Die Zerstörung des Industriestandortes Deutschland

„Der größte Schuft im ganzen Land ist der Autofabrikant!“

So lautet inzwischen offenkundig das Credo der Aufklärer und Meinungsführer von den „Naturschutz“Organisationen im Verbund mit allen Aufklärungsorganen.

Da glaubt der Michel, dass er nach der intensiven Bearbeitung der Automobilindustrie mittels „Abgaskandal“, „Dieselgate“ etc. einmal durchatmen und sich – wenn er möchte – auf wirklich wichtige Nachrichten konzentrieren kann, da erreicht seine Nase der Duft einer neuen medialen Stinkbombe, die in Richtung der neuen Hassbranche geworfen wird. So kann man heute hören oder lesen:

Bei Autos und Motorrädern haben Hersteller offenbar auch bei den Lärm-Grenzwerten getrickst. Wie das ARD-Magazin „Plusminus“ berichtet, gibt es erhebliche Unterschiede zwischen offiziellen Messungen und dem tatsächlichen Alltagsbetrieb. So würden bei der Zulassung neuer Typen die Geräusche nur bei Tempo 50 gemessen. Bei höheren Geschwindigkeiten seien einige Fahrzeuge erheblich lauter. Das sei „bewusst so konstruiert“, heißt es bei „Plusminus“.

Das berichten die ARD-Qualitätssender – von MDR bis BR5 – heute in ihren Nachrichtenprogrammen.

Die Umweltorganisation BUND zieht laut dem Bericht Parallelen zum Abgasskandal. Einige Motorräder seien so programmiert, dass sie die Prüfungssituation erkennen könnten. Dann werde die Auspuffklappe geschlossen, so Holger Siegel von der Umweltorganisation.

Jetzt gerät also auch das Motorrad in den Fokus der vereinten Umwelt- und Naturretter.

Das spezielle Thema „Motorrad“ und Motorradfahrer will ich aufgrund persönlicher Voreingenommenheit mal außen vor lassen. Als ehemaliger Orthopäde und Unfallchirurg habe ich so meine ganz speziellen Erfahrungen sammeln können mit den häufig fatalen und leidvollen Folgen des Hobbys dieser „Freiheits-“ und Freiluft-Fetischisten.

Zurück zur eigentlichen Frage.

Was wird durch die Benzinkutschen nicht alles angerichtet:
Zwischen 15.000 und 75.000 Toten – Zahl je nach Sichtweise und Gutdünken – fordert das Automobil angeblich jährlich in Deutschland allein durch Ausstoß von Feinstaub oder Stickoxiden.
Und dabei ist das „Frühabsterben“ durch das jetzt (wieder mal) publik gemachte „Lärmtrauma“ durch Autos noch nicht dazu gerechnet.
Jährlich 3600 Verkehrstote durch Rasen, Alkohol und sonstige Verstöße gegen Verkehrsregeln sind da vergleichweise eine Petitesse.

(Nebenbei: Staubsaugen und Fensterputzen sind inzwischen deutlich gefährlicher, kommen doch fast 10.000 Menschen durch Unfälle im Haushalt ums Leben. Dabei kann sich diese Statistik nicht nur auf Schätzungen oder Hochrechnungen berufen, sondern auf ermittelbare Fakten.)

Die links-grünen Ökoaufklärer in den Medien und den ach so uneigennützigen Umweltverbänden verfahren in der jetzigen Kampagne gegen das Auto einmal mehr nach der 68er-Spontidevise: „Macht kaputt, was euch kaputt macht!“. Sie sind die Kumpels und Genossen dieser Leute, die auch schon mal „Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“ skandieren.
Es geht denen allen mehr oder weniger um die Zerstörung des „Standortes“ Deutschland, behaupte ich.
Oder ist das jetzt eine neue „Verschwörungstheorie“?

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Verve gegenwärtig auf die deutsche Schlüssel- und Spitzenindustrie eingedroschen wird. Die Konkurrenten der Deutschen diesseits und jenseits des Atlantik und im Fernen Osten können in diebischer Freude bei diesem Szenario zuschauen.
Es gab wohl unstreitig Versäumnisse und Unkorrektheiten bis hin zu semikriminellen Manipulationen in der Automobilbranche, aber man will dies hierzulande so darstellen, als sei es ein reines, typisch deutsches Problem.
Keiner erwartet von der Presse, dass Auffälligkeiten und Probleme unter den Tisch gekehrt werden, aber ein regelrechter Vernichtungsfeldzug, wie er derzeit abläuft, kann durchaus auch als (politisch) kriminell apostrophiert werden.

Die zur Ideologie geratene Technikfeindlichkeit verbunden mit deutscher Selbstbezichtigung verheißt uns nichts Gutes.
Wer oder was gerät als Nächstes ins Visier unserer ach so fürsorglichen Politiker- und Medienkaste?

Von „Schreibtischtäter“ zu „Lügenpresse“

55 Jahre Medienkritik in der Bundesrepublik

1962 veröffentlichte der deutsche „Dichter und Denker“ Hans Magnus Enzensberger in seinem Essay-Band „Einsichten“ einen Beitrag über den „journalistischen Eiertanz“, in dem er sich kritisch mit dem Journalismus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auseinandersetzt. Der Spiegel schreibt dazu in einem eigenen Artikel:

Enzensbergers Vorwürfe gegen die FAZ reichen von der vergleichsweise harmlosen, aber doch für Redakteure ehrverletzenden Kritik an dem „miserabelsten Akten-Deutsch“ bis zu den Behauptungen, die FAZ
retuschiere, unterdrücke und entstelle mit einer ganz bestimmten Absicht Nachrichten,
– veröffentliche redaktionelle Texte, die letztlich, wenn auch erst nach genauer Prüfung, auf eine „abgründige Verachtung“ demokratischer Grundsätze schließen ließen,
– übe die „hochgezüchtete Technik der Heuchelei und das tägliche Versteckspiel mit der Wahrheit“,
– spreche eine Sprache der „Herrschaft“, in welcher dem Leser nur das mitgeteilt werde, was ihr, der Herrschaft, „bekömmlich“ sei.

Enzensberger gewann diese Einsichten aus dem „Studium“ von 9 (!) Ausgaben der FAZ vom 7. bis 16. Dezember 1961. Gleichwohl benutzen in der Folge mehrere Autoren – u.a. Peter Glotz, Ralf Zoll und vor allem der DKP-Aktivist und Soziologe Horst Holzer („Gescheiterte Aufklärung? Politik, Ökonomie und Kommunikation in der Bundesrepublik Deutschland“ München 1971) – Enzensbergers „Erkenntnisse“ als Beleg für die „Unzuverlässigkeit, mangelnde Progressivität und anfechtbare Selektivität der deutschen Presse“* ohne eigene reliable Untersuchungen anzustellen. Das rief den bekannten libertär-konservativen Soziologen *Helmut Schoeck auf den Plan, der 1972 eine eigene Untersuchung veröffentlichte („Vorsicht – Schreibtischtäter“, Stuttgart 1972).

Schoeck analysiert in seiner Schrift die bisher vorliegenden angeblichen Studien zum bundesdeutschen Journalismus und reflektiert seinerseits die bundesdeutsche Publizistik mit einer Analyse der Berichterstattung der bekanntesten deutschen Zeitungen, einschließlich der Neuen Züricher Zeitung und des Herald Tribune, in den Jahren 1970 bis 1972. Im Zentrum stehen dabei vor allem die damaligen relevanten, aktuellen, resp. „geschichtlichen“ Ereignissen im Zusammenhang mit den Vorkommnissen um die Baader-Meinhof-Bande (Anm.: Von den Linksliberalen immer euphemistisch als „B.-M.-Gruppe“ bezeichnet), die Ostpolitik der sozial-liberalen Regierung Brandt (v.a. die „Briefaffäre“), den Vietnamkrieg, die Hochschulreform u.a.m.

Schoeck macht in seiner Analyse einen linken Medien“Verbund“ aus, zu dem Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau, der Express, die Zeit, der Spiegel, der Stern und die ARD (mit ihren Magazinsendungen) zählen. Diese sieht Schoeck u.a. auch als „ahnungslose Opfer ultralinker Strategie“, als „Dulder, teils als Flankenschutz für die linksradikale Unterwanderung unserer Institutionen“.
Womit er nicht unrecht hatte, wie unsere Geschichte zeigen wird.

