Kriegerische Nationen 1 *

Deutschland und andere europäische Nationen

Welches war/ist das aggressivste und kriegerischste Volk auf unserem Globus zu allen Zeiten?
Natürlich die Deutschen!
So ist es uns in die Köpfe eingepflanzt worden, mit Handhabungen, wie im vorausgehenden Artikel „What to do with Germany?“ ausgeführt.

Da wir 1945 „befreit“ und besiegt wurden, ist eine andere Sicht der Geschichte, als die im Sinne der Sieger kolportierte, nicht zugelassen. Durch die „Re-education“ von außen durch die USA und die Wirkung der „Frankfurter Schule“ von innen heraus, ist es fast gelungen, den Deutschen die Gewissheit eines angeblich kranken und ausgesprochen kriegerischen Volkscharakters einzuimpfen.
Es wurde erfolgreich die Legende geschaffen, dass es sich bei Deutschland und den Deutschen um den kriegswütigsten und eroberungssüchtigsten Staat und Volk Europas handle.
Treten deutsche Historiker öffentlich gegen dieses Verdikt auf, gehen sie Gefahr, des „Revisionismus“ bezichtigt zu werden, wenn inzwischen nicht gar strafrechtlich der Vorwurf der „Volksverhetzung“ droht.

Ich bin kein Historiker, aber jemand mit guter Bildung und gesundem Menschenverstand, der eins und eins zusammenrechnen kann und der „Geschichte“ durchaus auch deuten kann – mit Fakten statt Meinungen!

Lassen wir die nackten Tatsachen sprechen, so sind die USA die aggressivste und kriegerischste Nation der Geschichte seit deren Gründung am 4. Juli 1776 (dazu Genaueres in Teil 2).
Doch bleiben wir zunächst bei den Deutschen und betrachten auch andere Europäer.

Ausgerechnet ein Amerikaner, der Politikwissenschaftler Quincy Wright, unter anderem Berater des Nürnberger Chefanklägers Robert H. Jackson, hat in seinem Werk „A Study of War” alle Kriege der elf wichtigsten europäischen Mächte zwischen 1450 und 1900 untersucht und kam für seine Beratungs-Klienten zu erstaunlichen Ergebnissen. Demnach befanden sich folgende Nationen durchschnittlich im Kriegszustand:

1. Spanien: in 33 – von 50 Jahren.
2. Türkei: 30,5
3. Russland: 30
4. Österreich: 27,5
5. Großbritannien: 25
6. Polen: 24,5
7. Frankreich: 23,5
8. Niederlande: 22
9. Schweden: 17,5
10. Preußen/ Deutsches Reich: 17
11. Dänemark: 11,5

Deutschland/Preußen liegt mit der Beteiligung an durchschnittlichen 23% aller – auch weltweiten – Schlachten, in dem untersuchten Zeitraum weit hinter Frankreich mit 43%.

Der russisch-amerikanische Soziologe Pitirim Sorokin rechnete den Anteil der Jahre aus, in welchen die großen europäischen Mächte seit dem elften Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts sich im Kriegszustand befanden:

Spanien 68%,
Polen 58%,
England 56%,
Frankreich 50%,
einsames Schlusslicht ist Deutschland mit all seinen Unter-oder Teilstaaten mit 28%.

Am Vorabend des Ersten Weltkrieges etwa standen fast genausoviele Franzosen unter Waffen wie Deutsche – bei nur etwa halber Bevölkerungsgröße. Anteilig an der Gesamtbevölkerung hatte Frankreich doppelt so stark aufgerüstet als Deutschland.

Deutschland war seit seiner Staatsgründung 1871 bis zu den beiden Weltkriegen lediglich beim Herero-Aufstand und bei der Beteiligung am internationalen Krieg gegen die Boxer in China in kriegerische Handlungen verwickelt.

Da liest sich die Bilanz der Briten ganz anders.

Kriegsbilanz Großbritanniens seit 1871:

1878-1890 Krieg in Afghanistan
1879 Krieg gegen die Zulu
1880-1881 Krieg gegen die Buren
1882 Krieg gegen die Urabi und Besetzung Ägyptens
1881-1899 Krieg im Sudan gegen die Mahdi
1885-1886 Krieg in Birma
1896 Krieg in Sansibar
1899-1902 Zweiter Burenkrieg
1899-1920 Krieg gegen die Derwische in Somalia
1903-1904 Krieg in Tibet
1914-1918 1. Weltkrieg
1919 Afghanischer Unabhängigkeitskrieg
1919-1921 Irischer Unabhängigkeitskrieg
1939-1945 2. Weltkrieg
1944-1947 Interventionen im griechischen Bürgerkrieg
1945-1948 Palästina
1945-1946 Südostasien
1948-1960 Malaya
1950-1953 Korea
1951-1952 Anglo-ägyptischer Krieg
1952-1956 Mau-Mau-Aufstand in Kenia
1955-1959 Zypern Krieg
1956 Suez / Sinai-Krieg
1957-1959 Intervention in Maskat und Oman
1958 Intervention in Jordanien
1960-1966 Indonesien
1964 Uganda
1964-1967 Aden Conflict
1969-1998 Nordirland
1982 Falklandkrieg
1991 1. Golfkrieg
1992 ff. Jugoslawien, Krieg und „Friedensmissionen“
2001 ff. Afghanistan
2003 ff. 2. Golfkrieg und Besetzung des Irak
2011 Bombardierung Libyens

Die heimliche Nationalhymne „Britannia rules the waves“ könnte in „Britannia rules the guns“ umbenannt werden. Oder?

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* Wiederherstellung einer Beitragsfolge von 2012

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„What to do with Germany?”

Der kriegerische und barbarische Volkscharakter der Deutschen

Der nachfolgende Beitrag ist die Neufassung bzw. Neuauflage eines altmod-Artikels von 2012, der vor drei Jahren mit der ganzen Seite einem Hacker-Angriff zum Opfer gefallen war.
Deutschenhass ist inzwischen immer mehr zu einem „häuslichen Problem“ geworden. Antifa, die Grünen, Journalisten und Verbandsfunktionäre – vor allem aus der muslimischen „deutschen“ Kommunität – haben sich Hass und die Hetze gegen die „die schon länger hier wohnen“ inzwischen zur Gewohnheit gemacht. Aktuell befeuert durch die mit BLM angefachte Rassismusdiskussion, in der selbst Berufspolitiker von SPD, Grünen und der Linken das eigene Volk mit Hass und Häme überziehen.

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„What to do with Germany?” – Das ist eine Frage, welche die USA seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert besonders intensiv beschäftigt.

„What to do with Germany?” ist das in den USA am meisten gelesene Buch über Deutschland. Dieses Machwerk eines gewissen Louis Nizer, ein 1902 in London geborener amerikanischer Jurist, war vor und während des 2. Weltkrieges überaus populär. Es zählt zu den klassischen Materialien der psychologischen Kriegsführung, sprich der Greuelpropaganda gegen Deutschland, in der es ja die englische Seite schon im 1. Weltkrieg zur Meisterschaft gebracht hatte.
In dem Buch soll der aggressive und pathologische Charakter der Deutschen anhand der Geschichte und der deutschen Philosophie belegt werden. Da der Beitrag der Deutschen zur Philosophiegeschichte nicht gering ist, so war auch die Suche nach deutscher „philosophischer Kriminalität“ besonders ergiebig. Eine Suche, an der sich schon vor Nizer andere amerikanische Philosophie-Rezipienten beteiligt hatten. Alle deutschen Philosophen seit Kant, aber auch Luther und Leibniz, kamen auf die Anklagebank. Für die Propagandisten war klar, dass sich das deutsche Volk seit Jahrhunderten gegen die Zivilisation verschwöre: „Bauer und Junker, Bürger und Fürst sind alle in diese Verschwörung verstrickt“.

Präsident Roosevelt verteilte das Machwerk von Nizer an seine Kabinettsmitglieder und General Eisenhower versandte 100.000 Exemplare, und alle Offiziere seines Stabes mussten Aufsätze über das Buch schreiben. Harry S. Truman empfahl jedem Amerikaner noch nach dem Krieg, das Machwerk zu lesen.

