Berlin-Neuschmuddel

Meinen Enkeln musste/durfte ich immer Geschichten von den Olchis vorlesen.
Die Olchis der Kinderbücher sind eine Drei-Generationen-Familie bestehend aus den Großeltern, Eltern und drei Kindern. Die Olchis sind klein und grün, haben auf dem Kopf drei Hörhörner und eine große Nase. Die insgesamt namenlose Familie lebt gemeinsam in einer Höhle auf der Müllkippe von Schmuddelfing. Die Olchis lieben alles, was Menschen eklig finden: Sie essen Schuhsohlen und Schrauben, trinken Stinkerbrühe und Fahrradöl, baden im Schlamm und können Ordnung nicht ausstehen. Für einen Olchi sind frische, gesunde Sachen giftig und schädlich, der versehentliche Verzehr ruft einen Ausschlag mit roten, gelben und blauen Punkten hervor.

Warum musste ich da jetzt an Berlin mit seinen Müllhalden an den Verkehrswegen und den Wohnvierteln und der großen Anzahl seiner Bewohner denken?

Die Olchis aus Berlin-Neuschmuddel

Mitten im Herzen der Hauptstadt, zwischen Dönerladen, Barbershops, Spätis und illegalen Shisha-Bars, liegen Berlins wohl Gefragteste Wohnorte: die Müllkippen von Neuschmuddel. Hier lebt die charmanteste Drei-Generationen-WG, die Berlin je gesehen hat – die Berlin-Olchis! Diese Sippen oder Clans haben sich dort über die Jahre entwickelt und eingenistet.
Rechtsradikale würden behaupten, sie seien aus dem »Orient« oder Afrika eingewandert.

Dunkel-pigmentiert wie ein schlecht gewordener Avocado-Smoothie, mit Hörhörnern auf dem Kopf (praktisch für den Berliner Straßenlärm) und einer Nase groß genug, um damit einen Berliner Mietvertrag zu wittern, trotzen die Olchis jeder Gentrifizierung.
Während andere im Prenzlauer Berg ihren Chiasamen sortieren und Bio-Karotten oder Tofu-Sticks schnabulieren, freuen sich die Olchis auf ein Festmahl aus Döner, altem Frittenöl mit einem Hauch von Baustellenschlamm. Ordnung? Ein Fremdwort. Mülltrennung? Blasphemie! Die Berliner »Olchi«-Kinder besuchen keine Schule – sie machen lieber Hard-Stuff-Feldforschung im Görlitzer Park.

Trotz aller Widrigkeiten (Räumungsklagen, Influencer mit Selfie-Sticks, Klimakleber vorm Höhleneingang oder Bullen-Horden) halten die Olchis durch. Denn sie wissen: In Berlin findet jeder seinen Platz – sogar auf einer Müllkippe. Und es kommen immer mehr von dieser Sippe hierher.

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Positionspapier: Für eine unabhängige, transparente und bürgernahe Justiz in Deutschland

Dieses Positionspapier resultiert aus meinem jüngsten kritischen Beitrag über unsere „Furchtbare Juristen“

Einleitung

Die deutsche Justiz genießt in der öffentlichen Wahrnehmung traditionell einen hohen Stellenwert. Sie gilt/galt als Garant für Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und Demokratie. Doch unter der Oberfläche zeigt sich ein anderes Bild: strukturelle Abhängigkeit, politische Einflussnahme, bürgerfernes Verhalten und ein eklatantes Reformdefizit.
Die Erfahrungen der Corona-Zeit, die Politisierung des Bundesverfassungsgerichts, fragwürdige Urteile im Bereich Meinungsfreiheit sowie der immer noch mangelnde Fortschritt bei der „Entnazifizierung“ unserer Justiz machen deutlich:
Deutschland hat seine juristische Vergangenheit nicht hinreichend aufgearbeitet – weder personell noch strukturell noch geistig.

Mit diesem Papier will ich konkrete Reformvorschläge formulieren – obschon ich kein Jurist bin -, um die Justiz aus ihrer politischen und historischen Verstrickung zu lösen und fit für eine moderne, demokratische Gesellschaft zu machen.

  1. Gewaltenteilung verwirklichen: Unabhängigkeit der Justiz stärken

Problem: Die deutsche Justiz untersteht de facto der Exekutive. Justizministerien entscheiden über Richterkarrieren und beeinflussen die Arbeit der Staatsanwaltschaften durch Weisungen.

Forderungen:

Einführung einer Selbstverwaltung der Justiz durch unabhängige Richterräte.

Abschaffung der Weisungsgebundenheit der Staatsanwaltschaft. Staatsanwälte müssen unabhängig ermitteln und anklagen können.

Verfassungsrechtliche Sicherung der institutionellen Unabhängigkeit von Justizorganen.
  1. Parteipolitischen Einfluss eindämmen: Bundesverfassungsgericht entpolitisieren

Problem: Die Auswahl von Verfassungsrichtern erfolgt parteipolitisch. Nähe zur Regierung gefährdet die Unabhängigkeit.

Forderungen:

Einführung eines transparenteren, öffentlichen Wahlverfahrens für Verfassungsrichter.

Unvereinbarkeit von politischer Funktion und Richteramt: Mindestens fünf Jahre Karenzzeit nach Bundestagsmandat oder Ministerposten.

Stärkere fachliche Qualifikation statt Parteibuch als Kriterium für die Besetzung höchster Richterämter.
  1. Ausbildung und Auswahl reformieren: Qualität und Vielfalt fördern

Problem: Die juristische Ausbildung fördert Konformismus. Richterlaufbahnen belohnen Loyalität gegenüber der Verwaltung statt demokratische Haltung oder Rechtsreflexion.

