Virologen – die derzeit einflussreichsten Experten

Eine Begutachtung

Wem gehen sie inzwischen nicht schon gewaltig auf den Senkel, diese Apokalyptiker aus einer sonst eher peripheren Zunft, mit ihren scheinbar mehr quantitativ denn qualitativ verbreiteten Meinungen. Ich provoziere mal und  sage bewusst „Meinungen“ und will nicht von „wissenschaftlichen Erkenntnissen“ sprechen.
Wie kann es sonst sein, dass diese Spezialisten (z.B. vom Robert Koch Institut) die Bedeckung von Mund und Nase lange für unnötig erklärten, und nun kommt die Meldung, dass das RKI seine Einschätzung für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes jetzt offiziell geändert hat. Auf den Internetseiten mit den Corona-Empfehlungen heißt es nun, eine solche einfache Schutzmaske könne das Risiko verringern, „eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken“.
Mit einer Essenz aus einer exakten Wissenschaft hat das wenig zu tun.

Aber sie sind die gefragtesten Mediziner oder Wissenschaftler derzeit in den Medien  – beachte: keine „Ärzte“! –  die sich in ihrer Bedeutung sonnen dürfen. Ob sie Drosten Wieler, Kekule´oder Streeck heißen. Sie werden zu medialen Superstars hochstilisiert („Kann Drosten Kanzler?“) – wenn nicht, versuchen sie es selbst mit diversen Methoden.

So ist auch zu beobachten, dass in den Kommentarbereichen diverser Blogs oder Online-Publikationen so manche Spezialisten/Virologen wie Trolle auftauchen und uns ihre Einsichten brutal um die Ohren hauen. Wie z.B. dieser hier:

„Wer sich nicht an die Schutzregeln hält, wird SICHER infiziert und jeder 10. Stirbt.
Gibt es Bevölkerungsgruppen, die sich nicht schützen, so werden sie gnadenlos dezimiert!“

Ein nachgewiesener Virologe oder Chemiker (?), offensichtlich aber Experte für Totschlag-Argumente, bietet dann auch noch eine Desinfektionslösung zum Erwerb der von ihm beeindruckten Zielgruppe an – wie man an anderer Stelle lesen kann: „Als Chemiker habe ich es für meine Familie nach WHO-Rezept angemischt, einen Rest kann ich abgeben: sapere–aude@web.de.“

Es nimmt schon seltsame Formen an. 

Als Arzt muss ich aber selbst aufpassen, nicht in eine höchsteigene Berufs- oder Erfahrungs-begründete Selbstgewissheit zu verfallen. Es sei mir aber doch gestattet, auffallende Übersteigerungen auch zu brandmarken.

Der Virologie, noch breiter gefasst der Mikrobiologie und der Infektiologie, haben wir wichtige und großartige Erfolge in der Behandlung, Eindämmung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten zu verdanken. Daran gibt es nichts zu deuteln.

Wenn wir mehr oder weniger glimpflich aus der gegenwärtigen Epidemie herauskommen wollen, haben wir deren Vorschriften und Verhaltensregeln zu folgen.
Als ehemals chirurgisch tätigem Arzt ist mir die Einhaltung solcher Regeln und hygienischer Grundprinzipien in Fleisch und Blut übergegangen und bestimmt auch all meine Reflexionen zum Thema. Was mir aber auch nicht den differenzierten Blick auf „anthropomorphische“ Phänomene verstellt. 

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Anhang

Um zu erklären, womit man es bei der Virologie zu tun hat, will ich für die Leser einen etwas längeren Text zur Historie anführen – ohne hoffentlich zu langweilen. Auszug aus einem Werk zur Geschichte der Medizin*:

Die Virologie

Die Mikrobiologie des 20. Jahrhunderts entstand durch seine Technologie, deren Fähigkeiten tagtäglich riesenhafter erschienen und es ermöglichten, das unendlich Kleine zu erforschen. Das Virus wurde zwar schon im 19. Jahrhundert deutlich mittels der Poren der Keramikfilter und später in Form von Zelleinschlüssen erkannt, wie sie Negri (1903) bei der Tollwut beobachtete, doch in Wahrheit entstand die Virologie erst im 20. Jahrhundert, dank der Elektronenmikroskopie, der Photographie, der neuen Möglichkeiten der Impfung und der Gewebekulturen, der Kenntnisse über Immunität, der Mikrobiophysik und der Mikrobiochemie.

Eine gewisse Anzahl von »filterpassierenden Viren«, welche durch die Arbeiten von Löffler und Frosch, Nocard und Roux dargestellt wurden, werden ihrer Struktur und ihrer Art entsprechend abgegrenzt und gelten heute als Auslöser zahlreicher häufig auftretender Infektionskrankheiten. Es gibt sehr viele Viren, die für den Menschen als pathogen erkannt wurden. Wir kennen zum Beispiel mehr als hundert Virusarten, die für Erkrankungen der Atemwege, von grippalen Infekten angefangen bis zu schwersten Bronchopneumonien, verantwortlich sind. Die meisten sogenannten Kinderkrankheiten sind viralen Ursprungs (Masern, Röteln, Mumps, Windpocken und durch Enteroviren her vorgerufene Erkrankungen).

Diese ansteckenden Erreger können für gefürchtete Krankheiten verantwortlich sein, ob sie nun entsprechend der Natur ihrer Nucleinsäure zur Gruppe der DNA-Viren gehören, wie das Pockenvirus und die Adenoviren, oder zu jener der RNA-Viren*, wie Herpesvirus, Myxovirus, Rhabdovirus, Enterovirus oder Arbovirus. Ein Beispiel dafür ist die Herpes-Enzephalitis mit meist tödlichem Verlauf, obwohl das Herpesvirus hominis seit den Arbeiten von Wildy 1960 eines der zur Zeit am besten bekannten Viren ist. Ein anderes Beispiel sind die Erreger der jahreszeitlich bedingten »Schnupfenepidemien«, unter denen unsere industrie- und handelsorientierte Gesellschaft stark leidet, da dadurch viele Arbeitsstunden ausfallen.

 

Die Grippe

Historische Landkarte der Influenzaepidemie, die Europa Ende des 19. Jh. heimsuchte.

Sie ist ein Paradebeispiel für eine Gesellschaftskrankheit, die in der Lage ist, die industrielle Aktivität zum Stillstand zu bringen. Angefangen von 876, dem Jahr, aus dem die erste Aufzeichnung einer erkannten Grippeepidemie stammt, bis 1837, liegt eine lange Zeit der Verwirrung in der Geschichte dieser Krankheit, obwohl die Grippe von Osten bis Westen regelmäßig die Kontinente heimgesucht zu haben scheint. …

Jede Epidemie hatte ihre Geschichtsschreibung; so hinterließen Sydenham 1676 und Graves 1835 genaue Beschreibungen der damaligen Epidemien, die sie den bösen Folgen der schwarzen Pest ebenso zuschrieben wie der Cholera. Colin blieb noch unbestimmter, er reihte die Grippe unter die »vulgären Krankheiten« ein, welche »epidemischen Charakter annehmen können«. 1837 gab Petrequin eine echte klinische Beschreibung der Krankheit heraus, dessen verantwortlichen Keim Pfeiffer 1889 isoliert zu haben glaubte. Obwohl dies ein Irrtum war, sollte die Vorstellung von der Grippe als einer ansteckenden Krankheit doch den mikrobiologischen Forschungen den Weg öffnen. Anläßlich der dritten großen Pandemie des 20. Jahrhunderts festigte sich auch wirklich die Erkennung der Grippe gemäß den wissenschaftlichen Gegebenheiten.