 

Deutsche Geschichte nach Nizer*:

„Die Deutschen zerschlugen die lateinische Zivilisation in der Schlacht von Adrianopel 378.

… Sie machten Krieg zu ihrem Beruf. Wo sie hintraten, starb die Kultur ab. Sie plünderten Paris, Arras, Reims, Amiens, Tours, Bordeaux und Dutzende anderer Städte, die in späteren Generationen von ihren kriminellen Nachfahren wiederholt heimgesucht wurden.

… Vier Jahrhunderte nach Adrianopel setzte Karl der Große die deutsche Tradition fort
… Er versuchte, die Welt zu erobern, ein Refrain, der seitdem mit wahnsinniger und zerstörender Ausdauer durch die deutsche Existenz lief. Er führte jedes Jahr einen Krieg
… die Deutschen folgten ihm mit der fanatischen Ergebenheit für die gleichen Prinzipien, die sie anleiteten, in unserer Generation dem Kaiser oder Hitler zu folgen.

… Im 12. Jahrhundert war der Führer ein anderer, aber das monotone Programm das gleiche. Da war es Friedrich Barbarossa, der den Frieden erdolchte. Die einzige Frage war, ob Italiener oder Slawen unterjocht werden sollten. Er wählte die Slawen und führte gegen sie mit fürchterlicher Brutalität Krieg. Nach dem Sieg verbot er den Gebrauch der einheimischen slawischen Sprachen und erließ strenge Verordnungen gegen die Juden. Durch das 14. Jahrhundert läuft der rote Faden deutscher Infamie.

… Die Lehre von der Welteroberung begann organisatorische Formen anzunehmen. Der Hansebund organisierte alle Deutschen in allen anderen Ländern aufgrund der Lehre, daß ihre Loyalität weiter den deutschen Führern galt. Die auslandsdeutsche 5. Kolonne von Hitlers Regime ist nur die erweiterte Kopie eines alten deutschen Kunstgriffs.

… Während des dreißigjährigen Krieges war die Brutalität der Deutschen im Kriege unvermindert. Sie überrannten Böhmen und verfolgten das tschechische Volk mit einer Wildheit, die nur von den Legionen der Nazis übertroffen wurde. Tausende von Geiseln wurden erschossen. Folter und Terror, die allgegenwärtigen Begleiter des deutschen Programms, gingen Hand in Hand.

…Führer, die die deutsche Kriegslust verkörperten…: der Große Kurfürst, der Soldatenkönig, einer der widerlichsten Rüpel, die je lebten,… Friedrich der Große, der jede Freiheit, die unter seinen Gefolgsleuten existierte, zerstörte und Preußen in eine militärische Autokratie umformte, deren einziges Ziel Krieg und Eroberung war.

„Treitschke erklärt in seiner “Politik”, daß, da die Deutschen nie in der Lage sein werden, die Welt zu verstehen, sie die Welt erobern und nach ihrem Willen umformen müssen, damit sie dem deutschen Denken entspricht.
Adam Müller, Novalis, Fichte, Johann Josef Görres spielen alle die gleiche Melodie. Das deutsche Volk horcht begierig auf diese kriegerische Musik. Sie entfacht seine Gefühle. Es ist durch den Wahnsinn hypnotisiert und folgt ihm mit brutalen Stiefeln…

… ja, es gibt eine deutsche Verschwörung gegen den Weltfrieden und gegen jeden freien Menschen in jedem beliebigen Lande. Es ist eine Verschwörung, die nach einer Niederlage nie verlöschen wird. Sie ist in das Volk eingesenkt und hält es in allen dunklen Zeiten aufrecht, bis der Tag kommt.
(„Der Tag” ist der Tag deutscher Weltherrschaft, von dem nach der Meinung der amerikanischen Kriegspublizisten alle Deutschen träumen – d. R.)

….Der Nazismus ist keine neue Theorie, die aus den Ungerechtigkeiten des Versailler Vertrags oder aus wirtschaftlicher Not entstanden ist. Er ist ein Ausdruck der deutschen Aspirationen, die in allen Jahrhunderten ihren Ausdruck fanden.”

Man möchte meinen, dass seriöse amerikanische Historiker gegen derartige Dummheiten und Geschichtsklitterungen eines Juristen auftreten müssten. Fehlanzeige! „Ist es schon Tollheit, hat es doch Methode“.
Und die Methode zieht sich durch bis in die heutigen Tage, wie das Beispiel des ehemaligen Harvard-Historkers Daniel Goldhagen zeigt: Hitlers willige Vollstrecker“.

Caspar von Schrenck-Notzing schrieb schon 1965 in dem Buch „Charakterwäsche“ hellsichtig**:

„Der Stock, aus dem die feurigen Blüten der amerikanischen Kriegspropaganda entsprossen sind, ist nie beseitigt worden. Seit einigen Jahren beginnt er wieder kräftig zu treiben, und der Tag ist abzusehen, an dem er wieder in voller Blüte stehen wird.“

Der Deutschenhass wurde (nicht nur) von Roosevelt zur amerikanischen „Staatsräson“ erhoben, er erlebt eine inzwischen bundesrepublikanisch-autochthone Zweitausfertigung  im links-grünen Deutschenhass unserer Tage.
Dazu wird in den Zeiten der Euro- und Corona-Krise von verschiedensten Seiten auch in unserer „guten Nachbarschaft“ wieder das Bild des häßlichen Deutschen gezeichnet.
Die „Eindämmung Deutschlands“ wird von innen und von außen betrieben und scheint dauerhafte Aufgabe der Außenpolitik mancher Staaten zu sein  – und Aufgabe der letzten Bundesregierungen, besonders unter Führung der Merkel-Connections.
Nach der “Wiedervereinigung” war durch den Sturz des Sowjetreiches der ursprüngliche Feind nach dem 2. Weltkrieg abhandengekommen. So verwundert es auch nicht, dass erst jüngst, mehr als 70 Jahre nach dem II. Weltkrieg,  von griechischer oder polnischer Seite und auch von Kreisen in Italien Reparationsforderungen an Deutschland gestellt werden.

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* Ich habe diese Hetzschrift vor einiger Zeit versucht zu lesen, es war mir nicht möglich. Wer sich diesen Schund kaufen will, kann das Buch mit deutscher Übersetzung hier erstehen. Zu den Zitaten kann man hier fündig werden.
Es ist auf jeden Fall ein wichtiges Dokument, da es einen stets daran erinnern wird, wo die Urheber der derzeitigen Misere unseres Volkes und Landes zu finden sind.

** Caspar von Schrenck-Notzing: “Charakterwäsche – Die Re-education der Deutschen und ihre bleibenden Auswirkungen” – Neuauflage: Ares-Verlag 2004

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Kulturkampf, Kulturmarxismus und Identitätspolitik

Haben wir verloren?

In einem Beitrag der JF über die linke Kulturhegemonie im Zusammenhang zu den jüngsten Verleumdungsaktionen in den „Qualitätsmedien“ schreibt Michael Paulwitz:

„Der Kulturmarxismus kommt zur Vollendung“

„…. Der sich ausbreitende bleierne Nebel von Inquisition und Gesinnungsschnüffelei, von Generalverdacht und Denunziationsbereitschaft, ist ja nichts anderes als die Vollendung und konsequente Ausformung der diskurshegemonialen Machtergreifung, auf welche die kulturmarxistische Linke seit mehr als einem Jahrhundert hingearbeitet hat und vor deren Vollendung sie jetzt, im späten Merkel-Deutschland, schließlich steht.“

Diese Machtergreifung betrifft nicht nur das Merkel-Deutschland. Wie so vieles an „Fortschritten“ haben wir die Durchsetzung der Kultur- und Gesellschaftsbarbarei beispielgebenden Einflüssen aus der „Neuen Welt“ zu verdanken: Political Correctness, Black Lives Matter und eine Menge weiterer „hashtags“. Mit und ohne „Frankfurter Schule“ und ohne Marsch der eingeborenen 68er durch die Institutionen, wie nachfolgend zu erörtern sein wird.

