Fleischloses „Fleisch“

Wer nimmt eigentlich sowas zu sich?

Fragte ich mich einmal mehr, als ich am Spezialregal für „vegane Produkte“ beim Discounters meines Vertrauens entlangspazierte.
Da gibt es veganes Hackfleisch, Gyros, „Fleisch“käse, Schaschlik, Schnitzel, Wiener Würstchen, Cordon Bleu und der neuste Hit, vegane „Fischstäbchen“.
Die Neigung zu „Fleisch“-Produkten dieser Art hat schon etwas Schizophrenes an sich, denke ich mir und frage mich, warum essen die Käufer von diesem Zeugs eigentlich nicht gleich das Original, sondern geben sich der Illusion von eigentlich Verpöntem hin?
Der Marktanteil dieser Produkte hat noch nicht die Wähler-Prozente für die Grünen erreicht, was aber bei der Verdummung der nachwachsenden (Konsumenten-) Generationen nicht wirklichkeitsfern erscheint.

Sojafleisch oder „texturiertes Soja“ gilt als der beliebteste und bekannteste Fleischersatz: Getrocknetes Soja ist als Steak, Medaillon, Geschnetzeltes für „pflanzlichen“ Gyros, Schaschlik und als Granulat für vegane Bolognese oder Chili sine carne (Chili ohne Fleisch) erhältlich. Im Bereich „Fleischkäse und Braten“ kommt Tofu zum Einsatz. Er hat eine weichere Konsistenz und schmeckt wie getrockneter Soja: Nach nichts; und es heißt: „So kann man ihn nach Wunsch würzen und marinieren“. Dieses asiatische „Stück Fleisch“ ist auch geräuchert und mit Kräutern, Nüssen oder Algen verfeinert erhältlich. Tofu wird aus Sojamilch hergestellt: Mithilfe eines Gerinnungsmittels wird das Eiweiß der Milch ausgefällt und die entstehende Masse so lange ausgepresst, bis sie die gewünschte Form hat. Tofu bildet auch die Grundlage für vegetarische Würstchen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Bildschirmfoto-2021-02-04-um-13.35.51-644x200.png


So hat der Wursthersteller Rügenwalder Mühle aktuell 16 solcher Produkte im Angebot, etwa vegetarischen Aufschnitt, Schnitzel oder vegetarisches Hack-“Fleisch“.
Auch der Hühner- und Truthahn-Schlächter Wiesenhof bietet seit vergangenem September ebenfalls vegane Fleischwurst, Mortadella und „Bruzzler“ an.
Die behaupten auch noch, man könne dies Produkte vom Geschmack her kaum vom Original unterscheiden. Haben Sie schon mal vegane Würstchen vom Grill getestet, oder einen „Burger“ dieserart? Ich habe das mit Ehefrau in einem „Blindversuch“ ausprobiert: Irgendwie verzogen sich wie von selbst meine Lefzen und ich bekam ganz stumpfe Zähne, aber ich kam nicht darauf, was man mir da vorgesetzt hat; schmeckte irgendwie „öde“.
Jetzt kenne ich Leute, die im Brustton ihrer Überzeugung behaupten, das Zeug schmecke wie Bratwurst oder Fleisch. Und da denke ich mir, entweder die haben durch eine frühere, unerkannte Infektion mit Corona ihren Geschmackssinn verloren, oder es liegt bei ihnen ein Gendefekt vor, oder die sind so blöd, dass sie einfach alles glauben, was man ihnen vorsagt. Ich präferiere letztere Erklärung, denn die ist durchaus konkordant mit der gefundenen politischen Einstellung.

Ist es nur ein Vorurteil oder eine von alten weißen Männern verbreitete Kolportage, dass Veganer – besonders die militanten – zuvörderst auch auf der Seite der Kämpfer gegen die kapitalistisch geprägte „industrielle Nahrungsmittelerzeugung“, gegen „Genmanipulation“ und für Klima- und Umweltschutz zu finden sind.
Und dann priorisieren sie dieses Zeug.
Sojabohnen zählen zu den am meisten verbreiteten gentechnisch manipulierten Nutzpflanzen. Oder „Seitan“, ein Ersatzprodukt, das angeblich am meisten an Fleisch erinnert, das aus dem wasserunlöslichen Klebereiweiß des Weizens* besteht und chemisch bzw. industriell daraus gewonnen wird.
Der „umstrittene“ Lebensmittelchemiker und Ernährungsforscher Udo Pollmer beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Soja. Ein Vortrag dazu von ihm ist hier zu finden.

