Klassische Musik für jeden Tag – 18. Februar

John Williams (*1932)
Schindlers Liste Thema
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Klassische Musik für jeden Tag – 17. Februar

Francis Poulenc (1899-1963)
Melancolie
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„Der Erlkönig“ 2021

Es ist eine gruslige Geschichte, dieses Gedicht vom Erlkönig.
Lebte Goethe in unseren Tagen, er hätte sie anders schreiben müssen. Der Vater reitet nicht, er hat kein Pferd, sondern ein Auto. Der Knabe sitzt sicher im TÜV-geprüften Kindersitz oder gut angeschnallt; nichts von „im Arm und warm“ halten.
„Der Erlkönig 2021“ mutet eigentlich ebenfalls gruslig an, er ist so eklig grün von Gesicht und flüstert und zwitschert heute über den „Äther“ oder „das Netz“ Verführerisches ins Ohr.
Der „Erlkönig“ war möglicherweise auch damals schon eine Päderasten-Parabel: „Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an! Erlkönig hat mir ein Leids getan!“ – und läßt so natürlich an eine Kinder-Verführer-Szene und derart Leute denken.
Der „Erlkönig“ als Ausdruck von Angst- und Fieberträumen und als Widerspiegelung der Krankheit des Knaben, die ihn am Schluss der Ballade tötet.
Als ich kürzlich ein Bild von Anton Hofreiter sah, kam er mir als eine besonders geeignete Erlkönig-Adaptation in den Sinn. Oder?
Man verzeihe mir die frevlerische Umdichtung dieses so romantisch-tragischen und so sprachlich-stilvollen Gedichts.

Screenshot

Der Erlkönig 2021

Er fährt mit dem Auto durch Nacht und Wind,
es ist ein Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben hinter sich, sicher gezurrt,
Aus dem Radio – wie immer – eine Botschaft schnurrt.

Mein Sohn, was verziehst du so verzückt dein Gesicht? –
Hörst Vater, du den Toni nicht?
Den Hofreiter mit Bart und dem schönen Haar? –
Mein Sohn, der ist doch ein Narr! –

„Ihr Leut und Kinder, kommt, geht mit mir!
Eine schöne Zukunft versprech ich besonders Dir;
Nur Grün mit Blumen im ganzen Land,
und du brauchst bestimmt keinen unnützen Tand.“ –

Mein Vater, mein Vater, hörest du nicht,
Was der Toni uns so sicher verspricht? –
Sei still, bleibe ruhig, mein Kind;
Der Toni, der Grüne, der spinnt. –

„Wollt feine Kindlein nicht mit mir gehn?
Die Greta und Luisa warten euch schön;
Annalena und Robert führen den Reih´n
Und plappern und lullen mit Märchen euch ein.“ –

Mein Vater, mein Vater, siehst du´s nicht ein:
Grün muss unsere Zukunft sein! –
Mein Sohn, mein Sohn, ich weiß es genau:
Die Grünen, die sind nicht so schlau! –

„Wir lieben euch alle und woll´n eure Wahl;
Und seid ihr nicht willig, so habt ihr die Qual.“ –
Mein Vater, mein Vater, so macht es mich an!
Die Grünen und Toni haben´s mir angetan! –

Dem Vater grauset’s; er fährt geschwind,
Hinten im Rücksitz das hitzige Kind.
Noch hat er ein Haus, ein Auto mit Arbeit gewonnen;
Das Kind aber – ist seinem Einfluss entronnen.

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Klassische Musik für jeden Tag – 16. Februar

Robert Schumann (1810-1856)
Klavierquartett Es-Dur, 3. Satz
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Meine Großmutter

Zum 15. Februar mal Persönliches

Man kann an jedem Tag des Jahres fraglos Absonderlichkeiten* feiern, man kann als Christ (oder auch als Muselman) eines Heiligen gedenken und Namenstage feiern**, oder man erinnert sich an eine einst nahestehende, wichtige Person in seinem Leben.

