Der Weltuntergang hat noch nicht stattgefunden

Eine Wahlnachlese

Selbst die ärgsten Gegner der AfD müssten zugeben, meinte der AfD-Vorsitzende Meuthen, dass seine Partei der „strahlende Sieger“ der Wahlen sei. 

Ich hätte mir 3 % mehr in Brandenburg und 5% mehr in Sachsen gewünscht, dann hätte ich auch gestrahlt. Die SPD hätte sich mit ihrem Schrottergebnis von 26 % in Brandenburg und die Sachsen-CDU mit ihren 32 % nicht als Sieger ausgeben können. So erklärten sich die Satire Partei Deutschlands – trotz Verlusten von minus 6 % in Brandenburg – und die unwerte Union in Sachsen mit minus 7 % in Sachsen als Sieger der Wahl.

Gerald Grosz, der österreichische Politiker und Publizist, meinte in seinem aktuellen Video dazu:

Natürlich kann man sich jede Leiche schön reden und es ist immer wieder bemerkenswert, wie sich politisch erfolglose Konkursanten am Wahlabend zu erfolgreichen Siegern aufschwingen. 

Die AfD hat leider nicht in den beiden Bundesländern jeweils die Spitzenposition erreichen können, wenn auch die Abstände zu SPD und CDU beide Male sehr gering ausfallen.
Es hätte den GAU für das bundesdeutsche Polit- und Medien-Establishment geheißen. Die Situation wäre für jene dann tatsächlich einem Weltuntergang vergleichbar.
So hat er nicht stattgefunden.
Noch nicht?

Die Großkoalitionäre in Berlin werden ihre Vettel-Politik (kein Schreibfehler!) ungeniert zum Schaden von Land und Volk weiter betreiben. Die Grünen können über eine Regierungsbeteiligung in den beiden Ländern via Bundesrat weiter mehr Macht auch im Bund erhalten.

Aber es bleibt eine Tatsache: Die SPD ist unvermindert auf dem Weg zur Splitterpartei. Und die CDU wird mit der Alten in Berlin und mit Annegret Klein-Kaliber gewiss erst auch noch ihr richtig blaues Wunder erleben.

Leider ist halt das nicht eingetreten, was die jubel-jaulenden Hofhunde gewiss als Weltuntergang ausgedrückt hätten: jetzt schon der Untergang der alten Welt der linksgrünen Bundesrepublik. Was ich nochmals bedauernd erwähnen will.
Das Gespenst der Wiederkunft des Gröfaz, ob er nun Höcke oder Gauland heißt, werden die Sudelschreiber von den Meinungs-Dungspülen und die Haderhetzer und GEZ-Kokotten vom Flunker-TV weiterhin hemmungslos in Umlauf bringen, wie es schon am Wahlabend in diversen „Formaten“ geschah.

Was Höcke betrifft, ist meine Meinung („Pathos und Schwulst“) zu diesem eitlen Selbstdarsteller hinreichend bekannt. Zur parteilichen „Hygiene“ – so leid es einem tut, das zu sagen – würde der AfD ein schlechtes Ergebnis von Höcke in Thüringen dienlich sein. Aber da ginge auch für die AfD die Welt nicht unter. Auch da würde weiterhin von den Etablierten allenthalben das Nazi-Gespenst unverfroren an die Wand gemalt werden.

Über die Wähler der AFD will ich nochmal Gerald Grosz zu Wort kommen lassen:

Nein, die Wählerinnen und Wähler der AfD sind keinen Nazis, nein sie sind keine Rechtsextremen. Und sie lassen sich auch von politisch Etablierten nicht als Stimmvieh oder Opfer von Rattenfängern bezeichnen. Sie lassen sich nicht schubladisieren. Es sind größtenteils einfache und rechtschaffene Bürgerinnen und Bürger, welche von den alten und schwerfälligen Systemparteien wie Sozialdemokraten und Christlich-Sozialen keine Antworten auf ihre Sorgen mehr erhalten. Es sind Menschen, die die roten und schwarzen Technokraten nicht mehr verstehen, die in den hartherzigen Besitzstandswahrern keine Visionen mehr erkennen. Es sind kritische Bürger, deren Meinung die letzte Jahre handstreichartig und bequem ins rechte Eck gerückt wurde und die sich nun dafür rächen, dass sie als Parias der Gesellschaft verleumdet wurden. Es sind einfache und sorgenvolle Menschen, die von den Lügen und dem elenden Politsprech die Nase voll haben, die sich gegen die Handlungsunfähigkeit, den inhaltsleeren Stillstand, gegen eine überhebliche Machtpolitik zur Wehr setzen. Es sind Menschen, die eine Politik des Einzelfalls ablehnen, die sich eine offene und liberale Heimat auf Basis von Recht und Ordnung wünschen. Und es sind Menschen, die demokratische Wahlen in Anspruch nehmen, um dieses Bild des Jammers zu korrigieren. Es sind keine ideologischen Wähler sondern Bürger, die eine logische Antwort auf den Irrsinn der letzten Jahre geben. Und auch für diese Wähler gilt: Die Demokratie hat immer recht!“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Der Klimagott ist tot…

Von den „Mainstream-Medien“ hierzulande unbeachtet fand in Kanada vor dem Obersten Gerichtshof in British-Columbia ein spektakulärer Prozess statt.
Michael Mann, der Erfinder der „Hockeystick-Kurve“, einer Grafik der globalen Durchschnittstemperatur, die belegen soll, dass der Mensch mit der Industrialisierung dafür gesorgt hätte, dass die Welt-Temperatur rasant anstieg, hatte gegen einen ander Wissenschaftler, Timothy Ball, auf Verleumdung geklagt. Ball war zu ganz anderen Ergebnissen als Mann gelangt und hatte diesen quasi des Betrugs bezichtigt. Mann sollte vor dem Gericht seine Theorie darlegen und beweisen, was er nicht tat – offensichtlich auch nicht möglich ist – und verlor den Prozess.
Die „Hockeyschläger-Theorie“ ist die Basis aller Argumente für den Mensch-gemachten Klimawandel und den politisch eingefädelten Klima-Hype.
Roger Letsch hat auf seinem Blog „unbesorgt“ über diesen Vorgang berichtet; Achgut hat den Beitrag übernommen und auch wir wollen zur Verbreitung beitragen.

Ein Pokerspiel um Hockeystick und Klimakatastrophe

Stellen Sie sich vor, sie sitzen bei einer Pokerpartie und haben gute Karten. Sie ahnen, dass Ihr Gegenüber ein lausiges Blatt hat, aber der grinst Sie nur an und erhöht die Einsätze. Ihnen geht langsam das Geld aus, aber sie gehen schließlich aufs Ganze und wollen sehen. Die Regeln sind klar, Karten auf den Tisch! Doch ihr Gegenüber grinst weiter und zeigt seine Karten nicht. Sicher, Sie gewinnen! Der Einsatz gehört Ihnen, aber Ihr Gegenüber behauptet frech, er habe gar nicht verloren, er habe nur eine Frist verstreichen lassen. Sein Blatt sei nach wie vor unschlagbar, er zeigt es Ihnen aber nicht! Was nach einem ganz miesen Spiel klingt, ist die Realität. Der Spieler, der „sehen“ wollte heißt Timothy Ball, der Typ mit dem „geheimen Blatt“ ist Michael Mann und das „Spiel“ fand vor wenigen Tagen am obersten Gericht von British Columbia in Kanada statt. Fall Sie von dieser Partie bisher nichts gehört haben, liegt das jedoch nicht daran, dass sie nur von „lokaler Bedeutung“ wäre. Die Bedeutung des Spiels ist groß, auch deshalb, weil sein Ausgang ein aus Angst errichtetes Gebäude ins Wanken bringt und dessen Fundament sich gerade in Treibsand verwandelt hat: Die Mär vom ausschließlich menschengemachten Klimawandel und ihre graphische Inkarnation, die Hockeystick-Kurve.

Wie alles begann

: Manns „Hockeystick”, unten Balls Klimakurve. Quelle: ccfsh.org

Michael Mann ist niemand anderes als der Vater dieser Hockeystick-Kurve, einer Grafik der globalen Durchschnittstemperatur, die seit tausend Jahren angeblich nur so vor sich hin dümpelte, bis der Mensch mit der Industrialisierung dafür gesorgt hätte, dass die Temperatur rasant anstieg. Das sieht dann aus, wie ein Eishockey-Schläger, dessen Blatt in Richtung Klimakalypse weist. Beweis erbracht, Panik erzeugt! Und das lange vor Greta! Denn erst mal kam Al Gore, der die Kurve in seinem Film „Eine unbequeme Wahrheit“ dramaturgisch einbaute. Ein ex-Vizepräsident der Demokraten zeigt uns in einem Oscar-prämierten Film ein Diagramm, von dem ein Wissenschaftler sagt, es beruhe auf Daten und Fakten und Gore erhält dafür auch noch den Friedensnobelpreis…was kann da schon schief gehen!

Doch Wissenschaft funktioniert nicht so, es sei denn, sie fällt der Politik in die Hände. Oder den Tatortreinigern und Türstehern bei Wikipedia. Dort ist zu lesen, dass „…In der wissenschaftlichen Literatur die grundsätzliche Korrektheit des Hockeyschläger-Diagramms nahezu durchgehend bestätigt“wurde. Das Wörtchen „nahezu“ ist putzig, weil es eine ganze Reihe von Wissenschaftlern gibt, die das ganz anders sehen. Zum Beispiel jene 386, die auf einer „speziellen Liste“ stehen, damit deren Arbeiten nicht versehentlich im Fachblatt „Nature“ erscheinen (Sie ahnen es sicher: alles Leugner und Zweifler). Den Namen Tim Ball werden sie dort ebenso finden wie den Physiker Freeman Dysonoder den niederländischen Umweltökonomen Richard Tol, der 2014 aus Protest gegen das Abgleiten des IPCC in blanken Alarmismus den Weltklimarat verlassen hat. Tols Idee, die Menschheit könne wegen des Klimawandels Anpassungsmaßnahmen ergreifen, verschwand aus dem Zustandsbericht des IPCC.

Der Beweis der Hockeystick-Kurve bleibt aus

Was nun die wikipedieske These der „Bestätigung“ des Hockeystick-Diagramms angeht, gibt es eine allgemein anerkannte Methode, der sich jede wissenschaftliche Publikation unterziehen muss, um (vorbehaltlich späterer Falsifizierung) als anerkannt gelten zu können: Peer-Review. Man muss sich gefallen lassen, dass Fachkollegen (nicht nur ausgewählte) Daten und Methode unter die Lupe nehmen und hoffen, dass diese zu denselben Ergebnissen kommen (Verifizierung). Die alchemistische Methode, der Konkurrenz die eigenen geheimen Formeln und Beschwörungen vorzuenthalten, ist unzulässig, ebenso wie das Beharren auf einem wie auch immer gearteten „Konsens”. Wäre das anders, würden wir heute noch durch Untertauchen feststellen, ob eine Frau eine Hexe ist – das war nämlich auch einst „wissenschaftlicher Konsens”.

