„Frankfurter Schule“ – Nachbetrachtungen zur Buchmesse.

Zurück von einem entspannten Urlaub stießen mir beim Durchsehen meiner aktuellen, lokalen Qualitätspostille als erstes zwei Artikel zur Buchmesse ins Auge: „Lautstarke Tumulte bei Frankfurter Buchmesse“ titelte ein Redakteur und Margaret Atwood erhält Friedenspreis – die kanadische Schriftstellerin sieht nach der Wahl in Deutschland die »Gruft« geöffnet“.

Der Artikel über die „Tumulte“ insinuiert bald, dass natürlich nur die schlimmen Rechten an der Betriebsstörung betreffend die Messe-Harmonie schuld sein konnten. So wird denn in dem Beitrag abschließend Jutta Ditfurth zitiert: „Wer Nazis einlädt, hat Nazis auf der Messe – und, oh Wunder, die verhalten sich dann wie die Nazis.“

Das interessierte mich natürlich und so forschte ich umgehend in den Online-Portalen der Qualitäts- wie auch der Schwindel-Medien nach (Der Leser möge die Zuordnungen selbst treffen).

„Die Rechten stilisieren sich nach dem Buchmesse-Eklat zu Opfern“ schreibt die Süddeutsche.
Die Franfurter Rundschau spricht gar von „Landnahme“: „Rechtsextremen um den Antaios-Verleger Götz Kubitschek gelingt es, die Buchmesse zur Bühne ihres „Kulturkampfs“ zu machen. Nach einem Auftritt von Björn Höcke eskaliert die Stimmung…“

Stein des Anstoßes war/ist also – wenn man alle Quellen durchforscht – die Zulassung von sogenannten rechten Verlagen wie Antaios, Manuscriptum und Junge Freiheit auf der Buchmesse.
Ich wundere mich, da dies doch keineswegs ein Novum für die Buchmesse war, sondern diese Verlage schon seit Jahren dort mehrfach präsent waren. Und so irrt schon mal auch ein „aufgeklärter“, sog. Medienkritiker der Plattform Meedia, wenn er schreibt: „Die Frankfurter Buchmesse hat in diesem Jahr auch Stände so genannter rechter Verlage zugelassen“.
Man braucht nicht weiter auf die einzelnen Vorgänge dort eingehen – ein linker Radaumacher kriegt nicht nur sprichwörtlich eine aufs Maul, ein anderer wird von einem Ordner „attackiert“, der Messedirektor will mit Flüstertüte und mit einem Polizeioffizier im Hintergrund am Stand der Rechten Ordnung schaffen, usw. – um zu erkennen: die Buchmesse hat ein Problem.

Aber nicht erst heute.

Ich hatte das Glück, vor Jahren den langjährigen Direktor der Frankfurter Buchmesse (1958 bis 1973) Sigfred Taubert kennenzulernen: ein ungemein gebildeter, polyglotter und charismatischer Mann. Ein „fanatischer“ Bücherliebhaber und -sammler, der seinerzeit die Frankfurter Buchmesse zu einem international gewürdigten Kulturereignis in Deutschland hinführte. Immer schon mal in Konflikt mit seinem „Brotherrn“, dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.
Er hat mir erzählt, wie in den Jahren 1967/68 und danach versucht wurde – entstehend aus der „Frankfurter Schule“, die Buchmesse für die linke Clique und deren Stall exklusiv zu vereinnahmen, und wie auch von kommunaler und staatlicher Seite auf die Messeleitung eingewirkt wurde. Er erlebte hautnah die Protestattacken der damaligen „Antifa“ – seinerzeit sich Apo nennend.
1967 griffen die Studentenproteste denn auch auf die Buchmesse über: „Enteignet Springer!“ war die Parole, die man auch auf der Buchmesse herauskrakeelen wollte. Auf der Gegenseite gab es denn Aktionen gegen das sog. „Braunbuch“ eines DDR-Verlages, in dem bundesdeutsche Politiker als Altnazis gebrandmarkt wurden.
Der Messefrieden war gestört und dann wurde die Buchmesse 1968 – als man versuchte, Schutzbarrieren aufzuziehen – als „Polizeimesse“ von links her diffamiert. Die Messeleitung hatte in Blick auf 1967 versprochen, „erforderliche Maßnahmen zu ergreifen um die Wiederholung derartiger Vorkommnisse zu verhindern und den Messefrieden zu gewährleisten“.
Die Apo scherte sich nichts darum.
1968 wurde der Prager Frühling zerschlagen. Auf der 1968er Messe stießen dann orthodoxe (sowjetische) und fortschrittliche (tschechoslowakische) Ansichten und Publikationen aufeinander, was die jeweiligen Protagonisten zu Protesten veranlasste. Dann „provozierte“ Franz Josef Strauß mit einem angeblich unautorisierten Interview für das ZDF zu einem Buch von ihm auf der Messe. Wegen der erwarteten Links-Proteste verordnete die Messeleitung die Schließung einiger Hallen, was zu Protesten etlicher Aussteller führte.
Am letzten Messsonntag kam es dann zu gewalttätigen Auseinandersetzungen bei der Verleihung des „Friedenspreises“ an den senegalesischen Staatspräsidenten Leopold Sedar Senghor, der den Linken – damals unter Anführung des ausgewiesenen Pädophilen Daniel Cohn-Bendit – nicht genehm war.
Nach den Erfahrungen von 1967 und 1968 verfassten einige Verleger unter Führung von Fritz Molden folgende Entschließung:

„Die Buchmesse lebt von der Toleranz und geistigen Freiheit, gegensätzliche Auffassungen in Buchform unbehindert ausstellen zu können. Demonstrationen und Pressionen von Extremisten gleich welcher Art in den Messehallen müssen wir als schwere Schädigung des demokratischen Messefriedens betrachten, weil sie die fachliche Arbeit verunmöglichen und die loraussetzungen und den Geist dieser Messe zerstören. Eine politisierte Buchmesse wäre ihr Ende.“

Die Buchmesse wurde denn letztendlich vom linken Establishment gekapert und in seinem Sinne politisiert.
Der Bücherfreund und Kosmopolit Sigfred Taubert wollte das nicht, hat es aber in fast tragischer Verstrickung – wie er mir erzählte – durch manche Entscheidung mit herbeigerufen.

Verbunden mit der Büchermesse ist der sog. Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Vor Jahresfrist hatte ich mich schon mal kritisch dazu geäußert, über „Den jährlichen Kistengaukel des linken Juste Milieu in der Paulskirche“ anläßlich der Verleihung des Preises an die linke Aktivistin und Dialektikerin Carolin Emcke.
Vor zwei Jahren durfte ich mich in meinem Bekanntenkreis von toleranten und (links-)liberalen Christenmenschen über deren Lobeshymnen über das kulturrelativistische Gesülze des Vorzeige-Muslims Navid Kermani („Gott ist schön…“) erregen (oder erbauen?).

Wir erinnern uns, als 1968 mit Leopold Senghor ein vom aufkommenden Links-Mainstream gebannter Literat und Staatsmann geehrt worden war, musste 1969 mit Alexander Mitscherlich ein echter Frankfurter „Scholastiker“ dekoriert werden.
Gegen den Edelkommunisten Ernst Bloch hatte die Meute auch 1967 nichts einzuwenden gehabt und auch nicht vor oder in der Paulskirche randaliert.
Nach Bloch wurden gemäß des linken Comment mit Alva und Gunnar Myrdal zwei Hardcore-Sozialisten aus Schweden ausgezeichnet.
Marion Gräfin Döhnhoff wurde vom Juste Milieu 1970 gerade so akzeptiert.
1973 wurden die Katastrophen-Szenariker vom Club of Rome vom Börsenverein „geadelt“, was den Grünen einen entscheidenden Schub in der linken Szene einbrachte.
1977 wurde der kommunistische Renegat Leszek Kolakowski ausgezeichnet.
1980 der der Herz-Jesu-Kommunist und Befreiungstheologe Ernesto Cardenal.
In die gleiche Kategorie – jedoch auf protestantischer Seite – ist der Preisträger von 1993 Friedrich Schorlemmer einzuordnen, der sich auch nach dem Fall der DDR weiter zu „regimekritischen Thesen“ bemüßigt fühlt.
1998 gelang dem Börsenverein offensichtlich ein Missgriff mit Martin Walser, der in seiner Paulskirchenrede von der „Moralkeule Auschwitz“ sprach. Nach Walsers Rede war im Anschluss von den Anwesenden stehend applaudiert worden – mit Ausnahme des damaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, dessen Frau Ida und Friedrich Schorlemmer!
2001 war endlich Jürgen Habermas dran, der „Praeceptor philosophiae germaniae saeculi viginti“, Statthalter der Frankfurter Schule.
„Habermas´ Schriften wurden in alle Sprachen der Welt übersetzt, heißt es. Nur nicht ins Deutsche!“ So Michael Klonovsky.

Ich spare mir jetzt die Aufzählung weiterer Laureaten bis heute.

Kurz sei jedoch noch auf die diesjährige Preisträgerin eingegangen, die sich “würdig“ in die bestimmende Sphäre einordnen läßt und mit der wieder „die moralische Wucht des Friedenspreises“ zum Ausdruck kam. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begründete seine Entscheidung „mit Atwoods politischem Gespür und ihrer „Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen…“ In ihrer Dankesrede wies denn die 77 Jahre alte Autorin darauf hin, dass es in diesen „seltsamen“ Zeiten an vielen Fronten der Welt Anlass zur politischen Sorge gebe. Dazu gehörten in erster Linie die USA und Großbritannien! In Deutschland sei dies „auf weniger drastische Weise“ der Fall. Doch auch dort sei eine „Gruft“ geöffnet worden, die man für verschlossen gehalten habe, sagte Atwood mit Blick auf den Erfolg der Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl.
Na also!
Ohne linken Propagandazeigefinger, erstanden aus der Frankfurter Schule, kann es bei der Buchmesse und dem Börsenverein offensichtlich nicht weitergehen.
Auch oder gerade weil es 2017 eine Erschütterung von Rechts gegeben hat?
Es bleibt spannend.

Appell: Charta 2017 – Zu den Vorkommnissen auf der Frankfurter Buchmesse 2017



Einigkeit und Recht und Freiheit – Wer steht noch dafür?

Bildergebnis für einigkeit und recht und freiheit

Gedanken zum Tag der Einheit 2017

In seiner großen Rede im Deutschen Bundestag am 22. September 2011 hat Papst Benedikt XVI. mit zwei bemerkenswerten Aussagen auf das hingewiesen, was den dort versammelten „Herrschenden“ nicht nur zum Frommen dienen sollte. Benedikt legte den anwesenden Ministern und Abgeordneten dar, was sich einst der junge König Salomon – der Weise – von Gott für seine Herrschaft erbeten hatte:

„Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ (1 Kön 3,9).