Am 15. Februar 1891, heute vor 130 Jahren, wurde meine Großmutter, die Mutter meiner Mutter, geboren. Auf den schönen Namen Anna ihrer Ur-Ur-Großmutter wurde auch meine jüngste Enkeltochter getauft – was mich unbedingt freute.
Meine Großmutter Anna, war eine Frau, die noch in eine Welt ohne Gleichberechtigung hinein geboren wurde. Deren Eltern durch Fleiß und Zielstrebigkeit zuvor erst dem „Häuslertum“ entkommen und „etabliert“ geworden waren.
Starke Frauen wie Anna hatten damals eine Macht – nicht allein nur im engsten Kreis ihrer Familie – welche sich manche „Emanze“ heutzutage für ihr Geschlecht erträumen könnte.
Diese subtile Macht einer starken Frau habe ich in meiner Kindheit erleben können und ihr natürlich einen Beitrag in meinen „Memoiren“ gewidmet:

Goldene Hochzeit 1963

Die Großmutter

Gegensätze ziehen sich an – das galt beispielhaft für meine Großeltern:
Der Großvater schlank und groß gewachsen – die Großmutter klein und relativ rundlich, er von heiterer Gelassenheit – sie eher immer irgendwie sauertöpfisch.
Die Kontrastierungen wären leicht fortzusetzen, würden aber meiner Großmutter nicht gerecht werden. Sie war eine willensstarke und durchsetzungskräftige Person und sie spielte eine wichtige Rolle im Stern – nicht nur als „oberste moralische Instanz“.
Wegen ihr wurde das Stern-Anwesen vorübergehend in einen kleinbäuerlichen Betrieb verwandelt.
Sie hatte von allen in der Familie die Vertreibung und den Verlust des Eigenen wohl am wenigsten verkraftet. Lange Zeit glaubte sie, dass sie und ihr Mann in die alte Heimat und auf das kleine Gehöft zurückkehren könnten. Je mehr sie erkennen musste, dass dies aussichtslos ist, umso verbitterter wurde sie – so hatte man den Eindruck.
Man kam ihr also insofern entgegen, dass sie auf dem Stern-Areal einen landwirtschaftlichen Kleinbetrieb aufbauen konnte, bzw. dass sie eine solche Illusion pflegen durfte. Haustiere waren für sie – wie auch für meine Mutter – sehr wichtig.
Bald nach der Ankunft im Stern wurde ein Hund angeschafft, genau von der Rasse und auf den gleichen Namen getauft wie eines der im Böhmerwald zurückgelassenen Tiere. Im Nebengebäude, wo Garage, Werkstatt und Waschküche untergebracht waren, wurde ein aufgelassener Stall für Hühner und ein Schwein wieder instandgesetzt und im Frühjahr wurde ein Dutzend Enten angeschafft, die bis zum Herbst gemästet werden sollten. Dann gab es den großen Garten für Gemüse und vor allem für Blumen.
Den Blumenschmuck für den Gasthof ließ sich die Großmutter die ganzen Jahre besonders angelegen sein. Alles, was je nach Jahreszeit für Blumenkästen und Vasen sich auftat, stammte aus ihrer Zucht: Schneeglöckchen, Tulpen und Narzissen im Frühjahr, dann Geranien, Nelken und Fuchsien, schließlich Astern und Dahlien im Herbst, dazu bunte Strohblumen für Gestecke im Winter.
Ihre „Menagerie“ wurde jedoch bald eingegrenzt. Nach zwei Schweine-Aufzuchten war Schluß, die Entenzucht – ohnehin nicht „artgerecht“ – wurde ebenfalls nach einer Saison eingestellt. Hühner gab es noch länger. Es gibt aber selten etwas ekligeres als Hühnerkacke, und da diese Tiere auch rücksichtslos sind, was die Inbesitznahme eines Terrains angeht, war auch damit bald Schluss.
