„Leuchtturmprojekte“


Der „Brinkomat“ der CDU

Man hat bisher nur wenig von ihm gehört: Ralph Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag.
Jetzt hat er dem linken „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ ein Interview gegeben. Bei der Lektüre fand ich mich irgendwie an den uns überlieferten „Scholzomat“* erinnert. Mit Ralph hat die CDU jetzt ihren „Brinkomat“, der mit Sprechformeln, wie ein Automat, eine im Grunde nicht mehr erkennbare „Politik“ verkaufen will. Der Mann passt somit treffend zu dem Alfanzereien schwätzenden Hosenanzug aus der Waschmaschine.

Aber der Mann hat scheinbar Visionen.

„Ich bin in die Politik gegangen, um die Zukunft zu gestalten, und nicht, um in der Gegenwart stehen zu bleiben. Zurzeit wird viel beklagt und gejammert. Mir fehlt, dass wir kraftvoll und mit Lust in die Zukunft gehen. Wir könnten momentan so viel leisten wie wahrscheinlich keine Generation vor uns. Was machen wir stattdessen? Wir reden über Personalien – wer wann vielleicht mal mit wem was wird. Das ist auch wichtig, aber das sind nicht die eigentlichen Zukunftsthemen.

Geben Sie ein Beispiel!

Wir brauchen Leuchtturmprojekte im Bereich Innovation, Deutschland braucht etwas, was symbolhaft herausragt, wie zum Beispiel für die Amerikaner die Mondlandung. Ich wünsche mir, dass wir uns mehr damit beschäftigen, was das für uns sein könnte!

Was denn?

Zum Beispiel, dass wir mehr daran setzen, den Krebs zu besiegen. Oder das Thema Internet: Wir haben es verpasst, in Deutschland die Plattformen zu bauen, auf denen Menschen mit Menschen kommunizieren – wie Facebook und Google. Aber wir haben Technologien und Maschinen, um Plattformen zu bauen, auf denen Maschinen miteinander kommunizieren. Da sind wir gut in Deutschland. Oder wir könnten daran arbeiten, dass wir mit unserer immer noch sehr leistungsfähigen Automobilindustrie Weltmarktführer im autonomen Fahren werden. Die Klimaziele erreichen zu wollen, ist auch ein guter Anlass, um unser Mobilitätskonzept zu überdenken. Da können wir breite Schultern zeigen. Wenn wir das nicht hinbekommen, wer sonst? …

„Leuchtturmprojekte“, das ist wohl die Lieblingsphrase unseres Brinkomaten, denn schon länger faselt er davon, wie man hier und hier lesen kann.

„Projekte mit einem klaren Zeitplan und einer konkreten Strategie. Beispielsweise das Ziel auszurufen, Deutschland bis 2030 zum weltweiten Kompetenzzentrum zur Krebsbehandlung auszubauen. Mit diesem ehrgeizigen Ziel könnten zahlreiche Ärzte und Forscher nach Deutschland gelockt werden. Die Forschung würde unseren Universitäten zu Gute kommen. Unsere Universitäten würden zum weltweiten Aushängeschild der Medizin werden. Junge und vor allem gut ausgebildete Menschen kämen nach Deutschland zum Studieren. Und die Wirtschaft könnte dann stark profitieren.

Den Satz mit der „Mondlandung“ nehmen wir mal nicht so streng und das Projekt Flugzeugträger ist ja auch nicht auf seinem Mist gewachsen.
Er hebt eher auf das ab, mit dem Deutschland tatsächlich mal „Weltmarktführer“ war. Die bis vor kurzem „immer noch sehr leistungsfähigen Automobilindustrie“ – die sich mit Hilfe von Grünen, „Umwelthilfen“ und eigenen delinquenten Managern selbst den Garaus macht. Und natürlich damit auch noch die „Klimaziele“ erreichen.
Er träumt davon, „Deutschland bis 2030 zum weltweiten Kompetenzzentrum zur Krebsbehandlung“ ausbauen und „Unsere Universitäten … zum weltweiten Aushängeschild der Medizin“ machen.
Ja, Deutschland war vor 150 bis 100 Jahren das Mekka der Medizin, dazu auch „die Apotheke der Welt“.
Ja, das war einmal.
Aber unser Gesundheitsminister ist ja sogar davon überzeugt, dass in 10 Jahren der Krebs heilbar sei, denn „Wir schaffen das!“.
Wer so etwas behauptet, hat von Medizin so viel Ahnung wie eine Zahnbürste von Karies.

Aber, man will Optimismus verbreiten in dieser Zeit der Defätisten und Pessimisten.

Ein Psychologe hat festgestellt „Pessimisten haben recht, Optimisten den Spaß“ und „ der Pessimist ist der Realist“. 
Alle Argumente, die man gegen die Brinkomat´schen Leuchtturmprojekte vorbringen könnte, haben einen realen Grund.
Ich will jetzt nicht von einem Flughafen reden, der seit bald 15 Jahren immer noch nicht fertig gestellt ist; oder vom deutschen Militär, dessen Flugzeuge nicht fliegen, dessen Schiffe nicht schwimmen und dessen Gewehre nicht schießen können.

Mit welchem Personal möchte man unser Land und unsere Universitäten zu „Kompetenzzentren“ ausbauen?
„Kompetenzzentrum“ – eine Phrase, mit der man versuchte, jeder medizinischen Klitsche einen Nimbus von „Exzellenz“ anzuheften.
Von „Exzellenz“ und „Kompetenzzentren“ begann man just zu der Zeit zu schwätzen, als man erkannte, dass man auf seinem Gebiet international und schon den eigenen Ansprüchen gegenüber in Rückstand geraten war. Wer solche Worte in den Mund nimmt, glaubt gewiss an die normative Kraft des Phraseologischen, ohne die ein Politiker nicht auszukommen mag.

Hat Brinkhaus die Studie der CDU-eigenen Konrad-Adenauer-Stiftung über die „AUSBILDUNGSREIFE & STUDIERFÄHIGKEIT“ des deutschen Nachwuchses für Wissenschaft und Ingenieurkunst gelesen? Wenn ja, dann sollte er sich raschestens seine „Leuchtturmprojekte“ für Deutschland abschminken. Oder vielleicht glaubt er auch an all die Fachkräfte – vom „Logistikspezialisten“ (=Paketausträger) bis zum „Herzchirurgen“ aus Timbuktu oder Aleppo – an diese zugewanderten „Goldstücke“.

