Tagessplitter 23. März 2021

Deutschverderber

Mein Abreißkalender „Mit dem Grimmschen Wörterbuch durchs Jahr“ lieferte mir heute das Stichwort „Deutschverderber“:

Deutschverderber, m. der die deutsche sprache, zumal durch einmischung unnötiger undeutscher wörter verdirbt, oder der falsche formen gebraucht. eine gesellschaft (die deutsche zu Ulmstädt) die durch grosze, unserer sprache und dem geschmacke geleistete dienste viel zu verehrungswürdig ist, als dasz sie einen solchen deutschverderber in ihrer zunft leiden sollte.

Wir erleben es aktuell: Genderismus und „politisch korrekte Sprache“ ziehen in die deutsche Sprache ein und einmal mehr stolziert der Duden der Sprachverhunzung voran: Eine normsetzende Institution! Der Verlag ist inzwischen – wie so vieles im kulturellen Bereich – von Linksideologen und Gesellschaftveränderern gekapert und arbeitet intensiv an der Austreibung des Deutschen und unserer kulturellen Grundsätze.

https://jungefreiheit.de/kultur/2021/buergerinnen-empoeren-sich-sonntag/

Was man sich sonst noch alles unter „Deutschverderber“ phantasieren kann, will ich dazu heute aber noch beiseite lassen.

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Klassische Musik für jeden Tag – 23. März

Anna Meredith (*1978)
Heal You
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Klassische Musik für jeden Tag – 22. März

Max Richter (*1966)
Spring 2 – Recomposed: Vivaldi’s Four Seasons
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Klassische Musik für jeden Tag – 21. März

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847)
Piano Trio No.1 in D Minor, Op. 49: II. Andante con molto tranquillo

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Klassische Musik für jeden Tag – 20. März

Claudio Monteverdi (1567-1643)
Zefiro Torna , oh di soavi accenti
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Nicht nur ein „Tagessplitter“

Intelligentes und Bedenkenswertes zur Zeit:

Danke an KW für den Link!

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Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

1621 – vor 400 Jahren wurde der große deutsche Dichter des Barock geboren

»Ruhm ist Mitgedachtwerden, wenn an ein ganzes Volk gedacht wird«. Dieses Wort von Wilhelm Raabe gilt auch für den fränkisch-alemannischen Dichterdes »Simplizius Simplizissimus«
Gerd-Klaus Kaltenbrunner

Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (Bild von 1641, Authentizität jedoch nicht geklärt)
– gemeinfrei –

Die Quellen nennen kein genaues Geburtsdatum. Auf der Netzseite „Deutsche Biographie“ heißt es, der „Dichter und Kalenderschriftsteller“ sei „bald nach 1620“ in Gelnhausen geboren. Einige datieren sein Geburtsdatum auf den 17. März, andere auf den 21. März 1621. Nichtsdestotrotz – 2021 ist denn das „Grimmelshausen-Jahr“.

Wohnhaft im Blickbereich der „Barbarossa-Stadt“ Gelnhausen ist es natürlich für mich eine Pflicht, an diesen großen deutschen Barock-Dichter zu erinnern. Meine Töchter besuchten alle das „Grimmels“ in Gelnhausen, wie es genannt wird, seinerzeit eine der besseren Adressen einer höheren „Bildungsanstalt“ in der Bildungswüste Hessens. (Wobei meine älteste Tochter immer auch mit Stolz darauf verweist, dass sie vorher das „Celtis“ in Schweinfurt besucht hatte, benannt nach dem großen Humanisten Conrad Celtis)

Natürlich gedenkt man auch in der lokalen Netz-Postille des großen Sohnes der Stadt und würdigt ihn mit der blödsinnigen Überschrift „Happy Birthday Grimmelshausen“ – wie passend für einen prägenden Dichter deutscher Sprache aus der Zeit des Barock.

