Von rechts gegen rechts

„Philosophia Perennis“ gegen „intellektuell parfümierte Nazis“

„Philosophia Perennis“, der Blog von David Berger, mutete wie eine rechts-liberale Erfolgsgeschichte auf dem Feld der „Freien Medien“ und in der „Blogosphäre“ an. Mit hohen Zugriffszahlen und dazu ein giftiges Augenmerk der linken Konkurrenz aus dem Metier, wie auch der „Erziehungspresse“ (Martin Renner).

Nun ein Paukenschlag. Nein, Paukenschläge:
Am 26. Juni vermeldete David Berger:

 Nach links- und rechtsextremen Drohungen: „Philosophia Perennis“ macht eine Pause“
… mein Blog macht – vorerst bis zum 15. Juli – eine Art Sommerpause.

Die Begründung:

„Wieder sind es nun rechtsextreme Kreise, die auf perfide und verleumderische Weise gegen mich Stimmung machen und bereits die ersten anonymen, noch impliziten Drohungen im Netz auftauchen lassen. Die extremistischen Schläfer sind auch hier erwacht.
So bin ich nun in die sinistere Situation gekommen, dass ich sowohl einer links- wie rechtsextremen Gewaltbereitschaft ausgesetzt bin.“

Dann am 29. Juni:

David Berger verlässt Kuratorium der AfD-nahen „Desiderius-Erasmus-Stiftung“.

In einer „Presseerklärung“ äußert er:

„Hiermit trete ich mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Kurator der Desiderius-Erasmus-Stiftung zurück. Seit etwa 14 Tagen versucht die Präsidentin der Stiftung, Dr. Erika Steinbach, in ungebührlicher Weise Druck auf meine journalistische Tätigkeit auszuüben.
Und zwar erstaunlicherweise sobald ich problematische Tendenzen am extrem rechten Rande der AfD (Björn Höcke, Wolfgang Gedeon, Doris von Sayn-Wittgenstein usw.) und bei der vom Verfassungsschutz überwachten „Identitären Bewegung“ und den „Neurechten“ von „Schnellroda“ sowie die gefährliche Hetze und Hassreden im Zusammenhang mit dem Mord an Regierungspräsident Lübcke auf meinem Blog kritisiere.“

Da wunderte mich denn: Erika Steinbach, ein „extremistischer Schläfer“, der Druck ausübte?
Wo man sich doch schon mal in Harmonie ausstrahlender Pose gezeigt hatte.

Erika Steinbach antwortete darauf mit einem Twitter-Post

Was dann am 1. Juli zu einer „Klarstellung“ durch Berger führte, in dem er u.a. formulierte:

„Was sich aufgrund einer Hetzkampagne gegen meine Person und mein Privatleben allerdings kurzzeitig ausgeweitet hatte, war die Kontroverse mit den sektenhaften Kreisen rund um „Schnellroda“ und die Identitäre Bewegung. Diese haben dabei die Masken fallen lassen. Und damit meine ich gar nicht die persönlichen Angriffe unter der Gürtellinie. Wie etwa auf der Seite der „Sezession“ schon vor längerer Zeit der Vorwurf, ich hätte Sex mit meinem Hund. Sie haben, nachdem Ihr Mann verstarb, sich auch einen Hund angeschafft: ich weiß nicht, wie Sie sich bei solchen Angriffen fühlen würden. Diese Art von böswilligen Angriffen bin ich inzwischen reichlich gewöhnt.“

David Berger beklagt sich über „böswillige Angriffe“. Aber für so etwas gibt es immer eine Vorgeschichte.

Martin Lichtmesz, einer der Intellektuellen im sog. neu-rechten Dunstkreis von Schnellroda, der sich für David Berger wohl inzwischen zu einer Hassfigur entwickelt hat, hatte in einem „Tweet“ vom 4. Juni  wohl Bergers Selbstverständnis angegriffen. Er monierte an dem „Editorial“ von PP

Wir sind pro-amerikanisch und pro-israelisch. Nicht nur aus einer wohlverstandenen historischen Verantwortung bzw. Dankbarkeit heraus, sondern auch, weil der moderne Staat Israel als einziger Staat im Nahen Osten weltweit ein Vorbild für die Abwehr des aggressiven Islam und dem gleichzeitigen Hochhalten von Menschenrechten und Demokratie ist.

 „Nicht mal für pro-deutsch hat es gereicht“

Daraufhin packte Berger die Nazikeule aus:

„Muss ich eigentlich darüber traurig sein, dass die „intellektuell parfümierten Nazis“ rund um die „Sezession“ und den Bauernhof Schnellroda Probleme mit meiner Homosexualität, meinem Kampf gg Antisemitismus, mit meinen Sympathien für Israel & USA und d. Erfolg meines Blogs haben?“ (twitter)

Intellektuell parfümierte Nazis – das ist starker Tobak.

Wenn man versucht, zu ergründen, was diesen Vorwurf vielleicht rechtfertigen könnte muss man tief eintauchen in die Recherche.

Ein Hinweis ergibt sich aus einem Post von PP vom 14. Juni:

Bringt es etwas mit Leuten zusammen zu kämpfen, die ganz andere Ziele haben?

„Nachdem bestimmte Kreise seit dem Auftritt von Milo Yiannopoulos im Anschluss an die Konferenz der freien Medien und einem Treffen von Steve Bannon mit der „Jungen Freiheit“ und „Philosophia Perennis“ in Berlin, beispiellose Attacken gegen mich gefahren haben, versuchen nun zwei Haupt-Akteure der IB zu beschwichtigen. Einige Sympathisanten und Vertreter dieser Bewegung waren in den letzten Wochen durch krasse Homophobie, extrem geschmacklose, sexistische Aussagen gegenüber weiblichen Mitgliedern der IB und Antisemitismus aufgefallen.
… nein, wir werden hier jetzt nicht noch weiteren volksverhetzenden Unsinn hier zitieren, mit dem die Sympathisanten von Schnellroda, Leser des Sezessionsblättchen oder Mitglieder und  Spender der IB Twitter zugemüllt haben – jeder der das lesen will, kann es ganz einfach über die Twittersuchfunktion heraussuchen.“

War Berger beleidigt, da niemand seinen Elogen für den schwul-rechten Paradiesvogel Milo Yiannopoulos folgen wollte? Und lehnte er deshalb „Beschwichtigungsversuche“ ab? 

Nazi-Gesinnung bei dem Kreis von Schnellroda macht Berger aus bei einem Artikel, den Ellen Kositza 2011 über „Kopftuchmädchen“ geschrieben hatte:

„Woher aber der Spott und der Unwillen, der dem Auftritt einer kopftuchtragenden Hayrünissa Güls nicht als migrantische Integrationsverweigerin, sondern als Gattin des türkischen Staatspräsidenten entgegenschlug? Die Masse derer, die höhnisch an der Freiwilligkeit solcher Verschleierung zweifelt, stellt nicht in Frage, ob eine 14-jährige in Hotpants und bauchnabelfreiem Oberteil oder die Wasserstoffblonde mit den operativ vergrößerten Brüsten wirklich nur ihren ureigenen Schönheitsimperativen folgen.
Auf den geharnischten Frauenprotest, der im Iran auf die gesetzlich erzwungene Entschleierung durch den Schah folgte, sei nur am Rande hingewiesen ….

Die schwarzäugige Kopftuchträgerin an der Supermarktkasse befremdet mich weniger als ihre wildgefärbte, kaugummikauende Kollegin mit all den Ringlein in Lippe und Augenbrauen. Ebenso wähnte ich meine Kinder bei einer Ferestha Ludin als Englischlehrerin besser betreut als bei einem franseligen Sozialkundepädagogen, der zugleich für Die Linke im Kreistag sitzt und in seinen Klassenarbeiten Aufgaben stellt, deren Musterlösungen hanebüchen sind. Innerhalb einer starken Gesellschaft (»selbstbewußte Nation«), die sich solche Offenheit erlauben kann, sind alle vier gut auszuhalten – besser, im Konjunktiv zu reden: sie wären es.“

Bergers zugespitzte (oder fiese?) Replik:

Dann muss aber auch die Frage erlaubt sein, wogegen wir arbeiten. Oder um bei Kositza zu bleiben: Wollen wir eine Gesellschaft voller Frauen in Burkas, die ihren Mann sietzen oder eine, wo „eine 14-jährige in Hotpants und bauchnabelfreiem Oberteil oder die Wasserstoffblonde mit den operativ vergrößerten Brüsten“ (so Kositza abfällig) sich in unserer Gesellschaft das „Selbst schuld, Schlampe!“ einfangen, wenn sie vergewaltigt werden? Dazu passt das latente Islamappeasement, dass in nicht wenigen extrem rechten Kreisen herrscht: Götz Kubitschek hat mir selbst angedeutet, dass er meine Islamkritik „überspitzt“ findet, während man in seiner Schnellroda-Blase fast peinlich bemüht ist, auf Islamkritik weitgehend zu verzichten. Zufall?

Ich halte die Kritik für überspitzt und sophistisch verdreht.
Was ist verkehrt, sich an den Obszönitäten, exhibitionistischen und oft pornographischen Verhaltensweisen zu stoßen, die als selbstverständlicher Ausdruck der westlichen und freiheitlichen Errungenschaften hingenommen und erduldet werden sollen. Im Gegensatz zu einer auf Würde beruhenden Haltung, die man aber durchaus nicht allein in der Kopftuchwürde der muslimischen Frauen findet, wie Kositza in ihrem Artikel darstellt.
Da stehe ich in der Betrachtung der konservativen Schnellroda-Frau näher, als dem „konservativen“ und libertären Homo-Aktivisten Berger.

Einen weiteren Keulenschlag führt David Berger wiederum mit seinem Verweis auf eine längst gelaufene, aber wohl nicht abgeschlossene Debatte aus. Er verweist auf 

„den neuesten Artikel der bekannten Islamkritikerin Ronai Chaker über Martin Lichtmesz und Götz Kubitschek; geschrieben von einer Frau, die dauernd mit Morddrohungen aus der islamistischen Ecke leben muss und verständlicherweise kein Verständnis für die Lust hat, die man bei Rechtsextremen sehr deutlich bei solchen Drohungen (gegen emanzipierte Frauen, Homosexuelle usw.) bemerkt und die sie sogar offen aussprechen.“ 

Der „neueste Artikel“ von Chaker bezieht sich auf einen Beitrag von Lichtmesz über Die Freiheiten der Liberalen, der vor bald zehn Jahren erschien. Eine inhaltliche Auseinandersetzung ersparen sich Chaker wie Berger.