Deutschland hat noch Hochschulpotential – zumindestens finanziell – wenn man all diese mehr als 190 Lehrstühle für Genderwissenschaften in den Orkus werfen und das Geld in sinnvolle Projekte stecken würde. Das Personal wäre jedoch für echte  Wissenschaft gewiss nicht einsetzbar. Vielleicht noch als journalistische „Freelancer“ bei den L-Medien.

Brinkhaus möchte „Zukunft gestalten“ und dabei ist Seinesgleichen nicht mal in der Lage, die Gegenwart zu organisieren.
Sein Satz „Wir könnten momentan so viel leisten wie wahrscheinlich keine Generation vor uns“ weist ihn als vortrefflichen Phantasten aus.

Solche Männer braucht das Land – nicht!

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* Der Begriff „Scholzomat“ entstand 2003. Olaf Scholz war SPD-Generalsekretär und musste die umstrittene Agenda-Politik nach außen vertreten. Die Medien warfen Ihm vor, nur noch in Sprechformeln zu reden. Wie ein Automat, der Politik verkaufe. 

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Frühlingsanfang

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Fluchtursachen bekämpfen?

Guinea und der schwarze Rassismus

Noch unbeachtet von der Weltöffentlichkeit scheint sich wieder in Guinea ein neues Flüchtlingsdebakel mit Auswirkungen auf Europa anzubahnen.
Wie komme ich gerade jetzt darauf?

Ein Freund, Afrikanist an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt, schilderte mir die wahrhaft prekären Geschehnisse, die einem seiner Kollegen aus Guinea widerfuhren. Der Mann, Angehöriger der Mehrheitsethnie in Guinea, der Ful (Fulba oder Peulh), berichtete, dass vor wenigen Wochen durch einen Einsatz des Militärs – angeordnet vom dortigen Minister für Stadt- und Raumplanung, Ibrahim Kourouma –  ein ganzes Stadtviertel in der Hauptstadt Conakry „plattgemacht“ wurde. Der Abrissaktion fiel denn auch sein eigenes Häuschen zum Opfer, das seine Familie vor 20 Jahren dort errichtet hatte. 2000 Menschen aus diesem Viertel sitzen jetzt buchstäblich auf der Straße.
Dazu fand ich dieses Video auf Youtube.

 

Hinter den in Conakry laufenden „Sanierungsaktionen“ stecke nach Ansicht unseres Informanten auch die „Fondation Orange“, ein französischer Telekommunikationskonzern.
Im „Firmenprofil“ von Orange France findet man Unverbindliches, das gleichwohl stutzig macht:

Seit 2005 beteiligen wir uns an philanthropischen Initiativen in Afrika, Europa, dem Nahen Osten und Asien in Ländern, in denen die Orange-Gruppe als Betreiber vertreten ist. Durch unsere lokalen Stiftungen agieren wir näher an den Menschen. Heute erweitern wir die Grenzen unserer digitalen Solidaritätsarbeit durch die Implementierung wichtiger Programme in den Bereichen Gesundheit und Behinderung, Bildung und Kultur.

In Guinea-Conakry wirke man – heißt es nur lapidar – an Maßnahmen zur Verbesserung der Bildung, Gesundheit und Kommunikation mit.

Ob „Orange France“ tatsächlich hinter den Aktionen der Regierung steckt, ließ sich bei den mir gegebenen Recherchemöglichkeiten nicht ermitteln.

Ich habe nun nachgeforscht, was dort tatsächlich vonstattengeht.

Zum Verständnis meiner Behauptung, dass die Befeuerung der Sache durch einen ethnischen Konflikt ausgelöst sein könnte, vorab einige Erläuterungen.
In Guinea gibt es drei größere ethnische Gruppen: Die größte Gruppe mit 40 % stellen die Fulbe (Felatta, französisch Peul), 26 % sind Malinke und 11 % sind Susu (oder Soussou).
Obwohl die Fulbe oder auch „Ful“ die Mehrheit stellen, wird die Regierung mit Staatspräsident Conde´und seinen Ministern von den Malinke gestellt. Die Fulbe haben sich mit dem Wahlergebnis der Präsidentenwahl nach einer Stichwahl nie abgefunden, sodass es zu ständigen Konflikten, Demonstrationen und Anschläge mit Gewalt von beiden Seiten kommt.
Über die ethnische Konfliktlage kann man sich hier informieren.
Die frühere französische Kolonie Guinea hat einen mörderischen Bürgerkrieg von 1990 und bewaffnete Konflikte mit seinen Anrainerstaaten bis 2000/2001 hinter sich. Nicht erst seit dem Putsch und der Militärdiktatur unter Lansana Conte´, einem Susu, der nach dem Tod des Diktators Sekhe Toure die Regierung übernahm, herrscht eine latente Bürgerkriegssituation. Die auch unter dem neuen Staatspräsidenten Alpha Conde´ fortbesteht.

Über die Entwicklung der Sicherheitslage und die Flüchtlingssituation in Guinea gibt dieser Bericht der „Flüchtlingshilfe Schweiz“ Auskunft.
So gibt es mehrere Flüchtlingslager, überwiegend im Südosten des Landes, in denen sich geschätzt 360 000 intern Vertriebene aufhalten.

Angeblich sind die Stadtteile, die jetzt von der Regierung plattgemacht werden, überwiegend von Fulbe oder Oppositionellen bewohnt.
Der Stadtteil „Kaporo Rails“ – aus dem unsere Quelle stammt – ist einer von bisher drei betroffenen in der Hauptstadt.
In einer offiziellen Begründung der Regierung heißt es, dass die tangierten Grundstücke „occupiertes Allgemeingut“ seien und dass jetzt durch Maßnahmen der Regierung diese wieder in die öffentlich Hand zurückgegeben werden; das erfordert den Abriss der dort „illegal“ errichteten privaten „Objekte“ (Wohnhäuser. Geschäfte und Garagen).
Die Erklärung des Ministers zu den Maßnahmen vom 28. Februar 2019 findet man hier.
Aus der holprigen Googleübersetzung kann man zusammenfassend Folgendes herauslesen:

Der Standort Koloman – einer der drei betroffenen Stadtbezirke, als „Directional Center“ bezeichnet – sei 1987 von der Ersten Republik für die „Erbringung von Verwaltungsdiensten“ ausgewiesen worden.
Durch „riesige Schilder und Markierungen“ habe der Staat auf das formale Verbot von privaten Baumaßnahmen hingewiesen.
Es seien dann aber „Bürger in das Gebiet eingedrungen“.
1997/98 habe man bereits 63% der illegal errichteten Gebäude entfernt und 169.8 Hektar „freigesetzt“.
„Nach dieser Räumung wurden Planungs-, Architektur- und technische Studien von einem kubanischen Kabinett namens „SYBONEY“ auf der Grundlage eines Vertrags durchgeführt, der am 7. Juni 1998 in Havanna unterzeichnet wurde.“
Die derzeitige Räumung betreffe diese 169,8 Hektar großen „Verwaltungsgebäude und Geschäftszentren“, die 1997 und 1998 schon vollständig geräumt worden waren und die „leider neuen illegalen Besetzungen unterliegen“. Darum werde die Räumung aus diesem Bereich „normal fortgesetzt“. Die anderen Lose, die nicht von der laufenden Operation betroffen seien, werden jedoch „Gegenstand späterer Verhandlungen“ sein.