Wer Hockeystick-Kurven zeichnet, muss Daten, Algorithmen und die Hände vorzeigen, mit denen er beides in die gewünschte Form geknetet hat. Womit wir wieder bei der Pokerpartie vor dem kanadischen Gericht wären.

Timothy (Tim) Ball ist Wissenschaftler, ein vorlauter noch dazu und er tut das, was Wissenschaftler nun mal so tun: er zweifelt. (Etwas, dass man auch am Inhalt des Wikipedia-Artikels über ihn tun sollte.) Er kam nämlich bei der Auswertung der Klimadaten der letzten 2000 Jahre zu ganz anderen Ergebnissen als Mann. Für Mann und seine Hockeykurve hat es sowas wie die römische Warmzeit, das mittelalterliche Klimaoptimum oder die „kleine Eiszeit“ nicht gegeben, was Ball dazu veranlasste zu kalauern, Mann gehöre wohl eher in ein Staatsgefängnis als an die Universität von Pennsylvania (orig. “belongs in the state pen, not Penn. State“), was zwar schlagfertig und witzig ist, ihm jedoch eine Verleumdungsklage von Mann einbrachte, über welche nun entschieden wurde.

Der Prozess

Um es kurz zu machen: der Prozess zog sich über Jahre hin und war für Ball nicht der einzige dieser Art. Erst 2018 wurde eine andere Klage gegen ihn abgewiesen. Das IPCC schickt seine Besten, um Ball sein freches Mundwerk zu stopfen, was aber nicht sonderlich gut gelingen will. Das Gericht in Kanada jedenfalls wollte Ball Gelegenheit geben, seine Betrugs-Anschuldigungen zu beweisen und natürlich auch Mann, diese zu widerlegen. Die Sache sei ganz einfach, Mann solle dem Gericht die Daten offen legen, die zu seiner Hockeystick-Kurve führten. Eine schon häufig gestellte Forderung, welcher Mann bislang – wohl in guter Alchemistentradition – und auch vor Gericht nicht nachkam.

Thomas Lifson drückt es in „American Thinker“so aus: „Real science, not the phony “consensus” version, requires open access to data, so that skeptics (who play a key role in science) can see if results are reproducible.“

Mann weicht dem Vorwurf der Geheimniskrämerei jedoch aus, er behauptet, es sei lediglich eine Frist verstrichen. Balls Behauptung, Manns Algorithmus würde immer einen Hockeyschläger auswerfen, ganz gleich, womit man ihn füttere, konnte Mann so jedoch nicht widerlegen. Was das für Schlüsse über den Algorithmus oder die Daten oder Manns Methoden zulässt, darüber mag sich jeder eigene Gedanken machen.

Es darf angenommen werden, dass Mann, dessen Rolle in der Klimakirche noch am ehesten mit einem Evangelisten oder Kirchenvater zu vergleichen ist, sich die Gelegenheit kaum hätte entgehen lassen, einem frechen „Klimaleugner“ die wahre Botschaft der Apokalypse gerichtlich in die Vita einbrennen zu lassen. Doch er konnte es nicht, weil er offenbar um sein „mieses Blatt“ wusste und so nicht nur den Prozess verlor, sondern auch noch die Gerichtskosten tragen muss. Seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit ist längst dahin, auch wenn die Klimakirchler ihn immer noch als Helden verehren.

Wie lange noch?

Seit ihrer ersten Publikation 1998ist die „Hockeystick-Kurve“ als Folterwerkzeug der Selbstbezichtigung fester Bestandteil der prophezeiten Klima-Apokalypse. Das Zustandekommen dieser Kurve scheint aber einem Wunder zu verdanken zu sein, dass sich nur in der Gegenwart Manns manifestierte. Reproduzieren lässt es sich offenbar nicht. Auch wenn die ominöse Kurve heute anderen „Klimawundern“ Platz macht und nicht mehr so oft als „knallharter Beweis“ herangezogen wird, ist sie doch ein entscheidender Auslöser einer sich ins Unermessliche steigernden pseudoreligiösen Panik, die ganze Volkswirtschaften zu verschlingen droht. Klimadebatte, Energiewende, Schulstreiks, Sozialistische Tagträume, Flugscham, Autoscham, Fleischscham, Verzicht auf Kinder…die Liste ist endlos.

Doch wenn nach der gefälschten „97%-Cook-Studie“ nun schon der zweite Gründungsmythos als Betrug (O‑Ton Trump: Hoax) enttarnt ist, wann bricht die ganze Hysterie endlich und endgültig in sich zusammen? Wann kehren wir endlich zu dem guten Prinzip zurück, dass Zweifel keine Ketzerei, sondern Mittel der Erkenntnis ist? Wann erkennen wir wieder an, dass politischer „Konsens“ den Tod wissenschaftlicher Neugier bedeutet? Wann treten wir endlich einen Schritt zurück und betrachten das ganze Bild? Wann erkennen wir an, dass es nicht darum gehen kann, der Erde eine willkürlich ausgedachte „Wohlfühltemperatur“ zu verpassen, sondern jeder Veränderung im Klima mit Anpassung zu begegnen, während wir gleichzeitig menschliches Fehlverhalten abstellen, dessen Auswirkungen heute gern pauschal dem Klimawandel zugeschlagen werden?

Die Küstenerosion lässt die Hauptinsel Fidjis „versinken“, nicht ein Anstieg des Meeresspiegels und eine beliebige korrupte und kleptokratische Regierung in Afrika treibt millionenfach mehr Menschen in die Flucht, als es der Klimawandel je könnte. Ja, der Klimawandel ist real, das war er immer. Was uns die Hockeystick-Kurve und ihr Erfinder aber einreden wollen, ist das genaue Gegenteil. Die Stabilität wurde zum Normalzustand erklärt und die Veränderung zur Katastrophe. Wenn das kein Grund zum kalauern ist: Klimaleugner!

Ein Optimist ist ein Pessimist, der die Finger von Google lässt

Schaut man sich das mangelnde mediale Echo auf das Gerichtsurteil in Kanada an, könnte man jedoch verzweifeln. Überall Schweigen im Walde. Mit Ausnahme einiger kleiner Journale und Blogs in den USA und Kanada (hier, hierund hier) ist die Niederlage Manns keine Meldung wert, dabei ist die Tragweite noch gar nicht abzuschätzen. Zwanzig Jahre „Klimaforschung“ in eine einzige, verengte Richtung stehen auf der Kippe und mit ihnen hunderte Milliarden Euro und Dollar, die teils schon ausgegeben wurden, teils zugesagt sind. Klimaaktivisten schwänzen die Schule oder verrichten ihre Notdurft im Auftrag der Weltrettung auf Rennbooten in Eimern – und das alles für nichts und wieder nichts!

Bedenkt man, wie viel für Aktivisten und Profiteure der Klimahysterie auf dem Spiel steht, war Manns Gegenwehr vor Gericht – die ja die Gegenwehr des gesamten Klima-Establishments hätte sein müssen – geradezu erbärmlich schwach. Das ausbleibende Medienecho zeigt jedoch wieder einmal, dass es in der Klimadebatte längst nicht mehr um Fakten geht, auch nicht um gerichtsfeste. Die Medien hecheln nun schon seit mindestens zwei Jahrzehnten so begierig der Apokalypse entgegen, dass man sich die Entschuldigungstexte gar nicht ausdenken mag, welche die Klebercläuse und Gausegundulas vom Teleprompter ablesen müssten, würde der ganze Klimazirkus in sich zusammenbrechen: „Ähm, ‚tschuldigung, war gar nicht so schlimm wie wir immer sagten, wir hatten da einen kleinen Fehler bei der Grundannahme…sorry“. Und weil das nie geschehen wird, werden die Zuschauer von Lesch & Lanz nichts vom Urteil eines kanadischen obersten Gerichts erfahren und auch nichts von seiner Tragweite. Tim Ball rief „Der Klimagott ist tot“, dessen Verteidiger Michael Mann schwieg und keiner hat etwas mitbekommen.

Und nun das Wetter. Heute 32 Grad in Deutschland, die Klimakatastrophe ist da! Wir werden alle sterben! Mea Culpa! CO2-Steuer jetzt!

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Sprachpanscher des Jahres 2019

Mitteilung des Vereins Deutsche Sprache e.V.

Hannovers Ex-Oberbürgermeister Stefan Schostok ist der Sprachpanscher des Jahres 2019. Damit äußern die weltweit 36.000 Mitglieder des Dortmunder Vereins Deutsche Sprache e. V. ihren Unmut über Schostoks Vorschriften zur Hannoverschen Behördensprache. Mit Mitarbeiter*innen, „Wählenden“ und „Radfahrenden“, einem Redepult statt einem Rednerpult und mit „Lehrenden“ statt Lehrern hatte Schostok zu Beginn des Jahres für bundesweites Aufsehen gesorgt. Und mit der Vorschrift, das Wort „jeder“ durch „alle“ zu ersetzen, hat er nach Ansicht der Sprachfreunde sogar die Bedeutung von Aussagen manipuliert.

Um den zweiten Platz in dem Feld aus fünf Kandidaten stritten Verkehrsminister Scheuer und Modeikone Heidi Klum, bekannt durch ihre Fernsehsendung „Germanys Next Topmodel“ mit jeder MengeChallengesfür junge Damen mit viel Personality.Verkehrsminister Scheuer als schließlicher Zweiter erhielt die Quittung für sein Werbeplakat „Looks like shit. But saves my life“. Das ruft eine leichtbekleidete, aber behelmte junge Radfahrerin anderen jungen Zweiradfahrern zu. Während bisherige Proteste vor allem die sexistischen Anspielungen dieses Plakats bemängelten, halten die Dortmunder Sprachfreunde die Unterstellung, deutsche Jugendliche wären nur noch auf Englisch anzusprechen, für mindestens genauso schlimm. Auf den Plätzen 4 und 5 landeten der BUND („hackAIR – Bürger*innen messen Feinstaub“) und die Firma Südzucker mit ihrer „Puder Zucker Mühle“.

Wahlberechtigt waren die Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache. Es wurden 3134 Stimmen abgegeben, davon Schostok 1542, Scheuer 624, Klum 502, BUND 421 und Südzucker AG 48. Zu den bisherigen Sprachpanschern des Jahres zählen die Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Johannes Ludewig, die Politiker Klaus Wowereit (Be Berlin) und Ursula von der Leyen, Postchef Klaus Zumwinkel, Telekom-Chef Rene Obermann und Obermanns Vorvorgänger Ron Sommer, der den Reigen der Sprachpanscher im Jahr 1998 eröffnet hatte. Aber auch der Duden wurde schon gewählt. Und der Sieger des Jahres 2018 war der Deutsche Fußballbund; er hatte seine Kicker während der WM in Russland in einem Bus mit der Aufschrift „Best never rest“ übers Land geschickt.