Die erste Pandemie, welche die spanische Grippe genannt wurde, obwohl sie von China ausgegangen war, forderte außerordentlich viele Todesopfer.

1918 vermutete Ch. Nicolle, daß Viren die Verursacher dieser Krankheit sind; Dujarric de La Rividre vertrat dieselbe Ansicht und zögerte nicht, sich subkutan ein Blutfiltrat eines Grippekranken zu injizieren, um seine Theorie zu beweisen. 1933 überwanden jedoch Smith, Andrewes und Laidlaw erfolgreich das erste wissenschaftliche Hindernis, welches der Erkennung eines Virus als Grippeursache im Wege stand, indem sie einem Frettchen ein Grippefiltrat ein impften. Schließlich gelang es dem Australier Burnet 1935, das Virus zu kultivieren, dessen drei Arten A, B und C nach und nach abgegrenzt wurden. In New York isolierte Magill 1940 das Virus B, Taylor das Virus C 1949, doch das Virus A bleibt als Erreger der großen Epidemien das wichtigste.

Dasselbe geschah bei der zweiten Pandemie 1946, deren Entwicklung dem Virus AI zugeschrieben wird und die glücklicherweise weniger schwer als die vorangegangene war. Der Grund dafür ist in der Verfügbarkeit von Antibiotika, diesem mächtigen Schutz gegen die Superinfektion, welche zu gefährlichen Komplikationen der Grippe führt, zu suchen.

1957 verbreitet sich die dritte Pandemie, die sogenannte asiatische Grippe (Virus A2). Nun wird aufgezeigt, daß diese Grippeepidemien durch die Entstehung von antigenen Mutationen des Virus A ausgelöst werden; das konnte die darauffolgende Epidemie von 1968, die sogenannte Hongkong-Grippe mit dem Erreger Virus A2, endgültig beweisen. Obwohl diese Epidemie weniger dramatisch verlief als die vorangegangenen, forderte sie in Frankreich doch dreißigtausend Tote. Schließlich wird, ausgehend von einer besseren Kenntnis des epidemiologischen Faktors und vor allem dank der Entdeckung der antigenen Veränderungen des Virus, eine Impfung vorgeschlagen (1973), deren Besonderheit es ist, einen prospektiven Schutz zu bieten, der von immunologisch abgeschwächten Stämmen hervorgerufen wird. Obwohl die Erkennung der Viren und ihres Aktionsmechanismus eine der Hauptsorgen der Forschungen der Pathologie der Infektion geworden ist, ist die Geschichte dieser Krankheiten weiterhin unvorhersehbar. Vor allem haben viele bedeutende Infektionen, deren Ätiologie höchstwahrscheinlich viral ist, das Geheimnis ihrer Identität noch nicht gelüftet.

Kaum sind einige erkannt, erschrecken sie schon durch ihre Agressivität. So haben die jüngsten Infektionen, die durch das Marburgvirus ausgelöst wurden (1967), und das Lassa-Fieber 1969 in Afrika mehrere tödliche Epidemien aus gelöst. Die ersten Fälle menschlichen Erkrankens am Marburgvirus wurden 1967 in Europa (Deutschland und Jugoslawien) bei Arbeitern beschrieben, die in Laboratorien mit aus Uganda importierten Affen umgingen. Die zwischenmenschliche Übertragung wurde erst erkannt, nachdem das medizinische Personal dieser Infektion schon einen schweren Tribut bezahlt hatte.

……

Die katastrophalen Wogen epidemischer Krankheiten, wie der Pocken und des historischen Typhus, werden durch die Gesundheitsorganisationen der Menschen oder durch die Schädlingsbekämpfungsmittel in Schranken gehalten. Doch obwohl die antiviralen Therapien erst im Anfang stecken und sich schon die Gefahr viroider Infektionen (durch »Miniviren«) bemerkbar macht, verdanken wir diese bemerkenswerten Ergebnisse der Entwicklung des therapeutischen Arsenals um die Mitte des 20. Jahrhunderts, über das wir verfügen und an dessen Spitze die Antibiotikatherapie und die Reanimationstechniken alle bisherigen Vorstellungen gründlich verändert haben. Die in diesen wenigen Jahren zurückgelegte Wegstrecke ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, daß die Pneumonie erstmals 1938 durch medizinische Behandlung geheilt werden konnte.

Leider sind unter dem Schutz einer schlecht verstandenen Sicherheit, welche uns die grundlegenden Kenntnisse der Asepsis von Pasteur vergessen läßt, nach und nach neue Infektionsformen entstanden, welche den Mikroben zu einem Rachefeldzug verhalfen, mit dem man nicht gerechnet hat. Meistens sind es Folgen unserer »unkontrollierten« therapeutischen Abenteuer, ob es sich nun um nosokomiale Infektionen, iatrogene Krankheiten oder multiresistente Keime handelt. Die Verbreitung von »Hepatitisviren« durch Produkte aus Blutderivaten ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Infektionen unseren Behandlungen durch Entwicklung von Resistenzen entkommen, welche die Keime durch chromosomale oder extrachromosomale, plasmidische Mechanismen erworben haben. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat die Entwicklung von »angeschlossenen Wissenschaften«, wie Enzymologie, Immunologie, Genetik und Hormonlehre, für die Pathologie der Infektionen ebenso viele Jungbrunnen geschaffen, in denen die ansteckenden Krankheiten durch Erneuerung mehr und mehr ihre eigentliche Einheit verloren haben.

In dem Text findet sich u.a. ein besonderer Hinweis, den man beachten sollte.
Bei der Bekämpfung der klassischen Infektionskrankheiten sind immense Erfolge erzielt worden, ob es sich um die Kinderlähmung, Tuberkulose oder die Syphilis handelt, jedoch: Die hierfür eingerichteten Sanatorien machen heutzutage psychiatrischen Anstalten Platz.
Geistige Infizierung als Begleiterkrankung mikrobieller Kontagion bedarf gleichermaßen unserer strikten Aufmerksamkeit.

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* „Histoire de la Medicine, de la Pharmacie, de l’Art Dentaire et de l’Art Veterinaire“ Societe francaise d’editions professionnelles, medicales et scientifiques. Albin Michel-Laffont-Tchou, Paris 1978
Deutsche Ausgabe: Andreas & Andreas, Verlagsbuchhandel, Salzburg 1986

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„Die Kanzlerin direkt“

Die Platitüdität ihrer Sätze in Serie

Da hat sie wieder einen rausgehauen. Diesmal nicht im Fernsehen resp. vor den laufenden Kameras bei der Bundespressekonferenz. Nein, Merkel quält das Publikum zusätzlich mit sog. Podcasts.
Überschrift: „Die Kanzlerin direkt.“
Der Horror und das Entsetzen in digitalisierter, neumodischer Form.
Und wer mag, kann sich die gequirlten Sprach-Exkrete der Kanzlerin sogar auf Türkisch reinziehen.

Wir alle werden eine ganz andere Osterzeit erleben als je zuvor“, sagte Merkel bei ihrem neuesten Auftritt über dieses Medium. Ostern sei für Millionen von Christen der Kirchgang, der „Ostersonntag mit der ganzen Familie, vielleicht ein Spaziergang, Osterfeuer.“ Das sei auch für viele ein Kurzurlaub an der See, in den Bergen, oder bei Verwandten. „Normalerweise. Aber nicht in diesem Jahr“, sagte die Kanzlerin.

Die Sprachgewalt und dieser Sinn, das haut einen schon um und stimmt uns so richtig auf die Passionswoche ein.
„Diese schmerzende, quälende, peinigende Zumutung, ja Gottesstrafe typischer und übertypischer Merkelscher Sätze. … Dieser „bestürzende Dummsinn, die behämmerte und zugleich behämmernde, die uns am Ende richtig zuschüttende Impertinenz,“ wie Eckhardt Henscheid es dem sprechenden Hosenanzug schon mal beschieden hat.

