Ihre „Exzellenz“ Andrij Melnyk

Ein Rotzlöffel als Botschafter

Was ist eigentlich ein Botschafter?
Wikipedia dazu:

„Ein Botschafter (französisch ambassadeur, englisch ambassador) ist ein Diplomat und der beamtete oberste Beauftragte eines Staates in einem anderen Land oder bei einer internationalen Organisation. Er wird vom Außenministerium entsandt und ist der persönliche Repräsentant des Staatsoberhauptes seines Landes.“

Deshalb genießt er besondere Ehrenrechte und wird so u.a. mit „Exzellenz“ angeredet.

Unter einem „Diplomaten“ habe ich mir immer eine herausragende Persönlichkeit vorgestellt, die sich durch besondere Eigenschaften auszeichnet.

  • Ein Mensch mit Toleranz und Respekt.
  • Selbstdisziplin und Ordnung.
  • Ohne besondere Steifheit oder Starrköpfigkeit.
  • Jemand, der die Welt um sich herum versteht und nachempfinden kann.
  • Jemand, der andere Menschen, deren Kultur und Traditionen respektiert.
  • Ein Diplomat verletzt nicht und kann abweichende Meinungen akzeptieren.
  • Jemand ohne auffallenden Neurotizismus
  • Ein Mensch, der in der Lage ist, seine Emotionen zu regulieren.

„Diplomatie“ darf man aber auch mal spöttisch betrachten, wie E. G. Seeliger in seinem „Handbuch des Schwindels“:

Diplomatie, zauberfriedlicher, unaufrichtiger Verkehr der Staaten untereinander. Staaten sind Räuber (s. Staatsverbrecher) und können deshalb nur gewalttätig miteinander verkehren. Diesen Staatsverkehr vermittelt die D., die unter den tadellosesten äußeren Formen der allervornehmsten Gesellschaft im Auftrage ihrer Staaten andauernd zu stänkern, zu hetzen, zu stehlen, Zwietracht zu stiften, Aufruhr zu schüren und hin und wieder auch ein bißchen zu mördern hat. Letzten Endes hat die D. dafür zu sorgen, daß immer ein dem dummen Volk hinreichend einleuchtender Kriegsgrundschwindel (s. Casus belli) vorhanden ist, denn nur der Krieg ist die freie und aufrichtige Verkehrsweise der Staaten. Ein Staat, der nicht Krieg führen kann und darf, ist kein richtiger Staat mehr und braucht daher auch keine D. (s. Botschafter, Gesandter).

Kommen wir zum eigentlichen Gegenstand unserer Betrachtung, den ukrainischen Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk.
Seit der in Deutschland seinen Staat und sein Staatsoberhaupt vertritt, zeichnet er sich wenig durch o.g. Eigenschaften eines Diplomaten in unserem idealisierenden Sinne aus.
Von wegen „Exzellenz“!
Sein Auftreten und seine Äußerungen Deutschland und dessen Repräsentanten gegenüber, sind die eines Rotzlöffels und Flegels; und lassen wir mal beiseite, dass er ein bekennender Faschisten-Verehrer ist, z.B. gegenüber dem Massenmörder und Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera , den Melnyk als „unseren Helden“ bezeichnete; bekannt ist auch seine Sympathie für die faschistische Asow-Armee.
An einer Gedenkveranstaltung zum Ende des 2. Weltkriegs in Berlin, weigerte sich Melnyk teilzunehmen … weil auch Vertreter Russlands dazu eingeladen waren.
Den Bundeskanzler bezeichnete er als zuletzt als „beleidigte Leberwurst“; bei einem Bundeswehrgeneral, der sich zu dem Ukrainekrieg äußerte, merkte er „deutsche Arroganz und Größenwahn“ an.

Als ich das erste Mal auf Melnyk aufmerksam wurde, kam mir gleich der Begriff „Arschloch“ in den Sinn. Ich dachte an das aufschlussreiche Buch von Robert I. Sutton: „Der Arschloch-Faktor“ (Hanser Verlag 2007), in dem man u.a.m. die häufig benutzten Strategien von Arschlöchern findet. Z.B.:

  • Twitter- und E-Mail-Attacken
  • Persönliche Beleidigungen
  • Verbale und nonverbale Einschüchterungen und Drohgebärden
  • Verletzung der Privatsphäre und Integrität Anderer
  • Als „sarkastische“ Witze und Hänseleien getarnte Beleidigungen
  • Angriffe auf den Status des Gegenübers
  • Janusköpfige Attacken
  • Rüdes Unterbrechen bei Debatten

Melnyk erfüllt zweifellos die genannten Kriterien für ein Arschloch.

Warum wurde der Kerl ob seiner Frechheiten nicht schon längst schon ins Außenministerium oder Kanzleramt zitiert – oder schlussendlich ausgewiesen?
Muss man backendreiste Beleidigungen und unverschämte Einmischung in die eigene Politik hinnehmen?
Warum hat man ihm nicht schon längst „diplomatisch“ eine auf sein freches Maul gegeben?

Man kann das Schweigen des Bundeskanzlers und der Bundesregierung nur so erklären, dass irgendwelche andere Kräfte ihre Hand über diesen „Botschafter“ halten und die Deutschen sich so einmal mehr auch denen gegenüber in Schleimscheißerei üben.

Das klang jetzt alles sehr drastisch und unerzogen.
Aber auf groben Klotz gehört ein grober Keil, wie es in einer alten deutschen Redensart heißt.
Da kann ich nicht aus meiner Haut.
Ich bin ja auch kein Diplomat.

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Krieg

Wer ist eigentlich verantwortlich?

Ich bin kein gelernter Historiker, aber Geschichte beschäftigt mich, seit ich (kritisch) denken kann. Ich habe bestimmt mehr Geschriebenes über Geschichte gelesen als sog. Schöngeistige oder Unterhaltungs-Literatur. Ich will nicht aufhören – trotz fast am Ende eines Lebens – weiter danach zu suchen, was eigentlich „Wahrheit“ in der Geschichte bedeutet. Es ist eine spannende Beschäftigung.
Und eine nicht nur gedankliche „harte Nuss“, wenn man um sich herum zwar den „kalten“ aber nie einen heißen Krieg erlebt hat.
Und nun dieser wirklich „heiße“ Krieg, der vor uns stattfindet.
Wie und warum auf einmal wieder Krieg im angeblich so langfristig befriedeten Europa?

Also stelle ich mal folgende, vielleicht banale Behauptungen voran, die ganz bestimmt in Teilen „falsifizierbar“ sind – vor allem wahrscheinlich Punkt 1, dennoch zum Nachsinnen dienen sollen:

  1. Krieg ist fast immer von Einzelnen, „führenden“ Personen inszeniert worden
  2. Demokratien führen keine Kriege gegeneinander – aber durchaus gegen andere.
  3. Krieg ist nicht ohne Propaganda (PR) zu führen und Zeiten des Krieges sind immer eine Zeit der Lüge.
  4. Kein Krieg ohne Pfaffen.
  5. Pazifismus ist eine Schönwetter-Idee.

  1. Krieg ist fast immer von Einzelnen, selten „vom Volk“ ins Werk gesetzt worden.

In der großen Geschichtsbetrachtung heißt es natürlich immer, diese oder jene einzelne Nation, ein Staat, diese oder jenes „Land“, das „Volk“ (seltener) habe diesen oder jenen Krieg gegen andere begonnen. Betrachtet man die historischen Sachverhalte, so waren es in der Mehrzahl Einzelpersonen, idealisiert als „Führer“ bezeichnete Charaktere, die „Fürsten“ oder „Souveräne“, welche faktisch den Krieg vorbereitet, initiiert und dann auch geführt haben; vorgegeben im „Interesse des Volkes“, der „Nation“, der Religion, als Überlebensnotwendigkeit und mit welcher Begründung sonst.
Jenseits der idealisierenden und aufgeputzten klassischen Historienschreibung vor allem über „Heroen“ wie Alexander „dem Großen“, Caesar, Peter „dem Großen“, Napoleon, Bismarck u.v.a.m., wissen wir, dass diese Kerle fast ausschließlich notorische Lügner, kolossale Egomanen, Räuber, Diebe und brutale Massenmörder waren. Deren Berufung nicht aus intrinsischer oder „göttlicher““ Bestimmung, sondern meist aus niedersten Motiven entstand: Macht- und Geltungssucht, Habgier, Maßlosigkeit, Geilheit und Grausamkeit. Sie waren und sind die Repräsentanten dessen, was man als das Böse in der Welt sieht.
Will man widersprechen?
Putin ist derjenige, der sich derzeit einreiht in diese Kategorie der Großverbrecher und Scheusale in der Geschichte. Putin hat sich mit Geschick und Unverfrorenheit an die Macht gebracht – angeblich in Legitimation durch das Volk. Mit welchen Tricks er sich an der Macht hielt und diese ausbaute, ist hinreichend bekannt.