Forderungen:

Reform der Juristenausbildung mit stärkerem Fokus auf Ethik, Grundrechte, Diskriminierung und Gesellschaftswissenschaften.

Öffentliche Ausschreibungen und transparente Auswahlverfahren für Richterstellen.

Anerkennung alternativer Berufsbiografien (z. B. NGO, Wissenschaft, Auslandsdienste) im Auswahlprozess.
  1. Bürgernähe schaffen: Justiz transparenter und rechenschaftspflichtiger machen

Problem: Die Justiz agiert oft in einem abgeschotteten Raum. Fehlurteile, Verfahrensfehler und Intransparenz untergraben das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.

Forderungen:

Einführung eines jährlichen Richterrechenschaftsberichts.

Schaffung einer unabhängigen Justizbeschwerdestelle.

Verpflichtende Veröffentlichung aller Urteile in allgemein verständlicher Sprache.
  1. Strukturen modernisieren: Veraltete Gesetze und Denkmuster überwinden

Problem: Teile des Gerichtsaufbaus stammen aus autoritären Zeiten. Der „Geist“ einer obrigkeitshörigen Justiz ist institutionell und mental nicht überwunden.

Forderungen:

Modernisierung des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) auf Basis demokratischer Prinzipien.

Bürgerbeteiligung durch Schöffen stärken: mehr Verfahren mit Laienbeteiligung.

Angemessene personelle und technische Ausstattung der Gerichte, um Überlastung und Fehlurteile zu vermeiden.
  1. Eine neue Justizkultur etablieren: Lernen statt abschotten

Problem: Eine selbstkritische Fehlerkultur fehlt. Richter agieren oft unangreifbar, ohne Reflexion oder gesellschaftliche Rückbindung.

Forderungen:

Verpflichtende Fortbildungen für Richter zu Grundrechten, Antidiskriminierung, Ethik und Justizgeschichte.

Förderung einer Fehlerkultur: Urteilsanalysen, Studien zu Fehlentwicklungen, Austausch mit Zivilgesellschaft und Wissenschaft.

Evaluation von Gerichtsentscheidungen durch unabhängige Gremien (nicht zur Aufhebung, sondern zur Reflexion).

Fazit: Justiz in der Demokratie – kein Tabu, sondern Prüfstein

Die Justiz muss sich ihrer Verantwortung als unabhängige, bürgernahe und demokratische Institution stellen. Dafür reicht kein personeller Austausch, sondern es braucht strukturelle Veränderungen, mehr Transparenz und eine neue juristische Ethik.
Gerade angesichts wachsender gesellschaftlicher Spannungen, wachsendem Vertrauensverlust und politischer Einflussnahme ist es höchste Zeit für eine mutige und umfassende Reform der Justiz.

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Wenn der Waldprophet recht behält

Eine Reise zu den alten Ängsten der neuen Zeit – mit dem Mühlhiasl im Rückspiegel.

Von Gastautor Claas Relotius – Der Spiegel*

Bayerischer Wald – Juli 2025. Die Stille auf dem Pfad hinter der Wallfahrtskirche von Sankt Englmar wird nur von den Glocken der nahen Rinderweiden durchbrochen. Irgendwo dort, zwischen Moosboden und Fichtennadeln, soll er gelebt haben: der Mühlhiasl. Ein Prophet, ein Spinner, ein bayerischer Nostradamus.
Meine Großmutter hat ihn gefürchtet wie den Teufel und zitiert wie die Bibel. „Wenn der Mühlhiasl was g’sagt hat, dann wird’s so kemma.“ Ihre Stimme klang dann immer wie durch eine Konservendose aus dem Jenseits.
Heute, 200 Jahre nach seinem Tod, scheint der Waldprophet wieder zu sprechen. Vielleicht weil seine Worte plötzlich erschreckend modern wirken. Vielleicht weil wir nach Erklärungen suchen für das, was uns jeden Morgen auf den Titelseiten begegnet. Vielleicht aber auch, weil das bayerische Hirn manchmal einfacher denkt: Der Mühlhiasl hat’s eh schon gwusst.

Kapitel I – Die Rotjankerl kommen

In der Oberpfalz sagen sie heute wieder Sätze wie: „Mir san a kloans Landl, mia derf’n uns ned all’s gefallen lassen.“ Im Stadtrat von Deggendorf debattiert man nicht mehr, ob Migration ein Thema sei, sondern nur noch, ob man es laut aussprechen darf.
Mühlhiasl schrieb angeblich:

„Die Rotjankerl werden auf den neuen Straßen hereinkommen. Aber über die Donau kommen sie nicht.“

Wer sind diese Rotjankerl? Flüchtlinge? Linke? TikTok-Influencer aus Berlin-Mitte? Die Antwort bleibt offen, so wie es sich für gute Prophetie gehört. Klar ist nur: Die Donau ist zur inneren Grenze geworden. Nicht militärisch, sondern mental. Was „drüber“ wohnt, ist anders. Fremd. Vielleicht sogar gefährlich.

Kapitel II – Die Weiberleut wie Gäns

In München sieht man sie jeden Samstag: junge Menschen in Netzstrümpfen, Crop Tops und mit Glitzer im Gesicht. Sie tanzen gegen das Patriarchat, für das Klima oder einfach gegen das Wochenende. Mühlhiasl hätte wahrscheinlich den Kopf geschüttelt – und dann gesagt:

„Männlein und Weiblein wird man schließlich nicht mehr auseinander kennen.“
„Die Hoffart wird die Menschen befallen. Sie werden Kleider in allen Farben tragen.“

Eine Prophetie? Oder einfach ein grantiger Opa, der keine Drag Show verträgt?
Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Eva Seidl, die sich auf „rurale Mythologien im Spätbairischen“ spezialisiert hat, wird klar: „Was wir heute als Fortschritt feiern – Diversität, Offenheit, Selbstentfaltung – ist aus Sicht des Mühlhiasl der Anfang vom Chaos. Aber vielleicht ist das Chaos auch nur ein Übergang.“ Sie lächelt, als ob sie selbst nicht daran glaubt.