Veganer Käse: Dazu dienen meist Wasser, Soja- oder Bakterieneiweiß und vor allem Kokos oder Palmöl als Grundstoffe.
Ist es dem ideologisch gefestigten Grün-Veganer nicht ein Greuel, wie für die Ausweitung der Palmölgewinnung – u.a. auch für Bio-Diesel – weltweit der Regenwald abgeholzt wird?
Wissen die, wenn sie sich „pflanzliche“ Margarine auf ihr „Gluten- oder kleberfreies“* Brot schmieren, wie diese Pampe hergestellt wird? Während z. B. „natives Öl“ allein durch eine schonende Pressung der Ölsaaten gewonnen wird, werden die Fette für Margarine & Co. mittels des Lösungsmittels Hexan (eine Art Benzin), aus den zerkleinerten Rohstoffen herausgelöst. Da die auf diese Weise gewonnenen Öle natürlich nicht genießbar und sogar tödlich wären, schließt sich gleich eine erste Raffination an. Dabei wird das extrahierte Rohöl Temperaturen von bis zu 280 °C (hoffentlich ohne CO2-Ausstoß?) ausgesetzt, denn das Lösungsmittel verflüchtigt sich auf diese Weise (geht wohl auch als „Klimagas“ in die Atmosphäre?). Außerdem wird mittels Chemikalien alles entfernt, was den Geruch, Geschmack und das Aussehen des Öls nach Meinung der Hersteller unappetitlich macht. Raffinationen wiederholen sich im weiteren Herstellungsprozess immer wieder.
Da lobe ich mir doch die „gute“ Butter, die seit Jahrhunderten in gleicher Weise aus nichts anderem gewonnen wird, als aus dem Rahm der Kuhmilch, ohne „chemische“ Zusätze.
Doch „Kuh“ ist ja wegen ihres immensen „CO2-Fußabdrucks“ und ausgefurztem Methan mit dem Menschen einer der größten „Klimakiller“ – um im zeitgemäßen Jargon zu bleiben. Für die Kuh, welche denn von Fleischfressern noch in Form von Steaks, Braten und Burgern verschnabuliert wird, wird vor allem in Südamerika angeblich der ganze Regenwald geopfert.
Regenwald, CO2-Bilanz und Methan – damit kann man einen apokalyptischen Reiter für die Klimakatastrophe entwerfen.

Ja, ja, wir dogmatischen Fleischfresser …

Es ist ja nicht so, dass einem das Problem nicht auch in der eigenen Verwandtschaft begegnet. Ein Neffe von mir ist „militanter“ Veganer, der nicht mal Lederschuhe oder einen Ledergürtel besitzt. Aber er hat auch ein intellektuelles Problem, da er mit 27 noch immer keinen Schul- geschweige denn einen Berufsabschluss besitzt und auch sonst „alternativ“ ist. Ob der Hund, der neben Lebensgefährtin zu seinem Haushalt gehört, auch vegan gefüttert wird?
Ein Enkel hat sich kürzlich entschieden, nach der Besichtigung einer großen landwirtschaftlichen Versuchsanstalt mit Schweinemästerei am „Tag der offenen Tür“, zum „Ovo-Lacto-Vegetarier“ zu mutieren. Bei seiner fast ausschließlich fränkisch geprägten Genausstattung setzt sich aber doch immer mal das dem Franken innewohnende Bratwurst-Gen durch und so verzwickt er trotzdem noch mit Genuss hin und wieder „Drei im Weggla“.

Da kommt mir ein Gedicht von Eugen Roth in den Sinn:

Ein Mensch isst gerne Kuttelfleck,
Ein andrer graust sich – vor dem Dreck:
Die ganze Welt, das ist ihr Witz,
Ist Frage nur des Appetits.

Dazu muss ich aber etwas ausholen. Ich bin ein Fan von Innereien – nicht absolut von Kutteln, aber in Italien, unter dem Namen Trippa bekannt, sind sie eine schmackhafte „mediterrane“ Spezialität. „Trippa gehört zum klassischen Quinto quarto, den Innereien, die früher einen wesentlichen Teil der italienischen Fleischküche ausmachten. Früher war der Samstag der Tag der Woche, an dem es regelmäßig Trippa gab.“
Jetzt komme ich ins Schwärmen: Kalbsleber auf venezianische oder „deutsche Art“ (fast identisch), Nieren in Dijon-Senf-Sauce, gebackenes Kalbsbries, Beuscherl mit böhmischen Knödeln, Milzwurst, geröstetes Hirn mit Ei und Zwiebeln (eine Eiweißbombe und mit BSE-Nervenkitzel), eine Schweinfurter Schlachtplatte mit Blut- und Leberwörschd…
Lecker!
Bald ist wieder Samstag.

Man ersetze in dem obigen Eugen-Roth-Gedicht „Kuttelfleck“ vielleicht durch Soja-“Speck“, dann passt es wieder zu diesem Beitrag.

Veröffentlicht unter Bosheiten, Die Grünen, Gesundheitsreligion, my daily hatespeech, Realsatire, Wirtschaft, Zeitgeist | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , | 11 Kommentare

Klassische Musik für jeden Tag – 4. Februar

Florence Price (1887-1953)
Fantasie negre‘

Veröffentlicht unter Musik, Musikkalender | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Auf dem Weg in den Polizeistaat?

Polizei, Büttelei, staatliche Gummiknüttelei.
Die P. bezweckt nur die Sicherung der Übermenschen (s. d., Lümmel, Staatsverbrecher) gegen die Untermenschen (s.d., Pöbel).
Die Polizisten sind verkehrshindernde Staatssklaven in massenmörderischer Aufmachung, sie bilden den verhaftenden, freiheits-sperrenden, knutenschwingenden Staatsarm.“

Ewald Gerhard Seliger – Handbuch des Schwindels

Folgende Gegebenheiten bestimmen unser öffentliches Leben und den Staat:

• Städte und ganze Regionen werden abgeriegelt,
• Außengrenzen sind geschlossen,
• Kontaktverbote
• Versammlungen aller Art sind verboten,
• Spielplätze, Museen, Schulen sind geschlossen
• Öffentliche Kritik am Vorgehen der Exekutive wird sofort unterbunden.
• Zuwiderhandlungen werden umgehend und hart bestraft
• Das Verlesen des Grundgesetzes auf öffentlichen Plätzen wird nicht mehr toleriert
• Denunziantentum und Blockwartmentalität „feiern fröhliche Urständ“
• Politisches Leben ist praktisch zum Erliegen gekommen.
• Die politische Opposition hat nahezu sämtliche Aktivitäten eingestellt.
• Presse und Rundfunk haben ihre Wächterfunktion aufgegeben und berichten nur noch im Sinne der Regierung
• Das Grundgesetz wurde an vielen Stellen aufgesetzt
• Grundrechte gelten nicht mehr.