Und der Papst verweist dann ausdrücklich darauf:

„ … der (politische) Erfolg ist dem Maßstab der Gerechtigkeit, dem Willen zum Recht und dem Verstehen für das Recht untergeordnet. Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit.“

Er zitiert Augustinus:

„Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande!“.

 

Soweit meine Einleitung.

Bei der jüngsten Bundestagswahl hat es eine Erschütterung bei den Herrschenden gegeben. Eine Bestürzung, die in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig erscheint. Das Ergebnis haben die jetzt Getroffenen selbst zu verantworten, wenngleich einige von ihnen ihre Verantwortlichkeit auf billige Manier von sich abzuwälzen versuchen: Die Medien – ihre Verbündeten -, sind auf einmal schuld, da sie zuviel Aufmerksamkeit auf die Unaussprechlichen gelenkt hätten; das (dumme) Volk, das die Notwendigkeiten und auch die Fürsorge nicht verstanden habe; dazu habe sich eine moralische Verrohung von rassistisch und völkisch Verblendeten breitgemacht.

Ich meine, das Wahlergebnis bedeutet nichts anderes, als dass sich die „schon länger hier Lebenden“ auf den Weg gemacht haben, die „disziplinierte Mediokrität“ (George Steiner) zu verlassen!

Zu den betroffenen Protagonisten …

Die CDU, die einstmals vielleicht christlich war, die einen großen Teil der sich konservativ fühlenden und sich so gebenden Menschen angezogen hatte, war im Grunde, seit Kohl an die Macht kam, in keiner Weise mehr „konservativ“, sondern hat sich der zeitgeistigen Beliebigkeit ausgeliefert. An der Spitze eine Vorsitzende, die in machtpolitischer Borniertheit (oder pathologisch-autistischer Manier?) die Menetekel nicht wahrnehmen kann oder will.
Die CSU hat aus einer lange Zeit bestehenden Glaubwürdigkeit, durch (konservative) Verbundenheit zu Land und den Menschen, bisher ihre Zustimmung gezogen. Der Wackelkurs ihres Vorsitzenden mit stummer Gefolgschaft vieler Parteivasallen hat dieser Partei einen schlimmeren Schlag versetzt, als der größeren Schwester CDU.
Der SPD ist zum einen durch den gesellschaftlich-industriellen Wandel ihre Klientel, die Arbeiter und die „kleinen Leute“, abhandengekommen. Den verbleibenden Überrest hat sie durch ihre neoliberale Politik und eine diesen Rest geringschätzende bis stigmatisierende Programmatik verjagt.
Die Grünen sind die eigentlichen Nutznießer und die Exekutoren der 68er Kulturrevolution, die es verstanden haben, bisher in jegliche (Regierungs-)Koalition dieses Erbe einzubringen. Wenngleich einzelne Repräsentanten inzwischen „konservativer“ anmuten, als Vertreter der vormals angeblich konservativen Partei. Ihre in der überwiegenden Zahl weiblichen Repräsentanten verstehen es im Besonderen, die moralische Prätention des Gut- und Besserseins der Linken rhetorisch auszupressen. Sowas findet denn auch Resonanz bei den inzwischen entchristlichten bundesdeutschen „Christen“ – bis hin zu Pastoren und Bischöfen beider Konfessionen. Den Grünen danken es noch viele, dass diese die Ökologiekrise aufgezeigt haben; und so blieben sie entgegen Umfrageerwartungen auf einem noch relativ stabilen Zustimmungsniveau.
Wie auch die Linke, die offensichtlich noch einen Rest der „Verdammten dieser Erde“ aus Deutschland an sich ziehen konnte – vornehmlich der SPD ist dies zu danken.
Das Wiedererstarken oder -Auftauchen der FDP ist ein Phänomen. Mancher sucht dort immer noch nach etwas, was diese Partei sich als Alleinstellungsmerkmal anheften möchte. Das ist schwierig, wenn schon die großen Protagonisten, die angeblichen Volksparteien, im Kampf gegen alles, was rechts ist, nicht verborgen dem Konzept des Links-Liberalismus fröhnen.

Die Wahl am 24. September 2017 hat hingegen das Dilemma und den Niedergang des Linksliberalismus offenbar gemacht.
Themen wie Zuwanderung, Kriminalität und Sicherheit, Schutz der Familie, Rechtssicherheit bewegen die Menschen, welche die nicht erst gegenwärtig gewordene „Krise“ erkannt, ja am eigenen Leib verspürt haben. Die Rede ist von einer tatsächlichen politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Kalamität – oder seien es auch nur Ängste oder Befürchtungen. Viele haben erkannt, „dass alle Dimensionen des gesellschaftlich-öffentlichen und des privaten Lebens, die Totalität des geschichtlichen Daseins von Entwicklungen erfasst wurden, die der Steuerungsfähigkeit der Politik entglitten sind“ (Günter Rohrmoser) – oder bewusst schleifen gelassen wurden.

