Klassische Musik für jeden Tag – 14. Februar

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Konzert für 2 Violinen BWV 1043 – 2.Satz
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Kein schöner Meucheln als in „Midsomer“ …

Ich habe ein Faible für dieses „perfide Albion“: kein Land der Welt hat so eine ruchlos-unterhaltsame Geschichte wie dieser Inselstaat. Und keiner bringt es fertig, diese literarisch und so „smart“ aufzubereiten, wie unsere Vettern von der Insel – Ohne “Bewältigung“ geschweige denn „Schuldkult“.
Sie sind unsere nähesten Verwandten aus germanischem Geblüt mit einer Einsprengung eines keltischen Genoms – wie auch bei uns Hiesigen zwischen Etsch und Belt. An ihnen sind die Römer verzweifelt, wie diese auch hierzulande östlich und nördlich von Rhein und Main. Von den Römern lernen, heißt siegen lernen und so haben die nicht ausgerotteten Briten und die auf die Insel zugewanderten Sachsen und Normannen es geschafft, ein noch ungleich größeres Imperium aufzurichten: nur mit ihrer Seemacht und einem eisenharten Willen verbunden mit kriminellem Verhalten.
Diese den Engländern wesenhafte Delinquenz hat denn wohl die umfangreichste Schar von Kriminal-Schriftstellern – vor allem auch Schriftstellerinnen – hervorgebracht und animiert.
Schon der erste englische – und eigentlich auch deren einziger – Großdichter, William Shakespeare, schöpfte sein Oeuvre ausschlaggebend aus „Crime and Sex“, der Lasterhaftigkeit wie auch der Grandeur seiner Könige und Potentaten: Richard III. und Macbeth, die „Königsdramen“ der Heinriche IV – VIII. und viele mehr.
Charles Dickens und Robert L. Stevenson waren im Grunde „Kriminalschriftsteller“ wie dann Arthur Conan Doyle. Danach die großen alten Damen des Kriminalromans, Agatha Christie und Dorothy Sayers oder Caroline Graham; dazu Edgar Wallace und Francis Durbridge, die einem deutschen Publikum bekannter geworden sind, als mancher deutsche Krimi-Autor. Mir fällt da auch gerade keiner von dieser Qualität ein. Wir haben ja auch im speziellen Vergiften, Erdolchen, Erwürgen, Aufspießen, Schädeleinschlagen oder singulären Erschießen – auch oder gerade in höchsten Kreisen – keine solche Tradition. Diese schändlichen 1000 Jahre in unserer Geschichte müssen dabei außen vor bleiben.

Zu meinen Lieblings-Lesestoffen gehören historische Romane zur englischen Geschichte, ob von Bernard Cornwell oder von der deutschen „Mediävistin“ Rebecca Gable´, auch Ken Follett ist nicht schlecht. In dem Genre geht es um sich gegenseitig metzelnde Sachsen und immigrierende Nordmänner, um den Artus-Mythos, die „Rosenkriege“ oder um die 100-jährige Abschlachterei zwischen den „Froschfressern“ und „Inselaffen“; dann über dieses Monstrum Henry VIII. und seine „jungfräuliche“ Tochter Elizabeth, die ihre Rivalin aus Schottland ratz-fatz um einen Kopf kürzer machen ließ, und es auch den bigotten Spaniern auf jede Weise heimzahlte.
Köstlich das alles.
Und heutzutage „Midsomer Murders“ – erfunden von Caroline Graham.
Einer der ganz wenigen Anlässe, mich vor die Glotze zu setzen ist, wenn eine neue Folge von „Inspector Barnaby“ ausgestrahlt wird.
Gerhard Stadelmaier schreibt in „Deutschlandglotzen: Ganze Tage vor dem Fernseher“ dazu:

„Es gibt die schöne Anekdote, dass sich die britische Königin Elisabeth II. auf eine amüsierte Art besorgt oder auch auf eine besorgte Art amüsiert bei der BBC erkundigt haben soll, ob denn in der Grafschaft Oxfordshire, speziell im Ort Wallingford die Gefahr bestünde, dass dort die Gemeinschaft der Untertanen Ihrer Majestät über Jahr und Tag völlig ausstürbe, wenn jede Woche neben den natürlichen Todesfällen mindestens drei Morde geschähen. Die Stadt Wallingford nämlich ist mit ihren leicht hübsch verkommen-behaglichen Fassaden und Revieren die Kulisse für »Midsomer Murders« und trägt in dieser erfolgreichsten und in über 200 Länder verkauften britischen Kriminalfernsehserie, die im ZDF und ZDFneo als »Inspector Barnaby« in deutscher Fassung zu sehen ist, den Namen »Causton«, Sitz des Polizeireviers, in dem Inspector Tom Barnaby, gespielt von John Nettles, später dann, nach Toms Pensionierung, sein Vetter John Barnaby, verkörpert von Neil Dudgeon, die Chefs sind.“

In der Tat gibt es pro Sendung mindestens drei Morde in unterschiedlichster Ausformung.
Da wird nicht nur einer mit der Mistforke perforiert; Mann oder Frau werden eliminiert mit diversen Giftsubstanzen – dem Tee, Whisky oder Brandy beigemischt; es werden Erschlagene von herabstürzenden Mauerzinnen, Kultsteinen oder Beleuchtungsskörpern im Provinz-Theater vorgeführt; dann wird jemand durch messerscharfe Zacken einer Egge durchlocht oder es werden stahlscharfe Pfeile, von sirrenden Bogensaiten weggewuchtet, Schuldigen wie Unschuldigen in den Leib gejagt; Quergestellte Holztransporter rasieren das Deck eines Kleinwagens samt drinnen sitzender Lenkerin völlig weg; Rollstühle, die außer Rand und Band geraten und ihren Fahrer in den Tod schleudern; chemische Flüssigkeiten, die auf Körper geschüttet werden und den Betreffenden bis zur Unkenntlichkeit verbrennen; jedwede Art von Strangulierungen, Erschießungen und auch Kehle-Durchschneiden mit Küchenmessern oder scharfen Gartenwerkzeugen wird vorgeführt; dann wird einer von der Anlasserkurbel eines Oldtimer-Autos an einer Wand aufgespießt; dazu gehören ganz viele, die von Kirchtürmen gestürzt oder auch in Kirchengrüften mit mittelalterlichen Schwertern durchbohrt oder lebendig eingesargt werden, usw.
Ach ja, als Kulissen dazu diese wunderschönen alten Kirchen – wie auf einer Weihnachtskarte gepinselt, die pittoresken Cottages und Häuser im Tudor-Stil, alte Herrenhäuser oder schloßähnliche, vor sich hingammelnde Baulichkeiten mit gleichwohl vergammelnden, schrulligen Bewohnern.
Das ist das Albion, wie ich es liebe.
Schade, dass die Royals nicht mehr so richtig liefern, dieses eigentlich auch mehr deutschblütige Gesocks im Buckingham-Palast. Mit „The Crown“ lieferte Netflix mir über etliche Wochen beste Abendunterhaltung, zu welcher die ÖRR-Unterhaltungs-Dilettanten gar nicht in der Lage wären – wenn es nicht aufgekaufte BBC-Produktionen wie „Barnaby“ gäbe.
Darum zum Schluß: „God Save the Queen!

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Klassische Musik für jeden Tag – 13. Februar

Leonard Bernstein (1918-1990)
West Side Story – Symphonische Tänze – Mambo

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Klassische Musik für jeden Tag – 12. Februar

Franz Liszt (1811-1886)
6 Consolations – Nr.3 in Des-Dur
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Nach langen Herbsttagen

Frau Bundeskanzler: Es ist Zeit. Die Aufgeregtheit war sehr groß.
Nehmen Sie die Hand von der Journaille
Und Ihre Kanaillen lassen doch endlich die Bürger los!