„Schreibtischtäter“

Eigentlich ein stigmatisierter Begriff, sollte er doch Leuten wie Adolf Eichmann, Julius Streicher usw. vorbehalten sein. Eine darüber hinaus gehende Verwendung kann demnach in Deutschland nur den Geruch von „Relativierung“ haben. Es kommt jedoch nur darauf an, wer den Begriff in welchem Zusammenhang verwendet. Die Benutzung dieses Begriffes in unserem Kontext geschah zunächst von Willy Brandt, als er 1971 auf einem Gewerkschaftstag in einem bestimmten Bezug von „Schreibtischtätern“ sprach, in dem sich viel Journalisten getroffen fühlten und es zu einer heftigen Kontroverse kam. Denn ursprünglich sollten ja allein nationalsozialistische Schreibtischmörder damit stigmatisiert werden. Günter Grass ist es zu verdanken, dass der Begriff dann weiter vorwiegend auf (nichtlinke) Journalisten angewendet werden durfte. Im SPD-Organ Vorwärts schrieb Grass unter dem Titel „Schreibtischtäter“ dass „alle versuchten oder ausgeführten Attentate auf sozialdemokratische oder andere linksstehende Persönlichkeiten in der Bundesrepublik von „Direkttätern“ verübt worden seien, die den „offenen wie halbversteckten Weisungen etlicher Schreibtischtäter gefolgt seien; Journalisten, die das politische Klima, die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik „vergiften“ würden. Grass bezog sich dabei – laut Schoeck – auf das Attentat auf Rudi Dutschke, den Schuss auf einen russischen Wachsoldaten am sowjetischen Ehrenmal in Berlin, auf die Ohrfeige, die Willy Brandt in München von einem „rechtsradikalen Studenten“ erhielt und ein versuchtes Attentat auf den Bundespräsidenten Heinemann.

Man erkennt, Schreibtischtäter sind immer rechts, niemals links.

„Lügenpresse“

Die spätere Kritik am Verhalten der Medien oder bestimmter Journalisten kam dann vermehrt aus den eigenen Reihen.
Wolf Schneider, der bekannte Journalist, Sprachkritiker, Sachbuchautor und vormaliger Leiter der Hamburger Journalistenschule schrieb 1984 in »Unsere tägliche Desinformation»:

„Journalisten lügen…
weil sie unter Erfolgszwang stehen und von ihren Chefs oder Auftraggebern unter Druck gesetzt werden, interessanter zu schreiben als die Konkurrenz. Sie lügen, weil sie nur Informationen verkaufen können, die andere nicht haben. Sie lügen, weil sie in der Redaktionshierarchie aufsteigen wollen, weil sie mit ihrer Geschichte auf der ersten Seite stehen wollen oder weil sie den Pulitzerpreis bekommen wollen. Und sie schlittern in die Lüge hinein, weil sie mit Übertreibungen begonnen haben und das Übertriebene immer noch weiter gesteigert werden muß, damit es interessant bleibt.“

Mit diesem Zitat ist aber nur ein relativ harmloser Vorwurf verbunden, blendet er doch die essentielle journalistische politische Machtfrage noch aus: dieses vermessene Selbstverständnis als „vierte Macht“ im Staate und den Missbrauch dieser Macht in neueren Zeiten.
Aber jetzt war implizit der Vorwurf der „Lügenpresse“ erstmals von einem honorigen Zunftmitglied und Eingeweihten in die Welt gesetzt.

Es gab nun bald weitere Kritik, wieder von Insidern, die dann ob ihrer jetzigen Offenheit nicht nur als „Netzbeschmutzer“ beschimpft werden. Zu nennen sind zuvorderst Udo Ulfkotte und Eva Herman.

Ulfkotte veröffentlichte 2001 seinen Report „So lügen Journalisten – Der Kampf um Quoten und Auflagen“. Das Buch ist noch mit Amusement zu lesen, da es sich überwiegend an journalistischen Märchen, Legenden, sog. „Enten“ und Halbwahrheiten orientiert. Wenngleich darin auch schon sehr deutlich wird, wie der Journalismus mittels gezielter Manipulationen sich zum „verlängerten Arm der Macht“ verwandelt hat, zum „wohlfeilen Helfershelfer wirtschaftlicher und politischer Interessen“.

2012 schrieb Eva Herman über „Das Medienkartell – Wie wir täglich getäuscht werden“. Eva Hermann kann mitreden, sie war Beteiligte in dem Kartell und dann Ausgestoßene und Opfer. Sie zeigt in ihrem Buch auf, wer und was die Nachrichtenquellen der sog. Qualitätsjournalisten sind, wie das Volk von den Medien politisch korrekt umerzogen wird, welcher politischer Färbung die Journalisten sind und nach welchen Mustern die Medieninquisition und Medienhetze gegen Andersdenkende abläuft und wer die Opfer sind (aus dem Klappentext des Buches).

Die wirksamste und für die bezichtigten Journalisten und Medien gefährlichste Veröffentlichung stammt wieder aus der Feder des leider zu früh verstorbenen Udo Ulfkotte. Sein Buch aus dem Jahre 2014 „Gekaufte Journalisten – Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken“ durchrüttelte die Branche und wurde gar zum Stichwortgeber für das linke Kabarett im linken ZDF für einen Beitrag, der natürlich umgehend aus dessen „Mediathek“ entfernt wurde.

Es trifft zu, was Ulfkotte bei der Vorstellung seines Buches sagte:

„Jene Netzwerke, welche Uwe Krüger in seiner Doktorarbeit “Meinungsmacht” so vortrefflich theoretisch dargestellt hat, habe ich weiter demaskiert. Und zwar mit voller Namensnennung. Ich habe unendlich vielen Journalisten (mit Namensnennung) nachgewiesen, für wen sie da wirklich arbeiten und ihre Nähe zu pro-amerikanischen Kriegstreibern unter die Lupe genommen. Vor allem habe ich mit voller Namensnennung aufgeschrieben, welcher Journalist in welchem Leitmedium für seine Berichterstattung geschmiert wird – und von wem.“

Uwe Krüger ist wichtig zu nennen, als Bezugsquelle für Ulfkotte. Er hat in seiner Dissertation und weiteren Publikationen eine wissenschaftliche Analyse zum Thema geleistet, die Helmut Schoeck 1972 noch vermisste.

Der Marsch durch die Institutionen vor dem Helmut Schoeck 1972 warnte, die Strategie der Unterwanderung der Massenmedien durch Linke und Ultralinke im Sinne der „realsozialistischen Transformation der Gesellschaft“ (Holzer) ist Tatsache geworden.
Die linken Medienkritiker haben seinerzeit die Unterrepräsentation des linken Standpunktes in den Massenmedien behauptet, aber noch nicht so offensiv und aggressiv den Kampf gegen Rechts herausposaunt. Der Marsch durch und in die Institutionen ist gelungen und so kann die schwarz-rot-grüne Linke heute unverfroren als konkurrenzlose „opinion leader“ für ihre totalitären Programme agitieren.

Damals galt es, die kriminellen Aktivitäten der Baader-Meinhof-“Gruppe“ zu verharmlosen und zu entschuldigen. In dieser Kontinuität sieht man heute auch im Gangstertum von Antifa und Autonomen kein Problem.
„Linksextremismus ist ein aufgebauschtes Problem“, behauptete die SPD-Politikerin Manuela Schwesig und findet auch nach den kürzlichen linken Gewalttaten und Exzessen von Hamburg nicht nur „klammheimliche“ Zustimmung in den Medien.

Woher die Schreibtischtäter heute kommen kann man hier nachschauen:
https://conservo.wordpress.com/2017/08/05/meinungsmanipulation-durch-links-gruene-medienhoheit/

Ein Thema, das uns wohl noch länger als 55 Jahre beschäftigen wird.

