Jürgen Habermas mit 96 Jahren verstorben!

Narr, Schwindler und Unruhestifter …

Ich gönne jedem so ein derart reifes Lebensalter – in Gesundheit.
Bei J. Habermas war es aber mit der geistigen Gesundheit von Beginn an und durchgehend nicht gut bestellt. So meine unmaßgebliche Meinung.
Aber auch die Ansicht vieler wirklich intellektueller Zeitgenossen unserer, seiner Generation.

Die Johann-Wolfgang-Goethe-Universität aus dem verkommenen Frankfurt rühmte einst Habermas als: „der wichtigste deutsche Philosoph der Gegenwart und einer der weltweit meistzitierten Intellektuellen.“

Mein Nachruf wird von seinen Verehrern und Geistesgenossen gewiss als bösartig angesehen werden, denn ich halte mich mal moralisch unkorrekt nicht an das „de mortuis nihil nisi bene!“ und sondere mein Gift ab.

Sprache bei Habermas

In der ZEIT fand ich vor etwa 6 Jahren, zu seinem 90ten Geburtstag folgenden Beitrag; es geht um die „Sprache“ bei Habermas:

„Ihre reife Gestalt gewinnt Habermas’ Analyse der Struktur der Sprache mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns aus dem Jahr 1981. Durch eine kreative Aneignung der sprachphilosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts entwirft er eine pragmatische Theorie der Bedeutung, die die Einseitigkeiten ihrer Vorgänger zu korrigieren verspricht. Nicht das Wort, nicht der Satz, sondern die an andere adressierte Äußerung gilt Habermas als die grundlegende Einheit sprachlichen Sinns.“

Haben Sie das begriffen?
Ich nicht!
Das stammt von einem gewissen Martin Seel, der „als Vertreter der „dritten Generation“ der Frankfurter Schule“ etikettiert wird.

Aber lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen:

„Die Sprachvermittlung des Weltbezugs erklärt die Rückbeziehung der im Handeln und Sprechen unterstellten Objektivität der Welt auf die Intersubjektivität der Verständigung zwischen Kommunikationsteilnehmern.“

Gaga?

Nein, Habermas!

Habermas´ Hauptwerk heißt: „Die Theorie des kommunikativen Handelns“ und zusammengefasst lautet Habermas´ philosophische Zentralthese: Die Welt ist kommunikatives Handeln!
Lässt man sich das durch den Kopf gehen, versteht man Günter Maschkes ätzende Bemerkung, dass die Habermas’sche Theorie »schnell, bequem und täglich durch die Abendnachrichten erledigt wird.«

Bei dem großen deutschen Philosophen Schopenhauer findet man dazu Folgendes – als hätte er Habermas bereits gekannt:


„Um nun den Mangel an wirklichen Gedanken zu verbergen, machen manche sich einen imponierenden Apparat von langen, zusammengesetzten Worten, intrikaten Floskeln, unabsehbaren Perioden, neuen und unerhörten Ausdrücken, welches (…) einen möglichst schwierigen und gelehrt klingenden Jargon abgibt. Man empfängt keine Gedanken, fühlt seine Einsicht nicht vermehrt, sondern muss aufseufzen: ›Das Klappern der Mühle höre ich wohl, allein ich sehe das Mehl nicht.

Der ganz gewiss bedeutende Philosoph Karl Popper geriet einst ins Visier von Adorno und dessen Zögling Habermas im Rahmen des sog. Positivismusstreits.
Popper benutzte diesen Streit, um sich „Gegen die großen Worte“ zu wenden und unterzog einzelne Äußerungen von Habermas seiner Deutung, mit Übersetzung ins Deutsche.
Popper zitiert dazu aus dem Faust:

„Mich drängt´s, den Grundtext aufzuschlagen,
Mit redlichem Gefühl einmal
Das heilige Original
In mein geliebtes Deutsch zu übertragen.“

Hier ein Auszug des Habermas´schen Schwulst in der Übertragung durch Carl Popper:

H.: Die gesellschaftliche Totalität führt kein Eigenleben oberhalb des von ihr Zusammengefaßten, aus dem sie selbst besteht.
P.: Die Gesellschaft besteht aus den gesellschaftlichen Beziehungen.

H.: Sie produziert und reproduziert sich durch ihre einzelnen Momente hindurch.
P.: Die verschiedenen Beziehungen produzieren irgendwie die Gesellschaft.

H.: Adorno begreift die Gesellschaft in Kategorien, die ihre Herkunft aus der Logik Hegels nicht verleugnen.
P.: Adorno verwendet eine an Hegel erinnernde Ausdrucksweise.

H.: Er begreift Gesellschaft als Totalität in dem streng dialektischen Sinne, der es verbietet, das Ganze organisch aufzufassen nach dem Satz: es ist mehr als die Summe seiner Teile;
P.: Er sagt daher (sie) nicht, daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile;

H.: Ebensowenig aber ist Totalität eine Klasse, die sich umfangslogisch bestimmen ließe durch ein Zusammennehmen aller unter ihr befaßten Elemente.
P.: Ebensowenig ist (sie) das Ganze eine Klasse von Elementen.