Kapitel III – Das Feuer vom Himmel

Im Juni brannte der Wald bei Zwiesel. Im Juli kam Hagel, groß wie Golfbälle. Die Bauern sagen nichts mehr, sie sehen es am Himmel und schweigen.

„Das Feuer, das alles vernichtet, wird vom Himmel fallen.“

Der Mühlhiasl war kein Klimaforscher. Aber er hat etwas gespürt. Etwas, das wir heute mit Satellitenbildern und CO₂-Kurven beweisen können. Wenn Greta Thunberg spricht, klingt es manchmal wie Mühlhiasl rückwärts: rationalisiert, aber mit der gleichen Dringlichkeit. Nur ohne Moosbart.
Ein Bürgermeister im Bayerischen Wald sagt im Off: „Früher war der Sommer a Sommer. Jetzt is er a Katastrophe.“ Das ist keine Prophetie. Das ist Alltag.

Kapitel IV – Das große Abräumen

„Dann werden sie sich Zäun ums Haus machen und auf die Leut schießen.“

In Texas sind solche Szenarien Realität. In Sachsen-Anhalt diskutiert man wieder über Notwehr und Hausrecht. Auch in Niederbayern kursieren Videos, in denen angeblich „Einheimische“ nachts Streife fahren.
Die Apokalypse ist nicht laut. Sie riecht nach Jauche und Gegrilltem, sie versteckt sich hinter Gartenzäunen. Die Menschen lächeln, aber sie misstrauen. Den anderen. Der Zukunft. Und sich selbst.
Epilog – Der Wald wird so licht wie des Bettelmanns Rock
Der Mühlhiasl war keiner von uns. Und doch auch wieder ganz genau das. Ein Spiegel unserer Ängste, verpackt in bäuerliche Bilder, die bis heute wirken. Seine Weissagungen sind keine Zeitmaschine – sie sind ein Prisma. Sie zeigen nicht die Zukunft, sondern uns selbst.

„‚Der Wald wird so licht wie des Bettelmanns Rock‘
eine Prophezeiung, die heute nach Harz und Verlust riecht.“

Und vielleicht liegt genau darin ihre Wahrheit.

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*mit Hilfe von KI

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Die Prophezeiungen des Mühlhiasl


Der Mühlhiasl war ein „Weissager und Prophet“ aus dem Bayerischen Wald. Er hieß vermutlich Matthias Lang, geboren 1753 oder 1755, gestorben 1805.
Man nannte ihn auch den Waldpropheten.
(Wikipedia)
Meine (bigotte) Großmutter hat immer Prophezeiungen des Mühlhiasl zitiert, um auf kommende schlimme Zeiten oder auch „erfüllte“ Prophezeiungen von ihm hinzuweisen (sie glaubte ja auch an die Resl von Konnersreuth).

Der Mühlhiasl war der Nostradamus in bayerischen und böhmischen Landen des 19. bis zum 20. Jahrhundert. Manche glauben heute noch an ihn und übertragen seine Orakelsprüche auf die jetzige Zeit.
Ich versuche das auch mal, denn es ist zumindest unterhaltsam.

Migration oder Dominanz der Linken?

  • Die Rotjankerl werden auf den neuen Straßen hereinkommen. Aber über die Donau kommen sie nicht.

LSBQT, Gegenwartskultur, „molekularer Bürgerkrieg“?

  • Die Hoffart wird die Menschen befallen. Sie werden Kleider in allen Farben tragen, und die Weiberleut werden daherkommen wie die Gäns und Spuren hinterlassen wie die Geißen.
  • Männlein und Weiblein wird man schließlich nicht mehr auseinander kennen.
  • Die Bauernleut werden sich gewanden wie die Städtischen, und die Städtischen wie die Narren.
  • Aber es wird ihnen noch einmal schlecht gehen, wenn alles drunter und drüber geht. Dann werden sie sich Zäun ums Haus machen und auf die Leut schießen. Und dann werden sie Steine und Brot backen und Brennesseln essen.

Klimakatastrophe – Greta, Luisa und die Grünen

  • Das Feuer, das alles vernichtet, wird vom Himmel fallen. Das große Sterben wird über das Land gehen.
  • Ein Himmelszeichen wird es geben, und ein gar strenger Herr wird kommen und den armen Leuten die Haut abziehen – es wird aber nicht lange dauern… dann kommt das große Abräumen.
  • Wenn man Sommer und Winter nicht mehr auseinanderkennt, dann ist’s nimmer weit.
  • Der Wald wird so licht werden, wie des Bettelmanns Rock.
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Was ist nur mit den deutschen Frauen los?

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang
Sollen in der Welt behalten
Ihren alten schönen Klang,
Uns zu edler Tat begeistern
Unser ganzes Leben lang …


Zweite Strophe des „Deutschlandlieds“

Eine kurze Recherche auf X oder den Online-Postillen belegt, Frauen sind in der Produktion und Verbreitung von Schwachsinn und Blödheiten heutzutage führend – wohl aber nicht nur die deutschen. Liegt es vielleicht gar nicht an den Frauen sondern an Medien und an einem kranken gesellschaftlichen Klima? Am Klimawandel?

Weitere Beispiele:

Trump, Hafermilch und eine Deutsche (Sozialpädagogin!)