„Der ausgelösten Operation sind mehrere Sensibilisierungssitzungen der Insassen vorausgegangen, gefolgt von Benachrichtigungen durch den Gerichtsvollzieher.“ Heißt es. Das Ministerium für Stadt- und Territorialplanung betont, dass man „auf den Geist der guten Bürgerschaft aller setzt“.

Soweit die amtliche Begründung durch den Minister für Stadt- und Raumplanung, Ibrahim Kourouma.
Der Staatspräsident hat angeblich aufgrund der aufkommenden Unruhen seinen Planungsminister schon im Februar zurückgepfiffen, wie man diesem Bericht entnehmen kann und der Minister hat sich wohl nicht daran gehalten, die Abrissmaßnahmen gehen unvermindert weiter, wie man hier und hier lesen kann.
In den betroffenen Vierteln haben viele Menschen bereits seit 40 Jahren gelebt. Geschätzt 4000 haben in Conakry durch diese Maßnahmen der Regierung ihr Heim verloren und sind im zweideutigen Sinn des Wortes „frei gesetzt“ worden.
Die Menschen trauen der Regierung nicht. Wie die auf Berichterstattung zu humanitären Themen spezialisierte Nachrichtenagentur Integrated Regional Information Network (IRIN) schon im Juni 2013 bemerkte, hätten Spannungen zwischen den beiden größten ethnischen Gruppen, den Malinké und Fula („Peulh“), seit der Wahl von Alpha Condé, einem Malinké, zum Präsidenten im Jahr 2010 stetig zugenommen. (Quelle ebenfallls hier). 

Die Ful waren einst ein Nomadenvolk, das erst nach Annahme des Islam überwiegend auch in Städten sesshaft wurde.
Sie selbst sehen sich heute als Nachfahren mekkanischer Araber, die den Propheten Mohammed begleiteten. Diese Sicht ist auf den Einfluss des Islam zurückzuführen und steht eigentlich im Widerspruch zum früheren polytheistischen Glauben der Fulbe. Sie sind heute fast ausschließlich sunnitische Muslime und so nimmt es nicht wunder, dass der arabische Sender Al Jazeera sich derer Probleme annimmt:

Laut Al Jazeera hätten BewohnerInnen von Gebieten, die mehrheitlich von Fula besiedelt seien, Regierungstruppen Plünderung, Vandalismus und willkürlichen Einsatz von Schusswaffen vorgeworfen. Einem gemeinsamen Bericht der französischen NGO Action des chrétiens pour l’abolition de la torture (ACAT) France sowie von vier guineischen Menschenrechtsorganisationen hätten Sicherheitskräfte Berichten zufolge bei der Unterdrückung von Protesten und öffentlichen Versammlungen politische Gegner und deren UnterstützerInnen strafweise gefoltert und misshandelt. Der oben genannte ICG-Rechercheur habe angegeben, dass die Fula seit dem Amtsantritt von Präsident Alpha Condé als die „entschlossensten Gegner“ des Präsidenten betrachtet würden und von den Sicherheitskräften mit größerer Härte behandelt würden. Von dieser Behandlung seien insbesondere Angehörige bestimmter Berufsgruppen betroffen, in denen Fula in größerer Zahl vertreten seien, darunter InhaberInnen von Geschäften und TaxifahrerInnen.

Laut einem Mitglied der guineischen Sektion der Organisation Anwälte ohne Grenzen (ASF) würden DemonstrantInnen der Opposition häufig als Fula betrachtet, und bei den meisten Personen, die Opfer von Ausschreitungen bei Protesten oder dabei festgenommen würden, handle es sich um ethnische Fula.

Laut der oben genannten Rechercheurin von HRW würden Polizei, die Gendarmerie und die Sicherheitskräfte wenig professionell arbeiten, sodass alle ethnischen Gruppen von den staatlichen Organen ausgebeutet und erpresst würden. Allerdings würden ethnische Fula in Zeiten von Protesten, Demonstrationen und politischen Spannungen keinen durchgängigen Schutz durch die Polizei erhalten, und es scheine, dass Mitglieder der Fula-Gemeinde nur wenig Vertrauen in den Willen der Regierung und der Sicherheitskräfte hätten, sie in gleichem Maße zu schützen. Die in Conakry lebenden Fula seien von den schlimmsten Misshandlungen betroffen. Laut Angaben der HRW-Rechercheurin gebe es weiterhin Hinweise auf mangelnde politische Neutralität bei den Sicherheitskräften, insbesondere was deren Umgang mit Gewalt in Zusammenhang mit Wahlen oder anderen politischen Themen betreffe. In zahlreichen Fällen hätten Mitglieder der Sicherheitskräfte Fula wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit beleidigt und Eigentum von Personen, die als Unterstützer der Opposition angesehen worden seien, geplündert bzw. gestohlen. Bei Demonstrationen würden Polizei und Gendarmerie in den Vierteln der Fula bzw. OppositionsanhängerInnen hart durchgreifen, während sie tatenlos zusehen würden, wenn Anhänger der Regierungspartei Straftaten (z.B. Plünderung) begehen würden oder sich zusammen mit diesen Parteianhängern an Straftaten beteiligen würden.
Laut einer Auskunft eines Mitarbeiters der guineischen Sektion der pan-afrikanischen Menschenrechtsorganisation Rencontre africaine pour la défense des droits de l’homme (RADDHO) komme es zwar zu „abweichenden“ Verhaltensweisen innerhalb der Gendarmerie, doch gebe es keine „spezielle Behandlung“ für bestimmte ethnische Gruppen, und Angehörigen der Fula werde kein besonderer Schutz angeboten. Allerdings sei es notwendig, die Fähigkeit des Staates zum Schutz der Bevölkerung zu erhöhen.

