Aus tiefer Not
Aus tiefer Not schrei ich zu Dir,
Herr Gott, erhör‘ mein Rufen;
Dein gnädig Ohr neig‘ her zu mir
und meiner Bitt‘ es öffne!
Denn so Du willst das sehen an,
was Sünd‘ und Unrecht ist getan,
wer kann, Herr, vor Dir bleiben?
Aus tiefer Not
Aus tiefer Not schrei ich zu Dir,
Herr Gott, erhör‘ mein Rufen;
Dein gnädig Ohr neig‘ her zu mir
und meiner Bitt‘ es öffne!
Denn so Du willst das sehen an,
was Sünd‘ und Unrecht ist getan,
wer kann, Herr, vor Dir bleiben?
Original auf achgut erschienen
https://www.achgut.com/artikel/wolf_schneider_ein_nachruf
Ein ganz Großer ist gestorben. Wer in Deutschland berufsmäßig zu schreiben hat, kam und kommt um Wolf Schneider nicht herum. Und wer das so tut, dass andere diese Texte mit Gewinn und Freude lesen, hat das wahrscheinlicher als andersherum zu einem guten Teil von Wolf Schneider gelernt.
Seine Stilfibeln, etwa „Deutsch für Profis“ oder „Deutsch für Kenner“, sind einsame Klassiker dieses Genres und ersetzen in dieser Hinsicht ein komplettes Germanistikstudium.
Ohnehin hielt Schneider die Bedeutung einer akademischen Ausbildung im Journalismus für weit überschätzt; selbst ohne einschlägige Ausbildung zum berufsmäßigen Schreiben gekommen, stellte er bei jeder sich bietenden Gelegenheit die vorrangige Bedeutung von Sachkenntnis und Weltverständnis für gute Schreiber in den Mittelpunkt. Der Studiengang Journalistik an der TU Dortmund etwa, in dessen Rahmen der Schreiber dieser Zeilen lange Zeit die Vorlesung „Statistik für Journalisten“ angeboten hatte, war für ihn eher Zeitverschwendung auf dem Weg in die SPIEGEL-Redaktion. Für viele schneller ging es tatsächlich über die lange Jahre von Schneider geleitete Henri-Nannen-Schule in Hamburg (am Anfang „Hamburger Journalistenschule“), wo der große Meister den Kursteilnehmern die heiße Luft aus ihren Texten blies.
Ich selbst habe vier Jahre lang, von Februar 2006 bis Januar 2010, zusammen mit Josef Kraus, Kornelius Sommer und Wolf Schneider jeden ersten Sonntag im Monat für dpa eine Pressemitteilung im Rahmen unserer „Aktion lebendiges Deutsch“ verfasst und meine eigenen Beiträge stets erheblich kürzer und besser lesbar von Wolf Schneider zurückbekommen. Mit dieser Aktion hatten wir uns vorgenommen, die nach dem Krieg wie selbstverständlich in Deutschland geübte Praxis wiederzubeleben, neue Wörter aus dem Englischen wie cold war (Kalter Krieg), air lift (Luftbrücke) oder self service (Selbstbedienung) ohne viel Federlesens einzudeutschen. Die Sieger unserer Publikumsbefragungen gingen dann an dpa. Unser Aufruf zur Eindeutschung von „brainstorming“ etwa generierte über 10.000 Vorschläge, davon 3.800 verschieden, von Hirnhatz über Denkgewitter und Synapsentango bis zu Lösungsansatzsammlungsgenerierung; in „Deutsch lebt! Ein Appell zum Aufwachen“ (Paderborn 2010) ist die Ernte dieser Jahre zusammengetragen.
Mit dieser Aktion, wie auch durch seine Kritik an der Rechtschreibreform („überflüssig wie ein bayrischer Kropf“), durch seine aktive Mitgliedschaft im Verein Deutsche Sprache und seine vielfach öffentlich geäußerte Antipathie gegen die Auswüchse der Gendersprache („Wichtigtuerei von Leuten, die von Sprache keine Ahnung haben“), positionierte sich Wolf Schneider deutlich da, wo viele Intellektuelle unseres Landes nicht gesehen werden wollen: in der prekären Verteidigerfront deutscher kultureller Interessen. In seinem SPIEGEL-Bestseller Speak German („Ein starkes Buch gegen die Anglomanie“ – Welt am Sonntag), einem der letzten seiner insgesamt 28 Sachbücher, hält er seinen Landsleuten einen mehr als hässlich machenden Spiegel vor: „Auf einfache Weise“ – so ein Rezensent bei Amazon – „wird dem Leser offenbart, wie grenzdebil so manche Slogans in der Werbung sind und dass Globalisierung, um mit der Herde mitschwimmen zu wollen, noch lange nicht der richtige Weg ist.“ Völlig fremd, als langjähriger Moderator der NDR Talk Show, war ihm daher auch das heute übliche Anschleimen an Politiker rot-grüner Couleur, die vornehmlich in diesen Formaten eingeladen werden. Schneider redete Tacheles, Kuschelorgien gab es bei ihm nicht.
Begonnen hatte diese beispiellose Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer Tätigkeit als Übersetzer, später als Redakteur, für die „Neue Zeitung“ der amerikanischen Militärregierung in München. Geboren im Mai 1925 in Erfurt, aufgewachsen in Berlin, hatte Wolf Schneider nach dem Abitur bei der Luftwaffe gedient und danach bei den Besatzern zunächst als Dolmetscher gearbeitet. Dann wechselte er als Korrespondent zur Nachrichtenagentur AP, von dort zur Süddeutschen Zeitung, und von dort zum Stern. Hier war er zunächst Chef vom Dienst und ab 1969 Verlagsleiter. Es folgten Stationen als Chefredakteur der Welt und als „Mann für besondere Aufgaben“ des Springer-Verlags, bis er 1979 die Leitung der neu gegründeten Henri-Nannen-Schule übernahm. Diese wurde schnell zum Mekka des deutschen Journalismus, Schneider blieb Leiter bis 1995.
Parallel und auch später noch pflegte Wolf Schneider eine ausgeprägte Vortrags- und Dozententätigkeit, schrieb regelmäßige Kolumnen in zahlreichen Zeitschriften, etwa in dem Monatsmagazin NZZ Folio der Neuen Zürcher Zeitung, aber auch in den Sprachnachrichten des Vereins deutsche Sprache, und unternahm auch Ausflüge in die aktive Politik: Zusammen mit seiner zweiten Frau Elisabeth-Charlotte kandidierte er – wenn auch erfolglos – im Jahr 2006 für die FDP für den Stadtrat seines Wohnortes Starnberg. Er wurde 97 Jahre alt.
Einen wie ihn wird es so bald nicht wieder geben. Wolf Schneider: Wir vermissen dich!
Professor Dr. Walter Krämer, geboren 1948, war von 1988 bis 2017 Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der TU Dortmund. Autor von über 40 Büchern und 200 Aufsätzen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften. Krämers „Lexikon der populären“ Irrtümer wurde weltweit in 20 Sprachen übersetzt und über eine Million Mal verkauft. Er ist Vorstandsvorsitzender beim Verein Deutscher Sprache (VDS).
Michael Prätorius – J.S. Bach
Text: Martin Luther
Ach Gott vom Himmel, sieh darein
Und laß dich des erbarmen
Wie wenig sind der Heil´gen dein
Verlaßen sind wir Armen
Dein Wort man nicht läßt haben wahr
Der Glaub´ ist auch verloschen gar
Bei allen Menschenkindern.
Am 20.10.2022 kurz vor Mitternacht hat der Bundestag eine Verschärfung des § 130 StGB beschlossen. In einem Eilverfahren und fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde ein weiterer Anschlag auf die angeblich grundgesetzlich verbriefte Meinungs und Denkfreiheit von unseren „Volkszertretern“ exekutiert.
Gar die grün-fanatisch-regierungstreue taz äußert sich dazu kritisch:
»Die beschlossene weitreichende Regelung wäre EU-rechtlich … nicht zwingend gewesen. Denn der EU-Rahmenbeschluss von 2008 lässt den EU-Staaten durchaus gewisse Spielräume. So können sie etwa nur die Leugnung und Verharmlosung solcher Kriegsverbrechen unter Strafe stellen, die bereits durch ein internationales Gericht endgültig festgestellt wurden.
Darauf kommt es nun aber nicht an. Es genügt für die Strafverfolgung von gröblich verharmlosenden Meinungsäußerungen, dass eine Staatsanwaltschaft bestimmte Handlungen als Kriegsverbrechen einstuft.«
Was beinhaltet also diese Ergänzung und Neuregelung des sog. Volksverhetzungs-Paragraphen?
Wer Völkermord oder Kriegsverbrechen öffentlich „gröblich“ verharmlost, dem drohen künftig bis zu drei Jahre Haft wegen Volksverhetzung.
Wer sich demnach zu umstrittenen Konflikten der Gegenwart äußert, muss künftig mit Freiheitsstrafen rechnen, denn die Neufassung der Volksverhetzung in § 130 bedroht allein schon die kritische Auseinandersetzung.
Bisher galt, Lügen ist für sich genommen nicht strafbar. Man konnte falsche Behauptungen über politische Entscheidungen oder historische Ereignisse verbreiten, ohne dass es die Gerichte interessiert hätte. Die eine Ausnahme war und ist das Leugnen des Holocausts.
Dass unter die neue Strafvorschrift jetzt auch Äußerungen fallen können, die Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine beschönigen, bestätigte gegenüber LTO auch die grüne Berichterstatterin, MdB Canan Bayram:
»Es sind durchaus Konstellationen denkbar, in denen dies auf die im Rahmen des russischen Angriffskriegs begangenen Taten anwendbar ist. Jetzt könnte zum Beispiel die Billigung eines der im Rahmen des russischen Angriffskriegs gegen die Gruppe der Ukrainer begangenen Kriegsverbrechens durch Parolen oder Schilder auf einer Versammlung strafbar sein.«
Wir erleben also einen weiteren Schritt zur Verschärfung des schon in Teilen vorhandenen Gesinnungsstrafrechts.
Die Aussetzung von Grundrechten begann mit »Corona«
Das kritische Hinterfragen der grundrechtseinschränkenden Maßnahmen in der Corona-Krise brachte deren Urhebern oder Zweifler auf dem schnellsten Weg den Vorwurf ein, „Corona-Leugner“, »Verschwörungstheoretiker«, »Querdenker« zu sein: für manche Politiker, linke Aktivisten und Journalisten Bedeutungsvarianten des Begriffs »Nazi«. Man erlebte es, dass eine abweichende Meinung zu äußern zum Drahtseilakt wurde; was wahr ist und was falsch und was man für wahr halten darf und was nicht, bestimmte jetzt der sich herausbildende Obrigkeitsstaat. Bekömmlich ist das für eine freiheitliche Demokratie bestimmt nicht und das scheint auch der Regierung bewusst zu sein, sonst hätte sie das jetzige Gesetzesvorhaben nicht einer derart anrüchigen Nacht-und-Nebel-Aktion durchs Parlament geschleust.
Einen prominenten Querdenker ereilte der Zugriff der Justiz schon unabhängig davon: Der Infektiologe und Epidemiologe Prof. Dr. Sucharit Bhakdi soll sich jetzt wegen »Volksverhetzung« durch »Verharmlosung des Holocaust« vor dem Amtssgericht Plön verantworten. In einer Rede bei einer Wahlkampfveranstaltung im September 2021 in Kiel hat er die Zulassung von Covid-19-Impfstoffen in Verbindung mit einem „Endziel“ gebracht und er habe angeblich von einem zweiten Holocaust gesprochen, so die Anklage. Die weisungsgebundene Generalstaatsanwaltschaft wirft Bhakdi vor, „mit kritischen Äußerungen über die Impfpolitik Israels mit generalisierenden Aussagen auch gegenüber in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden zu Hass aufgestachelt und diese als religiöse Gruppe böswillig verächtlich gemacht zu haben.“
Verschärfung der Gesinnungsjustiz durch den Ukrainekrieg.
Aktuell wird von einem weiteren Fall berichtet, der noch gar nicht unter die Verschärfung des § 130 einzuordnen war. Bei Boris Reitschuster ist zu lesen:
»Weil er ein „Z“-Symbol an der Heckscheibe seines Autos befestigte und damit am 29. März 2022 die Hamburger Grindelallee entlangfuhr, hat das Amtsgericht der Hansestadt einen 62-Jährigen in Namen des Volkes zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 50 Euro verurteilt. Der Mann sei „der Billigung von Straftaten“ schuldig gesprochen worden, teilte ein Gerichtssprecher laut FOL mit. Der Angeklagte hatte ein weißes DIN-A4-Blatt mit einem blauen Z an seinem Auto befestigt. „Darin liegt nach Auffassung des Gerichts über eine Solidarisierung mit Russland hinaus ein Gutheißen des Ukraine-Krieges, bei dem es sich um einen Angriffskrieg im Sinne des Völkerstrafgesetzbuches handelt“, so der Gerichtssprecher.«
Man darf an dieser Stelle nochmal an die Äußerung der MdB Canan Bayram von der grünen Bellizisten-Clique erinnern – also, Putin-Versteher und Russenfreunde aufgepasst! Auch wenn ihr nur naiv – oder auch böswillig – auf historische Gegebenheiten und Schandtaten des Westens und vor allem der USA hinweisen wollt, um Verständnis für den Kreml-Gangster einzuklagen, wenn ihr »Butcha« oder anderes an Greueln zu relativieren versucht oder auch den (nicht minder zweifelhaften) »Lichtgestalten« in Kiew in die Schuhe schieben wollt, der Schuss kann nach hinten losgehen.
Es ist hinlänglich bekannt, dass wir auf unseren Blogs keine Sympathien für Zar Vladimir und seine Einflussagenten hierzulande haben. Wir wünschen aber keinem, wegen vielleicht nur irriger Meinungsäußerungen in die Hände unserer »furchtbaren Juristen« zu fallen. Wir würden dann gewiss auf der Seite dieser Leute stehen, die uns gleichwohl in vielen Fällen ob unserer anderen Ansichten beschimpft und beleidigt haben und einen Spaltpilz nicht nur in unsere »Community« gepflanzt haben. Denn es gilt, was Voltaire uns mitgegeben hat:
»Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen!«
Für Einflussagenten würde ich bestimmt nicht »mein Leben einsetzen«, würde jedoch das mögliche tun, damit auch sie nicht wegen Irrtum und Verwirrtheit letztendlich einem Terror durch Staat und Justiz ausgeliefert werden.
Im Fall des Hamburger Rentners mit der Bestrafung für das Z-Symbol berief sich dieser auf den Spielfilm „Z“ von Costa Gavras, in dem dieses Symbol eine große Rolle spielt. Es geht in dem Film um die Maßnahmen der Militärjunta seinerzeit in Griechenland, indem diese sogar das Benutzen des Buchstaben „Z“ verboten hatte. Das Urteil des Hamburger Amtsgerichts bedeutet im Grunde nichts anderes.
Bei uns herrscht keine Militär-Junta, aber indessen eine Gesinnungs-Junta von Volksvertretern und Politikern aus fast allen Parteien mit einer fanatisierten Journaille, die unverhohlen auf Despotismus zusteuern.
Und wir können uns augenscheinlich nicht einmal mehr ausreichend der Anfänge erwehren.

Einstmals waren es zwei getrennte Feiertage mit unterschiedlicher Gewichtung: Allerheiligen am 1. November, ein Hochfest der katholischen Kirche und am 2. November dann der Gedenktag für die anderen „armen Seelen“, die noch nicht ins Himmelreich eingegangen sind.
Zu Allerheiligen – das „Festum Omnium Sanctorum“ – ging man in die Kirche, ins Hochamt. Wenn man denn ging.
An Allerseelen – „Commemoratione Omnium Fidelium Defunctorum“ – traf man sich auf dem Friedhof, an den Gräbern seiner verstorbenen Angehörigen. Wenn man denn ging.
Auch in den streng katholischen Gegenden ist es inzwischen nicht allein nur für die Kirchenfrommen Brauch geworden, bereits am Nachmittag des Allerheiligenfestes gemeinsam auf den Friedhof zu gehen, Blumen und Gestecke auf den Gräbern niederzulegen, Kerzen zu entzünden und im Gebet der Verstorbenen zu gedenken.
Nur im streng katholischen Land war es einstmals opportun, gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu „feiern“.
Auch in unserem „strengst katholischen Land“, in Bayern, hatte man noch den vorausgehenden Reformationstag wenigstens zur Kenntnis zu nehmen. Beamte und öffentlich Bedienstete konnten sich da auch vom Dienst freinehmen.
Halloween, das angebliche „All Hallows Eve“, von hiesigen kulturlosen Befürwortern als „liturgischer Vorabend“ zu Allerheiligen schöngefärbt, hat man da noch nicht gekannt.
Dieser aus den USA herübergeschwappte Mumpitz und Konsumdreck hat im einstmals protestantisch dominierten Deutschland den Reformationstag aus dem Bewußtsein verdrängt.
Ausnahmsweise seinerzeit im Luthergedenkjahr vielleicht doch nicht?
Aber man glaubt es nicht! Eine vermeintlich ernsthafte Zeitung kam tatsächlich mit der Schlagzeile heraus: „Tanzverbot an Allerheiligen 2019: Wie lange gilt es in Bayern?“
Allerheiligen ist denn irgendwie anstößig, denn es wird, dort wo es gilt, gar von Staatsseite als „stiller Feiertag“ ausgewiesen.
Mehr „Stille Feiertage“, das wäre es, was vielen verordnet werden sollte: Den beruflich Gestressten mit Burn-Out, den Turbo-Vätern und -Müttern, den Geiz-ist-geil-Schnäppchenjägern und -Konsumenten; der ganzen Spaßgesellschaft und der von und mit dem Kitsch der Willkommenskultur besoffenen Betroffenheits-Community.
Aber dieses Jahr – und vielleicht auch noch in den nächsten Jahren – sorgen der Krieg und dessen Folgen bestimmt bei vielen für mehr „Einkehr“ und Besinnung.
Gegen einen Reporter, der Somalia, das Herkunftsland des Macheten-Attentäters von Ludwigshafen, als „Shithole-Country mit Steinzeitkultur“ bezeichnet hat, kündigte der RBB umgehend Konsequenzen an.
Wie kann man auch nur so rassistisch sein?
Bleibt die Frage, woher kommt dieser Begriff eigentlich, was zeichnet ihn aus?
Am 12.01.2018 bezeichnete US-Präsident Donald Trump die Herkunftsländer von Einwanderern aus Afrika und Haiti als “Shithole Countries”. Die deutsche Übersetzung lautet: Dreckslochländer bzw. Drecksloch-Länder.
Wenn Trump so was sagt, kann es nur rassistisch oder wohl auch „shit“ sein – oder?
Danach fegte weltweit ein Sturm der Entrüstung durch die internationalen Medien über diese mittlerweile berühmt-berüchtigt gewordene Bemerkung, die er während eines Treffens mit Senatoren im Weißen Haus angeblich geäußert hat.
Die Links-Postille „Der Stern“ machte sich dazu denn auch ernsthafte Gedanken:
„Die Berichterstattung über das Thema stellt Medien in aller Welt vor eine große Herausforderung. Besonders in asiatischen Ländern tut man sich schwer, eine angemessene Übersetzung der abfälligen Bemerkung zu finden …
Medien in China machen es sich noch leicht. Sie übersetzen „shithole countries“ mit „schlechte“ Länder. In Vietnams lokalen Medien variierten die Ausdrücke zwischen „schmutzige Länder“, „Müll-Länder“ und „scheußliche Länder“. Im thailändischen Dienst des staatlichen US-Auslandssenders „Voice of America“ wird das Wort erklärt. Es könne mit „Abfallloch von Exkrementen“ übersetzt werden.
In Japan sprechen Rundfunksender unter anderem von „Ländern wie Toiletten“. Südkoreas Medien orientieren sich größtenteils an der Vorgabe der größten Nachrichtenagentur des Landes. Die übersetzt den Ausdruck mit „Bettlerhöhle“.“
Im Deutschen werden umgangssprachlich Orte als “Drecksloch” bezeichnet, wenn es dort ärmlich, schmutzig und heruntergekommen ist. In einem “Drecksloch” ist die Kriminalität hoch, es liegt viel Müll auf den Straßen und die dort lebenden Menschen sind aggressiv und unfreundlich.
Wie ich dieses Wort hörte, dazu all diese Übertragungen ins Deutsche, kam mir sofort Berlin in den Sinn. Wie auch nicht?

Aber immer mehr Städte und Regionen entwickeln sich hierzulande zu Dreckslöchern: im einstmaligen Land der Dichter und Denker, dieser „High-Tech-Nation“, dem einstigen Export-Weltmeister, dem Land der Welt-Schulmeister und -Retter, dem größten Sozialamt der Welt.
Manchmal ist man geneigt, ganz Deutschland als „Drecksloch“ zu bezeichnen.
Warum nicht?
Man müsste sich jetzt ausführlich über die Kriminalität im „besten Deutschland, das es je gegeben hat“ beschäftigen. Glaubt man den jährlich staatlich neu aufgelegten Kriminalitätsstatistiken, sei das kein Problem, auch wenn man bald täglich über Clan-Delinquenz, Sozial-Betrug, Messer-Attacken und -Morde, Vergewaltigungen und Notzucht, überdurchschnittlich häufig von Menschen, die nicht schon länger hier leben, lesen muss.
Über „den Müll, die Stadt und den Tod“ habe ich mich an dieser Stelle schon mal ausführlich geäußert. Es gibt inzwischen öffentliche Bereiche bei uns, komplett „wie Toiletten“ und Bettlerhöhlen, denke ich z.B. an den Frankfurter Hauptbahnhof.
Zum Glück kennt man persönlich nur wenige Menschen, die man als aggressiv und unfreundlich bezeichnen möchte. Ich hatte noch wenig mit Personen zu tun, welche sich durch solche Merkmale mehr und mehr auszeichnen – gleichwohl nur gelegentlich Erfahrung sammeln können: z.B. mit Polizisten, Zugbegleitern, selbsternannten Gesundheits- und Corona-Wächtern, politischen Blockwarts oder auch mit Fußball-Ultras, „Alternativen“, Greenpeace- oder PETA-Aktivisten. Es reicht eigentlich schon die verbreitete Aggressivität und Unfreundlichkeit, die in den sozialen und besonders in den „Qualitäts“-Medien transportiert wird gegen Menschen wie unsereinem, die sich nicht dem Mainstream, der verordneten Gesinnung unterwerfen wollen. Verbreitet von Bessermenschen grün-linker, manchmal auch „christ-demokratischer“ oder „liberaler“ Herkunft, deren moralischer Gestus nicht anderes als ameliorierte Aggression ist.
Nächstes Wochenende begebe ich mich wieder in „mein Arkadien“, in meinen Fluchtort, ein Dörfchen in Unterfranken; mit freundlichen, stets hilfsbereiten Menschen, sauberen Anwesen, Wegen und Fluren, Glockenrufe und -läuten mittags und zum Angelus (kein Muezzin-Gejaule, nur gelegentlich Gejaule von Hunden), Weinberge, klare Luft (mit gelegentlich ländlichem Aroma) und ein Fluss – der Main, der noch nichts mit den Kloaken von Frankfurt zu tun hat.
Heimat!
Kein „Shithole“! Nirgendwo! Noch!