Bei der Betrachtung der kulturellen Entwicklung in Deutschland nach 1945 ist festzustellen, dass unsere Politik und der Staat über die Erringung der kulturellen Hoheit in der Gesellschaft durch den Kulturmarxismus eine Transformation zu Verhältnissen erfahren haben, die eigentlich nicht erst heute zu beklagen wären. Die in der ersten Zeit liberale, dann linksliberale und nach der „Wiedervereinigung“ unverhohlen linke Durchdringung aller Bereiche von Kunst, Kultur und Wissenschaft, der Publizistik wie der Justiz, hat über diese „gesellschaftlichen Wandlungen“ zu nichts weniger geführt, als zu einer Entmachtung und nahezu Zerstörung des Deutschen Staates. Eines Staates mit den klassischen Merkmalen wie Bevölkerung, das heißt Staatsvolk, geografisch abgrenzbarer Teil als Staatsgebiet und stabile Regierung, die effektive Gewalt ausübt, was Staatsgewalt bedeutet. Den Begriff Nation will ich dabei mal außen vor lassen.
Was sonst noch von allem – das uns heilig ist – angegriffen und in Frage gestellt und zerstört wurde, kann sich der erfahrene Leser in Betrachtung von Vergangenheit und Gegenwart selbst zusammenreimen.

Die erlebte Transformation von Staat und Gesellschaft in Deutschland in den heutigen Zustand war im Großen und Ganzen auch Absicht der alliierten Sieger von 1945. Dabei jeweils mit unterschiedlichen Zielen zwischen Ost, den Sowjets und West, den angloamerikanischen Machthabern.
Von westlicher Seite spielte denn die sogenannte „Frankfurter Schule“ mit ihrer Infiltration des Wissenschaftsbetriebs in Westdeutschland eine bestimmende Rolle. Vormals deutscher Export, dann Reimport aus den USA.


Antonio Gramsci und „Die Kritische Theorie“

Ich habe in früheren Beiträgen verschiedentlich auf Antonio Gramsci, den italienischen, marxistischen Philosophen (1891 – 1937) verwiesen. Die „Kritische Theorie“ der Frankfurter Schule war in gewisser Konsequenz zwar noch totalitärer als der Ansatz von Gramsci. Dessen Konzept erweist und erwies sich aber als einfacher, elementarer und damit effektiver.
Die konservativen Eliten mussten das seit je wissen, haben aber versäumt, in ihrem Sinne konsequent zu handeln, bzw. sie haben sich das Heft aus der Hand nehmen lassen.
In seinem Essay „Der Intellektuelle und die Macht“ bediente sich Peter Glotz, zeitweise der Chefideologe oder Cheftheoretiker der SPD, der Begrifflichkeit des einstigen KPI-Theoretikers Antonio Gramsci im Anspruch auf eine anzustrebende kulturelle Hegemonie der Linken.

„Wer die Sprache beherrscht, hat auch Macht über die Motive von Menschen und ihr politisches Votum.“

Was an Antonio Gramsci auch die „Konservativen“ faszinieren muss, hat Gerd-Klaus Kaltenbrunner in einem Essay zusammengefasst:

„… Gramsci gehört, auch wenn sich dies (1968 – d. Red.) noch nicht herumgesprochen hat, zu den originellsten politischen Denkern des zwanzigsten Jahrhunderts. Ob er ein orthodoxer Marxist war, darüber mögen sich ideologische Sektierer streiten. Wichtiger ist die Tatsache, daß er, klarer und gründlicher als andere marxistische Theoretiker, die Rolle des kulturellen Faktors in der Politik und der kritischen Intelligenz im Kampf um die Macht erkannt hat. Vorbedingung für den Erwerb der politischen Hegemonie ist die Eroberung der kulturellen Macht. Die Ansicht, daß der moderne Staat »unmittelbarer Ausdruck der Basis«, das heißt konkret: der kapitalistischen Interessen sei, hielt er für einen »primitiven Infantilismus«. Es stimme einfach nicht, so Gramsci, daß der »bürgerliche« Staat bloß auf »Terror« und der »Macht des Großkapitals« beruhe. Er könnte sich nicht eine Stunde lang an der Macht halten, würde er nicht durch Moral, Sitten, Ideen, Traditionen und andere – im weitesten Sinne – kulturelle Faktoren getragen und integriert. Wer die »Basis« verändern wolle, müsse vorerst einmal den ideologischen »Überbau« revolutionieren: die Gedanken, Gesinnungen, Haltungen und geistigen Vorlieben, die gesamte Interpretation und Sinngebung der menschlichen Existenz. Antonio Gramsci ist der Theoretiker kulturrevolutionärer »Systemveränderung«; den »ideologischen« Sieg hielt er für vorrangiger als den politischen oder wirtschaftlichen. Wer die Intelligenz gewonnen hat, dem wird auch der Staat zufallen.
… der eigenwillige Marxist, verachtete leichte verbale Siege über zweitrangige Gegner: »An der ideologischen Front bedeutet der Sieg über Hilfstruppen fast gar nichts, hier muß gegen die hervorragendsten Gegner gekämpft werden.«
In diesem Sinne sollten auch Nicht-Marxisten die Schriften Antonio Gramscis  aufmerksam lesen, weil er in der Tat ein sehr bedeutender Gegner ist, von dem man überaus viel lernen kann. Wer ihn nicht zur Kenntnis nimmt, der gerät allzu leicht in Gefahr, einem Menschen zu gleichen, der – um ein Bild Gramscis zu verwenden – »wegen des hellen Mondscheins nicht schlafen kann und sich bemüht, so viele Glühwürmchen zu töten wie möglich, in der Überzeugung, daß dann die störende Helligkeit nachläßt oder ganz aufhört.«

Gegen Gramsci kann nicht (mehr) gekämpft werden, aber seine Ideen muss man auf der Agenda haben, um nicht nur die Entwicklungen zu verstehen, sondern besonders auch als Anleitung, wie gegenzusteuern wäre.

Ohne dass Gramsci oder die kritische Theorie hierbei zitiert werden müssen, ist das, was uns derzeit im Sinne der herrschenden (Identitäts-) Politik so zur Verzweiflung treiben mag, schleichend durch die Philosophie, durch akademische Gepflogenheiten nach der Art von Gramsci zunächst in den USA und dann bei uns durchgesetzt worden. Verstärkt seit den 1970er Jahren haben die diesen Denkmustern nahestehenden politischen Kräfte die Institutionen der Bildung, Kultur und sogar der Wirtschaft kolonisiert. Was hieraus zu den heutigen kultur- bzw. identitätspolitischen Kämpfen führte.
Es handelt sich um einen Kulturkrieg, dessen tiefgreifender Einfluss auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens zunächst weitgehend ignoriert wurde.
Es besteht nach wie vor die Tendenz, den Kulturkampf als einen eigenständigen, isolierten Diskurs oder Ansatz zu betrachten, der sich vom öffentlichen Leben abgrenzt. Dieser Kulturkampf ist aber nicht einfach nur ein politisches Phänomen unter vielen. Der Kulturkrieg bestimmt die heutige Politik ganz umfassend.
Mit der Politisierung der Kultur seit den 1970er Jahren ist es gelungen, alle sonstigen mächtigen Ideologien der Moderne gewissermaßen zu marginalisieren – aber auch grundlegend zu verändern. 

„Auf dem Weg zur Machtübernahme durch die Linksintellektuellen müssen die alten Kulturträger beseitigt werden. Dies bedeutet einen langanhaltenden Kampf gegen die bestehende, hauptsächlich christliche Kultur und Moral.“
(F. Furedi)

Konservative und klassisch-liberale Ideen – sogar Toleranz oder die Demokratie – wurden zunehmend an den Rand gedrängt. Kultureinrichtungen, Künste und besonders auch die Medien, wendeten sich gegen bisher gültige Ideale und humanistische Einstellungen, die mit der westlichen Tradition verbunden sind und die von der klassischen griechischen Philosophie über die Renaissance bis hin zur Aufklärung reichen. Der gegenwärtige Bilder- und Denkmalssturm sowie der Versuch den humanistischen Aufklärer der Moderne schlechthin, Immanuel Kant, als Rassisten zu brandmarken, sind mehr als nur Symptome dieses Krieges.