Was stört Berger an solchen Sätzen:

Letzte Woche gab es wieder einmal einen tätlichen Angriff von aufgebrachten Muslimen auf einen „islamkritischen“ Karikaturisten, diesmal den Schweden Lars Vilks. Die vollständige Szene kann man sich auf Youtube ansehen. Wie man darin sehen kann, ging es nicht einfach nur um eine satirische Zeichnung, sondern um eine Art Collage, in der Mohammed im Kontext von schwulen, vage pornographischen Bildern gezeigt wurde.
Mit anderen Worten, eine ziemlich billige Provokation, wie sie gerne von einfallslosen, zeitgeistigen „Künstlern“ in Szene gesetzt wird. Der Zorn der anwesenden Muslime ist völlig verständlich. In dieser auf dem Video dokumentierten Situation haben sie, und nicht Vilks, meinen Respekt und meine Sympathie.“

und

„Wir sind heute völlig indifferent gegenüber der Verhöhnung und Beschmutzung der religiösen Symbole des Christentums, und die Darstellung von Jesus als Homosexuellen würde unter den Christen von heute nur mehr zaghaften Protest hervorrufen, wenn überhaupt. „Integration“ der Muslime, wie sich die Liberalen und Menschenrechtler das vorstellen, würde letztendlich bedeuten, ihnen genau dieselbe Indifferenz abzuverlangen.  Aber was soll das für einen Sinn für beide Seiten haben?“

Ich bin bei meiner Einstellung zum Islam nach gängiger Definition gewiss „ilsamophob“, aber in dieser Ansicht bin ich auf Seiten von Martin Lichtmesz. „Vilk“ und „Charlie Hebdo“: Sympathie für die Angreifer und Mörder habe ich partout nicht; Zorn von Beleidigten kann ich verstehen.

„Sezession“ und Martin Lichtmesz, die nach Berger „intellektuell parfümierten Nazis“, nehmen sich nach meinem Empfinden nicht nur dieser Problematik in einer intellektuell ambitionierteren Weise und auch Sprachmächtigkeit an, als man es auf manchem Exklusiv-Blog lesen kann. Die Kommentare auf Sezession – wenngleich natürlich Fragwürdiges auftaucht – wo nicht?  – sind desgleichen in der Mehrzahl niveauvoller, als die Mehrheit auf PP mit seinem philosophischen Anspruch.

Jedenfalls haben die „parfümierten Nazis“ mit ihrem Verlag Antaios fraglos Verdienste für unser deutsches „Geistesleben“. Mit einer durchaus anspruchsvollen Edition von Autoren, welche natürlich nicht unbedingt dem herrschenden Kanon folgt: Von Sieferle bis Schüßburner, Kleine-Hartlage bis Klonovsky, Thorsten Hinz und Günter Zehm, usw.
Die Reihe „Kaplaken“ des Verlages z.B. enthält Kleinode des alternativen Denkens zum Zeitgeist.
Soweit mein Elogium auf „Schnellroda“.

Kubitschek hat in einem Artikel (der mir allein schon wegen der Insultationen auf Peter Tauber gefallen sollte) auf Berger zurück gekeilt und spricht von einem „narzisstisch wie spalterisch veranlagten Herrn“.
Zurecht kritisiert Kubitschek vor allem diese Sätze aus einer Stellungnahme Bergers für die „Freien Medien“ zum Mordfall Lübcke:

„… wir haben von Anfang an vor dieser Entwicklung gewarnt, die ein gesellschaftliches Klima hervorgebracht hat, in dem ein solch verwerfliches Gedankengut gedeihen konnte. Und oft sind es gerade wir, die Freien Medien, die aufgrund unserer eher liberal-konservativen Weltanschauung, unserer Israel- und Homosexuellen-freundlichen Haltung von den Rechtsextremisten beschimpft und bedroht werden.
Uns mit dieser Klientel in einen Topf zu werfen bedeutet, den Extremisten in die Hände zu arbeiten.“

Schmeißt sich Berger jetzt an den Kreis der Guten heran, nachdem er in der Vergangenheit von der Erziehungs- und sonst-wie-Presse als rechts-konservativ und rechtspopulistisch eingeordnet worden war?
Was verspricht er sich von seinem jetzigen „Ego-Trip“?

Was Berger – oder Schnellroda? – angezettelt haben, darüber freut sich die Linke. Es lohnt sich, dort auch mal nachzulesen. Distanz, Betrachtung aus der Ferne hilft oft mehr, als so manch akribische Nahbetrachtung.

In einem Kommentar auf PP zu den aktuellen Vorkommnissen um David Berger habe ich geschrieben:

Das erinnert mich an Franz Kafkas Erzählung »Die Verwandlung«:

»Eines Morgens erwacht der Vertreter Gregor Samsa aus dem Schlaf und muss feststellen, dass er sich während der Nacht in etwas verwandelt hat, das von Kafka als »Ungeziefer« beschrieben wird. Da sich der verwandelte Gregor nur minimal bewegen kann, verbringt er die meiste Zeit im Bett, flüchtet sich in Arbeitsunfähigeit und beginnt, über sein bisheriges Leben nachzudenken.«
So eine Zusammenfassung des Anfangs der Geschichte.

David Berger als Gregor Samsa. Erika Steinbach als Grete Samsa, die Schwester? Vielleicht und durchaus in Teilen. Es ist David Bergers Entscheidung, wie er weitermachen will, welche Brücken er abbricht.

Man weiß, wie Kafkas Geschichte von der Verwandlung ausgegangen ist. Gregor stirbt an den Folgen der Verletzungen, die er sich auch selbst beigebracht hat und an der Vernachlässigung und Aufgabe durch seine Familie.

Die Allegorese ist nahezu zwingend.

Das Ganze lässt mich in der gleichen Stimmung zurück wie nach dem ersten Lesen dieser Parabel von Franz Kafka: mitgerissen, aber auch deprimiert und angewidert.

Ich hätte mir gewünscht, einer der von mir geschätzten Wegbereiter der “Freien Medien“ hätte mehr „Standing“ bewiesen. Der Sache hat er damit nicht gedient.

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So geht Klimarettung

Wegen der Pannen mit den Flugzeugen der Flugbereitschaft fliegt die Weltklimaretterin Merkel jetzt mit zwei Flugzeugen zum G20-Gipfel nach Japan, wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ vermeldet. Also zweimal Kerosinausstoß, um die Welt am deutschen Wesen genesen zu lassen.

Das Fliegen ist ja der Klimaretter liebste Reiseform, wie es uns vor allem die Grünen vorleben.

Wir erinnern uns :

Cem Özdemir urlaubte in den Anden. Sein Post:

Habe auf 4380 Metern Höhe über Neujahr mit Tochter & auf dem Pferderücken von nach auf den Spuren von San Martin die Anden überquert & Energie für das neue Jahr getankt. Jetzt wieder Online: Wünsche allen ein gesundes, glückliches, friedliches & erfolgreiches #Jahr2019 pic.twitter.com/r1EHO9hzbT — Cem Özdemir (@cem_oezdemir) 2. Januar 2019

Oder Katharina Schulze („Kerosin-Katha“), Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, das infantile Duracel-Häschen der Grünen-Bewegung, die eben auch mal zu Neujahr auf ein Eis nach Kalifornien gejettet war und das auch noch frech im Internet postete: „Eis geht immer“.

 

Auf „Abgeordnetenwatch“ war denn folgende Frage an Frau Schulze zu lesen:

Liebe Kathrin,
auf Abgeodnetenwatch /Frage zur beruflichen Mobilität äussersten du dich wie folgt:

„Ich versuche immer Alternativen zum Fliegen zu finden und so dieses klimaschädliche Transportmittel maßvoll zu nutzen.“

Und bist bis heute Sprecherin des Bündnisses gegen eine 3te Startbahn am Flughafen München.
Nun ist es bestimmt berechtigt zu hinterfragen warum eine Landtagsabgeordnete (du stellst es ja auf Twitter und Facebook online) in den Jahren 2017 und 2018 fliegen musste nach: Aman, Athen, Barcelona, Brüssel, Dänemark, Helsinki, Indien, Kuba, Lissabon, Madrid, Mongolei, Moskau, Oslo, Pekin, Talinn und 5 mal USA.
Welche Erklärung hast du für die Abweichung zwischen deiner Ankündigung und der Realität? Und waren die Gründe wichtig genug um dafür die Zukunft unserer Kinder zu zerstören? Hast du uns etwa so getäuscht?

Aber wie schreibt sie auf ihrer persönlichen Website:

„Wir müssen wegkommen von dem Lebenswandel, bei dem ein dickes Auto, ständige Flugreisen und Unmengen an Fleischkonsum als das non plus ultra gesehen werden. „

Ein besonderes As im Reisekader der Grünen ist der Berliner Senatsabgeordnete Georg Kössler, von dem ebenfalls ein Instagram-Post existiert, in dem er sich über sein „Chillen am Lake Tahoe“ auslässt:

„georgkoessler – und ich so: Chillaxing at Lake Tahoe mit Thees.“

Aber Georg “chilled“ nicht nur dort!
So kam jetzt große Empörung bei ihm und seiner Entourage auf, dass die Berliner AfD-Fraktion ein Video auf Youtube gepostet hat, in dem die Reisefreude des Hauptstadt-Grünen, – der der Katharina Schulze dabei wohl in nichts nachsteht – genüsslich auf die Schippe genommen wird. Sehenswert!

Daraufhin stilisierte sich der Grüne zu einem „Bald-Opfer“ im Gefolge von Lübcke, da er angeblich Morddrohungen aus einem Nazi-Netzwerk erhalten habe.
Sollte das stimmen, ist das gewiss ganz übel.
Andererseits weiß man inzwischen bald nicht, wer was noch überhaupt und warum und in welche Richtung postet, wer Täter ist, wer Opfer.