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Die Offenbarung Arabiens

Oder „Das süße Gift der arabischen Religion“

Es gibt Bücher oder Schriften, die man kennen sollte, um zu „verstehen“ und „mitreden“ zu können. Dieser Beitrag soll auf ein solches Buch verweisen, das anders als „Der Fürst“ von Nicolo Machiavelli oder „Vom Kriege“ von Carl von Clausewitz nicht in einem Kanon der „besten Büchern aller Zeiten“ auftaucht, gleichwohl eine identische Bedeutung besitzt: „Travels in Arabia Deserta“ – deutsch „Die Offenbarung Arabiens“ – des Engländers Charles Doughty.

Doughty hat als einer der ersten Europäer 1876 bis 1878 das innerste Arabien durchreist und diese Reise in seinem monumentalen Werk „Travels in Arabia Deserta“ (Cambridge University Press 188), beschrieben. Doughty wurde 1843 geboren und studierte später u.a. am Marinecollege Naturwissenschaften. Er war Schriftsteller und Forschungsreisender und schaffte sich Ansehen auch als Anglist, Geologe und Bibelforscher.
Als „Sachverständiger“ und Beschreiber der arabischen Mentalität ist gewiss T. E. Lawrence bekannter geworden. Sein Werk „Die sieben Säulen der Weisheit“, in dem er den von ihm als britischer Geheimdienstoffizier maßgeblich betriebenen Aufstand der arabischen Beduinenvölker gegen die osmanische Herrschaft im 1. Weltkrieg beschrieb, wurde zu einem Klassiker der Weltliteratur. Dem der Literatur abholden Publikum wurde Lawrence durch den Film „Lawrence von Arabien“ mit Peter O´Toole in der Hauptrolle eher bekannt.

Für T. E. Lawrence hat die Publikation von Doughty die Bedeutung einer „Bibel Arabiens“ und er beruft sich immer wieder auf diese. Lawrence schrieb für die dritte Auflage von „Die Offenbarung Arabiens“ 1921 eine ausführliche Einleitung, die in der deutschen Ausgabe von 1937 – die mir vorliegt – zu lesen ist. Er schreibt:

Es haben viele, gut ausgerüstete Engländer Arabien bereist und die meisten von ihnen haben auch Bücher darüber geschrieben. Keiner aber hat eine so reiche Beute heimgebracht wie Doughty, und das ohne jede Hilfe, ganz aus eigener Kraft. Er hatte vieles gegen sich. Vor vierzig Jahren war die Wüste weniger gastlich gegen Fremde als heute. Die Türken regierten damals noch, und die Sekte der Wahhabiten schürte den religiösen Fanatismus der Stämme. Doughty war sowohl als Europäer wie als Christ ein Pionier in fast all den Gebieten, in die er eindrang. Auch reiste er als ein armer Mann. Allein zog er mit der großen Pilgerkarawane von Damaskus herunter und blieb in Medain Salih mit unzulänglichen Empfehlungen ausgerüstet zurück. Von dort stieß er in die Wüste vor, in seiner Kleidung und seiner Art zu reisen sich in nichts von den wirklich Armen unterscheidend, und mußte versuchen, sich durch die Ausübung einer vernunftgemäßen ärztlichen Praxis zu erhalten, und das innerhalb eines Volkes, das sein Geld lieber in Zaubermitteln anlegte.

Lawrence gesteht ein, dass er ohne den Schlüssel zum wirklichen Verständnis der arabischen Volksseele, die Doughty durch sein jahrelanges Wandern und Wohnen mit den Arabern im Innersten der großen Wüste sich unter dem Einsatz seiner  Gesundheit und oft seines Lebens gewann, nie an sein Ziel gelangt wäre.

Welche Bedeutung soll eine „Reiseschilderung“ aus dem Arabien des 19. Jahrhunderts heute noch haben – über die Bedeutung hinaus, welche ihr T. E. Lawrence gab?
Die „Psychologie der Völker“ ändert sich nicht grundsätzlich in den Läufen der Zeitalter. Das gilt besonders auch für die arabische Welt und Kultur, die ja ausschließlich vom Islam geprägt ist – trotz Einfluss des Westens und auch kulturelle Korrumption durch den Ölreichtum.
Wichtig ist, zu erkennen, was Doughty nicht nur über die Mentalität, Charakter und daraus resultierenden Reaktionen und Verhaltensweisen der arabischen Völkerschaften schreibt.
Der Hauptanteil seiner Reiseschilderung beruht auf seinen Erfahrungen während der Beteiligung an einer Pilgerreise nach Mekka – obschon er schließlich Mekka als Christ nicht betreten durfte. Anders, als es z.B. Richard Francis Burton 1853 gelungen war.* 

Hinsichtlich der Schilderung der „Haddsch“ von Doughty hat sich mir diese Beschreibung – nur ein Splitter aus seinem Text – ins Gedächtnis geschrieben:

Der Lagerplatz von Mekka liegt zu weit von der Stadt ab. Der Schwarm der armen Fremden muß sich daher in der Heiligen Stadt selbst Zimmer mieten. Es werden dann gewöhnlich viele Menschen in einem sehr engen Raum zusammengepfercht. Da die meisten aber schon schwach von der langen Reise und in besonders schlechtem körperlichen Zustand ankommen, müssen notwendigerweise neue und schreckliche Krankheiten unter ihnen ausbrechen. Von der Mekka-Pilgerfahrt ist schon manche große Seuche bis zu den entferntesten Völkern gedrungen. Ungeheuer ist in der Tat der Erfolg von Mohammeds religiöser Bewegung gewesen. Die alten religiösen Werte der Semiten wurden, mit dem unechten Stempel des raschen, unruhigen und voraussetzungslosen arabischen Geistes versehen, neu in Umlauf gesetzt und in eine bequeme nüchterne Lebensregelung, eine freundliche Naturgemäßheit umgewandelt, die nicht über menschliches Vermögen hinausstrebt. Sind die Lehren Mohammeds heute nicht die Religion des zehnten Teiles der Menschheit? Wie würde die Welt ohne die redegewandte Zunge dieses verhängnisvollen Ismaeliten aussehen! Selbst eine dünngeistige Religion ist, wenn sie nur die Massen hinter sich zu bringen versteht, eine große Macht in der unberechenbaren Weltgeschichte. Gefährlich ist jedes Band, das viele Millionen Menschen auf Leben und Tod zu vereinen mag! Der Islam und das Volk der Juden gleichen großen geheimen Verschwörungen, nur untereinander Freunde, jedem Außenstehenden gegenüber aber hartherzig, ungerecht, hinterhältig und unversöhnlich. Doch die heidnische, vorislamische Religion der Kaaba sorgte dafür, daß der so schnell erblühte Mohammedanismus nicht ebenso schnell wieder verging.

Das Herz der weitverbreiteten islamischen Religion wird immer Mekka bleiben, von wo die Moslemin aller Länder jedes Jahr neu fanatisiert zurückkehren. Von welch fernen Erdteilen strömen sie nicht zu ihrem heiligen Fest zusammen!
Das süße Gift der arabischen Religion hat sich fast ebenso weit ausgebreitet wie die Pest. Eine gewonnene Schlacht und sie hätte Europa überflutet. Die Völker des Islam mit ihrem fuchsschlauen, barbarischen Verstand und ihrem fanatischen Glauben, daß „nur im Koran die Wahrheit liegt“, können heute auf keinen guten Weg mehr kommen.

Wer so etwas schreibt, gerät heute bestimmt ins Verdikt des Rassismus und der Islamophobie.
Dabei war Doughty in keiner Weise „islamophob“. Es ist auch ein Begriff, den es zu seiner Zeit gar nicht gab. Doughty schilderte nur nüchtern all die Auswirkungen der Religion auf seine Gastgeber, seine Begleiter, auf die Kultur und die Region, die er bereiste – und darüber hinaus.

„Die Offenbarung Arabiens“ ist ein exquisites und – ich meine – auch zeitloses Werk über die arabische Kultur und Lebenswelt, beileibe nicht nur für die beiden zurückliegenden Jahrhunderte. Es ist auch so etwas wie ein (spannender)  Abenteuer-“Roman“ und es ist mehr als die Schilderung eines „embedded Journalist“ in heutiger Berichtskultur. Die Beschreibungen und Informationen sind vollauf mit denen von Alexander Humboldt vergleichbar, dessen Werke sich in dem oben erwähnten Kanon der Welt-Llteratur finden. 

Leider gibt es das Buch nur noch antiquarisch. Eine Neuauflage und eine editorische bzw. literarische Adaptation oder Einrückung auf heutige Sichtweisen wäre ungemein interessant. Obschon ich glaube, dass es im Blick auf die nicht endend werdende  „Anstrengung“, keine neuen Erkenntnisse geben wird. 

______________________

* Personal narrative of a pilgrimage to El Medinah and Meccah (London 1855),
E-Book unter http://www.gutenberg.org/etext/4657
Deutsch: Sir Richard Francis Burton: „ Persönlicher Bericht einer Pilgerreise nach Mekka und Medina – 1853“; Edition Erdmann, Lenningen – 2005

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Huntingtons Aktualität

gefunden bei Sezession

von Jörg Seidel

Vor mehr als 20 Jahren, 1996, erschien eines der am meisten diskutierten und skandalisierten Bücher der Neuzeit:
Samuel Huntingtons Kampf der Kulturen. In ihm entwarf er ein neues Paradigma des globalen politischen Zusammenlebens für die Zukunft. Anlaß genug, das Buch erneut zu studieren und abzuklopfen.

In Deutschland war die Rezeption seinerzeit unisono negativ und das kann in der Retrospektive auch nicht überraschen, denn Huntington trat fast allen virulenten Überzeugungen mächtig auf die Füße. Sein Werk war eine deutliche Abkehr von der marxistischen Grundüberzeugung, die durch die Frankfurter Schule längst in Soziologie und Politikwissenschaft flächenübergreifend eingesickert war, daß gesellschaftliche Veränderungen sich ökonomisch und sozial erklären lassen müßten. „Die menschliche Geschichte ist eine Geschichte von Kulturen“ (49) – das war ein direkter Angriff auf Marx.

Auch der Neoliberalismus, der sich durch Fukuyamas These vom „Ende der Geschichte“ gerade als Endsieger der Historie begriffen hatte, wurde unsanft aufgeschreckt.

Die Konstruktivisten, Relativisten und Feministen wiederum konnten an einen Kampf der Kulturen nicht glauben, sondern nur „an den Kampf um Definitionen“ innerhalb von Kulturen (Thomas Meyer).