Einigkeit

Heterogenität ist das linksliberale gesellschaftliche Ideal.
Homogenität, welche die Menschen im Gegensatz zum linksliberalen Diktum in vielen Bereichen essentiell anstreben und benötigen, wird als reaktionär und faschistisch verunglimpft.
Bei einer Existenz von 10 Millionen Ausländern in Deutschland mit unvermindertem, staatlich gewolltem Zuwachs, entdecken „die schon länger hier Lebenden“ verständlicherweise ihre Homogenität wieder, dass sie in einer eigenen kulturell geprägten Lebensform mit historischem Hintergrund leben und stehen – und leben wollen.
Mit dem Angriff auf die elementaren Institutionen von Ehe und Familie, geleitet von dem linksideologisch gezeugten Gender- und Sexualitäts-Wahn, verbinden die meisten Menschen einen Anschlag auf ihre grundsätzliche – anthropologisch fundierte – Identität. Einigkeit bedeutet nicht nur (national-)staatliche Einigkeit, sondern auch im gesellschaftlichen Sinne.
Die handstreichartige Freigabe des tradierten Rechtsstatus der Ehe durch die Kanzlerin empfanden nicht wenige als einen verwerflichen Coup d’etat mit Preisgabe der Einigkeit hinsichtlich eines verfassungsgebotenen Grundsatzes.
Damit verbunden war gleichzeitige das klandestine Durchwinken der Zensurgesetze eines sich totalitaristisch gebenden Justizministers im Bundestag.

Recht

Der Pöbel, das Pack, das Volk erkannte sehr wohl nicht nur darin die Preisgabe von Recht, Rechtsstaatlichkeit und Rechtsvertrauen. Wie auch im Zusammenhang mit der Steuerung der „Flüchtlingskrise“, mit Verstoß gegen verfassungsrechtliche und international getroffenen Rechtsnormen. Das Recht auf Unversehrtheit wird auf dem Altar der Willkommenskultur geopfert. Der dreiste Bruch von beschlossenen Gesetzen und Vereinbarungen im Zusammenhang mit der „Energiewende“ sowie bei der „Euro-Rettung“ ist der Bevölkerung ebenfalls nicht entgangen.
Das Volk empfindet es nicht nur in diesem Zusammenhang so: „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande!“

Freiheit

Es ist Fakt, dass unser geltendes Grundgesetz in der Interpretation und Anwendung durch die Herrschenden eine Einschränkung der Freiheit erlaubt. Das ist durch vielfache „Rechtssetzung“ inzwischen bewiesen.
Armin Mohler schreibt:
„Eine Verfassung (funktioniert) nur, wenn sie sich auf die Feststellung dessen beschränkt, was verboten ist. Und zwar wohlverstanden: Welche Handlungen verboten sind. Nur eine solche Verfassung kann das Maß an Freiheit garantieren, das im menschlichen Zusammenleben, auch in Ausnahmesituationen und im Ernstfall, möglich ist. Eine Verfassung hingegen, die festlegen will, welche Gedanken verboten sind und auf welchen Werten wir unser Leben gründen sollen – das BRD-Grundgesetz ist eine solche Verfassung -, kann wegen Unerfüllbarkeit nur eine Quelle der Heuchelei werden. … Wichtiger ist, dass sie den Zugang zur Macht kanalisiert: Die Macht fällt demjenigen zu, der die Mittel hat, verbindlich zu definieren, wie die Verfassung zu verstehen sei (und vor allem: wer die „Verfassungsfeinde“ sind). …Exekutive, Legislative und richterliche Gewalt sind längst „integriert“ von den Medien, welche Gestalt und macht einer neuen Dreifaltigkeit angenommen haben.

Das zielt genau auf unsere Verfassungsrealität und wie sie von den Mächtigen ins Werk gesetzt wird. Auch das haben die Wähler erkannt, wie ihre Freiheitsrechte betreffend Gedanken- und Redefreiheit sukzessive aufgeweicht, ja zerstört wurden.

Es ist inzwischen hinlänglich bekannt geworden, gegen wen sich der seit Jahren in unserem Land andauernde Feindzug des linksliberalen Systems richtet. Es ist „das gemeine Volk“.  Und das hat dies erkannt und so läuft denn dem System ein großer Teil seiner bisherigen Gefolgschaft davon.
Nun sind es aber genau wieder diese „Etablierten“, die sich um eine Lösung der selbstverursachten Probleme bemühen sollen.

Können wir die durch unsere Hymne beschworene Schaffung von Einigkeit und Recht und Freiheit auch nach dieser Wahl wenigstens in bescheidenem Maß wieder erhoffen?

Jamaika? Das ist für Sachkenner das Synonym für einen heruntergekommenen Inselstaat – Beispiel für einen „Failed State“ – und so sammeln sich den die „pirates of the caribbean“, ihren Fluch zu erfüllen.

Do auch die CSU.
Wie kann es sich eine bereits durch Widerstand aus der Wählerschaft gezeichnete CSU erlauben, mit zwei in grundsätzlichen Ansichten ausgewiesenen Kontrahenten – CDU und Grüne – ein Bündnis einzugehen, ohne ihre Seele zu verlieren und demnächst noch mehr vom Wähler abgestraft zu werden? Ein Bündnis eingehen mit ausgewiesen linksliberal orientierten Parteien, welche für die existentielle Krise hierzulande verantwortlich sind. Wobei die FDP des Christian Lindner auch eher zum Bock als zum Gärtner prädestiniert scheint und dazuzuzählen ist.

Eine meiner Erwartungen habe ich jetzt zunächst auf die CSU zentriert. Von den anderen Mitspielern erwarte ich nichts, was uns weiterbringen könnte, weg vom Zustand vor dem 24. September 2017.