Identitätspolitik

Die daraus entstandene Identitätspolitik hat die Qualität eines Krieges gegen die Vergangenheit und gegen unser abendländisches Erbe angenommen. Wer die Bedeutung von Tradition und historischer Kontinuität hochhält, wird angegriffen und sozial vernichtet. Und viele scheinen sie sich damit abzufinden, den Kampf um unsere Kultur, um die Seele der Gesellschaft zu verlieren.
Ein Hauptopfer dieses Krieges gegen traditionelle Ideale ist der Wert der Urteilsfähigkeit. Das Urteilsvermögen – Recht von Unrecht zu unterscheiden – gilt inzwischen als verdächtig, diskriminierend und wertend. Wer es in Anspruch nehmen möchte, wird als Paria, als Verschwörungstheoretiker und dergleichen, ausgegrenzt.

In dem Kulturkrieg, als er in den 70ern begann, wurden die sich herausbildenden, neuen „postmateriellen Werte“ als den traditionellen Werten wie Patriotismus, Nationalismus und Autoritätsbekenntnis überlegen betrachtet. Die  Politisierung von Kultur und Identität war der Weg zur Überwindung des Alten und das nahm die Form eines Krieges gegen ehemals dominierenden, „hegemonialen“ Werte an.
„Macht kaputt, was euch kaputt macht“ war denn die Devise der künftigen Eliten. Der Selbstverwirklichung und der allgemeinen „Psychotherapisierung“ wurde höchster Wert eingeräumt.
Als Ursache allen Übels wurden bestimmte (patriarchale) Autoritäten und die Familie angesehen, denen nun der Kampf zu gelten hatte. 


Die Rolle der  Bildungseinrichtungen

Schulen und Universitäten sollten die „institutionelle Basis für die Massenproduktion der neuen Klasse“ bilden. Es begann die Politisierung der Lehrenden und der Schule. Es ging nicht mehr darum, „elterliche Werte“ zu reproduzieren, das Bildungswesens sollte darauf hin verändert werden, Kinder vom kulturellen Einfluss ihrer Eltern zu isolieren. Und so erfolgte an den Schulen eine „sprachliche Bekehrung“ mit kultureller Distanzierung von den Werten der Eltern und Großeltern. Den jungen Leuten wurde eine Reihe von Werten eingepflanzt, die ganz anders als diejenigen ihrer Vorfahren waren.
Auch die Universitäten waren bald nicht mehr nur für das Bildungsgeschäft zuständig. Umerziehung und Neu-Sozialisierung wurden zum Auftrag – wieder am Beispiel der Universitäten in den USA orientiert. Nicht umsonst fand auch hierzulande eine vordergründige Harmonisierung auf „internationale Hochschulstandards“ statt mit Orientierung am angelsächsischen Modell und  Einführung seichter akademischer Berufstitel (Bachelor etc.), Verwässerung und Absenkung des Wissenschaftsniveaus und der Zugangsvoraussetzungen für ein Universitätsstudium.
Die Hochschulen wurden zu den Keimzellen und „Superspreadern“ der Political Correctness und des Identitätswahns. Die Rationalität und Wissenschaftlichkeit, die sich einstmals in der Dominanz von Naturwissenschaften und noch echten Geisteswissenschaften zeigte, wurde durch Pseudo-Wissenschaften und Obskurantismus abgelöst.
Und das Ganze ist von außeruniversitären „Eliten“, von den Medien und Politikergruppen angenommen und und praktisch eingesetzt worden. Bedauerlicherweise hat sich sogar die Justiz bis hin zu den Verfassungsgerichten okkupieren lassen.

Die Feindseligkeit im Kulturkampf richtet sich heute zum einen gegen die (tradierten) Überzeugungen von Menschen, besonders aber gegen ihre kulturelle Identität. Männliche Identität wird pathologisiert – sog. toxische Maskulinität; weiße Menschen werden durch Begriffe wie Weißsein (whiteness) oder weiße Fragilität (white fragility) stigmatisiert, mit denen man unterstellt, dass weiße Menschen von Natur aus rassistisch sind. Das schenkt den Auseinandersetzungen eine intensive emotionale Kraft, wie man unschwer an den sich daran entzündenden gewalttätigen Konflikten auf den Straßen erkennen kann.

Kultureller Wandel als Erfolgsgarant des neuen Sozialismus

Die Idee von Gramsci hat sich erfüllt, nicht der gewaltsame Umsturz, sondern der kulturelle Wandel ist der Erfolgsgarant. Wenn dieser bewerkstelligt ist, fällt die Macht gleichsam wie ein reifer Apfel in die Hände der Eliten.
Der revolutionäre Marxismus hatte auf die Arbeiter gesetzt. Durch den Aufstand des Proletariats sollte das Privateigentum in die Hände des Staates überführt werden. Doch die Proletarier hatten kein Interesse an einem Umsturz der Verhältnisse. So ist zu verstehen, dass die SPD ihre klassische Klientel, die Arbeiterschaft vergessen und verraten hat. Auch die LINKE frönt nur noch scheinbar dem „proletarischen Klassenkampf“, ist doch Weg über den Kulturkampf erfolgreicher, um die angestrebte Weltregierung zu etablieren, in der die marxistischen Intellektuellen, diejenigen, die den alten sozialistischen Idealen anhängen, das Sagen haben werden.

Furedi meint:

„Das Bemerkenswerteste an den Erfahrungen der letzten 50 Jahre ist das historische Versagen, die kulturpolitisierenden Kräfte in Frage zu stellen. Mit wenigen Ausnahmen haben Vertreter der wichtigsten Strömungen der Moderne – seien es konservative, liberale oder sozialistische – so getan, als bemerkten sie nicht, was vor sich ging. In vielen Fällen zogen sie sich ganz und gar vom Schlachtfeld zurück. Dies ermöglichte es ihren Gegnern, die Institutionen zu monopolisieren und die Jugend zu beeinflussen.“


Haben wir den Krieg verloren?

Geschichte ist nicht vorherbestimmt. Der Marsch durch die Institutionen ist weit gegangen und noch gibt es – Gott sei dank – keine vollständige Übernahme der Macht, sodass es noch Zeit ist, den Kurs zu ändern. Man muss die inhärenten Schwächen des kulturellen Marxismus erkennen und aufgreifen. Das „Proletariat“ hat er zumindest nicht mehr auf seiner Seite und kann heute als der eigentliche Verbündete der bürgerlichen und liberalen Kräfte gesehen werden.
Diejenigen, die sich der Verteidigung des Erbes der menschlichen Zivilisation verpflichtet fühlen, müssen massiver als bisher dem Kulturmarxismus entgegentreten. Wir müssen das Augenmerk stärker als bisher noch auf die Sphäre der Bildung verlagern. Ziel muss es sein, unsere Kinder und Enkel aus dem seelischen und geistigen Sumpf, z.B. von “Identität“ besessen zu sein, herauszuziehen und herauszuhalten. Unsere Kinder müssen – ja! nach unserem Auftrag – zur Freiheit erzogen und dass sie ihr legitimes Streben nach Unabhängigkeit dennoch entwickeln können.
Der Ausgang des Kulturkampfes wird bestimmt durch die Ideale, die wir unseren Kindern vermitteln wollen und können. Es ist die einzige Hoffnung, die wir haben und die wir pflegen sollten.

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Quellen: 

Gerd-Klaus Kaltenbrunner: Antonio Gramsci (1968), in: Europa – seine geistigen Quellen in Porträts aus zwei Jahrtausenden, Christiana Verlag 1995

Frank Fredi: The birth of the culture warsSpiked-Online 2020

Antony P. Mueller: Im Abwärtsstrudel des Kulturmarxismus, Ludwig Mises Institut Deutschland

 

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Qualitätsmedien weiter im „Shutdown“

Wer nicht hören will, muss fühlen …

Wer nicht hören will, muss fühlen. Von Oskar Pletsch - Quagga ...