„Fotzenfreitag …“- junge Frauen (Die Linke) mit Frau Reichinnek an der Spitze

Das Deutschlandlied entstand vor Nietzsches Philosophie, aber schon er prophezeite:

Die „Gesellschaft in voller Auflösung (..)  weil die Bewahrerinnen der alten Sitte sich selber lächerlich geworden und in jeder Beziehung außer der Sitte zu stehen bestrebt sind.“

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Ein ausgesuchter Blick auf einige Päpste*

von Dr. Juliana Bauer, Kunst- und Kulturhistorikerin

Es ist mal wieder bezeichnend, wie der neue Papst, LEO XIV., von den Katholiken bestimmter Richtungen bereits vereinnahmt wird. Sowohl die Tradis, d.h. die „Superfrommen“ und „Lehramtstreuen“, als auch die Deutsch-Synodalen, die Gender- und Transgender-Liebhaber, sehen mittlerweile „ihre“ Anzeichen für einen Papst ihrer Wünsche und Visionen angedeutet bzw. bestätigt. 
Aber noch ein Wort zu einigen vorangegangenen Päpsten, mit denen ich in meiner römisch-katholischen Familie groß geworden bin 

PIUS XII.

Papst Pius XII. war bei den Katholiken der 50er Jahre hochgeschätzt. Ab 1963 begann mit Rolf Hochhuths Schauspiel „Der Stellvertreter“ seine Verunglimpfung durch die Linken, insbesondere die Kommunisten. Die „Neuentdeckungen“ stellten sich der bis dahin positiven Sicht, vor allem vieler JÜDISCHER Vertreter, entgegen. So betonte Elio Toaff, der Großrabbiner von Rom (1951-2002) beim Tod Pius‘ XII. 1958, die „mitfühlende Güte und Hochherzigkeit des Papstes während der Unglücksjahre der Verfolgung und des Terrors.“ So hoben auch ISAAK HaLEVY HERZOG, der aschkenasische Oberrabbiner von Palästina/Israel (1937-59) oder die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir (1969 – 1974) u.a., die Hilfen Pius‘ „für unsere unglücklichen Brüder und Schwestern in dieser höchst tragischen Stunde unserer Geschichte…“ hervor. 
Ich selbst setzte mich mit Papst Pius XII. hinsichtlich kirchlicher Fragen wenig auseinander. Ich weiß aufgrund einiger weniger Recherchen nur, dass er bereits erste, noch zarte liturgische Änderungen vorgenommen hatte – ganz entgegen den strafandrohenden Anweisungen jenes freudlosen, gegen Andersgläubige hasserfüllten Papstes des Tridentinums, Pius V. (1566-72).
Mein Interesse an Pius XII. erwachte insbesondere bezüglich der Judenfrage, da ich ein Buch „16.Oktober 1943. Die Razzia an den römischen Juden“ aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzte (noch unveröffentlicht). In dem 1991 erschienenen Buch, in dem er zwar ebenso schlecht wegkam, schimmerten jedoch Hinweise auf angedeutete Hilfsmaßnahmen durch, sodass ich mit Recherchen zu dieser Fragestellung begann. 
Und ich muss in dieser Frage für Pius XII. eine Lanze brechen. 
Er half u.a. tausenden von Juden: er half mit, dass sie sich in allen, mehr als 400 römischen Klöstern verstecken konnten, dass sie bei vielen Privatleuten Unterschlupf fanden. Er öffnete während der Jahre 1944-45 für 3000 Juden und andere Flüchtlinge seinen Sommersitz in Castel Gandolfo – eine Hilfsaktion, die er sehr diskret durchführen ließ, um die Menschen nicht zu gefährden, aber auch ein Akt der Demut, der ihn seine adlige Herkunft um der Menschen willen völlig vergessen ließ. Ebenso kümmerte er sich 1945 unermüdlich, gemeinsam mit seinen Helfern, um die hungernde Bevölkerung Roms, beschenkte an Weihnachten tausende von Kindern, die er z.T. selbst aufsuchte. Die Römer erlebten ihn als „Papa buono“; den Titel erhielt dann später Johannes XXIII., der als der sehr gütige Papst verehrt wurde.

JOHANNES XXIII.

In der Tat öffnete dieser die verkrustete Kirche nach verschiedenen Seiten und verurteilte die Menschen nicht mehr nach kirchlichen Lehramts-Geboten – eine Tatsache, die die Runde machte und von den katholischen Traditionalisten, die oft keinerlei biblische Kenntnisse aufweisen und nur nach der tridentinischen Tradition schreien, noch heute als Aufweichung der „unverfälschten“ Lehre kritisiert wird. Meine Mutter, eine Konvertitin, die vor ihrem Übertritt in die katholische Kirche zahlreichen Repressalien von einigen Verwandten meines Vaters, ihres damaligen Freundes, ausgesetzt war, nahm den frischen Wind, der von Johannes XXIII. und der Aufbruchsstimmung des von ihm ins Leben gerufenen II. Vatikanischen Konzils ausging, sehr dankbar auf. Etliche Priester wurden nach dem Konzil vorsichtiger und verurteilten z.B. die Eheleute in den Beichtstühlen nicht mehr bzw. viel weniger ob ihrer ehelichen Liebe. Auch die Katholiken, die mit einem evangelischen Partner verheiratet waren, entgingen nun der Verurteilung und Verdammnis.
Die Einfachheit und Demut dieses Papstes, der selbst aus bäuerlicher Armut stammte und diese Herkunft nie verleugnete, bewegte über seine Offenheit hinaus zeitlebens die Italiener und viele andere Katholiken (auch wenn er die päpstliche Tiara noch nicht verabschiedet hatte). Er hatte die kuriale Hierarchie mit ihren starren Regeln immer wieder durchbrochen und ging auf die Menschen mit Herzlichkeit und Unvoreingenommenheit zu. So brach er immer wieder aus den Mauern des Vatikan aus und mischte sich unters römische Volk, wo ihm die Herzen zuflogen, so besuchte er als erster Papst das große Gefängnis Roms – ein Vorläufer also von Papst Franziskus. 