H.: die Totalität der gesellschaftlichen Lebenszusammenhänge…
P.: Wir alle stehen irgendwie untereinander in Beziehung …

H.: Theorien sind Ordnungsschemata, die wir in einem syntaktisch verbindlichen Rahmen beliebig konstruieren.
P.: Theorien sollten nicht ungrammatisch formuliert werden; ansonsten kannst Du sagen, was Du willst.

H.: Sie erweisen sich für einen speziellen Gegenstandsbereich dann als brauchbar, wenn sich ihnen die reale Mannigfaltigkeit fügt.
P.: Sie sind auf ein spezielles Gebiet dann anwendbar, wenn sie an wendbar sind.

Michael Klonovsky ätzte in diesem Kontext über Habermas:

„Sein Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt – außer ins Deutsche.

Gelingt es einem, mehr als zwei Sätze von Habermas zu lesen, darf man feststellen:
Es gibt sie also doch, die normative Kraft des Quasulatorischen, denn Habermas lieferte Vorlagen für den ganzen Soziologen-Kauderwelsch, das unverständliche Professoren-Geschwafel, das nicht nur die Geisteswissenschaften ergriff. Und die allermeisten Menschen, besonders die allermeisten Geisteswissenschaftler glauben, dass dahinter etwas besonders Geistiges, Tiefsinniges und Anspruchsvolles steckt – und kopieren das Gefasel.

Diskurs

Darüber meinte Eckhard Henscheid (in »Dummdeutsch«):

„Von J. Habermas zum Start der 80er-Jahre erfundener, eher trübsinniger Schnickschnack: Diskursethik, Diskurs über soziale Ungleichheit, Diskurs des Radikalen. Diskurstheorie des Rechts usw. usf.
Der Quatsch der akademischen 80er Jahre. Erscheint deshalb meist bei Suhrkamp.“

Historikerstreit

Habermas habe mehrere für das Geistesleben der Bundesrepublik wichtige Debatten angeregt – heißt es.

Meist durch Polemik und auf Unredlichkeit fußend und durchaus im Stil seines Lehrmeisters Adorno, der sich nicht selten durch Intriganz und als Charakterschwein auszeichnete.

Man denke an die Adorno/Horkheimer-Kontroverse, als im Jahr 1963 Golo Manns geplante Berufung als ordentlicher Professor an die sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt am Main durch die »Kollegen« Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verhindert wurde.
Habermas kroch da schon in der Schleimspur der Frankfurter Neo-Marxisten.

Die erlernte marxistische Intriganz und Hinterlistigkeit bewies er dann selbst im sog. Historikerstreit.
Die ganze Angelegenheit hier auszubreiten, würde zu weit gehen.
Es war eine öffentlich, wie auch fachwissenschaftlich geführte Debatte, die Habermas im Sommer 1986 mit einem Artikel in „Die Zeit“ (die schon wieder!) entfacht hatte. In seinem Beitrag griff Habermas führende Historiker der Bundesrepublik an.
Schließlich gelang es ihm mit Unterstützung durch gesinnungsbefreundete Historiker und die willfährige linke Presse, bedeutende deutsche Geschichtsprofessoren zu desavouieren, indem er ihnen vorwarf, sie nähmen „mit Hilfe historischer Vergleiche makabre Aufrechnungen“ vor, wie sie „bisher nur in rechtsradikalen Kreisen zirkulierten“, betrieben also „entlastenden Revisionismus“.
Einer der Habermas´schen linken Geisteslumpen, der Historiker Hans-Ulrich Wehler, »verplapperte« sich später und bekundete, es sei in diesem Streit um nichts anderes, als die „kulturelle Hegemonie“ gegangen.
Der Althistoriker Egon Flaig erneuerte vor einigen Jahren die Vorwürfe, Habermas habe Zitate verfälscht, Positionen dramatisiert und ohne Kenntnis ihrer theoretischen Voraussetzungen aus dem Kontext gerissen. Diese sonst dem „Lumpenjournalismus“ vorbehaltenen „Tricks“ hätten die Debatte absichtlich eskalieren lassen, in der sich Habermas zum moralischen Inquisitor aufgeschwungen habe.

Der englische konservative Philosoph Roger Scruton widmete u.a. auch Habermas ein Kapitel in seinem Buch „Narren, Schwindler und Unruhestifter“.

Nicht nur »moralischer Inquisitor«, nein, Habermas wollte sich gerne als der neue »Praeceptor Germaniae« – also: »Hauslehrer der Deutschen« – titulieren lassen, wenn nicht gar als „Praezeptor orbis terrarum“. Denn mit dem Deutschen hatte er es nicht so recht, was unschwer zu beweisen war.

Ein »Kompliment« möchte ich denn doch noch loswerden.
Mit einer Wortumkehrung seines angeblichen Anspruchs fasse ich zum Schluss etwas zusammen, was Habermas gleichwohl auszeichnete – mein Kompliment an den Verstorbenen:„Theorieprimat“ und „Praxisdefizit“
Wie es sich für einen echten Linken gehört.