Die „Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.“ – kurz IVW genannt – hat jüngst die neusten Zahlen zur Auflagenentwicklung der wesentlichen Publikationen auf dem Zeitschriftenmarkt veröffentlicht. Zusammengefasst kann man feststellen, der Abwärtstrend bei den „Qualitätsmedien“ hält unvermindert an.
Für die aktuellen Entwicklungen muss natürlich „Corona“ herhalten, sei doch der Verkauf der diversen Postillen z.B. an den Bahnhof-Kiosken fast völlig zusammengebrochen:

„Verlierer sind all jene Zeitungen und Zeitschriften, die ein größeres Maß ihrer Einzelverkäufe über den Bahnhofs- und Flughafenhandel erzielen – dieser war während des Lockdowns wenig frequentiert oder gleich ganz geschlossen. Bei den Abos leiden Titel mit hohen Anteilen bei den Bordauflagen und Lesezirkeln, wenn Flugzeuge am Boden bleiben und Gastronomie, Hotels, Friseure und Arztpraxen geschlossen waren oder aus hygienischen Gründen keine Hefte auslegen. Zu den Corona-Gewinnern gehören dagegen Titel mit einem hohen Anteil an IVW-fähigen Digitalabos, allen voran die Zeit.“

Kann man hier nachlesen: https://www.horizont.net/medien/nachrichten/ivw-22020-lockdown-drueckt-die-meisten-titel-tief-ins-minus–nur-digitalabos-versprechen-rettung-184473

Betrachtet man die nackten Zahlen, haben die Katastrophen- und Panik-Gazetten aus dem Springer-Verlag (Bild und Welt) die größten Einbrüche zu verzeichnen. Wie schon in zurückliegenden Quartalen vor der Corona-Krise.
Aber auch das angebliche Niveaublatt vom Main, die FAZ, hat wieder eine massive „Baisse“ zu verzeichnen.
Leider, muss man konstatieren, sind die extrem linken Drecksblätter wie die taz, die Zeit und das Privat-Schmierblatt von Jakob Augstein, „Der Freitag“ dabei gut weggekommen.
Bild verliert gegenüber 2019 18%, die Welt gar 43% und die alte Tante FAZ 20,5%, die „Alpenpravda“ vulgo Süddeutsche Zeitung büßt 8,8% ein.
Warum die taz, das übelste linke Schmierenblatt um 4,4% zulegen kann, erschließt sich mir nicht.

Sei´s drum …

Die Themen, welche die Welt, FAZ und SZ zuletzt ganz massiv in den Vordergrund rückten, waren natürlich neben Trump-Bashing alles Katastrophen- und Tatarenmeldungen rund um die Corona-“Pandemie“. Die Art und Weise der Angstmache in deren selbstangemaßten Funktion als Arm der Regierungsmacht, hat ganz gewiss viele Zeitungs-“Konsumenten“ verschreckt oder abgestoßen. Auch der manisch anmutende „Kampf gegen Rechts“ und die AfD, andererseits die Lobhudeleien auf Merkel und die Regierung widert nicht wenige an. Der „Shutdown“ der Pesse hatte sich schon seit Jahren angekündigt, aber man wollte die Zeichen nicht erkennen. Wie auf der Titanic spielte man die Musik weiter, wie panisch warf man sich dem System weiter an den Hals und verschloss die Augen vor den Zeichen an der Wand.
Darum behaupte ich, dass es keinesfalls der Corona-Krise bedurfte, um den „Shutdown“ der Print-Presse fortzusetzen.

Ein freie, unabhängige Presse ist essenziell für die Demokratie und eine freiheitliche Grundordnung. Die genannten Medien, die jetzt von den Konsumenten abgestraft werden, haben und hatten gegen jegliche Regeln eines unabhängigen und objektiven Journalismus´ verstoßen. Regeln, die sie sich gutenteils selbst gegeben haben.
Diese Presse ist nur noch für die Regierenden „systemrelevant“.
Deshalb haben Union und SPD beschlossen, Zeitungs- und Zeitschriftenverlage in Deutschland in den kommenden Jahren mit 220 Millionen Euro zu fördern. So im Entwurf der Fraktionen für den zweiten Nachtragshaushalt 2020. Es gehe um die „Förderung der digitalen Transformation des Verlagswesens zur Förderung des Absatzes und der Verbreitung von Abonnementzeitungen, -zeitschriften und Anzeigenblättern“. Die Mittel sollen helfen, um den Erhalt der Medienvielfalt und -verbreitung in Deutschland zu sichern und den Journalismus zu stärken.
Ein Schuft, der hier schlecht denkt!
Aber man weiß doch auch, dass Funk und Fernsehen, unabhängig von Wahlergebnissen und gesellschaftlichen Strömungen, weiter fest in der Hand der Regierenden bleiben werden – bleiben müssen, und der deutsche Depp zahlt dafür auch noch eine „Demokratieabgabe“.

Der Volksempfänger, über den während des Dritten Reichs fast jeder deutsche Haushalt verfügte, wurde im Volksmund „Goebbels-Harfe“ genannt“. Heute versucht man, per „smartem“ Flachbildschirm mit ARD und ZDF der Bevölkerung ins Hirn zu kriechen: Merkels philharmonisches Orchester.
Zu Zeiten des Dritten Reichs wurden der „Völkische Beobachter“ und ähnliches in Ermangelung von „Servus“ oder „Hakle-Feucht“ weithin zur Intimreinigung benutzt. Zu mehr eignen sich unsere gegenwärtigen Massen-Druckprodukte auch nicht, gleichwohl ist auch die moderne Druckerschwärze vielleicht noch toxischer als seinerzeit und somit ist auch vor diesem Gebrauch zu warnen.

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Roter und Brauner Sozialismus

Gleicher Inhalt in durchaus ähnlicher Verpackung

Das folgende Video braucht von mir nicht ausführlich kommentiert werden, es spricht für sich selbst.

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Todestag Johann Sebastian Bach

Am 28. Juli 1750 verstarb der wohl größte Musiker, den die Welt hervorbrachte. Mit Johann Sebastian Bach war ein Höhepunkt abendländischer und deutscher Kultur erreicht.

Wer kann sich der Einvernahme, der Magie dieser Musik verschließen und nicht zu Tränen gerührt sein:

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Bach

Michael Klonovsky , ein großer Verehrer von Johann Sebastian Bach schildert in einer Werkbesprechung der Matthäus-Passion die Begebenheit, als er einmal nachts in Berlin in einem Taxi fuhr und eben die Matthäus-Passion in einer Aufnahme von Karl Richter im Radio gesendet wurde. Am Hotel angekommen, stellte der Fahrer – er vermutet ein Student – den Motor ab, und man hörte sich zusammen das gesamte Werk schweigend bis zum Schluss an.
Als ich das erste Mal die Matthäus-Passion , ich war 15 Jahre alt, im Radio hörte, wußte ich auf einmal nicht mehr, wie mir geschah. Ich konnte mich nicht mehr fort bewegen, ich war quasi paralysiert und mein Geist, meine noch so pubertäre Verstandeskraft erfuhr etwas, das ich nicht erklären konnte.
Ich saß erschüttert, schweigend bis zum Schluß – wie Michael K. und der Taxifahrer.

Heute weiß ich, es war das, was man glorios als „Katharsis“ bezeichnen könnte: die Erweckung und Errettung aus dem kleingeistig Alltäglichen, das einen bis zum Augenblick bewegt hatte. Die Bewußtwerdung des Universums, das durch Musik tönt – erfühlt durch die Musik Bachs.

Ist es hochfliegend,  das so zu umschreiben?
Glauben Sie mir, ich bin da auf einmal reifer geworden.

Vom ersten selbstverdienten Geld aus Ferienarbeit leistete ich mir einen Plattenspieler, der zur Wiedergabe der Musik an ein Radio angeschlossen werden mußte. Für den Erwerb einer Schallplatten-Gesamtaufnahme der Matthäus-Passion oder anderer Gesamteinspielungen von Bach-Werken reichte das Geld lange nicht aus. Aber wie stolz war ich, als ich als „Schnäppchen“ die Brandenburigschen Konzerte gespielt von den „I Musici“ erwerben konnte; dann Orgelwerke, gespielt von Michael Schneider an der Dom-Orgel von Lübeck; und das „Wohltemperierte Klavier“. In allen freien Stunden saß ich  am Radio, um den Kosmos des J.S. Bach zu erspüren und zu hören.