Selbst die Globalisierungsapologeten wurden nicht warm – Huntingtons Absage an den westlichen Universalismus mußte sie vor den Kopf stoßen. Weder hielt er den Sieg des liberalen Denkens für alternativlos, noch glaubte er das Mantra, daß Handel gleich Befriedung sei oder technische Modernisierung automatisch zu Verwestlichung führen müsse (93ff.).

Wieder andere warfen ihm „Kulturessentialismus“ vor, eine zu homogene Sicht auf die Kulturkreise, die er als statische, voneinander deutlich abtrennbare Bereiche betrachte und damit der Realität in einer zusehends sich globalisierenden Welt entbehre. Überhaupt fehlte der Vorwurf der Komplexitätsreduktion in fast keinem Kommentar, denn auch wenn Huntington von einer multiplen Welt ausging, so endete er doch in der Bipolarität, im Manichäismus von gut-böse, Wir-Sie etc.

Auch wenn dieses Argument recht einfach auf eine Leseschwäche zurückzuführen war, sowie die Unfähigkeit die Voraussetzung jeglicher theoretischer Modellbildung zu begreifen – nämlich mit abstrakten Begriffen, notwendigen Vereinfachungen zu arbeiten –, fand es schnell Eingang in den Mythos des Clashes. Ähnlich wie bei Sarrazin scheinen viele der Kritiker nur vom Hörensagen her zu argumentieren und haben das Buch selbst nie gelesen. Nur so ist auch der Rassismusvorwurf zu erklären, der immer wieder auftaucht und über den Kurzschluß Islam-Araber zustande kam. Hier gilt Sloterdijks Diktum:

    Das schlechte Lesen ist eine Waffe, die von den Teilnehmern am Wettbewerb um Aufmerksamkeit immer unverhohlener eingesetzt wird. … Die guten intellektuellen Manieren werden vom Textmobbing abgelöst.

Und schließlich gab es auch Feuer aus der postmodernen Ecke, wo man die plurale Identität verteidigen wollte und unter dieser ist die Kulturzugehörigkeit – für Huntington das Primat – eben nur eine. Unter all diesen Abwehrmechanismen lagen jedoch vier systemische Ursachen.

    Zum einen konnte nicht sein, was nicht sein durfte.

    Zum anderen fürchtete man, daß ein solches Paradigma zu einer self-fullfilling prophecy werden könne, denn wenn man mit Differenzen agiert, würde man selbst nur welche hervorrufen und dagegen hilft nun mal nur totale Toleranz und nachsichtiges Nachgeben. Jürgen Habermas sah es demzufolge auch utilitaristisch: Huntington konnte zur Legitimation genutzt werden, durch Bush etwa oder eben durch „den Kapitalismus“: „Das Thema ‚Kampf der Kulturen’ ist oft der Schleier, hinter dem die handfesten materiellen Interessen des Westens (zum Beispiel an der Verfügung über die Erdölvorkommen und der Sicherung der Energiezufuhr) verschwinden“.

    Drittens schließlich kam der amerikanische Professor zur Einsicht, daß der Multikulturalismus zum Scheitern verurteilt sei, was man in Deutschland nicht gern hörte, wie man sich auch,

    viertens, im Nachkriegsdeutschland das geopolitische Denken abgewöhnt hatte und es seither mit Argwohn betrachtete.

Im Jahre 2019 scheinen das starke Gründe zu sein, Huntington erneut zu befragen. (Auf die begrifflichen Schwierigkeiten, zwischen Kultur und Zivilisation zu unterscheiden, muß an dieser Stelle leider verzichtet werden.)

    Das zentrale Thema dieses Buches lautet: Kultur und Identität von Kulturen, auf höchster Ebene also die Identität von Kulturkreisen, prägen heute, in der Welt nach dem Kalten Krieg, die Muster von Kohärenz, Desintegration und Konflikt. (19)

    Kulturen sind die ultimativen menschlichen Stämme, und der Kampf der Kulturen ist ein Stammeskonflikt im Weltmaßstab. (331).

Dabei unterscheidet er acht große Kulturen und Kulturkreise, die sich als „höchste kulturelle Gruppierung von Menschen“ durch „Sprache, Geschichte, Religion, Sitten, Institutionen als auch durch subjektive Identifikation der Menschen mit ihr“ (54) definieren. Das sind nebst Kernstaaten: Sinisch (China), Japanisch (Japan), Hinduistisch (Indien), Islamisch (ohne Kernstaat), Slawisch-Orthodox (Rußland), Westlich (USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien), Lateinamerikanisch (ohne Kernstaat) und Afrikanisch (evtl. Südafrika).

Der Kern der westlichen Kultur bestünde aus der (nicht statisch zu verstehenden) Kombination: Klassisches Erbe, Katholizismus/Protestantismus, europäische Sprachen, Trennung von Kirche und Staat, Rechtsstaatlichkeit, gesellschaftlicher Pluralismus, Repräsentativorgane und Individualismus (99f.). Diese wie jede andere Kultur stünde in einem Spannungsverhältnis zu den jeweils anderen, wobei das Teilen einer gemeinsamen Grenze selbstverständlich ebenso intensivierend wirkt, wie die inhaltliche Nähe oder Ferne zu dieser Kultur.

Folglich ergibt sich für den Westen eine besondere Herausforderung durch den Islam. Dieser wiederum durchlaufe eine Phase der „Resurgenz“, des Erstarkens im Zuge des Versuchs der Modernisierung ohne sich zu verwestlichen. Hilfreich seien dabei „spektakuläre Raten des Bevölkerungswachstums“ (181) und ein Jungmännerüberschuß als tragender demographischer Impuls. Besonders volatil bleibt die islamische Welt auch durch das Fehlen eines Kernstaates.

Kernstaaten lösen bei Huntington die traditionellen Supermächte ab (247), stabilisieren aber auch die jeweilige Kultur. Diese findet sich entlang ihrer gemeinsamen Feindbilder und kulturellen Identität zusammen, was freilich einen dialektischen Prozess auslöst. Einerseits – das läßt sich am Europa des 21. Jahrhunderts gut verdeutlichen – rücken die Kulturen näher zusammen, sondern sich nach außen ab, andererseits findet eine Ausdifferenzierung nach innen, ein starkes Bewußtsein der nationalen und regionalen Identitäten statt.

Andersgeartet sind die Loyalitätsstrukturen im Islam, wo sie sich traditionellerweise mehr „am Stamm, an der Sippe und der erweiterten Familie“ orientieren (280). Einigende Kraft ist hier nicht die Nationalstaatlichkeit oder ein politisches Gremium, sondern die Religion. „Im Islam sind die kleine Gruppe und der große Glaube, der Stamm und die ummah, Grundlage von Loyalität und Bindung“ – was natürlich, wenn es denn stimmt, große Bedeutung für Migrationsgesellschaften haben würde. „Darüber hinaus ist der Gedanke eines souveränen Nationalstaates unvereinbar mit dem Glauben an die Souveränität Allahs und den Primat der ummah.“

Im Übrigen meint Huntington auch „umkämpfte Bruchlinien zwischen dem Islam und seinen orthodoxen, hinduistischen, afrikanischen und westlich-christlichen Nachbarn“ (291) feststellen zu können, der Konflikt Westen-Islam sei also nur einer von vielen. Der Satz „Die Grenzen des Islam sind in der Tat blutig, und das Innere ist es ebenfalls“ (420) fehlte in kaum einer empörten Reaktion. Dabei versucht Huntington deskriptiv zu bleiben und begründet seine Position selbstredend. Das „historische Konflikterbe“, das „von allen beschworen und instrumentalisiert werden kann“ (422) läßt sich theologisch, historisch und geographisch recht überzeugend nachweisen (429ff.)

Unter anderem affiziert das die sogenannten „Bruchlinienkriege“, die Huntington analysiert und voraussagt. Die Darstellung des Zerfalls Jugoslawiens läßt sich – trotz einiger Anomalien – damit ebenso erklären wie er den Ukraine-Konflikt inklusive Krimkrise sehr präzise ankündigen konnte. Auch Griechenlands Probleme mit der EU könnten mit den Bruchlinien, neben der allgemein anerkannten ökonomischen Verursachung, eine weitere Erklärung finden. Und ob die Türkei – deren Reislamisierung angekündigt wird – ein Mitgliedstaat der EU werden sollte, wird ebenfalls beantwortet … Dies sind nur einige Beispiele einer ganzen Reihe beeindruckender Erklärungen vielfältiger Konflikte; sie bestätigen die These des „Clashs“ als durchaus brauchbar.

Auch hochaktuelle Fragen lassen sich mit Huntington behandeln. Zehn Jahre vor Heinsohn erkennt Huntington die demographische Dynamik. Migrationsbewegungen sind die Folge, aber Migration schafft auch Migration, „hält sich selbst am Laufen“. Huntington hält sie für die westlichen Gesellschaften für essenziell wichtig: Sie

    könnte eine potentielle Quelle der Auffrischung und neuen menschlichen Kapitals werden, sofern sie zwei Bedingungen erfüllt: erstens müßten Priorität tüchtige, qualifizierte, tatkräftige Menschen mit dem im Gastland benötigten Talent und Fachwissen haben; und zweitens müßten die neuen Migranten und ihre Kinder an die Kultur des jeweiligen Landes des Westens assimiliert werden (500).

Es gäbe ansonsten keinen einzigen historischen Beleg dafür, daß eine Gesellschaft Massenimmigration überlebt hätte. Multikulturelle Gesellschaften seien eine Illusion, eine „Chimäre“ (508):

    Die Machthaber anderer Länder haben manchmal versucht, ihr kulturelles Erbe zu verleugnen und die Identität ihres Landes von der einen Kultur zu einer anderen zu verschieben. Bis heute haben sie damit in keinem einzigen Fall Erfolg gehabt, vielmehr haben sie schizophrene, zerrissene Länder geschaffen. Die Multikulturalisten in Amerika verwerfen auf ähnliche Weise das kulturelle Erbe ihres Landes. (…) Die Geschichte lehrt, daß ein so beschaffenes Land sich nicht lange als kohärente Gesellschaft halten kann. (503).

Zum Schluß wendet Huntington die Perspektive und wagt den Blick in den Spiegel:

    Viel bedeutsamer als wirtschaftliche und demographische Fragen sind Probleme des moralischen Verfalls, des kulturellen Selbstmords und der Uneinigkeit des Westens. (500).

Kriminalität, Drogen, Verfall der Familie, sinkende gesellschaftliche Beteiligung, Entpolitisierung, nachlassende Arbeitsethik, Bildungsdefizite und Absenken der Bildungsstandards …, das sind die eigentlichen Probleme der westlichen Gesellschaft. Sie höhlt sich selber aus. Trotzdem hängt sie – das ist die Außenseite – dem Traum des westlichen Universalismus nach, glaubt also, ihre „Werte“ weltweit verkünden zu müssen.