Für die Polizei gelten Abstandsregeln und „Kontaktverbote“ nicht. Sie treten in martialischer Aufmachung auf, bewaffnet wie für ein Gefecht, stürmen den öffentlichen Bereich, wenn Widerstand vermutet wird, und willkürliche Erstürmungen und Durchsuchung von Wohnungen und Praxisräumen sind an der Tagesordnung.


Kein Polizeistaat?

Die linksgrüne Postille taz gehört nicht gerade zu meiner Tageslektüre, doch ist da ein bemerkenswerter Beitrag zu finden, in dem unverhohlen vom Polizeistaat gesprochen wird.

In einem Interview mit dem Historiker René Schlott kann man lesen:

… es ist ein Rendezvous mit dem Polizeistaat. Ich weiß, dieses Wort ist hoch problematisch. Aber nichts anderes kann ich erkennen, wenn Polizeihubschrauber über Berlin kreisen und Einsatzkräfte mit dem Zollstock durch Grünanlagen patrouillieren. Wenn nicht nur die deutschen Außengrenzen weitgehend abgeriegelt sind, sondern sogar innerhalb Deutschlands zwischen Bundesländern und Landkreisen Polizeikontrollen errichtet werden.
In Berlin wurde neulich ein privates Abendessen von vier Personen durch die Polizei aufgelöst. In Bayern ein Lagerfeuer von drei Jugendlichen. In Baden-Württemberg ein Mann zu Hause verhaftet, der im Internet zu einer friedlichen Demonstration aufgerufen hatte. Ich glaube, das hat jedes Maß überschritten. Deutschland hat sich vom Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verabschiedet.

In einer Definition heißt es:
„Ein Polizeistaat ist ein Staat, dessen Organe nicht rechtlich gebunden handeln und die sich im Gegensatz zu rechts- und verfassungsstaatlichen Vorstellungen wegen einer mangelhaften Gewaltenteilung nicht effektiv gegenseitig kontrollieren. Charakteristisch sind eine starke Stellung der Polizei und anderer staatlicher Sicherheitsdienste (wie die Geheimpolizei) sowie eine repressive Reglementierung des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens. Wegen fehlender Unabhängigkeit der Rechtsprechung sind die Staatsbürger gegen willkürliche und unrechtmäßige Maßnahmen nur unzureichend geschützt, ihre unverletzlichen Grundrechte sind nicht gewährleistet. Totalitäre Staaten sind in der Regel auch Polizeistaaten.

In Deutschland handeln diese „Organe“, die Spitzen der Exekutive inzwischen nicht mehr „rechtlich gebunden“; lediglich noch an überwiegend willkürlich erscheinenden Seuchengesetzen und -Verordnungen ausgerichtet. Der „Ausnahmezustand“ wird zum Dauerzustand erklärt. Die obersten Repräsentanten, wie der weibliche Bundeskanzler oder der Bundestagspräsident, hatten schon unabhängig von der „Pandemie“ verfassungsgemäß gebotene Regeln gebrochen und bereiten nicht nur rhetorisch entgegen der „Freiheitlich-Demokratischen-Grundordnung“ einer „neuen Ordnung“ den Boden.

China – das man wohl unwidersprochen als Polizeistaat bezeichnen kann, dient als Vorbild für das staatlich Kontrollsystem und die „neue Ordnung“.
Nicht nur mit in Aussicht gestellten Privilegien bei „freiwillig“ erfolgter Impfung führt man auch hierzulande ein wesentliches Modul des „Social Scoring“- oder „Sozial-Kredit“-Systems Chinas ein. Die „Digitalisierung“ weiter Bereiche des Lebens dient der Überwachung des sozialen Wohlverhaltens.

Wie kann man dieses inzwischen umfassende System der „staatlichen Ordnung“, der Freiheitsbeschränkungen und der Kontrolle durchsetzen und aufrechterhalten?
Bei der verordneten und erreichten Ausdehnung der Maßnahmen, ist dies nur mit den Methoden des Polizeistaates zu erreichen. Kann da jemand widersprechen?
Auch schon diese Aussage möchte möglicherweise zu „polizeilichen“ Maßnahmen führen, womit die Annahme einmal mehr bestätigt wäre.
Ich habe den Titel in eine Frage gefasst.
Die Antwort:

Ja, wir sind inzwischen im Polizeistaat angekommen!

Veröffentlicht unter Bürgerkrieg, Demokratie, Deutschland, Eliten, Irrenhaus Deutschland, Moderne, Neue Weltordnung, Politiker, Rechtsstaat, Sozialismus, Staat und Gesellschaft | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar

Klassische Musik für jeden Tag – 3. Februar

Francesca Caccini (1587-1641)
La liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina, Scene 4: Ballo

Veröffentlicht unter Musik, Musikkalender | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Klassische Musik für jeden Tag – 2. Februar

Fanny Mendelssohn (1805-1847)
Streichquartett in Es-Dur, 1.Satz
Veröffentlicht unter Musik, Musikkalender | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar

Klassische Musik für jeden Tag – 1. Februar

Giacomo Puccini (1858-1924)
La Boheme – Che gelida manina
Veröffentlicht unter Musik, Musikkalender | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Friedensnobelpreis für „Black Lives Matter“?