Einschub: „deutsche Kriege“

Betrachten wir kurz die großen Kriege, welche das Schicksal Deutschland bzw. des deutschen Volks maßgeblich bestimmten.
Auslöser des 30-jährigen Krieges war der Prager Fenstersturz im Mai 1618, nach dem der Aufstand der protestantischen böhmischen Stände ausbrach. Den Krieg begann jedoch der katholische, böhmische König Ferdinand II., dann fortgesetzt durch seinen Vetter Matthias, dem Kaiser des Hl. Römischen Reiches. Beide Habsburger waren religiöse Eiferer und Frömmler.
Von wem oder wodurch war Napoleon, der angebliche Exekutor der Französischen Revolution autorisiert worden, ganz Europa mit Krieg zu überziehen? Bis er schließlich gegen eine Allianz der anderen europäischen Mächte unterlag.
Bismarck war der preußische „Warlord“, der (zusammen mit den Österreichern) Dänemark wg. Schleswig-Holstein bekriegte, dann den zeitweiligen Verbündeten Österreich selbst. Mittels seiner Intrigen gegen Frankreich („Emser“ Depesche) zwang er Napoleon III. zur Kriegserklärung gegen Preußen und das von Bismarck neu geschaffene deutsche Staatenbündnis. Den von ihm zum Kaiser gemachten preußischen König Wilhelm hatte er dazu quasi am Nasenring gezerrt.
Der erste Weltkrieg entstand aus einer aus den Fugen geratenen Konstellation (siehe Christopher Clark: Die Schlafwandler). Entsprechend der Propaganda der Sieger und nach sich anbiedernden Historikern (v.a. Fritz Fischer), war Deutschland in der Person Kaiser Wilhelm II. der Schuldige. Als Erstes erklärte Österreich-Ungarn den Krieg (gegen Serbien); Deutschland begann schließlich mit aktiven Kriegshandlungen (Schlieffen-Plan). Im Fall des 1. Weltkriegs gab es aber wenigstens vier weitere Akteure oder Einzeltäter neben den Wilhelm II. und Franz-Josef von Österreich-Ungarn; Zar Nikolaus II., der britische Außenminister Edward Grey, der französische Ministerpräsident Raymond Poincaré und schließlich der amerikanische Präsident Woodrow Wilson. Keiner der Genannten hatte irgendeine demokratische Ermächtigung durch das Volk, Krieg zu beginnen oder einzutreten.
Den Zweiten Weltkrieg hat – trotz vielseitiger Deutungen und möglicher Rechtfertigungen – Adolf Hitler allein mit seiner Entourage zu verantworten. Die Deutschen haben ihn zwar in das Amt gehievt und ihn in großer Mehrzahl gar bewundert, aber es gab keine Kriegsbereitschaft oder – Begeisterung 1939 im Volk. Die Erfahrungen des 1. Weltkriegs waren der Mehrheit noch eingebrannt.
Nicht aber zu vergessen, hätte Hitler 1941 nicht den Angriff auf Russland befohlen, hätte Stalin den ersten Schritt getan; die Vorbereitungen dazu liefen ja bereits.

  1. Demokratien führen keine Kriege gegeneinander – aber durchaus gegen andere!

Ersteres ist für mich eine diese Staatsform beschönigende Behauptung.
Es ist richtig, gefestigte Demokratien haben in der Vergangenheit keine Kriege gegeneinander geführt. Es gibt aber Grenzfälle, wie etwa den Kargil-Krieg zwischen Indien und Pakistan oder den Amerikanischen Bürgerkrieg.
Als philosophische Hauptgrundlage der „demokratischen Friedenstheorie“ wird meist Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ herangezogen. Kant entwickelt dort aber auch den Gedanken, dass Kriege zwar möglicherweise im Interesse von keiner Rechtfertigungspflicht unterliegenden politischen Machthabern seien (siehe auch oben unter 1.), nicht aber im Interesse von Staatsbürgern, die im Kriegsfall weitaus kostspieligere Ressourcen, zum Beispiel ihr Leben oder ihr Eigentum, riskieren müssten. (Wikipedia).
In den letzten 200 Jahren erwiesen sich die „Erz“-Demokratien Großbritannien und die USA, dazu auch Frankreich, als die kriegerischsten Nationen schlechthin. Es ist keine erfundene Geschichte, dass diese Demokratien von sich aus Angriffskriege begannen und Interventionen, Rebellionen und Umstürze anzündeten. Vorgeblich oft mit der hehren Absicht des „Democracy Building“, einer „humanitären Intervention“ oder mit sonstigen beschönigenden Phrasen verpackt. In der Mehrzahl stehen aber nichts anderes als knallharte geostrategische und wirtschaftliche Gesichtspunkte für diese Demokratien im Vordergrund. Hauptakteure sind die klassischen Kolonialmächte und die nach der Welt-Suprematie strebenden USA.
In den seltensten Fällen konnten/können deren Interventionen als legitimer Rechtfertigungsgrund für einen „bellum iustum“ reklamiert werden.

  1. Krieg ist nicht ohne Propaganda (PR) zu führen.

Ohne PR kamen und kommen auch die „Großen“, die „Soveräne“, die erwähnten „Einzeltäter“ nicht aus, um einen Krieg anzuzetteln und zu führen.
Man benötigt Mitmacher aus einer installierten und aufgebauten Kamerilla – früher aus dem Adel, man braucht Militär und wenigstens eine gewisse Unterstützung im Volk, das ja seit den Segnungen der Französischen Revolution die Masse des Kanonenfutters zu stellen hat.
Früher genügte es, der Soldateska das zu versprechen, was der Führer als seine Beweggründe nie direkt aussprach: wenn nicht Reichtum, so doch Bereicherung, Ausleben männlicher Macht und Dominanz, ungezügelt seinen niedrigsten Regungen und Bösartigkeiten nachgehen können. Das Versprechen der Bereicherung stand bei den antiken „Staatsmännern“ bzw. Heerführer als Motivationsfaktor sicher im Vordergrund.
Als andere Begründung musste ein greifbares und tragbares Freund-Feind-Bild geschaffen werden. Der Gegner musste möglichst verteufelt dargestellt werden, indem man ihm alles nur erdenklich Böse andichtet. So geschehen erstmals umfänglich im 1. Weltkrieg von britischer und französischer Seite.
Die Kriege gegen den Irak 1991 und 2003 wurden mit professionellen Propagandamitteln bis hin zu offensichtlichen „Fakes“ vorbereitet und betrieben. Das ändert nichts an der Tatsache, dass es vornehmlich gegen einen widerlichen Diktator ging.
In den Balkankriegen in den 1990er bereiteten u.a. amerikanische PR-Agenturen das jeweilige Feld für die Akteure vor.
Nicht erst 2022 betrieb Putin bereits einen Propagandakrieg gegen die Ukraine und den Westen. Er baut eine Bedrohung durch die Osterweiterung der Nato auf, sprach von „Einkreisung“; behauptete eine direkte militärische Bedrohung durch die Ukraine, die zudem kein legitimer, souveräner Staat sei; Neonazis würden die Ukraine kontrollieren, deshalb sei der Krieg eine Fortsetzung seines „Kampfes gegen das Böse“, wie im Zweiten Weltkrieg; der „Sondereinsatz“ Russlands sei auch dadurch legitimiert, indem Putin behauptet, die Ukraine entwickle gemeinsam mit den USA chemische und/oder biologische Waffen, um sie im Kampf gegen Russland einzusetzen. Tagtäglich kommen neue Propagandabehauptungen hinzu, wenn es auch darum geht, den ausbleibenden Erfolg zu bemänteln, Kriegsverbrechen zu leugnen und dazu die Drohungen mit einem Atom- oder 3. Weltkrieg. Putin spricht auch nicht unbedingt von Krieg, sondern von einer „Maßnahme“, die er gegen die Ukraine einleitete.
Mit „Russia Today“ und „Sputnik“ hatte Putins Russland schon lange einen zersetzenden und hiesige Beobachter einlullenden Propaganda-Apparat aufgebaut und das Feld für seine Aggression vorbereitet.

  1. Kein Krieg ohne Pfaffen.

Ein Machtmensch wie Putin weiß gleichwohl um die Möglichkeit, mittels der Religion Menschen zusätzlich zu den eigenen Absichten zu beeinflussen. Ein Mann, der im Atheismus aufgewachsen und erzogen wurde, entdeckte plötzlich, wie anscheinend auch ein Großteil seine „Volkes“, die Religion. Mit dem Ende der Sowjetunion kehrte auch die orthodoxe Kirche zurück in den Alltag der Russen, für die anscheinend auf einmal religiöse Gefühle wieder ein heiliges Gut scheinen. Das nutzte Putin natürlich aus. Seine vierte Vereidigung zum Präsidenten Russlands 2018 ließ er symbolträchtig durch einen Gottesdienst begleiten. Er trifft sich regelmäßig mit Kirrill, dem Patriarchen der Russisch Orthodoxen Kirche. In Russia Today ließ Putin Bilder veröffentlichen, die ihn beim Besuch der diesjährigen Ostermesse zeigen.
Auf allen Seiten beteiligten sich Pfaffen während der Kriege der letzten Jahrhunderte an der Segnung der Waffen und bei der Rechtfertigung des Krieges für die jeweilige Partei: im deutschen Kaiserreich, in Frankreich und England, im zaristischen Russland. Es gibt Beispiele, wie gar Hitler nicht nur während des Kriegs nicht nur von den evangelischen „Deutschen Christen“, auch von katholischen Bischöfen mental gestützt wurde.
Von etlichen Historikern wird inzwischen belegt dargestellt, dass Alexander „der Große“ seine fortschreitenden Erfolge v.a. auch der Anpassung oder Anbiederung an die „Götter“ der jeweilig eroberten Region und dessen Bevölkerung verdankte – und damit besonders auch den Priestern. Bis er sich schließlich in deren kultureller Tradition selbst zum Gott berief.
Caesar tat es ihm bei der Eroberung Ägyptens gleich.
Auch Napoleon, obschon Agnostiker, bespielte die religiöse Klaviatur.