Aus Huntingtons Ansatz ergibt sich stattdessen das Gebot der Nichteinmischung unter Akzeptanz anderer Kulturformen. Lange vor Irak, Libyen und Syrien schrieb er, „daß eine Intervention des Westens in Angelegenheiten anderer Kulturkreise wahrscheinlich die gefährlichste Quelle von Instabilität und potentiellem globalen Konflikt in einer multikulturellen Welt ist“ (514).

Ein Argument mehr – unter vielen – den „Clash of civilization“, den „Zusammenstoß der Kulturen“ (und nicht „Kampf“!) neu und ohne ideologische Scheuklappen zu lesen.

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Wagner und kein Ende …

Bayreuth als „Kraftort Hitlers“?

Sie können es nicht lassen, die Banausen, kulturellen Hinterwäldler, philiströsen Antifaschisten und die sich moralisch überhöhenden Anti-Antisemiten, sich an Richard Wagner und dem „Kultort“ Bayreuth zu reiben.
Ist ja alles auch ganz einfach: denn Wagner war ein streitbarer Antisemit – woran keiner ernsthaft zweifelt. Hitler ging als Verehrer seiner Kunst in der Villa Wahnfried bei Winifred Wagner ein und aus. Dass diese Busenfreundin, die Schwiegertochter Richards, eine unverbesserliche „Nazisse“ und Hitler-Bewunderin war, ist auch Tatsache („Also, wenn heute Hitler hier zum Beispiel zur Tür hereinkäme, ich wäre genauso so so so fröhlich und so so glücklich, ihn hier zu sehen und zu haben, als wie immer …“), wie man u.a. in dem verfilmten Interview von Hans Jürgen Syberberg nachverfolgen kann. Und da gab es deren ultrarassistischen Schwager Houston Steward Chamberlain, der ebenfalls in Bayreuth wohnte, ein wirklicher Ideenzulieferer für Hitler und die Nazis.
usw. usw. …

 

Auf dem von mir an sich geschätzten Blog „Philosophia Perennis“ von David Berger erschien nun aktuell ein Artikel mit der Überschrift
Bayreuth als „Kraftort Hitlers“: Frau Merkel, warum gehen Sie da hin?“

Der Artikel entpuppt sich als eine billige und ungebildete Anbiederung an den Anti-Antisemitismus, in einer primitiven Art, wie man ihn in dieser verstandesmäßigen Anspruchslosigkeit gar in deutschen „Qualitäts-Medien“ nur noch selten zu lesen bekommt. Man muss dazu sagen, dass es sich hierbei um ein Exzerpt eines umfänglicheren Beitrags der „Weltwoche“ handelt, der jedoch hinter der Zahlschranke liegt.

David Klein – ein „begnadeter“ jüdischer Jazzmusiker – aus Basel schreibt:

Oops, she did it again. Pfarrerstochter Angela Merkel, die Kanzlerin des Landes, dem die «Endlösung der Judenfrage» beinahe gelang, pilgerte am 25. Juli einmal mehr auf den Braunen Hügel zu Bayreuth, um dem Wagner-Clan die Aufwartung zu machen.
Einer Familie, die den Sieg der Weimarer Republik von 1918 verachtete, den Versailler Vertrag als «Schandfrieden» bezeichnete und deren Patriarch, der Komponist Richard Wagner, der unumstrittene Vorreiter des deutsch-nationalen Judenhasses und das prägendste Vorbild Adolf Hitlers war: „In Bayreuth wurde das geistige Schwert geschmiedet, mit dem wir heute fechten“, so Adolf Hitler.
Ist es mangelndes Feingefühl den deutschen Juden gegenüber, oder einfach nur Geschichtsvergessenheit, dass die Kanzlerin seit Jahren in Bayreuth über den roten Teppich flaniert, wo Wagner einst proklamierte, er halte «die jüdische Rasse für den geborenen Feind der reinen Menschheit und alles Edlen in ihr», Juden mit «Würmern» und «Ratten» verglich und nach einem Theaterbrand in Wien feixte, «es sollten alle Juden in einer Aufführung des ‹Nathan› verbrennen»?
Ziemt es sich für eine deutsche Kanzlerin, Hitlers «Hoftheater», wo man gemäß Wagner-Schwiegertochter Winifred, einer bis zuletzt reuelosen Antisemitin, «unentwegt an den Führer und die nationalsozialistische Idee glaubte», mit ihrer Dauerpräsenz zusätzliche Popularität zu verschaffen, während deutsche Nazis in Dortmund ungehindert «Wer Deutschland liebt, ist Antisemit» grölen?

Starker Tobak!

Aber nehmen wir uns einmal die einzelnen Aussagen vor.

Die Pfarrerstochter Angela Merkel … pilgerte am 25. Juli einmal mehr auf den Braunen Hügel zu Bayreuth, um dem Wagner-Clan die Aufwartung zu machen …
Man kann ganz stark davon ausgehen, dass Angela Merkel nicht etwa „dem Wagner-Clan ihre Aufwartung“ gemacht hat.
Sie ist als Kanzler gewiss nicht verpflichtet, jeglichen Kultur-Höhepunkt mit ihrer Anwesenheit zu adeln. Bei der ihr zugestandenen Nüchternheit – bei all meinen sonstigen  Vorbehalten gegen diese Frau – ist sie ganz sicher nicht derart Schicki-Micki-affin, sich ein Premierenspektakel anzutun, um dann mit Gottschalk und anderen „Kulturschaffenden“ abgelichtet zu werden.
Kann es nicht einfach so sein, dass sie Musik von Wagner grandios findet und sie sich somit Bayreuth „antut“?

Aufwartung „Einer Familie, die den Sieg der Weimarer Republik von 1918 verachtete, den Versailler Vertrag als «Schandfrieden» bezeichnete.“?
Wer in Deutschland damals – und auch im „feindlichen“ Ausland – hat den Versailler Vertrag 1919 und danach nicht als eine Art „Schandfrieden“ angesehen, da er den Alliierten Proklamationen, nicht nur dem 14-Punkte-Programm von US-Präsident Wilson, schließlich widersprach und den Keim für Revision und Rache legte.
1918 hat auch nicht „die Weimarer Republik gesiegt“. Sie entstand im Zuge der Novemberrevolution auf den Trümmern des Deutschen Kaiser-Reichs und es war in keiner Weise klar, welche Kräfte dort obsiegen würden. Mit der „Verachtung der Politik in der Weimarer Republik“ standen die überlebenden Mitglieder der Wagner-Familie nicht allein. Da sei nur neben den Deutschnationalen und den Nazis auch an die Kommunisten erinnert und an die vielen Deprivierten und Deprimierten aus wirtschaftlichen Gründen.

„In Bayreuth wurde das geistige Schwert geschmiedet, mit dem wir heute fechten“, so Adolf Hitler.
Das ist eine von vielen Floskeln eines ideologischen – natürlich hochgefährlichen und pathologischen – Spinners. Also ideologische Spinnerei, wie man es denn korrekterweise  benennen sollte.
Mit Wagner-Musik hat Hitler nicht „gefochten“, eher mit „Les Preludes“ von Liszt zur Unterlegung der gefilmten Schlachten in den Wochenschau-Wehrmachtsberichten – das nebenbei. (Liszt könnte natürlich auch verdächtig sein, da er Schwiegervater von Richard W. ist.)
Zum Antisemistismus Wagners ist zu sagen, dass seine diesbezüglichen Verlautbarungen gewiss nicht mehr an „ideologischem Pulver“ hergaben, als andere aus dem damaligen Zeitgeist – Mitte des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts – heraus entstandenen. An erster Stelle mit Einfluss auf Hitler ist gewiss Houston Steward Chamberlain zu nennen. Man denke aber auch an andere, die vorausgingen wie Hermann Wagener – ein Vertrauter Bismarcks, den Berliner protestantischen Hofprediger Adolf Stöcker, den Historiker und Reichstagsabgeordneten Heinrich von Treitschke usw. Gar der Jude Karl Marx selbst verbreitete Antijüdisches und auch Zeitschriften wie die Gartenlaube und der Simplicissimus waren da nicht unbefleckt.

Mit seiner Wagnerverehrung war Hitler unter seinen Gefolgsleuten und den „Hardcore“-Nazis ziemlich allein. Um das Festspielhaus zu den Aufführungen ausreichend zu füllen, bedurfte es nicht nur in den Kriegsjahren oft eines „Führerbefehls“, sodass die „heilige Halle“ oft mit teilnahmslosen und schnarchenden Nazis belegt war, was historisch belegt ist.

„Mangelndes Feingefühl den deutschen Juden gegenüber…“?
War es denn „mangelndes Feingefühl allen Juden gegenüber“, als der jüdische Dirigent Daniel Barenboim, der in Israel aufgewachsen ist, 2001 beim Israel-Festival in Jerusalem als zweite Zugabe die Ouvertüre von Richard Wagner zu „Tristan und „Isolde“ aufführte!? Er sagte, es sei künstlerisch wichtig, Wagner in Israel zu spielen. Er könne verstehen, dass Israelis schlimme Assoziationen mit Wagner verbinden. „Aber ich glaube nicht, dass sie das Recht haben, andere daran zu hindern, Wagner zu hören.“ Paradoxerweise sei es „eine Art Sieg der Nazis, Wagner nicht in Israel zu spielen“.
Vor einigen Jahren kam ich bei einer Parsifal-Aufführung in Bayreuth mit meinem englischsprachigen Sitznachbarn ins Gespräch, der sich dann als in England lebender Jude outete und der seit Jahren die Festspiele besucht. Und es gibt etliche Israelis, welche jährlich zu den Wagner-Festspiele nach Bayreuth reisen.
Es gibt immer noch große Vorbehalte gegen Wagner in Israel, aber es ist doch interessant zu sehen, dass es Juden sind, die auch heute wieder – wie auch schon im 19. Jahrhundert -zu den stärksten Verfechtern von Wagners Musik zählen: James Levine, Daniel Barenboim, Asher Fisch, Roberto Paternostro und Dan Ettinger, um nur einige zu nennen.
Jonathan Livny, Vorsitzender des Richard-Wagner-Verbandes Israel sagt, „Die Person Richard Wagner mag ich nicht“, aber „Wagners Musik gehört der ganzen Welt“.

Die Kanzlerin verschafft mit ihrer „Dauerpräsenz“ u.a. der Wagner-Schwiegertochter Winifred „zusätzliche Popularität“.
Was soll das denn?
Ist Merkel mit der verstorbenen Winifred in (posthumer) Frauenfreundschaft wie aktuell mit Friede Springer und Liz Mohn verbunden? Nimmt sie bei Bayreuth-Aufenthalten ihr Frühstück in Wahnfried ein, um den Geist Winifreds und Richards zu beschwören?

Dass es deutsche Neo-Nazis gibt, die öffentlich antisemitische Parolen grölen, ist abscheulich. Aber man erkläre mir, was das mit Richard Wagners Musik zu tun?

