Johannes Paul II. schrieb, dass der Mensch seine Existenz der Familie verdankt – das empfinde ich genauso. Ich habe später selbst mit meiner wunderbaren Frau drei Töchter großgezogen. Diese Erfahrung, eine Familie zu gründen und zu begleiten, gehört zu den größten Glücksmomenten meines Lebens – und auch zu den herausforderndsten. Denn wir mussten und müssen unsere Kinder auf eine Welt vorbereiten, die wir selbst nur begrenzt beeinflussen können.

Frage:
Sie äußern sich auch kritisch zur Gegenwart. Was bereitet Ihnen Sorgen?

Antwort:
Mehreres. Ich sehe eine Erosion unserer demokratischen Kultur, eine zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft, die Verachtung Andersdenkender – verbal wie strukturell. Es gibt einen Hang zu Vereinfachung, wie zu überbordender Moral, zu aggressiver Rhetorik, was mir Unbehagen bereitet. Manche Entwicklung erinnert mich schon an unselige Zeiten in unserer Geschichte. 
Auch mein Beruf, die Medizin, das Arztsein, hat sich stark verändert – nicht immer zum Besseren. Menschlichkeit und Verantwortung drohen in falsch verstandener Ökonomie, in Bürokratie und Technokratie unterzugehen.

Frage:
Ihr Buch ist nicht nur Rückblick, sondern auch ein Versuch, Zusammenhänge aufzuzeigen. Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Erzähler?

Antwort:
Ich sehe mich als Erzähler, aber bestimmt nicht so wie der brillante Stefan Zweig – das wäre vermessen. Mein Zugang ist auch eher der einer Chronik: Beobachtungen, Erinnerungen, Anekdoten, kleine Geschichten, die sich zu einem Bild fügen sollen. Ich will zeigen, wie es war – aus meiner Sicht. Ernstes und Heiteres, manchmal auch Komisches oder Absurdes. Besonders die Geschichten aus meiner Jugendzeit in Pegnitz oder aus dem „Gasthof Goldener Stern“ sollen dieses Bild menschlicher machen.

Frage:
Sie sind Arzt. Wie sehr prägt Sie dieser Beruf in Ihrer Rückschau?

Antwort:
Sehr. In meinem Berufsleben habe ich viel gesehen und erlebt – auch Dinge, die sich heute kaum jemand mehr vorstellen mag. Ich halte es für wichtig, auch diese Erfahrungen festzuhalten. Sie gehören nicht nur zu meiner Welt und sollen nicht vergessen werden – auch wenn sie vielleicht verstören oder irritieren mögen.

Frage:
Und zum Schluss: Ist Ihre Generation – wie Zweig es ausdrückte – in die „dümmste Epoche der Zeitgeschichte“ geraten?

Antwort:
Nein. Im Gegenteil. Wir haben eine unvergleichlich dynamische Zeit erlebt – voller Herausforderungen, aber auch voller Möglichkeiten. Unsere Zeit war vielleicht nicht immer „golden“, aber sie war intensiv, prägend, bewegend. Ich bin dankbar, ein Teil davon gewesen zu sein – mit allen Licht- und Schattenseiten.

Vielen Dank für das Gespräch.

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