Vom eindeutigen Wahlsieger, der AfD, erhoffen sich seine schäbigen Gegner, die Etablierten, dass sich diese junge Partei tunlichst weiter zerfleischt und dann, wie schon andere vor ihr, wieder in Bedeutungslosigkeit fällt.
An die AfD knüpfen aber – nicht nur – ihre Wähler die Erwartung, alles zum Fortbestand und ihrer Subsistenz Notwendige zu tun: sich als wirkliche Alternative im Parteienspektrum weiter aufzubauen, und als starke und spürbare Opposition zu wirken, und die satt und verantwortungslos, machtversessen und machtvergessen gewordenen Parteien „auf den Pfad der Tugend“ zurückzubringen; oder sie weiter der Selbstzerstörung überlassen.
Auch wenn die Verantwortlichen in der AfD (noch) nicht für die Regierungsverantwortung gefragt sind, gilt auch für sie in dem vermachten Mandat das salomonische Gebet:
„Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“!

 

„Wallraffing“ bei der AfD

Der Bergriff „Wallraffing“ kommt aus Schweden, womit man dort den Recherchestil des berühmt-berüchtigten Autors und Journalisten Günter Wallraff bezeichnet. Wallraff, „der sich meist mit anderer Identität in das unmittelbare Kernumfeld des Reportage-Ziels einschleuste“.

Just vor der Bundestagswahl wurde denn die AfD ebenfalls Beute des „Wallraffing“. Jedoch nicht durch den Erfinder der Methode selbst, sondern durch einen „Krimi-Autor“ namens Leif Tewes. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich jedoch ein IT-Unternehmer aus dem Rhein-Mein-Gebiet, der dort auch sein (Un)Wesen treibt.
Tewes will – wollte – mit sogenannten „Gegenlesungen“ aus seinem Roman den Wahlkampf der AfD in Hessen hintertreiben, schrieb die Frankfurter Rundschau.
Auf den Vorgang bin bei der Lektüre meiner Regional-Gazette gestoßen, in der emphatisch von so einer „Gegenlesung“ in der hiesigen Buchhandlung meines Mißtrauens berichtet wurde. (Eine Buchhandlung, die sich schon mal mit Zensurmaßnahmen gegenüber Sarrazin-Bücher nicht nur im Ort einen Namen gemacht hatte.)

Worum geht es? Der „Autor“ hatte sich mit einer falschen Identität in den AfD-Kreisverband Offenbach eingeschlichen und dort und im weiteren Umfeld ein Jahr lang „recherchiert“. Über seine Erfahrungen an einem AfD-Stammtisch berichtete er dann der Hessen-Pravda:
„Gruselig. In zweifacher Hinsicht. Erstens war es exakt so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Der Raum, die Leute, alles. Und wenn man das dann sieht, so ein Hinterzimmer in einer gutbürgerlichen Gaststätte, schaut sich die Leute an, ganz normale Durchschnittsleute, und wenn die dann den Mund aufmachen – was man auf den Parteitagen zu hören bekommt ist ja schon geschliffen – dann wird es richtig gruselig.“
Der Partei-Kern bestehe aus Scharfmachern, meint er und besonders junge Leute in der AfD gehörten zu diesem „gruseligen“ Kern. Aus seinen „Erfahrungen“ strickte nun der taktische Defraudant einen Krimi – einen „Roman Noir“, wie er sagt – von dem es in einer Rezension heißt:
„Leif Tewes liefert zu aktuellen Themen ›Fake-News‹, ›Rechte Propaganda‹ und ›Islamistischer Terror‹ eine verschlungene Reise, die vom Rhein-Main-Gebiet über das Ruhrgebiet bis nach Syrien führt. Macht, Verführung und Lügen erweisen sich als elementare Zutaten eines Wahlkampfes, der sich durch die Medien und das Internet wie ein Lauffeuer verbreitet.“

Schon in einem früheren Krimi ging es dem Verfasser um Gier und Macht; ein Autor der von sich sagt „Ich glaube an das Schlechte im Menschen“.
Sinnigerweise werden seine Bücher denn von einem Verlag namens „Größenwahn“ herausgebracht.

Zur Ehre dieses literarischen Denunzianten mus man berichten, dass er sich noch vor der Wahl gegenüber „seinem“ AfD-Vorsitzenden geoutet hat. Der nahm das wohl recht gelassen und nüchtern auf. Zu recht, denn sehr erfolgreich war diese geplante Hintertreibungs-Aktion nicht, wie es auch die Ergebnisse vom Wahlsonntag aus dem Rhein-Main-Gebiet abbilden.

Wahlverlierer 2017: Peter Tauber, CDU

Peter Tauber wurde als Stimmkreisabgeordneter im Wahlkreis 175 (Main Kinzig Kreis – Wetterau II -Schotten) erneut direkt in den Bundestag gewählt. Nach der krachenden Wahlniederlage der Merkel-CDU ist er natürlich bei den innerparteilichen Analysten für diese Niederlage aber scharf ins Visier geraten: Merkel und Tauber müssen weg, beide seien für den Linksruck der CDU verantwortlich – meinen nicht nur die Rest-Konservativen in der CDU. Denn Peter Tauber hat nicht erst nach dem 24. September 2017 ganz schlechte Papiere in seiner Partei. In seinem Wahlkreis hat er zwar mit seinen Erststimmen ein besseres Ergebnis als seine Partei eingefahren (36,4% zu 31,7%), gegenüber 2013 hat er jedoch 12,4% an Stimmen verloren (36,4% gegenüber 48,8%). Er hat damit mehr als die CDU im Bund und im Wahlkreis an Zustimmung eingebüßt.
Das haben seine „Parteifreunde“ in Berlin ganz sicher registriert. Jens Spahn z.B., ein anderer „Shooting-Star“ der Union, konnte z.B. seinen Stimmanteil entgegen dem Bundestrend gerade etwa behaupten.