Grimmelshausen gehört zum „Geist Europas“. Dazu hatte ich schon vor Zeit einen verschollenen Artikel vom „Meister des belletristischen Essays“ Gerd-Klaus Kaltenbrunner von 1976 ausgegraben, den man hier aufrufen kann:
https://altmod.de/vom-geist-europas/hans-jakob-christoffel-von-grimmelshausen/

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Klassische Musik für jeden Tag – 19. März

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Cellosuite Nr.1 in G.Dur – 1.Satz

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Klassische Musik für jeden Tag – 18. März

Henryk Wieniawski (1835-1880)
Polonaise de Concert in D major No. 1, Op. 4
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Allerlei Hintergründe

Hört man heutzutage das Wort „Hintergrund“, kommt einem sofort assoziativ der Begriff des „Migrationshintergrunds“ in den Sinn.
„Migrationshintergrund“ tauchte erstmals 1998 im zehnten Kinder- und Jugendbericht des Deutschen Jugendinstituts auf, sowie in der PISA-Studie von 2003. „Amtlich“ eingeführt wurde der Begriff 2005 vom Statistischen Bundesamt. (Wikipedia). Etwas zu spät, um noch Eingang in Eckhard Henscheids genialisches Werk „Dummdeutsch“ zu finden.

Die Bundesregierung in ihrer nicht endenden Weisheit hat nun eine „Kommission zur Integrationspolitik“ beauftragt, die Abschaffung der Kategorie „Migrationshintergrund“ zu prüfen, denn viele würden sich durch den Begriff herabgesetzt fühlen.

Da muss nun ein anderer „Hintergrund“ her und da kam denn eine gewerbsmäßige Unfugverzapferin mit „Schwachsinns-Hintergrund“ namens Jule Hoffmann von der ZEIT auf den „Menschen mit Nazihintergrund“, denn:

„Aus der NS-Geschichte erwächst große Verantwortung für alle Deutschen. Eine Selbstbezeichnung wie „Menschen mit Nazihintergrund“ würde bei der Aufarbeitung helfen.“
Denn
„…(es) ist klar zu erkennen, wie ungebrochen, wie „stabil“ die Kontinuität des Nationalsozialismus in Deutschland ist …“

So unter anderem in dem Artikel der Auswurf von Hirnscheiß einer cerebralgeschädigten Zeitungsschnepfe. Was denn die elitäre Quatschquetsche „Die Zeit“ gar noch veröffentlicht.

Einer Definition von „Migrationshintergrund“ entsprechend, trifft dieser auf mich zu, waren denn meine Eltern mit tschechoslowakischer Staatsangehörigkeit, meine Großeltern mit österreichischer (K.-K. monarchischer) geboren worden.
Das will man mir nun wegnehmen. Aber dafür habe ich jetzt den Nazi-Hintergrund: Mein Vater war Mitglied der Wehrmacht – also Nazi, meine Mutter war beim BDM – also Nazi. Bei meinen Großeltern fand ich nichts, außer dass sie „Sudetendeutsche“ waren – also doch Nazis. Ich bin am 20. April geboren – kann demnach nur ein Nazi sein! Ebenso als „Merkel-Hasser“.

Dann habe ich noch andere Hintergründe:
Früher mal Mitglied der SPD – „Versager-Hintergrund“.
Kurzzeitig CDU-Mitglied – „Korruptions-Hintergrund“.
Corona-“Skeptiker“ – „Verschwörungs-Hintergrund“
Mitglied der katholischen Kirche – „Missbrauchs-Hintergrund“.
Promovierter Akademiker – „Plagiats-Hintergrund“.
Neinsager zur Homo-Ehe – „Homophobie-Hintergrund“.
Bier- und Weintrinker – „Alkoholismus-Hintergrund“.
Bewunderer attraktiver Weiblichkeit – „Sexismus-Hintergrund“.
Diesel-Auto-Fahrer – „Krimineller Huntergrund“.
Nachfrager von Mohrenkopf oder Zigeunerschnitzel – „Rassismus-Hintergrund“.

Und dann wären da noch der „Islamophobie-Hintergrund“, „Grünen-Hasser-Hintergrund“, ein genereller „Hass- und Hetze-Hintergrund“ …

Ich will mich jetzt nicht um andere sorgen, denn jeder hat irgendeinen „Hintergrund“.

Inzwischen geht mir das Ganze aber schon am Hintern vorbei.

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