In „considerans historiae christianae“ kann man feststellen, dass die Kirche, die katholische wie auch deren in der „Sukzession“ stehenden protestantischen Kirchen oder Nebenkirchen, seit fast 2000 Jahren die kriegerischste und gewalttätigste Organisation der Weltgeschichte ist. Seit dem siebten Jahrhundert in Konkurrenz mit dem Islam. Nicht erst seit das Christentum unter Konstantin „dem Großen“ zur Staatsreligion wurde, bekämpften Bischöfe, Päpste, Äbte, Kleriker sich untereinander, kämpften gegen Ketzer oder Häretiker, immer auch gegen ernannte Feinde von außen und „Staatsfeinde“ – im Einvernehmen mit Kaiser und König.
In der inzwischen als quasi als „sakral“ definierten Demokratie versagen sich die Pfaffen gleichwohl nicht, statt Frieden zu predigen und anzustreben, sich in die Politik einzumischen und entgegen den Friedensgeboten Jesu Partei für den Krieg zu ergreifen. Aaktuell die EKD-Vorsitzende wie auch die katholische Bischofskonferenz.
Die Zeiten der Religionskriege schienen uns dank der Aufklärung vorüber. Der von islamischen Pfaffen angefeuerte Dschihad gegen den „ungläubigen“ Rest der Welt belehrt uns eines anderen. Aber das ist noch einmal ein anderes Thema, vor allem wenn man sich mit der „Zukunft des Krieges“ beschäftigen will.

  1. Der Irrglauben der Pazifisten.

Gar Bertold Brecht sagte: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“.
Nicht mal mehr die Jesu nachfolgenden Jünger wollten die linke Wange hinhalten, wenn man sie auf rechte schlug.
Der Glaube, Konflikte mit Gesprächen und Schiedssprüchen beilegen zu können ist pazifistisches Gemeingut. Dies hat sich aber schon immer als trügerisch und falsch erwiesen. Es folgt dem Glauben, dass das Böse in der Welt und speziell im Menschen ausgelöscht werden könnte.
Solange es Lebewesen auf der Erde geben wird – und das betrifft nicht nur die Spezies Mensch, wird es einen Kampf um Nahrung, Jagdreviere, Ressourcen jeder Art, das Eigene, das Überleben der Art geben. Und der Kampf geschieht mit Klauen und Zähnen, Knüppeln und Steinen und was sonst verfügbar gemacht werden kann, um das Gegenüber zu unterwerfen oder unschädlich zu machen. Auch die so hochentwickelte tierische Spezies Mensch hat es trotz Religion und Aufklärung nicht geschafft, die charakteristische, unterwerfende, letztlich immer auch tötende Aggression auszulöschen, allenfalls, diese zeitweise einzuhegen.
Die Menschheit – solange es sie noch gibt – wird mit Krieg leben müssen. Dabei erleben wir neue Formen des Krieges: mit heimtückischen Bombenanschlägen und Messerattacken gegen Unschuldige, auf den Straßen, in Kirchen und Moscheen – wobei eine alt-neue Ausrichtung von Krieg sich manifestiert.
Wir „Zivilisten“ können – müssen dankbar sein, dass es noch Soldaten, eine „Wehr“ gibt, die uns, unsere Nächsten, all das Unsrige und das uns Wertige schützen wollen und können.
Dazu gilt, was George Orwell uns „ins Stammbuch geschrieben“ hat:
„Wir schlafen sicher in unseren Betten, weil raue Männer bereit stehen, um jene zu töten, die uns schaden wollen.“

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Quellen:

Karlheinz Deschner: Kriminalgeschichte des Christentums – 10 Bände, rororo

Martin van Creveld: Die Zukunft des Krieges, Gerling Akademie Verlag 2001

Patrick J. Buchanan: Churchill, Hitler und der unnötige Krieg; Pour le Merite 2009

Fabian Frank: Die größten Lügen der Geschichte – wie historische Wahrheiten gefälscht wurden, Bassermann Verlag 2011

Christopher Clark: Die Schlafwandler, Pantheon Verlag 2015

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Die Linke zerlegt sich?

Schön wär´s!
Es ist aber nur die Bundes-SED, die sich zur Zeit selbst tranchiert und nicht die ganze Blase dieser „Ampel“-Linken.
Einen schönen Beitrag zu dem Vorgang fand ich bei Danisch. Ein Beitrag, der so richtig nach meinem Geschmack ist: hinterfotzig, bösartig, zersetzend:
https://www.danisch.de/blog/2022/04/20/turbulenzen-in-der-linken-bums-partei/
Sexuelle Übergriffe, Belästigung, Machokultur – vor allem bei den hessischen Linken – bringen jetzt die ganze Partei ins Wanken. Besonders die „Linksjugend“ zeigt sich erschüttert und fordert ein rigoroses Aufräumen. Hey, haben die vergessen, was der Erzreaktionär Nicola Gomez Davila schon früh beschrieben hatte: die „Devise für den jungen Linken: Revolution und Fotze!“

Wenn ich von der „Ampel-Linken“ spreche, schließt das hierbei vielleicht die CDU und CSU aus. Die „christliche Union“ ist eine Ansammlung oder ein Haufen von prinzipienlosen, charakterlosen, geldgeilen Maultrommlern und Volksspaltern geworden.
Aber auch bei denen war stets eine linke Positur inert. Auch darüber spottete Davila: „Die Beimischung einiger Tropfen Christentum zu einer linken Gesinnung verwandelt den Trottel in einen perfekten Trottel.“ Das haben deren ehemaligen Wähler wohl erkannt mit dem sattsam bekannten Ergebnis für die Trottel-Partei bei der letzten Bundestagswahl.

Als Volksspalter haben sie sich in den zurückliegenden Jahren alle ausgezeichnet: die Grünen, Sozen, die (Il)Liberalen und die Christ-heuchlerische Bande. Sie alle sind auf den Corona-Zug aufgesprungen und haben versucht, sich in ihrer despotischen Attitüde gegenseitig zu übertreffen.

Im Moment scheint das weibliche Personal bevorzugt im Brennpunkt der Kritik zu stehen.
Die unsägliche, selbstbezogene Heulsuse Anne Spiegel ist gottlob zurückgetreten. Die schwindeltüchtige Vorsitzende, eine von zweien der Bums-Partei (Danisch), Susanne Hennig-Wellsow, die mit der Lippe, ist wegen o.g. Skandals zurückgetreten. Ihre Genossin Wissler klebt hingegen noch am Amt.
Wie Nancy Faeser, die Buffy gegen die allgegenwärtigen Rechten, stammt diese aus Hessen, der fruchtbringendsten Linken-Brutstätte Deutschlands neben Berlin.
Ich wette mal, die Faeser wird sich mit dem von ihr verbreiteten Rattengift selbst kontaminieren und schließlich daran zugrunde gehen.
Vorher müsste aber noch die „Strick-Omi“ (Tim Kellner) Christine Lamprecht wegen augenfälliger Inkompetenz und nicht nur wegen Abgeschmacktheit (siehe Ihr greller Stöckelauftritt in Mali) geschasst werden.


Zwar keine Ministerin, aber doch „Ministerpräsidenten-Gattin“, wird Frau Karin Baumüller-Söder derzeit wegen ihrer versuchten Geschäftemacherei mit Masken zu Beginn der Corona-“Pandemie“ ins Scheinwerferlicht gezerrt. Sie wird sich möglicherweise einem Untersuchungsausschuss zu stellen haben.
Der Stecken mit Dreck dran ist ja ohnehin das Kernsymbol des Söderschen Familienwappens.

Es hat mehr Gründe als das Geschlecht der Gewohnheitsversager in den Parlamenten und an den Kabinettstischen, dass diese sich trotz sichtlicher Untauglichkeit und nach zahlreichen groben Fehlern und Skandalen sehr lange – zu lange – im Amt halten können. Es liegt vor allem an der mangelnden Selbsteinschätzung und einer völlig verschwundenen Rücktrittskultur dieser an die Macht gekommenen, von den Medien und einem doofen Publikum verhätschelten Politiker-Generation. Die haben verinnerlicht, dass Kompetenz keine zwingende Voraussetzung für ein politisches Amt ist. Und bei aufkommender Kritik reden sie sich und dem Publikum ein, dass dies nichts anderes sei, als Hetze und „Hate Speech“ von Rechten.

Sollte sich die Linke insgesamt zerlegen – oder zerlegt werden – ist das leider kein Anlass zur Hoffnung. Dieses Geschmeiß schwemmt sich immer wieder nach oben mit ihren Lügen von „Gerechtigkeit“, „Chancengleicheit“, jetzt auch noch mit „Klimarettung“ und dem Versprechen ewiger Gesundheit.

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Meine Welt von Gestern – 2

Ich erinnere mich…

Erste Jahre

Ich kam am 20. April 1948 in Ansbach, der alten Residenz- und Regierungsstadt im Fränkischen, auf die Welt.
Ein strahlender Frühlingstag muss es gewesen sein, denn da sprachen angeblich Leute von „Führerwetter“, was einstmals – wie man später nicht müde wurde zu betonen, eigentlich „Kaiserwetter“ hieß.
Es war gerade drei Jahre her, dass der 20. April in letztmals in einem Reich, das angeblich tausend Jahre dauern sollte, zu einem Feiertag bestimmt worden war.
Es war meine Tante Mietz (österr. für Maria), die mich auf dem Standesamt eintragen ließ: die Mutter war noch im Krankenhaus und der Vater musste trotz der Geburt des „Erstgeborenen“ seiner Arbeit nachgehen.
Für Tante Mietz war es an jedem Geburtstag von mir immer wieder ein Thema, wie die Standesbeamtin seinerzeit mit angeblich seligem Blick dreinschaute und sagte: „Ja, ja … 20. April – das waren noch Zeiten …“.
Das waren noch Zeiten?
Zeiten, an die ich natürlich keine Erinnerungen haben kann. Aber durchaus an die Folgen dieser „Zeiten“!