Es ist ein Mysterium des Innersten der CDU bzw. deren Chefin Frau Merkel, wie ein Heiopei wie Peter Tauber in das Spitzenamt des Generalsekretärs dieser einstmals großen Partei berufen werden konnte. Man darf unverhohlen vom „Proporzhessen“ sprechen, Hessen hätte aber – trotz oder wegen Bouffier? – eine gewiss reputierliche Persönlichkeit in der Bundes-Spitze verdient. Aber die waren aus Hessen für den Bund eh dünn gesät. Mir fällt dazu gerade nur Alfed Dregger ein.

Gerade aus längerer persönlicher Bekanntschaft mit Peter Tauber in der MKK-CDU konnte ich nie einen Hehl aus meiner Geringschätzung machen.
Die mögliche Entmachtung von Peter Tauber hat sich ja schon vor einiger Zeit angekündigt, denn er hatte ja etliches an Peinlichkeiten angehäuft:

  • Man erinnere sich an die Affäre um die „Kaninchenjagd“ in seinem lokalen CDU-Beritt, dem hessischen Main-Kinzig-Kreis.
  • Bei der Landratswahl in eben seinem Heimatkreis erlitt denn die Tauber-CDU dann  eine peinliche Niederlage.
  • Peter Tauber leidet nicht nur unter einem (digitalen) Sprechdurchfall, der in verschiedenen bekannt gewordenen Fällen als „Shitstorm“ wieder auf ihn zurückflog:
    „Wer hier nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch!“.
  • Einem Kritiker von Merkel beschied er auf Facebook ebenfalls, dass er ein Arschloch sei.
  • Auf die Nachfrage eines Twitter-Nutzers auf das CDU-Wahlprogramm in Abgrenzung zur SPD -„heißt das jetzt 3 Minijobs für mich?“ – erwiderte Tauber: „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“

So äußert sich ein Zyniker mit eingebildeter Macht, den jetzt die Realität einholt.

Tauber ist nicht nur ein Sprachpanscher im Deutschen, sondern er hat sich seit eh als übelster politischer Mundwerksbursche erwiesen.
Sollte unser politisches System nicht unheilbar krank sein, dann muss es sich von solchen Gestalten befreien oder diese – nicht nach Anatolien, sondern in die Bedeutungslosigkeit „entsorgen“.

Hier das für seinen Wert und der Persönlichkeit geeignete Dienstfahrzeug, das er schon mal vor einigen Jahren ausprobierte:

Zehn grüne Nörgerlein

Der Abgesang auf eine überflüssige Partei. Der Text kann mit der bekannten Melodie von „Zehn kleine Negerlein“ gesungen werden.

Zehn grüne Nörgerlein,
die wollten friedlich sein,
die Petra hat man totgeschossen,
da waren´s nur noch neun.

Neun grüne Nörgerlein,
die haben Krach gemacht,
die wollten wie die Dithfurt sein,
da waren´s nur noch acht.

Acht grüne Nörgerlein,
die fanden Daniel fein,
sie haben´s gern mit Kids getrieb´n,
da waren´s nur noch sieb´n.

Refrain:
Ein grün, zwei grün, drei grün,
Vier grün, fünf grün Nörgerlein,
Sechs grün, sieb’n grün, acht grün,
Neun grün, zehn grün Nörgerlein

Sieben grüne Nörgerlein,
die führten gerne Krieg,
das ging den Fundis auf den Keks;
da waren´s nur noch sechs.

Sechs grüne Nörgerlein;
die flog´n im Flieger heim,
der Rezo kam darum in Schimpf`,
Da waren`s nur noch fünf.

Refrain:
Ein grün, zwei grün, drei grün,
Vier grün, fünf grün Nörgerlein,
Sechs grün, sieb’n grün, acht grün,
Neun grün, zehn grün Nörgerlein.

Fünf grüne Nörgerlein,
die zieh´n sich gern was rein,
Ecstasy, Koks und Crack statt Bier,
da waren´s nur noch vier.

Vier grüne Nörgerlein,
die lieben die Türkei,
ach führe Claudia dort vorbei,
Dann wären´s nur noch drei.

Drei grüne Nörgerlein,
die mischten einst am Rhein,
´nen linken Gender-Bildungsbrei,
Da waren´s nur noch zwei.

Refrain:
Ein grün, zwei grün, drei grün,
Vier grün, fünf grün Nörgerlein,
Sechs grün, sieb’n grün, acht grün,
Neun grün, zehn grün Nörgerlein.

Zwei grüne Nörgerlein,
fiel nichts mehr G´scheites ein,
die Katrin fing zu weinen an,
dann gab´s nur noch nen Mann.

Ein grünes Nörgerlein,
fiel auf die Raute rein,
fuhr mit der Merkel in der Kutsch,
Da war’n die Grünen futsch.

Refrain:
Ein grün, zwei grün, drei grün,
Vier grün, fünf grün Nörgerlein,
Sechs grün, sieb’n grün, acht grün,
Neun grün, zehn grün Nörgerlein.