Es bleibt der inzwischen zur Binsenweisheit für Grüne gewordene Spruch:

Wasser predigen und Wein saufen.

Just hörte ich denn heute auf B5 einen Beitrag zum Thema klimaschädliche Flugreisen und subventioniertes Flugbenzin. Die angeblichen Diesel-Emissionen sind ein Top-Thema für die Grünen, nicht aber der Verzicht auf das steuerbegünstigte Fliegen mit steuerbefreitem Sprit.

Aber es gibt noch weitere Möglichkeiten, die Welt zu retten. Wie „La Muu“ behauptet, eine Firma aus Estland, die 2012 mit veganem bzw. der ersten „ökologisch produzierten Eiscreme der Welt“ auf den Markt kam und mit dem Spruch wirbt:

„Rettet die Welt seit 2012“.

Hoffentlich befand sich in dem Eisbecher der Katha Schulze bei ihrem Aufenthalt in Kalifornien nur solcherart Eis und nicht etwa CO2-verzehrender Dreck wie vielleicht von „Häagen Dazs“ o.ä.
So könnte sie denn womöglich dazu behaupten, auch durch Schlecken von Eis die Welt zu retten.

Heilige Greta, bitte für sie!

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Greta – Erlöserin oder Gespenst?

Da hat doch jemand die Greta als „Klimagespenst“ bezeichnet.
Darf man das?

Das erinnerte mich glatt an „Das Gespenst von Canterville“ von Oscar Wilde.

Denn wie heißt es dort:

“Wenn’s ein güldne Maid vollbringt,
Sündenmund zum Beten zwingt,
wenn die tote Mandel sprießt,
Kindes Mitleidsträne fließt:
Endlich wird’s im Haus dann still,
Friede wohnt in »toute la ville«*.” 

__________________

* im Original heißt es natürlich „Canterville“

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Wenn der Tauber kommt …

Roland Tichy hat ein unterhaltsames Video veröffentlicht. In einem Gespräch mit Achim Winter macht er den „Tauber-Test“: wer darf noch CDU wählen, wer verliert seine Rechte, weil er rechts ist?

Was da recht amüsant daher kommt, ist eine bitterböse Realsatire mit dem Titel: „Wenn der Tauber kommt …“

Das erinnerte mich an einen skurrilen Film von Roman Polanski aus den 60er Jahren: „Wenn Katelbach kommt …“
Der Plot des Films hat scheinbar nichts mit dem Stoff von Tichy gemein, außer dass es sich bei der Titelfigur „Katelbach“ um einen fiktiven Gangsterboss handelt und es um ein Spiel von Tyrannei und Terror geht.

Also doch Parallelen.

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Warum schweigen unsere Eliten?

Berechtigte Fragen zur „Würde der Intelligenz“

Wir erleben derzeit einen in der Geschichte der Bundesrepublik nie gekannten Angriff auf Freiheits- und Grundrechte, eine Infragestellung rechtsstaatlicher Prinzipien und von freiheitlichen demokratischen Regeln, wie man sich dies schlechterdings bisher nicht phantasieren wollte.

Der Mord an dem ehemaligen Kassler Regierungspräsidenten Lübcke mit einem mutmaßlichen rechtsradikalen Hintergrund, hat bei Politikern und Journalisten – den  sog. öffentlichen Personen – offensichtlich alle Sicherungen durchbrennen lassen.

Doch nein, die Situation war schon gegeben!
Sie war virulent vorhanden, diese antidemokratische Krankheit, welche die Eliten der Deutschen, den Staat und die Gesellschaft stets aufs neue infizieren und für den die „Eliten“ selbst mitverantwortlich sind. Ein Antiliberalismus und Antidmokratismus, der sich heute unter dem Pseudonym „Linksliberalismus“ versteckt und verbunden ist mit einem nicht nur geistigen Totalitarismus: Die Ächtung des Zweifels und der „Anzweifler“. Im Namen dieses „Liberalismus“. Alles was nicht der offiziellen und der offiziösen Meinung und Betrachtung folgt, wird  wieder einmal unter Verdikt genommen. 

„Eine liberale Demokratie müsste auch Demokratiekritik, Staatskritik, Engagementverweigerung aushalten. Was sie hingegen nicht tolerieren darf, sind antidemokratische Umsturzversuche und Straftaten jeder Art.“ 

meint Alexander Kissler.  Was für jeden eindeutig und klar scheint.

Der Mord an Lübcke war aber anscheinend die herbeigesehnte Katastase, um den aus „1000-jähriger“ Zeit bekannten „Furor teutonicus“ und Ungeist in angeblich moralischer Konstituierung wieder aufleben zu lassen.
Es waren damals die Sozialisten, Kommunisten und glaubensfeste Christen, welche als (ideologische) Gegner herhalten mussten, und das Judentum als rassistisch-ideologisch aufgebauter Popanz, an dem man seine Mord- und Ausrottungslust ausließ.
Heute heißt es in demokratischer Elitisierung „Kampf gegen Rechts“. Gegen den angeblich wieder aufgelebten und umstürzlerisch organisierten Ungeist des Nationalsozialismus.
Das von den angeblich demokratisch gewordenen intellektuellen und politischen Eliten beschworene „Nie wieder!“ hat sich gleichwohl in einen neuen Ungeist verwandelt.
Alles und Jeder, die nicht dem verordneten Kanon der Mainstream- und Regierungsmeinung folgen, werden damit gleichgerichtet einer Kondemnation unterworfen: Der Warner vor einer Kulturzerstörung durch kulturfremde Zuwanderer; der „Klimaskeptiker“, welcher der religiösen Überhöhung der „Klimakatastrophe“ nicht folgen will; der angebliche „Hassredner“, der den Verlautbarungen der „Qualitätsmedien“ nicht mehr glaubt; der Muttersprachler, der vor einem ideologisch verfremdenden Sprachgebrauch warnt; der „Euroskeptiker“, der die ausufernde Bürokratie und zunehmenden Eingriffe in das Wirtschaftsleben und das gewohnte Zusammenleben durch demokratisch nicht legitimierte Zirkel und Institutionen kritisiert; der patriotische und heimatverbundene Staatsbürger, der das „Eigene“ beschwört und bewahren möchte; usw. All diese Personen mit ihren Auffassungen und Gedanken werden jetzt gleichsam in die Nazi-Ecke geschoben. Und dazu die ausgehärteste Perfidität, oppositionelle Politiker und deren Partei pauschal als Mitverantwortliche am Mord eines ehemaligen Spitzenbeamten und Repräsentanten der gegebenen Ordnung zu verleumden. 

Wann hat es das in dieser Ausprägung schon mal gegeben?

Das dem vormaligen italienischen Sozialisten Ignazio Silone zugeschrieben Zitat 

«Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: ‹Ich bin der Faschismus›. Nein, er wird sagen: ‹Ich bin der Antifaschismus›.»

hat sich bewahrheitet.

Dieser Satz von Silone ist angeblich nicht verbürgt, verbürgt aber sind seine Sätze über „Die Würde der Intelligenz“, die er 1947 in seiner Ansprache zur Eröffnung des 19. Kongresses des PEN-Clubs in Basel äußerte.

„Die Literaten teilen die Tugenden und Fehler ihrer Völker und ihrer sozialen Umgebung. Und oft ist es für einen Schriftsteller schwerer, gegen den Strom zu schwimmen, als für jeden andern; es mag ihm schwerer fallen, die Unpopularität zu riskieren als den Tod. Um so bewundernswerter sind die Ausnahmen, die Kulturmenschen, die der Wahrheit und Gerechtigkeit Treue halten, sich nicht um den materiellen Schaden kümmern und sich, wenn nötig, gegen ihr eigenes Land, ihre eigene Klasse, ihre eigene Partei wenden. Aber es zeigt sich, daß sie Ausnahmen und nicht nur oder in besonderem Maße bei den Gebildeten zu finden sind. Im allgemeinen kann man daher sagen, daß es ungerechtfertigt ist, von einer angeblich musterhaften Haltung der Intellektuellen in den letzten Jahrzehnten zu sprechen und für sie irgendeine, besondere Rolle als Lenker der öffentlichen Meinung angesichts der heutigen Krise in Anspruch zu nehmen. Es ist ohnehin heikel und zweideutig, von der “moralischen Elite“ irgendeines Landes zu sprechen, aber in keinem Fall kann man sagen, daß sie mit der intellektuellen Elite zusammenfällt. Das soll nicht eine sinnlose Rangordnung der Werte festlegen – im Gegenteil, es ließe sich hieran eine Betrachtung über die Würde der Intelligenz und die Unwürde der Intellektuellen knüpfen.“

Damit bin ich im Zentrum meines Themas: die Verantwortung der geistigen – intellektuellen – Eliten einer Demokratie. In einer Situation, in der die Demokratie und freiheitlich-rechtliche Ordnung nicht von unten, wie behauptet wird, von vielleicht 20000 Nazis ausgehebelt wird, sondern von oben. 

Wo sind sie, die Kulturmenschen, die der Wahrheit und Gerechtigkeit die Treue halten und ihre Stimme erheben?

Silone hat Recht: Es ist „heikel und zweideutig, von der “moralischen Elite“ irgendeines Landes zu sprechen“ und dass sie keinesfalls „mit der intellektuellen Elite zusammenfällt“.


Schriftsteller

Als die Bundesrepublik den Kampf gegen den Linksterrorismus der RAF zu bestehen hatte, traten sich als moralische Instanz fühlende und auch dahin stilisierte Schriftsteller auf, wie Heinrich Böll. Der schrieb einen Roman über – oder gegen – den Kampf der Medien und des Staates gegen diese damalige linke Opposition, die nach amtlichen Verlautbarungen 33 Todesopfer zu zeitigen hatte.
Es ist heute nicht mehr vorstellbar, dass ein Schriftsteller, Intellektueller im Sinne von Silone, aufstehen würde, um gegen das von der Politik und des willfährigen Medienkartells jetzt erzeigte Meinungsklima im angeblich freiesten und demokratischsten Deutschland der Geschichte anzuschreiben.

Sag mir, wo die Schriftsteller sind, die den neuen Faschismus, der als Antifaschismus daherkommt, aufarbeiten?