Wann setzt bei uns eigentlich Erinnerung ein? Im dritten oder vierten Lebensjahr? Handelt es sich dabei um tatsächliche, echte Erinnerungen oder um später verarbeitete Eindrücke aus Erzählungen, von Fotos oder bewegten Bildern von früher, die man dann nicht mehr so recht vom echten, selbst Erlebten unterscheiden kann?
Ab wann kann man denn sagen: „Ich erinnere mich …“?

Doch: Ich erinnere mich an die düstere Atmosphäre der Gaststube des „Goldenen Apfel“ in Ansbach, in dem ich meine ersten vier Lebensjahre verbrachte …

Ich erinnere mich an das dämmergraue Licht bei zugezogenen Vorhängen im Schlafzimmer meiner Eltern, in dem mein Bettchen stand – als ich immer noch zu einem Mittagsschlaf genötigt werden sollte …

Ich erinnere mich an die bizarren Muster des Vorhangs in diesem Zimmer, die mich unterhielten und vom Einschlafen ablenkten …

Ich erinnere mich, wie mir meine Mutter immer am Abend mit ihrer wunderschönen Stimme dieses sentimentale Lied „Aba heidschi bumbeidschi, schlaf lange…“ zum Einschlafen sang …

Ich erinnere mich an das Kopfsteinpflaster vor dem „Apfel“, das zu einem faszinierenden Gerüttel führte, wenn ich mit meiner kleinen „Seifenkiste“, von meinem Großvater gebaut, die Straße hinab flitzte …

Ich erinnere mich an einen großen Hund, einen ständig sabbernden Rottweiler des Pferdemetzgers nebenan; der mich aber nicht etwa auffraß, sondern beschützte; auf dem ich reiten konnte; der mich – so die Erzählung meiner Mutter – einmal an der Windelhose gepackt nach Hause transportierte und vor der Haustüre ablegte …

Ich erinnere mich an ein düsteres Wartezimmer, wenn ich von meiner Mutter zu unserem Hausarzt, dem Dr. Dr. Ritter von … – den Titel erinnere ich noch, nicht mehr den Namen – gleich um die Ecke geschleppt wurde; an das riesige Klavier, das dort im Vorzimmer stand …
Ich erinnere mich an den evangelischen Kindergarten, den man nach einem längeren Spazierweg dann über eine hölzerne Brücke über die Rezat erreichte …

Ich erinnere mich an den katholischen Kindergarten, in den ich bald kam; mit den schwarzgekleideten Frauen – Nonnen heißen sie wohl, die sich um einen kümmerten – oder auch mal bestraften …

Ich erinnere mich, dass meine Mutter mit mir im Hofgarten spazieren ging und mir von einem gewissen Kaspar Hauser erzählte …

Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch in einem Zirkus: tanzende Elefanten; geschmückte weiße Pferde; eine riesige Kanone, mit der Menschen unter der Zirkuskuppel durch die Luft geschossen wurden; wunderschöne Frauen in glitzernden Kostümen, die wie Nixen aus einem Wasserfall kamen …

Ich erinnere mich an das erste Gedicht, das ich auswendig aufsagen konnte: „Es war einmal ein Mann, der hatte einen Schwamm“ …

Ich erinnere mich, wie die Großeltern und Mutter in der Gaststube mit einer kleinen, silbrig glänzenden Röhre massenweise Zigarettenhülsen mit Tabak vollstopften; und die Zigaretten in ein Zigarrenkistchen gestapelt wurden …

Ich erinnere mich, wie in der Gaststube von der Großmutter das Mittagessen für die Stammgäste aufgetragen wurde; ich in einer Ecke der Gaststube saß, meine Portion abbekam und dabei die Leute beobachtete …

Ich erinnere mich an lustige Männer, die bester Stimmung an den Gasthaustischen saßen und manches mal mich an ihrer guten Laune teilhaben ließen …

Ich erinnere mich an in Mädchen, die Christa Heinkel, etwas älter als ich und mein Cousin Schorsch; die manchmal vor dem Apfel auftauchte, um uns herrisch zu Erkundungen in der Umgebung zu nötigen. Und da gibt es doch tatsächlich dieses Bild von uns …

Ich erinnere mich daran, dass ich mir im gegenüberliegenden Laden die geliebten Velveta-Ecken selbst abholte …

Ich erinnere mich an den Geschmack von Bärendreck, den es auch in dem Laden gab …

Ich erinnere mich, wie mich Vater in die »Commissary« der Amis, seinen Arbeitgebern damals, mitnahm, in der vormaligen „Hindenburg-Kaserne“ eingerichtet: Ich durfte »Schokoladen-Hütchen« naschen; dann dragierte Erdnüsse, Pfirsiche und Ananas in Dosen, die mein Vater einpackte und die dann zuhause im Apfel aufgetischt wurden …

Ich erinnere mich an einen Sonntagnachmittag, als mich mein Vater zur „Hengstparade“ in das Ansbacher Gestüt mitnahm; an mächtige braune und schwarze Pferde, die zu schmissiger Musik im Kreis trabten oder vor eleganten Gespannen von Männern mit Zylinderhüten gelenkt wurden …

Ich erinnere mich an eine Boxveranstaltung im Freien, auf einem Hügel bei Ansbach – ebenfalls an einem Sonntagnachmittag – wo sich Männer vor einem lauten Publikum in einem Boxring mit Fäusten traktierten; mein Vater schwärmte da von einem deutschen Boxmeister namens Neusel, den er beim „Barras“ kennengelernt hatte …

Ich erinnere mich, wie ich das erste Mal das Gefühl der Angst um einen geliebten Menschen erlebte: am letzten Heiligabend im „Apfel“; als meine Mutter sich an einer Karpfengräte verschluckte, endlose Augenblicke würgen musste, hustete, nach Luft rang, Tränen versprühte, vom Vater „geschlagen“ wurde – auf den Rücken – bis die Großmutter Hilfe brachte …

Ich erinnere mich an die kleine Küche, in der das Weihnachtsmahl und die Tragödie für mich damals stattfand: mit einer schrägen, weißgestrichenen Falltür zum Keller, aus dem dann Großmutter mit einem Topf Sauerkraut nach oben kam …

Ich erinnere mich, wie das half – und meine Angst verschwand …

Ich erinnere mich, dass es am nächsten Tag Hühnersuppe mit Nudeln und Fleisch gab; Onkel Josef und Tante Gretel waren auch da, sie schenkten mir eine Spielzeugpistole mit Gummipfeilen, mit einer Zielscheibe, auf welcher der Kopf eines Indianerhäuptlings mit imposantem Federschmuck aufgedruckt war …

Ich erinnere mich, dass ich den von meinem Opa angefertigten „Bauerhof“ geschenkt bekam; Kuh, Pferd, Schafe, Schweine und Hühner aus Gips hatte er auch dazu beigesteuert …

Ich erinnere mich, wie ich einige Tage später in einen Lastwagen gesetzt wurde, vorne neben meinen Onkel Sepp, der den Wagen steuerte – und wir Ansbach und den „Goldenen Apfel“, die Stätten meiner ersten Erinnerungen, verließen …

Ich erinnere mich nicht, wie ich angeblich von Wanzen zerstochen wurde, die über ausgeschüttelte Betten der Nachbarn auf unsere zum Trocknen aufgehängte Wäsche kamen …

Ich erinnere mich natürlich nicht, dass ich als Einjähriger von »Amis« mit Schokolade vollgestopft wurde und meine Mutter im Anblick der braunen Katastrophe angeblich an anderes dachte …

Ich erinnere mich nicht mehr an »meine Ingrid« wie ich sie angeblich mit rollendem „R“ zu nennen pflegte; das erste Kindermädchen, das sich zeitweilig um mich kümmern musste, wenn Eltern und Großeltern mit Gasthaus und anderer Arbeit zu beschäftigt waren …

Ich erinnere mich, wie wir dann am vorletzten Tag des Jahres 1952 in Pegnitz im „Goldenen Stern“ ankamen. Der Ort, der dann zu meiner künftigen und einer echten Heimat werden sollte.
Der Tag – wie das Haus – alles erschien grau und düster und so gar nicht einnehmend.
Weil ich meine erste Heimat verloren hatte?
Als ein Riesenhaus erschien mir dieses neue Domizil mit unendlich vielen Kammern und vielen unbekannten Leuten darin. Die Gaststube war finster und schmucklos – wie die in Ansbach im „Apfel“. Das Nebenzimmer – der sogenannte Saal – glich eher einem Stall. Und unter dem Dach wohnten noch fremde Menschen, die eigentlich ihre Wohnungen schon längst für den neuen Pächter, für unsere Familie hätten räumen sollen.
Um das Haus und auf dem ganzen riesig erscheinenden Grundstück schmutzige, abtauende Schneehaufen. Und kalt war es, wie ich mich erinnere.

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O wie lieblich ist der Anblick der Gefilde jetzt..

Wir haben es gut getroffen mit unser Wohnstätte. Hoch über dem Kinzigtal am Rand des früheren Isenburger Forsts. Blicke ich aus dem Fenster, über die Dächer von Wächtersbach hinweg, sehe ich die sanften Hügel des Spessarts, in der Ferne lässt sich die Rhön erahnen und linker Hand die Ausläufer des Vogelsbergs. Zwei verloren wirkende Windräder stören hier den Blick. Doch es ist Frühling, Ostern – Fest der Auferstehung. Auch die Auferstehung der Natur.
Nichts kann meine Stimmung heute besser ausdrücken, als dieses wunderbare Musikstück aus Joseph Haydns Jahreszeiten:

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Die grüne, feministische Moral der Anne Spiegel und Ihresgleichen

Ich habe es mir angetan und die Rechtfertigungsrede dieser vormaligen Super-Frau der Grünen, Frau Anne Spiegel, angeschaut.
Was diese Pissblume von den Grünen zum Besten gab, war nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Visuellen her schwer zu ertragen.