JOHANNES PAUL II.

Ich mache einen Sprung zu Papst Johannes Paul II. Als dieser gewählt wurde – ich wohnte damals in Freiburg – waren viele Priester dort entsetzt. Sie befürchteten einen Rückschritt in alte Strukturen, was sich z.T. bewahrheitete. Kaum war Johannes Paul das Oberhaupt der Kirche, fuhr er z.B. die unter Johannes XXIII. und Paul VI. relativ problemlos gehandhabte Laisierung der lateinischen Priester, die heirateten und ihr Amt aufgeben mussten, zurück. 
Was bedeutete, dass diese Männer nicht nur ihr Priesteramt los waren, sondern jahrelang nicht kirchlich heiraten konnten und damit – nach der unerbittlichen Lehre der römischen Kirche – jahrelang in Sünde lebten. Und geächtet waren. Zumindest noch in den 80er Jahren. Geächtet wie Schwerverbrecher. Und nicht nur sie, sondern mit ihnen ihre gesamte Familie. Dazu hatte ich einmal eine Publikation in der Hand. Zum Glück hat sich die negative Einstellung einem Priester gegenüber, der heiratet und sein Amt verlassen muss, bei der Mehrzahl der Gläubigen geändert. Eine Ausnahme bilden die Tradis, die sich offenbar für sündenlose Reinheitsapostel halten…
Dass der verpflichtende Zölibat für die Nachfolger Jesu kein Gebot Jesu ist, dass sich der Apostel Paulus trotz seiner Bevorzugung der Ehelosigkeit sich gegen das Verbot einer Heirat als eine nicht von Gott kommende Heuchelei stellte und dass es in den weiteren Teilkirchen Roms, den katholischen Ostkirchen, bis zu 90% verheiratete Priester gibt, ist hier nicht weiter das Thema. 
Papst Johannes Paul II. zeigte sich jedoch nicht allein als ein verbissener Verfechter des verpflichtenden Zölibats. Er wollte auch partout mit dem Kopf durch die Wand hinsichtlich von ungeeigneten Bischofsernennungen. So hatte er den Vorgänger Christoph Schönborns, den reaktionären und immer stärker des Missbrauchs belasteten H. H. Groer, trotz angeblich dringenden Abratens von Bischöfen zum Erzbischof von Wien ernannt, desgleichen den verbohrt traditionalistischen K. Krenn als Weihbischof, dann als Bischof von St.Pölten. Massive Unruhen unter dem Kirchenvolk und permanente Proteste waren die Folgen… 

BENEDIKT XVI.

Und an dieser Stelle last not least – unser Benedikt. „Benedikt der Große“, wie ihn sein Ziehsohn Gänswein in „vorausschauender“ Wunschvorstellung schon nannte. 

BENEDIKT der Träumer u. Beschöniger… Der „Diener der Wahrheit“, wie sein Bischofsspruch lautete, der er aber vielfach nicht war… 
Der z.B. in seinem Riesenartikel über „Das katholische Priestertum“ eklatante Widersprüche und Heucheleien pflegte. Wo schon der Titel allein die Unwahrheit darstellt und eine Irreführung ist.
Denn: Benedikt schrieb nicht über das „katholische“, sondern einzig und allein über das lateinische Priestertum. Das „Herzstück“ seines Textes war – wie kann es anders ein – der „heilige“ Zölibat, der breiten Raum einnimmt und der, wie wir wissen, nur den Priestern der lateinischen Kirche aufoktroyiert wird. Der Titel müsste demnach korrekt heißen: „Das Priestertum der lateinischen Kirche.“ 
In Benedikts Abhandlung spielen nämlich die katholischen Ostkirchen keine Rolle, diese lässt er einfach außen vor. Er hatte also nur die Lateiner im Blick. Doch damit berücksichtigte er 23 Teilkirchen SEINER Kirche überhaupt nicht. 
Und er berücksichtigte auch, daraus folgend, nicht den Ehestand jener Priester, dem, wie bereits gesagt, fast 90% angehören. Stattdessen verstieg er sich in seinem Zölibats-Gefasel in eine Ideologie an Widersprüchen, Lügen, Heucheleien und „heilig-lichtvoller“ Schwärmerei, die der Realität vielfach entgegensteht.
In gleicher Weise stritt er in dem gleichen Artikel die jahrhundertelange negative Einstellung seiner Kirche zu Leiblichkeit und Sexualität ab. 
Er wollte nicht wahrhaben, wie häufig Eheleute über Jahrhunderte hinweg ob ihres leiblich-sexuellen Zusammenseins von Klerikern drangsaliert wurden – was sein Nachfolger, Papa Francesco, später als eine „schwere Sünde“ dieser Kleriker herausstellte. 
Er wollte nicht wahrhaben, dass die Priesterehe den mittelalterlichen Reformpäpsten insbesondere der Sexualität wegen ein Dorn im Auge war und dass diese Päpste Sexualität und Leiblichkeit in drastischen Worten verdammten – in Worten, die von einigen ihrer Sorte überliefert sind und die Benedikt als hochstudiertem Wissenschaftler m. S. bekannt waren. Stattdessen träumte er auf den rosaroten Wolken des „Paradieses“, wo „Gott Mann und Frau erschuf… und sie zusammengab…“ Auf Wolken, von denen der Schmalz unaufhörlich tropfte… – Wobei die Pardieserzählung ihre Berechtigung hat, von der sich die klerikalistische, häufig kriminelle lateinische Kirche lange abgewandt hatte…