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Der Untergang des PPP

Es wurde dankenswerterweise am Ort des früheren PPP in Pegnitz eine Stele errichtet, die an ein wichtiges Stück Pegnitzer Geschichte erinnern soll.
Zu meinem Beitrag auf FB „Der Posthalter – eine Elegie auf verlorene Gastlichkeit“ auf der Pegnitzer FB-Seite, aus meinen „Pegnitzer Miniaturen“ kam die Frage auf:

Warum wurde das einst so renommierte Posthotel in Pegnitz eigentlich abgerissen?“

Der Abriss, der Untergang des PPP stand am Ende einer sehr langen Entwicklung,
Der Grundbesitz der Familie Pflaum war in Pegnitz einst legendär. Er erlaubte, viele Jahre den Ausbau des Gasthofs zu einer „Destination“, welche den Brüdern Andreas und Hermann, der Familie Pflaum, mit ihren Ansprüchen genügen sollte. Und der Erfolg war stupend. Das PPP zählte schließlich zu den Spitzenhotels nicht allein in der Region, sondern gar für Deutschland in der Welt der Gastronomie.
Die 70er- bis in die 90-Jahre waren die „Boom-Jahre“, gastronomisch.
Aber nicht unbedingt wirtschaftlich gesehen.
Die finanzielle Zuführung aus den Grundstückserlösen und Wertzuschreibungen erschöpften sich und nicht nur einmal stand man vor der Insolvenz.
Schließlich waren mit Beginn der 2000er-Jahre Vertrauenswürdigkeit und Solvenz überzogen. Die „Hausbank“ der Pflaums, die Schmidt-Bank war selbst in Bedrängnisse geraten.

2007 musste das Hotel schließlich endgültig Insolvenz anmelden.
Es folgte eine Reihe unklarer Eigentümerwechsel: Verkauf an den ukrainischen Investor Jurij Salnikow; Insolvenz dessen Firma; Weiterverkauf an eine Briefkastenfirma (Recors Ltd.).
Unseriöse „Investoren“, die zunächst vorgaben, das PPP zu retten, erhalten zu wollen: doch es waren eiskalte Spekulanten.
Nicht nur deren Rolle, auch die Rolle der Bank(en) und der lokalen Politik waren in dieser Krisensituation für die Außenstehenden und die Betroffenen oft befremdend, erschienen nicht Wenigen kontraproduktiv.
Viele „echte Pegnitzer“ waren, wie ich mich erinnere, auch nicht so recht am weiteren Schicksal des PPP interessiert.
Der von der Presse so benannte „Weiße Ritter“ Winfried Stöcker, mein Schul- und Studienfreund, der „Milliardär von Euroimmun“ in Lübeck, nahm nach Analyse der wirtschaftlichen Gegebenheiten Abstand davon, für dieses Projekt in seiner früheren Heimatstadt zu investieren.

Die sogenannten Investoren aus dem Osten Europas begannen, das Inventar des PPP mit seinen Kunstschätzen und allem sonst systematisch auszuplündern.
Der Wert der Immobilie – ohne die ehemaligen Luxus-Suiten und historischen Bestände – gab mehr her für neue Immobilienprojekte – und so kam die Spitzhacke ins Spiel.

Das Grundstück war für neue Nutzung wertvoller als das alte Hotel.

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Angeeckt …

Da bin ich bei den „echten Pegnitzern“auf Fcebook wieder gewaltig angeeckt, da ich dieses Bauwerk für hässlich halte.
Da werde ich belehrt, dass sich Architektur weiter entwickelt und die Geschmäcker verschieden seien.
Ich solle meine Klappe halten.
Wurde bezüglich Ästhetik in Pegnitz auf „meinen“ Stern verwiesen (die langsam verrottende Heimstatt meiner Kindheit, die mir aber gar nicht gehört).
Usw.
Ich mag nicht spekulieren, was die heftigen Reaktionen ausgelöst hat.

Ob sich die Architektur weiter entwickelt hat, darüber kann man gleichwohl streiten. Und dass Geschmäcker verschieden sind, ist eine Binsenweisheit wie: „die Schönheit liegt im Auge des Betrachters!“

1919 wurde von Walter Gropius das „Bauhaus“ in Weimar als Kunstschule gegründet. Es sollte etwas völlig Neues darstellen: die Zusammenführung von Kunst und Handwerk. Das historische Bauhaus galt alsbald als die einflussreichste Bildungsstätte im Bereich der Architektur, der Kunst und des Designs im 20. Jahrhundert und als Heimstätte der Avantgarde der klassischen Moderne auf allen Gebieten der freien und angewandten Kunst und Architektur.
Gropius war Vorsitzender einer linken Vereinigung von Architekten, Künstlern und Intellektuellen – dem Arbeitsrat für Kunst, der den Anspruch hatte, die Novemberrevolution in den Bereich der Kunst auszuweiten. Man glaubte an die Notwendigkeit einer neuen Gesellschaft, und Ziel war es, die Trennung zwischen Kunst und Handwerk zu überwinden und eine (sozialistische) Gesamtumgebung zu schaffen, die angeblich für das Leben der Menschen geeignet war.

Die wichtigsten Protagonisten wie Gropius, Mies van der Rohe u.a. emigrierten in die USA und brachten ihre Kreierungen eines fragwürdigen, späteren „Weltkulturerbes“ auch dorthin.