Es gibt ein Ondit, dass Chirurgen und Zahnärzte deswegen die kürzeste Lebenserwartung hätten, da sie ständig in schmerzverzerrte Gesichter blicken müssten.
Der Anblick von Frau Spiegels Gesichtsausdruck bei ihrer Rechtfertigungsrede am Sonntagabend hat in mir diese Mahnung hervorgerufen.
Wie schwer ist solche Schmerzmimik zu ertragen, auch wenn nur vorgespielt. Erinnern wir uns, wie es uns „bewegt“, wenn uns eine Hollywood-Aktrice perfekt gemimten Schmerz und Erdenleid vorspielt.
Daran fühlte ich mich bei dem Auftritt von Anne erinnert.

Diese heuchlerische, ausschließlich mit Ich-Botschaften durchsetzte „Ansprache“, diese im psychologischen Sinn angeblich so wichtigen, „authentischen und bewertungsfreien Selbstoffenbarungen“, waren für mich nur durch einen flankierenden Konsum von Kräuterbitter zu ertragen.
Wohl nicht so für die grün-rote, Moralin-getaufte politische Klasse, die sich natürlich unbedingt bemüßigt fühlt, auf dieses sonntägliche Empfindens-Event angemessen zu reagieren. Was da dann wieder an dummdeutsch gepredigten Phrasen aufgetischt wurde, geht nicht auf die so viel strapazierte Kuhhaut.

Kanzler Scholz war „bewegt und betroffen“ von Spiegels Auftritt, habe dann den Rücktritt mit „großem Respekt“ zur Kenntnis genommen.
Ist er „bewegt“ aus den seinen zu großen Kanzler-Latschen gekippt?
„Betroffen“, natürlich: diese Allzweck-Beschwörungsformel im Politischen und Öffentlichen.
„Großer Respekt“?
Respekt ist nach E. G. Seeliger das „Zurückblicken auf den im Thronsessel lümmelnden Herrscher“. Tolstoi sagte: „Ehe man Respekt genießt, muß man sich ihn verdienen. Und um ihn zu verdienen, darf man sich ihn nicht wünschen.“
Verdienste von Frau Spiegel mag ich nicht wirklich erkennen. Vier Kinder und einen kranken Mann: Eigentlich Anlass für Pflichtabstinenz auf dem anderen selbstgewählten „Pflichtgebiet“?
Es ist opportun heute, Respekt zu verlangen. Leider in Sachen der Politik fast immer an der falschen Stelle.

Vizekanzler Habeck war „beeindruckt“ und ihm gingen die Worte der Kollegin „unter die Haut“. Er war demnach auch – synonym: betroffen, berührt, ergriffen, erschüttert, erregt, buntfasziniert, überwältigt usw.
Hoffentlich bekommt er keinen Hautausschlag davon.

Für Frau Annalena Baerbock sei mit Anne Spiegel deutlich gemacht worden, „wie brutal Politik sein kann«. Auch sie „zollte Respekt« und sprach von einer »Mahnung für uns alle in der Politik«. Das Kabinett verliere eine »unglaublich tolle Familienministerin« und „Anne Spiegel sei durch eine extrem harte, persönlich unglaublich schwere Zeit gegangen“.
„Brutal“? Gibt es nicht das Sprichwort „wer sich in die Gefahr begibt, kommt in ihr um“?
»Mahnung für uns alle in der Politik«? Würdet ihr doch die Mahnungen, die euch entgegenschlagen ernst nehmen, man würde euch noch in einem gewissen Umfang trauen.
Baerbock verwendet gleich zweimal die Floskel „unglaublich“. Ja, es ist ihr unbedingt zu glauben, dass es für uns schwer ist, zu glauben, dass Frau Spiegel irgendwas Bedeutendes geleistet habe.

Natürlich haben die grünen Geschlechtsgenossinnen aus RhPfl, die Familienministerin Frau Katharina Binz und Klimaschutzministerin Frau Katrin Eder (beide Grüne) den Rücktritt ihrer Amtsvorgängerin ausdrücklich bedauert. Natürlich wieder mit „Respekt“ (wofür?): „Der Schritt, den Anne Spiegel heute gegangen ist, verdient Respekt“, sagte Binz. Eder teilte mit: „Anne Spiegel hat in ihrer kurzen Amtszeit als Umweltministerin wichtige Weichen gestellt für eine dialogorientierte Hauskultur.“
Was ist eigentlich „dialogorientierte Hauskultur“? Wie kann man dafür „Weichen“ stellen?
Feministisches, sinnfreies Gequassel und Dumm-Lall!

Dieser nicht nur visuell abstoßende ZDF-Korrespondent Theo Koll empfand das alles im „ZDF heute journal“ als „menschlich ergreifend“. Die Ministerin habe mit sehr privaten Informationen ein als politisches Versagen empfundenes Handeln erklärt. „Das war menschlich ergreifend“, sagte Koll.
„Mit privaten Informationen als politisches Versagen empfundenes Handeln erklärt“!
Was ist das für ein Idiot, der solche Ausdeutungen ersinnt.
Frau Spiegel hat versagt, da beißt die Maus keinen Faden ab. Als Politikerin, als Privatperson – als Frau (Har, har, har …)!
Wenn man Scheiße baut, wird das – nicht nur – von Politikern stets mit „privaten Informationen“ oder „Gründen“ erklärt. Weiß das dieser mediale Blödmann nicht?

Die Grünen-Bundesvorsitzende Frau Ricarda „the body“ Lang forderte nun eine Debatte über die Vereinbarkeit von Familie und politischen Ämtern. Ob eine Ministerin ihr Amt ausüben könne, wenn sie vier kleine Kinder habe, sagte sie: „Das muss möglich sein in unserer Gesellschaft, wenn wir wollen, dass Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven Regierungsverantwortung übernehmen.“
Die kinderlose (was sie auch bleiben wird) dicke Lang spricht von „unterschiedlichen Perspektiven“.
Frau Spiegels Perspektive war eine als im Grunde verantwortungsfrei empfundene Berufung als grüne, feministische Welt- und Menschheitsverbesserin, mit dementsprechend edel ausgestatteter Dauer-Alimentation durch die Allgemeinheit; was sie mit allen rot-grünen (und auch schwarzen oder gelben) „Politiker*innen“ verbindet. Kranker Mann und vier Kinder dienten dazu als schmückende Ergänzung.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch forderte eine Debatte über den oft zu großen Druck, unter dem Politikerinnen und Politiker stünden. „Dass es Anne Spiegel und ihrer Familie sehr schlecht ging, konnte sie offensichtlich nicht einmal ihrer Grünen Partei mit den sonst so hohen Moralansprüchen erzählen. Das sollte alle nachdenklich machen“.
Du Arsch, möchte ich sagen. Nochmal: „Wer sich in die Gefahr begibt, kommt in ihr um“! Ihr habt es euch ausgesucht, also jammert nicht über den „oft zu großen Druck“!
Ich habe mir auch einen schweren Beruf ausgesucht, bewusst! Ich habe nie darüber gejammert: Wie sollte ich denn noch in den Spiegel blicken können? Der Kaufmann jammert, der Handwerker hat vielleicht Anlass zu Klagen. Aber von keiner Kaste hört man so oft das Geraunze über „zu großen Druck“, wie von gegenwärtigen Politikern.
Das sollte „nachdenklich machen“? Das heißt, ihr habt euch die ganze Zeit keine Gedanken gemacht über das, was ihr tut und wofür ihr in Verantwortung gesehen werdet.

Die „Sache Spiegel“ mit dem ganzen Drumherum bringt Hadmut Danisch auf einen grundsätzlichen, einfach einleuchtenden Nenner:

„Von Männern erwartet man, dass sie sich einen Beruf, eine Stelle suchen, der ihren Fähigkeiten und ihrer Leistungsfähigkeit entspricht. Bei Frauen soll es dagegen egal sein, was sie können, weil „Frau“ schon reicht, um ganz nach oben zu kommen. Ministerin? Bundeskanzlerin? Bundespräsidentin? Konzernchefin? Völlig egal. Frauen können angeblich schon kraft ihres Geschlechtes einfach alles.“

Kraft ihres Geschlechtes mit Kompetenz für höchste Ämter wie: Ursula von der Leyen, Annalena Baerbock, Christine Lamprecht, Claudia Roth, Kathrin Göring-Eckard u.v.a.m.
Ideal ist es, wenn sich weiblich-intrinsische (In-) Kompetenz mit unbedingter ideologischer Rigorosität verbinden, wie z.B. bei Frau Nancy Faeser. Oder mit viriler Darbietung, welche „virile“ Gestalten in der eigenen Partei noch übertrifft. Wie auch im Fall von Frau Marie-Agnes Strack-Zimmermann, dieser „Frau“ mit weiß-grauer Stahlhelm-Frisur, versus „Bambi“ Christian Lindner. Phänotypisch und mental vergleichbar mit der grünen Hackfresse Frau Renate Künast.

