Vertreibung der Sudetendeutschen, meiner Familie, im Mai 1946

Im Mai 1946 wurden meine Großeltern und meine Mutter in einen Viehwaggon verfrachtet und nach Westen in das Restdeutschland verschickt.
Mein Vater hatte schon 1945 vor dem Kriegsende erkannt, was das Schicksal der Deutschen in der „Tschechei“ sein würde und hatte Vorsorge getroffen, indem er in einem Dorf bei Ansbach bei einem Bauern, mit dem er sich angefreundet hatte, eine Unterkunft besorgt hatte.
50 kg durfte jeder der Ausgewiesenen mitnehme. Hab, Grund und Boden und die restliche Habe waren für immer verloren.

Mit dem Untergang der Habsburger Monarchie 1918 war mit der Tschechoslowakei ein neuer Vielvölkerstaat im Herzen Europas mit der erträumten Dominanz des angeblich in der Vergangenheit unterdrückten Mehrheitsvolkes der Tschechen entstanden.
Von den knapp 13 Millionen Einwohner der „CSR“ (1921) waren 3,2 Millionen Deutsche, die überwiegend in den Randgebieten des vormaligen „Böhmen“ lebten.
Mit dem Münchner Abkommen wurde die damalige „Tschechei“ zerschlagen und die deutsche Bevölkerung „Heim ins Reich“ geholt und damit der seit 1918 ausgesetzten Unterdrückung durch die Mehrheitsbevölkerung entzogen.
Das Pendel schlug zurück.
Mit Hilfe der siegreichen Alliierten setzte der 1935 gewählte und während des Krieges selbsternannte Präsident der CSR, Edvard Benes, seine von ihm verfassten Dekrete durch, welche die Enteignung und vollständige Vertreibung der deutschen Bevölkerung beinhaltete.
Am 28. März 1946 wurden diese von der provisorischen tschechoslowakischen Nationalversammlung gebilligt und umgehend ausgeführt.
Aber bereits 1945 hatte es schon „wilde Vertreibungen“ der Deutschen mit Billigung der Alliierten geben.

3,2 Millionen Deutsche mussten 1945/46 ihre seit Jahrhunderten angestammte Heimat verlassen.
Darunter meine Eltern und Großeltern, die Großeltern und Mutter meiner Frau.

Diese Kiste von der Vertreibung der Großeltern meiner Frau ist uns bis heute erhalten geblieben …

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