Tom Wolfe, der verstorbene amerikanische Schriftsteller, Journalist und Dandy, der mit Verve gegen jegliche Hässlichkeit in der Welt anschrieb, ätzte in seinem Buch „From Bauhaus to our house“:
„Alteuropas Lasten schwappten über den Ozean. Nicht nur das Bauhaus wuchs in Chicago als „New Bauhaus“ in Richtung „Kathedrale des Sozialismus“, auch die Psychologen bekamen die „Pest“ der Psychoanalyse mitgebracht (nach der Inkubationszeit, die durch Freuds Besuch in den USA ihren Anfang nahm), auch musikalisch brachte Europa schwerstes Geschütz mit in Form von Arnold Schönbergs „Dodekaphonie“. Nicht zu sprechen von der Malerei, die die Amerikaner infizierte und vorbereitete für die künstlerische Machtübernahme nach dem Zweiten Weltkrieg.
… der herrschende Architektur-Stil im Babylon des Kapitalismus wurde der Soziale Wohnungsbau. Sozialer Wohnungsbau, wie er von einer Handvoll Architekten in den Verbünden inmitten der Trümmer Europas in den frühen Zwanzigerjahren entwickelt worden war, wurde nun hoch und breit aufgetürmt, in Form von Kunstgalerie-Anbauten, für altehrwürdige Ivy-League-Universitäten, Museen für Kunstmäzene, Eigentumswohnungen für die Reichen, Firmensitzen, Rathäusern, Landhäusern. Arbeiterwohnungsbau für jeden Zweck, außer für Arbeiter zum Wohnen.“

In puncto Ästhetik in der Architektur ist vor allem auch Roger Scruton eine großartige intellektuelle Quelle.

Dem Bauhaus ist die Kunst des Plattenbaus zu verdanken und die Termitenbauten zur sozialistischen Massenmenschhaltung a la Gropiusstadt in Berlin, Neuperlach in München, Killesberg in Stuttgart und viele andere Wohnreviere und sog. Trabantenstädte.
In den nach dem 2. Weltkrieg sozialdemokratisch regierten Großstädten Deutschlands wurde die gewiss vom „Bauhaus“ beeinflusste Kaufhof- oder Sparkassen-Architektur der 50er und 60er-Jahre bis in jüngste Zeit für die neu-deutsche Hässlichkeit auch vieler Innenstädte prägend.

Der oder die Architekten dieses angepriesenen Wohnreviers in Pegnitz folgten wohl der Bauhaus-Schule, betrachtet man die „Formgebung“ des Gebäudes.
Ist auch einfach mit Zeichen-Programm auf dem PC oder neuzeitlich mit KI zu erstellen. Sogar ich oder ein eingeschulter Schimpanse aus dem Frankfurter Zoo könnten das hinkriegen.

Da hatten die „neuen Häuser“ diese Arbeiter-Behälter der 30er-Jahre in Pegnitz mehr ästhetische Ausstrahlung als diese Fertigbau-Klötze.

Erstaunlich war, dass zum erwähnten Bauhaus-Jubiläum gerade in den dem modernistischen Zeitgeist verschriebenen Postillen kritische Töne aufschienen.
Die Süddeutsche titelte zur Bauhausarchitektur: „Wie ein Anfall von Würfelhusten.“
Und die Zeit schmähte eines der Dessauer „Meisterhäuser“: „Ein ungemütliches Angeberhaus … Richtiges und falsches Wohnen – richtig ist das Bauhaus, falsch sind Wohnküchen, verwinkelte Gassen, Blumentöpfe, die vor dem Haus auf der Straße stehen. Unordnung und Unübersichtlichkeit sind schlecht, Leere und rechte Winkel sind gut.“

Und wenn man sich mit dem „Zentrum“ einer fränkischen Kleinstadt als Standort beschäftigt, sind hier eigentlich typisch:
Satteldächer,
rote Ziegel,
kleinteilige Fassaden,
unterschiedliche Gebäudeformen,
Straßenräume mit Struktur.

Wenn plötzlich so ein glatter weißer Kubus mit einem weiteren, aufgesetzten Kubus auf dem Flachdach auftaucht, wirkt es schon wie ein Fremdkörper.

Besitzen heutige Architekten keine Kreativität mehr?

Wenn ich noch mal auf die Welt komme, werde ich Architekt und bescheiße meine Umgebung und die Auftraggeber.
Entweder mit Architektur „von der Stange“ oder von KI. Und stelle saftige Rechnungen!
Als in den 70er-Jahren in Pegnitz Turnhalle und Schwimmbad errichtet wurden, musste die Stadt erhebliche Summen besonders an den Architekten abdrücken. Dabei konnte man überall in den Landen bis auf den letzten Zentimeter identische Projekte von ihm schon längst bewundern.

Zum Glück wohne ich selbst in einem Haus, das noch einigermaßen Stil und Wohlfühl-Atmosphäre hat und in das „Weichbild“ des Ortes passt.

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Valeri, valera – Streit um die Frankenhymne

Franken gegen Franken: Identitätskrise wegen Hymnenstrophen.