Massenmörder fahren Diesel

Der „Dieselskandal“

Den 2. August 2017 wird man sich merken müssen, egal wie an diesem Tag der sog. „Dieselgipfel“ der Bundesregierung ausgehen wird.
Die Parteien haben sich schon lange in Position gebracht und seit Tagen wird in den „Qualitätsmedien“ das Thema befeuert, damit sich die im Wahlkampf befindlichen Lager  warm laufen konnten. Die linke Wirtschaftspostille Handelsblatt faselte denn in diesem Zusammenhang von einer „Staatskrise Dieselskandal“.

Worum geht es eigentlich?

Durch den sog. Abgas-Skandal – glaubt man allen lancierten Meldungen, allein durch die deutschen Automobilhersteller mit Luxussegmenten verursacht –  geriet das Dieselauto endlich in den Focus aller umweltbewegten und antikapitalistisch orientierten Interessengruppen. Voran Greenpeace und die obskure „Deutsche Umwelthilfe“ mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Resch, der sich in den Medien als Sieger von Stuttgart feiern durfte: man hatte vor dem Verwaltungsgericht ein mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge erstreiten können.
Greenpeace informiert mit einer „Lichtinstallation“ an der Fassade des Bundesumweltamtes über die aktuellen „Todeszahlen“ durch den Diesel: „Vorzeitige Tote durch Stickoxid seit Dieselgate: 19.807† seit 1 Jahr 10 Monate 12 Tage 10 Stunden“.

Ein sogenannter „Energieexperte“ des Qualitätsmediums ARD namens Jürgen Döschner machte den Diesel gar zu einem Holocaust-Korrelat, gewissermsaßen einem Nazi-Produkt, indem er twitterte: Die „Automafia“ – also Autoindustrie und Bundesregierung – „vergast jedes Jahr zehntausend Unschuldige“.

Man merkt – eine emotional aufgeladene Diskussion nach der Devise von Umweltaktivisten  und -Politikern wie Jürgen Resch:
„Ein Problem emotionalisieren, einen Schuldigen finden …“

Die sogenannten Experten, die jetzt zuhauf bei ARD und ZDF zu Wort kommen dürfen, geben aber in keiner Weise darüber Auskunft, was es mit den Stickoxiden einerseits – für deren Ausscheidung allein der Diesel verantwortlich gemacht wird – und der Feinstaubbelastung andererseits, es auf sich hat; und für den außenstehenden Laien wird dazu einfach alles in einen Topf geworfen: „Stickoxide“ (NOx) gleich „Feinstaub“.


Stickoxide

Betrachten wir zunächst das „Problem Stickoxide“.
Wikipedia informiert uns darüber u.a. folgendermaßen: „Eine der Hauptquellen für Stickoxide in der Atmosphäre sind Abgase, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie beispielsweise Kohle oder Öl, entstehen.“ Aber man höre: „Nach Angabe des Umweltbundesamtes sind die jährlichen Stickoxid-Emissionen in Deutschland in der Zeit von 1990 bis 2014 von 2,885 auf 1,223 Mio Tonnen gesunken. In der Europäischen Union (EU28) sanken die NOx Emissionen in der Zeit von 1990 bis 2011 um 49 % von 17,338 auf 8,846 Mio Tonnen (nur! – d.Red.)“.
Deutschland hat demnach eine deutlich bessere „Stickoxidbilanz“. Doch: „In Europa werden mehr als 50 %, in einigen Städten bis zu 75 % der NOx-Emissionen durch den Verkehr verursacht.“

Was bewirkt denn eine höhere Stickoxidbelastung an gesundheitlichen Folgen?
Medizinische Experten weisen auf eine erhöhte Beeinträchtigung bezüglich Asthma oder „COPD“ hin und verweisen auf Zusammenhänge mit der gesundheitsschädlichen Ozon-Aufladung unserer Atmosphäre.

Es gibt ja bereits einen Untersuchungsausschuss des Bundestages zur VW-Abgasaffäre, vor dem einschlägige Experten zu Wort kamen. So unter anderen die Epidemiologin und „Feinstaub-Expertin“ Annette Peters, die stets für niedrigere NOx-Grenzwerte eintritt. Sie räumte vor den Abgeordneten ein, dass ein direkter Zusammenhang von Stickoxiden und Gesundheitsschäden epidemiologisch noch nie untersucht wurde. „Fürs NO2 bin ich mir keiner Studie bewusst, die das schon mal systematisch angeguckt hat“, sagte sie laut Protokoll.

Betreibt man nun weitere Recherchen bezüglich der Gesundheitsschäden durch NOx, lautet das Resümee tatsächlich: Dünne Faktenlage, keiner weiß, welche Schadstoffe Schäden verursacht haben, für die Stickoxide in der gegenwärtigen Diskussion pauschal verantwortlich gemacht werden.


Feinstaub

Fündiger wird man bei der Recherche über „Feinstaub“. Das scheint eines der beliebtesten und scheinbar ergebnisträchtigsten Themen in der epidemiologischen Forschung hinsichtlich Umweltbelastungen zu sein. Es ist damit natürlich ein Objekt für stets besorgte Regierungseinrichtungen. Demzufolge hat das Umweltbundesamt „errechnet“:

„ … so sind nach den durchgeführten Schätzungen bei Erwachsenen über 30 Jahren etwa 11 bis 14 Prozent (%) aller Todesfälle aufgrund kardiopulmonaler Erkrankungen und etwa 17 bis 20 % aller Todesfällen infolge von Lungenkrebs auf den Umweltstressor Feinstaub zurückzuführen.“

So kommt man auf beeindruckende Zahlen für „vorzeitiges Versterben“ in der Bevölkerung, auch wenn es sich tatsächlich nur um Schätzungen handeln kann, wie das Umweltbundesamt zugibt.

Man spricht in der epidemiologischen Forschung von „Disability-Adjusted Life Years”: „Summe aus Lebenszeit mit erkrankungsbedingt eingeschränkter Lebensqualität und verlorener Lebenszeit durch (statistisch gesehen) vorzeitiges Versterben.“
Das ergibt keine aus tatsächlich medizinischen bzw. naturwissenschaftlichen Forschungen gewonnene Dateneinheit, sondern ist ein soziologisch-statistisch gewonnenes Konstrukt.

Feinstaub ist denn ein ganz übler Schädling, gar der zivilisatorische Todesfaktor schlechthin, neben Cholesterin, Zucker, Fett und der Radioaktivität.

Ein medizinischer Informationsdienst meint festzustellen:

„Gerade winzig kleine Dinge können die Gesundheit ins Wanken bringen. Feinstaub ist nur etwa 0,01 Millimeter groß, aber äußerst gefährlich.“

Die Mikrobenangst – Gott hat sie bisweilen selig – läßt grüßen.

Verfolgen wir einmal die Zahlen über Feinstaub-assoziierte Todesfälle in der zeitlichen Entwicklung.

Der Spiegel titelte 2005: 65.000 Tote pro Jahr in Deutschland.
Doch es gab anscheinend Fortschritte, denn die FAZ zitierte 2015 eine Studie vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz mit nur noch 35.000 Toten.
Dagegen zitiert die Welt im gleichen Jahr eine andere Studie:

„Feinstaub in der Luft ist nach einem Bericht der Europäischen Umweltagentur pro Jahr für etwa 430.000 vorzeitige Todesfälle in der EU verantwortlich. Zum Vergleich: Laut Umweltbundesamt gibt es jährlich allein in Deutschland etwa 47.000 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub.“

Wer mag, kann hier den zitierten Artikel aus Nature nachlesen.

Im Reich der Mitte sterben vorzeitig 1,4 Millionen Menschen pro Jahr. In Indien sind es rund 650.000 Opfer. Auch in den Ländern der Europäischen Union führt Belastung der Atemluft mit Ozon und Feinstaub zu 180.000 Todesfällen, davon 35.000 in Deutschland. In Deutschland ist die Landwirtschaft mit 40 Prozent sogar die Hauptquelle für durch verschmutzte Luft verursachte Todesfälle.

Schreibt die FAZ.

Jetzt haben wir also noch einen Übeltäter: Die Landwirtschaft, welche mit „40 Prozent sogar die Hauptquelle für durch verschmutzte Luft verursachte Todesfälle“ ausmacht.
Das wäre noch eine gesonderte Betrachtung wert.