Politikwissenschaftler

Wo sind die Stimmen dieser prominenten Politologen, die sich so gerne in den Medien vorführen lassen? Dass die einmal zurechtrücken, was da ein Minister Seehofer oder ein aus der Versenkung geholter CDU-Parteiarbeiter über die Einschränkung der Freiheitsrechte von unliebsamen Akteuren auf der politischen Bühne fordern. Für jede angeblich vorhersehbare Entwicklung haben sie ihre Meinungen und Theorien. Ein Gespür für den sich abzeichnenden Weg in totalitäre Verhältnisse unter den Prämissen der Bundesrepublik anno 2019 haben sie wohl nicht – oder sie haben ihre Gesinnung an der Pensionskasse des Staates abgelegt.
Z.B. ein Herfried Münkler, der so oft gefragt wie ungefragt sein Wissen und Erkenntnisse in die Welt hinausposaunt. Ein „Berater der Kanzlerin“. Nun ja, man kennt ihn als „Machiavellist“, und so darf man die Frage nach seiner „Würde der Intelligenz“ wohl doch stellen.

 


Rechtsgelehrte

Wo sind die Stimmen der Staatsechtler, welche die fortschreitende Aushöhlung und Aussetzung rechtsstaatlicher Grundsätze durch die Regierenden und die einhergehende Justifikation durch die Medien endlich anprangern?
Es gibt nur wenige Ausnahmen wie z.B. jüngst Rupert Scholz.
Nichts zu hören von Verfassungsrechtlern, welche das Absonderliche der Absichten von Tauber, Seehofer, AKK und anderen hinsichtlich der Einschränkung von Meinungs- und Handlungsfreiheit im demokratischen Kontext zurechtweisen.

 

Journalisten

Wo sind die Stimmen von verantwortungsbewussten Journalisten – ob sie nun sogar rot oder grün sein mögen in ihrer Gesinnung – die sich jedoch so gerne gegen die drohenden  Einschränkungen von demokratischen und freiheitlichen Rechten aussprechen? Die heute  inzwischen für jedmögliche Opposition gelten.
Dass das angebliche „Sturmgeschütz der Demokratie“ sich in einem ideologischen Lügen- und Verfälschungsgeschäft verfangen hat, ist eine der Tatsachen nicht erst seit 2019.
Der angeblich freiheitlich orientierte deutsche Journalismus hat einen geschichtlichen Tiefpunkt erreicht.
Was ist 2019 noch davon zu halten, wenn ein Professor einer universitären Journalistenschule erklärt:

„Dass sich Journalismus immer als Hüter der Demokratie und der grundlegenden Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität begreifen muss.
Richtig ist sein Zitat aus der Washington Post: „Democracy dies in darkness“. Und so  meint er: „Licht in die gesellschaftlichen Verhältnisse zu bringen, hinter die oftmals einseitigen Narrationen und Stereotypen der Politik zu blicken, das ist die Kernaufgabe des Journalismus und daran muss sich journalistische Qualität messen lassen. Journalismus ist das immerwährende Projekt der Aufklärung und lebenswichtig für das Funktionieren einer erfolgreichen Demokratie.“

Hehre und große Worte – die aber keine Folgen mehr zeitigen.

Wo sind die Stimmen der angeblich liberalen und so freiheitlich orientierten Journalisten – vulgo „Intellektuellen“ – wie Giovanni di Lorenzo (Die Zeit), Matthias Döpfner (Springer), von Ulf Poschardt (Die Welt) usw., in diesen Tagen des Frontalangriffs auf die zweite deutsche Demokratie geblieben?

Meine Meinung zu Journalisten muss ich nicht weiter ausbreiten.
Ich entschuldige mich aber für meinen Defätismus über den Berufsstand bei den Wenigen, die noch ehrlich sind und die freiheitliche Fahne hochhalten.
Vielleicht ist es aber auch eine Überhebung des Standes der Journalisten, diese als Elite zu bezeichnen –  ist offensichtlich nicht angemessen. Denn „Der Journalismus dient nur scheinbar dem Tage. In Wahrheit zerstört er die geistige Empfänglichkeit der Nachwelt.“, wie Karl Kraus schrieb.

Was ich beklage, ist, dass es besonders unter allen sog. Intellektuellen kaum mehr Menschen gibt, “die den Mut haben, Unterwerfung zu verweigern“ (Bertrand Russell) und dagegen ihre Stimme erheben.

Gerd Klaus Kaltenbrunner meinte in seinem großartigen Essay zum Thema: „Elite – Erziehung für den Ernstfall“: „Ohne Elite geht es nicht!“ Und dazu der Untertitel: „Eine Kampfansage an die Übermacht der Unfähigen.“
Es sind inzwischen anscheinend nur noch diese Unfähigen, welche Elite sein wollen – und sind? – und inzwischen die Übermacht haben.
Ein populärer Buchtitel spricht vom „Schweigen der Lämmer“.
Es sind ausgewachsene Hammel, die entweder schweigen oder ein unerfreuliches Blöken von sich geben.

 

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Ermächtigung mittels Artikel 18 GG

Peter Tauber enttarnt sich als Braunhemd

Peter Tauber, der Prototyp des auf einer Schleimspur nach oben geglitschten Polit-Versagers, musste wohl mal wieder etwas in die Öffentlichkeit rülpsen, denn man hatte lange nichts mehr von ihm gehört!


Für die Medien war er nach seiner Weglobung vom Posten des Generalsekretärs der CDU in das „Amt“ eines Staatssekretärs bei Frau Von der Leyen, d.h. als Abwrackhelfer der Bundeswehr, offensichtlich weniger interessant geworden. Frau Slomka, Frau Hajali – oder wie die „Anchor-Women“ des Staatsfunks sonst noch heißen, haben an Peter, seit er nicht mehr als sprechendes Suppositorium von Frau Merkel auszumachen ist, kein Interesse mehr an ihm. Einem „on-dit“ zufolge ist die Geneigtheit betr. das weibliche Geschlecht bei dem einst stark Männer-bündlerisch orientierten Peter ohnehin irgendwie gestört. Bereits 2015 hatte sich der Täuberich als Gast-Kolumnist für „Cicero-Online.“ zum Thema Leitkultur gemeldet. Der Titel seines Beitrages lautete: „Leitkultur ist… – Dass sich zwei Männer auf der Straße ganz selbstverständlich küssen“.
Das lassen wir mal unkommentiert.

Der „schwarze Peter“ kann es nicht lassen und fungiert jetzt wieder als „Schmock“, diesmal bei der WELT. Als Sekretär im Demontage-Ministerium für die Bundeswehr hat der frühere StUffz – jetzt Oberleutnant – der Reserve offensichtlich nicht genug zu tun.

Unter dem Titel „Dieser Feind steht rechts“, ist nun ein Beitrag des Abgeordneten in „Die Welt“ erschienen.*
Er geriert sich jetzt als angeblicher Demokratie- und Verfassungshüter in eigener Ermächtigung und verlangt im „Kampf gegen rechts“ die Anwendung des Art. 18 des Grundgesetzes.
Tauber nimmt den Mord an dem früheren Kasseler Regierungspräsidenten mit dem mutmaßlich rechtsradikalen Hintergrund zum Anlass, um gegen die AfD zu keilen. Gleichzeitig nimmt er neben Anderen auch Erika Steinbach, eine von ihm ehemals in der Hessen-CDU in durchaus schleimiger Weise hofierte Kollegin, ins Visier und macht sie mitverantwortlich für den Mord an Walter Lübcke.

„Nicht nur die politische Gewalt und Gewaltbereitschaft von rechts nimmt zu. Auch das politische Klima dieser Republik hat sich verändert. Die AfD im Deutschen Bundestag und in den Länderparlamenten leistet dazu einen Beitrag. Sie hat mit der Entgrenzung der Sprache den Weg bereitet für die Entgrenzung der Gewalt. Erika Steinbach (http://welt.de/190826543), einst eine Dame mit Bildung und Stil, demonstriert diese Selbstradikalisierung jeden Tag auf Twitter. Sie ist ebenso wie die Höckes, Ottes und Weidels durch eine Sprache, die enthemmt und zur Gewalt führt, mitschuldig am Tod Walter Lübckes.“

Das ist bösartig und verabscheuungswürdig!
Aber derartige Invektiven ist man ja inzwischen von Kommentatoren der „Wahrheitspresse“ und von grünen und sonstigen Linkspolitikern gewohnt.

Vielleicht will es Tauber der Erika Steinbach noch nachträglich heimzahlen, dass sie in einer beachteten Rede zu ihrem Bekenntnis für die AfD an die Kaninchen-Affäre des CDU-Generalsekretärs Peter Tauber erinnerte, als er in seinem Wahlkreis CDU-Mitarbeiter übelst behandelt hatte.
Da beklagt ein ausgewiesener Pöbler die „Entgrenzung der Sprache“. Einer, der leichthin sagte „Wer nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch“.
Gerade dieser Peter Tauber hat mit seinen Affären und seinen Sprachgewohnheiten ganz bestimmt zur „Veränderung des politischen Klimas in dieser Republik“ beigetragen, soweit es nicht bereits durch weitere Polit-Karrieristen seines Typs „versaut“ war.