„Seit über 150 Jahren wird es gesungen, das Frankenlied, und gilt als inoffizielle Hymne aller Franken. Eigentlich. Doch jetzt ist den Mittelfranken aufgefallen, dass sie in keiner Zeile erwähnt werden. Deshalb will der Bezirk eine weitere, explizit mittelfränkische Strophe hinzudichten lassen und hat dafür einen Wettbewerb ausgerufen. Das stößt aber den Oberfranken auf, spiele doch das Frankenlied bei ihnen und lasse sich nicht mal eben „im Vorbeigehen“ verändern. Tiefe Gräben tun sich auf …“: sogar das Fernsehen hat sich des Themas angenommen: in der Sendung „Quer“ des BR vom 26. Februar 2026.

https://www.ardmediathek.de/video/quer-mit-christoph-suess/franken-gegen-franken-identitaetskrise-wegen-hymnenstrophe/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNVdPMDIyMjY5QTAvc2VjdGlvbi84OTk3ZDU3MC0xODExLTQzY2ItYmQ3Ny02ZTZkNDg1NTY4MGY

Ein Landrat (Lichtenfels) und ein Bezirkstagspräsident (Mfr.) sind in diesem Kulturkampf mit von der Partie.

Fast jeder echte Franke kennt wenigstens einige „Gsetzla“ der Hymne. Söder kennt nur „Valeri und valera …!“
In der vierten Strophe wird Bamberg, der Hl. Veit von Staffelstein und der Grabfeldgau besungen. Natürlich immer wieder der Main und der Wein. Bamberg und Staffelstein für Oberfranken; Grabfeldgau und Wein für Unterfranken.
Aber nix von Bratwurst, Christkindlasmarkt und Schäuferla.
Sowas gehd goar ned!

Hier ein Vorschlag für eine Mittelfrankenstrophe:

Vom Pegnitzstrand, zur Altmühl hin,
wo Nürnbergs Zinnen stehen,
da klingt der Sang durch Stadt und Flur,
so stolz und wunderschön.
Wo Schäuferla bruzzelt, Bratwurst glüht,
Und laben uns bei Bier und Wein —
Wo Söder ruft: „Mein Frankenland,
Mittelfranken soll es sein!“

Es gibt historisch schon verbürgte Ergänzungsstrophen zu Viktor von Scheffels Versen, die uns Franken wohl gefallen sollten – über jeden Streit hinweg (Quelle: Wikipedia):

7. Strophe
O heil’ger Veit von Staffelstein,
beschütze unser Franken
und jag’ die Bayern aus dem Land!
Wir wollen’s ewig danken.
Wir wollen freie Franken sein
und nicht der Bayern Knechte.
O heil’ger Veit von Staffelstein,
wir fordern uns’re Rechte!

8. Strophe
Napoleon gab als Judaslohn
– ohn’ selbst es zu besitzen –
ganz Franken und die Königskron’
den bayrischen Komplizen.
Die haben fröhlich dann geklaut
uns Kunst, Kultur und Steuern,
und damit München aufgebaut.
Wir müssen sie bald feuern!

9. Strophe
Drum, heil’ger Veit von Staffelstein,
Du Retter aller Franken:
Bewahre uns vor Not und Pein,
weis’ Bayern in die Schranken!
Wir woll’n nicht mehr geduldig sein,
denn nach zweihundert Jahren,
woll’n wir – es muss doch möglich sein –
durch’s freie Franken fahren!

Ich will aber Bengatz (Pegnitz), meinen Heimatort nicht vergessen, hat doch V. von Scheffel ihn auch nicht ausdrücklich erwähnt.

Vielleicht wird dann diese Strophe beim nächsten „Flinderer“ oder „Bratwurstgipfel“ in Pegnitz gesungen:

Zur Bengatz hin, zum kleinen Kulm,
wo dunkle Wälder stehn,
da klingt das Lied von Bier und Brot
so stolz und wunderschön.
Wo frische Schipf und kühles Bier
uns laben stark und gut —
Bengatz ist mein Heimatland,
dir gilt mein Sang voll Glut!

Valeri, valera …


Zum Mitsingen ( ab 1:16):

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Olympische Spiele

Halleluja – endlich ist der Sch… vorbei!

Ich lebe mit einer Frau zusammen, die Sport liebt.
Ich muss das anerkennen – und erdulden!
Sie lebt ihn, sie durchdringt ihn – am Fernseher.
Ich nicht!
Wenn im Fernsehen „Olympia“, und vor allem Biathlon übertragen wird (auch wenn sie sonst was gegen Schießeisen hat!)
Da läuft dann den ganzen Tag der Fernseher, ob sie schaut, hört – nicht schaut oder nicht hört: „Hauptsache der Fernseher ist an“, wie sie mal früher dagegen zu sagen pflegte!
Ich zieh mich in dann mein Kabuff zurück.
Das ist mein Raum. Mein Ort des Rückzugs, Denkens, Schreibens, Schweigens, mein „Saustall“…
Türe zu!

Aber das Sportgeschehen dringt dann doch durch jede Ritze.

  • Das hysterische Gekreische von Reporter/innen bei von ihnen erhobenen Jahrhundertereignissen.
  • Hirnlose Kommentare zu jedem Pups, den ein „Sportler“ oder „Experte“ fahren lässt.
  • Die Vergewaltigung der deutschen Sprache, wenn die „Halfpipe“ oder „Cross-Line“ heruntergebrettert wird.
  • Die penetrante Blechstimme einer ehemaligen Biathlon-Heldin, die jetzt jeden Tag ins Mikrofon röhren darf.
  • Oder dieser nervige Ski-Experte mit seinem enervierenden Schweizer Dialekt, der ebenfalls jeden Tag seinen Quatsch auspressen darf.
  • Usw., usw., usw. …

Das Fernsehen verwöhnte uns in dieser Zeit: mit wenigstens fünf Stunden Übertragung von „Curling“ täglich – was keine Sau interessiert, oder mit anderem sportlichen Tinnef. Aber auch mit einem Anflug von sonst im ÖRR verpöntem Nationalismus, wenn sechs Mal am Tag eine Siegerehrung mit Nationalhymne abgespielt wurde, wenn mal ein Deutscher „Gold“ gewann. Man machte auch nationale Hoffnung, auch wenn zu erwartende Versagensleistungen „unserer Athleten“ anstanden, oder eigentlich hoffnungslose Typen aus Deutschland in den Wettstreit traten.
Versagen und Hoffnungslosigkeit waren das Merkmal Deutschlands in der zurückliegenden sportlichen Auseinandersetzung. Wie es auch sonst für Deutschland gilt.