In den Opern und Musikwerken Wagners selbst – anders als in seinen politischen Pamphleten – sind kein einziger antisemitischer Text oder solcherart Aussagen zu finden. Was man auch durch überdrehteste Ableitungen und Interpretationen immer wieder versucht, wie z.B. bei der aktuellen Inszenierung der Meistersinger in Bayreuth.
Übrigens in der musikalischen Realisierung eine Darbietung von Weltniveau. 

Mit der Frage, ob man durch zuviel Genuss von Wagners Musik zum Nazi mutieren könnte, hat sich schon mal der berühmte Kritiker Joachim Kaiser in seiner „Klassik-Kunde“ befasst. Unter anderem am Beispiel der Meistersinger konnte er den Anfragenden doch beruhigen.

 

„Oops, he is wrong again!“, kann man über David Klein, dem Verfasser von „Hitlers Kraftort“ in seiner eigenen Sprachwahl sagen. Für tiefgründige Betrachtungen ist wohl auch ein „begnadeter“ Jazzer nicht ausreichend genug beschlagen. Ein Mann der schon mal knackige Statements raushaut wie «Muslime, die Nazis von heute!», was ihm in seiner Heimat, der Schweiz, ziemlich Ärger einbrachte. Ein Verteidiger seiner hat denn von einer «Second traumatization» gesprochen, da sämtliche Urgrosseltern Opfer des Holocaust geworden waren. Doch selbst die Israelitische Gemeinde Basel musste sich Vorwürfe von David Klein gefallen lassen, wozu deren Präsident dann nur feststellte: «Seine Artikel (u.a. in der Weltwoche – d.Verf.) reflektieren seine private Meinung zu diversen jüdischen Themen und er tut dies ohne Auftrag …“.
Siehe dazu denn:
https://www.schweizamwochenende.ch/basel/der-missverstandene-131068613

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„Mit dem Herzen in der Vergangenheit, mit dem Kopf in der Zukunft!“

Reaktionär statt konservativ? – Ein Beitrag zur „Erschöpfung des Konservatismus“

Reaktionär ist ein Schimpfwort – natürlich – in unseren aufgeklärten, progressiven Zeiten.
Laut Duden heißt reaktionär: überholte gesellschaftliche Verhältnisse gegen Änderungsabsichten reformerischer oder revolutionärer Art zu verteidigen; Reaktion heißt die Gesamtheit der fortschrittsfeindlichen politischen Kräfte.

Der amerikanische Historiker ungarischer Herkunft John Lukacs1 – der sich selbst zuletzt als Reaktionär bezeichnete – meinte, ein Reaktionär sei Patriot, nicht Nationalist. Er bekenne sich zu den Werten des alten Europas, für die z.B. Churchill stand. Er glaube an Geschichte, nicht an Evolution; schließlich verteidige er alle ehrwürdigen Traditionen des Landes, auch wenn diese vielen altertümlich erschienen; technischen Entwicklungen stünde er skeptisch gegenüber. So eine reaktionäre Einstellung führe allerdings in die soziale Isolation. 

Jens Jessen von der Zeit meint, Konservative, Reaktionäre und Neufaschisten seien natürlich der politischen Rechten zuzuschlagen; Konservative könne man als rechts bezeichnen, Reaktionäre als rechtsradikal.

Wie kommt nun ein katholischer Autor und Publizist dazu, gerade jetzt eine „fortschrittsfeindliche“, wohl „rechtsradikale“ Zeitschrift mit dem provokanten Titel „REACTION“ auf den Markt zu bringen.

Ab Dezember 2019 soll zweimal jährlich das Magazin erscheinen, mit dem Alexander Pschera „die Geschichte des reaktionären Denkens in Europa dokumentieren und neu beleben will“.
Ein Magazin für eine konservative Gegenkultur abseits vom republikanischen Mainstream …

Alternative zu den wutschäumenden Diskursangeboten der Rechten

In einem Interview für die katholische Zeitschrift „Die Tagespost“ vom 1. August 2019 begründet Pschera sein Vorhaben folgendermaßen: 

„Zunächst benötigt Europa heute mehr „Reaktion“, Gegen-Aktion, Handlung. Das ist ja auch eine Bedeutung des Titels. Ich habe das Gefühl, wir lassen Europa zu sehr „geschehen“. Wir überlassen es der Bürokratie. Da ist ein Gegensteuern nötig, und zwar nicht durch anti-europäisches Ressentiment, sondern durch die Besinnung auf tiefere und ältere Bedeutungen des europäischen Gedankens. Europa ist ja kein Phantom, keine Fantasmagorie, sondern es ist nicht weniger als unsere 2000-jährige Geschichte. Sie ist zu wertvoll, um sie den Technokraten und Finanzspekulanten zu überlassen. Und hier kommt das „reaktionäre“ Denken ins Spiel, das ja als eine „Reaktion“ auf den Kahlschlag der Französischen Revolution entstand, um die Werte des Christenturns und der Monarchie zu retten. An einem ähnlichen, wenngleich nicht ganz so blutigen Punkt stehen wir heute wieder. Und deshalb der Bezug auf die „Reaction“ der Geschichte.

Wir sprechen alle intelligenten Menschen an, die mit dem Herz in der Vergangenheit, mit dem Kopf aber in der Zukunft leben und die auch außerhalb des Rahmens denken können und wollen, der sich in Europa als absolut darstellt Menschen, deren Fantasie dazu ausreicht sich eine heftige katholische Kirche und ein friedliches, am Wohl der Nationen orientiertes Zusammenleben in Europa vorstellen können. Menschen auch, denen Umgangsformen und Etikette nicht vollständig egal sind und die noch wissen (wollen), warum Stil im Leben entscheidend sein kann. Ich hoffe, dass sich das Projekt „Reaction“ unter diesen Menschen in Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet, weil es eine Alternative darstellt zu den wutschäumenden Diskursangeboten der Rechten.

Begleitend zu dem Magazin existiert bereits ein Blog, auf dem man sich denn über „Reaktionäres“ informieren kann.
In einem Artikel auf diesem Blog schreibt Alexander von Schönburg:

„Die Welt wird auf den Kopf gestellt. Die archetypischen Konzepte der menschlichen Existenz, ja die Sprache selbst sind nicht mehr sicher vor dem Zugriff der Umdeuter und Wirklichkeitsschänder. Wer sich in so einer Welt, in der alles, was einmal galt, von den höchsten Instanzen verworfen wird, wer sich in einer Welt, in der sich der Glaube an die Allmacht des Menschen und die Leugnung des Übernatürlichen verfestigt hat, wer sich in so einer Welt als einen „Konservativen“ bezeichnet, räumt damit ein, den Widerstand aufgegeben zu haben – denn was sollte man von dieser Welt denn „konservieren“. Der Konservative hat sich, von kleineren, kosmetischen Korrekturen abgesehen, mit dem Ist-Zustand abgefunden. Wer sich einen „Reaktionär“ nennt, der mag zwar verzweifelter sein als der Konservative, er hat aber wenigstens nicht resigniert, er „reagiert“ und befindet sich – intellektuell – im Kampfmodus.

Schon Nicolas Gomez Davila, „Verächter der Demokratie und des Pöbels“ bezeichnete sich als Reaktionär, als „Antipode eines Konservativen“, weil es für ihn nichts mehr gab, was zu konservieren sich lohne.


Der Reaktionär als Antwort auf die Krise des Konservatismus?

 Es heißt, mit der gescheiterten „geistig moralischen Wende“, die einst Helmut Kohl ausrufen wollte, ist auch der Konservatismus in Deutschland auf den Hund gekommen. Nicht erst mit Merkel, die bei einer angeblich anfänglich noch annehmbaren  konservativen Position, schließlich letztverbliebene Relikte in der Familienpolitik, Verteidigungspolitik und bei der Zuwanderung aufgegeben hat. Die CDU hat ihre klassischen Positionen wie beispielsweise die Verteidigung der Kernkraft, das Bekenntnis zum allgemeinen Wehrdienst sowie die Opposition zu Mindestlohn und Frauenquote geräumt. Der deutsche Konservatismus hat sich in den vergangenen 40 Jahren in seiner entscheidenden Perspektive verbraucht, nämlich was die Auszeichnung bestimmter Aspekte des Status quo als bewahrenswert angeht. Hinzugekommen ist das Verschwinden von Feindbildern wie dem real existierenden Kommunismus oder Linksterrorismus, die noch in den Achtzigerjahren als negative Integrationskräfte für konservative Milieus und die Union wirkten.
 
Die Diskussion, was ist heute konservativ – genauer, was ist davon noch verblieben – wird aktuell im „Mainstream“ in eher linken Postillen geführt. In der Zeit oder dem Tagesspiegel.

Die Diagnosen dort haben nichts mehr mit dem gemein, was Günter Scholdt2 als Inhalt der konservativen Denk- und Lebensart ansieht: 

„Alles, was täglich auf uns einströmt, ohne zweckoptimistischen Vorauskredit zu prüfen und, wo es sich als untauglich erweist, auch wieder durch Älteres, Bewährtes zu ersetzen. Sie offenbart sich als Frageprinzip, erworben aus einer Grundskepsis gegenüber marktschreierischer Aktualität und dem Glamour des jeweils Neuen. Sie verwahrt sich gegenüber der Anmaßung, anthropologische Gegebenheiten bzw. soziale Konstanzen zu negieren und sich einer Grundeinsicht zu verschließen, die schon vor Jahrtausenden Prediger Salomo festhielt: »Es geschiehet nichts Neues unter der Sonne.«“

Eine Konsequenz daraus wäre denn durchaus die „reaktionäre“, wie von A. Pschera im obigen Zitat begründet.

Außerhalb der eher links-liberalen Diskussionsplattformen findet eine intellektuelle Beschäftigung oder Auseinandersetzung um den Konservativismus natürlich in den „neurechten“ Kreisen statt, für welche z.B. das „Institut für  Staaatspolitik“ in Schnellroda bzw. die Zeitschrift „Sezession“ steht. Betrachtet man die Agenda von „Schnellroda“, wird hier u.a. auch ein Rückgriff auf Gescheitertes gepflegt, wie auf die „Konservative Revolution“3 der Weimarer Zeit. Dabei sind Assoziationen auf „Völkisches“ unausbleiblich.

An publizistischen Organen außerhalb dieses „neurechten“ Kreises – mit “Sezession“ als Publikationsorgan – sind beispielhaft die „Junge Freiheit“, „Cato“, „Tumult“, vielleicht noch „Cicero“ und im Netz der Blog „Philosophia Perennis“, „Jürgen Fritz Blog“ und „Conservo“ zu nennen.