In seinem aktuellen Pressebeitrag zitiert der Nicht-Jurist Peter Tauber Artikel 18:

„Wer die Freiheit der Meinungsäußerung, insbesondere die Pressefreiheit (Artikel 5 Abs. 1), die Lehrfreiheit (Artikel 5 Abs. 3), die Versammlungsfreiheit (Artikel 8), die Vereinigungsfreiheit (Artikel 9), das Brief-, Post- und Fernmeldegeheimnis (Artikel 10), das Eigentum (Artikel 14) oder das Asylrecht (Artikel 16a) zum Kampfe gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung mißbraucht, verwirkt diese Grundrechte. Die Verwirkung und ihr Ausmaß werden durch das Bundesverfassungsgericht ausgesprochen.“

Peter Tauber fügt dann noch fast bedauernd an, dass dieser Artikel noch nie angewandt wurde.
In der Tat hat das Bundesverfassungsgericht von diesem durchaus fragwürdigen „Ermächtigungsartikel“ für die Exekutive noch nie Gebrauch gemacht. Nicht zu Zeiten einer aktiven KPD, der RAF, NSU oder gegen Attentats-bereite Salafisten.
Zu Recht, denn die Kritik an diesem Verfassungsartikel ist nicht von der Hand zu weisen:

„Mit Hilfe einer Verwirkungsklausel lässt sich der „an sich“ legale Gebrauch der Freiheit in einen funktionswidrigen Missbrauch uminterpretieren: Was zunächst legal ist, wird unter Berufung auf den Schutz der freiheitlich demokratischen Grundordnung im Nachhinein für illegitim erklärt.“

Und:

„Dem herkömmlichen Verständnis des demokratischen Verfassungsstaates ist solch ein Verwirkungsdenken fremd; die Verfassung der USA zum Beispiel kennt keine dem Grundgesetz entsprechende Klausel. Politische Betätigung, die den Schutz der Grundrechte genießt, ist legal und bleibt das normalerweise auch – selbst wenn Extremisten und Radikale, welcher Couleur auch immer, als Grundrechtssubjekte handeln. Art. 18 GG statuiert dagegen eine Verfassungstreuepflicht für jedermann. Damit bekommen Staatsorgane die Macht in die Hand, zwischen dem „richtigen“, verantwortungsbewussten, staatstragenden Gebrauch der Grundrechte und ihrem „falschen“, unverantwortlichen, staatsgefährdenden Missbrauch zu unterscheiden.“

Ist gar auf der linken „Enzyklopädie“ Wikipedia zu lesen.

Peter Tauber möchte nun mittels dieses (umstrittenen) Artikels gegen Verfassungsfeinde nach seiner Definition vorgehen. Wobei er solche nicht nur unter verbrecherischen und gestörten Rechtsradikalen sieht, die augenscheinlich vor einem Mord nicht zurückschrecken. Nein, alles was er als „rechts“, und damit als „feindlich“ definiert, einschließlich Frau Steinbach, Frau Weidel und die gesamte AfD, auch Parteikollegen wie den von Merkel geschassten Verfassungsschutz-Präsidenten Maaßen und Prof. Otte von der Werte-Union nimmt er gleichwohl in Gesinnungshaft. Wie die historischen Nazis es taten, will er diese in Kollektivhaft nehmen.

Wer diesen Ermächtigungsartikel aus dem Grundgesetz für augenblicklich unliebsame,  scheinbare „Schädlinge“ an der Staatsräson a la Merkel u.a.m. in Anwendung bringen möchte, unterscheidet sich in nichts von Hitler, der 1933 mittels des berüchtigten Ermächtigungsgesetzes seine Diktatur zementierte. Daran sollte man den angeblich gelernten Historiker Tauber erinnern.

Wenn Peter Tauber den Artikel 18 anwenden möchte, und das geht nur über das Verfassungsgericht, wünscht er gleichwohl die Aufhebung der Gewaltenteilung im bislang noch demokratischen Rechtsstaat.
Ein Merkmal des Faschismus ist es, die Macht mit allen Mitteln zu erreichen und mit allen – dann vielleicht noch irgendwie legitim erscheinenden – Mitteln zu behalten.
Als Staatssekretär – wenn auch in unterwertiger Funktion – ist er der Exekutive zuzurechnen. Es ist damit nicht abwegig, Tauber als Faschisten zu bezeichnen. Man möge mir den Gebrauch dieser abgedroschenen Bezeichnung verzeihen.
Er hat sich als solcher entlarvt.  Was jene, die ihn schon länger kennen, in keiner Weise verwundert.
Man kann ihn auch einen Lump nennen, das verschweigt aber irgendwie die Gefährlichkeit eines  Charakters.

Es verwundert nicht, dass alle „Qualitätsmedien“ über die Entgleisung des vormaligen Spitzenmannes der CDU hinweggehen. Der offensichtlich geistig verdusselte Adlige von der FAZ, Jasper von Altenbockum bläst denn in einem Kommentar* gar in das gleiche Horn und macht die gesamte AfD mitverantwortlich für den Lübcke-Mord.
Von Tichy bis zur Jungen Freiheit, von Jouwatch bis Michael Klonovsky, haben sich die freien Journalisten des Falles angenommen, in angemessener Aufmerksamkeit und Besprechung.

______________________

Ich bin geneigt, eine Benefizaktion für Tauber anzuregen. Unter dieser Adresse kann man ein ihm geeignetes Kleidungsstück, ein T-Shirt oder einen Kapuzenpulli mit der Aufschrift „Dreggsagg“ bestellen – gibts leider nicht in braun – und ihm dann zukommen lassen (Mein Franken-Spezi Michl Müller möge es uns verzeihen!).

 

______________________

* Diese Artikel sind inzwischen hinter die Bezahlschranke gestellt.

https://altmod.de/2017/09/wahlverlierer-2017-peter-tauber-cdu/1140/

https://altmod.de/2017/04/stuffz-tauber-oder-das-peterprinzip/647/

https://altmod.de/2017/11/tauber-sollte-die-flatter-machen/1258/

https://altmod.de/2017/03/herr-tauber-was-sagen-sie-dazu/494/

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Ein „fragwürdiger“ Kirchentagspräsident

Brisantes zum Kirchentag

Heute, am 19. Juni 2019 wird der 37. Evangelische Kirchentag eröffnet. Wir hatten uns schon an dieser Stelle mit diesem »Event« und dem verantwortlichen Kirchentagspräsidenten Hans Leyendecker beschäftigt.

Vor einigen Tagen erhielt ich ein nicht öffentliches Papier mit dem Logo von »evangelisch.de« versehen, in dem man sich kritisch mit dem Kirchentagspräsidenten befasst. Das Papier wurde einer Verbindungsperson aus dem Kreis des Präsidiumvorstandes des Evang. Kirchentages zugespieltt und ist dort seit Ende April im Umlauf. Wegen des durchaus brisanten Inhalts durfte es fraglos nicht nach außen, in die Öffentlichkeit gelangen.
Das Papier wurde mutmaßlich von ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Medien erstellt, bei denen der heutige Kirchentagspräsident früher tätig war. Ehemalige, die heute in kirchennahen Einrichtungen bzw. in der Diakonie oder im Entwicklungsdienst, bzw. bei epd oder als freie Mitarbeiter bei „evangelisch.de“ wirken oder wirkten, scheinen es zusammengetragen zu haben. 

Schon die Eingangssätze gehen auf eine delikate Frage ein:

Screenshot vom Original


Was für EIN VERTRAUEN – hat die Evangelische Kirche in den Kirchentagspräsidenten Hans Leyendecker ?

Hat sie keine Sorge vor einer brisanten #MeToo-Kampagne oder einer #Sexismus-Debatte beim kommenden 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund? Kommt es dazu, so stünde wohl an, auch über den derzeitigen Kirchentags-Präsidenten und Journalisten Hans Leyendecker zu sprechen – darüber, wie der ehemalige Redakteur auf Medienposten Sekretärinnen auf den Po klatschte oder, wie zufällig, ihnen über die Brustspitzen strich.

Man muss wissen, dass der Kirchentag sich in mehreren Veranstaltungen mit dem Thema »Geschlechterverhältnisse im Diskurs« und »Missverständnis oder Missbrauch? – Machtstrukturen in Zeiten von #MeToo« befasst.

Tickt da etwas im Untergrund, das dem Kirchentagspräsidenten um die Ohren fliegen könnte, was dem gesamten Event schaden könnte?

 

Der Kirchentagspräsident mit Kalaschnikow

In dem Papier wird auch eine „merkwürdige“ Geschichte aus den aktiv-investigativen Zeiten des Hans Leyendecker aufgegriffen.
Vor 13 Jahren titelte die Bildzeitung über Leyendecker: 

„SZ“-Starreporter 
Was macht er mit dem Sturmgewehr im Arm? 

Auf zwei Bildern sieht man einen entspannt wirkenden, lachenden Hans Leyendecker mit einer umgehängten Kalaschnikow und Bierdose in der Hand.
Die Fotos entstanden bei einer Geiselübergabe-Aktion der kolumbianischen Befreiungsarmee FARC in Südamerika Mitte der Neunziger Jahre, wo Leyendecker für den Spiegel recherchierte.
Die linke Zeitung »Der Tagesspiegel« und die taz empörten sich damals über die angebliche »Bild-Kampagne« gegen den Star-Journalisten.
Die Verfasser des »evangelisch.de-Papiers« haben nun die für einen evangelischen Kirchentagspräsidenten durchaus heiklen Bilder wieder hervorgeholt und abgedruckt.
Vielleicht dachte man dabei auch an die Kampagne von »evangelisch.de« auf dem Hessentag in Herborn 2016 mit der Überschrift: »Gewehre zu Gitarren«.

 

Sexismus?

Die Verfasser oder Verfasserinnen des Papiers heben vornehmlich auf das »verstörende« Frauenbild von Leyendecker ab. Für »das unterkomplexe Frauenbild, das dem Amtierenden eigen zu sein scheint«, werden ein Leyendecker-Zitat über fußballbegeisterte Frauen, einschließlich Frau Merkel, angeführt. Es heißt weiter:

»Zu einer Frage über Recherchen mit Informantinnen läßt sich der Journalist inkontextuell über die Orgasmusfähigkeit der Partnerinnen mächtiger Männer aus; eine offenkundig vorbereitete Sottise, mit der er die Fragestellerin zum Schweigen zu bringen versucht.«
(siehe: YoutubeKanal „ jung&naiv“: www.youtube.com/watch?v=S_dD8XnqbDk) (Min 4.16)

»Seine intellektuell-defizitären Bemerkungen zur Fußballbegeisterung der Kanzlerin und zu Arbeiten von und mit Mitarbeiterinnen lassen deutlich werden, daß es sich beim amtierenden Kirchentagspräsidenten um den Vertreter eines Kumpanen-Patriarchats handelt, das Frauen in Verhalten und Rede zu demütigen sucht.
Nicht nur deshalb sollte das Leitungsgremium des Deutschen Evangelischen Kirchentags vor Veranstaltungsbeginn klären, ob mit Leyendecker die richtige Wahl getroffen wurde, und ob Vorstand und Präsidium die Stärke besitzen, eine Debatte zum Sexismus seines Präsidenten und anderer Repräsentanten der evangelischen Kirche bei ihrem Kirchentag auszuhalten.