Wieder Michael Klonovsky:
„Ich habe gegen die Musik Bachs gelegentlich den Einwand gehört, sie sei zu mathematisch, und ich weiß nicht, ob ich mich über die Geringschätzung der Mathematik, die aus solchen Worten spricht, mehr wundern soll, oder über die schiere Unkenntnis, was die geschwisterliche Verbindung beider Sphären betrifft. Und das zweieinhalbtausend Jahre nach Pythagoras! Wenn es denn stimmt, dass die Schöpfung (bzw. das Universum) „klingt“, dann ist Bach ihr bedeutendstes Organ.“

Wenn meine Lehrer am Gymnasium etwas an Positiven von mir gegenüber meinen nachfragenden Eltern zu vermelden hatten, waren es ein Potenzial für Mathematik, Physik und nebenbei für Musik.

Die Auflösung einer Bachschen Fuge, die komplexe Fragestellung des „Musikalischen Opfers“ zu durchdringen, war für mich – zunächst unerklärbar – plötzlich komparabel gewesen mit der Beschäftigung und Lösung eines mathematischen Problems; nebst dem Eindringen in die Physik unter der anmaßenden Suche nach einer „Weltformel“.  Das Glücksgefühl indessen, das man bei der Auflösung einer Bachschen Fuge empfindet, ist unvergleichlich. Die Fuge endet, aber ist doch nicht voll-endet, da man soeben meint, in Unendliches vorgedrungen zu sein. 

Wenn man glaubt, mit Gott tatsächlich kommunizieren zu können, dann mit der Bachschen Musik!

Womit ist der Schmerz über den Tod des Gottessohnes gewaltiger zu begreifen als durch die Passionen von J.S. Bach. Womit können wir uns besser aus den Wirrnissen des Alltags zurückziehen, entspannen und mit dem Kosmos in Einklang kommen, als mit dem „Wohltemperierten Klavier“ oder den „Goldberg-Variationen“.
Es gibt Komponisten, die dem Gefühl der Lebensfreude in deutlicherer und ungestümer Weise Ausdruck geben können, als Bach. Aber es gibt keine Musik, die uns hoffnungsfroher auf Gegenwart und das Kommende einstimmen kann. Denn „solange irgendwo auf einem Klavier Bach gespielt wird, …ist nichts verloren.“

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Kitsch in Politik und Gesellschaft

„Kitsch ist eigentlich leicht zu erkennen,
denn er hat immer etwas mit Verlogenheit zu tun.“ 
M.Stanzer

 

 

Vor einem Jahr veröffentlichte Alexander Grau – promovierter Philosoph und Wirtschafts- und Kultur-Journalist u.a. bei Cicero – sein Buch „Politischer Kitsch –  Eine deutsche Spezialität“. 
Im Feuilleton der jüngsten Ausgaben der Neuen Zürcher Zeitung findet man gleich zwei Beiträge zu diesem Thema: „Der Kitsch der schönen alten Ordnung kann nicht die Antwort sein auf die unübersichtliche Gegenwart“ von Philipp Tingler; und von Alexander Grau selbst: „Wenn die Welt nur noch in Gut und Böse eingeteilt wird, schlägt die Stunde des politischen Kitsches“.

In dem Zeitschriftenbeitrag bei der NZZ geht A. Grau auf das ein, was man verkürzt im Klappentext seines Buches findet:

„Der politische Kitsch hat Hochkonjunktur – in allen politischen Lagern: Betroffenheitsrhetorik, Mahnwachen, Solidaritätsbekundungen – alles im Namen von Buntheit, Menschlichkeit oder Anständigkeit. Sentimentale Worthülsen, penetrante Gefühligkeit, Verklärung des Gestern und infantile Inszenierungen bestimmen den öffentlichen Diskurs. Die gesellschaftlichen Debatten sind geprägt von aggressiver Rührseligkeit und peinlichen Politritualen. Leerformeln scheinen das bevorzugte Sprachspiel in deutschen Landen.“

 

Kitsch – Definition

Diese Benennung war offenbar Ende des vergangenen Jahrhunderts erstmals im Münchener Kunsthandel aufgetaucht und wurde von Anfang an abwertend – im Gegensatz zur echten Kunst – verwendet. Kitsch als „Antipode von Kunst“, als „misslungener Nachgeborener, der aber dennoch glänzend zu verkaufen ist“.
„Kitsch transportiert Gefühle, er ist deshalb nicht formalästhetisch zu beschreiben, sondern bestimmt sich vom Betrachter bzw. Benutzer her.“

Natürlich hat sich auch Adorno mit Kitsch auseinandergesetzt. Ihm erscheint Kitsch als „Verkennung ästhetischer Sinnzusammenhänge“ und „als verwesendes Ornament“ … „als der unverfälschte Ausdruck des Verfalls aller Kultur zur Massenkultur in der Moderne“ Möglicherweise hatte der Marxist Adorno damit die „Massenkultur“ des Dritten Reiches im Sinn. Oder intendierte er auch auf das Machtgepränge der Sowjetunion und Rotchinas? Alles Produkte der Moderne.

Der Straßburger Kybernetiker Abraham Moles (Psychologie des Kitsches. Carl Hanser Verlag, 1971) leitet den Begriff vom jiddischen „verkitschen“ ab, was so viel bedeutet wie jemandem etwas andrehen, was der nicht braucht. Kitsch ist durch Fehlen eines Stils und durch „fröhliche Mittelmäßigkeit gekennzeichnet, die in allen Gesellschaften des Überflusses allgegenwärtig geworden ist, so dass dem nichts entgeht.“

Laut Brockhaus (B. Enzyklopädie 1976) wird der kitschige Gegenstand weniger von mangelndem technischen Können konstituiert als von den ihm gegebenen sentimentalen Stimmungs-Derivaten. Ihnen entspricht eine Disposition zu sentimentalem Selbstgenuß. Kitsch ist Ausdruck eines „Trivialrealismus“ und „kalkulierte Gefühlsverlogenheit“.


Kitsch als Phänomen der Masse für die Massen

Dass Kitsch ein Massenphänomen ist, wird aus den obigen Definitionen klar.
Schweifen wir nur ganz kurz ab zu den massenhaft produzierten „Kunst-“ bzw. Kitsch-Objekten, vom „röhrenden Hirsch“ im Ambiente von „Gelsenkirchner Barock“ bis zu den Zwergen und Nippesfiguren nicht nur im Vorgarten.

Das Religiöse bedarf anscheinend besonders der Verkitschung jedweden Bezugs.
Ich hatte 1976 das „Vergnügen“, als ärztlicher Betreuer an einer Soldatenwallfahrt nach Lourdes teilzunehmen. Wer schon einmal dort war kann meiner Behauptung kaum widersprechen, dass es sich um die Welthauptstadt religiösen Kitsches handelt (die Erfahrungen mit Wallfahrtsorten anderer Konfessionen – z.B.Mekka – gehen mir jedoch ab). Wer einmal die Devotionalien-Läden der „Rue de la Grotte“ erlebt hat, dann das sich zur hysterischen Massenpsychose sich steigernde Prozessionsritual mit den gefühlsbesoffenen Mariengesängen (es tut mir als Katholik leid, das so zu formulieren), weiß fortan, was Kitsch ist.

Die Massenaufmärsche der Nazis, die Reichsparteitage mit den „Lichtdomen“ (auch bei den Olympischen Spielen 1936), mit all den gleißenden Attributen – Aufmärsche, Uniformen, Fahnen, Standarten und architektonische Gigantomanie usw.: Kitsch par excellence!

Wer politische Großkundgebungen im neuen Deutschland besucht hat – vom „politischen Aschermittwoch“ bis hin zur Mai-Kundgebung – hat erfahren, wie Politik Kitsch produziert und verbreitet. Sei es der Einzug des bayerischen „Archonten“ unter den Klängen des Defiliermarsches oder das Absingen von „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ bei der Maikundgebung.
Honorige Politiker wie Willy Brandt waren nicht frei davon, bei Massenauftritten verbalen, politischen Kitsch zu verbreiten: „Wir wollen mehr Demokratie wagen!“. Oder wie Kohl, wenn er von „blühenden Landschaften“ sprach.
Brandts „symbolischer“ Kniefall von Warschau wird von nicht wenigen kritischen Zeitgenossen in „politischen Kitsch“ eingereiht.


Kalkulierte Gefühlsverlogenheiten?