Diesel versus Benziner

Es gibt in der Lückenpresse noch differenzierende Stimmen. Aber darf man denen glauben? Die Welt beruft sich auf eine Studie des ADAC (?):

Benziner dürfen laut Gesetz zehnmal so viel ausstoßen wie Diesel
Aktuelle Tests des ADAC belegen, dass Benziner ein Vielfaches an Partikeln, also an Feinstaub, in die Luft blasen als Diesel-Motoren. Denn die sind seit Jahren auf Druck des Gesetzgebers flächendeckend mit Rußfiltern ausgestattet. Verschiebt sich der Marktanteil hin zu Ottomotoren, wird der Feinstaub-Ausstoß steigen. Denn Benziner dürfen laut Gesetz zehnmal so viel davon ausstoßen wie Diesel. Jüngste Untersuchungen der Schweizer Forschungsanstalt EMPA hatten allerdings ergeben, dass die getesteten Autos mit GDI-Technik, also Benziner mit Direkteinspritzung, zum Teil hundert mal so viele Partikel ausstoßen wie Dieselfahrzeuge.

 

Exakte Wissenschaft?

Wenn man gerade die oben zitierten Zahlen betrachtet, wird wohl niemand in diesem Zusammenhang von exakter Wissenschaft sprechen wollen. Gleichwohl dienen solche Zahlen zur emotionalen Aufladung des Publikums, auch wenn kaum einer sich in der Lage erweist, sie in einen rationalen Bezug zu setzen. Die diesbezügliche mediale Gehirnwäsche funktioniert, denn laut einer Umfrage befürworten 51% der Deutschen ein Dieselverbot.

Aber es gibt Hoffnung, die man auch durch „fundierte Studien“ belegen kann: „B-Vitamine: Pille gegen Feinstaub – mit B-Vitaminen gelang es in einer experimentellen Studie, den schädlichen Effekt kleiner Teilchen auf die DNA-Methylierung zu verringern…“.

Schöne neue Welt

Die Feinstaub- und NOx-Experten halten ein glückliches Zukunftsszenario für uns bereit.
Man stelle sich vor:
– Dieselautos werden verboten, dann alle Autos mit Verbrennungsmotor.
– Wir schlachten alle Methan- und NOx-ausstoßenden Rindviecher und schaffen die herkömmliche Landwirtschaft ab.
– Und der Strom kommt weiter aus der Steckdose.

Eine schöne neue Welt wird uns erwarten, wenn wir nur Greenpeace, der Deutschen Umwelthilfe und allen wohlwollenden Politikern folgen: ein Leben ohne Gestank, ohne trockenem Auge, Herpes, Asthma, Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz usw.
Dank „Dieselgate“!
Wir werden endlich vergessen dürfen, dass das Leben doch irgendwie lebensgefährlich ist und werden unbelastet sterben.

Habe ich nicht etwas vergessen?
Ach ja, eine Petitesse: diese kerosin-ausstoßenden Flugzeuge über Stuttgart, Frankfurt, München, Berlin usw., in denen unsere Umweltpolitiker und Weltenretter zur nächsten Klimakonferenz fliegen; oder auch die aufgeklärten deutschen Dieselgegner, die jetzt in den Ferien oder ganzjährig nach Malle oder auf die Malediven düsen wollen, denn Flugzeuge fliegen ja nicht mit Diesel.

Die F.A.Z. – Mit dem Allerwertesten „auf Grundeis“

Ende der Pressefreiheit?

Als ehemaliger Abonnent der FAZ kann man sich – trotz Reklamation – augenscheinlich nur schwer der PR-Offensiven dieser in Abtakelung befindlichen ehemaligen Qualitäts-Zeitung erwehren: Lästige Telefon-Anfragen wechseln sich mit schriftlichen Anköderungen ab.
Diesmal war man angeblich an meiner Meinung zur durch vielfältige Einwirkungen bedrohten Pressefreiheit interessiert und droht mir bei Einsendung des zugestellten Fragebogens mit dem Gewinn eines verbilligten F.A.Z.-Abos oder eines Gutscheins für ein Hotel am Kanzleramt. Ich habe mich entschlossen, mir mein „Dankeschön“ nicht zu sichern, aber trotzdem einmal den Fragebogen durchzugehen.

Unter der Überschrift „Ausgeladen, eingesperrt: Das Ende der Pressefreiheit?“ Soll der mehr oder weniger geneigte potentielle Leser folgende Fragen beantworten:

► „Fake News“, Meinungsroboter, Cyberattacken und so weiter – glauben Sie, dass die etablierten Medien diesen Herausforderungen unserer Zeit gewachsen sind?

► Um der zunehmenden Verbreitung von meinungsmanipulierenden Falschmeldungen entgegenzuwirken, erwägt die Bundesregierung die Einrichtung eines Abwehrzehtrums gegen Desinformation. Ein guter Plan?

► Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll angeblich über Jahre hinweg ausländische Journalisten unter anderem in Afghanistan, Pakistan und Nigeria überwacht haben. Rechtfertigt ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis Eingriffe in das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit?

► Die Regierungsparteien wollen Betreiber sozialer Medien wie Facebook zwingen, stärker gegen Hetze und Hassbotschaften im Netz vorzugehen. Hat dieses Ansinnen Chancen auf Erfolg?

► Der Satiriker Jan Böhmermann darf große Teile seines satirischen Gedichts über den türkischen Präsidenten RecepTayyip Erdogan nicht öffentlich wiederholen. Das hat das Landgericht Hamburg entschieden. Finden Sie diese Entscheidung richtig?

Zu jeder Frage hat man jeweils drei Antwortmöglichkeiten:

Ja – Nein – Dazu habe ich keine Meinung

Der Charakter der Fragen, die uns hier vorgesetzt werden, ist für mich gelinde gesagt etwas merkwürdig und riecht nach Agitation und Kolportage. Dass dazu die auf drei Antworten reduzierte Eintaxierung keine aussagekräftigen Ergebnisse zeitigen kann, ist inzwischen auch jedem anderen Halbgebildeten gewärtig.
Also, was will die FAZ „evaluieren“ oder hören?

Zu den Fragen im Einzelnen:

„Fake News“, Meinungsroboter, Cyberattacken und so weiter – glauben Sie, dass die etablierten Medien diesen Herausforderungen unserer Zeit gewachsen sind?

Der Fragesteller will insinuieren, dass die „etablierten Medien“ derartiges nicht produzieren (konkrete Cyberattacken kann man wohl wirklich ausschließen). Aber Fake News und sog. „Meinungsroboter“, die automatisch (falsche oder gefährliche) Inhalte verbreiten, findet man durchaus bei den selbsternannten „Qualitätsmedien“. Das sind z.B. als Meldung getarnte Kommentare und Kolumnen einschließlich reißerisch aufgemachter, manipulierend gewählter Überschriften oder Schlagzeilen.
Was soll die Frage, ob man dieser „Herausforderung der Zeit“ gewachsen sei?
Mein Klartext dazu: Verzichtet selbst auf indoktrinierenden, von den Staatsmächtigen expedierten Journalismus.

Um der zunehmenden Verbreitung von meinungsmanipulierenden Falschmeldungen entgegenzuwirken, erwägt die Bundesregierung die Einrichtung eines Abwehrzehtrums gegen Desinformation. Ein guter Plan?

Diese Frage an mündige, geschichtsbewußte, gebildete, an die „demokratisch geläuterten“ Deutschen, ist eine Frechheit. Jeder hierzulande weiß, was unter der Floskel eines staatlichen „Abwehrzentrums gegen Desinformation“ zu verstehen ist. In der deutschen Geschichte stehen dazu markante Namen von Führern solcher Einrichtungen: Goebbels, Himmler und Mielke. Und heute Holger Maas.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll angeblich über Jahre hinweg ausländische Journalisten unter anderem in Afghanistan, Pakistan und Nigeria überwacht haben. Rechtfertigt ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis Eingriffe in das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit?