 

Franz Josef Strauß zur Bundestagswahl 2017 – ein Interview

Bereits vor fünf Jahren gab uns Franz Josef Strauß ein Interview, als wir ihn in seiner Warteposition auf Wolke 7 vor dem Eingang zum Himmelreich besuchen durften; dort, wo bereits der Brandner Kasper, der Dienstmann Alois Hingerl und auch der Alois Hundhammer an den heiligen Schanktischen beim ewigen Biertrinken und Schafkopfen auf ihn warten.
Aus der vom Himmel erkannten Not der Zeit heraus wurde uns ein zweiter Besuch erlaubt und so können wir dem geneigten Leser die aktuellen und von uns verbürgten Ansichten des vormaligen bayerischen Archonten zur Kenntnis bringen.

Das Interview 2017:

Herr Strauß seit unserem letzten Gespräch sind fünf Jahre vergangen und Sie sitzen weiter hier auf der Wolke 7, wie fühlen Sie sich heute?

„Für mich ist’s gar nicht mehr schön: Der Wehner kommt nicht mehr, der Schmidt will nicht mehr, was hab‘ ich da noch hier verloren?“


Wie sehen Sie aus Ihrer Warte die Situation in Deutschland im Jahre 2017?

„Die Stimmung im Land lässt sich mit den ‚fünf U‘ beschreiben: Ungewissheit, Unsicherheit, Unbehagen, Unruhe und politische Unzufriedenheit.“


Wer hat denn Schuld an der Misere?

„Es wird Zeit, dass der rote Terror gebrochen wird.“
„Von Platon über Rousseau bis zu Marx und Lenin zieht sich gleich einem roten Faden geometrisches Ordnungsdenken von Utopisten wie eine Gegenmelodie zur Individuation durch die Geistesgeschichte unseres Kontinents. Als Gesamtlösungen tragen ihre kollektivistischen Staats- und Gesellschaftsentwürfe zwangsneurotische Züge und müssen als Symptome einer aberratio mentis verstanden werden, von der eine gefährliche Wirkung ausgeht. Vor allem jene, meist junge Menschen, die sich geistig noch nicht der macht der Wirklichkeit gebeugt haben und sie idealistisch überfliegen möchten, sind gegen solche Ansteckungsgefahren kaum gefeit. Ideal und ideologisches Modell sind wahlverwandt. Allzu leicht verwechselt der von den Teufeln des Details noch nicht geschundene junge Geist die beiden. Deshalb ist es ja für Ideologien nicht allzu schwer, gerade die jungen Menschen für sich zu begeistern.“


Was muss sich dann ändern?

„Die Todfeinde einer Marktwirtschaft heißen Inflation und Marxismus. Beide sind gegenwärtig ein lebensbedrohendes Bündnis eingegangen. Die Inflation des Geldes als Ausdruck der Wünsche hat neben tiefreichenden wirtschaftlichen Schäden den geistigen Nährboden für sozialistische Ideologien des Neides und der Gleichmacherei aller Schattierungen geschaffen, die über die Tarnworte ‘Verbesserungen‘, ‘Reformen‘ bis hin zu ‘Systemüberwindung‘ eine Umverteilung und eine funktionärsgesteuerte staatliche Verwaltungswirtschaft zum Ziel haben.“
„Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören – in ihre Löcher.“


Das erste Mal hat sich in Deutschland mit der AfD eine Partei rechts von der CDU/CSU in den Ländern etabliert und wird aller Voraussicht in den Bundestag einziehen. Was sagen Sie dazu?

„Wenn es einer seriösen Rechtspartei gelingt, auf Dauer über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen, wäre die Kombination aus CDU, CSU und FDP nicht mehr mehrheitsfähig. Eine Koalition von SPD und Grünen ist für mich keine demokratisch akzeptable Alternative. Der Gedanke einer Großen Koalition weckt mehr Unbehagen als Zuversicht. Wo also bleibt die Bewegungsfähigkeit der Union? Man erkennt nicht, dass auf der rechten Seite des Spektrums zwangsläufig ein Vakuum entstehen muß, wenn sich die CDU auf einen Wettlauf nach links einläßt. Es geht nicht um rechtsradikale Narren, aber wenn sich eine Rechtspartei bildet mit einem populistischen Programm und einer charismatischen Führung, dann stimmt die ganze Lagertheorie von CDU und FDP endgültig nicht mehr. Dann müßte man entweder mit dieser Rechtspartei und der FDP zusammengehen, was kaum möglich ist, oder das Ziel einer neuerlichen linken Koalition wäre nach den nächsten oder übernächsten Bundestagswahlen erreicht.“


Die CDU/CSU kämpft einen offenkundig vergebenen Kampf gegen diese neue Partei – wenn man den Umfrageergebnissen glauben kann.

„Ich greife mir ans Hirn, warum die politischen Pygmäen der CDU, die nur um ihre Wahlkreise kämpfen, diese Zwerge in Westentaschenformat, diese Reclam-Ausgabe von Politikern, warum die sich empören, wenn der Gegner … reagiert.“
„Ich will mit dem Wort Dumköpfe vorsichtig sein. Das wollen wir der Endabrechnung des lieben Gottes überlassen.“


Frau Merkel ist nun seit zwölf Jahren Bundeskanzler. Wie es aussieht, kann sie den Rekord von Helmut Kohl mit 16 Jahren Amtszeit brechen. Wer war oder ist nach Ihrer Ansicht der bessere Kanzler – Helmut Kohl oder Frau Merkel?