Wir nehmen das zur Kenntnis.
Bei der sonst so investigativen und aggressiv humanitären Menschenrechtsorganisation Amnesty International (Sektion Westafrika) findet man nur sehr Spärliches zum Thema.

Wie schon einleitend festgestellt spielt sich das Ganze offensichtlich unbemerkt von der hiesigen Öffentlichkeit ab. Unser Informant berichtete auch, dass persönliche Interventionen und Hilfegesuche in Genf bei den UN und dem Roten Kreuz, bei für Menschenrechtsfragen zuständigen Stellen der EU und im Kanzleramt ergebislos seien.
Ob der oben erwähnte französische „Multikonzern“ France Orange eine wesentliche Rolle dabei spielt, ist ungewiss, dazu konnte ich nichts ermitteln. Guinea zählt in Bezug auf Korruption zur absoluten Spitzengruppe weltweit.
Nicht der böse alte weiße Mann des Westens oder aus Europa, nicht die gerne geschmähten Hervorbringungen des Kolonialismus sind schuld an der desolaten Situation in Guinea, wie in weiten Teilen Afrikas. Ursache liefern die eigenen korrupten und rassistischen Regime oder Regierungen Afrikas. Und die Geschichte Guineas belegt, dass auch bei einer (vielleicht demokratischen) Übernahme der Macht durch eine der Oppositionsgruppen sich nichts an der Lage ändern würde. Wie es sich auch schon im Norden Afrikas im sog. „arabischen Frühling“ gezeigt hat.
Schwarzer Rassismus ist in Afrika eine Faktizität. Und er richtet sich nicht nur gegen Weiße wie einst in Zimbabwe oder aktuell in Südafrika, sondern „Neger“ kämpft gegen „Neger“. Und – wie kann es anders sein – spielt der Islam dabei auch wieder seine besondere Rolle.

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Merkel will Fluchtursachen bekämpfen, nicht etwa das eigene Land und ihr Volk vor Zuwanderung mit der Mitnahme solcher Konflikte schützen. Ist sie so blöd, dass wir ihr das abnehmen, im Verständnis ihres trotzigen „Wir schaffen das!“ Auch auf diesem Gebiet.
Diesen Schlenker muss ich dazu noch loswerden.

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Kauft nicht bei „Nazis“

„Proskription“ und „Handreichungen“

 

„Kauft nicht bei!“ Ist im Deutschen ein bekannter Imperativ – damals und heute wieder – gegen Juden gerichtet. Siehe hier.

 

 

Wozu die (National-)Sozialistische bzw. die sozialistische Ausgrenzung generell geführt hat, wissen wir: 6 Millionen ermordete Juden und eine Riesenzahl von mehreren ´zig Millionen toter, ausgemerzter Klassenfeinde.
Ich erwähne die Juden, auch wenn ich mich damit der Gefahr aussetze, vielleicht der „Relativierung des Holocaust“ geziehen werden zu können.
Wenn, dann gewiss von den (humanitären) Wiederentdeckern der altrömischen „Proskription“ – natürlich in neuzeitlicher Form.

 

Proskription

Nicht mal mehr klammheimlich wird wieder eine totalitäre Separation von Menschen  vorbereitet und in in einem bestimmten Ausmaß schon betrieben. Gegenstand sind jetzt die Rechten, oder wer nach Einschätzung der vereinten Linken oder der „Antifa“ als „Nazi“ auf die neuen Proskriptionslisten gesetzt werden muss.
Im alten Rom konnte nach altüberkommenem römischen Recht ein „Proskribierter“ von jedem getötet werden konnte, die Hinterlassenschaft fiel dem Staat zu. Von Sulla und Marc Anton sind die mörderischsten politischen „Proskriptionen“ überliefert worden. Die Namen der geächteten Personen wurden öffentlich ausgehängt, und es gab auch eine Belohnung für denjenigen, der einen Proskribierten tötete.
Die Tradition lebte in der Französischen Revolution – der Mutter aller sozialistischen Revolutionen und „Bewegungen“ – wieder auf.
Im 20. Jahrhundert bekam mit den Todeslisten zur industriell betriebenen Ausrottung der Juden und von Regimegegnern dies eine neue Qualität.

Es ist mehr als nur ein Gefühl, dass hierzulande wieder eine neuzeitliche Proskription vorbereitet wird. Und erste Opfer in dieser Auslegung sind ja schon bekanntgeworden, siehe u.a. den Fall Magnitz.

 

Kirche gegen „menschenfeindliches Verhalten“

Bist Du Mitglied einer rechten Organisation (Identitäre, AfD, Reichsbürgerbewegung, gar NPD)? Bist Du anfällig für „rechtes Gedankengut“ oder verbreitest du gar solches? Dann kannst Du wegen „menschenfeindlichen Verhaltens“ nicht mehr für die Gemeindeleitung in der evangelischen Kirche kandidieren oder gewählt werden. Schon „Äußerungen von Mitgliedern sind dann ein deutlicher Hinweis auf die Verfolgung menschenfeindlicher Ziele, ...“ heißt es in den „Handreichungen“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

Spuren deine Kinder in der Kita besonders gut, sind sie außergewöhnlich sportlich und besonders folgsam, tragen deine Töchter vielleicht verdächtige Kleider oder Haartracht (Zöpfe), dann ist die Kita-Leitung laut der von der SPD-Bundesministerin Giffey geförderten „Handreichung zum Umgang mit Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit in Kitas“ aufgefordert, den „geistig moralischen Hintergrund“ im Elternhaus auszuleuchten und Maßnahmen zu ergreifen. 

 

Nazis als Dienstleister getarnt

Der (bisher) unbescholtene Bürger muss auch höllisch aufpassen, wenn er z.B. einen Dienstleistungsauftrag für Haus oder Garten zu vergeben hat oder zum Mittagessen in ein Restaurant geht, dass er nicht einem (getarnten) Rechtsextremen auf den Leim geht.
Das ist nämlich die neue Masche der Rechten: „Sie gründen „unpolitische“ Firmen oder machen sich selbständig. Vor allem als Handwerker, im Gartenbau und als Restaurationsbetreiber; aber auch in der Pflege & mit Werbeagenturen.
Das hat ein Zeit-Journalist namens Christian Fuchs herausgefunden und auch über Twitter verbreitet. Muss noch erwähnt werden, dass dieser „Journalist“ sich bereits mit einem Buch um die Aufdeckung dunkler rechter Netzwerke verdient machte.