Rechtzeitig vor dem „Black History Month“ im Februar, der in den USA und Kanada jährlich betrampelt wird, hat ein norwegischer Abgeordneter namens Petter Eide nach einem Artikel im „Guardian“ den Rassistenverein „Black Lives Matter für den inzwischen recht un-noblen Preis vorgeschlagen.

Man sollte sich die Zeit nehmen, die sich selbst entlarvenden Argumente im Einzelnen auseinanderzunehmen, die dieser linke norwegische Vollpfosten in seiner Begründung absondert, so wie sie der Übersetzung des Artikels aus dem Guardian zu entnehmen sind:

Die „Black Lives Matter“-Bewegung ist für den Friedensnobelpreis 2021 nominiert worden, weil sich ihr Ruf nach systemischen Veränderungen weltweit verbreitet hat.

Der „Ruf nach systemischen Veränderungen weltweit“ ist natürlich nichts anderes als der alte sozialistische Ruf nach Umsturz. Dazu hatte schon Friedrich Nietzsche* seine Meinung:
„Es gibt politische und soziale Phantasten, welche feurig und beredt zu einem Umsturz aller Ordnungen auffordern, in dem Glauben, daß dann sofort das stolzeste Tempelhaus schönen Menschentums gleichsam von selbst sich erheben werde. In diesen gefährlichen Träumen klingt noch der Aberglaube Rousseaus nach, welcher an eine wundergleiche ursprüngliche, aber gleichsam verschüttete Güte der menschlichen Natur glaubt und den Institutionen der Kultur, in Gesellschaft, Staat, Erziehung, alle Schuld jener Verschüttung beimißt. Leider weiß man aus historischen Erfahrungen, daß jeder solche Umsturz die wildesten Energien als die längst begrabenen Furchtbarkeiten und Maßlosigkeiten fernster Zeitalter von neuem zur Auferstehung bringt: daß also ein Umsturz wohl eine Kraftquelle in einer matt ge wordenen Menschheit sein kann, nimmermehr aber ein Ordner, Baumeister, Künstler, Vollender der menschlichen Natur…“

In seinen Nominierungsunterlagen sagte der norwegische Abgeordnete Petter Eide, dass die Bewegung Länder außerhalb der USA dazu gezwungen habe, sich mit dem Rassismus innerhalb ihrer eigenen Gesellschaften auseinanderzusetzen.

Man sage uns hierzulande nicht, was Rassismus bedeutet und welche Konsequenzen er haben kann: vom mörderischen Rassismus der Nazis bis zum heutzutage realen antideutschen und antijüdischen Rassismus linken und muslimischen Herkommens. Wir Deutschen betreiben diese „Auseinandersetzung“ inzwischen seit 75 Jahren.

„Ich finde, dass eine der wichtigsten Herausforderungen, die wir in Amerika, aber auch in Europa und Asien gesehen haben, die Art von zunehmenden Konflikten ist, die auf Ungleichheit basieren“, sagte Eide.
„Black Lives Matter ist zu einer sehr wichtigen weltweiten Bewegung geworden, die gegen Rassenungerechtigkeit kämpft.“
„Sie haben eine enorme Leistung vollbracht, indem sie das globale Bewusstsein für Rassenungerechtigkeit geschärft haben.“

Noch einmal Friedrich Nietzsche*: „Die Lehre von der Gleichheit!… Aber es gibt gar kein giftigeres Gift: denn sie scheint von der Gerechtigkeit selbst gepredigt, während sie das Ende der Gerechtigkeit ist…“.
Und in „Der Sozialismus in Hinsicht auf seine Mittel: „…Deshalb bereitet er sich im stillen zu Schreckensherrschaften vor und treibt den halbgebildeten Massen das Wort »Gerechtigkeit« wie einen Nagel in den Kopf, um sie ihres Verstandes völlig zu berauben (nachdem dieser Verstand schon durch die Halbbildung sehr gelitten hat) und ihnen für das böse Spiel, das sie spielen sollen, ein gutes Gewissen zu schaffen.“

Eide, hatte zuvor bereits Menschenrechtsaktivisten aus Russland und China für den Preis nominiert, sagte, eine weitere Sache, die ihn an der Black-Lives-Matter-Bewegung beeindruckt habe, sei die Art und Weise, „wie sie in der Lage waren, Menschen aus allen Gruppen der Gesellschaft zu mobilisieren, nicht nur Afroamerikaner, nicht nur unterdrückte Menschen, es war eine breite Bewegung, auf eine Art und Weise, die sich von ihren Vorgängern unterscheidet.“

Der Blogger Hadmut Danisch bringt es auf den Punkt:

„Straßenzüge hätte ich niederbrennen und brandschatzen sollen, Stadtteile besetzen und mit bewaffneten Milizen übernehmen. Die Polizei verjagen. Leute auf offener Straße jagen und zusammenschlagen. Uniformierte und bewaffnete Aufmärsche wie einst die Nazis. Dafür wird man für den Friedensnobelpreis nominiert.“

Eide dagegen behauptet:

„Studien haben gezeigt, dass die meisten der von Black Lives Matter organisierten Demonstrationen friedlich verlaufen sind“, sagte er. „Natürlich gab es Zwischenfälle, aber die meisten davon wurden durch die Aktivitäten entweder der Polizei oder der Gegendemonstranten verursacht. … Bei 93 Prozent der Black-Lives-Matter-Demonstrationen keine ernsthaften Schäden an Menschen oder Eigentum entstanden.“

Das ist die typische linke Umkehrung der bekannten Fakten: die Polizei oder (rechte) Gegendemonstranten seien schuld an den Verwüstungen und Plünderungen von Geschäften und an dem Abfackeln von Autos und ganzen Häuserzeilen. Das kennen wir hierzulande, wenn es um linke und Antifa-Krawalle geht: Die Polizei hat provoziert oder es geht doch – moralisch gerechtfertigt – gegen Demokratiefeinde. Das verbreiten auch die rot-rot-grünen Umstürzler unserer Bunten Republik.