“Failed States“ in Asien und Afrika. Wie hängt das mit der hiesig gefährdeten Pressefreiheit zusammen? Der BND spioniert im Ausland, das ist seine Aufgabe. Befürchten die FAZkes, dass er das auch im Inland tut?
Natürlich rechtfertigt ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis – vom Staat definiert – keine Eingriffe in die Grundrechte. Und da gibt es noch mehr jenseits von Pressefreiheit.

Die Regierungsparteien wollen Betreiber sozialer Medien wie Facebook zwingen, stärker gegen Hetze und Hassbotschaften im Netz vorzugehen. Hat dieses Ansinnen Chancen auf Erfolg?

Da ist zuvorderst die Frage, wer definiert und anhand welcher Kriterien, was Hetze und Hassbotschaften sind.
Wird z.B. die F.A.Z. selbst auf die Verbreitung von „Hassbotschaften“ z.B. gegen die AfD, gegen „Rechtspopulisten“ allgemein, gegen ungenehme Politiker wie Putin, Trump, Le Pen usw. verzichten? Auf Kriegshetze?
„Hetze“ erfolgt nicht nur im Netz.

Der Satiriker Jan Böhmermann darf große Teile seines satirischen Gedichts über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht öffentlich wiederholen. Das hat das Landgericht Hamburg entschieden. Finden Sie diese Entscheidung richtig?

Zweifellos treffen bundesdeutsche Gerichte bisweilen Entscheidungen, welche nicht nur bei ausgewiesen rechtsstaatlich orientierten Juristen oder Laien Verwunderung oder gar Entsetzen hervorrufen. Ein Gericht sollte sicher nicht über Fragen des Geschmacks resp. der Geschmacklosigkeit entscheiden, sondern über konkret justitiable Sachverhalte.
Wer ist Böhmermann? Ein Märtyrer unrechtsstaatlicher Zensur? Der St. Laurentius des bundesdeutschen Feuilletons? Was Böhmermann da verzapft hatte, hat mit einem „Gedicht“ nur der Form nach zu tun. Von mir aus, soll er es weiter hinausplärren dürfen. Aber wer Geschmacklosigkeiten und abgeschmackten „Künstlern“ ein Forum geben mag und sie gar zu einer Ikone stilisieren möchte, sollte damit rechnen, dass das Publikum sich abwendet. Und das hat auch konkret nichts mit Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit zu tun.

Diese Fragebogen- und Werbeaktion der FAZ ist entlarvend. Zeitung und Verlag wurden von einer Entwicklung überrollt und das Selbstverständnis, eine „ausgezeichnete Zeitung“ zu sein, ist angegriffen. Zu Scharen kehrten Leser und Bezieher der F.A.Z. den Rücken. Und nicht etwa, weil sie sich jetzt (kostenfrei) im Netz informieren können. Sie waren es wohl einfach leid, nicht informiert, sondern mit einem vorgekauten Meinungsbrei indoktriniert und belogen zu werden.

AfD-Parteitag in Köln

„Spektakel“ und „Zusammenrottung“

Wenn es eines Nachweises bedarf, wie hasserfüllte linke Journalisten beieinander sind, muss man nur ihre Sprache unter die Lupe nehmen.
Gestern ging der Parteitag der AfD in Köln zu Ende, was die deutsche Journaille zu spekulativen Höchstleistungen anfeuerte. Dazu greift man dann bedenkenlos auch zu sprachlichen Invektiven. Ein Wortedrechsler von der Süddeutschen Zeitung namens Jens Schneider formulierte für seine Betrachtung zum AfD-Parteitag denn folgenden Aufmacher:

Von der öffentlichen Zerlegung der Frauke Petry

„Das war schon ein spezielles Spektakel, wie sich die AfD in Köln gegen die Demonstranten da draußen zusammenrottet und gleichzeitig drinnen die eigene Parteivorsitzende kaltstellt.“

Die Frauke Petry, an der man vorher kein gutes Haar ließ, nach jeglichem suchte, das man ihr ankreiden könnte, wird nun von den linken Schmierfinken zur demokratischen Märtyrerin stilisiert.
Es ist bizarr. Da trifft sich eine demokratisch legitimierte Partei zu einem Parteitag und draußen versammeln sich Tausende von hasserfüllten Gegnern, aufgestachelt von den Medien, den Kirchen, Gewerkschaften und links-faschistischen Einpeitschern, von SPD und „Antifa“. Viertausend Polizisten müssen aufgeboten werden, um unbescholtenen Bürgern die Wahrnehmung ihrer staatsbürgerlichen Rechte zu ermöglichen. Und ein Federsklave der linken Gesinnung spricht von „Spektakel“ und „Zusammenrottung“ der Parteidelegierten – wohlgesagt in einem Hotel als Tagungsort – gegen die „Demonstranten da draußen“.
Man frage mal die Polizei, wer und was sich als „Zusammenrottung“ in Köln zeigte. Oder sollte man für die „da draußen“ dazu den für die „Faschisten“ reservierten Terminus „Aufmarsch“ nicht verwenden dürfen?

Wenn man journalistische Ergüsse wie oben zitiert liest, ist man geneigt, eine Auszeichnung für die übelste Kolumnisten-Wutz in den Qualitätsmedien auszuloben.

Der Krieg mit Worten

Toxische Begriffe

„Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.“ sagte Rudyard Kipling. Also sind sie auch die wirkungsreichsten Gifte.

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal den Versuch gewagt, hier eine Liste stigmatisierender Wörter und Begriffe aufzustellen. In etwas mehr als 7 Jahren hat sich diese überkommene Liste nun fast verdoppelt. Das ist aktuellen Ereignissen, neu hinzugekommenen politisch Handelnden und natürlich der massiv ausgeweiteten „Bereicherung“ in diesen Jahren geschuldet.

Die Vertreter der politischen Klasse und all diese Redakteure, Reporter, Feuilletonisten und Kommentatoren der „Qualitätsmedien“ herrschen seit je mit Worten und Begriffen, mit Andeutungen und Verdächtigungen, die einmal in Richtung eines Menschen ausgesprochen wie tödliche Giftpfeile wirken.
Das Arsenal dieser Giftwaffen wurde und wird stetig ausgebaut und die Gesinnungskrieger werden inzwischen massiv von staatlichen Einrichtungen (z.B. dem Justizministerium) und staatlich geförderten Institutionen (z.B. dem Netzwerk gegen Rechts, der Antonio Amadeo Stiftung) unterstützt und aufmunitioniert.
Nicht mit Armbrust oder Flinte werden die Pfeile abgeschossen – das Blasrohr ist die Waffe.
Nicht gleich den physischen aber den sozialen Tod vermögen diese Waffen zu bewirken. Obschon einige Getroffene inzwischen schon konkret um Leib und Leben fürchten müssen; vor allem wenn sie sich zu dieser neu entstandenen Partei bekennen, die sich „Alternative“ nennt. Ein Sachverhalt, der vor 7 Jahren noch nicht derart akut war.

Es gibt für die Getroffenen kein Gegenmittel oder Gegengift. Keine Immunität, keine Hilfe, außer vielleicht diesen Stoizismus, der so manchen Todkranken auszeichnet. Ein Auflehnen gegen die zugefügte Kontagion verstärkt meist noch die Wirkung des Toxikums.

Die „Pfeile“, die „tödlichen“ Worte und Begriffe heißen – sie können substantivisch oder adjektivisch abgewandelt bzw. eingesetzt werden – wie folgt:

• AFD (-ler, -Anhänger, -Befürworter)
• alter Herr
• Antisemit
• ausgrenzen
• ausländerfeindlich
• braun
• bürgerlich
• Burschenschaftler
• deutsch
• diskriminieren
• dumpf
• ethnisch
• eurokritisch
• extremistisch (nur in Verbindung mit „Rechts“)
• Faschist
• frauenfeindlich
• fremdenfeindlich
• Geschichtsrevisionist
• Gewaltverherrlicher
• Hass (-Redner)
• heterophil
• Holocaustleugner
• homophob
• identitär
• islamophob
• Klimaleugner
• konservativ
• menschenfeindlich
• menschenverachtend
• Nazi
• Nicht wählbar
• papsthörig
• Patriarch
• Pegida-Anhänger
• Populist
• Putinversteher
• rassistisch
• Reaktionär
• rechts
• rechtsextrem
• rechtsradikal
• Reichsbürger
• Relativierung
• Revanchist
• Revisionist
• Sexist
• Trumpversteher
• umstritten
• unbelehrbar
• Verschwörungstheoretiker
• Volksverhetzung
• völkisch

Man mag einzelnen dieser Geschosse eine geringere Giftigkeit zugestehen wenn sie für sich angewendet werden, aber die modernen Arkebusiere verwenden sie meist in Kombinationen, sodass sich die Wirkung wirklich als tödlich erweist – gewissermaßen durch Potenzierung.