Mit dem Auf- und Abtritt von Frau Anne Spiegel wurde deutlich, was es mit den „authentischen und bewertungsfreien Selbstoffenbarungen“ im Grunde auf sich hat: purer Egoismus. Es passt in eine Reihe mit dieser von den grün-roten Drecksmedien gefeierten „emotionalen“ Bundestagsrede der 23-jährigen Grünen-Abgeordnete Frau Emilia Fester zur Impfpflicht: hemmungs- und schamlos vorgetragene Egozentrik und Anspruchshaltung. Bordiert von Gesinnungsethik und ohne jeglich erkennbare echte Verantwortungsbereitschaft.

Und Danke an all jene, die mit verantwortlich sind, dass solche Gestalten das Sagen haben.

Und jetzt hole ich mir noch die Sammlung der Schopenhauerschen Schmähreden über das weibliche Geschlecht aus dem Bücherschrank!

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Keine Impfpflicht!

Die Uneinsichtigen und Idioten wollen trotzdem nicht aufgeben

Eine Impfpflicht, wie es sich die Verblendeten dieser sinnfrei blinkenden Ampel-Koalition vorgestellt haben, wird es also (vorerst?) nicht geben. Es war ein guter Tag, dieser Donnerstag, der noch einen Funken Hoffnung aufkommen ließ, dass Hopfen und Malz nicht ganz verloren sind – vielleicht.
Lügen-Karl und fast die gesamte grün-rote Mischpoke zeigten sich enttäuscht. Und trotzig – wie erwartet: sie wollen nach der Niederlage einen neuen Angang zur Volksbeglückung und Menschheitsrettung auf den Weg bringen. Unbelehrbar wie sie sind.
Unbelehrbar gegenüber folgenden Tatsachen:

• Jeder der entwickelten und der Menschheit aufoktroyierten »Impfstoffe« erwies sich „Blindgänger“
• Trotz »Impfqoute« von 76% der Gesamtbevölkerung steigen „Inzidenzzahlen“ an
• Es ist immer noch nicht klar, was mit den Tests eigentlich erfasst wird
• Trotz irrer Inzidenzzahlen gibt es weniger Kranke in den Krankenhäusern und auf den Intensivstationen
• Drei- und vierfach Geimpfte erweisen sich als anfälliger für »Infektionen« als Nichtgeimpfte
• Die Schäden nach den verabreichten »Impfstoffen« sind exorbitant hoch – was man nicht zur Kenntnis nehmen möchte
• Das ganze Corona-Regime der Regierung zur Erreichung einer Herdenimmunität hat versagt
• Das Gesundheitswesen ist entgegen den gebetsmühlenartig wiederholten Prognosen nicht zusammengebrochen
• Die Intensivstationen sind trotz zwischenzeitig staatlich verfügtem Bettenabbau in keiner Weise aus- geschweige denn übergelastet
• Die Übersterblichkeit durch Corona erwies sich als nicht signifikant höher als bei klassischen Grippe-Wellen
• Es ist nie eindeutig differenziert worden, ob Menschen etwa an oder nur mit Corona verstorben sind
• Oder an Impffolgen
• der amtierende Gesundheitsminister erfindet weiterhin nicht belegbare Corona-Todeszahlen
• der Gesundheitsminister hat nachgewiesenermaßen von Epidemiologie keine Ahnung lügt sich generell »Tatsachen« zusammen

Das sind die Unverbesserlichen, die sich jetzt enttäuscht geben – eine Auswahl:

• Die Grünen- und die SPD-Fraktion
• Die Gesundheitsminister von Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Hessen
• Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek
• Der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann
• Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß
• der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer
• der Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger
• u.v.a.m.

Diese Leute haben sich in etwas hineingesteigert, aus dem sie nicht mehr herauskönnen. Mit ihnen sollte das Gleiche geschehen wie mit all diesen »Faktencheckern«, die sich nicht an Fakten, sondern an ihren persönlichen »Einsichten« orientieren. Sie gehören zum Teufel gejagt. In die Hölle, wo hoffentlich bald Lügen-Karl – mitsamt Drosten und Wieler – geröstet wird. Dazu diese Millionen von Idioten, die meinen, ihr Überleben hänge davon ab, dass sie weiterhin und allerorten Masken tragen; und die das auch noch ihren Mitmenschen aufzwingen möchten. Damit würden sich manch andere Probleme auch lösen.

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Meine Welt von gestern

Kapitel 1 – Vorwort

»Die Welt von gestern“ – eine Reminiszenz an Stefan Zweig

„Wer seine Wurzeln nicht kennt, kennt keinen Halt.“
Stefan Zweig

Was hat »meine Welt von gestern“ mit Stefan Zweigs Epoche zu tun? Es sei schwer – schreibt Zweig in seiner großartigen Biographie und Zeitschilderung – der Generation von heute, die in Katastrophen, Niedergängen und Krisen aufgewachsen sei, den Optimismus und das Weltvertrauen zu schildern, „die uns junge Menschen seit jener Jahrhundertwende beseelten“. Vierzig Jahre Frieden hätten den wirtschaftlichen Organismus der Länder gekräftigt, „die Technik den Rhythmus des Lebens beschwingt, die wissenschaftlichen Entdeckungen den Geist jener Generation stolz gemacht; ein Aufschwung begann, der in allen Ländern unseres Europa fast gleichmäßig zu fühlen war“. Eine wunderbare Unbesorgtheit sei damit über die Welt gekommen, schreibt Zweig weiter und fragt:
„Was sollte diesen Aufstieg unterbrechen, was den Elan hemmen, der aus seinem eigenen Schwung immer neue Kräfte zog? Nie war Europa stärker, reicher, schöner, nie glaubte es inniger an eine noch bessere Zukunft, niemand außer ein paar schon verhutzelten Greisen klagte wie vordem um die ,gute alte Zeit‘“.
Stefan Zweig schildert sein Jahrhundert mit all den lieb gewonnenen Dingen, die langsam zerfallen und demontiert werden. Er meldet sich als Zeitzeuge zu Wort, der belegt, wie es einmal war und wie es nie wieder werden kann. Seine Erinnerungen sind ein melancholischer Abgesang auf eine glanzvolle Vergangenheit, die in seinen Augen unwiederbringlich verloren scheint: „Wir haben uns (…) die dümmste Epoche der Weltgeschichte für unser kurzes Leben ausgesucht“, schrieb er in einem Brief. Sein Selbstmord 1942 dürfte nicht zuletzt eine Konsequenz dieser Enttäuschung gewesen sein.

Auch ich bin in eine Zeit des Friedens und eine Zeit des Aufbruchs hinein geboren worden und aufgewachsen. Drei Jahre nach der zweiten Jahrhundertkatastrophe des zurückliegenden Säkulums.
1945 war Deutschland nahezu vollkommen zerstört. Es gab Millionen von Entwurzelten: Ausgebombte, Heimatvertriebene und Flüchtlinge, wegen der Rasse oder politischen Gesinnung Verfolgte; Menschen, die sich jetzt auf dem Gebiet des Restes des »Reiches« sammelten. Den Rest, den die Sieger dem deutschen Volk noch zugestanden hatten.
Jahrhundertealte Siedlungs- und Wohngebiete im Osten Deutschlands und in Mittel- und Osteuropa waren unwiederbringlich verloren. Die Städte im Rumpfdeutschland waren Ruinenlandschaften. Von einer Infrastruktur konnte man nicht mehr zu sprechen – sie war schier komplett ausradiert. Die Versorgung mit Lebensmitteln und den sonst zum Überleben notwendigen Gütern war auf dem Boden liegend und es kam in den Jahren 1946 bis 1947 zu erneut todbringenden Hungerkatastrophen.
Dann 1948: Währungsreform und Beginn eines nie erwarteten Wirtschafts- und Lebenswunders in dem Teil des Deutschlands, in dem ich Großwerden durfte. Zuwege gebracht hat dies die Generation unserer, meiner Eltern und Großeltern; gleichwohl eine Generation, „die in Katastrophen, Niedergängen und Krisen aufgewachsen“ war. Wir, die mit der »Gnade der späten Geburt« gesegneten, haben von deren Arbeit und Leistungen Nutzen gezogen. Und waren freilich damit auch aufgerufen, dies auszubauen und Bewahrenswertes zu bewahren. Das ist meine Überzeugung geworden.
Ich – wir – haben mehr als 70 Jahre des Friedens erlebt, die – wie auch Zweig es für seine Zeit formulierte – „den wirtschaftlichen Organismus der Länder gekräftigt, (die Technik) den Rhythmus des Lebens beschwingt, die wissenschaftlichen Entdeckungen den Geist jener Generation stolz gemacht; ein Aufschwung begann, der in allen Ländern unseres Europa fast gleichmäßig zu fühlen war“.
Aber die von Zweig beschworene „wunderbare Unbesorgtheit“ war nicht über die Welt gekommen. Wir erlebten zwar keinen heißen, aber doch den stets als bedrohlich empfundenen „Kalten Krieg“. Bis denn auch dieser unserer so glücklichen Generation 1989 zum guten Schluss nahezu im Taumel abhandenkam.

Ich bin von dieser Zeit der 50er und 60er Jahre am stärksten geprägt worden. Natürlich zuallererst von meiner Familie und dem Umfeld, in das diese Heimatvertriebenen und anfänglich entwurzelt scheinenden Menschen kamen. Ich fühlte mich von Anfang an eingewurzelt in dieser fälligen neuen Heimat. Dazu in der Geschichte meiner Familie und der meines Landes, das man „deutsch“ bezeichnet: ja, „von der Etsch bis an den Belt“.