Der 61-jährige Politiker, der seit 2017 die sozialistische Linkspartei im Parlament vertritt, verwies auf Präzedenzfälle, in denen das Osloer Nobelpreiskomitee den Kampf gegen Rassismus gewürdigt habe. Albert Luthuli und Nelson Mandela erhielten den Preis 1960 bzw. 1993 für ihren Einsatz gegen Rassendiskriminierung in Südafrika, Martin Luther King wurde 1964 für seinen gewaltlosen Widerstand gegen Rassismus in den USA ausgezeichnet. Mandela teilte sich seine Auszeichnung mit FW de Klerk, dem Mann, der die Freilassung des ANC-Führers aus dem Gefängnis veranlasste.

Der „Friedens-Nobelpreis“ ist nicht erst seit der vorauseilenden Verleihung an den Kriegshetzer Barack Obama zur Farce geraten. Das begann 1906 mit dem US-amerikanischen Präsidenten Theodor Roosevelt. Sein Motto: „Sprich sanft und trage einen großen Knüppel, [dann] wirst du weit kommen.“. Er war aktiver Teilnehmer an der Indianerausrrottung und an den Kubakriegen der USA. Dann 1919 Woodrow Wilson, der die USA in den 1. Weltkrieg führte und später seine eigenen Friedensregeln verriet. „Merkwürdige“ Nominierungen finden sich auch in den Personen von Henry Kissinger (1976) und seinem nordvietnamesischen Konterpart, an Jimmy Carter (2002) und dann die Steigerung der Merkwürdigkeiten mit der Verleihung des Preises an Barack Obama, dem Dauerkriegspräsidenten der USA seit seiner Preisverleihung 2009. Man muss auch sprechen über die früheren Terroristen im später übergestreiften Habit von Staatsmännern wie Menachem Begin, Yassir Arafat. Zu denen auch Nelson Mandela gehört.

„Es gibt tatsächlich eine Tradition, dies zu tun“, sagte Eide. „Es ist eine starke Verbindung zwischen Antirassismus-Bewegungen und Frieden, und die Erkenntnis, dass es ohne diese Art von Gerechtigkeit keinen Frieden und keine Stabilität in der Gesellschaft geben wird.“ Seine schriftliche Nominierung schließt mit den Worten: „Die Verleihung des Friedenspreises an Black Lives Matter, als stärkste globale Kraft gegen Rassenungerechtigkeit, wird eine starke Botschaft aussenden, dass Frieden auf Gleichheit, Solidarität und Menschenrechten basiert und dass alle Länder diese Grundprinzipien respektieren müssen.“

Da soll an das „humanitäre“ Phantom der Französischen Revolution angeknüpft werden. Erinnern wir uns: „In der Französischen Revolution hat der Abschaum Frankreichs in einem Blutrausch dem Bösen Tür und Tor geöffnet. Marat, der große „Volksfreund“ forderte nicht nur 100.000 Hinrichtungen, sondern auch (in der Vorahnung der Untaten schwarzer Terroristen) abgeschnittene Nasen, Ohren, gespaltene Zungen und Scheiterhaufen.“ Nicht vergessen: „Die Linke ist nun einmal grenzenlos blutdürstig. …“

Antirassistischen oder rassistischen (?) Blutdurst erlebten die weißen Siedler im vormaligen Rhodesien, nachdem deren nicht gerade zimperliches rassistisches Apartheids-Regime beseitigt worden war. Desgleichen in Südafrika. Die rassistische Apartheid gegen die Schwarzen ging fast nahtlos über in Vertreibungen und Massaker an Weißen in wachsender Zahl. Man erinnere sich an den mörderischen schwarzen Rassismus in weiten Regionen Afrikas: Hutu gegen Tutsi in Ruanda; Haussa-Fulani, Igbo und Yoruba gegeneinander in Nigeria; Massentötungen und Plünderungen, Enthauptungen von Kindern und Hinrichtungen mit Macheten in den äthiopischen Provinzen Thigray und Benishangul-Gumuz. Hellhäutigere Äthiopier fühlen sich „dunkler Pigmentierten“ gegenüber als Herrenrasse Das gilt übrigens für alle afrikanische Regionen.
Aber im weißen Antirassismus-Wahn, will dies keiner wahrnehmen oder gar äußern. Der Handel mit schwarzen Sklaven wurde von hellhäutigeren Negervölkern eingeleitet. Da bedurfte es keiner Weißen. Das sind historische Tatsachen, die schlichtweg ausgeblendet werden.

„Friedens“Nobelpreis für eine militante, selbst inhärent rassistische, umstürzlerische Organisation? Zu deren Abgott ein abgenippelter, von Drogen zugedröhnter Kleinkrimineller hochstilisiert wurde, dessen einziges herausragendes Wesensmerkmal in diesem Zusammenhang war, dass man ihn als einen absolut klassischen schwarzen US-Unterschichtsvertreter verkaufen konnte.