Wer sich die digitale „Kapsel-Besetzung“ (so die direkte Wortübersetzung von „Podcast“) mit dem Teletubby aus dem Kanzleramt nicht antun mag, bekommt dennoch den Kanzlerschmarrn per Tagesschau, Heute, N24, FAZ, Welt und diversen anderen Unsinnverbreitern aufgetischt.

So drillt man das Volk zum Leiden.

 

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Palmsonntag

Der Palmsonntag trägt den Anfang und das Ende in sich. Beim triumphalen Einzug in Jerusalem wird Jesus gefeiert wie ein König. Ein wundertätiger, friedlicher Herrscher, dessen weiteres Schicksal aber schon besiegelt ist – die Karwoche und damit die Tage des Leidens und Sterbens Jesu stehen bevor. Doch dieser König der Juden, der auf einem Esel in die Stadt geritten kommt, stellt sich dieser unvorstellbaren Aufgabe. Der Evangelist Matthäus (21,7-11) beschreibt, wie die Jünger Jesus eine Eselin brachten und ihn daraufsetzten. „Sehr viele aus der Volksmenge aber breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg“, schreibt Matthäus begeistert. Die Volksscharen aber, die ihm vorausgingen und die ihm folgten, riefen:

Hosanna dem Sohn Davids!
Gesegnet, der da kommt im Namen des Herrn!
Hosanna in der Höhe!
Matthäus (21,7-11)

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Freude, schöner Götterfunken …

Der Spiegel als „Corona-Opfer“?

»Die reinste Freude ist die Schadenfreude.« –
Ihr lachet über dies verruchte Wort?
Ihr solltet alle Tränen eurer Seele weinen,
daß es ausgesprochen werden konnte.

Walther Rathenau

Das Medienmagazin Meedia schreibt:

„Wegen Corona: Spiegel-Chef Steffen Klusmann erwägt Kurzarbeit und einen harten Sparkurs“

… Und es sieht nicht gut aus. Die Spiegel-Spitze erwägt nach Informationen von MEEDIA, Mitte April Kurzarbeit einzuführen. “Wie alle anderen Medienhäuser prüft auch die Spiegel-Gruppe das Potential von Kurzarbeit im Haus. Eine Entscheidung, ob und wenn ja in welchen Bereichen wir Kurzarbeit anmelden, ist aber noch nicht getroffen”, sagt eine Sprecherin gegenüber MEEDIA. Derzeit werde mit den Betriebsräten darüber gesprochen, ob das Unternehmen staatliche Hilfen der Agentur für Arbeit beanspruchen will.

https://meedia.de/2020/04/02/wegen-corona-spiegel-chef-steffen-klusmann-erwaegt-kurzarbeit-und-einen-harten-sparkurs/

Der Spiegel erschien erstmals vor 73 Jahren, ist somit in der gleichen Altersklasse wie unsereiner.
Gestern konnte man denn auf Tichys Einblick lesen: „Corona als Brandbeschleuniger: die Verachtung der Alten“.
Was darin beschrieben ist, ist klar: Uns, den Alten – gerade denen der 70er Alterskategorie – geht es an den Kragen.

Um den Spiegel, wenn er denn tatsächlich pleite gehen sollte, wäre es in meinen Augen nicht schade.
Einschub: Ich selbst hätte natürlich nichts dagegen, noch ein paar Jährchen zu leben und z.B. meinen Enkeln beim Heranreifen zu helfen – wenn Gott will.

Der Spiegel spielte mal eine wichtige Rolle im politischen und gesellschaftlichen Leben der Bundesrepublik und durchaus auch für die Stabilisierung der neuen und jungen Demokratie.
Als Bildzeitung für „Intellektuelle“ half er uns Studenten in den sechziger Jahren, montags während langweiliger Vorlesungen Wochenend-geschädigter Professoren und Dozenten, sich die Zeit zu vertreiben. Später griff man nur noch gelegentlich zur Lektüre, wenn man nicht gerade Lehrer, Geisteswissenschaftler oder Kulturschaffender geworden war. Für uns bürgerlich Sozialisierte gedieh mit den Jahren der Reifung der Spiegel mehr zu einem publizistisch vergammelten, gleichfalls müffelndem Käseblatt. Geruch wie bei einem überreifen Sauermilchkäse oder dem eines ungepflegten alten Mannes.
Das „Sturmgeschütz der Demokratie“ degenerierte zu einer Lügentröte des links-grünen Zeitgeists; ein Muster ohne Wert!

Herzlos wie ich bin, wünsche ich dem ganzen linksgrünen Redakteur-Gelichter in den „Medienhäusern“ – nicht nur des Spiegels – endlich mal ein durchaus Hartz*iges Schicksal auf den Hals. Die könnten endlich einer sinnvollen, körperlichen Verrichtung nachgehen: in der Landwirtschaft, Kanalreinigung, Müllentsorgung, Bestattungsgewerbe, usw. – wo eben Leute gebraucht werden.
Spargel statt Meinungen stechen!

Meine klammheimliche Freude ist aber nicht vollkommen, bleibt doch mit Sicherheit vielen der noch tückischeren Fachgenossen bei den öffentlich-rechtlichen Lug- und Trug-Verbreitern ein solches Schicksal erspart.
Nicht umsonst möchte denn der Spiegel staatliche Hilfen beanspruchen. Vielleicht wird schon bald der bereits angedachte, steuerfinanzierte, staatliche Schutzschirm für systemwichtige Printmedien auf den Weg gebracht. Die Intensiv- oder Beatmungsstation für die nicht nur Corona-kranke publikative Gewalt.

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Auf dem Weg in die Knechtschaft?

Die Frage beihaltet den Titel eines epochemachenden Werkes des großen libertären Ökonomen und Sozialphilosophen der „Österreichischen Schule“ Friedrich A. Hayek*. Er verweist darin auf die kollektivistischen, sozialistischen Ideologien des Faschismus in Deutschland und Italien und auf den Bolschewismus. Er erinnert an die Zeit vor der Unterdrückung der Demokratie und der Einführung der totalitären Regime in den davon betroffenen Ländern. Diese Zeitspanne war – wie er schreibt – 

„beherrscht von dem allgemeinen Verlangen nach schnellem und entschlossenem Handeln der Regierung und von der Unzufriedenheit mit dem langsamen und schwerfälligen demokratischen Geschäftsgang, was dazu führt, daß ein Handeln unter allen Umständen gefordert wird. In einem solchen Augenblicke übt der Mann oder die Partei, die stark und entschieden genug zu sein scheinen, um „durchzugreifen“, die größte Anziehungskraft aus, und „stark“ in diesem Sinne bedeutet nicht nur eine zahlenmäßige Mehrheit – es ist ja gerade die Sterilität des parlamentarischen Mehrheitsprinzips, womit das Volk unzufrieden ist. Wonach sie suchen, ist eine Persönlichkeit, hinter der genug steht, damit man ihr die Durchführung jeder Aufgabe zutraut.“
Es bedarf aber auch einer starken Gruppe mit einigermaßen gleichgerichteten Ansichten, wobei man davon ausgehen kann, dass diese mit aller Wahrscheinlichkeit „nicht von den besten, sondern eher von den schlechtesten Elementen einer Gesellschaft gebildet werden wird“.

Mit der Coronakrise scheinen wir exakt in einer solchen prä-totalitären Epoche zu sein, wie sie Hayek beschreibt. Etliches hat sich aber durchaus schon länger herausgebildet und weist bereits totalitäre Züge auf.