Vergleicht man die Veröffentlichungen und Verlautbarungen untereinander, werden Gräben sichtbar. Erst kürzlich lieferte Philosophia Perennis in einer Auseinandersetzung mit „Schnellroda“ ein Beispiel für persönliche Unverträglichkeiten und Gereiztheiten unter denen, die sich als konservativ bezeichnen.
Solcherart „Gräben“ hat schon Armin Mohler4 genannt und beklagt. Er schreibt:

„Nun ist „schein-“ oder „pseudokonservativ“ nicht das einzige Wort, mit dessen Hilfe sich Konservative von Konservativen abgrenzen wollen. Die Reihe der Trenn-Vokabeln ist recht lang: ideologisch, totalitär, rechts, rechts extrem, links, liberal, liberalkonservativ, faschistisch, nazistisch, reaktionär, Abendländer und so fort. Jeder von uns hat mal einen anderen mit einer dieser Vokabeln vor die Tür zu stellen versucht. … Dann gibt es Unterscheidungen aus dem geographisch-geschichtlichen Bereich; sie sind der Sache nach etwas differenzierter: etwa der Gegensatz von süddeutsch/katholisch und norddeutsch/protestantisch, von fritzisch/kleindeutsch und theresianisch/großdeutsch, oder Bezeichnungen mit so charakteristischem historischem Klang wie nationalliberal oder deutschnational. Auf Vollständigkeit kommt es dabei nicht an.“

Er sieht einen Konflikt zwischen Universalisten und Nominalisten. Ob die von ihm geltend gemachte Hinwendung zur Theorie des Nominalismus („nominalistische Wende“) zu einer Einheit oder Einigkeit führen könnte, sei dahingestellt.

Caspar von Schrenk-Notzing der letzte wirklich große konservative Publizist fragte, „Brauchen Konservative eine Theorie?5. Er meint, die Nachkriegsgeschichte ist charakterisiert durch die Unterordnung des Konservatismus unter die Mitte, sprich des „juste milieu“. Repräsentiert wird dies durch die großen Volksparteien wie die CDU, ÖVP und die Konservative Partei Englands. Was aus denen geworden ist, wissen wir!

Schrenck-Notzing legt drei Merkmale der „konservativer Theorie“ fest:

• das Fehlen einer Lehrtradition

• die Leitvokabel heißt „Wirklichkeit“

• der institutionell-individuelle Doppelcharakter.

Das klingt sehr theoretisch und darauf soll an dieser Stelle auch nicht näher eingegangen werden; dient gewiss aber zum Nachdenken.


Mehr
Gegen-Aktion und Handlung

Zurück zu unserer Anfangsfrage.
Wer will es bezweifeln, dass wir bei dem Zustand unseres Landes und der Gesellschaft mehr „Gegen-Aktion und Handlung“ brauchen. Nicht „Reaktion“ im ursprünglichen Sinn des Wortes, denn die untergehenden konservativen Parteien haben nur auf das just Milieu reagiert, nur Tendenzen aufgenommen und peu a´ peu den Widerstand gegen die Aufhebung und Umwertung ihrer Werte aufgegeben.
So wäre denn eine Neubestimmung von „konservativ“ erforderlich, mit der man das Wort „reaktionär“ umgehen kann.
Vielleicht kann aber durch das neue Magazin – nicht nur allein mit seinem provokanten Titel – ein (weiterer?) Sargnagel gegen das juste milieu geschmiedet werden oder werden zumindest einige Stachel dagegen produziert.

Das konservative Lager braucht wohl tatsächlich eine orientierende Theorie. Und vor allem wieder Persönlichkeiten, welche die Aufgaben glaubhaft umsetzen können, handeln wollen und denen sich dann auch die Menschen anschließen.

Zum Schluss noch einmal ein Rückgriff auf John Lukacs, den „Reaktionär“, mit seiner Sicht auf die Situation in den USA: Es gäbe auf der einen Seite eine Rechte, die die Liberalen mehr hassen, als dass sie die Freiheit liebe, die nationalistisch sei; die glaube, die USA habe das Schicksal, die Welt zu ordnen und auf die Entwicklung von Technologien und Maschinen setze. Und eine andere Rechte, die die Freiheit mehr liebe als sie die Liberalen hasse, die patriotisch sei, an keinen Auftrag Amerikas in der Welt glaube und sich der Pflege der Tradition widme, statt auf technische Innovation zu setzen. Die Pointe: Diese erste Form der Rechten stelle den Fortschritt nicht in Frage, die zweite schon.
Das klingt nicht ganz so manichäisch, wie wir es bei der Polarität zwischen (National-) Liberal und (Völkisch-)Antiliberal hierzulande wahrnehmen müssen. 

Der Reaktionär

_________________________

1 John Lukacs ist zuletzt bekannt geworden durch den Film „Die dunkelste Stunde“, die Filmbiographie Churchills aus dem Jahre 2017, die sich an eines seiner Hauptwerke anlehnt – „Five days in London, May 1940“ (1999) 

2 Günter Scholdt: „Das konservative Prinzip“, 2011 Edition Antaios

3 Armin Mohler bezog in seiner Dissertation „Die Konservative Revolution in Deutschland 1918–1932“ den Begriff auf etwa 350 Personen, die er fünf verschiedenen republikfeindlichen und auch zum (geringeren) Teil nationalsozialistischen Gruppen zuordnete.

4 Armin Mohler: „Die nominalistische Wende“ in der Streifzug, 2001 Edition Antaios

5 in Konservative Publizistik 1961bis 2008, Berlin 2011

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Wahrnehmungsstörung

In einem Gastbeitrag für die FAZ haben sich der Rabbiner Yehuda Teichtal aus Berlin und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, der im Westjordanland geborenen Raed Saleh zusammengetan, um sich für ein „neues Miteinander“ auszusprechen – „gegen Hetze und Ausgrenzung“.
Ein löbliches Unterfangen, gegen das nichts einzuwenden ist. Rühmenswert, wenn sich dazu noch ein Jude und ein Muslim zusammenfinden.

Der Rabbiner war vor einigen Tagen von einem arabisch sprechenden Mann öffentlich beschimpft und angespuckt worden. Er beklagt sich denn in dem Artikel auch über andere antisemitische Angriffe und Beleidigungen, die auch in die Öffentlichkeit gelangten. Aggressionen, die nicht hinnehmbar sind.
Aber irgendetwas erscheint in dem gemeinsamen Beitrag verschoben, wenn man schreibt:

„Wie die Juden werden auch Muslime permanent und überall angepöbelt, ausgegrenzt und beschimpft.“

Und

„Das Bespucken und die Beleidigungen vor wenigen Tagen in Berlin waren kein Angriff auf den jüdischen Vater mit seinem Kind – es war ein Angriff auf unsere offene Gesellschaft. Es war ein Angriff auf das schwule Paar, auf den muslimischen Imam, den Querschnittsgelähmten im Rollstuhl, auf den buntgefärbten Punk, die schwarze Fußballspielerin, die obdachlose Roma-Familie, den kleinen Flüchtlingsjungen ohne Eltern in der Pflegefamilie.“

 

Raed Saleh lobt sich in dem Beitrag für seine Initiative, in Berlin eine Synagoge wieder historisch aufzubauen. Zwei Millionen seien bereits beisammen und einige Berliner Moscheen (!) hätten angekündigt, für den Wiederaufbau Spenden zu sammeln.
Das ist der Tat ein erfreuliches Projekt.

Wäre da nicht die Aussage: „Wie die Juden werden auch Muslime permanent und überall angepöbelt, ausgegrenzt und beschimpft.“


Antisemitische Angriffe fast ausschließlich durch Muslime

Es ist eine Tatsache, dass antisemitische Angriffe in Deutschland überwiegend von hier lebenden Muslimen ausgehen. Die antisemitischen Ausfälle und Angriffe rechtsradikaler Spinner in Deutschland könnte man da im Vergleich nahezu vernachlässigen.

Nicht zu vernachlässigen ist der linke Antisemitismus bei Linken und Grünen, der sich hinter einer moralisch aufgeladenen Israelkritik versteckt. Nicht zu vergessen die offizielle Duldung des jährlichen al-Quds-Tags durch den Berliner Senat mit seinen islamistischen, demokratiefeindlichen und antisemitischen Aktivitäten einschließlich Vernichtungsdrohungen gegen Israel. Nicht zu vernachlässigen sind die Hetzreden, wie sie nachweislich nicht nur in Berliner Moscheen gegen unsere Kultur und Lebensweise geübt werden. Nicht zu vergessen die Häme und Hetzworte gegen Deutsche und Deutschland, wie sie z.B. die Kollegin von Herrn Saleh, die Berliner „Staatssekretärin“ Sawsan Chebli gern „postet“.

Wo und wann werden „Muslime permanent angepöbelt, ausgegrenzt und beschimpft“?

Wenn es Angriffe auf Muslime (Kopftücher werden herabgerissen!?) hierzulande gegeben hat, dann ist uns wohl in der Berichterstattung etwas entgangen. Die Leitmedien wären bei solchen Vorfällen doch über Tage nicht zur Ruhe gekommen.
Wann hat also so etwas stattgefunden bzw. wann ereignet sich das in der Häufigkeit wie die bekannten Angriffe auf Kippaträger und dergleichen? Oder wie die fast täglichen Messerattacken untereinander oder auf junge „Biodeutsche“?

Ein zweifelsohne löbliches Experiment, wenn sich ein jüdischer Rabbiner und ein muslimischer Lokalpolitiker aus Berlin zusammentun, um gegen Rassismus und Extremismus aufzutreten. Aber dann sollte man auch den Tatsachen ins Auge sehen und nicht die wahren Ursachen schönreden.

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Gewalttaten durch Zuwanderer

Ist das „Krieger-Gen“ verantwortlich?

Eine unglaubliche Mordserie erschüttert Deutschland: In Stuttgart wird ein Mann auf offener Straße abgeschlachtet, in Frankfurt wird ein Kind vor einen einfahrenden Zug gestoßen, in Dortmund wird eine junge Frau brutal abgestochen und zerstückelt.
Soweit die Vorkommnisse in nur einer Woche. Dann erinnert man sich an die Morde an jungen Frauen in Freiburg, Kandel, Wiesbaden in den letzten beiden Jahren – oder an die Anschläge in Ansbach, Würzburg usw.

Alle diese Taten haben eines gemein: Die Mörder, Vergewaltiger und Attentäter waren allesamt „Zuwanderer“ aus dem Nahen Osten oder Afrika.

Nach der Greueltat in Frankfurt kommentierte die Neue Zürcher Zeitung die Situation:

Etwas stimmt nicht in Deutschland!

Für uns ist das schon lange eine Gewissheit. Auch wenn Politiker und Medien weiterhin und immer und immer wieder das Ganze klein reden wollen, von „Einzelfällen“ sprechen und vor „Verallgemeinerung“ warnen.
Die offizielle Kriminalstatistik wird in den Medien solange „interpretiert“, bis nichts mehr erkennbar ist.
Dabei sind Zahlen eindeutig:
2018 verzeichnet die Kriminalstatistik bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen 2.471 Fälle, von den 2.823 Tatverdächtigen (TV) waren 1.609 deutsche TV, 1.214 nichtdeutsche TV, davon Zuwanderer 524.
Bei 1.233 Fällen von Vergewaltigung und sexueller Nötigung und 19.119 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung war mindestens ein Tatverdächtiger ein Zuwanderer“.