Befehlen Sie den Früchtchen von der Presse, endlich gedämpft zu sein.
Und sprechen Sie nicht von weiteren Tagen!
Drängen sie zur Ruhe hin und jagen
die Virologen am besten in den Rhein.

Denn wer jetzt kein Geschäft mehr hat, der baut sich keines mehr,
wer jetzt allein ist, soll es weiter bleiben?
Soll lesen, schweigen, auch nichts schreiben?
Und darf weiter nicht in Alleen hin und her
unbehelligt wandern, auch wenn bald die Blüten treiben.

frei nach Rainer Maria Rilke

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Klassische Musik für jeden Tag – 11. Februar

Lilli Boulanger (1893-1918)
Nocturne für Violine und Klavier
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Neid und Verblendung! So schafft sich Deutschland ab.

Dazu eine Vorrede:

Bei unseren Recherchen und dem Austausch über das „Corona-Desaster“ sind wir über etliches gestolpert, das uns einmal mehr aufrührte. Zuletzt und aktuell die Scharaden und Winkelzüge betreffend Prof. Winfried Stöcker und seinem, mit einem Selbstversuch verbundenen Ansatz einer risikoärmeren Corona-Impfung. Was es damit auf sich hat, wird im „Addendum“ erläutert. Und da konnte ich nur in dem einig sein, was Peter Helmes dazu vorbrachte: „Ein Kabinettstück der Extraklasse: „Neid und Verblendung! So schafft sich Deutschland ab!“

„Deutschland schafft sich ab!“ Ein recht exklamatorischer Titel eines „umstrittenen“ Buches eines „umstrittenen“ Autors. Nichtsdestotrotz zählt das Buch von Thilo Sarrazin zu den meistverkauften Sachbüchern seit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Wir wollen aber nicht auf ein angeblich „antimuslimisches Dossier“ – so ein Rezensent der FAZ – eingehen und über demographische Veränderungen, Geburtenrückgang, wachsende Unterschicht, Zuwanderung usw. sprechen. Sondern uns mit dieser „res cogitans“ in unserem Staat befassen, die gleichwohl zur Verdammnis von Kritischem, andererseits zur Anmaßung von durch nichts zu rechtfertigender Superiorität einer impertinenten Mehrheit führt und damit zum Untergang von Wissenschaft, Bildung und Kultur und des Gemeinwesens „Deutschland“: Neid und Verblendung

Neid

Das Wort Neid, so zu finden in Grimms Wörterbuch, ist germanischen Ursprungs. Es stammt von dem althochdeutschen „nid“, was ursprünglich Anstrengung, Wetteifer, Eifer bedeutete und sich vorwiegend auf den Eifer im Kampf bezog.

«Neid», haben Sozialwissenschaftler herausgefunden, korreliert mit Depression, Unglücklichsein und geringem Selbstwertgefühl. Neid ist kein gutes Gefühl. Der Neider leidet regelrecht unter dem Glück und Erfolg seiner Mitmenschen.

Wolfgang Sofsky schreibt in „Das Buch der Laster“* zum Thema Neid u.a.:

„Weil Neid in der Öffentlichkeit wenig Ansehen genießt, tarnt er sich häufig mit der Rhetorik der Kritik und Gerechtigkeit. Der neidische Kritikaster leugnet mit Vorliebe die fremde Leistung. Aufmerksam liest er das Werk und ärgert sich über jede schöne Stelle und seltene Einsicht. Vor allem jedoch späht er nach Irrtümern oder abweichenden Meinungen. Keine Labsal ist größer als die Entdeckung eines groben Fehlers. Streng ist er in seiner Kritik. Nicht die leiseste Nachlässigkeit vermag er zu entschuldigen; ein geringes Versehen übertreibt er zum kapitalen Mißgriff.
Der mißgünstige Moralist wiederum verweist stets auf fehlende Verdienste, wenn er dem anderen Gut und Glück abzusprechen sucht.