Hier einmal mehr eine – gewiss unvollständige – Liste der populärsten Opfer:
Martin Hohmann, Philipp Jenninger, Jürgen Möllemann, Erika Steinbach, Stefan Heitmann, Martin Walser, Eva Herman, Thilo Sarrazin, Emil Nolte, Peter Krause, Michael Mannheimer, Björn Höcke, Roland Tichy, Henryk Broder und die Leute von „achgut“.
Dann gibt es noch eine Reihe weniger prominenter Personen, junge Leute wie Hinrich Rohbohm oder Sascha Jung, welche seinerzeit ebenfalls Giftanschlägen zum Opfer fielen.
Wie noch viele andere, die in Dorf oder Stadt in einem „Aufstand von Anständigen“, durch Denunziation von „aufrechten Demokraten“ exekutiert wurden oder werden: der Schornsteinfeger, Fussballtrainer, die Erzieherin, der Lehrer, ein unbotmäßiger Journalist usw.
Die Präparatoren der Giftpfeile und die Waffenschmieden sitzen auch in der Provinz. Sie beobachten und kämpfen auch aus mickrigen Redaktionsstuben kleiner Provinzpostillen heraus mit weltverbessernden Attitüden.
Jeden kann es erwischen, wenn er sich in der falschen Gruppe bewegt, verdächtige oder die falschen Freunde hat, sich für nicht gewünschte historische oder naturwissenschaftliche Wahrheiten einsetzen will, öffentlich eine Meinung äußert, die gegen den offiziellen Strich geht.
Aufpassen! Zwischen Lichterketten und Hinbewegen zum Scheiterhaufen wird man nur eine geringe Distanz wahrnehmen, wenn man sich unbedacht im öffentlichen Raum positioniert.

Kann man sich wappnen oder sich immunisieren?
Ernst Jünger hat eine Lösung beschrieben, um den Giftpfeilen aus den modernen Blasrohren zu entgehen: den Waldgang.
Aber war Ernst Jünger nicht auch rechts, reaktionär, Soldat und Gewalt-verherrlichend?

Lokale Lückenpresse

Presseschau nach einer Massenschlägerei in der Provinz

Am letzten Wochenende kam es in der Nacht auf Samstag in der Kreisstadt Gelnhausen bei einem Volksfest, dem beliebten „Barbarossamarkt“, zu einer Massenschlägerei. Dazu war eine Gruppe Jugendlicher aus Hanau mit dem Zug nach Gelnhausen gefahren und dort von einer etwas größeren Gruppe „Einheimischer“ wohl schon erwartet worden, denn man ging gleich zur Sache. Die Polizei konnte schließlich wieder Ruhe herstellen, die Hanauer Freizeit-Kampfsportler setzten sich wieder in den Zug zurück zu ihrem Biotop am Main.
Angeblich rätselt die Polizei noch über die Motive zu dieser Gewalteruption auf dem platten Land.

In der örtlichen Presse war dann zu lesen, so im Gelnhäuser Tageblatt:

„Bei den Hanauern handelte es sich laut Polizeipressesprecher Henry Faltin um männliche Personen im Alter von 18 bis 20 Jahren, die zum Teil Deutsche seien, allerdings seien auch andere Nationalitäten darunter gewesen. Bei den Gelnhäusern soll es sich um etwa gleichaltrige Personen gehandelt haben, allerdings ist von ihnen noch wenig bekannt.“

Die Fuldaer Zeitung berichtet lapidar von „Halbwüchsigen“.

Die Offenbach Post hatte anscheinend auch keine Erkenntnisse zur Herkunft der Freizeit-Kämpfer, aber sie weiß Bescheid:

„Mit den politischen Vorgängen in der Türkei und Europa haben die Vorkommnisse in Hanau und Gelnhausen nach Erkenntnissen der Polizei nichts zu tun.“

Auch die Frankfurter Neue Presse schreibt lediglich von „jungen Leuten“,

Der Hanauer Anzeiger spricht von „Jugendlichen und Halbwüchsigen“

Die Lokalausgabe der Bildzeitung hat einmal mehr die kreativste Schlagzeile auf Lager:

„100 Teenies im Prügelrausch“

Auch kein Wort über die Herkunft der Täter findet man natürlich im öffentlich rechtlichen Qualitätsfunk, der „Hessenschau“.

Die FAZ tanzt dann aber etwas aus der Reihe:

„Nach derzeitigen Erkenntnissen spielen die Jugendlichen türkischer Herkunft die wesentliche Rolle, da sie in beiden Fällen involviert waren und als eine Art „Schlägertrupp“ aufgetreten sind.“

Das wird aber natürlich gleich relativiert:

„Es soll sich überwiegend um Einheimische handeln, teils Deutsche, teils Jugendliche mit ausländischen Wurzeln, wie die Polizei sagt. Auch einige Mädchen waren darunter.“

 

Man erkennt die Absicht (und ist nicht verstimmt), denn Anderes als Desinformation in vorgegebener Manier ist von den noch auf dem Markt existenten politisch-korrekten Schmierenpostillen nicht zu erwarten.

Gutmensch 2017

Beim Stöbern in verschiedenen Blogs (aktuell bei Conservo) bin ich wieder auf das Thema „Gutmenschen“ gestossen.
Es schien mir also Zeit, sich einmal wieder des Themas anzunehmen.

Wir erinnern: ein angloamerikanischer Psychiater hat schon mal das Gutmenschentum als eine psychiatrische Krankheits-Entität definiert: http://www.nonkonformist.net/1312/dr-lyle-rossiter-gutmenschen-klinisch-geisteskrank/

„Ein Gutmensch ist jemand, der sich eine ideale Welt erträumt in der er sich einredet zu leben oder leben zu können. Gutmenschen verhalten sich dabei schizophren, indem sie jeden, der nicht ihre Ansichten teilt zum Bösen in Menschengestalt erklären.“

Ich erinnere mich an meinen ersten Gebrauch des Begriffes. Dabei kam ich sofort in Konflikt mit Familienmitgliedern, als ich bei der Betrachtung der Lichterketten seinerzeit beim „Aufstand der Anständigen“ boshaft von „Gutmenschen und Heuchlern“ sprach.
Den evangelischen Pfarrer im Ort, manche befreundete Lehrer und Lehrerinnen, einzelne CDU-Mitglieder des Ortsverbandes hatte ich damals noch nicht in diese Kategorie eingeordnet. Aber was nicht war, musste dann doch noch werden.
Das habe ich denn erlebt, als ich hinterfragende Bemerkungen zu

Lichterketten,
Tafeln,
Alleinerziehenden,
Kopftuch,
Entwicklungshilfe,
Hartz-IV-Empfänger,
Junkies,
Palästinenser,
Halloween,
Bundeskanzlerinnen,
Familienministerinnen,
Norddeutschen Bischöfinnen;
Grünen,
Sozialdemokraten
usw.

machte. Und ich wurde, wenn nicht nur als ignoranter Idiot, Kapitalistenknecht, konservativer Betonkopf, Reaktionär, gar als eine Aufscheinung des Gottseibeiuns angegriffen.
Bin ich allein mit derartigen Erfahrungen?

Da gibt es einen katholischen Pfarrer aus Frankfurt, Herbert Leuninger, der den Gutmenschen gut predigen wollte. Das war schon 2000, als dieser Begriff erst so nach und nach in den allgemein polemischen Gebrauch kam. Nach Leuninger war es der pöse, pöse Jörg Haider, der den Begriff ins polemisch-Abschätzige brachte.