Gar die Welt gab schon zu, dass „Asylzuwanderer bei Tötungsdelikten überrepräsentiert“ sind.

Die meisten Tatverdächtigen kommen aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und den Maghreb-Staaten (Marokko, Tunesien, Algerien).


„Krieger-Gen“ bei Arabern erhöht?

Kürzlich brachte Michael Klonovsky einen lang vergessenen oder unterdrückten Aspekt ins Spiel, die genetisch bedingte höhere Gewaltbereitschaft bestimmter Ethnien. Er schrieb am 31. Juli in seinem „Diarium“:

Nun kommt indes ein Problem durch die Hintertür, nämlich die Genetik mit der Erkenntnis, dass die unterschiedliche Gewaltneigung innerhalb von Ethnien mit genetischen Unterschieden korreliert. In Rede steht das Mono-amino-oxidase A-Gen, kurz MAOA-Gen, das auf den plakativen Namen „Krieger-Gen“ getauft wurde. Es handelt sich um ein Gen auf dem X-Chromosom, das in mehreren Allelen vorstellig wird. Seit den 1990er Jahren ist bekannt, dass das Vorkommen eines dieser Genloci, das MAOA-2R-Allel, mit aggressivem Verhalten korreliert. Die genetischen Details sind kompliziert, zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass das MAOA-2R-Allel nur bei 0,1 bis 0,5 Prozent der Europäer vorkommt, bei amerikanischen Schwarzen mit Werten zwischen 4,7 bis 5,5 Prozent deutlich häufiger ist, bei Chinesen überhaupt nicht gemessen werden konnte, aber bei Arabern den beeindruckenden Wert von 15,6 Prozent erreicht.

Den zugrundeliegenden Artikel des „umstrittenen“ Anthropologen und Publizisten Andreas Vonderach findet man hier. „Umstritten“ deshalb, da Vonderach von „genetisch ermittelten kollektiven Verschiedenheiten“ bei verschiedenen Ethnien spricht, von einer „‚genetischen Identität‘ der Völker“. Das passt natürlich nicht in die Gleichheits- und Eine-Welt-Ideologie der Linken. Vollends „Nazi“ ist natürlich der Hinweis auf erhöhte, genetisch bedingte Aggressivitätswerte bei Schwarzen und Arabern im Vergleich zu Europäern (und Asiaten). Vonderach bewegt sich zudem im Umfeld von „Schnellroda“ und der „Jungen Freiheit“. Und voll „Nazi“ ist denn sein Buch „Völkerpsychologie“ herausgegeben vom Verlag Antaios.
Doch was Vonderach in seinen Publikationen zum Besten gibt, ist nun nicht unbedingt Neues und – das sei festgestellt – schon gar nichts Unwissenschaftliches.

Schon 1993 konnte man in „Science“ sich über die genetischen Varianten beim MAOA-Strukturgen und dessen Zusammenhang mit „impulsiver Aggression, Brandstiftung, versuchter Vergewaltigung und Exhibitionismus“ informieren („Anormales Verhalten im Zusammenhang mit einer Punktmutation im Strukturgen für Monoaminoxidase A“) sowie 2002 über „Die Rolle des Genotyps im Kreislauf der Gewalt bei misshandelten Kindern“.
2016 beschäftigte sich ein medizinisches Fachorgan im Netz mit der Frage „Welchen Einfluss hat das MAOA-Gen auf Aggression?“ – im Ergebnis  eher politisch vorsichtig oder  angepasst.


„Genetische Verteidigung“

In das Augenmerk – auch der politischen Medien – war das „Killergen“ geraten, als 2009 in Italien ein verurteilter Mörder aus Algerien Strafminderung wegen seiner genetischen Veranlagung erhielt. Den Berufungsrichter habe vor allem die Ausprägung des MAOA-Gens beeindruckt, die zuvor mit Aggressivität in Zusammenhang gebracht wurde. Selbstredend löst der Fall juristische Diskussionen aus.
Einige befürchten, dass solche Fälle des genetischen Determinismus – der Idee, dass Gene das Verhalten eines Organismus bestimmen – zur Akzeptanz in Strafsachen führen könnten und ein Autor meint, dass die Strategie einer „genetischen Verteidigung“ in Zukunft sicher von mehr Verteidigern geprüft werden wird: 

„Allerdings könnte das zumindest im deutschen Recht auch nach hinten losgehen. Schließlich haben Richter die Möglichkeit, neben einer Freiheitsstrafe eine Sicherungsverwahrung anzuordnen, um die Gesellschaft vor einem besonders gefährlichen Verbrecher zu schützen. Hat man das Gericht mithilfe eines genetischen Befunds nämlich erst einmal zur Strafminderung gebracht, dürfte es schwerfallen, gegenüber dem Schutzbedürfnis der Gesellschaft für die Ungefährlichkeit des Mandanten zu argumentieren. Da eine Sicherungsverwahrung im Gegensatz zur Haftstrafe zeitlich unbefristet verhängt wird, könnte das zunächst entlastend verwendete genetische Wissen schließlich gegen den Täter gewendet werden – im Extremfall für den Rest seines Lebens.“

Es besteht in der bundesdeutschen Öffentlichkeit die Neigung, Morde und Gewalttätigkeiten durch „Zuwanderer“ mit psychischer Krankheit umgehend zu relativieren und zu verharmlosen, denn das gäbe es ja auch bei Bio-Deutschen.
Wenn lebenslange Sicherungsverwahrung droht, wird es sich ein Verteidiger zweimal überlegen, ob er z.B. eine „genetisch-ethnische“ Besonderheit wie das „Killer-“ oder „Krieger-Gen“(MAOA-2R-Allel) zur Verteidigung einbringen möchte.
In der gutmenschlichen deutschen Öffentlichkeit käme und kommt eine Stigmatisierung einer ethnischen Gruppe nicht gut an. Genetischer Determinismus – da kann es sich nur um puren Rassismus handeln, der Nazi-Gehirnen entspringt.
Aber um die Diskussion über „die Gene des Bösen“ wird man auch in anderen Zusammenhängen nicht herumkommen. Ob es den gutmeinenden Realitätsverweigerern und dem linken „Mainstream“ passt oder nicht. 

 

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Das schönste Amt neben Papst

Die SPD und die Suche nach ihren Vorsitzenden *

„Das ist das schönste Amt neben dem Papst,
Vorsitzender der SPD zu sein.“

Franz Müntefering im März 2004

Knapp 60 Tage dauert nun schon die Sedisvakanz im Amt des Parteivorsitzenden der SPD. Vom 6. bis 8. Dezember soll nun das Konklave stattfinden, in dem dann das Amt neu besetzt wird. Den Rekord der längsten Sedisvakanz in der Papstgeschichte wird damit die SPD wohl nicht einstellen, die dauerte fast drei Jahre und das Konklave führte erst unter Androhung massiver Gewalt zu Ergebnissen **. Ob es auch in der SPD die Androhung von massiver Gewalt braucht, um zu jemanden in das Amt zu bringen, das könnte man aber inzwischen schon für möglich halten.
Zur Zeit wird die Partei von einer Art „Dreierspitze“ provisorisch geführt.
Die Auslese geeigneter Kandidaten, die dann schließlich im Dezember „gesalbt“ werden könnten, scheint sich aber äußerst schwierig zu gestalten, was den vormaligen SPD-“Papst“ Sigmar Gabriel zu dem Ausspruch brachte, dass der SPD-Vorsitz „wie ein infektiöses Kleidungsstück“ behandelt wird.
Dieserfalls: von Pest- oder Pockenkranken wurden einst auch zunächst die Kleider verbrannt, bevor man die Leiche dann beerdigte. Und so kann man den Ausspruch von Gabriel durchaus als prophetisch betrachten.

SPD-Vorsitz: Vom Traumberuf zum morbiphoren Fetzen.

Seit etlichen Jahren siecht die SPD nun schon dahin und dies zeigt sich auch in der stetigen Abnahme der Tragezeit der Soutane im Amt des Vorsitzenden, wie die Zeitleiste zeigt.

Aktuell beschäftigte sich das (inzwischen recht SPD-affine) Handelsblatt mit der Kandidaten-Kür der SPD und meint hoffnungsfroh, das „Kandidaten-Karussell der SPD nimmt Fahrt auf“.

Welche Gestalten wollen sich jetzt in den Umlauf des Ringel- oder Rösslispiels begeben oder werden genannt?
Da man ja nun auch eine Doppelspitze wie bei den Grünen haben möchte, fährt man im Tandem Karussell.
(Richtig progressiv wäre aber wohl ein „Tribus“ aus männlich-weiblich-divers. Bei mangelndem geeigneten Kandidatenangebot könnte man z.B. bei Olivia Jones anfragen.)

Christina Kampmann
und Michael Roth bilden bislang das erste und einzige Team, das sich auch offiziell beworben hat, heißt es. Eine abgehalfterte Ministerin für „Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport“ aus der abgewählten NRW-Versager-Riege von Hannelore Kraft und dazu ein schwuler Gute-Laune-Bär, der seit 2013 Staatsminister im Auswärtigen Amt spielt.
Wie man liest, haben die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer ihre gemeinsame Kandidatur kürzlich angekündigt, offizielle Bewerbungsunterlagen seien jedoch noch nicht in der Parteizentrale eingegangen.
Die Meldung über ein mögliches Führungsduo Heiko Maas und Sawsan Chebli soll aber nur aus einem Latrinengerücht stammen, das nur von irgendwelchen pöhsen Rechten im sozialen Netzwerk gestreut worden sein kann.
Ein weiteres Duo zu Wählerentmutigung wurde mit Kevin Kühnert und Gesine Schwan (Harald und Maude der SPD) von dieser selbst ins Gespräch gebracht. Wer Kevin heißt, braucht sich um Spott nicht zu sorgen und Gesine Schwan würde auf dem Rummelplatz der SPD in der Geisterbahn besser aufgehoben sein als auf dem Karussell.

Sonst haben sich bisher weiter keine bekannten SPD-Größen geäußert, das „Papstamt“ anstreben zu wollen: Die Küsten-Barbie nicht, nicht die Malu und auch nicht der Scholzomat und nicht der Hubertus aus Peine.

Wenn die Kandidaten schließlich im „SPD-Konklave“ im Dezember unter die Lupe genommen werden, sollte das Wahlgremium unbedingt auf eine Eigenschaft achten: Kadavergehorsam.
Was man durchaus als Syllogismus verstehen kann, wenn man den Zustand der SPD betrachtet. 

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 * w,m,d

** Das war in Viterbo im Jahr 1268 bis 1271 nach dem Tod von Clemens IV mit der Wahl von Gregor X.

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