Ich habe vieles versucht: Einfach Türe zum „Übertragungsraum“ schließen; Musik anhören; mich in Podcasts über die innere Leere meines gegenwärtigen Daseins flüchten – natürlich mit Kopfhörer; Rufe in der Mediathek eine Folge „Barnaby“ auf.
Aber es hilft nichts.
9.00 Uhr bis 23.00 Uhr läuft die Glotze. Und wehe, ich mache eine kritische Anmerkung.
Und ich saß da und dachte: Könnte ich jetzt vielleicht auch mal die Steuerunterlagen ordnen, mein Schreibtisch-Chaos reduzieren. Oder was sonst Nützliches machen, das mich ablenkt? Und nicht Strom für den Computer abzieht …

Es gab aber auch was zu essen -von der Frau zubereitet.
Und trotzdem blieb dabei die Glotze eingeschaltet.

Manchmal denke ich, lebe ich wirklich schon mehr als fünfzig Jahre mit so einem Sportfan zusammen?

Doch! Denn wir reden dann doch manchmal noch zwischendurch miteinander.

Ist das die wahre Meisterleistung in einer Beziehung: Wenn man eine Hälfte eines Partners und seines Lebens nicht ganz versteht – aber trotzdem dann noch gern mit ihm lebt?

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Kirchenschließung in meinem Heimatort

„Meine“ Kirchen in Pegnitz

Wie an vielen Orten im „christlichen Abenland“ wird die Schließung von Kirchen diskutiert. So auch in meinem Heimatort.

Das Verschwinden, der Untergang der dortigen Marienkirche wäre für mich ein schmerzlicher Verlust – auch in der „Fremde“. Auch für mich „Renegaten“, auch wenn, oder gerade weil es vielleicht nicht abzuwenden ist,
Und dann in einer Zeit, in der landauf landab fremdländische „Glaubenstempel“, Moscheen aus dem Boden sprießen!

Mit dieser Kirche verbinden sich meine frühesten religiösen Erfahrungen und Prägungen. 1953 war ich zum ersten Mal dort, mit der Kindergartengruppe. 1954 folgte der erste Schulgottesdienst, und dann über viele Jahre hinweg immer wieder Rorate im Advent, die Karfreitagsliturgie, die Osternacht und die Feier der Auferstehung. 1955 sang ich erstmals an Weihnachten als Kurrendesänger unter Lehrer Bauer. 1957 empfing ich dort Erstkommunion und Firmung. Von hier aus gingen auch die damals so eindrucksvollen Fronleichnamsprozessionen ihren Weg durch die Stadt.

Das letzte Mal, nach meinem Wegzug aus Pegnitz, war ich 1988 in dieser Kirche – zur Trauung meines Bruders. Doch mitnichten ist die Erinnerung verblasst. Im Gegenteil: Die Bilder und Empfindungen jener Jahre sind bis heute lebendig.

Mit der Herz-Jesu-Kirche habe ich mich dagegen nie wirklich anfreunden können. Schon die Backsteinästhetik dieses Baus blieb mir fremd, wie die vieler moderner Kirchen jener Zeit, diesen „Gebetsabschussrampen“, wie sie ein Freund bezeichnete. Sie hatten gewiss ihre Berechtigung, doch mein eigenes Empfinden fand darin nie ein Zuhause. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich dort im Juni 1974 von dem sehr geschätzten Pfr. Vogl eine sehr verstörende Trauungsansprache erlebte, die mir lange im Gedächtnis blieb. Wie mit aus den Mauern gelösten Backsteinen auf uns geworfen!

Glaube – katholischer Glaube – drückte sich für mich immer auch in der Sprache der Architektur aus: im Aufstreben der gotischen Pfeiler und Türme, im ernsten Gewicht romanischer Kirchen, in der freudigen, fast spielerischen Fülle des Barock und ebenso in der klaren Ordnung klassizistischer Formen.

Die barocke Ausstattung der Marienkirche kam diesem Empfinden sehr entgegen. Sie gab dem Raum Wärme, Würde und Feierlichkeit für so viele Anlässe.

Kunsthistorisch mag ein mögliches Verschwinden der Pegnitzer Kirchen kein großer Verlust sein. Für mich aber – und gewiss für viele andere, die dort getauft wurden, beteten, sangen und Abschied nahmen – wäre es weit mehr als das. Es ginge ein Ort verloren, an dem Leben und Glaube über Generationen hinweg zusammengewachsen sind. Ein Stück eigener Herkunft würde still verschwinden.

