Klassische Musik für jeden Tag – 27. Februar

Alexander Borodin (1833-1887)
Quartet No. 2 in D major for Strings, III. Notturno: Andante
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Unschuldsvermutung

für die CSU?

„Die Hafenstraß ist multikulturell,
die CSU ist multikriminell“
Biermösl Blosn*

Der Begriff „Kollektivschuld“ oder einer „Erbschuld“ ist für mich ganz bestimmt obsolet. Aber nun wird man wieder mit einem neuen Skandal in Verbindung zur CSU, mit deren Image konfrontiert:
Der Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein (CSU) soll einem Maskenhersteller Aufträge – unter anderem der Bundesregierung und der bayerischen Landesregierung – beschafft und sich persönlich bereichert haben. Im Raum steht ein Betrag von über 650 000 Euro. Das Geld, als Beraterhonorar an Nüßleins Firma Tectum gezahlt, soll nicht versteuert worden sein. Die Staatsanwaltschaft beantragte die Aufhebung der Immunität des Abgeordneten, sein Büro in Berlin und in seinem Wahlkreis Günzburg wurde von der Polizei durchsucht.
BILD liefert einen ausführlichen Bericht dazu.

Medien sprechen in diesem Zusammenhang einmal mehr blauäugig von einem „schweren Rückschlag im gesamtgesellschaftlichen Kampf gegen die Pandemie, dessen Wucht noch gar nicht absehbar ist“.

Natürlich muss zunächst die Unschuldsvermutung gegen diesen CSU-Funktionär und „Volksvertreter“ gelten.

Aber…

Schon wieder die CSU!

Möglicherweise diejenige demokratische, angeblich christliche Partei im politischen Westen, die wohl für das „Guinness Buch der Rekorde“ die meisten Skandale liefern könnte.

Hat nicht die Verkopplung mit Skandalen, Intrigen und nicht nur schlitzohrigen Machenschaften vielleicht Franz Josef Strauß 1980 letztendlich die Kanzlerschaft gekostet?
Wirklich in irgendeiner Weise bedeutsame Gestalten hat die CSU vor und nach ihrem skandalbelasteten Prinzipalen nicht mehr hervorgebracht. Dem einstigen „Archonten“ mögen Manche etwas verzeihen. Er war, ist ja eine führende Person unserer einst noch kraftvollen „Republik“; trotz aller Affären. Mein Verhältnis zu ihm war und ist durchaus ambivalent.

Meine Vorbehalte

Wer mit dem Teufel Karten spielt,
stinkt nach Schwefel.

Volksmund

1969 wollte mich mein früherer Deutschlehrer, ein väterlicher Freund – CSU-Ortsvorsitzender damals – dafür gewinnen, in die CSU einzutreten und in unserer Heimatstadt eine JU-Gruppe zu gründen. Und das gerade am Rande einer Wahl-Veranstaltung mit Richard Stücklen, vormals NSDAP-Mitglied und von 1957–66 Minister für das Post- und Fernmeldewesen. In der Diskussion hatte Stücklen einen Freund von mir wegen recht kritischer Fragen in der Versammlung als „Drecksau“ bezeichnet. Ich war damals gewiss kein „Sozi“, zählte nicht nur von meiner Herkunft zu den Bedächtigen in unserem Umfeld, was mich für meinen schulischen und politischen Mentor für die CSU geeignet machte. Aber die Auftritte solcher „CSU-Granden“ damals, die Erinnerung an die zahlreichen Affären von Franz Josef Strauß, der immer mehr Macht in der CSU bekam, trieben mich aus dem damals gerade zaghaft betretenen „bürgerlichen Lager“. In Erinnerung und aufgestoßen war mir – das vielleicht von linker Seite hochgejazzte Zitat des vormaligen Innenministers Höcherl (ebenfalls einst NSDAP-Mitglied): „Die Verfassungsschützer können nicht immer mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumlaufen“. Vielleicht nur von der aufkommenden Linkspresse skandalisiert, aber für mich und viele eine nicht akzeptable Einstellung.
Wer wollte von derartigen Ansichten und Gebaren – die sog. Spielbankenaffäre mit ihren Meineidsexzessen lag auch noch nicht lange zurück – als Parteigänger gebrandmarkt sein:
mit solchen „Kainsmalen“. Damit waren die Politik der CSU und deren Personen für mich als mögliche Orientierung verloren unter Bezug auf Richtmarken, die mein Mentor selbst gegeben hatte. Und dann sagte ich ihm durchaus schroff: „Wer mit dem Teufel Karten spielt … – ich möchte es nicht“.
Ach wie idealistisch und blauäugig – aber denn ehrlich – trat man in der Jugend auf.

Die CSU von 1946 bis heute

1946 – Josef Müller („Ochsensepp“), anerkannter Widerständler im Dritten Reich, sollte nach der Landtagswahl 1946, bei der die CSU 52,3 Prozent holte, bayerischer Ministerpräsident werden. Sein klerikaler Widersacher Alois Hundhammer durchkreuzte das mit einer Intrige.

1959 – mit der so genannten „Spielbanken-Affäre“ mit welcher der Hauptkonkurrent, die Bayernpartei, im Jahre 1959 eliminiert wurde, führte zur Etablierung der CSU als führende Kraft in Bayern.

1961– da begann die lange Regentschaft von Franz Josef Strauß über die CSU und damit das wohl bunteste Kapitel in der Geschichte der Partei. Unter Strauß begann die Verschmelzung zwischen CSU und Bayern, die CSU wurde zur bayerischen Staatspartei, gleichzeitig begann aber die Grenze zwischen Recht und Unrecht immer unschärfer zu werden. Strauß hatte dfas schon auf Bundesebene realisiert.

1956 – Affäre um den Schützenpanzer HS-30.

1958 – Beginn der Lockheed- und Starfighter-Affäre, die in Opfer von 116 Bundeswehrpiloten mündete.

1961 – Fibag- Affäre um den Bau von Kasernen für in Deutschland stationierte US-Streitkräfte. Ein Untersuchungsausschuss kann Strauß aber keine Verfehlungen nachweisen.

1962 – im Vorfeld zu der viel bekannteren Spiegel-Affäre berichtet das Magazin über „Onkel Aloys“.

1962 – die Spiegel-Affäre, welche erstmals die Bundesrepublik in ihrer neuen demokratischen Selbstvergewisserung wirklich erschüttert. Strauß tritt als Verteidigungsminister – und selbsternannter Hoffnungsträger eines wiedererstandenen Deutschlands zurück.

1966 kehrte Strauß als Finanzminister in die hohe Politik zurück und leistete in den folgenden Jahren – auch ab im Wesentlichen nicht zu beanstande bundespolitische Arbeit

1976 – Intrige gegen Franz Heubl, CSU-Vize und bayerischer Staatsminister für Bundesangelegenheiten, der zu den Gründungsmitgliedern der CSU gehörte. Er versuchte sich, als liberaler Gegenspieler zu Franz Josef STRAUSS zu profilieren, und wurde abgesägt.

1978 – Strauß wird Bayerischer Ministerpräsident.

1980 – Strauß verliert bei der Bundestagswahl gegen Helmut Schmidt und zieht sich nach Bayern zurück, ohne nicht auch sich in Bundesangelegenheiten einzumischen.

Dann betreten seine „Eleven“ das Spielfeld

1987 – Caritas-Affäre: Der damalige Ministerpräsident Max Streibl kauft ein vererbtes Grundstück für 1,32 Mio. Mark und setzt sich gegen die anderen Interessenten durch.

1983 – Otto Wiesheu, Generalsekretär der CSU war mit 1,99 Promille unterwegs und verursachte einen schweren Verkehrsunfall, bei dem ein Mensch getötet und ein weiterer schwer verletzt wurde. Das Landgericht München verurteilte ihn wegen fahrlässiger Tötung zu 12 Monaten Haft auf Bewährung. Er trat als Generalsekretär zurück. 1990 wurde er Staatssekretär, um dann 1993 ausgerechnet bayerischer Verkehrsminister zu werden.

1993 – Max Streibl stolpert über die „Amigo-Affäre“, bei der es unter anderem auch um Gratis-Reisen auf Kosten eines befreundeten Unternehmers gegangen war.

1993 – Machtkampf Stoiber/Waigel. Es tauchen Gerüchte über Waigels Privatleben auf. Er soll Eheprobleme haben und eine Beziehung mit der Skirennläuferin Irene Epple führen. Waigel zieht sich aus der aktiven Politik zurück.

1993 – Stoiber wird bayerischer Ministerpräsident.
Edmund Stoiber wollte angeblich das byzantinische Treiben, das am Hofe von Strauß geherrscht hatte, endgültig abstellen. Die CSU-Affären verloren ihren barocken Charakter und nahmen anscheinend bundesdeutsches Normalmaß an.

Seit dem Amtsantritt Stoibers gilt als oberstes Gesetz, dass an Fehlern und Pannen niemals der Chef schuld sein darf, sondern immer rechtzeitig ein Sündenbock gesucht werden müsse.

1993 – die „Kanzlei-Affäre“ mit Peter Gauweiler, Münchner Ex-CSU-Chef und OB-Kandidat, beschäftigt 1993 einen Untersuchungsausschuss im Landtag. Die Vorwürfe: Gauweiler habe nach dem zeitweiligen Ausscheiden aus seinem Rechtsanwaltsbüro Mandanten für 10.000 Mark pro Monat „verpachtet“ und der Kanzlei als Minister Kunden zugeschanzt.

1998 – Die „Käseschachtel-Affäre“ des früheren CSU-Stadtratsfraktionschef in München Gerhard Bletschacher: drei Jahre und neun Monate Gefängnis

1998 – die „Bauland-Affäre“ mit „Propeller-Erich“, dem einzigen CSU-OB Münchens, Erich Kiesl.
Auf dem Boden juristischer Tatsachen holt ihn 1998 seine Verwicklung in die seit 1981 schwelende Bauland-Affäre ein, bei der sich Spekulanten im schwunghaften Handel mit Stadtgrundstücken bereicherten. Untreue und eine Falschaussage addieren sich zu 20 Monaten auf Bewährung.

1999 – 2001 BSE-Skandal und Schweinemast-Skandal – Rücktritt der „Gesundheitsministerin“ Barbara Stamm, einer alteingesessenen fränkischen CSU-Prinzipalin.

2003 – „Dossier-Affäre“ Monika Hohlmeier. In den Medien wird von Erpressungsversuchen der Strauß-Tochter Monika Hohlmeier gegen Kollegen aus dem Bezirksvorstand berichtet. Sie versucht ihren Bruder Max STRAUSS, der wegen Steuerhinterziehung angeklagt ist, als geistig verwirrt zu erklären, um ihn vor einem Prozess zu retten.

2004/2005 – „Wahlfälschungsaffäre“ der CSU München mit Monika Hohlmeier. Hohlmeier muss als „Kultusministerin“ zurücktreten.

2006 – Stoiber tritt wieder auf den Plan, nachdem seine Umfragewerte für die kommende Wahl abstürzen: Die Bespitzelungsaffäre um Gabriele Pauli

2007 – Stoiber t ritt zurück, es folgen Günther Beckstein und später der Wackelpudding Horst Seehofer als Ministerpräsidenten.

2007 – auch Beginn der Hypo-Alpe-Affäre, in die Finanzminister Söder involviert ist

2008 – Seehofer wird Ministerpräsident von Bayern

2011 – Der adlige Hoffnungsträger der CSU, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat seine Doktorarbeit in großen Teilen abgeschrieben, muss deshalb gehen.

2017 – Seehofer beklagt sich über „Schmutzeleien“ von Söder in seinem Kabinett und der CSU.

2018 – Markus Thomas Theodor Söder wird Ministerpräsident von Bayern.


Zu „Södolf“ will ich jetzt nichts weiter ausführen.

Aber wenn man bei Mediokrität bleiben mag, sollte mal auch ganz kurz auf das gegenwärtige Personal der CSU aus der nächsten Reihe eingehen:

Alexander Dobrindt: Von der Diesel-Affäre über den Autobahnskandal bis hin zur verfehlten Breitbandpolitik, um nur einige Beispiele der letzten Legislaturperiode zu nennen: Wie ein roter Faden ziehen sich Skandale und verunglückte Projekte durch die Karriere von Dobrindt, und der darf aus nur schwer nachvollziehbaren Gründen weiterhin eine politische Rolle spielen. CSU eben…

Andreas Scheuer: gekaufter Doktor-Dünnbrettbohrer, Maut-Skandal, Panne mit der StVO-Novelle. Der Widergänger im vormaligen Amt von Dobrindt.

Dorothea Bär: „Antisexistin“, die eher durch schrilles Outfit beim Franken-Karneval – wie ihr Parteichef – auffiel als durch konkrete Leistungen im Amt.

Keine Perspektive irgendwo …

Eine „Unschuldsvermutung“ – wenn ich CSU höre – gibt es für mich schon lange nicht mehr.

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  • Bekanntheit erlangte die Gruppe 1979 nach der Silvester-Sendung „Scherz, Satire und Kleinkunst“ des Bayerischen Rundfunks als Ihr Lied „Gott mit dir du Land der Baywa“ unmittelbar vor der Neujahrsansprache des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß ausgestrahlt wurde. Nach dieser Episode kamen die „Biermösl Blosn“ im Bayerischen Rundfunk die nächsten fünfzehn Jahren nicht mehr vor.

Immer noch aktuell:

https://youtu.be/PtrZ8sfGXS0?t=212
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Klassische Musik für jeden Tag – 26. Februar

Max Richter (*1966)
Vladimir´s Blues
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Klassische Musik für jeden Tag – 25. Februar

Camille Saint-Saens (1835-1921)
Der Carneval der Tiere – Der Schwan

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Klassische Musik für jeden Tag – 24. Februar

Arvo Pärt (*1935)
Spiegel im Spiegel
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Der Widergänger

Karlchen Lauterbach

Dieser Gespensttyp hat einmal mehr seine durch nichts begründbare, unmaßgebliche Meinung herausgerülpst. Und unsere Meinungsmacher und Drecksprechspritzen – von der Tagesschau bis ntv, von der „Neuen Passauer Presse“ bis zur Welt, usw. – sind ihm wieder aufgesessen; diesem häßlichen und ranzigen Dummquassler namens Karlchen Lauterbach. In üblicher präapokalyptischer Manier prophezeit er jetzt die „Dritte Welle“, um das Volk im Angstzittern zu halten. Gleichzeitig beklagt er, dass ob seiner Orakel eine „Hasswelle“ über ihn hinwegrolle, mit „Morddrohungen und Beleidigungen, die schwer zu ertragen sind“.
Heute schließe mich ganz bewusst dieser Hasswelle an. Ist doch dieser „Experte“ vom Typ hässlicher Scheinriese oder Nostradamus selbst nicht mehr zu ertragen.

Der Seher

Bei den Erfindern von Asterix uns Obelix, René Goscinny & Albert Uderzo, bei den unbeugsamen Galliern, bin ich auf die Vorläufergestalt von Karlchen Lauterbach gestoßen, die ihn, ohne ihn zu kennen, quasi für die Gestalt eines modernen Widergängers verfertigte.

Asterix & Obelix: "Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ..." - WELT

„Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt… Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten.

Screenshot

Wir befinden uns im Jahre 2021, ganz Europa wird von Corona-Unheilsverkündern regiert und unterdrückt … Ganz Europa? Ja! Und das größte, mit einst unbeugsamen Germanen bevölkerte Land, mit 80 Millionen Einwohnern, hat aufgehört, jeglichen Widerstand zu leisten…

Der gallische Seher im Dorf der unbeugsamen Gallier musste Taranis, den keltischen Gott des Himmels, des Wetters und des Donners fürchten und dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt.
Karlchen muss anscheinend nichts fürchten. Obschon wir ihm das Schicksal des Sehers in dem dem kleinen Dorf der widerspenstigen Gallier wünschen möchten.
Allen Eigenwilligen hierzulande schicken Facebook, Twitter, Instagram – die Nachfolger von Taranis – einen Wolkenbruch von Exkrementen über den Kopf. Ob das bei Karlchen Lauterbach reicht, um ihn einmal endgültig auszutreiben?

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Klassische Musik für jeden Tag – 23. Februar

Ennio Morricone (1928 -2020)
Liebes-Thema aus Cinema Paradiso
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Gerd-Klaus Kaltenbrunner – * 23. Februar 1939

Ich mache es mir an diesem heutigen Gedenktag für eine mir sehr wichtige Person einfach und veröffentliche eine Lobrede aus fremder Feder.
Gerd-Klaus Kaltenbrunner hat auf diesem Blog seit Jahren eine eigene „Site“ mit Auszügen aus seinem Werk. Er hätte heute Geburtstag.
„In Sachen Kaltenbrunner“ stand ich schon mal mit dem Schweizer Autor Pirmin Meier im Kontakt und so will ich ihm heute das „Geburtstagsständchen“ für den von uns beiden so hoch geschätzten Gerd-Klaus Kaltenbrunner überlassen.

Gerd-Klaus Kaltenbrunner

Von Dr. phil. Pirmin Meier

Gerd-Klaus Kaltenbrunner (* am 23. Februar 1939 in Wien als Sohn eines kaufmännischen Angestellten, gestorben am 12. April 2011 in Lörrach) war ein deutsch-österreichischer Philosoph, humanistischer Schriftsteller, Ideenhistoriker, Essayist und Publizist. Seinen Eltern verdankt er gemäß Auskunft in einem Fragebogen „Österreichertum, Ordungsliebe und christlichen Glauben katholischer Prägung.“ Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, der Philosophie und Soziologie in Wien betätigte er sich als Verlagslektor in Süddeutschland, dann als politisch-historischer Publizist. Kaltenbrunner wurde in der Zeit des Kalten Krieges einer der bedeutendsten theoretischen Denker des politischen Konservatismus, den er sowohl gegen den Nationalismus wie auch gegen Klerikalismus und reine Strukturerhaltung abzugrenzen verstand. Für ihn war ein aufgeklärter Konservativismus eine Art „Technik des nichtkatastrophischen Wandels“, bei dem jedoch auf ein Fundament übergreifender Werte geachtet wird. Diese Werte waren bei Gerd-Klaus Kaltenbrunner in gleicher Weise in Theologie, Philosophie, Geschichtsschreibung, Literatur und Mystik beheimatet. Dies ist u.a. nachzulesen in seinen Standardwerken „Rekonstruktion des Konservatismus“, „Wege der Weltbewahrung“, „Europa – seine geistigen Quellen in Porträts aus zwei Jahrtausenden“ (drei Bände). „Vom Geist Europas“ und seinen Spätwerken „Johannes ist sein Name. Priesterkönig, Gralshüter, Traumgestalt“ sowie „Dionysius vom Areopag – Das Unergründliche, die Engel und das Eine“.

Gerd-Klaus Kaltenbrunner war einer wenigen deutschen Rechtsintellektuellen von hohem geistigem Rang, auch ein Meister des belletristischen Essays: in dieser Hinsicht so etwas wie ein Enzensberger des deutschen Konservativismus. Für einige Jahre erlangte er mit Erfolg einen gewissen Einfluss auf den konservativen, traditionsbewussten und religiösen Flügel der Unionsparteien in der Bundesrepublik Deutschland, nämlich mit der vor 37 Jahren von ihm gegründeten gut beachteten Buchreihe „Initiative“ des Herder-Verlages. Diese Reihe, welche zwischen 1974 und 1988 in insgesamt 75 Bänden mit ausgezeichneten Mitarbeitern erschien, bildete eine bürgerlich-konservative Alternative zu dem damals den Zeitgeist prägenden Suhrkamp-Verlag. Interessante Bände galten dem Thema Terrorismus, oder – in der Schweiz besonders geschätzt – „Lob des Kleinstaates – Vom Sinn überschaubarer Lebensräume“ (1979), noch 2010 von Hans Peter Fagagnini, ehemaligem Generalsekretär der Schweizer Christdemokraten, im Buch „Unser aller Sonderfall“ mit Anerkennung zitiert.

Indem Kaltenbrunner zur Blütezeit des Suhrkamp-Verlages den damaligen Vertretern der sogenannten Kritischen Theorie den Fehdehandschuh zuwarf, begab er sich auf ein Feld des geistigen Kampfes, in welchem er als Einzelgänger und konservativer Schöngeist bestenfalls für die Ehre der Opposition einstehen konnte. Dass die Auseinandersetzung geführt wurde, war wichtiger, als dass sie zu gewinnen war. Der Mainstream des kritischen Denkens, wenn man das so sagen darf, gehörte auf Dauer eindeutig der Suhrkamp-Linie mit Adorno, Horkheimer und Habermas, wobei dann freilich durchaus auch bei diesen Autoren und bei Suhrkamp generell mit der Zeit wertkonservative Ansätze auszumachen waren. Nicht ganz zufällig erschienen in den siebziger und den frühen achtziger Jahren die Werke des konservativ-pazifistischen Schriftstellers Reinhold Schneider (1903 – 1958) nicht mehr bei Herder, sondern bei Suhrkamp und Insel. Interessant ist, dass sich Suhrkamp, zum Beispiel mit dem Schweizer Schriftsteller E.Y. Meyer (* 1946), früh mit ökologischen Fragen auseinandersetzte, welche Themen nach Kaltenbrunner in der Tradition der Romantik eigentlich von den Konservativen hätten aufgegriffen werden müssen.

Kaltenbrunner ist es indes nicht gelungen, so etwas wie das konservative Gewissen der nichtsozialistischen Parteien in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu werden. In diesen Kreisen wurden seine Bücher zwar zum Teil mit Interesse gelesen, aber über alles gesehen schwebten seine konservativen, mystischen und manchmal elitären Visionen über ein christliches Europa im Geiste eines Novalis eine Spur über der Wirklichkeit. Kam dazu, dass Kaltenbrunner außer von konservativen Kreisen zunehmend von neu-deutschnationalen Intellektuellen beansprucht wurde, etwa der Wochenzeitung „Junge Freiheit“, die regelmäßig Artikel von ihm, und – als er nicht mehr schrieb – über ihn veröffentlichte. Nicht zu ihrem Nachteil, bleibt doch dem Gesamtwerk von Gerd-Klaus Kaltenbrunner eine nachhaltige humane Substanz eigen. Zur Hauptsache trifft jedoch das Totschlagwort „deutschnational“ das Wesen von Kaltenbrunner nicht. Der Philosoph, von dem er bei seiner Kritik am Marxismus und an der Moderne vor allem ausging, war der bayrische Oberstbergrat Franz von Baader (1765 – 1841), welcher bekanntlich im Nationalismus den zur Masse potenzierten Egoismus und also eine politische Verirrung sah. Von Baader hat Kaltenbrunner die berühmten „Sätze zur erotischen Philosophie“ neu herausgegeben. Auch war Kaltenbrunner von Jugend an stark vom Gründer der Paneuropa-Bewegung, Graf Richard von Coudenhove-Kalergi (1894 – 1972), geprägt.

Der späte Kaltenbrunner verlor sich indes mehr und mehr in einen esoterischen Katholizismus. Angeblich oder wirklich sympathisierte er mit den sogenannten Sedivakantisten, also denjenigen, welche glauben, die katholische Kirche habe sich seit dem Tod von Papst Pius XII. von ihrem ursprünglichen Wesen wegbewegt. Der Thron des Papstes sei seither von Pseudo-Päpsten usurpiert, eine Meinung, die übrigens zu ihrer Zeit auch von mittelalterlichen Mystikern vertreten wurde. Im publizierten Werk des großen Gelehrten Gerd-Klaus Kaltenbrunner habe ich indes keine Stellen gefunden, die als Ausdruck von religiösem Fanatismus und Sektierertum zu deuten sind. Auch äußerte er sich nachweislich positiv über den gegenwärtigen Papst Benedikt XVI. Die Breite seines Allgemeinbildungs-Horizontes mag von wenigen anderen Gelehrten erreicht worden zu sein, übertroffen wurde Kaltenbrunner kaum. Es mochte indes sein, dass die gewaltigen Schätze seiner Gelehrsamkeit ihn mit der Zeit zu einer Überschätzung des Gedankens der Elite veranlassten. „Elite“, wie auch „Was ist deutsch“ sind Buchtitel, die bei Gerd-Klaus Kaltenbrunner 1988 und 1990 zu finden sind. Er scheint indessen dieses Gedankengut nicht mehr weiterverfolgt zu haben. Wie kaum ein zweiter deutscher Gelehrter seiner Generation ist er nach einer Phase fast unübersehbarer Fruchtbarkeit beinahe plötzlich verstummt. Mit seinem 1300-Seiten Werk „Dionysios vom Areopag“ (1996) nahm er gleichzeitig Abschied vom deutschen Geistesleben wie auch von der Politik. In den letzten 15 Jahren seines Lebens war fast nichts mehr von ihm zu vernehmen.

Die hohe Anerkennung, die er als Literat zumal in bürgerlich-konservativen Kreisen genoss, kulminierte unter anderem im Konrad-Adenauer-Preis für Literatur (1986) wie auch im hoch angesehenen Balthasar-Gracian-Preis für Essayistik (1986). Ebenfalls ausgezeichnet wurde er mit dem Mozart-Preis der Goethe-Stiftung Basel, einem der Kulturpreise des ebenso umstrittenen wie bedeutenden deutschen Mäzens Alfred Toepfer (1894 – 1993). Die Laudatio auf ihn hielt damals der Schweizer Publizist Prof. Dr. phil. Eduard Stäuble (1924 – 2010).

Aus dem Lager der deutschen Rechten – im Geiste Kaltenbrunners mit Rechtsextremismus nicht zu verwechseln – kam auch nach dem Verstummen des Autors noch und noch großes Lob. Neben dem noch weit stärker beanspruchten Ernst Jünger war Kaltenbrunner sozusagen der „Superstar des neuen deutschen Konservatismus“, wie sich der Politologe Claus Leggewies (geb. 1950) ausdrückte. Aber das Christliche stand dem Verstorbenen vergleichsweise weit näher als das Nationale, was sich zum Beispiel in seinen in den frühen 90-er Jahren publizierten Heiligenbiographien über die Mystikerin Anna Katharina Emmerich (1774 – 1824) „Die Seherin von Dülmen und ihr Dichter-Chronist“ und „Tacui – Johannes von Nepomuk“ offenbart. Das letztere Buch heisst, in der Übersetzung des Titels aus dem Lateinischen: „Ich habe geschwiegen“. Für die letzten 15 Jahre seines Lebens wurde diese lateinische Formel für Kaltenbrunner zum Lebensmotto schlechthin.

Als Publizist und Schriftsteller, selber Verfasser von Heiligenbiographien, versuchte ich mehrmals, mit Gerd-Klaus Kaltenbrunner persönlichen Kontakt aufzunehmen. Bald brachte ich in Erfahrung, dass er weder über ein Auto noch über einen Telefonanschluss noch über Rundfunk, Fernsehen und Internet verfügte, „Goethe und Schopenhauer sind auch ohne diese vermeintlich unentbehrlichen Dinge ausgekommen“, schrieb er mir, mit der Andeutung, dass keiner der heute Schreibenden eine diesen großen Denkern adäquate Lebensleistung erbracht hätte. Seit den siebziger Jahren lebte Gerd-Klaus Kaltenbrunner im „Oelmättle“ am Dorfrand von Kandern, unweit Badenweiler. Zweimal versuchte ich, mich bei ihm zu melden, aber da war auch keine Türklingel. Ein Einsiedler unserer Zeit. Ein Leser, Denker und Beter, der in seinen späten Jahren auch auf das Schreiben verzichtete und eine Art Mystiker geworden ist. „Alles was ich geschrieben habe ist Stroh, im Vergleich zu dem, was ich schaue“, äußerte sich Thomas von Aquin (1224 – 1274) im letzten Jahr seines Lebens rückblickend auf sein gewaltiges Werk.

Gerd-Klaus Kaltenbrunner war gebürtiger Oesterreicher, streng katholisch erzogen, hat sich aber immer als Deutscher empfunden. Die deutsche Spaltung nach dem zweiten Weltkrieg tat ihm gleichsam physisch weh. Es habe keinen Tag gegeben, da er nicht darunter gelitten habe, bekannte Kaltenbrunner einmal. Ähnlich litt der Katholik Kaltenbrunner wohl nur noch am Verlust der alten Messe und generell am Verlust an Spiritualität, wie dieser sich sowohl in der protestantischen als auch in der katholischen Ausprägung des Christentums aus seiner Sicht zunehmend bemerkbar machte. Die Zurückwendung bzw. Hinwendung zur Mystik scheint für Gerd-Klaus Kaltenbrunner die entsprechende Antwort auf dieses Leiden an unserer Zeit gewesen zu sein. Gerd-Klaus Kaltenbrunner war der wohl bedeutendste und auch charakterlich sauberste Intellektuelle der deutschen Rechten in seiner Generation. Für seine geistige Leistung hätte er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels wohl ebenso gut verdient wie zum Beispiel der Schweizer Diplomat und humanistische Schriftsteller Carl Jacob Burckhardt (1954), dessen Biographie nachträglich noch den einen oder andern düsteren Flecken abbekommen hat. Für Kaltenbrunners Rolle im deutschen Geistesleben gilt, was er selber über den französischen Theosophen René Guénon (1886 – 1951) geschrieben hat:

„Das Schweigen des öffentlichen Kulturbetriebs konnte nicht verhindern, dass Guénons Werke eine geistig hochstehende Leserschaft gefunden haben und von ihm eine tiefe, wenngleich verborgene Strahlkraft ausgeht. Nur in Deutschland scheint die Stunde von René Guénons Einbürgerung noch nicht geschlagen zu haben. Seine Werke werden auch dann noch gültig sein, wenn die Massen der heute kursierenden okkultistischen und aftermystischen Literatur längst vergessen sind.“

Dass der späte Kaltenbrunner zu einem Repräsentanten der Mystik wurde, verbindet ihn mit einem der größten romantischen Dichter und Denker: Clemens Brentano (1778 – 1842). Von diesem stammen Worte voller Poesie, die sich auch als Epitaph auf Kaltenbrunner eignen würden:

„Stern und Blume Geist und Kleid Lieb Leid und Zeit und Ewigkeit.“

http://www.kath-info.de/kaltenbrunner.html

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Klassische Musik für jeden Tag – 22. Februar

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Sonate für 2 Klaviere D-Dur
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Ist dies Wahnsinn, so hat es doch Methode

„Deutsch mich nicht voll!“

Diese antideutsche Phrase ist nicht etwa neu. Die Fussball-Europameisterschaft 2008 gab für Antifanten, Nazischnüffler, Deutschen-Hasser und ähnlich Gesinnten den Anlass, die Kampagne „Deutsch mich nicht voll ins Leben zu rufen. Sie hatte – folgt man den Google-Einträgen dazu – nicht so durchschlagenden Erfolg.
2016 wollte ein Rapper namens „DJ Harry Breast“ – die dürfen bei sowas ja nicht fehlen – eine Neuauflage der Phrase publik machen, als er hier seinen Hass über alles, was „deutsch“ daherkommt „herausrappte“.
2018 gründeten irgendwelche „Nerds“ in der Sache denn eine Facebook-Gruppe, die aber auch nicht so recht „funzen“ wollte. Man schrieb:
Diese Gruppe – »Deutsch mich nicht voll« (DMNV) – dient dem Austausch von und der Auseinandersetzung mit Positionen aus dem Spektrum der antideutschen, ideologiekritischen und israelsolidarischen Linken. Sie soll auch solchen Linken, die mit Ideologiekritik bisher nichts zu tun und vom Gespenst der Antideutschen nur gerüchteweise gehört haben, einen möglichen Einstieg bieten. Der anti-antisemitische Konsens und damit die bedingungslose Solidarität mit Israel bilden die Grundlage des Gruppendiskurses.
(Nebenbei: Israelsolidarische Linke – gibt es sowas?)

2021 hat diese Sprechblase wieder die „Kunstszene“ erreicht. Das Frankfurter Schauspielhaus hat nun eine „Kunstinstallation“ eines offensichtlichen Weltkünstlers namens Nanci Yurdagül ausgestellt.

Nanci Yurdagül ist ein international anerkannter deutscher Bildhauer und Performance-Künstler aus Frankfurt am Main. Das Schauspiel Frankfurt hat den Jahrestag des Anschlags in Hanau als Anlass genommen, den Künstler mit einem Werk für das Foyer des Schauspiels zu beauftragen.
»DEUTSCH MICH NICHT VOLL« ist seit dem 18. Februar 2021 an der Glasfassade des Schauspielhauses zu sehen.

Ein Jahr zuvor, am 19. Februar 2020, starben durch einen rechtsterroristischen Akt neun Menschen in Hanau, die Teil unserer pluralen Gesellschaft waren und diese aktiv gestaltet haben. Im Gedenken an… zeigt sich das Schauspiel Frankfurt und der Künstler solidarisch mit den Hinterbliebenen und allen Menschen, deren Würde verletzt und deren Leben gefährdet ist.

Man erklärt den Ausspruch folgendermaßen:

Den Titel »DEUTSCH MICH NICHT VOLL« kann man einerseits als eine mögliche Antwort auf die wiederkehrenden diskriminierenden Fragen wie „Warum sprichst du so gut deutsch?«, »Wo kommst du ursprünglich her?« oder »Wirst du wieder in dein Heimatland zurückkehren?« verstehen. Fragen, denen sich Yurdagül und so viele andere ob ihres vermeintlichen »Anderssein« ständig ausgesetzt sehen – obwohl sie Deutsche sind.
»DEUTSCH MICH NICHT VOLL« kann auch als Antwort verstanden werden auf die unverhohlenen nationalistischen Gebärden, die längst nicht mehr nur vom rechten Rand der Gesellschaft kommen, sondern aus ihrer Mitte. Es kann als Kommentar zu der wieder erstarkten Debatte um Heimat und (deutsche) Leitkultur verstanden werden.
»DEUTSCH MICH NICHT VOLL« kann aber auch als selbstkritischer Kommentar gelesen werden auf das Theater selbst, als einer deutschsprachigen Kulturstätte.
Allem voran, so hoffen wir, soll die Wortfolge »DEUTSCH MICH NICHT VOLL« Gedanken bei den Passant:innen auslösen und bestenfalls darüber ins Gespräch kommen lassen.

Wahnsinn!

Soweit meine Dokumentation dazu.

Bevor ich noch weiter auf den Kern der Sache eingehe, ein Schlenker zur „Kunstszene“.
Wenn ich das Wort „Installation“ höre, sträuben sich mir nicht nur die Nackenhaare.
„Eine Installation bezeichnet die von einem Künstler angeordnete Ausgestaltung eines ganzen Raumes oder aber die Aufstellung von Objekten und Materialien in einem speziellen Verhältnis zueinander… Installationen sind Reaktionen der Künstler auuf räumliche Atmosphären und Kontexte“, heißt es: Bla, bla, bla …
Bis in die 70er Jahre war dafür der Begriff „Kunst“ noch nicht im Gebrauch, bis dann irgendwelche Kleckser, Halluzinierer, handwerkliche Doppel-Linkshänder mit sog. Aktionskunst Aufmerksamkeit auf sich lenken wollten. Von Scharlatanen will ich nicht sprechen, aber das Diktum betrifft gewiss das Vorbild für diese Spinner und Windbeutel: Joseph Beuys. Nach dem Diktum dieses Fett- und Filz-Kunstschaffenden ist ja jeder Mensch ein Kunsterzeuger.
Beuys wurde in seiner Kunst noch von Piero Manzoni übertroffen, der seine Kacke auf Dosen abfüllte und dafür bei einer Auktion im Hause Sotheby’s den Preis von 97.250 britischen Pfund für eine Dose. Der belgische Künstler Wim Delvoye entwickelte mit Cloaca eine Maschine, die den menschlichen Verdauungsprozess nachahmt und tatsächlich Scheiße herstellt und ist bereits in Museen auf der ganzen Welt ausgestellt worden. Gesammelten Darminhalt präsentierte in den 1990er Jahren auch der Amerikaner Marc Quinn, der seinen Kot in nach seinem Abbild modellierte Köpfe füllte und die daraus entstandenen Objekte schlicht „Shit Heads“ nannte und er stellte neben seinen Köpfen auch einige „Shit Paintings“ her, indem er lediglich auf Leinwand kackte. Welche kranken Hirne haben dies „Künstler“ und wie krank sind die Leute, die sowas als Kunst anerkennen.
Im übertragenen Sinn produziert der türkische Weltkünstler Naneci Yurdagül mit seinen „Installationen“ auch nichts anderes als Kacke – und dazu sieht er auch noch so aus.


Wahnsinn!

Der „Anschlag von Hanau“ wird in einer aufdringlichen Arte und Weise zelebriert, dem Publikum um die Ohren geschlagen, dass man sich nur wundern kann. Das hiesige Käseblatt – auch für Hanau zuständig – kennt seit einer Woche kein anderes Hauptthema als den „rassistischen“ Anschlag von Hanau vom 19.2.2020. In jeder Ausgabe, über mehrere Seiten verteilt wird von „Gedenkveranstaltungen“, einschließlich „künstlerischer“ Präsentationen und Installationen berichtet.
Jeder noch so unwichtige, ranzige Maultrommler der Provinz- und Landes-Politik sondert Anti-Hass-Reden, Mahnworte gegen „rechts und Rassismus“ und Anteilsheuchelei ab.
Endlich haben auch die zahllosen „Bürgerinitiativen“ und „Aktionsbündnisse gegen Rechts und Fremdenfeindlichkeit“ – von den Grünen bis zu kirchlichen Aktivistengruppierungen – wieder Gelegenheit, sich zu produzieren und zu präsentieren.
Der hiesige Bürgermeister trifft sich mit dem ortsansässigen Imam und dem örtlichen Türken-Vorsteher denn auch zu einer ergebenen Konziliation – mit Bild und Bericht in der Zeitung.
Dass es die Tat eines nachweislich Geistesgestörten war, findet keine Erwähnung mehr. Er war ja auch „rechts“ – und nur das zählt.

Wahnsinn!

Haben wir eine vergleichbare „Erinnerungs-“ und „Gedenk-Kultur“ für die Opfer des Anschlags vom Breitscheid-Platz in Berlin erlebt? Die Erinnerung an die in Deutschland von kulturfremden Zuwanderern „gemesserten“ deutschen Frauen und Männer hat allenfalls noch Platz bei den Angehörigen. Es sind ja nur „Kartoffel“ und gehören zu einem „Tätervolk“.
Wehe, einer bezeichnet die Türken als solches!

Wahnsinn!


Hadmut Danisch, ein von mir geschätzter Blogger, hat der Sache ebenfalls einen längeren Beitrag gewidmet.
Er meint:

Man merkt, dass die kritische Masse erreicht ist. Das gibt es in keinem Land der Welt, dass man so grenzenlos und unbegrenzt Migranten reinlässt, selbst die Illegalen duldet, Familiennachzug und Schlepperschiffe und so weiter, die Steuerzahler derartig ausplündern (und die sich ausplündern lassen), weil das ja so eine deutsche Verantwortung wäre.
Und inzwischen sind sie so viele, fühlen sie sich so stark, dass sie nun derart unverschämt werden, man möge sie nicht „andeutschen”.
Stellt Euch mal vor, irgendwer würde an ein Haus schreiben, man möge ihn nicht „antürken”.

Und er stellt dazu die richtige Frage, warum die eigentlich hier und nicht in der Türkei sind. „Da muss es doch viel schöner sein, wenn man lieber unter Türken als unter Deutschen ist, und ganz sicher ist das Wetter dort viel besser, und das Meer viel schöner“.
Eine ähnliche Frage muss man denn auch den ganzen „eingeborenen“ Deutsch- und Deutschland-Hassern – von der grünen Bundestagsvizepräsidentin bis zu den Antifanten – und den zahllosen Anti-Deutsch-Rappern und „Künstlern“ stellen. Aber die folgen ja einer linken, gleichwohl „humanistischen“ Mission, die sich in die Parole „Deutschland verrecke“ komprimieren lässt. Die Abschaffung Deutschlands ist das Programm, welches gar von den obersten politischen Instanzen Deutschlands mit der Kanzlerin an der Spitze verfolgt wird. Die „indigene“ Bevölkerung muss dabei einer steten Gehirnwäsche und Umerziehung unterzogen werden. Und die blöden Kartoffeln nehmen das noch an, wie auch die Beteiligung von breiten Gruppen in der sog. Zivilgesellschaft an dem neuen „Schuldkult“ beweist. Ein neu inszenierter Schuldkult, für den „Hanau“ jetzt die Formel geworden ist.

Wahnsinn!

Damit ich richtig verstanden werde, dieser Anschlag ist eine durch nichts zu rechtfertigende Scheußlichkeit und jeder einzelne Tote ist einer zuviel; und deren Angehörigen gehört unsere ganze Anteilnahme, wie auch bei vielen anderen Opfern von sinnloser Gewalt.

Was aber dabei als verwerflich zu brandmarken ist, ist die politische Einvernahme, die derartig plakativ ist, dass es leicht zu durchschauen ist, dass Methode dahinter steckt.

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