 

Interaktive Landkarten als digitale Proskriptionslisten

Wer sich anhand einer Liste informieren will, wo und auf welche „rechten Menschenfeinde“ er stoßen könnte, kann dies hier tun. In Form einer „interaktiven Landkarte“ findet man Namen gefährlicher Rechter aufgezeichnet: eine digitale Proskriptionsliste von Abgeordneten der AfD, NPD Reps usw. – herausgegeben vom „antifaschistischen Pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v.“
Die Vorlage dazu lieferte die staatliche Bundeszentrale für politische Bildung mit einer „Karte der rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien in Europa“.
Zeit und Spiegel gaben in eigener Verantwortung ebenfalls solches „Kartenmaterial“ heraus. Fehlt nur die evangelische Kirche Deutschlands als weiterer Herausgeber.

 

„Handreichungen“ zwecks Ausgrenzung

Haben sie hingeschaut? Da wird im Namen der evangelischen Kirche (siehe auch hier) oder im Namen der Bundesregierung von „Handreichung“ gesprochen.
Wem wird denn die Hand gereicht?
Von der christlichen Kirche erwartet man doch versöhnliche Gesten und nicht Ausgrenzung und Ausstoßung.
So wird ein eigentlich harmloses Wort im Nebensinn zu einem (totalitären) Euphemismus a la Orwell.
Kommt da in der evangelischen Kirche Deutschlands wieder deren Tradition aus der Zeit des Dritten Reiches hoch, als sich die Kirche der „Deutschen Christen“ mit an die Spitze der Ausgrenzer und der Ausmerzer gesetzt hatte? Oder meint man, verhindern zu müssen, dass das protestantische Pfarrhaus (wieder) unter rechte Kuratel fallen könnte? Aber in diesen Hausständen sitzen ja schon die Freiheitsfeinde, Mundverbieter und Ausgrenzer, aus angeblich christlicher oder humanistischer Positur.
Eine Hotelkette, ein „Szenelokal“, ein Fußballverein können im freiesten Deutschland aller Zeiten inzwischen wieder ungeniert Ausgrenzung betreiben, die neue christliche Ethik – evangelisch wie auch katholisch – exkulpiert, ja unterstützt die Ächtung (Proskription) der AfD und aller, die sich gewollt oder ungewollt einer Nähe zu dieser Partei verdächtig machen.

 

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„Was für ein Vertrauen“*

Ein Enthüllungsjournalist als Kirchentagspräsident

Für den Kirchentag im Sommer 2019 haben sich die Evangelischen diesmal einen prominenten Konvertiten als Präsidenten ausgesucht: den namhaften früheren Investigationsjournalisten Hans Leyendecker von der Alpen-Pravda  (was ja lupenreines Gutmenschtum garantiert). Dass der ehemalige Katholik Leyendecker ein Renegat oder Apostat ist, möchte ich ihm nicht zusätzlich ankreiden, jedoch seinen albernen Polizistenschnauzer über der Oberlippe (wahrscheinlich ein bewusst gewähltes Attribut).
Hans ist ja durchaus ein ehrlicher Mann, was für einen Erfolgsjournalisten schon etwas heißen mag. Er hat tatsächlich schon mal einen „verheerendsten Fehler“ eingestanden: eine Spiegel-Titelgeschichte 1993 zur angeblichen Hinrichtung des RAF-Mitgliedes Wolfgang Grams durch die GSG-9 in Bad Kleinen, die auf zwei Quellen aufbaute, die sich später nicht verifizieren ließen.
2012 hat er – vielleicht vorausschauend – den „renommierten“ Henri-Nannen-Preis abgelehnt, da zeitgleich zwei Bild-Autoren ausgezeichnet werden sollten.
Ein Trost zudem: dieser Preis ist nicht erst seit Relotius sowieso nichts mehr wert, wie andere Auszeichnungen auch.

Nun wandelt der Aufdecker und frühere Wasenmeister des real existierenden Kapitalismus auf den Spuren von Erhard Eppler, dem Pietcong der SPD – erst Friedensbewegt und dann Bellizist (Kosovo, Afghanistan) und von Katrin Göring-Eckardt, dieser Fragmentär-Theologin und deutschen Pröpstin der universalen Klima-Kirche.

Der letzte Kirchentag (2017) bleibt uns unverbrüchlich im Gedächtnis als grandioses Schwulen- und Lesben-Happening mit kirchlichem Segen (Bleibt die Frage, ob evangelische Oberpfaffen überhaupt noch „segnen“ dürfen?).
Da gab es Vorträge und „Workshops“ zu folgenden Themen:

• Coming-Out-Workshop für lesbische Mädchen und Frauen
• Workshop: „Und wo bleibt die Lust? – Austausch für Frauen* zur Sexualität“
• „Lesbisch-schwule Glaubensbiografien“
• Workshop: „Auch Lesben und Schwule werden älter“
• „Oversexed and Underfucked“?
• „Ver-Queeres Willkommen – LSBTTIQ* im Kontext von Flucht und Vertreibung“
• Ökumenischer Arbeitskreis „Sadomasochismus (SM) und Christsein“

 

Der neue Kirchentagspräsident hat – ganz der Aufklärer – einen aktuellen Gegenstand für sich entdeckt: den Missbrauchs-Skandal in der katholischen Kirche.
„Kirchentagspräsident beklagt katholischen Umgang mit Missbrauch“ „Leyendecker sieht mangelnden Aufklärungswillen bei der katholischen Kirche“ – und so ähnlich lauten die jüngsten Schlagzeilen, welche sogar die Titelseiten der Provinzpostillen erobert haben. Ein Mega-Thema offensichtlich für Protestanten, mit dem man den Papisten einmal mehr etwas einschenken kann. Ganz im Geist der Ökumene natürlich. Man weiß ja, dass Renegaten meist die unerbittlichsten Kritiker sind, nach der Devise „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche!“ (F. W. Bernstein)

Vorab hatte Leyendecker bereits weitere programmatische Topoi artikuliert: „Angesichts von Hetzern, Rassisten und Nazis dürften Christen, Kirche und Kirchentag nicht stumm bleiben!“
„Was für ein Vertrauen“ aus dem 2. Buch der Könige, Kapitel 18, Vers 19 – das Motto des Kirchentags.
Die AfD bleibt denn selbstredend erneut von diesem unheiligen Bimbam namens Kirchentag  ausgeladen. Noch dazu von einem selbsternannten Experten für das Thema „Freiheit des Wortes und seine Feinde“.