Es ist schockierend, wie einfach es sich uns heute darbietet, wie ein bisher in großem Umfang noch freiheitliches und individualistisches System tatsächlich in eine Diktatur transformiert werden könnte.
Ist Ungarn hier möglicherweise schon vorausgegangen? 

Die schrittweise Unterdrückung von Opposition und Meinungsfreiheit mit der Hilfe fast ausschließlich regierungshöriger Medien hierzulande, das mit den Füßen Treten rechtsstaatlicher Prinzipien hat den Epochenwechsel längst angekündigt.

Heute genügt nun ein Parasit, ein Virus, ein unsichtbarer Feind, um die Bürger in die eigenen vier Wänden zu verbannen. Ein paar Ärzte und Experten, die als Super-Autoritäten inszeniert werden, fungieren als Taktgeber für Politiker.
„Die Drohung mit dem Tod ist die Münze der Macht“ schrieb Elias Canetti**.
Die Massenmedien bestätigen ihre abartige Fähigkeit zum Katastrophieren einmal mehr. Und, dass sie jeden in den Staub treten, der Fragen stellt oder Zweifel äußert. Das Volk gewöhnt sich offenkundig daran, dass die Demokratie weggesperrt wird – und das Volk gehorcht, wird gedrillt und dressiert.

„Ein Staat, der in unvermutetes Unglück geraten ist, wird überängstlich und in seiner Schwäche zu empfindlich, um ein offenes Wort ertragen zu können, zu einer Zeit, da er es am meisten nötig hätte.“
Plutarch

Aber nicht erst in der Krise ist bei uns die Neigung entstanden, den Meinungsgegner zum Dissidenten zu machen, zum Abgesonderten. Und „das geschieht wirksam durch moralische Ächtung. Der so zum Schweigen Gebrachte kann wie der Tote weder anklagen, noch sich verteidigen, noch Zeugnis ablegen. … In solchen Zeiten der Krisen und Katastrophen ist zu erkennen, was den Menschen ausmacht und was ihn antreibt.“ – wie Arnold Gehlen erkannt hat.

Hayek spricht von einer Clique, welche die Macht an sich reißt und die Transformation einleitet. Nicht umsonst führt uns dieser Begriff zu Merkel. Nach aktuellen Umfragen wird diese Person in den Augen der Deutschen anscheinend als eine solch starke Persönlichkeit registriert, wie sie sich die Mehrheit wünscht. Und dazu ihre Partei, die CDU, die ebenfalls in einem neuen, nicht erwarteten Umfragehoch schwelgen darf.
Eine Partei, welche die Tauglichkeit zu einer potentiell totalitären Camarilla in nicht wenigen Fällen bewiesen hat. Die zurückliegenden Parteitage mit der frenetischen Akklamation ihrer Führerin erinnerten seinerzeit schon an Beispiele aus dem real existierenden Sozialismus a la DDR oder China.
Politiker mit einer ausgewiesenen Gendarmen-Mentalität werden in solchen Zeiten nach vorne geschwemmt und dürfen sich gar noch in der Huld der von ihnen kujonierten Gemeinschaft sonnen: Seehofer, Spahn, Söder, Strobl. Solche Leute sind aber nicht nur bei der vormals „rechten“ CDU/CSU zu finden, wie die Geschichte der Sozialdemokratie zeigen kann und auch der Blick auf so manches Führungspersonal von Grünen und Linken. 

Aber es ist ärmlich, die Schuld nur auf die Politiker zu schieben. Wir, das Volk haben sie doch gewählt, durchaus wissend, welch sinistre Charaktere sich darunter befinden. Wir sind selber schuld, wenn wir uns von ihnen und ihren Hofschranzen in den Medien und den Wissenschaften einlullen lassen, schweigend zusehen, in unser angezüchteten Autoritätsgläubigkeit und Untertanenmentalität verharren.

Der große, leider zu früh verstorben Freiheitsdenker Roland Baader dazu ***:

Die schlimmsten Feinde der Freiheit sind … nicht ihre erklärten Gegner, sondern die vielen Lauen und Laschen unter ihren angeblichen Freunden, die Gleichgültigen und Bequemen, die Gutmütigen und Gutgläubigen, sowie die Vulgärpoeten mit ihren Parolen, daß es „sooo schlimm ja nicht sei“ oder daß man nicht „immer alles so negativ sehen“ sollte. Diese nützlichen Idioten der Knechtschaft würden auch einem Menschen, der von Kannibalen gekocht werden soll, erklären, er möge sich beruhigen, weil „nichts so heiß gegessen wie gekocht“ werde.“

Was sich derzeit abspielt, ist das, was Hayek in seinem Werk herausgearbeitet hat: wie man in die Abgründe totaler Herrschaft hineinrutschen kann, ohne es eigentlich zu wollen. Nochmals Roland Baader:

 

„Die herrschende öffentliche Meinung (bestimmt), wie und was die Menschen denken. Das führt dazu, daß die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Zustände in einem Land unablässig schlimmer und schlechter werden können, ohne daß die Bürger dagegen in entschiedener Weise aufbegehren. Sogar dem Übergang ihrer gesellschaftlichen Ordnung von einem freiheitlichen in ein totalitäres System schauen sie auf diese Weise zu, ohne zu revoltieren … “.

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*     Friedrich August Hayek: Der Weg in die Knechtschaft – Olzog Verlag München 2009

**   Elias Canetti: Masse und Macht – Frankfurt a.M. 1982

*** Roland Baader: Die belogene Generation – Gräfelfing 1999

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Zündeln und Flaggenverbrennen

Eine lästerliche Blütenlese

In Italien werden EU-Flaggen verbrannt.
Aus nachvollziehbaren Gründen.
Sind das schon unheilverkündende Vorboten für den „ItalExit“?

In Deutschland wird man wohl auf EU-Flaggenverbrennaktionen warten müssen, obschon hierzulande die „Verunglimpfung“ der Flagge oder Hymne der Europäischen Union (EU) noch nicht strafbar ist. 

Flaggen und Hymnen der Bundesrepublik sind geschützt (siehe Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, § 90a StGB) und auch der Versuch ist strafbar.
Der Bundesrat, die Kammer der Bundesländer in Deutschland, hat inzwischen einen Gesetzesentwurf verabschiedet, der auch die EU-Symbole schützen will und der bei Missachtung eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vorsieht. Der Antrag wurde im September 2019 auf Initiative des Bundeslandes Sachsen gestellt, wo bei einer Demonstration über eine EU-Flagge getrampelt worden war.
Ausgerechnet die Sachsen!?
Der Bundesrat hat dann noch vorgeschlagen, generell eine Verunglimpfung der EU zu bestrafen.
Wenn das Flaggenverbrennen auf andere Länder übergreift, wird der Merkel-Bundestag das beantragte Gesetz gewiss ganz rasch durchpeitschen.

Die Qual-Medien sollten schon mal mit der Erstellung einer „interaktiven Karte“ beginnen – ähnlich wie bei der Corona-Ausbreitung – damit uns die „Brennpunkte“ vor Augen geführt werden können.

Verunglimpfung der Flagge?

Was heißt eigentlich „Verunglimpfung“ der Flagge?
Öffentlich oder in den vier Wänden die Flagge verbrennen und das Ganze per Youtube oder Twitter verbreiten?
In der Öffentlichkeit darauf herumtrampeln?
Die Flagge als Lappen bezeichnen?
Als Schneuztuch verwenden?
Toilettenpapier mit EU-Flaggenaufdruck vertreiben und verwenden?

Es gibt vielerlei Möglichkeiten seine „Verachtung“ auszudrücken …
Das Klopapier in Form von Euro-Noten existiert bereits.
Ist das auch schon als strafbare Verunglimpfung von nationalen Symbolen anzusehen?