Der Aufstieg der Vielen löst an der Spitze den Wunsch nach Abgrenzung aus. Wer einen einzuholen, ja, zu überholen droht, ist bei den alten Eliten unerwünscht. Der Emporkömmling soll zurückfallen, hinabgestoßen, verbannt werden. Dennoch heben Ehrgeiz und Wettbewerb insgesamt das Niveau der Gesellschaft, während Mißgunst es absenkt. Neid kennt keine Bewegung nach oben. Er will den anderen am Boden sehen. Neid ist eine ganz und gar negative Kraft, die nichts als Ruin und Verderben schafft.“

Genau das erkennt man, wenn man z.B. die eingangs erwähnten Vorgänge um eine neue Impfstrategie, um alternative Szenarien zur Lösung der Krise etc. aktuell verfolgt; wie man mit bisher als honorig geschätzte Personen umgeht, die sachliche, nicht widerlegbare Einwände formulieren.
Aber nicht nur da.

Die ganzen von den Medien zur Schau gebotenen, öffentlichen Auseinandersetzungen jeglicher Art, leben und fußen auf der Erweckung und Strategie von Neid. Denn unsere Ideologie-gefestigten Medienvertreter und Politiker gehen davon aus, Neid habe auch eine gute Seite: „Nur der Neid in der Demokratie erzwinge die Kontrolle der Macht in der Gleichheit vor dem Gesetz.“ Stimmt das, was da Helmut Schoeck in seinem Buch „Der Neid und die Gesellschaft“ angedeutet hat?
Schoeck fokussiert auf die „Gleichmacher“ und kritisiert, wie sie das Entwicklungspotential der Gesellschaft zerstören, indem sie ein Zukunftsziel, eine Utopie aufrichten wollen, nach dem alle „gleich“ sind, eine Gesellschaftsverfassung einführen wollen, in der es keinen Neid mehr gibt und keine aus Beneidung geborenen Schuldgefühle: eine Verheißung wider besseres Wissen.
Schoeck nennt diese sozialistischen und kommunistischen Ideologen, die seit Bestehen der Bundesrepublik mehr oder minder die öffentliche Diskussion beherrschen „berufsmäßige politische Neidvermeidungs-Ingenieure“, „die aus dem Neid ihre Sozial- und Wirtschaftsphilosophie herausgesponnen“ haben, die „utopischen Träumer und Schreibtischsozialisten“, die „auf die egalitäre Gesellschaft erpichten Intellektuellen“. Dazu kommt die „Übersee-Philanthropie“ dieser Neidvermeidungs-Politik, die Fernstenliebe als Alibi für die eigene soziale Kontaktschwäche um damit in der eigenen Umwelt zu predigen.

Das wollte der im Grunde halsstarrige Sozi Sarrazin nicht ansprechen, deswegen gehen wir auf seine Abschaffungs-Erklärungen hier weiter nicht ein.
Von monströserer Bedeutung ist die Abschaffung unseres Gemeinwesens, wie wir es kennen und erhalten wollen durch die verheerende Ideologie des Sozialismus, dessen Knechte, diese ach so populären, moralisierenden Spukgestalten von den Grünen bis zu den Christdemokraten, von der SPD bis zu den linken Kaderschmieden an den Universitäten, von den Gewerkschaften bis hin zu „christlichen“ Bischöfen und Pfaffen. Deshalb, weil diese, was Sarrazin anprangert, erst möglich gemacht haben.

Noch einmal ein literarischer Exkurs. Elias Canetti beschreibt in seinem Buch „Der Ohrenzeuge“ den „Ruhmprüfer“. Keinen „Neidvermeidungs-Ingenieur“, sondern – liest man das genau, erkennt man eine Spezies des „Neid-Ingenieurs“:

Der Ruhmprüfer**

Seit seiner Geburt weiß der Ruhmprüfer, daß niemand besser ist als er. Er hat es vielleicht schon früher gewußt, aber da konnte er’s noch nicht sagen. Jetzt ist er beredt und bemüht sich zu zeigen, wie infam es auf der Welt zugeht. Täglich durchfliegt er die Zeitung nach neuen Namen, was hat der da zu suchen, schreit er empört, der war doch gestern noch nicht da! Kann es denn mit rechten Dingen zugehen, wenn einer sich plötzlich in die Zeitung einschleicht? Zwischen Daumen und Zeigefinger packt er ihn, steckt ihn zwischen die Zähne und beißt darauf. Es ist nicht zu sagen, wie jämmerlich das neue Zeug nachgibt. Pfui Teufel Wachs! und das will Metall sein!
Es gibt ihm keine Ruhe, er geht der Sache nach, er ist gerecht, wenn er etwas ernst nimmt, ist es die Öffentlichkeit, ihm kommt man mit Betrugsmanövern nicht bei und er wird es dem unflätigen neuen Namen schon zeigen. Vom ersten Augenblick der Entdeckung an verfolgt er jede Regung dieses Abschaums. Da hat er etwas Falsches gesagt und dort kann er nicht buchstabieren. Wo ist er überhaupt zur Schule gegangen? Hat er wirklich studiert oder behauptet er’s nur? Warum war er nie verheiratet? und wie verbringt er seine Freizeit? Wie kommt es, daß man noch nie von ihm gehört hat? Früher war auch eine Zeit, und wo war er da? Wenn er alt ist, hat er etwas lang gebraucht, wenn er jung ist, soll er sich die Windeln waschen lassen. In allen vorhandenen Lexika schlägt der Ruhmprüfer nach und findet den Gesuchten zu seiner Zufriedenheit nirgends.
Man kann sagen, daß der Ruhmprüfer mit dem Betrüger lebt, er spricht und träumt von ihm unaufhörlich. Er fühlt sich von ihm belästigt und verfolgt und weigert sich beharrlich, ihm ein Leumundszeugnis auszustellen. Wenn er nach Hause kommt und endlich seine Ruhe will, stellt er ihn in eine Ecke des Zimmers ab, sagt kusch! und droht ihm mit der Peitsche. Doch der schlaue neue Name hat Geduld und wartet. Er sondert einen eigentümlichen Geruch von sich ab und wenn der Ruhmprüfer schläft, sticht er ihm scharf in die Nase.

Verblendung

Synonym „Erblindung – Realitätsverleugnung, Verwirrung“

Ate verkörpert in der griechischen Mythologie die Verblendung. Ate und deren Schwester Dysnomia (deutsch: Ungesetzlichkeit) sind Töchter der Eris, Göttin der Zwietracht, und Enkelinnen der Nyx, der Göttin der Nacht.

Verblendung reicht von „Verwirrung der Sinne“ und „Wahnvorstellung“ über „Blindheit des Geistes“ (lateinisch caecitas mentis, caecitas animi oder excaecatio) und „Gottlosigkeit“ bis hin zur modernen Auffassung von der „Realitätsverweigerung“. Verblendung ist nahezu sinngleich mit „Verleugnen“.
Da kommt man als Arzt miteins zu einem psychiatrischen Objekt, nämlich, wie Psychiater das Verleugnen als eine Form eines Abwehrmechanismus sehen, durch den objektive Sinneseindrücke als unwahr hingestellt werden; besonders wenn sie für die betroffenen Personen vielleicht traumatisierend wirken würden.
Man nuanciere mal diese tiefenpsychologischen wie auch mythologischen Vorstellungen in unsere Gegebenheiten.
Verblendung ist das evidenteste Charakteristikum von Politikern, mancher Wirtschaftskapitäne und Wirtschaftswissenschaftler wie Klaus Schwab in der Gegenwart.
Gefürchtete „Traumatisierung“ können wir bei diesem Personenkreis getrost beiseite lassen.