Liebet auch die Feinde, lautet eine christliche Botschaft, und so werden Steinmeier, Merkel und das Maas-Männchen auf dem kommenden Kirchentag erwartet.

Da interessierte mich denn schon der diesjährige Ablaufplan, den man hier durchblättern kann.
Gegenüber dem Jahr 2017 haben die Evangelischen dieses Jahr ihr Tunten- und Schlampen-Programm offensichtlich abgespeckt, ergibt die Recherche. Aber man bleibt sich dennoch treu:

  • Man glaubt es nicht: Vulven malen lautet das Thema eines der christlichen „Workshops“.
  • Man denkt an gesellschaftlich vernachlässigte Zielgruppen: „Lesbische Einsamkeitserfahrungen. Für lesbische Singles Ü-40“ 
  • „Ein FrauenLesbenGottesdienst – Thema „Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin“ (Psalm 139)“ darf selbstredend nicht fehlen.
  • Ein gewiss weltbewegendes „Regenbogen-Thema“ lautet „Deutschland: Paradies für LSBTTIQ*-Geflüchtete?“ – soll sich doch laut Leyendecker das Thema Migration durch den Kirchentag wie ein „roter Faden“ ziehen.
  • Mit „Verschaffe mir Recht. Kriminalisierung von LSBT* und die katholische Kirche.“, kriegen denn die Papisten noch eine Watsche ab.

Nach „Vulven malen“ fehlt nur noch „Gemeinsames Schlecken von Venusmuscheln“.

Selbstredend verfolgt einen das hirnrissige Gender Sternchen auf allen Seiten des „Programmheftes“.

Im Jahr 2007 motzte Leyendecker über die aufkommenden Weblogs. Nach seiner Wahrnehmung seien Blogger „Leute, die zum Teil antidemokratisch sind, … unqualifiziert“ und weiter meinte er: „Ein Großteil der Sachen, die ich lese, ist böse, ist zynisch, ist verachtend, ist gegen jedermann.“

Da habe ich als Blogger jetzt durchaus seine Erwartungen erfüllt. Außer, kann ich ihm versichern, dass ich nicht gegen jedermann bin; und in Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit halte ich mich durchaus für ausreichend qualifiziert zum Mitreden. 

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Ramschkiste FAZ

Die FAZ hat im Februar gegenüber dem Vormonat wieder fast 7 % an Lesern eingebüßt. Zeit also für einen „Winter-Sale“ und so wirbt man:
„FAZ.NET komplett für 2,95 Euro“
Natürlich kann man damit nicht die ganze Nachrichten- und Meinungs-Kuhhaut aus Frankfurt online studieren. Aber „pointierte Kommentare“, „opulente Reportage(n) und die exklusiven Meldungen“ – wie man hier anpreist:

Liebe Leserinnen und Leser,

hier finden Sie den günstigsten Einstieg in ausgezeichneten Qualitätsjournalismus: Unsere besonderen Stücke kosten jetzt nur noch 2,95 Euro in der Woche. Sorgfältig recherchierte Hintergründe und Analysen, natürlich auch die pointierten Kommentare aus der gesamten F.A.Z.-Redaktion, unsere opulenten Reportagen und die exklusiven Meldungen: Mehr als 500 Texte im Monat, die man nur mit dem F+Zugang zu FAZ.NET komplett lesen kann. Es sind viel mehr als nur Nachrichten, die es überall zu lesen gibt, und damit unser Angebot für kluge Köpfe im Netz. 

„Ausgezeichneter Qualitätsjournalismus“ etc. – da haut man schon mächtig auf die Quarktasche, dass es nur so spritzt. Zugegeben, die FAZ kommt nicht ganz so linksversifft und verlottert daher wie die Süddeutsche, Frankfurter Rundschau oder der Berliner  Tagesspiegel.
Wenn man sich zum Verramschen aufmacht wie jetzt die FAZ, ist es wohl hinten höher als vorne. Man wird damit aber den weiteren Absturz wohl auch nicht aufhalten.
Gut finde ich das nicht, wenn man auch Häme von mir hier durchhört. Irgendwann werden auch die immer erfolgreicheren „freien Medien“ ebenfalls ein Korrektiv haben müssen, im Sinne einer konstruktiven Meinungsvielfalt, die ja allgemein verloren ging. Und da schiene mir die FAZ in ihrer früheren Ausrichtung durchaus salonfähig.

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Mitmachen!

Schluss mit dem Gender-Unfug!

Der Verein Deutsche Sprache veröffentlichte folgenden Aufruf:

Dortmund, 6. März 2019

Aus Sorge um die zunehmenden, durch das Bestreben nach mehr Geschlechtergerechtigkeit motivierten zerstörerischen Eingriffe in die deutsche Sprache wenden sich Monika Maron, Wolf Schneider, Walter Krämer und Josef Kraus mit diesem Aufruf an die Öffentlichkeit:

Ein Aufruf zum Widerstand

Die sogenannte gendergerechte Sprache beruht erstens auf einem Generalirrtum, erzeugt zweitens eine Fülle lächerlicher Sprachgebilde und ist drittens konsequent gar nicht durchzuhalten. Und viertens ist sie auch kein Beitrag zur Besserstellung der Frau in der Gesellschaft.

Der Generalirrtum: Zwischen dem natürlichen und dem grammatischen Geschlecht bestehe ein fester Zusammenhang. Er besteht absolut nicht. Der Löwe, die Giraffe, das Pferd. Und keinen stört es, dass alles Weibliche sich seit 1000 Jahren von dem Wort „das Weib“ ableitet.

Die lächerlichen Sprachgebilde: Die Radfahrenden, die Fahrzeugführenden sind schon in die Straßenverkehrsordnung vorgedrungen, die Studierenden haben die Universitäten erobert, die Arbeitnehmenden viele Betriebe. Der Große Duden treibt die Gendergerechtigkeit inzwischen so weit, dass er Luftpiratinnen als eigenes Stichwort verzeichnet und Idiotinnen auch. Und dazu kommt in jüngster Zeit als weitere Verrenkung noch der seltsame Gender-Stern.

Nicht durchzuhalten: Wie kommt der Bürgermeister dazu, sich bei den Wählerinnen und Wählern zu bedanken – ohne einzusehen, dass er sich natürlich „Bürgerinnen- und Bürger meister“ nennen müsste? Wie lange können wir noch auf ein Einwohnerinnen- und Einwohnermeldeamt verzichten? Wie ertragen wir es, in der Fernsehwerbung täglich dutzendfach zu hören, wir sollten uns über Risiken und Nebenwirkungen bei unserm Arzt oder Apotheker informieren? Warum fehlt im Duden das Stichwort „Christinnentum“ – da er doch die Christin vom Christen unterscheidet?