 

„Verbrennflaggen“

In puncto „Zündeln“ kann man sich Anregungen bei einer hierbei sehr aktiven Bevölkerungsgruppe holen. Wenn aufgebrachte Muslime irgendetwas in den falschen Hals kriegen, dann greifen sie schon mal zum symbolischen Flaggenverbrennen begleitet mit sonstigen ekstatischen Gewaltausbrüchen. Die Hitliste wird hierbei von Israel- und USA-Flaggen angeführt, kurzzeitig von der dänischen Nationalflagge übertroffen, wie wir wissen.
Die Herstellung von derartigen Verbrennflaggen und „Empörungsbedarf aller Art“ kann eine Geschäftsidee sein, wie man es hier nachverfolgen kann. 

Nach Corona können vorübergehende Mundschutz-Produzenten wie Trigema mühelos auch auf Verbrennflaggen-Produktion umstellen, wenn das Beispiel Italien Schule machen sollte. Und man müsste nicht auf die im Video gezeigte Quelle zurückgreifen.

 

Zündeln als politische Bekundung

ist en vogue. Seien es Bücher- oder Flaggenverbrennungen. Aber auch ein alltäglicher Gebrauchsgegenstand wie ein Hemd kann zum politischen Protest herhalten, zum „Fanal“ dienen, wie man einer aktuellen Schlagzeile entnehmen kann:

Protest gegen Mietaussetzung –
„Ein Zeichen setzen“: SPD-Abgeordneter verbrennt Adidas-Hemd.

Ein Zeichen setzen“: SPD-Abgeordneter verbrennt Adidas-Hemd ...

Der SPD-Abgeordnete Florian Post mochte damit gegen das unsozialistische Gebaren des DAX-Konzerns protestieren. Adidas hatte angekündigt, Mietzahlungen für bestimmte Filialen auszusetzen, was die Spezialdemokraten erbost.

Das wirft eine nicht unerhebliche Frage auf. Handelt es sich hier – wie auch beim Flaggenverbrennen – um eine „kleine oder mittlere Feuerungsanlage“ nach der Immissionsschutzverordnung? Bei erheblicher Belästigung kann das je nach Bundesland ein Bußgeld von 500 bis 15.000 € nach sich ziehen.
Machte sich der Abgeordnete strafbar und muss vielleicht seine Immunität aufgehoben werden?
Die Immissionsschutzverordnung sollten potentielle Zündler hierzulande in ihren  Kalkulationen jedenfalls berücksichtigen.

Und man bedenke: Zündeln kann lebensgefährlich sein. Wie es uns schon der Psychiater  Dr. Hoffmann aus Frankfurt in seinem Struwwelpeter im Kapitel 2, „Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug“ ausgemalt hat.

nbsp;

 

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Angst und Panik und Covid-19

Ketzerische Gedanken zum Wochenanfang

Panik

Wir werden gegenwärtig zugedeckt mit Berichten und Vorhersagen für Worst-Case-Szenarien. Nicht nur der höchst erdenkbare gesundheitliche Super-Gau wird uns von den Medien vorgeführt.
Da sehen wir Berichte aus italienischen und französischen Krankenhäusern, die nichts als furchterregend sind. In den Medien überbietet man sich mit Bildern von in unendlichen Reihen angeordneten Särgen, von Militärkolonnen, die Leichen abtransportieren.
Man stellt pietätlose Schilderungen auf Titelseiten, wie zum Tode geweihte Patienten angeblich ihr Ableben – wie Ertrinken! – durchleiden.
Unmanierlich wird geschildert, wie in Ermangelung von Beatmungsgeräten jetzt zu quasi staatlich angeordneter Sterbehilfe mittels Morphium und Schlafmitteln gegriffen wird.
„Seriöse“ Zeitungen lassen sich dazu herab, dann auch noch Albernheiten wie angeblich gesteigerte Todesraten durch Home-Office hinaus zu posaunen, um das Katastrophenempfinden auch noch auf „Nebenkriegsschauplätzen“ zu befeuern.
Auch sich gerne als kritisch und angeblich auf dem Boden von Wissenschaftlichkeit sich bewegende Blogs – alternative Medien!? – geben sich reißerischen Schlagzeilen hin wie „Italien: der Tod wächst exponentiell“ – unterlegt noch mit Bildern von Massengräbern im Iran.

Cui bono – wem nützt das?

Die Medien sonnen sich in ihrer Wichtigkeit und erfahren vom Volk ein bisher nie so gekanntes Vertrauen.
Die jetzt einmal mehr von den Medien umsorgten Politiker erlauben sich, peu a peu bis dato definitive Freiheits- und Grundrechte auszuhebeln und im Nebeneffekt damit ihre Machtpositionen zu erweitern.
Experten können sich in ihrem Expertentum wälzen und ein Virologe (bis vor einiger Zeit kannten die Meisten diese Benennung wohl gar nicht), ein Mann mit Zottelfrisur und schiefem Mund ( – das ist gewiss unsachlich – ), der nur sein „Technolekt“ beherrscht, wird zum „einflussreichsten Mann Deutschlands“ ausgerufen.
Dazu ein Tierarzt, der wahrscheinlich nie einen Menschen hat sterben sehen oder beim Sterben begleitet hat, kann sich anmaßen, Todes-Szenarien zu phantasieren, mit welchen ihm Politiker und Medien wohlfeil auf den Leim gehen.

Diese Experten verbreiten die angebliche Gewissheit eines „Totalwissens“, das unweigerlich mit der „ihm folgenden Totalplanung zu wachsendem Chaos führt, zur Vernichtung der lebendigen Ordnung und ihren Ersatz durch terroristisch-mechanische Ordnung“, wie es Karl Jaspers dachte*.
Erleben wir das nicht gegenwärtig?

Das alles, was nicht nur aus Italien, Frankreich und anderswo berichtet wird, ist in der Einzelangabe gewiss entsetzlich.
Doch was machen diese so sensationsgeil gesteuerten „Informationen“ mit den Menschen?
Diese im Stundentakt über die Medien wiedergegebenen Horrorzahlen über neu Infizierte und Tote hier und in der Welt?
Sie können und sollen Angst erzeugen, mit denen dann die neue, staats-terroristisch-mechanische Ordnung gerechtfertigt werden kann.
So warnen denn schon Verfassungsrechtler „vor einem faschistoid-hysterischen Hygienestaat“.

Auf derselben Zeitungsseite warnt man aber im Blick auf die „exponentiell“ steigenden Horrorzahlen davor, dass „Der Wochenend-Effekt … eine trügerische Hoffnung“ vermittelt und man sich auf weiteres Absterben einstelle.
Man delektiert sich Tag für Tag an scheinbar ins unendliche reichenden Statistikkurven, und keine Postille vermag auf solche Darstellungen verzichten.

Angst führt nicht nur bei Einzelnen dazu, dass man die tatsächliche Bedrohung überschätzt und die eigene Fähigkeit, diese zu bewältigen unterschätzt. 

Anscheinend können sogar auch angebliche „Macher“ unter den Politikern zum Opfer dieses „Psychoterrors“ werden.
Durch den Psychoterror oder durch Fakten?
So meldete die FAZ am Samstagabend, dass sich der 54-jährige hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) das Leben genommen hat. In einer ersten Meldung der FAZ hieß es:
„Wie aus Ermittlerkreisen zu hören war, hat Schäfer einen Abschiedsbrief hinterlassen. Darin habe er die Gründe für seinen Suizid genannt. Dem Vernehmen nach soll Schäfer darin von einer „Aussichtslosigkeit“ gesprochen haben, die er gesellschaftlich, aber auch bezogen auf die wirtschaftliche Lage des Landes sehe. Diese Aussichtslosigkeit habe er unter anderem konkret auf die derzeitige Situation bezogen, die ihm offenbar „zu schaffen“ gemacht habe.“ 

Die Menschen werden in Angst und Panik versetzt. Und Panikreaktionen sind für den Betroffenen wie für seine Umgebung etwas sehr Unschönes. Bei Überschreiten einer individuellen Erträglichkeitsgrenze kommt es zu kopflosen Verhaltensweisen, bei denen zudem in einem „blinden Bewegungssturm“ dann oft reale Möglichkeiten zur Hilfe außer acht gelassen werden. Steigende Suizidraten – wie auch schon früher allein bei wirtschaftlich bedingten „Katastrophenlagen“ beobachtet – verdeutlichen dies (s.u.). 