„Wenn man nicht verwurzelt ist in seiner Geschichte – auch der persönlichen Geschichte und der Familiengeschichte. Was ist denn dann da?“

Johannes Paul II. schrieb in seinem „Brief an die Familien“:

„Unter diesen zahlreichen Wegen ist die Familie der erste und der wichtigste. Ein gemeinsamer Weg und doch ein eigener, einzigartiger und unwiederholbarer Weg, so wie jeder Mensch unwiederholbar ist; ein Weg, von dem kein Mensch sich lossagen kann. In der Tat kommt er normalerweise innerhalb einer Familie zur Welt, weshalb man sagen kann, daß er ihr seine Existenz als Mensch verdankt. Fehlt die Familie, so entsteht in der Person, die in die Welt eintritt, eine bedenkliche und schmerzliche Lücke, die in der Folge auf dem ganzen Leben lasten wird.“

Für mich gibt es das, was Nietzsche In seinem Essay „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben“ erwähnt: „das Wohlgefühl des Baumes an seinen Wurzeln“.

Ich kann mich nicht mit Stefan Zweig messen, aber auch ich möchte „meine Welt“ beschreiben, mit „all den lieb gewonnenen Dingen, die langsam zerfallen und demontiert werden“.
Ich habe intensiv berührende Brüche in meinem Leben und in „meiner Welt“ erlebt und möchte sie auch ergründen:
Wie kam es zu dieser Zerrüttung unserer einst so hoffnungsfroh stimmenden Demokratie, deren Abgleiten in erneut zu befürchtende, totalitaristische politische Strukturen in den letzten zwei Jahrzehnten.
Wie kam es zu diesem eingreifenden und als negativ empfundenen Wandel in »meiner« Medizin und der Wissenschaft, die meinem Beruf als Arzt zu prägen haben.
Warum das Verschwinden von Charakter, Bildung, Vertrauenswürdigkeit nicht nur bei den sogenannten Eliten, auf offener Bühne in der Gesellschaft.

Prägend war für mich aber in diesen Zusammenhängen die Verantwortung, Kinder groß zu ziehen. Daran zu arbeiten, ihnen gleichwohl den Weg in eine bessere Welt zu bereiten!
Ob das gelang, müssen die schlussendlich beurteilen.

Und dann – nicht richtig geglaubt nach mehr als 70 Jahren Frieden – wieder ein Krieg auf europäischem Boden.

Wir haben uns nicht – wie Stefan Zweig meint – die dümmste Epoche der Zeitgeschichte ausgesucht, sondern eine, die unvergleichlich mehr Veränderungen im Globalen, im Technischen und Wissenschaftlichen, im Sozialen, wie in den individuellen Anforderungen, erbracht hat, als in den vorausgehenden Jahrhunderten. Meine Generation hat Besonderes erlebt und mitgestalten können, den kein Land und kein Volk wie das unsere: Ob nur zum Besten, für eine noch bessere Zukunft“? Oder war vordem die alte Zeit besser, wie ein vielleicht schon bald „verhutzelter Greis“ meint.

Ich habe kein „Epos“ im Auge, wie Stefan Zweig mit seinen Erinnerungen. Das wäre vermessen. Mit dem mir eher gemäßen Format der „Chronik“, dazu unprätentiöse Erzählungen oder Aufsätze, will ich es versuchen. Aber die einzelnen Teile sollten sich aber doch zu einem aussagekräftigen Ganzen fügen, das „meine Welt« und mich als darin eingebettete Person darstellen mag.

Bevor ich in meine Schilderungen einsteige, noch eine Aussage von Karl Jaspers, dessen Denken mich oft tonangebend begleitet hat.

»Unser Muße können wir nicht besser verwenden, als mit den Herrlichkeiten der Vergangenheit vertraut zu werden und vertraut zu bleiben und das Unheil zu sehen, in dem alles zugrunde ging. Was wir als gegenwärtig erfahren, verstehen wir besser im Spiegel der Geschichte. Was die Geschichte überliefert, wird uns lebendig in unserem eigenen Zeitalter. Unser Leben geht voran in der wechselseitigen Erhellung von Vergangenheit und Gegenwart.«*

Ich will damit an dieser Stelle einen Dank aussprechen: an meine Lehrer – ich hatte in der Erinnerung nur gute Lehrer; an kluge Freunde und Kollegen, die ich in meinem Leben hatte – und auch »Chefs«; an meine Eltern und Großeltern; an alle, die mich mit dem vertraut machten, was in dem obigen Zitat ausgedrückt werden soll. Und mich zu dem machten, was aus mir geworden ist.


  • Karl Jaspers: Vom Ursprung und Ziel der Geschichte, Piper Verlag München, 1966
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»Meine Welt von Gestern«

Als ich meinte, diesen Blog einstellen zu müssen, war damit auch der Hintergedanke verbunden, dass ich mich dann endlich dazu zwingen würde, meine begonnene Autobiographie fortzusetzen und mich nicht von der Beschäftigung mit Aktuellem einsacken zu lassen, dass ich mich nicht immer daran und an mich Aufregendem abarbeite.

Also starte ich mal den Versuch, beides zu verbinden, dachte ich.

Warum begann ich überhaupt damit, eine Autobiographie zu schreiben?
Ein Grund ist, dass ich Schreiben für mich als Unverzichtbares entdeckt habe.
Deshalb begann ich auch diesen Blog.
Ich habe ein reiches Leben hinter mir. Eine glückliche Kindheit und Jugend, eine gute Schule mit ausgezeichneten Lehrern; und ich habe schließlich in diesem so unvergleichlich prägenden und schönen Beruf als Arzt Erfahrungen sammeln können und Erlebnisse, die ich – vielleicht etwas eitel – im Vergleich mit vielen Berufsgenossen als einzigartig bezeichnen kann. Wenn ich meine Erlebnisse – auch im Kollegenkreis – erzählte oder erzähle, besonders jetzt und heute, scheint das alles aus der Zeit gefallen. Aus einer nicht wiederkehrenden Zeit. Man entschuldige diese natürlich banale Aussage.
Was mein Berufsleben angeht, hatte ich schon mal überlegt, daraus einen Roman zu stricken, im Sinngehalt von »House of God« des amerikanischen Psychiatrieprofessors Stephen Bergman alias »Samual Shem«. Bergmann hat durch seine äußerst zynische, mir aber durchaus sympathische Darstellung der Ausbildung junger Ärzte in den amerikanischen Krankenhäusern, eine beachtliche Veränderung der öffentlichen Meinung bewirkt; und das Werk war gar einer der Gründe für die Reformierung der medizinischen Ausbildung in den USA in den achtziger Jahren.
Bei der ersten Lektüre dieses autobiographischen Romans fühlte ich mich in meine Studien- und Ausbildungszeit als junger Arzt versetzt. Natürlich unter »deutschen« Verhältnissen, die sich aber in vielem ähnlich darstellten.
Mir geht die literarische Klasse von S. Bergmann ab: also kein »Roman«, entschloss ich mich! Das wäre insofern einfacher gewesen, als ich manche meiner bizarren Erlebnisse, verbunden mit manchen befremdenden Persönlichkeiten und Umständen hätte literarisch verschleiern können. Was man erlebt hat, ist mit konkreten Menschen und Orten verbunden. Wenn man Bizarres ans Tageslicht zerrt, muss man gewärtig sein, dass man Betroffene oder „Nachkommen“ aufweckt und man plötzlich als Diffamierer und Rufschädiger dasteht, und – nicht nur im Falle des so edlen Ärztestandes – als übler Nestbeschmutzer.
Aber ich bin der Überzeugung, manches muss einfach gesagt und geschildert, darf nicht vergessen werden. Und so werde ich in diesem Teil meiner Autobiographie gefordert sein, einen schmalen und nicht ungefährlichen Grat zu gehen.

Ich möchte meine Leser und »Follower« teilhaben lassen an meinem »Opus Magnum« und beginne natürlich mit einem Vorwort, das demnächst hier erscheinen wird.
Der Leser findet ja unter meinen Sterngeschichten bereits die anekdotenhafte Schilderung meiner Jugendjahre in dem Gasthof meiner Eltern – damals im fränkischen Pegnitz. Müßig zu sagen, dass die »Sterngeschichten« natürlich Bestandteil meiner Autobiographie sind, darin aber auch neu einkleidet werden müssen.

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Russland ein Raubtier!

Auch der nachfolgende Artikel war schon vorab auf conservo erschienen – am 25. Februar 2022. Er war – das habe ich dazu geschrieben – aus meiner Erregung über den von Putin begonnenen Krieg entstanden.
Jetzt, fünf Wochen danach, hat sich meine Empörung und die von mir getroffene Einschätzung über »die Russen« nicht geändert. Wie auch?
Bei den eigentlich nicht von der Hand zu weisenden Gräueltaten der russischen Soldateska in der Ukraine.
Augenzeugen berichten, dass es wohl auch überwiegend betrunkene Soldaten waren, welche diese berichtete sinnlose Zerstörung von Wohnungen, Krankenhäusern, Schulen etc., die willkürlichen Erschießungen, Verschleppungen, Vergewaltigungen zu verantworten haben. Nicht etwa nur die betrunkenen, uniformierten Muschiks sind dafür verantwortlich, sondern die Offiziere, die militärische Führung, bis hin zum »Verteidigungsminister« und Präsident Putin.
Ich bezweifle nicht, dass bestimmt auch Kriegsverbrechen der anderen , der ukrainischen Seite bekannt werden!
Wenn nicht, wäre das bei aller geschichtlicher Erfahrung verwunderlich.
Aber der Aggressor ist nun mal der russische Bär, und das ist zunächst das Thema.

Der Beitrag war – wie schon von mir beklagt – auf conservo von der Betreiberin mit folgendem Vorbehalt veröffentlicht worden.