Es gab etwas ganz Paradoxes im Charakter meiner Großmutter: so fürsorglich und liebevoll, wie sie das ganze Jahr mit ihrem Federvieh umging – „Wiewala, Wiewala, kommt´s meine Wiewala“ – so empfindungslos und grausam erschien sie mir, wenn es den Hühnern oder Enten an den Kragen ging. Nicht nur das selbst aufgezogene Vieh, auch die jedes Jahr vor Weihnachten angelieferten Gänse, gingen „durch ihre Hände“. Man konnte gar nicht so schnell gucken, wie von ihr einem „Wiewala“ oder einer Gans nach kurzer, scheinheilig anmutender Liebkosung „ratz-fatz“ der Kragen umgedreht wurde – leidenschaftslos. Ein Dutzend Gänse oder Enten rupfen, das dauerte dann bei ihr keinen Nachmittag. Die Enten- und Gänsefedern wurden natürlich weiter verwertet – ich selbst hatte lange Jahre ein Federbett mit von meiner Großmutter geschleißten Enten- und Gänsedaunen.
Die Großmutter war morgens die Erste, die sich im Haus zu schaffen machte. Ihr Tag begann schon um fünf oder sechs Uhr. Sie kümmerte sich als erstes darum, das Küchenfeuer in Gang zu bringen, kochte dann für meinen Vater – der zur selben Zeit seinen Arbeitstag begann – seinen Bohnenkaffee. Nur den von ihr bereiteten Kaffee schätzte er. Dann wurde für alle anderen der Muckefuck aufgesetzt. Anschließend kümmerte sie sich um ihr Getier und was sonst in ihrer Landwirtschaft anfiel.
Wenn man sie nicht bei der Arbeit sah, am Abend oder am Sonntag auch mal einige Stunden unter tags, las sie in der „biblischen Geschichte“, sprich in ihrem Gebetbuch oder betete einen Rosenkranz.
An der Welt draußen interessierte sie nur das, was der Pfarrer in der Sonntagsmesse sagte oder was im „Sudetendeutschen Heimatboten“ stand.
Als das Fernsehen in den Stern kam, war das für sie erst nur befremdlich und staunenswert. Erstmals sah man sie vor dem Kasten sitzen, als 1958 die Trauerfeierlichkeiten nach dem Tod von Pius XII. übertragen wurden, und das mitten in der „Arbeitszeit“ – aber mit einem Rosenkranz in der Hand. Freilich auch bei der Weihe von Johannes XXIII.
Später wurde an Ostern regelmäßig der Segen „Urbi et Orbi“ auch von ihr am Fernseher empfangen.
„Der Glaube“ war ihr am allerwichtigsten und sie achtete darauf, dass jeder seiner Christenpflicht nachkam und am Sonntag in die Kirche ging, auch zur Beichte, und dass die Fastengebote gehalten wurden. Am Freitag durfte es im Stern beim Stammessen kein Fleisch geben, er war – von den Stammgästen gern angenommen – der Tag für böhmische Mehlspeisen und Fischgerichte.
Wer am Sonntag nicht zur Kirche ging, war „ein Heid“.
Neben „Dingerich“ die schlimmste Beschimpfung, die sie zur Verfügung hatte.
Mein Vater war so ein „Heid“, weil er den Sonntag als einzigen Tag in der Woche zum Ausschlafen nutzte.
Später – nach der „Stern-Zeit“ – kam heraus, dass ich öfter der Sonntagsmesse fernblieb und erst den Handballern am Wiesweiher zusah und dann noch im Café Bär am Stammtisch gesichtet wurde. Da schleuderte sie mir ein erbostes „Was bist du für ein Heid!“ entgegen. Von da an stand ich im selben schlechten Ansehen wie mein Vater. Ich gab ihr aber hoffentlich zu ihren Lebzeiten keinen weiteren Anlass oder Verdacht dafür, dass sie wegen mir sonst irgendwie „Sünden fürchten“ müsste.