„Wenn man mich fragt, wer der größere Dichter sei, Goethe oder Schiller, sage ich immer ja.“


Man bezeichnet Frau Merkel als die mächtigste Frau der Welt. Wie sehen Sie das?

„Ich habe in meiner etwas karikaturhaften, manchmal groben Sprache gesagt: Das kommt mir genauso vor, wenn der kleine Max mit der Kindertrompete neben der Militärmusik herläuft und sagt, er habe das Marschkonzert bestimmt.“
„Das Ausland empfindet es schlichtweg als unerträglich, von Deutschland ohne Unterlass ermahnt und belehrt zu werden. Die Politik zum Schutze der Umwelt ist dafür nur ein Beispiel. Kein vernünftiger Mensch und schon gar nicht ein konservativer Politiker, für den das Bewahren ein wichtiges Wesenselement darstellt, wird sich dieser Herausforderung verweigern. Der emotionsgeladene Fanatismus aber, der in dieser Frage insbesondere von linken und grünen Kreisen praktiziert wird, stößt ab und alarmiert. Er weckt draußen Misstrauen gegen die irrationalen Deutschen, die offensichtlich wieder einmal glauben, am deutschen Wesen müsse die Welt genesen.“


Frau Merkel scheint aber innerhalb der CDU unumstritten. Ihr Generalsekretär erlaubt sich zu sagen, wer gegen Merkel ist, ist ein – verzeihen Sie – Arschloch.

„Es gibt ja wirklich in der CDU die Krankheit, die kenne ich schon seit Jahren, die äußert sich also immer wieder in selbstmörderischen Äußerungen nur aus Gründen interner Feindseligkeit, interner Rivalitäten oder neidhammelhafter Haltung.“


Auch die Medien scheinen fast ausschließlich auf der Seite von Frau Merkel zu stehen und leisten ihr Schützenstellung im Wahlkampf z.B. gegen die AfD.

„Linksübliche Medienkumpanei.“


Was möchten Sie Frau Merkel raten?

„Es gibt eine normative Kraft des Faktischen. Sie ist mächtig und unter Umständen gefährlich. Aber es gibt keine faktenersetzende Kraft des Phraseologischen.“


Was halten Sie von Schwarz-Grün als Koalitionsoption?

„Das beste Grün ist weiß-blau.“
„Diejenigen, die zum einfachen Leben zurückkehren wollen, müssen sich eben dafür geeignetere Regionen aussuchen. Niemand wird sie daran hindern, das Automobil durch einen Wanderrucksack zu ersetzen und ihre Verpflegung im Freien zu suchen.“


Die SPD hat mit Martin Schulz einen Gegenkandidaten zu Merkel aufgestellt, der anfänglich der SPD ja ein Hoch bescherte.

„Eine unerträgliche Belastung des Parlaments und der Demokratie.“
„Der kann seine Füße in den Schuhen des Kanzlerkandidaten umdrehen, ohne dass sich die Richtung der Schuhe verändert.“


Der CDU – mehr noch der SPD – laufen die Wähler in Scharen davon, wie kommt das?

„Wie manche Pfarrer die Kirche leer predigen, reden auch manche Politiker den Saal leer.“


Die Zeit der großen Debatten im Bundestag scheint vorbei zu sein – seinerzeit mit Ihnen auf der einen und mit Herbert Wehner und Helmut Schmidt auf der anderen Seite. Immer weniger Entscheidungen werden im Parlament diskutiert, sondern in den Medien – z.B. durch Diskussionen in sog. Talkshows unter das Volk gebracht. Wie sehen Sie das?

„Es muss meiner Meinung nach auch heute noch möglich sein, politische Strategien zu entwickeln und durchzuführen – natürlich unter Berücksichtigung des damit verbundenen Risikos – ohne vorher darüber auf dem offenen Markt Palaver zu halten. Andernfalls hören wir auf Politik zu machen, spielt sich Politik nur ab in Meinungsumfragen, in den Schlagzeilen der Boulevardpresse, in aufgeregten Stammtischdiskussionen.“


Was halten Sie von dem derzeitigen Bundeskabinett mit Ministern wie Sigmar Gabriel und Heiko Maas?

„Ich bin ein großer Anhänger des Rechtsstaates. Aber den großen Lumpen muss man stärker aufs Hirn hauen als man die kleinen Leute verfolgt.“


Es gibt eine Krise der Medien, man spricht gar von Lügenpresse. Einstmals renommierte Zeitungen wie der Spiegel müssen drastische Abnahmen in ihrer Leserschaft hinnehmen.

„Scheißhausblatt!“
„Der Spiegel ist ein tiefer Ausdruck der Zerrissenheit und des Nihilismus der deutschen Seele, wobei er selbst zu dieser Zerrissenheit entscheidend beigetragen hat. Er ist Produkt und Produzent dieser Haltung gleichermassen.


Was möchten Sie den Deutschen zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag mitteilen?

„Sagen Sie den Menschen, dass diesmal um unser Schicksal gewürfelt wird. Sagen sie den Menschen, dass sich keiner mehr dem Felsschlag der Politik entziehen kann. Es gibt kein Glück im stillen Winkel mehr. Sagen Sie es den Verschlafenen, Verdrossenen, Saumseligen, ‘Lätschernen‘ und ‘Lappernden‘ in diesem Lande.“
„Vigilia pretium libertatis – frei bleibt nur, wer auf der Hut ist!“