Und – zum Abschluss meines Ausblicks ein BAYERISCH-BENEDIKTINISCHES SCHMANKERL.
Selbst in seinen Familiengeschichten, mit denen er dem katholischen Publikum mitunter Vergnügen bereitete, machte Benedikt Hörern und Lesern ein X für ein U vor. Nachdem bekannt wurde – auch aufgrund von Archivnachweisen –, dass seine Mutter Maria unehelich geboren wurde (übrigens auch seine Tiroler Großmutter und sein schwäbischer „Großvater“), dass Maria jedoch – bei der Hochzeit der Mutter 18 Monate alt – nicht vom Ehemann ihrer Mutter offiziell als Kind anerkannt und legitimiert wurde (wie es damals hieß) und daher nicht seinen Namen erhielt, sondern bis zu ihrer Eheschließung den Mädchennamen ihrer Mutter trug, erklärte Benedikt diese Tatsache als „juristisches Versäumnis.“ Denn dass die Großmutter, die übrigens bei der Hochzeit bereits wieder schwanger war, wohl vorher mal mit einem anderen Mann „amore machte“, konnte ja unmöglich sein… … … Sie und der „Großvater“ hatten sich ja „schon lange die Ehe versprochen…“ 

Ja, die wahren Geschichten eines Papstes! Der zudem bezüglich der strengen, die Sexualität betreffenden Moralgebote im Katechismus der katholischen Kirche FEDERFÜHREND war… Dessen Vorfahren aber gleich so vielen anderen, auch frommen Leuten, zwischen rigidem Moralkodex und leiblichen Freuden schwankten… Den Freuden des Lebens eben…

Soviel mal zu einigen Päpsten!

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*- Ich danke Frau Bauer ganz herzlich, dass ich diesen Beitrag von ihr für altmod übernehmen durfte – in Ergänzung zu meinem eigenen, vorausgegangen Beitrag „Meine Päpste“.
Ich freue mich über Kommentare, die auf altmod immer niveauvoll und „gesittet“ waren.
Danke!

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Hymne der Linken

frei nach Bertold Brechts „Kinderhymne“:

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Berlin – der Bundeshauptslum

Berliner Kurier © Sabeth Stickforth

Hat Deutschland, hat die deutsche Bevölkerung (das „deutsches Volk“?) So eine Hauptstadt verdient?

Der Fisch stinkt vom Kopf her, lautet eine Redensart. Und da ist was dran, für das durch Merkel und die Ampel-Regierung heruntergewirtschaftete Land.
Berlin ist zu einer politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kloake geworden.

Wie komme ich zu diesem harschen Urteil?

Ich war das letzte Mal 2010 in Berlin. Die große Invasion und der „große Austausch“ standen noch bevor. Aber schon seinerzeit war Berlin ein verkommenes und abgewracktes „Biotop“. Manche glanzvolle Fassade oder „Boulevard“ verdeckten noch den Dreck, die Verkommenheit, die sich schon breitgemacht hatte, bis hin in die „besseren“ Viertel: Müll und Kot auf den Straßen, Gestank von Pisse und kompakteren Hinterlassenschaft aus den Hausfluren, verschmierte Hausfassaden, Ratten am helllichten Tag auf der Flur. Manche Straßenzüge in dem östlichen Berlin vor der Wende erschienen mir da in der Erinnerung noch „kultivierter“ als manche jetzt in Kreuzberg, Neukölln, Wedding u.a.

Ich habe schon mehr als einmal über die Verkommenheit unseres Bundeshauptslum geschrieben:

https://altmod.de/2023/03/die-eiterbeule-berlin/6770/

https://altmod.de/2023/12/lasst-berlin-doch-brennen/7374/

Michael Klonovsky schrieb 2018 unter Bezug auf einen Korrespondenten der NZZ:

Berlin. Obdachlose auf den Straßen, Bettler an jedem Bahnhof, vor jeder Bank oder Sparkasse. In jeder zweiten S-Bahn tauchen Musikanten auf, die sich ihren Lebensunterhalt zusammenklimpern. Überall Schmutz. Sperrmüll auf den Straßen, Hundehaufen sowieso, Kotze auf den Bahnhofstreppen. Taubendreck. Immer aufpassen, wo man hintritt. Nichts anfassen. Viele ärmlich Gekleidete, viele Migranten. Selten mal jemand, der Krawatte trägt. Stattdessen sieht man öfter Ratten auf der Straße, die es nicht besonders eilig haben, sich also heimisch fühlen. (Ich halte mich übrigens fast nur in Mitte auf.) Berlin sei „ein bisschen wie Afrika“…

Warum hat der „Tagesspiegel“ seinerzeit seine umfangreiche und informative Bilddokumentation über den Müll, den Unrat, die Verslumung der Stadt gelöscht?
Zu peinlich für Deutschlands Metropole?

Aber es gibt noch anderen, viel gefährlicheren Müll auf den Straßen von Berlin:


Berlin ist die Demonstrationshauptstadt der Republik. Von links bis rechts, von links-queer bis zu den „Omas gegen Rechts“ tobt sich dort in regelmäßigen Abständen der Mob aus.
Besonders aber hat die „Kommunität“ der Muslime und Migranten, vor allem aus Palästina und Arabien, inzwischen die Herrschaft über die Straßen erobert. Sei es an Silvester oder wie einmal mehr zuletzt am „Nakba-Tag“ dieser Tage, als antijüdischer = palästinensischer, arabischer und linker „deutscher“ Pöbel ihre Herrschaft über die Straßen von Berlin demonstrierten und mehrere Polizisten verletzen, einen ins Koma traten.