Wenn ich vielleicht in Bälde dorthin zurückkehre, wovon ich hergekommen bin, freute ich mich, ihr wieder zu begegnen; natürlich mit dem ihr gebührenden Respekt

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* besoders die Amerikaner tun sich da besonders hervor:

Happy Birthday George Washington – Presidents‘ Day in den USA
Annoy Squidward Day – Geh-Thaddäus-auf-die-Nerven-Tag in Bikini Bottom
Ehrentag der Singles – Singles Awareness Day in den USA
Tag der Gummidrops in den USA – National Gumdrop Day
Tag des Nilpferds – der National Hippo Day in Second Life
Tag des Regenwurms in Deutschland

** Alicja, Faustin, Georgia, Jovita, Jowita und Siegfried.

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Klassische Musik für jeden Tag – 15. Februar

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Flötenkonzert in a-moll – 1. Satz
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Tu felix Austria …

Während „im Reich“ der deutsche Untertanengeist fröhlich Urständ feiert, erlauben sich die Ostmärkler von Mal zu Mal mehr, ihrer Obrigkeit den Stinkefinger zu zeigen. Sie gehen unverdrossen massenhaft auf die Straße, um gegen die Einschränkung ihrer Freiheitsrechte und die staatliche Willkür im Zusammenhang mit „Corona“ zu demonstrieren. Wie auch wieder an diesem Samstag mit 10.000 Teilnehmern. Erinnern wir uns auch an die Großdemonstrationen in Wien vom 16.01 und dem 31.01, mit zehntausenden Teilnehmern sowie an die wöchentlich stattfindenden Protest-Spaziergänge überall im Land – von Graz bis Wien. Die Ösis scheren sich dabei offensichtlich auch nicht um amtliche Verbote und bringen mit ihrem zivilen Ungehorsam nicht nur die „Büttel mit dem Knüttel“ in Verlegenheit.
In Deutschland war Vergleichbares zuletzt im Sommer 2020 zu registrieren und danach in abnehmendem Maße mit gelegentlichen Aktionen, vornehmlich im Osten. Den Piefkes wurde offensichtlich von der Obrigkeit die Schneid abgekauft – Ausnahmen bestätigen die Regel – verbunden oder ursächlich durch ein mediales Trommelfeuer über Covidioten, Verschwörungstheoretiker, Spinner, rechtsradikale Reichstagsstürmer usw. usw. Und dafür bedanken sich die hirnverbrannten Deutschen noch mit höchsten Zustimmungswerten für die Menschenschinder Merkel, Södolf und deren Parteien-Kamarilla (obschon jetzt ein diskreter Abfall in der Zustimmung durch Berichte der Beobachter des Vogelflugs zu erkennen ist).

Wenn man nach einem niveauvollen, ausgewogenen Diskussions- und Informations-Format sucht, kann man inzwischen ebenfalls nur noch bei den „Ösis“ (oder noch den Schweizern) fündig werden. Es ist müßig, sich einmal mehr über den ekligen Meinungs-Einheitsbrei bei den deutschen ÖRR-Medien einschließlich der Proleten-Kanäle RTL und SAT1 aufzuregen. Bei dem österreichischen Privatsender Servus-TV findet man – sofern man denn auf „Talk“ aus ist – noch eine ausgewogene Form dieses „Infotainments“ im Gegensatz zu der unerträglichen bundesdeutschen Gouvernanten-Tratscherei von Anne-Will bis Maischberger oder den männlichen Meinungs-Säug-Ammen Plassberg oder Lanz.
So lob ich mir doch „Talk im Hangar“. Da lohnt es sich, jeweils am Donnerstagabend aufzubleiben und sich endlich mal Informations- und Gedankenaustausch von Niveau sich gefallen zu lassen. Man kann das aber auch (noch) auf Youtube nachholen.
Auch OE24 mit den scharfen Diskursen zwischen Gerald Grosz und seinem links-verkokelten Widerpart Sebastian Bohrn Mena hat noch etwas Befreiendes für politisch Interessierte parat, die deutscher Zunge sind.
Aus Österreich kommt das neue „Westfernsehen“* wie nicht nur Spötter meinen.

Ich mache keinen Hehl daraus: die „großdeutsche Lösung“, entgegen den preußischen Absichten, wäre mir historisch lieber gewesen. Ein ungleich größeres süddeutsches Element gegenüber den Pickelhauben des Nordens. Die ach so stolzen Bayern haben mit ihrer „Liberalitas Bavariae“, mit ihrem liberalen Opportunismus kein ausreichendes Gegengewicht aufbauen können. Die haben sich von Napoleon wie von Bismarck bestechen lassen. Und bisher gab es auch keinen bundesrepublikanischen Kanzler aus Bayern, nur Ludwig Erhard, auch der erfolgreichste Wirtschaftsminister der Nachkriegszeit – und der war Franke. Das wirtschaftspolitische Credo von Ludwig Erhard fußte zwar nur in Teilen auf den Theorien der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“. Aber die „Austrians“ brachten im letzten Jahrhundert die wichtigsten Denker und Ideen gegenüber den sozialistischen Ökonomie-Exponenten hervor – wie z.B. gegenüber John Maynard Keynes.