Mit Erstaunen nimmt man aber zur Kenntnis, dass die Masse des Volkes – hier und auch in anderen Ländern – das alles anscheinend (noch) mit stoischer Ruhe und Gelassenheit zur Kenntnis nimmt und scheinbar erträgt. Ausnahmen, wie die wegen unzureichender Klopapierversorgung ausflippende Person, bestätigen die Regel.
Haben wir es mit einer glücklicherweise wenig neurotischen, lebensstarken Gesamtheit zu tun? Oder mit einer vom Corona-Wolf eingeschüchterten und folgsamen Schafherde, die sogar das Blöken eingestellt hat?


Corona-Leugner

Ich geselle mich mal einmal zum Kreis der „Corona-Leugner“.

Gerald Grosz verkündet in seinem Beitrag vom 28. März:

„Jährlich sterben weltweit circa 640.000 Menschen an der saisonalen Grippe. Im Winter 2016/2017 beispielsweise wurden in Italien nicht weniger als 25.000 Grippetote registriert, jährlich sterben in Österreich mehr als 2.000 Personen an der Influenza oder ihren Folgewirkungen. Und gerade im Hinblick auf das expertenhafte Kaffeesud-Lesen von Politikern und ihren intellektuellen Stützrädern aus der Fachwelt, täglich verkündet in den anmutenden Kriegspressekonferenzen, sind Vergleiche nicht nur legitim, sondern geboten. Im vollen Wissen um diese unverbrüchlichen Zahlen und Fakten wird all jenen kritischen Geistern, die im Rahmen des weltweit ausgerufenen hypochondrischen Notstandes Besonnenheit und Augenmaß einfordern der neue, ja gleichsam autoritär verkündete Maulkorb „Corona-Leugner“ entgegengeschleudert.
Nach dem Klimawandelleugner, gerichtet an all jene, die sich von einer 17jährigen apokalyptischen Reiterin des Weltuntergangs nichts diktieren lassen wollen, haben ausgewählte Vertreter ihrer eigenen subjektiven Wahrheit ein neues Totschlagsargument gegen jegliche Vernunft und einen aufgeklärten, kritischen Diskurs entwickelt.“

Es war ja zu erwarten, nach den Erfahrungen mit der „menschgemachten Klimakatastrophe“ nach dem „Klimaleugner“ ein gleichwohl stigmatisierender Begriff für die „Coronakrise“ geschaffen wurde.
Wir erinnern uns, wer zu diesen „Leugnern“ zu rechnen ist.
Der britische Premier Johnson zählte dazu, bis er gleichwohl durch die „Macht der Fakten“ bekehrt wurde, wie auch dieser „unsägliche“ Trump. Nur der brasilianische Präsident versagt sich immer noch den Einsichten, gebärdet sich weiterhin als der letzte Corona-Leugner unter den Staatsmännern.
Wie nicht anders zu erwarten wurde hierzulande die gesamte AfD als „Corona-Leugner-Partei“ ausgemacht. Und die so ständig widerborstige Vera Lengsfeld darf sich auch mit diesem Titel schmücken.

Wichtiger müssten uns jedoch die Wissenschaftler und Ärzte sein, die mit ihrem Skeptizismus und – ich unterstelle – einer durchaus gleichfalls rationalen Herangehensweise, wie sie die Virologen für sich reklamieren, für Aufsehen, ja Aufregung, sorgen.
Am bekanntesten wurden über die alternativen Medien die Ärzte und Wissenschaftler Wolfgang Wodarg und Sucharit Bhakdi, deren Statements scheinbar so provokant wirkten, dass sie gar von den Staatsmedien einem „Faktencheck“ unterzogen wurden.
Was bei diesen „Checks“ auffällt, wird z.B. bei den von Wodarg vorgebrachten Zahlen zu bekannten Grippe-Epidemien und den Sterbezahlen gar nicht versucht, diese zu widerlegen, man verweist einfach nur auf die angeblich überragenden Erkenntnisse der Autoritäten wie Drosten und Wieler. 

Wie man angeblich „objektiv“ mit Zahlen umgeht, beweist diese Aussage über die Zahl von 25.000 Grippetoten in der Saison 2017/2018 beim „Faktencheck“ der Tagesschau:

„…weiterhin ist die Zahl von geschätzt 25.000 Grippetoten eine absolute Ausnahme, die Grippewelle 2017/18 war ungewöhnlich heftig. Das RKI betont, so eine hohe Zahl sei sehr selten, in anderen Jahren gab es lediglich einige hundert Fälle.“

Was wiederum nicht stimmt, denn in allen bisher registrierten Jahren gab und gibt es Grippeopfer im fünfstelligen Bereich.

Lügenpresse – oder etwa nicht?

Ein gängiges Argument in unserem Zusammenhang lautet:

„Die Virologen wissen, dass der Coronavirus Sars-CoV-2 anders und gefährlicher ist als frühere Coronaviren. Und die Klimatologen kennen die Unterschiede zwischen natürlichen Klimaveränderungen der Erdgeschichte … und der modernen globalen Erwärmung.“

Faktenfindende Reporter schreiben über die Skeptiker:

„Angebliche Experten wie Wodarg kosten Andere viel Zeit und Nerven … Den Besserwissern und angeblichen Experten ist es letztlich egal, wo sie ihre vergifteten Thesen verbreiten können. Schnell greifen viele der so genannten alternativen Medien zu, und unterstützen die „Parias“. Redaktionen mit fähigen WissenschaftsjournalistInnen, wie beim Tagesspiegel oder der Süddeutschen Zeitung erkannten die Fehler in den Erläuterungen und boten Wodarg keine Bühne für einen Artikel.“

Wo Tagesspiegel und SZ im wissenschaftlichen Panorama angesiedelt sind und wo sich „fähige WissenschaftsjournalistInnen“ tummeln, weiß man inzwischen aber auch. Aber alles Andere, als das von dort ausgehustete, ist „Wissenschaftsleugnung“.

PI-News ist ein Medium, dem man nicht unbedingt in allem folgen möchte. In einem aktuellen Artikel liefert PI denn Hinweise auf einen neuen Leugner aus der Ärztezunft namens Dr. Bodo Schiffmann. Der Mann – sinnigerweise Leiter einer „Schwindelambulanz“ – weist auf Sachverhalte hin, die er aus renommierten, nicht einfach abzutuenden Quellen wiedergibt. So auf den neuesten europäischen Monitoringbericht zur Gesamtsterblichkeit vom 26. März und auf einen aktuellen Artikel des New England Journal of Medicine, der weltweit führenden medizinischen Fachzeitschrift. In der neuesten Ausgabe vom 26. März 2020 heißt es:

„(…) Dies deutet darauf hin, dass die klinischen Gesamtfolgen von COVID-19 letztlich eher denen einer schweren saisonalen Grippe (mit einer Todesfallrate von etwa 0,1%) oder einer pandemischen Grippe wie 1957 und 1968 ähneln, als einer Krankheit wie SARS oder MERS (…)“

Da sind wir einmal gespannt, was die „Faktenfinder“ daraus machen. Es wird wohl heißen, dass SARS oder MERS mit COVID-19 nicht zu vergleichen seien. Das Video dieses „Defraudanten“ wurde schon mal vorsorglich abgeschaltet, kann aber derzeit noch hier aufgerufen werden.