Dass sich der eingewanderte und der in Berlin seit Jahren angesiedelte linke Mob anscheinend die Hoheit über Berlin erobert haben, durfte nicht verwundern. Thront doch über dem Ganzen eine unfähige und landesverräterische Kaste von Politikern im Berliner Senat und dessen Behörden.
Und vor allem auch im Reichstag – „Dem deutschen Volk“! – dem Kanzleramt und den Bundesministerien!

Wie gesagt, „der Fisch stinkt vom Kopf her“ und Berlin passt wohl zu dem Land, das Deutschland inzwischen geworden ist.
Dass es in Paris oder London gleichwohl migrantisch „bereichert“ zugeht, mag nicht trösten. Alle haben sie es erlebt: „Wer halb Kalkutta aufnimmt hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta!“ (Peter Scholl Latour).
Und manchmal habe ich den Eindruck, dass es inzwischen in Kalkutta möglicherweise zivilisierter zugeht, als in den europäischen Metropolen.

Berlin: Hauptstadt des Judenhasses!
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„Meine Päpste“

Pius XII.

Der Titel ist fürs Erste irreführend: Bin ich doch – wie bekannt ist – kein Getreuer oder Apologet der römischen Papstkirche.
Doch der Abend des 8. Mai 2025 mit der Wahl eines neuen Oberhirten der Katholika hat mich durchaus nachdenklich gemacht, mich in frühere Zeiten und durchaus berührende Erinnerungen entführt.
Ich bin in einem katholisch geprägten Elternhaus aufgewachsen, habe mich bald von der Kirche entfernt.
Aber der Katholizismus hat mich, trotz meiner äußerst kritischen Einstellung nie ganz aus den Fängen gelassen.
Ich denke, dass ich da durchaus noch viele „Gesinnungsgenossen“ habe.

Meine „Papstgeschichte“ begann mit Pius XII. – diesem so umstrittenen Papst im Zusammenhang mit dem dem Holocaust. Er war schon fünf Jahre tot, als Rolf Hochhuth mit „Der Stellvertreter“, seinem „christlichen Trauerspiel“ eine bis heute nicht nachlassende Diskussion über die Rolle dieses Papstes und des Vatikan in dem Zusammenhang auslöste. Ich sah das Stück erstmals 1966 in einer Theateraufführung, und kann doch bis heute nicht in allem diese bare Münze erkennen, die Hochhuth seinem Publikum anbot.

1956 war das Fernsehen in unseren Haushalt eingezogen und meine zutiefst frömmelnde Großmutter empfing jetzt zweimal im Jahr den Segen „Urbi et Orbi“ direkt vom Papst aus der Glotze.
Pius XII. war noch der überragende Kirchenfürst mit der Tiara auf dem Schädel.
Das Fernsehen begleitete denn auch sein Sterben für all die Gläubigen in der Welt.


Direkt mitverfolgen konnte man denn anschließend auch die Wahl und Inthronisation von Johannes XXIII. Auch er, der eigentlich so bescheidene Papst, der angebliche „Kommunist auf dem Papstthron“ trat noch mit der Tiara auf und ließ sich in der „Seda Gestatoria“ mit dem triumphalistischen Erscheinungsbild durch den Petersdom tragen. (Johannes Paul I., war der Letzte, der diesen Tragesessel noch benutzte.)

Papst Johannes XXIII. hat das II. Vatikanische Konzil auf den Weg gebracht, das sein Nachfolger Paul VI. schon als Kardinal mit organisiert hatte.

Die Wahl von Paul VI. im Juni 1963 konnte man denn auch im Fernsehen verfolgen.
Paul VI. war durchaus ein Reformpapst, dessen Enzyklika Humane Vitae: „Über die rechte Ordnung der Weitergabe menschlichen Lebens“ von 1968, umstritten wurde:


„ … in der Paul VI. zwar einerseits die Berücksichtigung der empfängnisfreien Zeiten durch die Gatten für erlaubt ansah, andererseits den Gebrauch künstlicher empfängnisverhütender Mittel als „immer unerlaubt“ verwarf. Das Schreiben erhielt insofern besondere Aufmerksamkeit, als die Markteinführung der Antibabypille erst wenige Jahre zurücklag. Daher bekam der Papst von Gegnern der Enzyklika den spöttischen Beinamen „Pillen-Paul“.

In einem nur eintägigen Konklave wurde im August 1978 Albino Luciano zum Papst gewählt: als Johannes Paul I., der „lächelnde Papst“! Er verzichtete auf eine Krönung mit der Tiara. Sein Pontifikat dauerte nur 33 Tage und sein plötzlicher Tod wurde zur Quelle für manche Verschwörungstheorie. Die Imagination der Gerüchte um den Tod von Johannes Paul I. verarbeitet Francis Ford Copolla gar in dem Film der „Pate III“.

Die Wahl von Karol Woytyla zum Papst Johannes Paul II. – dem ersten nicht-italienischen Papst seit Jahrhunderten – im Oktober 1978, verfolgte ich während eines Urlaubs in Spanien.
Mein Interesse an den konkreten Päpsten war da schon reichlich geschwunden und ich halte Woytyla für einen der großen doktrinären und theologischen Tyrannen der jüngsten Papstgeschichte.