Politiker lassen sich in höchste Staatsämter, Ministerämter und Kommissionen berufen, obschon sie keinerlei Qualifikation für das Metier vorweisen, für das sie eingesetzt werden; und das ohne Skrupel.
Man muss nicht einmal mit der Materie befasst gewesen sein, um als Verteidigungsministerin eingesetzt zu werden. Man kann fragen, was verstand weiland Müllermeister Michael Glos denn tatsächlich von Wirtschaft; der „Diplom- Sozialwirt“ Jürgen Trittin von Umweltschutz und der gelernte Taxifahrer und Steinewerfer Joschka Fischer von Außenpolitik?
Ein Jura-Studium befähigt anscheinend für alles: Als Wirtschaftsminister, wie im Fall von Peter Altmaier – oder was verstand die „Rechtsanwältin“ Renate Künast von Ackerbau und Viehzucht? Eine Sparkassenlehre befähigt zum Amt des Gesundheitsministers und ein Kinderbuchautor darf sich anmaßen, als Kanzlerkandidat anzutreten, wie auch eine nicht nur körperlich ehemalige Trampolinspringerin aus der Partei der Grünen.
Einen Beruf erlernt, ein anspruchsvolles Studium abgeschlossen zu haben, vielleicht gar mal ein eigenes Unternehmen geführt zu haben und Verantwortung für andere getragen zu haben, das braucht es nicht, um im Brustton der eigenen Überzeugungen sich als jeder Art von „Staatschef“ präsentieren zu können.
Und die Medien, die Wirtschafts- und Sozialverbände und die Kirchen spielen mit, und umrahmen diesen Laufsteg der schreienden Eitelkeit, prall bereichert und präsentiert mit nichtssagenden Floskeln, mit selbstsicherem Tamtam, für die mutmaßlich „nutzlosesten Zweibeiner, die dieser Planet derzeit zu bieten hat“.
Auch wenn Sie von den wirklichen Zusammenhängen nicht die geringste Ahnung haben, schmeißen sie sich an Ideen und Organisationen heran, die sie uns für besonders benevolent und menschlich verkaufen wollen: Ob UNICEF, WHO, „Welthungerhilfe“ oder „Weltklimarat“, „Fridays for Future“ oder „Cancel Culture“ usw. Getrieben nicht von „Sachverstand“ oder nur „gesundem Menschenverstand“, sondern von einer Hypermoral, die sie wie eine Monstranz vor sich hertragen.

Ist es nicht Ausdruck von Verblendung, zu glauben, allein mit Windkraft und Sonnenenergie kann die Energieversorgung für alle Zeiten sicher gestellt werden? Ist es nicht ein Zeichen klimareligiöser Verblendung, zu glauben, mit Dekreten und Verboten den Anstieg der Erdtemperatur um 2° abmildern zu können, gleich welche Ursache dafür angenommen wird? Ist es nicht Verblendung zu glauben, man könne jeden Menschen auf der Welt gegen alles impfen und damit sei die Menschheit dann gegen Epidemien gefeit? Ist es nicht Verblendung zu glauben, man könnte den Menschen ihre sexuelle Identität austreiben, um damit „Gechlechtergerechtigkeit“ zu erzielen? Glauben die Verblendete wirklich, sie könnten mit Erziehungs- und Strafmaßnahmen Rassismus auf dem Erdenrund ausrotten?
Die Beispiele für Anmaßung und Verblendung in der Politik lassen sich fast ins Endlose fortsetzen, wie auch aus der Geschichte: dass ein selbstverblendeter, größenwahnsinniger Weltkriegs-I-Gefreiter und Postkartenmaler eine Millionengefolgschaft fand und dann einen ganzen Kontinent in eine Jahrtausendkatastrophe führen konnte.

So können wir schließen: Neid und Verblendung schaffen nicht nur Deutschland ab, sondern setzen die Saat für die nächsten Menschheitskatastrophen, wie sie der Kommunismus und der Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert hervorgebracht haben.