Nochmal Gerald Grosz:

„Trotz des Wissens um diese Zahlen und der Weisheit, dass Leben eben zum Tode führt, haben Regierungen, von Angst und Panik getrieben, auf kurzfristige Umfragen in Krisensituationen schielend, der Welt das Licht ausgeblasen, das gesamte Leben in einer noch nie dagewesenen Vollbremsung zum Stillstand gebracht, Grundrechte ausgehöhlt, lösen mit diesem Chaos wahrscheinlich die größte Weltwirtschaftskrise seit Menschengedenken aus …
Angeblich haben einer Studie des Londoner Imperial College zufolge zwischen 2008 und 2010 mehr als 500.000 Menschen an den Folgen der Weltwirtschaftskrise ihr Leben gelassen.“

Mein Resümee

Wenn ich nach diesem Sonntag, dem 29. März 2020, so alles, was ich gelesen und nachgedacht habe, Revue passieren lasse, darf ich feststellen:

Mein Glauben an Vernunft und Wissenschaftlichkeit als lenkende Anstöße von Entscheidungen durch Politiker und deren Informanten ist einmal mehr beschädigt.

Wenn Skeptiker nahezu zu Menschheitsfeinden, oder auch im harmlosesten Fall nur zu Ignoranten stilisiert werden, ist Wissenschaftlichkeit am Ende angelangt. 

Wenn das, was eine Handvoll Politiker und Wissenschaftler über die Medien verbindlich machen, zur „Massenvernunft“ werden sollte, bedarf es keiner (subsidiären) Selbstbestimmung und Eigenverantwortung mehr.
Von Demokratie – von unseren Eliten ohnehin als Herrschaft des Pöbels gesehen (Ochlokratie) – braucht man dann ebenfalls nicht mehr zu sprechen.

Das Erzeugen von Angst und Panik kann gleichgesetzt werden mit gelenkter Todessehnsucht und Suizidalität, ohne das dafür jemand die Verantwortung übernehmen will.

Die vorgegeben humanitären Motive der Akteure führen in ihrer Konsequenz so oder so zu humanitären Katastrophen – dabei unter der seit je fragwürdigen Prämisse, der Zweck heilige die Mittel.

Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

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   Panik [grch., nach dem Hirtengott ->Pan] die, eine angstvolle, >kopflose< Erregung, die bei plötzlich und unerwartet hereinbrechender Gefahr (sei sie nun tat sächlich oder nur vermeintlich vorhanden) bei einzelnen oder einer Gruppe auftritt. Charakteristisch ist der >Bewegungssturm<, eine chaotische und sinnlose Überproduktion von Bewegungen und Fluchtreaktionen bei lahmgelegter rationaler Kontrolle. In größeren Menschenmengen verbreitet sich die P. durch psychische-Infektion (- Ideorealgesetz, – Masse). Förderlich für das Auftreten von P. sind innere Unsicherheit der beteiligten Personen und Unklarheit der Lage.
Brockhaus Enzyklopädie 1974

* Karl Jaspers in „Vernunft und Widervernunft in unserer Zeit“ – München 1950

 

 

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Ob Deutschland oder Österreich – ob hier, ob dort, wir spinnen gleich

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Wo gehobelt wird, fällt auch mal ein Spahn…

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Was wünscht man sich – was erwarten wir nach der Krise?

Versuch einer vorausschauenden Bilanz

Der Untertitel beinhaltet eigentlich eine „contradictio in adjecto“, aber ich lasse ihn mal so stehen.


Vom Ausnahmezustand zum Aufstand?

Diese Ausnahmesituation, wie sie gegenwärtig unser gesamtes wirtschaftliches und soziales Leben niederdrückt, muss – nein – wird bald enden. Da bin ich mir sicher.
Denn es ist notwendig!
Wenn der Chef des Robert-Koch-Instituts hinausblafft, die massiven Einschränkungen im Alltag könnten zwei Jahre dauern, erweist er sich eher als ein halluzinierender Prophet alttestamentarischer Prägung; auch wenn er später von seiner Aussage wieder abrückte. Jeder Simpel weiß doch, dass jede nationale und die Welt-Wirtschaft, unsere Gesellschaft einen solchen Stillstand nicht einmal wenige Wochen verkraften kann. Da ist der Professor für Mikrobiologie und Tierseuchenlehre, oberster Berater der Merkel-Regierung, wohl nicht mehr nahe Menschen und ignoriert, was diese bewegt und was sie vermögen.
Auch die Berichterstattung, das aufgeladenen „Emotiotainment“ in den Zeitungen und Qual-Medien, werden die Menschen bald nicht länger ertragen wollen. Wann wird so ein Flachserfinder und Sensationshascher – z.B. aus der Redaktionsstube der WELT – gar von einem „Corona-Holocaust“ sprechen? 

Ich will mich jetzt nicht selber als Prophet gerieren, einfach nur ein paar Gedanken in den Raum stellen.

Wenn nicht in spätestens vier Wochen die Restriktionen (und auch die Inferno-Sprachgewalt in den Medien) zurückgefahren werden, wird der Druck im Kessel so angestiegen sein, dass es zu Eruptionen kommt, wie sie sich der Veterinär und seine zu Beratenden sich nicht vorstellen mögen.

Die massiv betroffenen Selbstständigen, die zum Stillstand verurteilten Unternehmen können die Erstarrung nicht länger verkraften. Dass es zur Existenzvernichtung kommt, dem werden sie nicht tatenlos zusehen.

Erinnern wir daran, dass auch im Inferno des Bombenkrieges damals Unternehmen und die Menschen die Produktion und Dienstleistungen fortführten und nach jedem Rückschlag wieder aufnahmen; und nicht nur die Produktion von sogenannten kriegswichtigen Dingen. Mit und nach dem völligen Zusammenbruch Deutschlands setzten die Menschen ihr wirtschaftliches Wirken fort, wenn auch augenscheinlich zunächst nur elementare Dinge wie Nahrungsbeschaffung und Schwarzhandel mit profanen Bedarfsartikeln im Vordergrund standen. Und nicht „Schwerter zu Pflugscharen“ – Stahlhelme wurden zu Kochtöpfen umgeschmiedet.

In vier Wochen – so vermute ich – wird der Druck aus der Bevölkerung, von den Wirtschaftsverbänden und den Unternehmen so ansteigen, dass die Machthabenden zurückrudern werden müssen, gleichgültig wie sich die epidemiologische Lage zeigt. Auch unter anhaltendem „Viren-Bombardement“ werden die Produktion und die notwendigen Vermarktungstaktiken wieder aufgenommen werden.
Die nur noch zum häuslichen Konsum verurteilte Bevölkerung wird sich weiteren Einschränkungen – wenn es sein muss mit List und Tücke oder auch mit Randale – entziehen.
Mit unseren angekränkelten Ordnungskräften werden die Möchtegern-Machthaber nicht lange den Deckel auf einem übersiedenden Topf halten können.
Auch die so regierungstreuen Medien werden dann gleichermaßen nicht mehr mithalten können (oder wollen?), werden von jubel-jaulenden Hofhunden dann zu kläffenden Straßenkötern mutieren.

Wetten dass?