Mit ihren pompösen Auftritten wollten die Nazis Riten schaffen, die einem archaischen Bedürfnis der Menschen nach konformer Assimilation entsprachen. Dabei wurden – wie auch heute – bewusst Versatzstücke vordemokratischer Prachtentfaltung übernommen.
Aber das kann man an jeder Parade zum 14. Juli in Paris erkennen, an den jährlichen Macht- und Siegesparaden am Roten Platz in Moskau oder bei den militärischen Ritualen in den Vereinigten Staaten. Politischer Kitsch ist nicht nur ein deutsches Phänomen.

„Kitsch ist Lüge! Kitsch will betrügen!“

 

Politisch-moralischer Kitsch

Alexander Grau weist u.a. auf Umberto Eco hin: 

„Dass Kitsch als kulturelles Phänomen ein Produkt der Massenkonsumgesellschaft ist, die Michelangelos «David» millionenfach in die Souvenirshops schwemmt und süssliche Schlager in der Endlosschleife durch den Äther jagt. Ähnlich wie der ästhetische Kitsch funktioniert der moralische. Er macht moralische Normen massentauglich und vor allem massenkonsumierbar.“

Für Grau ist der derzeitige politisch-moralische Kitsch eine Art der Überkompensation. In seinem Buch „Hypermoral – Die neue Lust an der Empörung“ (München 2017) hat er die Grundlagen dieses Phänomens beschrieben: „Moral ist unsere Religion. Und der Hypermoralismus ihre Theologie“. Nach seiner Auffassung hat Deutschland aufgrund seiner protestantischen und romantischen Tradition eine besondere Affinität zum Kitsch, zum Sentimentalen und Gefühligen. 

Er meint „… politischer Kitsch ist nicht einfach nur eine besonders emotionale oder rührselige Art politischer Kommunikation. Kitschphrasen von der Sorte «Menschlichkeit kennt keine Grenzen» sind mehr. Sie sind Ausdruck eines Denkens, das selber kitschig geworden ist. Emotionen und Rührseligkeiten sind hier nicht länger Posen des politischen Handelns, sondern strukturieren das politische Denken selbst. Das ist ein wesentlicher Unterschied.“

Es kann nicht anders sein, dass theologisch infiltrierte Zeitgenossen die Hitparade von Kitschphrasen und Kitsch-Erzeugung anführen. Man denke nur an das Thema „Seenotrettung“, wie hier Rationalität und Vernunft zugunsten von moralisierender Phraseologie – nicht nur von Bischöfen – aufgegeben werden.

Nicht verwunderlich, dass die vormalige Theologie-Studierende Kathrin Göring-Eckardt im besonderen Maß zu Kitsch-Phrasen neigt. Z.B:

„Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt“

Die Flüchtlingsproblematik regt augenscheinlich besonders dazu an:

 „Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“. (Martin Schulz, SPD)

„Wenn 500 Millionen Europäer keine fünf Millionen oder mehr verzweifelte Flüchtlinge aufnehmen können, dann schließen wir am besten den Laden ›Europa‹ wegen moralischer Insolvenz.“ (Norbert Blüm, CDU)

«Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle.»  (Maria Böhmer, CDU)

Das Thema Natur und Umweltschutz – „Erhaltung der Welt“ – bietet gleichwohl die Basis für schwülstige und kitschige Rhetorik. Und besonders die Grünen zeichnen Züge der Realitätsverweigerung, starke kollektive Emotionalisierung oder Verklärung der Natur aus.

Einmal mehr KGE:

„Wir wollen, dass in den nächsten vier Jahren jede Biene und jeder Schmetterling und jeder Vogel in diesem Land weiß: Wir werden uns weiter für sie einsetzen!“

„Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ (Anton Hofreiter, die Grünen)

„Wer atomaren Wind sät, wird bürgerrechtlichen Sturm ernten.“ (Claudia Roth, die Grünen) 

Das sind einige wenige Beispiele für Betroffenheitsrhetorik, entstanden aus der Absicht, jegliche Ratio beim Empfänger zu unterdrücken. 

Es geht aber auch subtiler. Der deutsche Gegenwarts-“Philosoph“ Richard David Precht plädiert dafür, im Schulunterricht nicht mehr Johann Wolfgang Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werther“ zu lesen, da er dieses Werk für „verlogene Sozialromantik“, mithin für Kitsch halte.
Und dabei produziert er in seinen Romanen und Schriften zu Philosophie und Politik selbst ausgemachten Kitsch.
Mit wenig tiefschürfendem, philosophischen Kitsch bekommt so einer regelmäßig einen Platz in meinungsmanipulierenden Sendeformaten des ÖRR. Wie auch mit wissenschaftlichem Kitsch, wie ihn ein Harald Lesch oder Ranga Yogeshwar im „Bildungs-Fernsehen“ ausbreiten dürfen.

Wir wissen, dass Politik (immer) an Gefühle appelliert, appellieren muss, um erfolgreich zu sein. Kitsch in der Politik ist unvermeidbar. Mit rein rationalen Argumenten und kühler Sachlichkeit ist kein Wahlkampf zu gewinnen. Politiker, Parteien und Wahlkampfstrategen zielen daher nicht auf den Kopf, sondern vor allem auf den Bauch der Wähler.

Wir haben uns auch daran gewöhnt, dass mit Mahnwachen, Lichterketten, „Love Parades“, aller Arten von Solidaritätsbekundungen für Minderheiten – Schwule, Lesben, Schwarze usw. – einschließlich Hüpfen-für-das-Klima-Demos lenkende Stimmung erzeugt wird. Dies alles geschieht, um „Zeichen zu setzen“ oder „Gesicht zu zeigen“, „Wut und Trauer“ zu artikulieren.
Was wurde bei den Ostermärschen, den Protesten „gegen den Atomtod“, den Protesten gegen den Nato-Doppelbeschluss im Hofgarten von Bonn 1981, gegen den Golfkrieg 1991 und den Irakkrieg 2003 nicht alles an emotionalem Kitsch verbreitet. Die Menschenkette 2010 zwischen den AKWs Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel mit rund 120.000 Atomkraftgegnern ist ebenso ein Beispiel für Massenkitsch. Nicht zu vergessen die Lichterketten und zahllosen sogenannten Mahnwachen im Rahmen des „Aufstand der Anständigen“ (Gerhard Schröder) von 2000 bis heute mit deren peinlicher Kitschsymbolik.

Dazu passend dieses Zitat von A. Grau:

„Der absolute Kitsch lebt vom Pathos des kritischen Bewusstseins, dessen Karikatur er ist.“

Das kitschige Bewusstsein bei den Politikern – und wenn erfolgreich auf die Massen übertragen – führt zwangsläufig zu Realitätsflucht, Selbstbezogenheit und banaler Gefühlsduselei.
So wird denn der politische Kitsch zur Gefahr für die demokratische Gesellschaftsordnung, für unsere Kultur.
Umso wichtiger ist es, Kitsch jeglicher Art zu erkennen, um nicht nur „im Ästhetischen“ fehlgeleitet zu werden.

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Johannes Dyba – ✟ Juli 2000 in Fulda

Heute jährt sich der Todestag von Johannes Dyba, dem früheren Bischof von Fulda, zum 20ten mal.
In einer Zeit, da sich die Medien genüsslich auf die Meldungen von zunehmenden Kirchenaustritten stürzen, die deutschen Bischöfe unbeirrt an der (Selbst-) Zerstörung ihrer Kirche arbeiten, vermisst man schmerzlich einen Kirchenmann und Streiter vom Format eines Johannes Dyba.
Das Schiff der Kirche wird heute mehr den je gerade in Deutschland von maladen Fahrensleuten geprägt und gesteuert.
Der gegenwärtige Erzbischof von München-Freising ist ein solcher, gleichwohl 3-Zentner-schwerer Leichtmatrose. Hat der Kardinal Reinhard Marx doch gleich nach seinem Amtsantritt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz 2014 gesagt, die Voraussetzungen für eine „selbstverständlich mehrheitliche christliche Kultur“ seien in Deutschland nicht mehr gegeben, und „Deswegen wäre es verheerend, anzutreten und zu sagen: So oder so, wir kriegen das wieder hin, wie es war. Das würde die Frustration noch einmal erhöhen.“
So etwas wäre Johannes Dyba nicht über die Lippen gekommen. Er hätte wohl dem vollgefressenen Münchner eine aufs Maul gegeben und seinen verdrucksten, zeitgeist-affinen und Moralin-besoffenen deutschen Mitbischöfen in Anlehnung an Luther zugerufen: „Aus euerm verzagten Arsch kann für die Kirche kein fröhlicher Wind kommen.“
Dyba zeichnete bei all seiner Strenge und Konsequenz in Glaubenssachen und bei all den meist unfairen Angriffen, die auf ihn einprasselten, auch immer eine heitere, ja oft fröhliche Gelassenheit aus. Was man in den zahlreichen Talkshow-Auftritten damals beobachten konnte.
Der katholische Journalist Mathias Matussek schrieb:
“Einer wie Erzbischof Dyba wurde in jede zweite Talkshow eingeladen. Warum? Weil die Medienleute wussten, der macht keine Kompromisse, der richtet sich nicht nach der Stimmung, sondern sagt das, was er zu sagen hat. Das macht interessant. Aus medialer Sicht ist ein solches Verhalten viel klüger als irgendwelches Dialoggesumse.“