Der „Wahnsinn der Massen“ wird ohne Hemmungen von sich selbst moralisch hochschraubenden Kreaturen wie diesem norwegischen Parlamentsabgeordneten via Medien befördert: „Ist´s Wahnsinn, so hat es doch Methode!“

_______________________

  • Friedrich Nietzsche: „Menschliches, Allzumenschliches – ein Buch für freie Geister“, Leipzig 1886
Veröffentlicht unter "right is right", Aufklärung, Bunte Republik, Bürgerkrieg, Der Westen, Gedenktag, Geschichte, Kommunismus, Kriminalität, Linke, Mainstream, Medien, Moderne, political correctness, Politiker, Rassismus, Sozialismus, Sozialisten, Staat und Gesellschaft, USA, Was ist links? | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Klassische Musik für jeden Tag – 31. Januar

Philip Glass (1937*)
Echorus
Veröffentlicht unter Musik, Musikkalender | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Was gleicht wohl auf Erden … der deutschen Sprache

Ein Loblied auf unser Deutsch

„Wer die deutsche Sprache beherrscht,
wird einen Schimmel beschreiben
und doch das Wort „weiß“ vermeiden können.“
Kurt Tucholsky


Deutsch ist (neben Russisch) die am meisten gesprochene Muttersprache in Europa und gehört zu den zehn am häufigsten gesprochenen Sprachen der Welt.
Deutsch wird noch immer von gescheiten Völkern in den Schulen gegenüber anderen als zu erlernende „Fremdsprache“ bevorzugt. Dann, wenn es um die Wertigkeit der eigenen Sprache im Kontext zu anderen, wenn es um „Kultur“ geht. Nicht etwa wegen der geschmähten, historischen deutschen Kolonisierung des „Ostens“ hat Deutsch bei gebildeten Polen, Russen, bei Balten und Finnen eine unveränderte Geneigtheit. Nebenbei: Die erste dichterische und „Weltsprache“ der Juden war Jiddisch, ein deutscher Kulturdialekt.

Man meint, im Vergleich zu den romanischen Sprachen, die Deutsche Sprache sei „hart“. Wenn man mit ihr richtig umgeht, kommt sie sanft und melodisch daher. Nicht schnarrend, kommissmaulig, preußisch. Nicht umsonst ist denn das Oberdeutsche, die süddeutsch-österreichisch gefärbte Redeweise das bevorzugte Merkmal auf den Bühnen und in den „Lichtspielen“. Aber wie sagte Theaterdirektor Striese im „Raub der Sabinerinnen“ zu einer Bewerberin im besten Sächsisch und wer mag da nicht schmunzeln: „Sagen´se ma, sie sprechen so unnatürlich, sind se och beim Theater?“
Auch wenn sich die Hannoveraner auf ihr geschliffenes „Hochdeutsch“ etwas einbilden, der bedeutendste deutsche Sprachbildner und -Schöpfer, Martin Luther sprach gewiss kein Hochdeutsch, sondern einen Dialekt, den man wohl zwischen Sächsisch, Thüringisch und Fränkisch einordnen könnte. Und die „sächsische Kanzleisprache“ war die Schrift-Grundlage für das von Luther dann darauf aufgebaute „Hochdeutsch“ – besser gefällt mir „Oberdeutsch“.

Deutsch zu beherrschen, es in all seinen Facetten zu erlernen, ist nichts für Dumme oder Bequeme. Leider beherrscht Dummheit auch unser eigenes Land, Bequemlichkeit und Vergnügen werden als Lebensinhalt propagiert. So muss man hierzulande manchmal um unsere „hohe Sprache“ fürchten.
Die deutsche Sprache besteht aus etwa 5,3 Millionen Wörtern – das ist Weltrekord – und Tendenz steigend. Ein Drittel davon ist erst in den letzten 100 Jahren dazu gekommen. Das Deutsche kann auf 8-mal so viele Wörter zurückgreifen, als es im Englischen, der führenden Weltsprache gibt. Natürlich werden im Alltag viel weniger Wörter tatsächlich verwendet. Nur etwa 12.000–16.000 gehören zum aktiven Wortschatz einer Person, die Deutsch spricht. Davon sind etwa 3.500 Wörter Fremdwörter. Es gibt keine Sprache, die derart in der Lage ist, „moderne“, fremdländische Redewendungen – früher aus dem Französischen, heute aus dem Englischen – zu integrieren, ohne selbst seine Eigenart einzubüßen. Daran wird auch die zunehmende Verwendung von Unterschichten- oder Kanak-Sprache in den modernen Medien nichts grundlegend ändern.
Damit wird sie aber nicht mehr zu einer „Lingua Franca“ wie Englisch werden. Einst war Deutsch dies in der naturwissenschaftlichen Forschung und in der Philosophie. Wie vormals Französisch in der Diplomatie und als Sprache der Fürstenhöfe.
Dem Bedeutungsverlust kann man nachtrauern, aber es bleibt uns dieser riesige Kosmos einer Sprache, die beispielgebend war und ist für Geisteskraft und Schöpfertum. Und wer z.B. in der klassischen Musik eine internationale Karriere anstrebt, da etwas erreichen will, kommt auch heute noch an Deutsch nicht vorbei.