Es ist es wert, sich die Hymne Österreichs mal anzusehen – die dazu noch von einer Frau, mit dem „typisch wienerischen Namen“ Paula Preradović, verfasst wurde. Hier der Text noch vor der amtlich verordneten, genderistischen Verschluderung von 2011 stammend:

Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer, zukunftsreich!
Heimat bist du großer Söhne,
Volk, begnadet für das Schöne,
vielgerühmtes Österreich.
Vielgerühmtes Österreich.

Heiß umfehdet, wild umstritten,
liegst dem Erdteil du inmitten
einem starken Herzen gleich.
Hast seit frühen Ahnentagen
hoher Sendung Last getragen,
vielgeprüftes Österreich.
Vielgeprüftes Österreich.

Mutig in die neuen Zeiten,
frei und gläubig sieh uns schreiten,
arbeitsfroh und hoffnungsreich.
Einig laß in Brüderchören,
Vaterland, dir Treue schwören,
vielgeliebtes Österreich.
Vielgeliebtes Österreich.

Oder doch die alte „Kaiserhymne“

https://youtu.be/3p39ulIfnzc

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*Auch die NZZ – Neue Zürcher Zeitung – hat inzwischen dieses Attribut erhalten.

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Klassische Musik für jeden Tag – 14. Februar

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Konzert für 2 Violinen BWV 1043 – 2.Satz
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Kein schöner Meucheln als in „Midsomer“ …

Ich habe ein Faible für dieses „perfide Albion“: kein Land der Welt hat so eine ruchlos-unterhaltsame Geschichte wie dieser Inselstaat. Und keiner bringt es fertig, diese literarisch und so „smart“ aufzubereiten, wie unsere Vettern von der Insel – Ohne “Bewältigung“ geschweige denn „Schuldkult“.
Sie sind unsere nähesten Verwandten aus germanischem Geblüt mit einer Einsprengung eines keltischen Genoms – wie auch bei uns Hiesigen zwischen Etsch und Belt. An ihnen sind die Römer verzweifelt, wie diese auch hierzulande östlich und nördlich von Rhein und Main. Von den Römern lernen, heißt siegen lernen und so haben die nicht ausgerotteten Briten und die auf die Insel zugewanderten Sachsen und Normannen es geschafft, ein noch ungleich größeres Imperium aufzurichten: nur mit ihrer Seemacht und einem eisenharten Willen verbunden mit kriminellem Verhalten.
Diese den Engländern wesenhafte Delinquenz hat denn wohl die umfangreichste Schar von Kriminal-Schriftstellern – vor allem auch Schriftstellerinnen – hervorgebracht und animiert.
Schon der erste englische – und eigentlich auch deren einziger – Großdichter, William Shakespeare, schöpfte sein Oeuvre ausschlaggebend aus „Crime and Sex“, der Lasterhaftigkeit wie auch der Grandeur seiner Könige und Potentaten: Richard III. und Macbeth, die „Königsdramen“ der Heinriche IV – VIII. und viele mehr.
Charles Dickens und Robert L. Stevenson waren im Grunde „Kriminalschriftsteller“ wie dann Arthur Conan Doyle. Danach die großen alten Damen des Kriminalromans, Agatha Christie und Dorothy Sayers oder Caroline Graham; dazu Edgar Wallace und Francis Durbridge, die einem deutschen Publikum bekannter geworden sind, als mancher deutsche Krimi-Autor. Mir fällt da auch gerade keiner von dieser Qualität ein. Wir haben ja auch im speziellen Vergiften, Erdolchen, Erwürgen, Aufspießen, Schädeleinschlagen oder singulären Erschießen – auch oder gerade in höchsten Kreisen – keine solche Tradition. Diese schändlichen 1000 Jahre in unserer Geschichte müssen dabei außen vor bleiben.

Zu meinen Lieblings-Lesestoffen gehören historische Romane zur englischen Geschichte, ob von Bernard Cornwell oder von der deutschen „Mediävistin“ Rebecca Gable´, auch Ken Follett ist nicht schlecht. In dem Genre geht es um sich gegenseitig metzelnde Sachsen und immigrierende Nordmänner, um den Artus-Mythos, die „Rosenkriege“ oder um die 100-jährige Abschlachterei zwischen den „Froschfressern“ und „Inselaffen“; dann über dieses Monstrum Henry VIII. und seine „jungfräuliche“ Tochter Elizabeth, die ihre Rivalin aus Schottland ratz-fatz um einen Kopf kürzer machen ließ, und es auch den bigotten Spaniern auf jede Weise heimzahlte.
Köstlich das alles.
Und heutzutage „Midsomer Murders“ – erfunden von Caroline Graham.
Einer der ganz wenigen Anlässe, mich vor die Glotze zu setzen ist, wenn eine neue Folge von „Inspector Barnaby“ ausgestrahlt wird.
Gerhard Stadelmaier schreibt in „Deutschlandglotzen: Ganze Tage vor dem Fernseher“ dazu:

„Es gibt die schöne Anekdote, dass sich die britische Königin Elisabeth II. auf eine amüsierte Art besorgt oder auch auf eine besorgte Art amüsiert bei der BBC erkundigt haben soll, ob denn in der Grafschaft Oxfordshire, speziell im Ort Wallingford die Gefahr bestünde, dass dort die Gemeinschaft der Untertanen Ihrer Majestät über Jahr und Tag völlig ausstürbe, wenn jede Woche neben den natürlichen Todesfällen mindestens drei Morde geschähen. Die Stadt Wallingford nämlich ist mit ihren leicht hübsch verkommen-behaglichen Fassaden und Revieren die Kulisse für »Midsomer Murders« und trägt in dieser erfolgreichsten und in über 200 Länder verkauften britischen Kriminalfernsehserie, die im ZDF und ZDFneo als »Inspector Barnaby« in deutscher Fassung zu sehen ist, den Namen »Causton«, Sitz des Polizeireviers, in dem Inspector Tom Barnaby, gespielt von John Nettles, später dann, nach Toms Pensionierung, sein Vetter John Barnaby, verkörpert von Neil Dudgeon, die Chefs sind.“

In der Tat gibt es pro Sendung mindestens drei Morde in unterschiedlichster Ausformung.
Da wird nicht nur einer mit der Mistforke perforiert; Mann oder Frau werden eliminiert mit diversen Giftsubstanzen – dem Tee, Whisky oder Brandy beigemischt; es werden Erschlagene von herabstürzenden Mauerzinnen, Kultsteinen oder Beleuchtungsskörpern im Provinz-Theater vorgeführt; dann wird jemand durch messerscharfe Zacken einer Egge durchlocht oder es werden stahlscharfe Pfeile, von sirrenden Bogensaiten weggewuchtet, Schuldigen wie Unschuldigen in den Leib gejagt; Quergestellte Holztransporter rasieren das Deck eines Kleinwagens samt drinnen sitzender Lenkerin völlig weg; Rollstühle, die außer Rand und Band geraten und ihren Fahrer in den Tod schleudern; chemische Flüssigkeiten, die auf Körper geschüttet werden und den Betreffenden bis zur Unkenntlichkeit verbrennen; jedwede Art von Strangulierungen, Erschießungen und auch Kehle-Durchschneiden mit Küchenmessern oder scharfen Gartenwerkzeugen wird vorgeführt; dann wird einer von der Anlasserkurbel eines Oldtimer-Autos an einer Wand aufgespießt; dazu gehören ganz viele, die von Kirchtürmen gestürzt oder auch in Kirchengrüften mit mittelalterlichen Schwertern durchbohrt oder lebendig eingesargt werden, usw.
Ach ja, als Kulissen dazu diese wunderschönen alten Kirchen – wie auf einer Weihnachtskarte gepinselt, die pittoresken Cottages und Häuser im Tudor-Stil, alte Herrenhäuser oder schloßähnliche, vor sich hingammelnde Baulichkeiten mit gleichwohl vergammelnden, schrulligen Bewohnern.
Das ist das Albion, wie ich es liebe.
Schade, dass die Royals nicht mehr so richtig liefern, dieses eigentlich auch mehr deutschblütige Gesocks im Buckingham-Palast. Mit „The Crown“ lieferte Netflix mir über etliche Wochen beste Abendunterhaltung, zu welcher die ÖRR-Unterhaltungs-Dilettanten gar nicht in der Lage wären – wenn es nicht aufgekaufte BBC-Produktionen wie „Barnaby“ gäbe.
Darum zum Schluß: „God Save the Queen!

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Klassische Musik für jeden Tag – 13. Februar

Leonard Bernstein (1918-1990)
West Side Story – Symphonische Tänze – Mambo

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