 

Ist Leyendecker ein aufrechter Protestant?

Das Papier beschäftigt sich denn auch, ob und seit wann Leyendecker »evangelisch« geworden sei:

»Zur Vermeidung medialer Irritationen sollte der Vorstand des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentagesden getauften Katholiken Leyendecker zu klarstellenden Belegen darüber anregen, in welchem Jahr er seinen Konfessionswechsel kirchenamtlich gemacht hat, d.h.: Bei welchem Amtsgericht Leyendecker seinen Austritt aus der katholischen Kirche angezeigt hat, wie in NRW üblich, und wann er per Unterschrift in die evangelische Kirche eintrat. Noch im Mai 2013 verneinte der Katholik, der auch die ev. Kirche besucht in einem swr-Interview je in die protestantische Glaubensgemeinschaft eintreten zu wollen -„Geht beides“.
(www.youtube.com/watchv=TIBh_kKMPO4&ab_channel=SWR -28.5.2013, 24`18

Jüngst gab er in einem Interview mit der Lokalpresse an, „vor einigen Jahren“ übergetreten zu sein – als also in den Gremien absehbar war, daß er für das Amt des Kirchtagspräsidenten in Frage kommt ? Mit einem Wort: Hat der Mann auch den rechten Glauben und seit wann hat er die richtigen konfessionellen Papiere ? Oder hat Leyendecker ein eher taktisches Verhältnis zur evangelischen Kirche, das er mit einem Gelegenheitsübertritt besiegelte ? Ein schaler Geschmack bleibt zurück.

„Links schreiben, rechts leben“

Bislang hat sich Leyendecker – als Investigativ-Journalist mußte er sich vorwiegend mit sulfurösen Personen (Dienstgeheimnisbrecher, Parteienverräter, Akten-und Datendiebe) befassen – nur widersprüchlich zu den Motiven seines Bekenntniswechsels ausgelassen. Ein Besuch der Kirchentage seit 1975, wie er in diversen Interviews wiederholt als Beleg für sein „Evangelisch-Sein“ anführt, mag wohl kaum dafür herhalten. Nur zu gut paßt das Nebulöse seiner Biographie zu seinem Lebensmotto: „Links schreiben, rechts leben.“

In Redebeiträgen über den evangelischen Glauben ( www.youtube.com) überzeugte er bislang kaum durch Festigkeit in evangelischen Werten, eher durch einen Mix aus Bergpredigt und Allgemeinplätzen. Im Sommer 2018 legte der Kirchentagspräsident im NDR-Interview eine öffentliche Beichte ab, in der er sich dazu bekannte : „Ich war ein Hai“.

www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medienpolitik/ZAPP-Leyendecker-Interview,zappleyendecker100.html).

Wir Evangelischen kennen Buß-und Betgottesdienste, auch den Buß-und Bettag, nicht jedoch die öffentliche Radiobeichte. Soll nun ein „ Ex-Hai“ unser Vorbild sein, zu dem wir aufsehen sollen, weil er mit Enthüllungen Regierungs-und Parteienverantwortliche aus dem Amt brachte, nun aber vor Mikrofonen dafür um Verzeihung heischt ? Ein aufrechter Protestant redet anders.«

Soweit die Zitate aus dem Papier, das laut meiner Quelle nur an die Mitglieder des Kirchentagspräsidiums bzw.- vorstands  sowie an Ulf Poschardt, Chefredakteur der Welt, gegangen ist.

Mein Informant schrieb mir:

»Natürlich rege ich mich als „Lutherische(r)“ über die Mogelpackung auf, wenn man als Katholik, dem offenbar ein prominentes Ämtchen im Ruhestand winkt, dann noch schnell in die andere Kirche übertritt. Es wäre was anderes, wenn Leyendecker, der wohl seit vielen Jahren mit einer Protestantin verheiratet ist und mit ihr die Kirchentage besucht, wie er im Internet bei Interviews gerne berichtet, ganze Sachen machte: sich zu seinem bisherigen Glauben bekennen und mit ganzem Herzen der Ökumene verschreiben. Aber dann kann man halt wohl nicht Evangelischer Kirchentagspräsident werden…. »

Die Autoren des Papiers schreiben noch:

»P.S.: Alle aufgeworfenen Fragen und Vorwürfe sind belegt und belegbar. Wir bitten jedoch um Verständnis dafür, wenn wir wegen befürchteter Repressalien in unseren Einrichtungen derzeit den Schutz der Anonymität suchen.«

Ist es degoutant, sich »anonymer« Quellen zu bedienen?
In diesem Fall: nein! Alle aufgeführten Sachverhalte über und zu Leyendecker sind nicht nur bei »investigativer« Recherche a la Leyendecker zu erhalten. Alles ist den Verantwortlichen im Kirchentagspräsidium oder den Vorständen bekannt.
Bei der sattsam bekannten Stimmung in Deutschland hinsichtlich der Meinungsfreiheit von »Abweichlern« und der zu erwartenden Sanktionen, ist die »Namenlosigkeit« der Verfasser verständlich.
Auch mein Informant, der mir das Papier hat zukommen lassen, will und muss geschützt bleiben.

„Kommt es evtl. zu einer MeToo-Kampagne bei dem Glaubensfest?  Das könnte spannend werden!  – meint nicht nur mein Informant.

 

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Jürgen Habermas wird 90

Eine durchaus böswillig gemeinte Würdigung


Sein Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt

außer ins Deutsche.
Michael Klonovsky

 

Jürgen Habermas ist „der wichtigste deutsche Philosoph der Gegenwart und einer der weltweit meistzitierten Intellektuellen“, heißt es mit Stolz in einer Pressemitteilung der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt. Er wird am 18. Juni  90 Jahre alt und darf sich in Frankfurt feiern lassen – oder selbst feiern, wie es sich für ihn gehört:

Aus Anlass seines 90. Geburtstags kehrt der berühmte Philosoph zurück an die Goethe-Universität und spricht am 19. Juni über das Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit.

So die Uni Frankfurt

Meine „Moralität“ gebietet es mir ebenfalls, diesen deutschen „Großgeist“ zu würdigen.

Sprache bei Habermas

Schon im Vorfeld dieses historischen Ereignisses an der Frankfurter Uni wurden Elogen für den Großphilosophen aufgelegt und so fand ich in der ZEIT folgenden Beitrag; es geht um die „Sprache“ bei Habermas:

Ihre reife Gestalt gewinnt Habermas’ Analyse der Struktur der Sprache mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns aus dem Jahr 1981. Durch eine kreative Aneignung der sprachphilosophischen Strömungen des 20. Jahrhunderts entwirft er eine pragmatische Theorie der Bedeutung, die die Einseitigkeiten ihrer Vorgänger zu korrigieren verspricht. Nicht das Wort, nicht der Satz, sondern die an andere adressierte Äußerung gilt Habermas als die grundlegende Einheit sprachlichen Sinns.

Haben Sie das begriffen?
Ich nicht!
Das stammt von einem gewissen Martin Seel, der „als Vertreter der „dritten Generation“ der Frankfurter Schule“ etikettiert wird.

Aber lassen wir den Meister selbst zu Wort kommen:

„Die Sprachvermittlung des Weltbezugs erklärt die Rückbeziehung der im Handeln und Sprechen unterstellten Objektivität der Welt auf die Intersubjektivität der Verständigung zwischen Kommunikationsteilnehmern.“

Gaga?
Nein, Habermas!

Habermas´ Hauptwerk heißt: „Die Theorie des kommunikativen Handelns“ und zusammengefasst lautet Habermas´ philosophische Zentralthese: Die Welt ist kommunikatives Handeln!

Lässt man sich das durch den Kopf gehen, versteht man Günter Maschkes ätzende Bemerkung, dass die Habermas’sche Theorie »schnell, bequem und täglich durch die Abendnachrichten erledigt wird.«

Bei Schopenhauer findet man Folgendes – als hätte er Habermas antizipiert:

Um nun den Mangel an wirklichen Gedanken zu verbergen, machen manche sich einen imponierenden Apparat von langen, zusammengesetzten Worten, intrikaten Floskeln, unabsehbaren Perioden, neuen und unerhörten Ausdrücken, welches (…) einen möglichst schwierigen und gelehrt klingenden Jargon abgibt. Man empfängt keine Gedanken, fühlt seine Einsicht nicht vermehrt, sondern muss aufseufzen: ›Das Klappern der Mühle höre ich wohl, allein ich sehe das Mehl nicht.

_____________

Der ganz gewiss bedeutende Philosoph Karl Popper geriet einst ins Visier von Adorno und dessen Zögling Habermas im Rahmen des sog. Positivismusstreits.
Popper benutzte diesen Streit, um sich „Gegen die großen Worte“ zu wenden und unterzog einzelne Äußerungen von Habermas seiner Deutung, mit Übersetzung ins Deutsche.
Popper zitiert dazu aus dem Faust::

Mich drängt´s, den Grundtext aufzuschlagen,
Mit redlichem Gefühl einmal
Das heilige Original
In mein geliebtes Deutsch zu übertragen.

Hier ein Auszug der Popper´schen Übertragung:

H.: Die gesellschaftliche Totalität führt kein Eigenleben oberhalb des von ihr Zusammengefaßten, aus dem sie selbst besteht.

P.: Die Gesellschaft besteht aus den gesellschaftlichen Beziehungen.

H.: Sie produziert und reproduziert sich durch ihre einzelnen Momente hindurch.

P.: Die verschiedenen Beziehungen produzieren irgendwie die Gesellschaft.

H.: Adorno begreift die Gesellschaft in Kategorien, die ihre Herkunft aus der Logik Hegels nicht verleugnen.

P.: Adorno verwendet eine an Hegel erinnernde Ausdrucksweise.

H.: Er begreift Gesellschaft als Totalität in dem streng dialektischen Sinne, der es verbietet, das Ganze organisch aufzufassen nach dem Satz: es ist mehr als die Summe seiner Teile;

P.: Er sagt daher (sie) nicht, daß das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile;

H.: Ebensowenig aber ist Totalität eine Klasse, die sich umfangslogisch bestimmen ließe durch ein Zusammennehmen aller unter ihr befaßten Elemente.

P.: Ebensowenig ist (sie) das Ganze eine Klasse von Elementen.