Zum äußeren Erscheinungsbild (Phänotyp) des Gutmenschen hat der Rechte ja auch seine vorurteilshafte Vorstellung: Ein männlicher Gutmensch hat eher bleichgesichtig zu sein, ist schon grauhaarig, hager, keine Wampe; beim weiblichen Geschlecht eher Weight-Watcher-geqälte Figur; bei beiden Weltschmerz-spiegelnder oder protestierend flammender Augenausdruck. Die öffentlich gezeigte Kleidung: Parka oder Jack-Wolfskin-Gewebe. Mann oft auch mit Bart, Frau mit grauem Kurzhaar (nicht diese lila oder Zwei-Farben-Matten der Konsum-Seniorinnen). Die rechte Hand immer wie zum Kerzenhalten leicht gekrümmt, aber schnell auch zur Droh-Faust wandelbar.

Fehlt was? Die Kommentar-Funktion ist freigeschaltet.

Die Recherche zum Thema „Gutmenschen“ führt einen zu zahlreichen Einträgen im Internet und Verweisen auf das ein oder andere Buch.
Die Bücher sind aber meist weniger beißend, als so manche Polemik im Netz – allen voran von Henryk Modest Broder bei Achgut oder Klaus Rainer Röhl.
Man glaubt es nicht, sogar im gutmenschlichen Basis-Medium „Die Zeit“ (gleichrangig mit Heribert Prantls „Süddeutsche“) findet man polemisch-Klärendes zum Thema:

„Um der Klarheit willen empfiehlt es sich, zwischen dem Gutmenschen und dem guten Menschen zu unterscheiden. Der Gutmensch ist schwer erträglich, weil er sich immer auf die moralisch unangreifbare Seite stellt. Aus seiner Unangreifbarkeit bezieht er Macht, sein äußerliches Gutsein aber verdeckt das potenziell Schändliche des Machthabens.
Der Gutmensch kämpft gegen das Rauchen im Namen des Gesundheitsgebots, gegen schnelle Autos im Namen der Klimakatastrophe, gegen Steaks im Namen des Regenwalds, gegen höhere Bildung im Namen des Gleichheitsgrundsatzes, gegen erfrischende Witze im Namen der Menschenwürde. Kurz: Er kämpft gegen alles, was Spaß macht, und man kann nichts gegen ihn sagen, weil er recht hat, dieser Rechthaber par excellence.“

Dr. Rossiter, der oben zitierte Psychiater führt auch aus:

„wie sich Gutmenschen die Schwächen und Ängste zunutze machen, indem sie der Gesellschaft einreden, daß bestimmte Gruppen benachteiligt wären und sie deshalb ein Recht auf Vorzugsbehandlungen oder sonstige Kompensationen hätten. Außerdem lehnten Gutmenschen die Eigenverantwortlichkeit des Individuums ab und ordnen das Individuum vielmehr dem Willen des Staates unter. Auch nährten Gutmenschen immer wieder die Gefühle von Neid und Mißgunst.“

Jan Fleischhauer hat mit seiner Polemik „Unter Linken“ das Gutmenschentum allgemein und in seiner persönlichen Umgebung (Familie) aufgespießt. 
Unter den klassisch Konservativen – somit unter „Rechten“ – stößt man selten auf Gutmenschen im Sinne der Definition. Das neuzeitliche Gutmenschentum ist ein linkes Phänomen (Sind z.B. Claudia Roth, Frau Göring-Eckardt keine Linken?).

Was die linke Einstellung ausmacht, dazu ein paar Zitate:

„die Mentalität, politische Gegner zum Abschuss freizugeben und sich dabei noch als das Opfer zu gerieren, die findet man links….“

meint Thomas Fink

Davila sagt:

„Die Linke versammelt all jene, die von der Gesellschaft die elende Behandlung erleiden, die die Natur ihnen zukommen ließ.“

„Gelehrsamkeit und Erfahrung sind die beiden unüberwindlichen Widersacher der Linken.“

Zum Kern stößt auch Norbert Bolz vor:

„Soziale Gerechtigkeit ist die Maske des Neids, Teamfähigkeit ist die Maske des Hasses auf die Ehrgeizigen und Erfolgreichen, Dialog der Kulturen ist die Maske der geistigen Kapitulation. Überhaupt das was man Political Correctness nennt, ist die aktuelle Rhetorik des Antichristen. Ich sage nirgendwo, wir müssen zurück zu einer christlichen Religion. Das Christentum steckt nicht mehr in den Köpfen und Seelen der meisten Menschen, aber so, wie eine Maschine mit den Worten Max Webers nicht nur Mechanik, sondern geronnener Geist ist, steckt das Christentum in unserer Kultur, und die ist wahrscheinlich besser als jede andere. Ich sage: es ist geistiger Selbstmord, eine solche Tradition aufzugeben.“

„Gutmensch“ wurde von der linken Jury der sog. Sprachkritischen Aktion aus Darmstadt zum Unwort des Jahres 2015 bestimmt.
Dem ist schon eine längere publizistische Kampagne vorausgegangen, in der sich ausgewiesene Gutmenschen wie die „Bischöfin“ Margot Käßmann und die schon erwähnte Katrin Göring-Eckardt zu Wort gemeldet hatten, um dem Gutmenschen zu gutem Stand zu verhelfen.
Hilfreich war dazu sicher auch der Artikel eines anmaßenden Schmierfinken von der WELT, der es endlich dokumentierte: „Wer Gutmensch sagt, ist Nazi!“
Der selbsternannte Sprachpolizist und Gesinnungs-Sniffer Matthias Heine, seines Zeichens „Feuilleton-Redakteur“ bei Welt-online nahm sich ausführlich des Begriffes „Gutmensch“ an und versuchte in einem breit ausgewalzten Artikel zu belegen, dass die Verwendung dieses Begriffes heutzutage obsolet sei:

„Gutmensch sagen eigentlich nur noch Nazis und Idioten ohne sprachliches Feingefühl. Und manchmal – immer noch – Leute, die eine Klammer auf der Nase haben und von dem üblen Geruch nichts mitbekommen …“

Der „Redaktor“ machte sich auch auf die Suche nach dem Ursprung des Namens bzw. der Bezeichnung und schaufelt da allerhand Historisches zu Tage. Er ging u.a. jüdischen Quellen nach, denn der Name kam im „K.-K.-Bereich und in Wien seinerzeit nicht selten vor – und er klingt ja irgendwie „derart“. Er musste aber dann so nebenbei feststellen, dass „die Zentrale Datenbank der Holocaustopfer von Yad Vashem keinen Gutmensch nennt“.
Da der garstige Friedrich Nietzsche sich einst schon zum Thema despektierlich äußerte – ich zitiere: „Diese ,guten Menschen‘ – sie sind allesamt jetzt in Grund und Boden vermoralisiert und in Hinsicht auf Ehrlichkeit zuschanden gemacht.“ – und da gestandene Nazis doch ihren Nietzsche kannten, müsste man doch dort Missfälliges finden können. Auch hier musste er mit gewissem Bedauern feststellen, dass z.B. das „Duisburger Institut für Sozialforschung“ nach eigenen Angaben keinen Hinweis gefunden hat, dass der Ausdruck irgendwann schon einmal in der Nazi-Propaganda verwendet wurde oder gar von Julius Streicher missbraucht wurde: „Die Duisburger Wissenschaftler fassen zusammen: Streichers Unterstellung von Gutgläubigkeit komme zwar dem Vorwurf gegenüber den Gutmenschen nahe, diese seien naiv und verblendet, doch bei Stürmer sei ganz offensichtlich etwas ganz anderes gemeint…“.

Aber was noch nicht ist, muss doch werden – und M. Heine stellt fest:

„… Es ist völlig egal, ob die Nazis von früher das Wort erfunden haben. Entscheidend ist, dass die Nazis von heute sich den Begriff angeeignet haben. Es gibt zwar immer wieder Versuche von besonnenen Leuten, Gutmensch zurückzuerobern, und mit etwas gutem Willen kann man Harald Martensteins Satz, der in der „Zeit“-Reklame zitiert wird, als einen solchen betrachten. Doch wenn ein Wort so oft von Rassisten im Munde geführt wird, bleibt an ihm der Pesthauch der ekeligen Gesinnung haften.“

Da haben wir es aber eingeschenkt bekommen, wir Nazis von Conservo und Jouwatch, von Philosophia Perennis und Altmod usw.