Dybas früher und unerwarteter Tod fand ein großes Medienecho. Zum Beispiel schrieb die Katholische Kirchenzeitung für das Erzbistum Berlin:
„Dyba führte als gebürtiger Berliner in seinem bischöflichen Wappen keinen Teddy, sondern einen Bären und erwies sich oft genug als solcher. In der Bischofskonferenz galt er manchen als ‚enfant terrible‘, die zugleich froh waren, dass er sagte, was sie so deutlich nicht zu sagen wagten; anderen galt er als das Salz in der Suppe. Für die Medien gab es kein Thema, zu dem sie neben, ja oft sogar vor dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz nicht auch Johannes Dyba hören wollten.
Dyba war so häufig wie kein zweiter Bischof in den Medien präsent, weil sich andere Hirten davor drückten. In ihm vernahmen Fernsehen, Radio und Zeitungen nicht nur eine Stimme, sondern einen Begeisterten aus Fleisch und Blut, ein Original. Es sprach ein Mann, der manches zurücknehmen und sich bisweilen entschuldigen musste, aber das auch konnte, und dem nach seinem Tod verbale Fehltritte verziehen wurden, weil man nicht nur seine klare Haltung, sondern seine Person und sein Berliner ‚Herz mit Schnauze‘ vermisste.“

Gedenken wir dieses Mannes, mit dem es in der deutschen katholischen Kirche heute vielleicht nicht so trostlos aussehen würde.

Johannes Dyba – Wikipedia

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Aus für Kultur?

Corona und die schönen Künste

Wir Deutschen sind stolz auf unser reichhaltiges Kulturleben, auf die vielleicht weltweit vielfältigste Ausstattung mit Kultureinrichtungen: Theater, Opernhäuser, Museen, Orchester mit Weltniveau. Dazu die mannigfaltige Szene mit Laien-Gemeinschaften vor allem zur Musikausübung: Kirchenchöre, Gesangs- und Musikvereine.

Kultur bringt Menschen zusammen, wird aber nicht nur von Technokraten nicht unmittelbar als lebensnotwendig erachtet. So wurde das kulturelle Leben in der Coronakrise so stark beschnitten wie kaum ein anderer Zweig in der Gesellschaft und in dieser „Wirtschaftssparte“.
Das kulturelle Leben ist fast zum Erliegen gekommen: keine Konzerte, keine Theateraufführungen, keine Festspiele mehr.
Chöre und Orchester können sich nicht mehr zusammenfinden und Proben abhalten; wenn ja, dann mit überspitzten und unterdrückenden Einschränkungen.
Laien-Gemeinschaften wie der örtliche Gesangsverein oder der Kirchenchor dürfen aufgrund der Corona-Bestimmungen seit Monaten nicht mehr üben und manche dieser Freiwilligen-Vereinigungen werden möglicherweise dauerhaft aufgeben.

Ja, wir können uns zuhause noch an „Konserven“ von Konzerten und Opernaufführungen delektieren, über Streamingkanäle im Internet kann man sich dergleichen – und vor allem Seichtes – ins Haus holen.

Nicht nur mein Nachbar vermisst wie ich den Kirchenchor durchaus schmerzlich und es genügt uns nicht, der Sangesfreude nur noch „in der Badewanne“ zu frönen. Mein Klavier kann ich auch (zum Gefallen oder Missfallen meines Eheweibes) zuhause traktieren. Doch es fehlt schmerzlich das Gemeinschaftliche, das eigentlich von grundlegendem Hintersinn für „Kultur“ ist.

Wir „Dilettanten“ werden das überwinden können, aber für eine Vielzahl von Kulturschaffenden steht inzwischen die materielle Existenz auf dem Spiel.

In einem offenen Brief an die zuständige Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatten sich bereits im Mai namhafte Musiker wie die Geigerin Anne-Sophie Mutter, und der Dirigent Christian Thielemann in einem Brief mit den vielen selbständigen und freischaffenden Künstlern solidarisiert, die nicht so gesichert dastehen, wie diese Weltstars. In dem Brief beklagt man das Fehlen einer „maßgeschneiderten Hilfe“ für den Kulturbereich.

Von einer „Initiative Kulturschaffender“ werden „adäquate Ausfallhonorare“ seitens der staatlich subventionierten Bühnen, der Orchester und auch der Rundfunkanstalten gefordert. Die Lage sei paradox: Kollektive wie Orchester und Chöre, fest angestellte Techniker, Requisiteure, Gewandmeister und Maskenbildner werden in der Krise durchbezahlt oder beziehen Kurzarbeitergeld – Solistinnen und Solisten mit Stückverträgen gehen leer aus. Man fragt: „Sind wir nur beliebt, wenn die Zeiten rosig sind?“, „Fühlt sich keiner unserer kulturellen Leistung verpflichtet?“
In Baden-Württemberg und Bayern hatte man ein Corona-Soforthilfeprogramm aufgelegt, das freien Künstlern 1180 Euro bzw. 1000 Euro monatlich zugesteht – eine Art Grundgehalt. Allerdings nur bis Juni. Danach muss Neues ausgehandelt werden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine ähnliche Vereinbarung. Das in Berlin der „Kulturhauptstadt“ aufgelegte Programm mit 30 Millionen Euro für die Szene, war binnen kürzester Zeit illiquide.

Was ist wichtiger, Kultur oder unsere Industrie und Mittelstand?
Die Frage sollte sich mit so einer inhärenten Ausschließlichkeit verbieten.

Wichtig ist doch, mit Vernunft und klarem Verstand die ausufernden Maßnahmen des „Lockdown“, die bei Aufrechterhaltung unweigerlich zu einem noch weitläufigeren wirtschaftlichen und kulturellen Desaster führen werden, endlich aufzuheben.
Man möchte jetzt unsachlich werden und feststellen, die Gehälter der Minister und Abgeordneten, ihrer Bürokraten und Amtsdiener, der festangestellten Panikverbreiter in den ÖR-Medien, laufen in unverminderter Höhe weiter. Die bedürfen keiner „Ausfallshonorare“. Deren Subsistenz war, ist auch – und gerade in der „Krise“, nie gefährdet. Eine Großzahl der eigentlichen Träger unserer Wirtschaft und Kultur sind aber durch deren Maßnahmen in wahrhaftige Existenznot gebracht worden. Nicht zu reden, von den mentalen oder psychischen Schäden, welche der anhaltende „Lockdown“ zeitigt und noch zeitigen wird: erhöhte Suizidzahlen und Aggressions-Geschehen, Verzweiflung und Angst in Familien mit zu versorgenden Kindern oder mit Angehörigen in Pflegeeinrichtungen oder Hospizen.

Zurück zum Thema. Peter Helmes schreibt in seiner neuesten Publikation:

„Kultur … wärmt unsere Seelen. Ohne Kultur verlieren wir einen Teil von uns selbst. Wer die Kultur aufgibt, gibt seine Natur auf.“

Medizin- und Polit-Technokraten wie Drosten, Lauterbach, Spahn und Merkel – „par excellence“ – haben das anscheinend vergessen und nehmen in ihrem beschränkten Begriffsvermögen ihre und unsere Natur gar nicht mehr wahr – oder wollen es nicht.

 

 

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