H.: die Totalität der gesellschaftlichen Lebenszusammenhänge…

P.: Wir alle stehen irgendwie unter einander in Beziehung …

H.: Theorien sind Ordnungsschemata, die wir in einem syntaktisch verbindlichen Rahmen beliebig konstruieren.

P.: Theorien sollten nicht ungrammatisch formuliert werden; ansonsten kannst Du sagen, was Du willst.

H.: Sie erweisen sich für einen speziellen Gegenstandsbereich dann als brauchbar, wenn sich ihnen die reale Mannigfaltigkeit fügt.

P.: Sie sind auf ein spezielles Gebiet dann anwendbar, wenn sie an wendbar sind.

 

Es gibt sie also doch, die normative Kraft des Quasulatorischen, denn Habermas lieferte  die Vorlagen für den ganzen Soziologen-Kauderwelsch, das unverständliche Professoren-Geschwafel, das nicht nur die Geisteswissenschaften ergriff. Und die allermeisten Menschen, besonders die allermeisten Geisteswissenschaftler glauben, dass dahinter etwas besonders Geistiges, Tiefsinniges und Anspruchsvolles steckt – und kopieren das Gefasel.


Diskurs

Darüber meinte Eckhard Henscheid (in »Dummdeutsch«):

»Von J. Habermas zum Start der 80er Jahre erfundener, eher trübsinniger Schnickschnack: Diskursethik, Diskurs über soziale Ungleichheit, Diskurs des Radikalen. Diskurstheorie des Rechts usw. usf. Der Quatsch der akademischen 80er Jahre. Erscheint deshalb meist bei Suhrkamp.

 

Habermas habe mehrere für das Geistesleben der Bundesrepublik wichtige Debatten angeregt – heißt es.
Wohl meist durch Polemik und auf Unredlichkeit fußend und durchaus im Stil seines Lehrmeisters Adorno, der sich nicht selten durch Intriganz und als Charakterschwein auszeichnete.
Man denke an die Adorno/Horkheimer-Kontroverse, als im Jahr 1963 Golo Manns geplante Berufung als ordentlicher Professor an die sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Frankfurt am Main durch die »Kollegen« Max Horkheimer und Theodor W. Adorno verhindert wurde.
Habermas kroch da bereits in der Schleimspur der Neo-Marxisten.

Die erlernte marxistische Intriganz und Hinterlistigkeit bewies er dann im sog. Historikerstreit.


Historikerstreit

Die ganze Angelegenheit hier auszubreiten, würde zu weit gehen. Man möge sich z.B. hier informieren.

Es war eine öffentlich wie auch fachwissenschaftlich geführte Debatte, die Habermas im Sommer 1986 mit einem Artikel in „Die Zeit« entfacht hatte. In seinem Beitrag griff Habermas führende Historiker der Bundesrepublik an.
Schließlich gelang es ihm mit Unterstützung durch gesinnungsbefreundete Historiker und die willfährige linke Presse, bedeutende deutsche Geschichtsprofessoren zu desavouieren, indem er ihnen vorwarf, sie nähmen „mit Hilfe historischer Vergleiche makabre Aufrechnungen“ vor, wie sie „bisher nur in rechtsradikalen Kreisen zirkulierten“, betrieben also „entlastenden Revisionismus“.
Eines der Habermas´schen Nach-Charakterschweine, der Historiker Hans-Ulrich Wehler, »verplapperte« sich später und bekundete, es sei in diesem Streit um nichts anderes , als die „kulturelle Hegemonie“ gegangen.

Der Althistoriker Egon Flaig erneuerte vor einigen Jahren die Vorwürfe, Habermas habe Zitate verfälscht, Positionen dramatisiert und ohne Kenntnis ihrer theoretischen Voraussetzungen aus dem Kontext gerissen. Diese sonst dem „Lumpenjournalismus“ vorbehaltenen „Tricks“ hätten die Debatte absichtlich eskalieren lassen, in der sich Habermas zum moralischen Inquisitor aufgeschwungen habe.

Nicht nur »moralischer Inquisitor«, nein, Habermas möchte sich gerne als der neue »Praeceptor Germaniae« – also: »Hauslehrer der Deutschen« – titulieren lassen, wenn nicht gar als „Praezeptor orbis terrarum“. Denn mit dem Deutschen hat er es denn nicht so, wie wir oben demonstriert haben.

Eine der treffendsten und auch giftigsten Analysen des Systems Habermas lieferte Michael Klonovsky – eine empfehlenswerte Lektüre.

Dem Senior am Beginn des 10. Lebensjahrzenhts, sollte man vielleicht noch »Schaffenskraft« wünschen? Nein danke!
Wer könnte nicht mit mir auf weiteres »Schaffen« von Habermas verzichten!

Ein »Kompliment« möchte ich denn doch noch loswerden.
Mit einer Wortumkehrung seines angeblichen Anspruchs fasse ich zum Schluss etwas „schmeichelnd“ zusammen, was Habermas auszeichnet:

„Theorieprimat“ und „Praxisdefizit“

Wie es sich für einen echten Linken gehört.

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„Das Elend der Christdemokraten“

Diese elende CDU

„Das Elend der Christdemokraten“ war der Titel einer Publikation von 1977, herausgegeben von Gerd-Klaus Kaltenbrunner in der „Herderbücherei Initiative“. Der Band befasste sich in mehreren Beiträgen mit dem absehbaren Niedergang der CDU im Gefüge der deutschen Parteiendemokratie.
Das war acht Jahre nach dem erstmaligen Übergang der Regierungsmacht von der CDU/CSU an die SPD.

Kaltenbrunner meinte seinerzeit:

„Es ging mit den deutschen … Christdemokraten bergab, als die Führergestalten der ersten Stunde abgetreten waren. Ihre Söhne und Enkel haben vielfach vergessen, daß in den Massendemokratien ohne Führerschaft – und das heißt, geistige Autorität und Positionsbewußtsein – keine über den Tag hinaus dauernden Erfolge zu gewinnen sind.“

Günter Rohrmoser hat 22 Jahre später – die CDU/CSU hatte nach den Jahren unter Kohl erneut die Regierungmacht an die SPD (mit den Grünen) verloren – diese Überschrift vom „Elend der Christdemokraten“ in seinem Buch „Kampf um die Mitte“ neu aufgelegt. Er verweist auf seine Prognose von 1985:

„Wenn die CDU nicht eine eigene geistig-politische Substanz repräsentiert und ein unverwechselbares politisches Profil bekommt, wenn sie nicht in der Lage ist, auch die jüngeren intellektuellen Kräfte unserer Gesellschaft für sich zu begeistern, werde sie eines nicht sehr fernen Tages beginnen, sich den Folgen der anarchistischen Kulturrevolution anzupassen und zu unterwerfen. Wenn die CDU nicht einen über die Sozial- und Wirtschaftspolitik hinausgehenden Kristallisationspunkt zur Identifikation mit ihr anzubieten hat, werde sie eines Tages nicht mehr in der Lage sein, einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen. Dann werde es die unvermeidliche Folge sein, daß die CDU die strukturelle Mehrheitsfähigkeit und damit die Rolle einer mitbestimmenden politischen Kraft in der Entwicklung unserer Gesellschaft einbüßt.“

All das ist eingetreten.


Die Merkel-CDU

Es schien zwar zunächst, als wäre mit „Mutti Merkel“ in der CDU eine „Autorität“ in dem obigen Sinne der geforderten „Führerschaft“ erstanden. Wie ein vorübergehender Höhenflug mit der Wahl 2013 mit 41,5 % für die CDU/CSU Glauben machen könnte. 

Merkel hat nicht nur die bestehenden Reste von „Positionsbewußtsein“ in der vormals christlichen Partei entsorgt. Aber auch ihr primitiver Machtopportunismus ließ echte „geistige Autorität“ auch in keiner Phase ihrer Regierungszeit erkennen. Dazu fehlen und fehlten ihr intellektuell wie charakterlich alle Voraussetzungen.
Und keiner in der Union hatte das erkannt und für ernst genommen?
Doch: Die Parteimitglieder – das „Volk“ – hat es bald erkannt.

Merkel wurde im April 2000 Parteivorsitzende. Die CDU hatte da noch fast 650.000 Mitglieder.
Nach 10 Jahren Merkel waren es bereit unter 500.000, um heute bei knapp 400.000 angekommen zu sein.
Von der vorübergehenden Scheinblüte von 41,5 % in den Wahlergebnissen sind bald nur noch 25 % übriggeblieben.

Nach der Europawahl stellte Roland Tichy am 31. Mai fest: 

Jetzt ist die CDU so saftlos wie eine nicht mehr so große, aber leergelaufene Batterie und die ohne Ladegerät. Die Partei wirkt wie ein aufgepumptes Michelin-Männchen ohne Innereien, eine leere, nur mit heißer Luft aufgepumpt Hülle, in die jetzt jemand eine freche Nadel gesteckt hat. Pfffft.
Die CDU fällt nicht einmal mit Getöse um. Sie erschlafft einfach. Jeden Tag und jede Wahl ein Stück mehr. Pfffft. Dabei reißt sich das Loch von innen her immer größer, und das anfangs leise Pfffffffffft ist jetzt schon ein ziemlicher Heuler, die Partei pfeift buchstäblich aus dem letzten Loch.

Nur die Alte aus der Uckermark sitzt weiter wie die Spinne Thekla in ihrem Netz und verbreitet Angst und Schrecken unter dem Restbestand der (Partei-) Bienen.

Die CDU hat nun eine „Biene Maja“ gefunden: diese vermeintliche Sympathieträgerin namens Annegret – AKK, die man als künftige „Bienenkönigin“ aufbaute. Auch wenn „Maja“ nur wenig Pollen einsammelt und immer auf verkehrten Blüten anlandet.


Doch der „Willi“, die Drohn namens Ralph (wer?) Brinkhaus steht trotzdem treu zu ihr und verkündet:

„Und sie wird auch unsere nächste Kanzlerkandidatin sein. Insofern ist das ihre Entscheidung, was der beste Weg dafür ist.“

Die Drohn meint auch:

„Wir sind da selbstbewusst, dass wir als Volkspartei der Mitte, die breit aufgestellt ist und die breite Bevölkerungsschichten anspricht, auch langfristig erfolgreich sein werden.“ 

Das nennt man Chuzpe.