Und dann tragen solche Verzerrungen der Sprache nicht einmal dazu bei, den Frauen zu mehr Rechten zu verhelfen. Auch im Grundgesetz gibt es dafür kein Indiz: In 13 Artikeln spricht es 20mal vom Bundeskanzler, zusätzlich auch vom „Gewählten“ und vom „Vorgeschlagenen“. Den mehrfachen Aufstieg von Angela Merkel zur Bundeskanzlerin hat dies nicht behindert, und eine mögliche neue Bundeskanzlerin fühlt sich inmitten dieses Missstands offensichtlich ziemlich wohl.

Also appellieren wir an Politiker, Behörden, Firmen, Gewerkschaften, Betriebsräte und Journalisten: Setzt die deutsche Sprache gegen diesen Gender-Unfug wieder durch!

 

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Carnival is over

Politischer Witz und Politische Korrektheit

Fasching ist vorbei, der „politische Aschermittwoch“ – dessen inzwischen minder krachlederne Fortsetzung* – ist ebenfalls abgehakt. Nun geht es an das „Aufarbeiten“.
Während die journalistischen Spökenkieker aus den diversen Aschermittwochsreden versuchen, etwas Sinnfälliges herauszuhören, blasen andere zur Fortsetzung des Korrektheit-Terrors, der sich zuletzt nicht nur mit nicht-polit-korrekter Karnevalskostümierung, sondern natürlich auch mit unkorrrekten Büttenreden befasste. Nicht gemeint ist diese hier von mir verfasste, sondern ein Kalauer, den Annegret Kramp-Karrenbauer auf dem „Stockacher Narrengericht“ fabrizierte:

„Wer war denn von euch vor Kurzem mal in Berlin? Da seht ihr doch die Latte-Macchiato-Fraktion, die die Toiletten für das dritte Geschlecht einführen“, sagte die Politikerin. Wer nicht wisse, ob er beim Pinkeln noch stehen dürfe oder schon sitzen müsse, für den gebe es nun eben eine weitere Option.

Die Tucken-Quatschtunke „Queer“, ein que(e)rer Blogger und „extra3“ „posteten“ mit Empörung darüber und so griffen denn die L-Medien das Thema auf.
ARD und Zeit, vom WDR bis zum Stern, alle einschlägigen Wächter der politischen Korrektheit droschen auf AKK ein.
Der Anti-Homophobie-Aktivist Johannes Kram schrieb in seinem „Nollendorf-Blog“: „Stoppt Kramp-Karrenbauer“ und textete dann noch über deren „Widerwärtigkeit“ und AKK ist gar schlimmer als Trump einzustufen:
„…Und doch ist es unfair, bei der aggressiven Sprache gegen LGTBI Trump mit AKK zu vergleichen. Es ist unfair gegenüber Trump.“
Und:
„Eine Kanzlerin Kramp-Karrenbauer ist nicht nur gefährlich, weil sie gefährlich für Minderheiten ist.“
Ein anderer Schwulenaktivist forderte über die Qalitätsmedien eine Entschuldigung. Der Kultursenator der Transgender-Metropole Berlin, Klaus Lederer von den Linken, sprach von einem Trauerspiel: „Die Vorsitzende der größten Bundestagspartei findet es lustig, auf Stammtischniveau am Karneval Menschen zu denunzieren, die nicht der geltenden Machonorm entsprechen. Ein Jammer.
Und auch sein Chef der Reg. Bürgermeister Müller blies in das gleiche Horn.

Ausgerechnet mit einem Witz über AKK bzw. deren Doppelnamen hatte es zuvor den Komiker Bernd Stelter getroffen. Bei der Aufzeichnung einer Fernsehsitzung in Köln hatte Stelter die rhetorische Frage gestellt, ob nicht ein Standesbeamter Frau Kramp-Karrenbauer vor ihrem Doppelnamen hätte warnen können. Eine Frau im Publikum, selbst Doppelnamenträgerin, ärgerte sich so sehr über diesen Scherz, dass sie auf die Bühne kletterte und den Komiker zur Rede stellte.

Rechtzeitig zum Höhepunkt der diesjährigen Faschingszeit war wieder die Diskussion um eine politisch-korrekte Kostümierung aufgekommen: Indianer ist grenzwertig, Neger ein absolutes „No Go“. Eskimo, Araber, Türke, Mexikaner usw. – alles rassistisch.
Eine Kita in Hamburg hat den Eltern ihrer Zöglinge einen quasi „Kostümerlass“ zukommen lassen, man möge auf Verkleidungen wie Indianer oder Scheich verzichten. Eine andere Kita hat jegliche Kostümierung für einen der Narren-Hochtage untersagt. Man beruft sich dabei auf die pädagogische Schriftenreihe KiDs aktuell“ – Anregungen für die diskriminierungssensible Praxisein vom Bundesfamilienministerium gefördertes Elaborat.

Also, es ist klar, was politisch-korrekten (Karnevals-)Humor auszeichnet: keine Witze über Minderheiten wie Schwule, Lesben, gegenderte und ungegenderte Zwitter, Sodomiten, Bindestrich-Frauen, ältere Staatspräsidentengattinnen, Ganzkörperkondomträgerinnen. … War da noch was?
Klischeebeladene Kalauer über die AfD verursachen aber keinen Entrüstungssturm, denn solche dienen dazu, zu beweisen, dass man als Linke über gepflegteren Humor verfügt, wozu auch der Düsseldorfer Karnevalswagen mit Björn Höcke als Goebbels-Baby passt; Rechte zeichnen sich dagegen durch „Doppelmoral“ aus, heißt es hier. Solche Gibt es anscheinend bei den Linken Korrekten nicht.

Die Hypermoralisten auf jeder Seite vergessen, dass der politische Witz nie politisch korrekt ist. Deswegen wurde oder wird das Erzählen solcher Witze in totalitären Staaten mit Strafen belegt. Wie es in Deutschland zwei Mal der Fall war. Wenn wir dazu kommen, dass manche humoristisch verbrämte Wahrheit oder „Unverschämtheit“ nur noch im Flüstern verbreitet werden kann, sind wir wieder so weit.