»Wichtige Vorbemerkung von Maria Schneider zu altmods Philippika : Ich habe sie nicht verfasst. Wenn ich altmod richtig verstanden habe, war nach dem Artikel zur Rolle der Juden in der Ukraine seine Absicht, durch diese Übertreibung Vorurteile gegen Juden aufzuzeigen, indem er Vorurteile gegen Russen überspitzt darstellt. Da ich den Artikel spät abends veröffentlicht habe, habe ich diesen wichtigen Punkt vergessen. Entschuldige, altmod!«

Es trifft zu, dass auf conservo vorher ein Beitrag mit eindeutig antisemitischer Intention und historischen Verfälschungen vorausgegangen war. Aber nicht dieser Beitrag war der Auslöser für meine »Philippika«, sondern die Aggression Putins und die insgesamte, unkritisch aufscheinende Russophilie und das »Putin-Verstehen« im Angesicht eines verbrecherisch begonnenen Krieges.

Aber meine Leser mögen sich selbst ihr Meinung dazu machen.

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Russland ein Raubtier?


von altmod

Der folgende Beitrag mag aus einer emotionalen Anwandlung heraus entstanden sein, und aus einem unterdrückten Ressentiment. Aber das muss raus …

Darum will ich gleich das Ressentiment in den Vordergrund stellen: Mich hat in der Vergangenheit ein abgrundtiefes Misstrauen gegen die Russen gelenkt – und wohl nicht nur mich. Auch wenn man im Grundsatz nicht verallgemeinern sollte.
Wir, meine Generation, haben zwar das nicht gerade „leibhaftig“, aber doch mittelbar erlebt – und dann verinnerlicht:

  • Die Niederschlagung des Volksaufstands in der SBZ mit Panzern am 17. Juni 1953;
  • Panzer mit Massakern gegen die freiheitsliebenden Ungarn im November 1956;
  • Kubakrise 1962;
  • Einmarsch in die CSSR 1968 und Zerschlagung des Prager Frühlings – Panzer am Wenzelsplatz
  • Invasion in Afghanistan, wo sich der russische Bär erstmals richtige Wunden holte.

Man könnte das, was hier aufgezählt ist, als Ausfluss der Ideologie des sowjetischen Sozialismus zuordnen. Das war und ist aber – meiner Ansicht – die diesem gewalttätigen Volk genehme und auf den Leib geschnittene Ideologie.

Die Geschichte Russlands und dessen Aufstieg zur Groß- und Weltmacht war und ist die einer nicht endenden Barbarei und Brutalität. Man mag einwenden, das zeichnet auch andere Völker und Nationen aus – einschließlich das unsere. Aber es geht jetzt mal um Russland. An dem anscheinend jede Spur von Aufklärung und humanem Fortschritt fehlgegangen zu sein scheint.

Bezüglich der russischen Despoten zieht sich eine (rote) Spur von Iwan dem Schrecklichen, dann Peter „der Große“ – eines der größten Scheusale unter den Scheusalen der Weltgeschichte, bis hin zu den „roten Zaren“ mit Lenin, Stalin, Breschnew usw. im Kreml. Und bis hin zum „lupenreinen Demokraten“ Wladimir Putin.
Die Zaren von Iwan bis Stalin haben sich das größte Land der Erde zusammengeraubt oder „erobert“ und zahllose Völker unterdrückt. Was waren denn die Beweggründe, eine derartige Landmasse sich einzuverleiben, die eigentlich kein Mensch besiedeln wollte, in großen Teilen menschenunfreundlich ist, und dessen Erschließung nur mit Sträflingen, Zwangsverbannten und selten vielleicht mit Freiwilligen erfolgte.
Auch nach dem Zusammenbruch der UdSSR mit einem wirtschaftlichen und mentalen Verfall des Landes unter Jelzin behielt man weiterhin ein militärisches „Ass“ im Ärmel. Trotz eklatanter wirtschaftlicher Probleme wurde die Weiterentwicklung der herkömmlichen Waffensysteme (Flugzeuge, Raketen, Panzer etc.) dort vorangetrieben und früh mit den modernen Varianten des Cyberkriegs aktiv ergänzt.
Aufrüsten weiterhin, egal wie es dabei dem Volk in seinem anhaltenden Elend ging. Trotz SALT, INF und START etc.

Und der Westen und die europäischen Staaten haben sich in Selbstgefälligkeit eingelullt mit dem Überheblichkeitsgefühl eines Siegers und der scheinbaren Überlegenheit der eigenen Ideen. Und der eigenen Dekadenz Lauf gelassen. Der entstandene links-grüne Pazifismus verbunden mit einem irrationalen Hypermoralismus hat nicht nur Deutschland, ganz Europa in eine wehrlose und ohnmächtige Lage gebracht. Nicht mehr in der Lage, einer brutalen Menschenansammlung im Osten Europas weltanschaulich wie militärisch zu widerstehen.

Unter „Zar Wladimir“ habe das russische Volk einen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren und es gäbe eine neue, nicht mehr arme Mittelschicht. Wenn die jetzt verhängten Sanktionen gegen Russland wirken würden, dann müssten sich doch die jetzt wieder vor einer Verarmung stehenden Bevölkerungsteile auflehnen und gegen Putin aufbegehren. So heißt es jetzt in manchem Kommentar der Qualitätsmedien zu der Frage, was man denn jetzt gegen den kriegerischen Zar Putin unternehmen könne.

Das russische Volk wird nicht aufbegehren, sie werden ihrem Zaren im angeborenen und anerzogenen Duckmäusertum und weiter in ihren auch Wodka-bedingten Delirien verharren.

Die einzige erfolgreiche Revolution oder Umsturzbewegung – 1917 – ging nicht vom Volk aus, sondern von importierten Eliten.
Ich habe da keine Hoffnung, dass vom russischen Volk, „vom Russen“, etwas an wirklichen Veränderungen im eigenen Staat und der Gesellschaft endigen könnte. Samisdat und Magnitisdat mit seinen intellektuellen Dissidenten hatte seinerzeit schon im Volk nichts bewirkt – kein Solschenizyn, kein Sacharow, kein Pasternak. Heute soll es angeblich in Russland Zehntausende Menschen geben, die für ihre Rechte auf die Straße gehen. Und schon 2011 gab es wohl russische Bürger, die Putin die Gefolgschaft verweigerten, wie die Welt mit einer Reportage zeigen mochte. Nichts mehr ist davon zu hören.

Ein Nawalni, Sergej Deloné, Michail Chodorkowski und der ehemalige Schach-Weltmeister Kasparow mögen im Ausland „Wirkung“ verbreiten, aber offensichtlich nicht im russischen Volk selbst.
Mit Massenprotesten, die das System Putin zum Einsturz bringen könnten, kann man dort nicht rechnen. Nicht bei einem Volk, das nicht nur bei den Siegesfeiern am 9. Mai zum „Großen Vaterländischen Krieg“ Stalin-Porträts vor sich her trägt – gesehen von mir selbst in St. Petersburg.
Es ist nicht nur der von Putin gelenkte Unterdrückungsmechanismus, der das Revoltieren verunmöglicht, es ist eine Sache der Mentalität.

Wehe, wenn sie losgelassen …

Ich erlebte einstmals Russen in direkter „Kollision“ 1991 kurz vor Silvester im „Tower Thistle Hotel“ in London. Da fiel eine Meute russischer „Touristen“ – etwa 40 Personen an der Zahl – zu einer Neujahrsfeier ein. Feiste, sichtbar an Alkohol gewöhnte Männer mit protzigen Goldketten um den Hals und eine dicke Rolex am Arm, dazu ihre aufgetakelten Frauen oder Gspusis, eine Wolke von „Trojnoj“ verbreitend. Mit einem Auftreten wie Barbaren in Reinkultur.

So, da habe ich jetzt meine ganzen Vorurteile ausgepackt, obschon ich mich an die gute Regel halten möchte, nicht zu verallgemeinern. Nicht bei Russen, Franzosen, Italiener und auch nicht bei Amis.
Aber da habe ich heute Abend auch ein Wort des derzeitigen lettischen Präsidenten gehört, der sagte, „wer mit den Russen keine Erfahrung gesammelt hat, lebt in einer gewissen Naivität!“

Dass dieser A…. Putin einen Krieg anfängt und mit Konsequenzen drohen kann: „wie Sie sie in Ihrer Geschichte noch nie erlebt haben!“ Was ist das für eine Rhetorik?
Man komme mir nicht mit bewusst geäußertem Kalkül oder Strategie. Das ist barbarisches Protzverhalten, jenseits von „Diplomatie“ und Einfühlungsvermögen für Andere und Anderes.
Auch – und gerade – wenn es gegen eine von den Amis und westlichen „Demokraten“ gehätschelte Ukraine geht, einem Spitzenreiter auf der Liste korrupter Regime. Also eigentlich gegen Seinesgleichen – auch ethnisch überwiegend.

Da mögen die Putin-Versteher und Russenfreunde jetzt über mich herfallen – nur zu!

Könnt ihr mich wirklich widerlegen?

Ihr könnt aber nicht nur meine „historischen“ Einsichten und die meiner Generation aus der Welt schaffen.
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Und die historischen Einsichten werden aktuell durchaus angereichert, wie einleitend ausgeführt.
Ich habe in meinem obigen Artikel darauf verzichtet, auch auf die durch Erzählungen Betroffener und durch das durchaus inzwischen ehrlicher und weniger verdruckste Schriftgut über die Erfahrungen vor allem der ostpreußischen Bevölkerung – vor allem der Frauen – mit den russischen »Befreiern« 1945 zu verweisen. Zu Recht könnte man dann auch auf die vorausgegangenen deutschen Verbrechen seinerzeit verweisen. Aber diesmal sind die Russen das Thema.

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