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Addendum:

Der Lübecker Arzt und Unternehmer, Prof. Winfried Stöcker entwickelte ein Impfverfahren gegen „Corona“, das auf einem klassischen Ansatz beruht, wie er z.B. bei Impfungen gegen Tetanus oder Röteln zur Anwendung kommt. Er führte einen Selbstversuch durch, der wie bei anderen freiwilligen Probanden aus seinem Umfeld, erfolgreich verlief, hinsichtlich einer Immunisierung gegen Covid-19.
Er teilte seine Testergebnisse u.a. den Virologen Drosten und Steeck mit, welche seine Methode als stichhaltig anerkannten.
Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), eine staatliche Behörde wollte aber davon nichts wissen.
Stöcker schickte dem PEI seine Testergebnisse und schrieb an den Präsidenten: »Sehr geehrter Herr Prof. Cichutek! Die Wucht, mit der uns Corona überrollt, erfordert ein unkonventionelles Vorgehen.« … Es könne mit seiner Problemlösung umgehend mit einem wirksamen Impfprogramm gestartet werden. Er wolle »gerne Ihre Zustimmung dafür erlangen, dass wir umgehend diese bagatellartige Immunisierung mit einer größeren Zahl Freiwilliger nachvollziehen, um festzustellen, ob es auch bei diesen keine Nebenwirkungen gibt«, schrieb Stöcker. Er bot an, nach Hessen in das Institut zu kommen, um das Ganze zu erörtern. Der Institutschef antwortete nicht persönlich. Stattdessen erhielt Stöcker nach mehreren Wochen Anfang Dezember eine Vorladung vom Landeskriminalamt Schleswig-Holstein: Gegen ihn laufe ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz, teilte der zuständige Kriminalhauptkommissar mit. Cichutek, der Vorsteher des PEI hatte ihn selbst angezeigt. Der PEI-Präsident schrieb an das Landesamt für soziale Dienste in Kiel: »Es besteht aus Sicht des PEI der Verdacht strafbaren Handelns.« Das entwickelte Antigen sei »als Arzneimittel, nämlich als Impfstoff gegen Covid-19, zum Einsatz gekommen«. Es bestehe der Verdacht, »dass hier eine klinische Prüfung mit diesem experimentellen Arzneimittel stattgefunden hat – ohne zuvor die erforderlichen Genehmigungen einzuholen«. Das Landesamt für soziale Dienste erstattete daraufhin Strafanzeige beim Landeskriminalamt: »Aus Sicht des LAsD ist Eile geboten, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass weitere Herstellungen und Impfungen, die evtl die Gesundheit der Probanden schwer gefährden können, durchgeführt werden«, hieß es.
Stöcker sagt, er wolle kein Geld verdienen mit seinem Impfstoff. Er wolle ihn so schnell wie möglich der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, deshalb sei er einen vielleicht unkonventionellen Weg gegangen. »Ich habe das mit Absicht in die Zeitung setzen lassen«, sagt er. »Ich wollte nicht, dass irgendjemand ein Patent darauf anmeldet, und ich selbst hatte das auch nicht vor.«
Wie ist das Verhalten des Paul-Ehrlich-Instituts und seines Präsidenten zu erklären? Wer steckt noch hinter dieser Scharade, die mit dem Einschalten des Landesamtes für soziale Dienste und der Staatsanwaltschaft politische Dimensionen bekommen hat?
Eine Freundin schrieb mir dazu: „Wer das liest und nicht merkt, dass diese Kabale zum Himmel stinkt, dem ist nicht zu helfen.“
(Quelle: Der Spiegel, 6/2021)

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* Wolfgang Sofsky: Das Buch der Laster“ – Verlag C.H. Beck München 2009

** Elias Canetti: „Der Ohrenzeuge“ – Carl Hanser Verlag München 1974

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Klassische Musik für jeden Tag – 10. Februar

Charlotte Bray (*1982)
Agnus Dei
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Klassische Musik für jeden Tag – 9. Februar

Alban Berg (1885-1935)
Klaviersonate Nr. 1
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Klassische Musik für jeden Tag – 8. Februar

Stafano Landi (1597-1639)
Homo fugit velut umbra (Passacaglia della Vita)
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