Das folgende „Nachtgebet“ war denn ein bekannter Flüsterwitz im Dritten Reich:

Lieber Gott, mach mich stumm,
dass ich nicht nach Dachau kumm.

Lieber Gott, mach mich blind,
dass ich alles herrlich find.

Lieber Gott, mach mich taub,
dass ich an die Lügen glaub.

Mach mich blind, stumm, taub zugleich,
dass ich pass ins Dritte Reich.

Warum habe ich das Gefühl, dass wir in der bunten Republik haarscharf dabei sind? 

 

__________________

* Seit dem Ableben von F.J. Strauß ist der nur noch eine matte Kopistenveranstaltung. Letzter und einziger Höhepunkt nachher ereignete sich 1993, als der damalige Ministerpräsident Max Streibl sein Auditorium in Passau mit den Worten „Saludos Amigos!“ begrüßte.

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Häme gegen Frauen …

Claudia Roth beklagte jüngst: „Permanente Häme gegen Frauen, eine Reduzierung auf klischeehafte Zuschreibungen, Verächtlichmachung…“.

Stimmt!

Siehe hier:

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Alaaf und Helau! – Seid ihr bereit?

Berliner Narhallamarsch

Angeblich wurde diese Büttenrede 1995 in der Karnevalshochburg Flörsheim am Main gehalten. Der Redner musste, so heißt es, nach dem Vortrag unter Polizeischutz rausgebracht werden und die Sitzung wurde vorzeitig beendet.

Diese Rede wurde gewiss schon mehrfach im Original vorgetragen oder auch modifiziert.
Hier nun eine Um- oder Neudichtung im Bezug auf unsere Narrenhochburg Berlin:

Der Berliner Narrhallamarsch

http://luzifer-lux.blogspot.com/

 

Alaaf! Helau! Seid Ihr bereit?
zum Bundestag der Narrenzeit!
Passt auf: für die Kultur,
braucht Ihr ne echte Ross-Natur.
Das gibt es hier schon viele Jahr,
doch nicht allein im Februar!
Und alles kommt aus dem Gebäude, 
getrieben von der Medienmeute!

 

SPD, so nennt sich eine Sippe,
mit ganz besonders dicker Lippe!
Die möchten alles dirigieren,
tun sich vor gar nichts mehr genieren.
Lügen, hetzen, Maul aufreißen,
ihr´n letzten Wähler noch bescheißen.
Drum: Wo ist Frechheit höchstes Sakrament?
Dort, im deutschen Parlament!
(Tusch)

 

Nahles, Heil und auch der Scholz,
die Köppe ganz aus hohlem Holz,
meinen immer noch, man tät sie wählen,
wenn sie die Leut mit Steuern quälen.
Mit unsren Renten tun sie zocken,
Fremde mit Versprechen hierher locken,
Da fragt ihr noch, ob ihr sie kennt?
Ja, sie sind in diesem Parlament.
(Tusch)

 

Dort gibt´s dann auch die Grünen,
die sich gerne selbst bedienen.
Uns möchten sie befehlen,
wir dürften sie allein nur wählen.
Wir sollen nur noch Wasser nippen,
verlangen diese üblen Typen.
Selbst fliegt man um die ganze Welt,
dem Durchschnittsbürger wird´s vergällt.
Das Auto soll dem Volk nicht länger dienen,
selbst fährt man dicke Limousinen.
(Tusch)

 

Deutschland solle bald verrecken,
schreien diese grünen Zecken.
Anton, Kathrin, Claudia,
spielen gerne Antifa:
Alle, die nicht rot-grün stimmen,
die sind Nazis, sind die Schlimmen.
Und die Lügenpresse ist dabei,
zu loben diesen üblen Brei.
(Tusch)

 

Nicht vergessen sind die Linken;
die aus der gleichen Brühe stinken.
Es sind die alten roten Socken,
die in Berlin nicht nur im Reichstag hocken.
Die schlaue Sarah ist schönste Puppe,
in dieser Kommunistentruppe.
Rot-rot-grün sollt ihnen dazu nutzen,
sich wieder an die Macht zu putschen.
Stasi, Vopo, NVA,
braucht´s nicht – nur die Antifa.
(Tusch!)

 

Wer hat uns  zuerst verraten,
unter allen diesen „Demokraten“?
Wem sind alte Wähler schnurzegal,
wer ist glitschig wie ein nasser Aal?
Wer bricht Recht und auch Gesetze?
Wer macht mit bei grüner Hetze?
Wer wählt sich die dümmste Kuh?
Ja es ist die CDU!
(Tusch)

 

Nach Konrad. Ludwig und dem Schorsch,
hernach kam dann der dicke Arsch.
Ein dicker Arsch sollt doch nicht reichen,
er musste seinem „Mädchen“ weichen.
Die CDU, ganz ohn´ Verstand,
hievt die dann noch ins Kanzleramt –
und sitzt dort immer noch wie eine Kröte,
im Amt – die alte Zonen-Flöte.
Beim Reden fingert sie die „Raute“,
Symbol für Deutschlands schlimmste Flaute.
(Tusch)

 

Wenn einer tut nicht richtig spuren,
die Merkel bringt ihn schon auf Touren,
egal ob Kerle oder Mädel,
es gibt was auf den Schädel.
Sogar der Papst musst es ertragen,
der Merkel ihre miesen Plagen.
Mahnt einer bei ihr Wahrheit an,
den schmeißt sie raus, den braven Mann.
Das heißt man die Methode Merkel,
oder sagt man besser: a la Ferkel?
Sagt jeder, die muss endlich weg,
das kümmert sie nen feuchten Dreck.
(Tusch)

 

Dagegen kann man wohl nichts machen,
man kann nicht mal mehr drüber lachen!
Auch hilft kein Schreien und kein Schimpfen,
man kann sich nichtmal gegen impfen,
die Macht der Narren scheint zu stark,
als dass man sich zu wehr’n vermag.
Doch merke: ist´s auch Karneval,
es gibt bald wieder eine Wahl.
(Tusch)

 

So lange bleibe man zuhaus
und sperr den Blödsinn einfach aus.
Und steht so´n Schwarz-Rot-Grüner vor der Tür,
mit einem roten Pappnas´gschwür,
und sagt „Hallo“ –  vielleicht „Helau“,
dann dreh sie um, die dumme Sau,
sag „Schön, mein Freund, dass ich dich seh,
doch morgen wähl ich AfD!“.
Dann tritt ihm kräftig in den Arsch
und spiel dabei den Auszugsmarsch!

 

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