Vielleicht muss die Lufthansa einen Großteil ihrer Maschinen verschrotten. Vielleicht wird man das Milliardengrab BER zuschütten und dort eine Fabrik für Medizinprodukte installieren. Das ist zugegebenermaßen jetzt etwas weit hergeholt. Aber es wird auf vielen Ebenen eine Besinnung darüber einsetzen, was wir wirklich brauchen und was – auch in Blick auf eine in der Zukunft gewiss wiederkommende Krise – luxuriöser Ballast ist.

Es wird kaum mehr etwas so sein wie vorher! Man gestatte mir diese triviale Aussage.


Was brauche ich?

Die Frage, was brauche ich, klingt ichbezogen.
Kann oder darf ich überhaupt für andere reden im Sinne von „was brauchen wir“?

Ich bleibe mal selbstbezogen, ohne Rücksicht auf die allgemeine Bedürfnis-Pyramide.

  • Billigreisen nach Malle, auf die Malediven oder zum Eisessen in Kalifornien? Natürlich möchte auch ich der Möglichkeit nicht entraten, solcherart Freiheit vielleicht mal wieder nutzen zu können, durchaus mal „ausbrechen“.
    Das wird wieder möglich sein. Hoffentlich aber in vernünftigerer Quantität als bisher. Von mir aus kann Ryanair verschwinden und deren Flugzeuge in einer Wüste in Arizona verrotten.
  • Ich brauche nicht alle zwei Jahre das neueste Oberklassen-Modell meiner Lieblingsautomarke, um damit sozial zu protzen. Und dazu brauche ich ganz gewiss kein Leasing-Unternehmen oder eine „Bad-Bank“, die dann mal pleite gehen und vielleicht auch noch meine gebunkerten Ersparnisse mit in den Orkus reißen will.
    Warum sollten diese riesigen Flächen, die seit Jahren mit unverkauften Automobilen vollgestellt sind, nicht anderen Zwecken zugeführt werden – fällt mir gerade so ein.
  • Braucht „man“ jedes Jahr ein neues Handy oder das neuste Tablet oder Laptop von Apple oder Samsung?
    Der digitalisierten Welt wird man nicht mehr entkommen. Dazu sind wir und unsere Lebensräume schon zu sehr verformt worden.
    Wenngleich man sich erinnern sollte, dass man bis vor vierzig Jahre ohne dergleichen auskam und trotzdem gut informiert und „vernetzt“ war. 
  • Es muss aber in Teilen auch ohne dem gehen, um vor allem elementare Versorgungsströme sicher zu halten; z.B. eine sichere Wasser- und Energieversorgung, ohne immer vor der „Volatilität“ einer digital basierten Steuerung zittern zu müssen. Gerade im Zusammenhang mit einer von oben verordneten, fast irrationalen „Energiewende“. 
  • Ich – wir – brauchen keinen Joghurt, der von der Produktion bis zur Verpackung und bis er in den Laden kommt, 3000 km nach allen Regeln digital gesteuerter Logistik-Kunst durch Europa und angrenzende Gebiete geschippert wurde.
    Was wir brauchen, ist eine gesicherte Versorgung mit Nahrungsmitteln – Getreide, Fleisch, Gemüse, Obst; und das aus einheimischer Produktion.
    Wird man unsere Bauern und Lebensmittelerzeuger weiter mit von den von Umweltverbänden, Non-Government-Moralisten und der EU aufgebrachten unsinnigen Schikanen zur Kapitulation treiben wollen?
    Brauchen wir Erdbeeren im Winter, Trauben aus Südafrika, Spargel aus Chile oder Blumengebinde aus Ekuador, was dann alles als Luftfracht hierher transportiert wird? Hat man sich so daran gewöhnt, dass auch nach der Krise man uns damit wieder „verwöhnen“ will?
  • Ein Friseur ist wichtig, auch wenn man sich schon selber eine Glatze scheren oder eine Dauerwelle drehen könnte.
    Mein Friseur ist mir wichtiger als ein Tattoo-Salon, Piercing- oder Nagel-Studio.
    Diese Unmengen von Leuten, die sich im Wellness-, Esoterik-, Lifestyle- Metier eingerichtet und getummelt haben und die jetzt wahrscheinlich pleite gegangen sind: brauch ich nicht, weg damit!
    Was bin ich nur menschenverachtend!?
    Aber braucht es nicht mehr Leute in der Kranken- und Altenpflege?
    Das vermittelt mehr Lebenssinn, meine ich, als Menschen irgendwelche Chinoiserien oder Runen in die Haut zu krakeln oder Metallschrott in Mund, Nase und Ohren zu piksen.
  • Die Krise zeigt, wie unverzichtbar naturwissenschaftlicher, technischer und medizinischer Sachverstand und Erfahrungen sind, wenn es um das Überleben geht. Der ganze sog. geisteswissenschaftliche und soziologische Mist, der sich an den Universitäten ausbreiten durfte, hat noch nie und wird auch nie zur Überwindung von  Notlagen oder gar zum Überleben der Menschheit etwas beitragen.
    Diese Erkenntnis wünscht man sich bei den verantwortlichen Politikern, damit nicht nur dem ganzen Voodoo von Gender-Forschung etc. die finanziellen und organisatorischen Grundlagen endlich entzogen und in nutzbringende Kanäle geleitet werden.
  • Es wird sich hoffentlich die Erkenntnis durchsetzen, dass wir selbst in der Lage sein müssen, wichtige Grundsubstanzen nicht nur für lebensnotwendige Arzneimittel wieder im Land selbst zu erzeugen und man sich somit nicht auf Lieferungen aus fernen, billigerzeugenden Ländern verlassen muss.
    Deutschland mag sich zwar nicht wieder zur „Apotheke der Welt“ zurückverwandeln -was es einst mal war – aber hoffentlich wieder zu einer der bestausgestatteten auf unserem Kontinent.
  • Schon jetzt zeigt sich, dass man zur Bewältigung der Krise keine abgehalfterte Bundeskanzlerin, keinen nicht nur physisch verfetteten Wirtschaftsminister und auch keinen sich immer wieder widersprechenden Gesundheitsminister braucht.
    Wenn ein von mir schon mal als „Schluri“ bezeichneter Markus Söder aus Bayern einen Lascho aus NRW in der allgemeinen Wertschätzung jetzt aussticht, dann ist mir das nur recht. Manche mögen weiter meinen, dass „der Hammer“ in Berlin (oder Brüssel?) hängt. Aber die Krise wird einmal mehr gezeigt haben, dass man in der Provinz, in der Peripherie effizienter und effektiver eingestellt ist. 

Ich darf nochmal auf meinen Blick in den „fernen Spiegel“ zurückgreifen.

Nach dem schrecklichen 14. Jahrhundert kam die Renaissance, eine der fruchtbarsten Epochen der Menschheit in der geistigen und ökonomischen Realität.
Nach dem totalen Zusammenbruch in Deutschland durch den 2. Weltkrieg stellte sich hierzulande ein Wirtschaftswunder ein, von dem die heutigen „Fridays-For-Future“-Enkel immer noch partizipieren; auch wenn die das gar nicht realisieren wollen oder können. 

Wir haben es heute bei den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft beileibe nicht mehr mit einer durch Gefahren und Entbehrungen gestählten Generation zu tun, wie damals. Ich bin dennoch optimistisch, dass wir trotzdem – nämlich besonders dank der vielen noch vorhandenen „alten weißen Männer“ – besser aus der Krise herausgekommen sein werden, als wir hineingeraten sind. 

Und eine besondere Hoffnung treibt mich um: dass man hernach sich wieder auf das besinnt, was wirklich zählt.
Etwas mehr vielleicht – aber auch das, was Udo Jürgens in seinem recht „gefühligen“ Lied von 1968 besingt: Was wirklich zählt auf dieser Welt – bekommst Du nicht für Geld.
Und damit hat er gewiss recht.

 

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