Das Wort stammt aus dem Jiddischen und da fällt mir dazu dieser Dialog aus dem Musical „Anatevka“ ein:

 „Eine milde Gabe, Herr, eine milde Gabe bitte!“
 – „Da, Reb Nachum, hast du eine Kopeke.“
„Waaas, nur eine Kopeke? Vorige Woche hast du mir zwei gegeben.“
 – „Ooj…, ich hatte eine schlechte Woche.“
 „Wie, wenn du eine schlechte Woche hast, soll ich darunter leiden?“

Wie gesagt Chuzpe“!


Annegret

Nur noch 17 Prozent trauen in einer Befragung des Emnid-Instituts der Annegret zu, die Union wieder in die Erfolgsspur zu bringen.
70 Prozent halten sie derzeit nicht für die richtige Person für den Posten als Kanzlerin, wie das vom Forsa-Institut per Umfrage unter rund 1500 Menschen ermittelte Trendbarometer für RTL/n-tv ergab.

AKK abschalten?

Und dafür?


Laschet

Da bringt sich schon „Der talentierte Mr. Laschet“ in Position. Einer, der genau das Credo hat wie Tom Ripley bei P. Highsmith:

„Irgendetwas findet sich immer“.

Und so meint er:

„Der Erfolgskurs der CDU in der Kanzlerschaft von Angela Merkel war nicht zuletzt, Probleme pragmatisch zu lösen und über die CDU-Stammwähler hinaus viele Bürger anzusprechen. Daran sollten wir festhalten.“

Damit positioniert er sich schon mal als Erbberechtigter von Merkel. Und sofort äußert er sich auch über einen potentiellen Konkurrenten:

„Als Klimaaktivist ist mir Merz bisher nicht aufgefallen“.

Nachdem Greta schon einen Ehren-Doktor-Titel einer belgischen Universität erhalten soll, für den Friedensnobelpreis vorgehen erscheint, wäre eine Ehrenmitgliedschaft der CDU in diesem Denken eine logische Folge – und: „Greta for Chancellor“!


Die Unmündigkeit der CDU

Der Leser möge mein Abgleiten ins metaphorisch-Banale – oder banal-Metaphorische – entschuldigen.
Aber wie kann man sich inzwischen dem Thema um das Elend der Christdemokratie noch nähern, außer mit Sarkasmus?
Alles was kluge Leute schon vor Jahrzehnten der deutschen Christdemokratie ins Stammbuch geschrieben hatten, wurde ignoriert.

Man redet – wider jeglicher Fakten, wider jeglicher gebotener Einsicht –  von „Erfolgskurs“ und dass man „langfristig erfolgreich“ sein werde.

Noch ein Zitat  – mal von Kant:

„Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“

Das drückt ein intellektuelles – antithetisches – Paradoxon der CDU aus: einerseits „Mangel an Verstand“ und, sich nicht ohne, sondern sich der „Leitung eines anderen zu bedienen“.
Nicht mehr sich aus eigener Erkenntniskraft bedienen, sondern dem Zeitgeist hinterherhecheln.

Wie Roland Tichy es ausgedrückt hat – mit Blick auf den „talentierten Mr. Laschet“:

„Finger erst in den feuchten Mund, dann in den gefühlten Mainstream gehalten und umgehend ohne Sinn und Verstand diesem gefolgt. 

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„Das Elend der Christdemokraten -Ortsbestimmung der politischen Mitte Europas“ – Herderbücherei Initiative 21, Herder München 1977

Rohrmoser, Günter: Kampf um die Mitte – Olzog Verlag München 1999 

 

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Wissenschaft im Dienst der Klimareligion

Die Klimakirche und ihre Speisengebote

Jede Religion hat ihre Speisen- und Fastengebote, die bestimmt auch dazu dienen, die Gläubigen zu disziplinieren und an der religiösen Kandare zu halten.
Die katholische Kirche war da strenger, als die Protestantischen es je sein wollten, vom orthodoxen Judentum und vom Islam ganz zu schweigen.

Die weltumfassende Klimareligion bzw. Klimakirche, die im vormals christlichen Deutschland inzwischen die meisten Gläubigen und Kirchensteuer-Zahler aufweist, darf bei der umfassenden Usurpation des Lebens ihrer Getreuen – wie auch der Ungläubigen – nicht auf Solches verzichten.

Fleischverzicht ist höchste Tugend, denn der wahrhaft Klimabewusste ernährt sich von Körnern, Grünzeug und Soja-Produkten in jeder Form (auch wenn es sich dabei um Abfallstoffe aus der Kunststoffproduktion und der Schweinemast handelt).
Zeloten laden ihren Glauben gar noch mit umfassender Tierliebe auf und verzichten auf alles, was von einer lebenden Kreatur stammen könnte. Die dazu diesbezügliche theologische Wissenschaft liefert denn dafür die entsprechenden Prämissen.
So durfte jüngst ein Prediger aus einer berühmten Fakultät in Potsdam in einem Kirchenblatt verkünden: 

„In jedem Steak stecken 70 Liter Erdöl“.

Das heißt nicht etwa, dass es nun den Holländern endlich gelungen ist, synthetische Steaks aus Erdöl herzustellen. Was für PETA vielleicht als „vegan“ akzeptabel wäre, natürlich aber einen nicht hinzunehmenden Verbrauch „fossiler Energiequellen“ bedeutete.
Nein es geht um den bei der Tierzucht zugehörigen Resourcen-Verbrauch weltweit.

Nachdem obiger ex cathedra verkündete Glaubenssatz doch von anderen Klerikern – aber natürlich auch von Ketzern – in Zweifel gezogen wurde, revidierte besagter Theologe seine ursprüngliche Doktrin. Die Glaubenskongegration, angesiedelt bei der Tagesschau, die „Faktenfinder“, durften denn verkünden:

„Man gehe für 300 Gramm Rindfleischprotein „umgerechnet etwa 60 bis 315 Kilogramm CO2-Emissionen aus“, je nachdem, wo und wie das Fleisch erzeugt werde.
Dabei werde die Literangabe in Öl als „Äquivalent für die gesamten CO2-Emissionen“ gewertet, inklusive der „Entwaldung für die Flächengewinnung zur Futtermittelproduktion“.
Folgt man dieser Berechnung, dann stehen laut der Potsdamer Forschungseinrichtung „hinter einem durchschnittlichen 300-Gramm-Steak rund sechs bis 30 Liter Öl“.

Aha!  Was aber nichts am Dogma ändert.

Ein sattsam bekannter Ketzer nahm sich den Glaubensgrundsatz vor und kam zu durchaus antithetischen Erkenntnissen, die man hier nachlesen kann – ja sollte!

Die ursprüngliche Fassung der kanonischen Verlautbarung in der Kirchenzeitung (Der Tagesspiegel) ist inzwischen aus dem Netz getilgt und man findet nur noch die revidierte Botschaft.

 

Wer vormals in Bayern aufgewachsen ist, seinerzeit in seiner Umgebung nicht so recht entsprechend dem gültigen Kanon spuren wollte, erinnert sich gewiss an den Spruch: „Dich kriegen wir schon noch katholisch!“.

So arbeiten gemäß ihren überempirischen Aufträgen sogenannte Wissenschaftler daran, das Glaubensgebäude der anti-veganen Auffassungen endgültig zum Einsturz zu bringen und die Ungläubigen auf den Glauben einzuschwören.
Es geht nun in einem neuen Fall wieder mehr oder weniger darum, den Menschen einen weiteren, seit Jahrtausenden gepflegten, für Viele das Überleben sichernden Nahrungsgebrauch auszutreiben. Milch und die daraus erzeugten Produkte stehen jetzt auf den Index und eine Neuauflage des Rinderwahnsinns kündigt sich an, wenn sich demnächst  weitere Schriftgelehrten dieser „Erkenntnisse“ annehmen und sie predigen werden:

„Milch ist ein hochbrisanter Cocktail“ 

Und

„Eigentlich müsste ein Warnhinweis auf der Milchverpackung stehen“, 

verkündet Prof. Dr. Bodo Melnik, ein Hochschullehrer und Dermatologe aus Gütersloh.

In einem medizinischen „Newsletter“ durfte ich lesen:

Bereits vor Jahren vermutete Prof. Dr. Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, Assoziationen zwischen Darmkrebs und Brustkrebs mit Rindfleisch bzw. Milch. Die Krebsarten sind in Ländern mit hohem Konsum entsprechender Lebensmittel weit verbreitet, aber nicht in vielen Regionen Indiens.
Auf Basis der Kohortenstudien postulierten zur Hausen und Kollegen ein damals noch unbekanntes Pathogen, das zu chronischen Entzündungen führt und Jahrzehnte später maligne Erkrankungen auslöst.
Sollen wir auf Kuhmilch und Rindfleisch besser ganz verzichten? Zur Hausen macht wenig Hoffnung, dass eine Askese dieser Art das Erkrankungsrisiko senken kann. Seiner Theorie zufolge sind wir bereits alle infiziert, wenn wir in jungen Jahren Milch oder Rindfleisch gegessen haben: Also so gut wie jeder. 

Hoffnung könnte eine Impfung gegen das „Pathogen“ vermitteln, aber auch Stillen und überhaupt das Vermeiden jeglicher Milchprodukte nicht nur in der Kindheit, meint zur Hausen.
Die Impfung wird natürlich vom Entdecker des „Pathogens“ entwickelt und vermarktet werden.
Nachdem der Verfasser des Newsletters auch „Studien“ mit durchaus positiven oder neutralen Effekten des Milchgenusses zitiert, meint er: „Bis wir mehr wissen, können wir den weißen Risikotrunk noch ohne Reue schlürfen.“
Aber das Wort vom „Risikotrunk“ ist in der Welt.
Die Wissenschaft, mit einem deutschen Nobelpreisträger an der Spitze, liefert damit gewiss den Fasten- und Karenzpredigern einen neuen geeigneten Stoff, um dann mithilfe der Wahrheitsmedien eine neue Hysterie zwecks Einschwörung der Gläubigen oder Missionierung von Ungläubigen anzufachen.

Auf ein Neues:
Morituri te salutant!

 

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