Deutsch ist eine besonders reichhaltige Sprache. Durch die Möglichkeit, Wörter zusammenzusetzen, wie zum Beispiel „Wehrdienstverweigerer“ oder „Weltmeisterschaftseröffnungsspiel“, ist unser Wortschatz theoretisch unendlich groß. Aufgrund dieser Wortzusammensetzungen lassen sich auch Mehrdeutigkeiten hervorragend ausdrücken, wie zum Beispiel „Geisterfahrer“ oder „Gedankenfreiheit“.
Mark Twain war der deutschen Sprache in Hassliebe verbunden und äußerte ätzend:

„Meine philologischen Studien haben mich davon überzeugt, dass ein begabter Mann Englisch (ausgenommen Rechtschreibung und Aussprache) in dreißig Stunden lernen kann, Französisch in dreißig Tagen und Deutsch in dreißig Jahren. Es liegt also auf der Hand, dass die letztgenannte Sprache gestutzt und ausgebessert werden muss. Wenn sie so bleiben sollte, wie sie ist, müsste man sie sanft und ehrerbietig bei den toten Sprachen absetzen, denn nur die Toten haben Zeit, sie zu lernen.“

Seinen Respekt und auch Sympathie für die deutsche Sprache brachte Twain aber dann dadurch zum Ausdruck, dass er auf dem Grabstein seiner 1904 verstorbenen Frau Olivia den deutschen Spruch: „Gott sei Dir gnädig, O meine Wonne“ eingravieren ließ.

Ich habe mir zur täglichen Erbauung einen Abreißkalender (Englisch: „Tear-off calendar“, Französisch: „Calendrier de détachement“, Italienisch: Calendario a strappo, Polnisch: „Kalendarz z możliwością odrywania“) zugelegt: „Mit dem Grimmschen Wörterbuch durchs Jahr“. Kann ich nur empfehlen; oder das ein oder andere Mal auf der digitalen Ausgabe des „Deutschen Wörterbuchs von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm“, dieses umfangreichsten Wörterbuches einer Kultursprache nachzuschauen:
http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB
Eine Reise – nicht nur zurück – in das wunderbare Universum unserer unvergleichlichen Sprache. Und gleichzeitig ein Lehrstoff nicht nur für Sprach-Geschichte.
Die deutsche Sprache wird jegliche Verhunzung durch „gerechte“ oder gegenderte Sprache überstehen. Wir müssen sie nur pflegen und „polieren“.

Ein „emoji“, ein „Bildsymbol“ auf einer virtuellen Schreibmaschine anzuklicken, bei den neuen, vielfältigen Boten-Diensten, ist einfacher, als sich Gedanken über ein treffendes Wort zu machen.
Altmodische Leute wie ich, schreiben noch für Belangreiches, das sie Familienmitgliedern, Freunden oder anderen wichtigen Menschen mitteilen möchten, noch mit einem altmodischen Schreibgerät per Tinte auf erlesenes Papier, „kuvertieren“ und versehen dies mit einem Postzeichen und bringen es selbst zu einem dieser gelben Kästen – welche es hoffentlich auf ewig geben möge. Das ist angesichts von „Email“, „Whatsapp“, „Twitter“ etc. „Zeitverschwendung“ – möchte man meinen.
Ja, es dauert länger, bei dieser Art der altertümlichen Verständigung das passende Wort, die zutreffende Ausdrucksweise zu finden.

Ich danke meinem Schöpfer, dass er mir in meinem Alter das Gedächtnis erhalten hat. Und es ist anscheinend ein Gottesgeschenk für das Alter, dass vermeintlich Vergangenes immer deutlicher in der Erinnerung aufscheint. Ich kann nicht mehr die einst in der Schule oder durch einen Vortrag meiner Mutter kennengelernten, teilweise auswendig gelernten Gedichte wortwörtlich wiedergeben – “rezitieren“ wie man sagt. Eine Leistung, die ich bei meiner Mutter und dem ein oder anderen älteren Freund und Mentor bewundern konnte. Die Worte, der Klang und der melodische Fluss, die Musik der Muttersprache und deren Wörter, die man mir vermittelte, sind unvergessen.
Ich hatte das Glück, eine ausgezeichnete Schule besuchen zu können, mit vortrefflichen Lehrern. Und Glückspunkte in meiner Erinnerung an die einstigen Belehrungen sind die Texte, Lyrik oder Prosa, die uns damals im Deutschunterricht vermittelt wurden. Womit eine Saat gelegt wurde, die lebenslang Früchte trägt.

Ein umfangreicher Anteil unserer nicht gerade kleinen Haus-Bibliothek – meiner und die meiner Frau – enthält jede Menge von Bänden unserer Klassiker. Und vor allem auch Gedichtbände: von Gryphius bis Brecht, von Johann Christian Günther bis Rainer Kunze (Zwei, welche ich besonders schätze), von Walther von der Vogelweide bis Rainer Maria Rilke. Natürlich Goethe, Heine, Schiller, Trakl, Benn und vieles mehr von diesen wunderbaren Brunnen unserer Sprache.
Welches ist mein Favoriten-Gedicht? „Der Leopard“ von Rilke? „Die Bürgschaft“ von Schiller, Goethes „Ein Gleiches“? Ich habe mal drei wunderbare Gedichte ausgesucht:

Wie klein wird man, wenn man für eine verzweifelte Liebe nach kunstvollen Worten sucht und findet sie hier – bei Johann Christian Günther, dem jung verstorbenen Barockdichter:

Bis die schwere Zunge stammelt,
Bis mich ein gedrungnes Haus
Zu der Väter Beinen sammelt,
Sprech ich deinen Namen aus;
Deine Schönheit, dein Gemüte,

Deine Tugend, deine Güte
Soll mit mir zu Grabe gehn.
Dich nur nochmals zu umfangen,
Will ich, wenn die Welt vergangen,
Wieder rüstig auferstehn.