Doch bleiben die Erinnerungen. Sie tragen weiter, was Mauern allein nicht bewahren können.

Quo vadis occidens christianus?

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Ein deutsches „Volkslied“

Negeraufstand ist in Hamburg,
Frauen flüchten in der Nacht.
In den Straßen von St. Pauli
Werden Frauen umgebracht.
Hea humbassa
hea humbassa
hea hea ho

In den Nächten gellen Schreie,
Messer schwingen hin und her.
Negerhände greifen
Nach dem Geld und auch nach mehr.
Hea humbassa
hea humbassa
hea hea ho

Wieviel Leichen da schon lagen,
Mag die Zeitung noch nicht sagen;
Doch man wird gebeten,
Auf die Täter nicht zu treten.
Hea humbassa
hea humbassa
hea hea ho

Vor dem Tore stehen Syrer,
Ganz bekannte Terrorführer,
Und sie warten auf ein Opfer,
Das man abmurkst mit nem Klopfer.
Hea humbassa
hea humbassa
hea hea ho

Auf dem Bahnhof stehen Kisten
Mit vergessnen Christen,
Die in Hamburg abgeschlachtet,
Werden zu Vergessenheit verfrachtet.
Hea humbassa
hea humbassa
hea hea ho

Und im Keller auf den „Kohlen“,
Sitzen Bullen mit Pistolen,
Trau´n sich jedoch nicht zu schießen –
Dem Senat den Plan vermiesen!
Hea humbassa
hea humbassa
hea hea ho

Das Original aus der „Mundorgel“:

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Der Mythos vom privilegierten Privatpatienten

Es wird gebetsmühlenartig behauptet, Privatpatienten seien im deutschen Krankenhauswesen eindeutig bevorteilt. Meine Erfahrungen widerlegen diesen Mythos gründlich.
Nach elf Tagen stationärer Behandlung konnte ich meine Frau aus einem als renommiert geltenden Kreiskrankenhaus – „Akademisches Lehrkrankenhaus“ – abholen. In dieser Zeit sah sie – trotz Privatstatus – kein einziges Mal den Chefarzt, keinen Oberarzt, nicht einen offiziell benannten Vertreter. Die Rechnung für die angebliche „Chefarztbehandlung“ wird gleichwohl ihren Weg zu uns finden – ausgestellt von einem Arzt, der real nicht in Erscheinung trat. Privatpatientenprivileg im Jahr 2026: kassieren ja, gesehen werden nein.
Der Stationsarzt war freundlich, engagiert und erkennbar bemüht, fachlich wie menschlich. Als ehemaliger Klinikchef kann ich sagen: Solche Kollegen müsste man fördern und stützen – statt sie in einem System allein zu lassen, das sie strukturell und fachlich überfordert.
Das Pflegepersonal war überwiegend freundlich, weitgehend engagiert, aber offensichtlich schlecht organisiert.
Neben vielen bemühten Kräften fand sich – wie fast schon obligat – auch der Pflegedrache im Nachtdienst, dessen Umgangston insbesondere gegenüber älteren Patienten erschreckend war.
Die Desorganisation zeigte sich bereits in der Notaufnahme: unerträglich lange Wartezeiten, die für echte Notfälle gefährlich werden können – und offenbar auch werden. Personal war durchaus vorhanden, jedoch schlecht koordiniert.
Der Gesamteindruck schwankte zwischen Hühnerhaufen und Kaffeekränzchen, offiziell „Besprechung“ genannt.
Zugutehalten muss man: Meine Frau wurde aus einer akuten, problematischen Situation herausgeholt. Dafür sind wir dankbar. Das eigentliche Ziel jedoch – eine spürbar bessere gesundheitliche Situation als vor dem Krankenhausaufenthalt – wurde nicht erreicht.
Mein Wunsch, diese Punkte mit dem Chefarzt oder zumindest einem Oberarzt zu besprechen, verlief ins Leere. Kommunikation nach oben scheint im modernen Klinikbetrieb nicht mehr vorgesehen.
Besonders befremdlich war ein Vorgang kurz vor der Entlassung: Am Donnerstag wurde eine im Sterben liegende Patientin zu meiner Frau ins Zimmer gelegt. Am Freitagabend, dem Vorabend der Entlassung, erfolgte dann hektisch eine Zimmerverlegung meiner Frau. Menschliche Sensibilität und organisatorische Planung wirkten dabei gleichermaßen abwesend.
Immerhin: Am Entlassungstag waren Brief und Unterlagen vollständig. Der Arztbrief selbst ist ein Dokument, über das man – selbst als Orthopäde und gewiss als Kardiologe – ein eigenes kritisches Exposé verfassen könnte. Ich verzichte darauf.
Über die Qualität der Verpflegung habe ich mich an anderer Stelle bereits geäußert.
Was bleibt, ist der Eindruck: Vom Krankenhauswesen kann man kaum noch sprechen, eher von einem Krankenhausunwesen.
Der viel beschworene Vorteil des Privatpatienten erweist sich dabei als reines Abrechnungsprivileg ohne inhaltliche Gegenleistung.
Ich habe bei eigenen Krankenhausaufenthalten in Gießen weniger drastische Erfahrungen gemacht. Doch auch dort schickt mir der Chefarzt seit Jahren zuverlässig Rechnungen – ohne mir bei den letzten drei Aufenthalten ein einziges Mal begegnet zu sein.
An meiner früheren Klinik war das undenkbar. Chefarztvisiten waren selbstverständlich, für alle Patienten, mindestens einmal wöchentlich. Nicht aus Abrechnungsgründen, sondern aus Verantwortung.
O tempora, o mores.