Und dann wieder mal ein deutscher Papst. Mit Joseph Ratzinger als Benedikt XVI., der ebenfalls in einem vergleichsweise kurzen Konklave im April 2005 gewählt wurde, kam ein Intellektueller und Philosoph auf den Papstsessel. Er schrieb kluge Bücher und Traktate, hielt bemerkenswerte Reden und Interviews. Doch dem Sumpfland des Vatikans war er wohl nicht gewachsen und trat zurück – als erster Papst seit langer Zeit.

Im März 2013 wurde erstmals ein Jesuit, ein Mitglied dieses anrüchigen und obskuren Ordens, Papst. Er nannte sich Franziskus und obwohl er mit Jesuslatschen an den Füßen etwas Besonderes ausdrücken wollte, war er für mich der erste Antichrist dieses Jahrhunderts auf dem Papstthron.
„Kyrie eleison, Christe eleison …“ möchte ich ihm hinterherrufen.

Und nun haben wir wieder mal einen Leo, den Vierzehnten.
Einen Löwen?
Was fällt mir zu dem Papstnamen Leo ein?
Leo I. – „der Große“, und „Kirchenlehrer“, war ein Politiker und Machtmensch, auf den man den (durch nichts gerechtfertigten) Primat des Bischofs von Rom herleitet; ein gnadenloser Verfolger von Ketzer und Häretikern.
Leo X., der Papst, der Luther bannte. Er war bei seiner Wahl noch nicht einmal Priester. Ein Kirchenhistoriker schrieb: „Sein Pontifikat war eines der verhängnisvollsten der Kirchengeschichte“.
Hoffnung macht dann vielleicht Leo XIII., der Verfasser der ersten Sozial-Enzyklika des Vatikans: die „Enzyklika Rerum Novarum“. Andererseits war er ein Antidemokrat, der seinerzeit seinen Landsleuten eine parlamentarische Mitwirkung im italienischen Staat verbot und der hochmittelalterlichen Ordnung von Kirche und Staat anhing.
Welche Richtung wird Leo XIV. wählen? Letzteres gewiss nicht – als eher den „Demokraten“ zugeneigter Ami.

Päpste seit 1958


Sieben Papstwahlen habe ich meinen Leben erlebt. An der Glotze oder über den Rundfunk. Die Letzte wird wohl auch für mich die letzte sein, es sei denn, wieder endet das Pontifikat eines vielleicht „lächelnden Papstes“ binnen kurzem aus „gesundheitlichen Grünen“; was ich aber nicht glaube.

Irgendwie kann ich mich, trotz aller Rationalität und religiösem Defätismus, dieser Magie und der Aura des traditionellen Katholizismus in seiner Ausstrahlung und Spiritualität nicht entziehen.
Wahrscheinlich weil ich auch „Altlasten“ aus der Erinnerung mit mir schleppe.

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Der Papst ist tot …

Die Geschichte des Papsttums ist eine Abfolge von Lügen, Fälschungen, Betrug, Heimtücke, Geilheit, Verfolgungen, Kriegen, Mord und Totschlag!

Es gibt nicht viel, in dem ich Luther folgen möchte, aber seiner Kritik und Ablehnung des Papsttums kann und will ich beipflichten.
Das Papsttum und der Primat der römischen Kirche ist eine Erfindung machtgieriger Prediger vom Ausgang der Spätantike bis zum Frühmittelalter.
Eine Berufung auf den historischen oder biblischen Jesus ist schlichtweg nicht möglich, sondern eine Erdichtung machtgeiler und machtbewusster Pfaffen und Fälscher.
Die »Kriminalgeschichte des Christentums« ist daraus hervorgehend vor allem eine Kriminal-Geschichte des Papsttums – bis ins 20. Jahrhundert.
Nicht nur Karlheinz Deschner hat dies in seinem Mammutwerk der »Kriminalgeschichte des Christentums« akribisch und profund erforscht und aufgearbeitet.


Jedem denkenden, aber vielleicht jedem durchaus religiösen Menschen ist eigentlich klar, dass die Papstkirche mit ihren Dogmen, diesem Reliquien- und Heiligen-Schund mit der ursprünglichen Botschaft Christi und »der Schrift« nie etwas gemein hatte und hat.
Die abstoßende Schäbigkeit der Päpste ist noch bis ins 20. Jahrhundert nicht zu übersehen. Ausnahmen sind vielleicht Johannes XXIII., Johannes-Paul I. und vielleicht noch „der Philosoph auf dem Papstthron“, Benedikt XVIII.
Der bald seliggesprochene polnische Papst Johannes-Paul II. war wie fast alle seine Vorgänger ein verbohrter Dogmatiker und Machtmensch.

Mit der Heilig- und Seligsprechung hatten es nicht nur die alten Päpste seit je dringlich, wenn der Betreffende sich besonders mordlüstern und brutal vor allem in der »Verbreitung des Christentums« zeigte.
Vom »Stellvertreter Petri« zum »Stellvertreter Gottes« auf Erden haben sich die römischen Bischöfe mit ihrem Lügengebäude über die Jahrhunderte hochstilisiert – und bis zuletzt auch so verstanden.

Der jetzt gestorbene Papst, ein nachgewiesener Intrigant auf seinem früheren Bischofsstuhl, Freund des argentinischen Militärs und der Junta, Muslimfreund und dreister Namensfälscher (Franzikus) wird dort landen, wo die allermeisten seiner Vorgänger gelandet sind:

Hieronymus Bosch – Hölle


Ich brauche keinen Papst, habe nie einen gebraucht. Alles, was je ein Papst äußerte, ist mir einfach an einer bestimmten Körperstelle vorbeigegangen.
In Abwandlung eines Jesus-Wortes möchte ich sagen: „Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Papst in das Reich Gottes gelangt.“ (nach Markus 10;25)

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