Da musste ich denn schon schlucken: Nazi oder Idiot, eklige Gesinnung. Fließt mir das Wort Gutmensch doch gelegentlich mal leicht aus der Feder oder von der Zunge, dachte ich.
Betreibe ich hier vielleicht doch einen “Nazi-Blog“?
Ich habe denn nachgeforscht und festgestellt, dass das Wort „Gutmensch“ in 25 Artikeln auf meinem gehackten Blog ein oder mehrmals vorkam; d. h. in 458 untersuchten Beiträgen, und das entspricht 5,45 % aller von mir veröffentlichten „Traktate“.
Das wäre bei strengster statistischer Analyse fast „signifikant“.
Ich habe dann dann mal genauer nachgesehen: 7 x wurde G. adjektivisch verwendet, 1 x als G.-tum. 10 x wurde G. in Einzahl oder Mehrzahl ausgeschrieben benutzt, mit folgenden Verknüpfungen: Premium-G. (2x), büßender G., Ober-G., Ober-G.-Schreiberling.
8 x war „Gutmensch“ in diversen Varianten in Zitaten oder Fremdartikeln zu finden; dazu wäre besonders mein Freund Herbert G. zu rügen gewesen.

Also, der „Pesthauch“ ist auch bei mir vorhanden und als gewissenhafter „Publizist“ muss ich demnach nach einer weniger stigmatisierten Formulierung suchen.

Katrin Göring-Eckardt hat, wie erwähnt, eine Lanze für die „Gutmenschen“ gebrochen und dabei auch vom „Gut-Bürgertum“ gesprochen. Das war 2011 war von ihr, damals „Präses der EKD“, bei Idea zu lesen:

„Mit diesem Begriff werden Personen bezeichnet, denen ein übertrieben moralisierendes oder naives Verhalten vorgeworfen wird. Dem Gutmenschen werde zu Unrecht „selbstgerechter Gesinnungskitsch“ vorgeworfen. Ihm gehe es vielmehr um „wertegebundene Einwände gegen die angeblichen Zwänge der Realpolitik“, schreibt Göring-Eckardt in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“ (Hamburg). Wer weder mit der Erschießung Osama bin Ladens einverstanden gewesen sei noch eine triumphale Freude über den Tod des Massenmörders für angemessen gehalten habe, sei nicht „antiamerikanisch“, sondern fordere „einfach nur Demokratie und Rechtsstaat“, so die Politikerin. Dem „Gut-Bürgertum“ sei es zu verdanken, dass seit den 70er Jahren in der Öffentlichkeit über viele politische Themen diskutiert werde, etwa Auslandseinsätze der Bundeswehr, Atomenergie, Ökologie oder Einwanderung. Dabei seien „Gut-Bürger“ häufig bis ins Detail informiert, was beweise, „dass werteorientierte Politik alles andere als naiv und wirklichkeitsfern ist“. Göring-Eckardts Fazit: „Die Polemiker gegen den Gutmenschen tun so, als bräuchten wir weder Ideale noch gesellschaftlichen Zusammenhalt – noch die Zuversicht, dass der Mensch zum Guten fähig ist. Was für eine triste Welt das wäre!“

„Gut-Bürger“ oder „-Bürgertum“ mag uns das gefallen?
Fühlen wir Rechten uns doch als „Bürger“. Aber da wäre uns eine kommode Feindbild-Idee abhanden gekommen.

Ich bleibe bei „Gutmensch“, bei dem beliebten „stigmatisierenden Begriff“ für alle Willkommenskulturler und Teddybärenwerfer, die Leidverweser und Tränenreichen, die brav-militanten Umwelt-Retter, die Lichterketten-Organisatoren und -Teilnehmer, all jetzt die anti-Lutherschen protestantisch-Frommen, die Anhänger/innen der „Trump-macht-mir-Angst“-Sektion, usw., für alle, welche fortgesetzt in „selbstgerechtem Gesinnungskitsch“ leben und schwelgen, den wir Rechten und „Nazis“ so gerne aufspießen.

 

Die Denunzianten der Woche – KW 7

Sharon Chaffin, „Rechtsextremismusexpertin“ der Nordbayerischen Nachrichten und Clemens Heydenreich, „Lehrbeauftragter an der Uni Erlangen“

Paul A. Weber: Der Denunziant

 

Die linke Lokalpostille „Nordbayerische Nachrichten“ echauffiert sich heute über die Verbreitung von „rechter Literatur“ in Erlangen.
Man empört sich darüber, dass in der Spiegel-Bestsellerliste ein Buch aus dem – so die NN – „rechtspopulistisch ausgerichteten Kopp-Verlag“ zu finden ist und – was anscheinend besonders erbost: „Dessen Bücher gibt es auch in Erlangen!“
Stein des Anstoßes ist Gerhard Wisnewskis „Verheimlicht – vertuscht — vergessen 2017“, das derzeit auf Platz 5 der Bestsellerliste steht und – horrible dictu – damit auch in der Erlanger Filiale des Thalia Verlags beworben wird. Erlangen wird demnach rechtspopulistisch verseucht!?

Man schießt sich auf den Kopp-Verlag ein und die verantwortliche Autorin Sharon Chaffin scheut sich auch nicht vor dreisten Lügen: „Nach einer kleinen Anfrage von SPD-Abgeordneten 2015 im Landtag von Baden-Württemberg“ sei bekannt geworden, dass „das dortige Landesamt für Verfassungsschutz den Verlag beobachtet“. Eine Behauptung, welche der dazu vozierte Verfassungsschutz seinerzeit klar dementierte.

Die „Expertin“ weiß natürlich über den Kopp-Verlag, dass „Dessen Sortiment (…) überwiegend rechtsesoterische, pseudowissenschaftliche und verschwörungstheoretische Werke (führt). Auch rechtspopulistische und sogar rechtsextreme Titel finden sich im Programm des Verlages und Fachbuchversandes.“
„Rechtsesoterisch“, ein neues „Prädikament“ im Kampf der Antifa gegen rechts?

Clemens Heydenreich, Lehrbeauftragter für neuere deutsche Literatur und Komparatistik an der Uni Erlangen, wird mit folgendem Hinweis ins Spiel gebracht:
„Nicht zum Lachen ist eine weitere, eher informelle Art, Kopp-Bücher unter die Leser zu bringen. Immer wieder stöbert der Erlanger Clemens Heydenreich die öffentlichen Buchtauschvitrinen in der Stadt durch. Dort seien bisweilen ebenfalls Bücher aus dem Kopp-Verlag zu finden, etwa des kürzlich verstorbenen rechtspopulistischen Islamkritikers Udo Ulfkotte, schreibt Heydenreich im sozialen Netzwerk Facebook.“

Da haben wir wohl einen richtigen Literaturschnüffler, ein Schnoferl aus Profession.
Der Promovend hat wohl sonst nichts Besseres zu tun, als öffentlich aufliegende Buchsortimente zu durchstöbern und sich mittels Fakebook bekannt zu machen.
Wer bezahlt eigentlich diesen Wissenschaftsschmarotzer?
Über ihn liest man auf der Seite des „Interessenverband Comic e.V“: „Geboren 1974 in Köln. Literaturwissenschaftler, Kulturjournalist und Lektor. Lebt in Erlangen, wo er Neuere Deutsche Literatur, Mittlere Geschichte und Philosophie studiert und 2011 seine Promotionsarbeit eingereicht hat. Beiträge über Comic-Themen u. a. für COMIXENE, REDDITION, NÜRNBERGER NACHRICHTEN, JÜDISCHE ALLGEMEINE und G/GESCHICHTE“
Dieser 43 Jahre alte Comicer ist augenscheinlich immer noch nicht promoviert und frisst sich weiter auf Kosten anderer durch sein Schnüffel- und Denunziantendasein.
Im „freiesten Staat auf deutschem Boden“!