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Klima-Verarschung

Da versprechen uns die Klimaexperten seit Jahren eine Warmzeit – und dann das.
Zugegeben: Noch kein Winter wie in den 60ern oder 1978/79. Aber es reicht.
Und wie müssen erst die armen Berliner momentan leiden – oder gelitten haben.

Dabei hatte ich mich so gefreut …
Auf eine Warmzeit wie bei den alten Römern, als man angeblich ohne Winterausrüstung die Alpen überquerte. Gut, ich überquere die Alpen heute nicht mehr – aber die Vorstellung ist doch tröstlich.
Skifahren? Mag ohnehin auch nicht mehr jeder.
Statt Rodelbahn: Wasserrutschen im Freizeitpark.
Oder nehmen wir das mittelalterliche „Klimaoptimum“ von 900 bis 1300 nach Christus. Weinbau in Nordeuropa, volle Speicher, meist zufriedene Menschen. Kein Heizkostenzuschuss, keine Wärmepumpenpanik, kein moralisch aufgeladenes Thermometer, keine CO2-Steuer!

Ich hatte mich jedenfalls eingerichtet:

  • Kein Schneeschippen mehr.
  • Kein schlechtes Gewissen wegen Streusalz.
  • Heizöl oder Strom höchstens noch für die luxuriöse Erwärmung des Duschwassers.
  • Grillen im Freien – das ganze Jahr.
  • Winterkleidung? Überflüssig.
  • Winterreifen? Ein Relikt vergangener Zeiten.
  • Frostschutzmittel fürs Auto? Historische Folklore.

Und was bekomme ich stattdessen?
Kälte. Schnee. Glätte. Heizkosten. Und Experten, die mir erklären, dass genau das nun der Beweis für die Erwärmung sei.
Wie kann man solchen Experten eigentlich noch vertrauen?
Oder einer Luisa Neubauer, die selbst aus einer Warmzeit eine Katastrophe zu konstruieren vermag.

Ich sage: Ich habe fertig mit diesen Leuten.
Glaubts mir.

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Der tägliche Fraß im Krankenhaus


Niemand sollte so krank werden, dass er stationär in ein deutsches Krankenhaus muss. Nicht nur wegen der Krankheit. Sondern wegen des Essens.
Was Patienten dort vorgesetzt bekommen, hat mit Ernährung nichts zu tun. „Fraß“ ist noch freundlich formuliert. Es ist systematisch geschmacksneutral, nährstoffarm und offenbar mit dem Ziel produziert, jede Freude am Leben endgültig zu beseitigen.

Ich war in den letzten fünf Jahren mehrfach stationär: Kreisklinik, „Herzzentrum von Weltruf“, renommierte Uniklinik. Medizinisch alles weitgehend okay.
Aber kulinarisch überall dasselbe Elend.
Wer glaubt, das sei ein Einzelfall, sollte einfach mal im Bekanntenkreis nachfragen. Lob für Krankenhausessen ist die seltenste Diagnose.

Bei der Aufnahme bekommt man einen Speiseplan, der Auswahl vorgaukelt: Vollkost, Schonkost, vegetarisch, vegan. Frühstück und Abendessen mit vielen Optionen. In der Realität landet fast immer Graubrot, eine Scheibe Gouda und tiefgekühlte Butter auf dem Tablett. Bestellungen gehen regelmäßig schief. Organisation? Fehlanzeige.
Fleisch gibt es ausschließlich halal, alles mit dem Zusatz „ohne Schwein“. Geschmack ebenfalls ohne. Was wohl notwendig, von der Sache her angebracht erscheint. Geht man durch die Aufenthalts- und Ambulanzbereiche der Klinik, hört man ja kaum mehr ein deutsches Wort – überwiegend arabisch, türkisch und andere Idiome.
Der wöchentliche Speiseplan wiederholt sich wie eine Drohung:
Sauerbraten als Schuhsohle in brauner Pampe. Frikadellen in braunem Pampf. Ragout aus undefinierbaren Fleischresten. Mittwoch: Zwangs-Veggie-Tag – kulinarische Körperverletzung mit pflanzlichem Feigenblatt.
Die georderten Suppen am Abend schmecken salziger als jede Maggi-Plörre. Joghurt und Milchreis kommen zuverlässig kurz vor Ablaufdatum. Frisch ist hier höchstens der Frust.

Wer glaubt, Ernährung spiele für Genesung, Immunsystem oder psychische Stabilität eine Rolle, muss feststellen: deutsche Krankenhäuser sehen das anders.
Hier wird man medizinisch behandelt – und nicht nur kulinarisch bestraft.

Aktuell liegt meine Frau in einer Klinik. Die Zustände haben sich kein Stück verbessert.
Essen ist dort keine Unterstützung der Heilung, sondern Teil des Problems.

Man kann medizinisch Weltklasse sein.
Wenn man seine Patienten aber täglich so füttert, signalisiert man vor allem eines:
Du bist hier kein Mensch. Du bist eine Kostenstelle.

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