In meiner altersphysiologischen Sentimentalität kommen mir die Tränen, wenn ich „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff lese oder höre.

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.
Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Und mir gefällt sie, diese kontrovers gesehene „Kinderhymne“ von Bertold Brecht, die manche gerne als neue Nationalhymne ausweisen wollten. Ein wunderbarer – patriotischer – Text in unserer wunderbaren Sprache:

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir’s
Und das Liebste mag’s uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs.

Man lese auch mal wieder Heinrich Kleists „Michael Kohlhaas“.
„Der Kohlhaas“ war für mich ein erster Einsteig in allerhöchst-deutsche Prosa, eine bis dahin nicht gekannte Sprachvirtuosität, die Bilder im Kopf erzeugen kann, wie es nicht einmal im Film gelingt. Was eine Fuge von Bach in der Musik bewegen kann, ist diese Novelle von Kleist in der Sprache.

Ich hänge anscheinend nur einer vergangenen Vervollkommnung unserer Sprache an. Gehört „höchst-Deutsche“ Prosa nach meinem Verständnis seit Friedrich Nietzsche, seit Thomas Mann – so bange ich – der Vergangenheit an? Und bin so auf der Suche nach gegenwärtigen großen Reden, Aufsätzen, Erzählungen in unserer Sprache. Haben wir nicht so viele, aber möglicherweise vom journalistisch geprägten Denkart sich unterdrückend lassende Talente? Glaube ich doch.

Ich bin kein Literat, kein gelernter und damit vielleicht auch kein verdorbener Journalist. Nur ein Dilettant der Sprache und der „Schreibe“, aber zumindest ein Enthusiast für meine – unsere – deutsche Sprache und Literatur.

Natürlich verstoße ich rein sachlich bei der Abfassung dieses Artikels gegen eines meiner alten Prinzipien. Nicht mit einem edlen Schreibgerät habe ich das – vielleicht mit Tinte in Königsblau, auf Papier in mein Tagebuch geschrieben, sondern bequem an meiner „Apfel-Rechenmaschine“ verfasst, in die Tasten gepocht und es der angeblichen Unsterblichkeit im „Welt-Netz“ übergeben. Zumindest verbleibt der so immens wichtige Impuls vom Sprachzentrum des Großhirns zu motorischen Kernen und Bahnen, dann zur Hand und den Fingern – und zurück.

Ich strenge mich an, für meine Leser angeblich Vergangenes nicht vergehen zu lassen. Wie in diesen großartigen Essays von Gerd-Klaus Kaltenbrunner über den „Geist Europas“.
Mein „Grimmscher Wörterbuch-Kalender“ hat mich zu Schluss-Sätzen in alten deutschen „Redeblumen“ angeregt:
Denn so sitze ich wieder einmal krüppelkrumm vor der Gerätschaft, mittelst deren ich schreiben tue. Nicht trübetümpfelig kalendere ich darüber nach, ob ich kunstwörteln soll, Eiszapfenworte verwenden, um treuwohlmeinlich keine Auslachenswürdigkeiten von mir zu geben – oder, um auch Fitznasen zu beeindrucken. Lasse ich mich nicht vom Wintergewölk beeindrucken, das seit langem vor meinem Fenster aufstiegen ist. Die Leute sollen wissen: ein Muscheldasein oder ein saumseliger Honigschlummer im Faulbett waren sind nicht meins. Darum mögt ihr mein Firlefanzen ertragen und wobei ich hoffe, dass meine Gedankenarbeit, die ich manchmal schnabelschnell verbreite, nicht ein Quälodram ist.

„Pfui allen häßlichen Gewerben, an denen Wort und Wörter sterben“.

Friedrich Nietzsche

Wie kann ich anders, als zum Schluss noch mal in meinen deutschen Weltschmerz zu verfallen.
Es gibt eine unvergleichliche Symbiose von Dichtung und Musik – derart „artistisch“ ausgeprägt nur im Deutschen: das sogenannte Kunstlied.
Zu schöner Sprache gehört eine schöne Stimme und so hoffe ich die folgende kleine Auswahl erfüllt diesen Anspruch
„Pars pro toto“ portiere ich von Heinrich Heine geschaffene Gedichte, die dann von Robert Schumann in höchste Tonkunst überführt wurden, wie im Zyklus „Dichterliebe“.

Oder ins Volkslied:

Dann Matthias Claudius mit dem schönsten und versöhnenden Abendlied, das man sich vorstellen kann:


Schönste, ganz bestimmt unvergesslich schöne Gedichte, unter vielen anderen ausgewählt, lesen Sie in dieser kleinen Auswahl.

Ich reime mal die zweite Strophe unseres Deutschlandlieds verkürzend um:

Deutsche Worte, deutscher Sang,
müssen in der Welt behalten
Ihren schönen Klang!

Veröffentlicht unter Der Deutsche, Deutsche Sprache, Geschichte, Heimat, Konservatismus, Kultur, Kunst, Literatur, Musik, Notizen aus der Provinz, Sprache, Tradition, Welterbe | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Klassische Musik für jeden Tag – 30. Januar

Gabriele Faure´ (1845-1924)
Violinsonate Nr. 1 in A-Dur – 1. Satz
Veröffentlicht unter Musik, Musikkalender | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar