Alles klar!
Bisher geheimgehaltene Parteizentrale der AfD entdeckt:

Dieses Schreiben erreichte mich dieser Tage und ich möchte es ohne weitere Hintergedanken meinen Lesern zur Kenntnis bringen:
MKK
MAIN-KINZIG-KREIS
MAIN-KINZIG-KREIS ■ Frankfurter Str. 34 • 63571 Gelnhausen
Rundschreiben an alle
Ärztinnen und Ärzte mit Privatanschrift im Main-Kinzig-Kreis
Arztliche Mitarbeit bei der Bewältigung der COVID-19-LageSehr geehrte Ärztinnen und Ärzte,
dieses Schreiben ist bewusst an Ihre Privatanschrift gerichtet. Weil wir als Unterzeichner diese Anschrift aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nicht kennen dürfen, hat die hessische Landesärztekammer dankenswerterweise die Aufgabe des Adressierens und Versendens übernommen. Möglicherweise erinnern Sie sich an eine ähnliche, im November 2015 durchführte Aktion, die seinerzeit beim erreichten Kollegenkreis durchaus auf überwiegende Zustimmung stieß.
Aktueller Grund für die jetzige Aktualisierung dieser Umfrage ist die Ihnen bekannte COVID-19-Lage, deren Auswirkungen auf das Gesundheitssystem nunmehr auch vom Robert-Koch-Institut als „hoch“ eingeschätzt wird. Aktuell ist im Main-Kinzig-Kreis die Zahl bestätigter und wahrscheinlicher Fälle noch gering; dennoch ist bei etwa jedem fünften Patienten im Krankheitsverlauf von einer Verschlechterung des Zustands auszugehen, der einer individuellen ärztlichen Einschätzung und möglicherweise einer stationären Weiterbehandlung bedarf.
Wichtig ist, dass für diesen Personenkreis und für alle anderen COVID-19-unabhängigen unaufschiebbar zu behandelnden Patienten stationäre, ambulante und rettungsdienstliche Ressourcen zu Verfügung stehen und auch Melde- und Kommunikationswege vorhanden sind, die diese Ressourcen bedarfsgerecht steuern.
Sofern Sie bereits in die ambulante oder stationäre Versorgung eingebunden sind, sei Ihnen an dieser Stelle für Ihr berufliches Engagement gedankt. Wir versuchen Sie zu unterstützen, indem wir alle Städte und Gemeinden ermutigen, über sog. kommunale Hotlines allgemeine Auskünfte zu lokalen sozialen Hilfsangeboten wie Einkaufsdiensten, aber auch zu ggf. gesonderten Öffnungszeiten der Arztpraxen, evtl. speziellen Fiebersprechstunden o.a. anzubieten, um Ihre Praxistelefone von solchen Anfragen zu entlasten; über Einzelheiten hierzu werden wir Sie in den nächsten Tagen -sofern Sie im Main-Kinzig-Kreis tätig sind – über die unserem Gesundheitsamt bekannten „dienstlichen“ Kontaktwege informieren.
Mit diesem Schreiben wenden wir uns vor allem an die zur Zeit nicht, nicht mehr oder z.B. in Teilzeit tätigen Ärztinnen und Ärzte, die im Main-Kinzig-Kreis wohnen. Wenn Sie sich vorstellen können, Ihre Kolleginnen und Kollegen bei der Patientenversorgung zu unterstützen dann lassen Sie es uns bitte wissen: Nennen Sie uns neben Ihren Erreichbarkeitsdaten (idealerweise E-Mail und Mobilrufnummer) bitte kurz formlos, wo (räumlich wie fachlich) Sie tätig sein könnten (z.B. Hausbesuchsdienst im Vogelsberg; Unterstützung einer Notaufnahme in Hanau). Ein Scan oder Foto von Arztausweis oder Approbationsurkunde und Hinweise zu speziellen medizinischen oder fremdsprachlichen Qualifikationen wäre ebenfalls vorteilhaft. Die Rücksendung ist per Mail (gefahreninfo@mkk.de) oder per Fax 06051/85-55599 möglich.
Wir versichern Ihnen an dieser Steife, dass wir sehr sorgsam mit ihren Angaben umgehen werden; nach Entspannung der Lage sichern wir Ihnen die vollständige Löschung zu. Soweit wir Sie an weitere Dienststeifen, mit denen wir zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung zusammenarbeiten, weitergeben müssen, werden wir dies stets unter diesem Löschungsvorbehalt tun.
Zunächst ganz herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und ggf. schon im Voraus für Ihre Einsatzbereitschaft zum Wohle unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger.
Mit freundlichen Grüßen.
Landrat Gesundheitsdezernentin
Interessant ist in diesem Zusammenhang der Hinweis auf eine ähnliche, im November 2015 durchgeführte Aktion. Wir erinnern uns: Stichwort „Flüchtlingskrise“ oder „Refugees are welcome“.
Wie sagte damals eine Verantwortliche: „Wir schaffen das!“
Hoffentlich schaffen wir es diesmal – ohne hohle Sprüche aus Berlin!
Dass Merkel oder auch ihre Minister immer wieder wissentlich gegen ihren Amtseid verstoßen, wird außer von den jubel-jaulenden Hofhunden in den Staatsmedien und der „Qualitätspresse“ von keinem mehr bestritten.
Dumme Sprüche von Merkel sind inzwischen Legende. Was fiel Ihr zur Corona-Katastrophe ein, als sie bereits hierzulande ein nicht mehr beherrschbares Ausmaß angenommen hatte:
„Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da. Das müssen wir alle verstehen“.
Oder:
„Wir hatten in Deutschland Gelegenheit, in einer frühen Phase die Dynamik zu beobachten“.
Und:
„Sukzessive müssen wir sehen, dass die Entwicklung vor keiner Region halt macht.“
„Das ist eine unbekannte Herausforderung für uns“, sagte Merkel.
„Wir haben es mit einem dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun, das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an.“
Du dumme Kuh, möchte man ihr entgegenrufen, das fällt Dir jetzt ein und noch blöder kannst Du es auch nicht formulieren?
In einem lesenswerten Beitrag weist Alexander Wendt auf eine historische Begebenheit hin:
Im Oktober 1918 entschied der Gesundheitsbeauftragte von St. Louis Max Starkloff, sich bei den Bürgern seiner Stadt gründlich unbeliebt zu machen. Seit September beobachtete der Beamte, wie sich die Spanische Grippe in den Vereinigten Staaten westwärts verbreitete. Schon im September ließ er sich alle Infektionsfälle der Stadt melden und untersagte größere Veranstaltungen.
Am 8. Oktober 1918 setzte er die Schließung aller Theater, Kinos, Schwimmbäder und Bars in der Stadt durch, später dehnte er die Maßnahmen auch auf Kirchen und nicht lebensnotwendige Geschäfte aus. Das gesellschaftliche Leben von St. Louis stand still, gegen den Willen vieler Geschäftsbetreiber, die Starkloffs Entscheidung für viel zu rigide hielten. Als die Spanische Grippe endlich nach einer zweiten Welle abebbte, zählte Starkloff zu den bekanntesten Gesundheitsexperten des Landes. Dadurch, dass er St. Louis vorübergehend zur Geisterstadt machte und die sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränkte, hielt er dort die Todeszahlen niedriger als in den meisten anderen großen Städten.
Betrachte man die Verhältnisse jetzt bei uns, kann man sagen, wieder mal nichts aus der Geschichte gelernt.
Wendt weist darauf hin, dass man in Deutschland wichtige Zeit verschlafen hat und belegt dies mit folgender Kurve:

„Vom 27. Januar bis zum 29. Februar 2020 verlief die Infektionskurve in Deutschland sehr flach: in dieser Zeit hatten sich nur 106 Menschen angesteckt. … Erst ab dem 29. Februar bewegte sich die Kurve extrem steil nach oben – durch die Karnevalsfeiern in Nordrhein-Westfalen. Aber auch danach, als die pandemische Kurve sich schon aufbaute, passierte in Deutschland eineinhalb Wochen lang praktisch wenig bis nichts. Die Schweiz untersagte schon ab 28. Februar Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen, viele Kantone nahmen schon für Veranstaltungen ab 150 Teilnehmern Risikoeinschätzungen vor, ließen sie also nur bedingt zu. Wenige Tage später, am 3. Februar, bezeichnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Absage von Großveranstaltungen ausdrücklich als unverhältnismäßig.“
Da wollten die Jecken aus NRW, der Ministerpräsident und der von dort stammende Gesundheitsminister wohl ihren Feierbiestern den Spaß nicht verderben.
Wochenlang hat Laschet nichts Substantielles zur Lage zum Besten gegeben, jetzt nach dem „Krisentreffen“ im Bundeskanzleramt läßt er sich endlich herab, sich zur Lage zu äußern und politische Vorgaben zu machen. Die FAZ feiert darob den Lascho enthusiastisch als „Mutmacher“, der mit einer „Schweiß-Tränen-und-Mutmachrede-Rede“ 18 Millionen Einwohner seines Landes auf einschneidende Maßnahmen einstimmte. Kein Wort davon, was „Sir Winston“ vom Rhein inzwischen alles hat liegengelassen. Die FAZ möchte ihn gleichwohl als Kanzler-tauglich nobilitieren.
Die Alte aus dem Kanzleramt hat ihren fetten Hintern ebenfalls kaum bewegt. Ein windiger Integrationsgipfel mit der Neuauflage von alten Lügen und Propagandaphrasen war ihr wichtiger als ein rechtzeitiger Krisengipfel zur drohenden Corona-Katastrophe. Und die Beschäftigung mit der Hereinholung von neuen Migranten hatte ebenfalls Vorrang gegenüber der Verlautbarung von klaren Direktiven in Richtung Schließung der Grenzen, Verbot von Großveranstaltungen, Eindämmung sozialer Kontakte usw. Nun sind sie halt da: Fünf neue Fälle von mit Covid-19 infizierten Asylbewerbern allein in Heidelberg an einem Tag.
Merkels Gesundheitsminister – ebenfalls ein Möchtegern-Kanzler – mimte zwar schon nahezu rechtzeitig den Fachminister, die Absage von Großveranstaltungen ausdrücklich als „unverhältnismäßig“ zu bezeichnen, spiegelt indessen eine gewaltige Ignoranz wieder. Seine Einstellung speziell dazu hat er inzwischen revidiert, aber über notwendige Grenzschließungen äußert er sich ablehnend, denn das Virus sei ja schon da!
Nichts aus der Geschichte gelernt, elementare Grundsätze hinsichtlich klassischen Seuchen-Managements und –Eindämmung missachtet – das kann man statthaft als Fazit für die deutschen Verhältnisse anmerken.
Müßig, dabei nochmal auf den Amtseid hinzuweisen.
Erschienen am 14. März 2020 auf https://www.mena-watch.com/
Die Regime in der Region fahren eine Niederlage nach der anderen ein und rücken dem Abgrund immer näher. Es wird ein entscheidendes Jahr im Nahen Osten.
Libanon, Irak, Syrien, Türkei, Iran, Saudi-Arabien – Corona-Pandemie, Staatspleiten & Ölpreisschock. Korrupte alte Männer mit schwankendem Gang am Rande des Abgrundes, immer bricht schon unter den Sohlen die Substanz weg. Die großen Führer von gestern rutschen als Desperados dem Ende der Fahnenstange entgegen. Unter ihnen ein Abgrund, hinter ihnen Flüchtlinge und Demonstranten, die den Mittelfinger emporrecken.
Die Konflikte im Nahen Osten eskalieren; es wird ein spannendes und dramatisches Jahr für die Region. Vielleicht kommen manche Umwälzungen doch schneller als erwartet. Dumme, kleine Viren, mit denen niemand gerechnet hat, könnten die Katalysatoren sein, und wenn nun noch der Ölpreis ins Bodenlose fällt… Viel spricht dafür, dass die Substanz des alten Nahen Ostens mittlerweile zu marode ist, um die abgewirtschafteten Führer und inkompetenten politischen Klassen noch eine weitere Dekade durchhalten zu lassen.
Die Führer sehen alt aus
Vor einem Jahr sah das noch anders aus. Der Krieg in Syrien schien nahezu eingefroren, und wer nicht die dünn aufgegossenen Analysen vom „Sieg“ Assads“ glauben mochte, konnte allerdings mit furchtbarer Stagnation und einem unendlichen Dahinsiechen der Region rechnen.
Dann kamen die Demonstrationen im Irak, im Iran, im Libanon, auch Ägypten und Algerien meldeten sich zwischendurch auch wieder. Und nun, im März 2020, ist in Idlib die große Flüchtlingskatastrophe gerade noch einmal abgewendet worden, die Europäer sind aus ihrer Trance kurz hochgeschreckt – Flüchtlinge? Wo? Wo? –, der Libanon ist bankrott, der Irak ohne Regierung, mit Qassem Soleimanis Tod Anfang des Jahres hat sich auch der letzte Rest Nimbus der Islamischen Republik Iran verflüchtigt, und bei Erdogan fragt man sich, wann er den einen entscheidenden Fahler zu viel macht. Und nun fluten die Saudis den Globus mit billigem Öl, und der Coronavirus mag nun Hassan Nasrallah, den Chef der Hisbollah, infiziert haben oder nicht – sie sehen plötzlich alle so alt und verletzlich aus.
Die Untergangsszenarien unterscheiden sich dabei je nach Herrschaftsmodell: Im Libanon oder im Irak bieten abgehalfterte politische Klassen ein fortwährendes Schmierenstück, in dem es nur noch um ihre beharrliche Weigerung geht, abzutreten. Im Irak ist gerade wieder eine Regierungsbildung gescheitert, und ob den Laden jemand bei dramatisch sinkenden Öleinnahmen übernehmen will, ist fraglich.
Im Libanon steht der Staatsbankrott in der Tür. Und im Iran rafft das Coronavirus hochsymbolisch Revolutionäre der Generation von 1979 dahin. Man hat es ungehindert gedeihen lassen, man brauchte jeden Wähler an den Urnen zur Parlamentswahl, und man mochte schon gar nicht die Pilgerschreine schließen. Wieder einmal Versagen und Zynismus auf der ganzen Linie. Da können die Revolutionsgarden nun auch dem Virus den Krieg erklären und die Pandemie martialisch mit Propaganda dekorieren, mit jedem verdienten Repräsentanten des Systems, der an der Infektion stirbt, beerdigt sich das System selbst. Und nun klagen sie, dass der Virus nur eine Verschwörung sein könne, weil er ja nur Amerikas Feinde treffe.
In der Falle
In der Türkei herrscht dagegen die Einmannshow. Sie heißt: Erdogan. Ihre Gegenwart und Zukunft: Erdogan. Die Perspektiven dieses Systems ohne Erdogan sind nicht längerfristiger als das Überleben von Coronaviren auf Türklinken. Das System Erdogan steht und fällt mit seiner Person, potentielle Konkurrenten, die ambitioniert und fähig waren, hat er geschasst und verprellt. Erdogan steht ganz alleine da.
Man mag sich nicht ausmalen, was alles auf seinen Schultern lastet, die Familie, der Anhang, die Fans und Wähler – ohne ihn säßen die einen am nächsten Tag im Knast oder im Exil und die anderen würden weggesäubert und arbeitslos. Daher auch die Relevanz von Putschgerüchten in der Türkei; Erdogans Herrschaft ist rein persönlich und das macht sie trotz allem Gepolter sehr fragil, er alleine muss das Alles am Laufen halten.
Die Angriffe auf die syrischen Kurden, das Drohen mit den Flüchtlingen, der Kauf der russischen Flugabwehrraketen und sein dubioses Verhältnis zu Islamisten, Erdogan hat es sich mit allen verdorben, mit seinen NATO-Partnern, zumal mit den USA, und mit der EU.
Über Idlib ist er nun auch noch mit seinem neuen Partner Putin aneinandergeraten, auf den er gleichzeitig angewiesen ist, und dem er doch auch militärisch etwas entgegenhalten musste. Ein extrem schwieriger und kräftezehrender Balanceakt, man muss sich nur den türkischen Präsidenten betrachten, wie Putin ihn zwei Minuten vor dem Audienzzimmer warten lässt, das russische Fernsehen ließ dazu eine eingeblendete Uhr laufen. Schließlich setzt sich Erdogan, müde sieht er aus, im Vordergrund steht der türkische Außenminister mit hängendem Kopf. So geht Demütigung.
Die Übereinkunft über Idlib, die sie schließlich getroffen haben, war so überraschend nicht, grob skizziert war sie hier schon Mitte Februar vorausgesagt. Das türkisch kontrollierte Gebiet ist weiter zusammengestutzt worden, die Stadt Idlib selbst bleibt unangetastet, die beiden strategischen Straßenverbindungen M4 und M3 werden geöffnet und gemeinsam von Russen und Türken kontrolliert.
Wie lange diese Vereinbarung Bestand haben wird ist die Frage, momentan und in nächster Zeit dürften aber beide Seiten ein starkes Interesse daran haben. Das gilt im Übrigen auch für die Europäer, hier ist nun tatsächlich einmal das Wort von der Realpolitik am Platz. Mag sich Erdogan mit einem Geldsegen und Versprechungen aus Europa auch innenpolitisch aufplustern können, er hat immerhin Assads Soldaten aufgehalten, und das Finale der Flüchtlingskatastrophe verhindert.
Die „Sicherheitszone“, der deutschen Bundeskanzlerin hat sich dagegen erwartungsgemäß in Luft aufgelöst. Bei einem Krisentreffen der EU-Außenminister wurde sie nicht einmal mehr erwähnt. Stattdessen kam das übliche inhaltsleere Gewäsch:
„Der Rat fordert eine dringende Deeskalation des Konflikts in Syrien, um ein Abgleiten in die internationale militärische Konfrontation zu verhindern und weiteres Leid zu verhindern. Der Rat bedauert den Verlust von Menschenleben. Der Rat erkennt auch die schwierige Situation an, mit der die Türkei aufgrund der Offensive in Idlib und ihrer Folgen konfrontiert ist.“
Amen. Die EU ist außenpolitisch nicht mehr handlungsfähig und auf Erdogans Panzer in Idlib und auf seine Grenzposten angewiesen. Erdogan ist wiederum ökonomisch auf die Europäer angewiesen. Die Währung, in der das verhandelt wird, sind Flüchtlinge.
Erdogan saß und sitzt in Idlib in der Falle, sein Militär schenkt den Islamisten Panzerfahrzeuge, um die Russen muss er vorsichtig herumbomben, nur syrisches und schiitisches Kanonenfutter darf man ungestraft wegsprengen. Zu hohe türkische Verluste kann er sich nicht leisten, und ein Flüchtlingsexodus über die türkische Grenze würde ihn wohl selbst den Kopf kosten. Für Erdogan war Syrienpolitik immer eine Verlängerung seiner Innenpolitik. Er hat sich in Idlib gerade noch einmal gerettet, aber für wie lange? Sein Ende wird ein jähes sein.
Ein Land auf Abbruch
Die klassische arabische Führerdiktatur Assads ist nachhaltiger aufgebaut als die neoosmanische Türkei Erdogans; Baschar Al-Assad steht auf einer ganz alleine auf ihn ausgerichteten Pyramide, und die ist der gesamte Staat. Wenn Assad fällt, stürzt alles ein, deswegen darf er nicht fallen. Sein volljähriger Sohn darf mittlerweile schon mal als Nachwuchsführer posieren– beim Besuch seiner alten Schule, mit strammstehendem Rektor. So soll sie also aussehen, die glorreiche fernere Zukunft von Syrien.
Die Frage ist nur, wer bis dahin die Betriebskosten bezahlt. Denn das ist ja die ganze Wahrheit hinter diesem fortwährenden Gerede, dass Assad „militärisch“ den Krieg gewonnen habe: Assad hat überhaupt nichts gewonnen, und militärisch schon mal gar nicht, dafür hat er kein Geld mehr. Assad hat den Krieg bisher überlebt. Das ist aber etwas grundsätzlich anderes als Siegen. Assads Armee ist militärisch eine Nullnummer – das hat die türkische Armee mit ihrem Drohnenkrieg ein paar Tage lang exemplarisch vorgeführt.
Zugleich gärt es fortwährend in seinem Herrschaftsbereich, dort wo er die Bevölkerung nicht ganz vertreiben konnte wie im Süden rund um Daara häufen sich Demonstrationen und Angriffe auf Checkpoints.
Gleichzeitig warten seine Anhänger auf ihren Bonus. Der mag mager ausfallen, aber er muss in irgendeiner Form gezahlt werden. So funktioniert das System. Doch Assads Reich ist ökonomisch gesehen nicht mehr von dieser Welt. Seine plündernden Eliteeinheiten haben bei ihrem Vormarsch in der Provinz Idlib Kochtöpfe und Plastikstühle zusammengerafft. Mehr ist da nicht mehr zu holen. In den letzten Jahren war Kupfer immer wieder der Hauptausfuhrartikel Syriens – Syrien fördert aber gar kein Kupfer. Es sind die herausgerissen Leitungsdrähte, die seine Milizen aus den Wänden der Häuser reißen. Assads Syrien ist ein Land auf Abbruch.
Assad muss daher den Krieg am Laufen halten, er hat seinen Leuten überhaupt nichts mehr zu bieten außer der Hoffnung auf später. Vermutlich wird er sich nun, wenn die Russen tatsächlich Ruhe in Idlib haben wollen, auf Nadelstiche gegen die Amerikaner im kurdischen Gebiet kaprizieren.
Der Krieg in Syrien soll vorbei sein? Mit der Realität hat diese Behauptung nichts zu tun. Einer der klarsten Beobachter des Konfliktes, Hassan Hassan, hat im Guardian darauf verwiesen, dass ein scheinbarer Sieg in Idlib nur die perfekte Voraussetzung für einen frischen islamistischen Aufstand gegen das Regime abgeben würde.
Es ist einfach nicht zu machen, mit Assad wird Syrien nie zum Frieden kommen und Assads ist ökonomisch fertig. Der wirtschaftliche und finanzielle Zusammenbruch des Libanon ist für ihn verheerend. Die syrische Wirtschaft ist symbiotisch mit der libanesischen verschmolzen. Über den Libanon wurden die Gelder für Syrien transferiert und gewaschen, über den Libanon wird der Import abgewickelt, ob für das Angebot des kleinen Händlers oder das Geschäft des der Assad-Tycoone. Assads Syrien ist ein ökonomisch totes Armenhaus. Um es mit einer berühmten Phrase von Bill Clinton zu sagen: It‘ the econiomy, stupid.
Also wird ein ökonomisches Phantasiereich beschworen, man will schnell Fabriken bauen und Importe durch Eigenfabrikation ersetzen ersetzten Transaktionen sollen nun über Banken und syrische Pfund abgewickelt werden müssen, und großzügig bietet die Staatsbank für imaginäre Inverstoren etwas bessere Tauschkonditionen als den offiziellen Wechselkurs. Ob die Russen sich auch daran halten werden, die die syrische Phosphatindustrie übernommen haben? Auch ein paar Schwarzwechsler hat man verhaftet – das ist alles hoffnungslos, als ob die Syrer nicht seit Jahrzehnten an solche staatssozialistischen Maßnahmen gewohnt wären.
Die Versorgung Syriens hat immer nur durch die über den Libanon vermittelte Schattenwirtschaft funktioniert, und auf dem Korruptionsindex von Transparency International steht Syrien auf dem vorletzten Platz von 180 Ländern (vor dem Schlusslicht Somalia).
Eine Niederlage nach der anderen
Und nun sackt der Ölpreis zusammen und mit ihm die Einnahmen der Region. Der saudische Staat unter der Führung des Kronprinzen Mohammed bin Salman hat in den letzten Jahren eine Niederlage nach der anderen einstecken müssen, man hat die iranischen Raketenangriffe auf eine der sensibelsten Stellen der saudischen Ölforderung hingenommen, als klar wurde, das aus Amerika keine substantielle Unterstützung kommt; aus dem Krieg in Syrien haben sich die Saudis schon vor Jahren zurückgezogen, und die Intervention im Jemen, einst gestartet als Prestigeobjekt bin Salmans, wird zu einem immer größeren Desaster.
Die Emiratis haben sich jüngst aus dem Konflikt mit ihren Truppen zurückgezogen, seitdem wird es für die Saudis immer schlimmer. Die Houthis bedrohen nun schon Marib, Stadt und die Region sind das letzte große Machtzentrum, dass die mit den Saudis verbündeten jemenitische Regierung im Nordjemen hält, die dortigen Stämme sind den Saudis traditionell verbunden. Dank der iranischen Waffenlieferungen und Technologietransfers verfügen die Houthis mittlerweile über Flugabwehrraketen, mit denen sie die saudische Luftwaffe bedrohen können. Nach dem ersten Abschuss eines Tornados Mitte Februar war klar, dass die einzige Waffengattung, die die Saudis wirklich gegen die Houthis in die Waagschale werfen konnten, dramatisch entwertet worden war.
Gerade hat Bin Salman wieder Schlagzeilen gemacht, als der vormalige Kronprinz und zwei weitere enge Verwandte aus dieser Linie verhaftet wurden, weil sie offenbar versucht hatten, bin Salman zu entmachten und von der Thronfolge auszuschließen. Und nun hat „MBS“ also auch noch einen globalen Ölkrieg angefangen.
Der Konflikt um die Förderquoten zielt auf Russland und auf die Ölschieferproduzenten in den USA, doch die Erschütterungen, die damit quasi nebenbei im Nahen Osten ausgelöst werden dürften, sind in möglichen Auswirkungen noch gar nicht absehbar. Was ist mit den Budgets des Iran oder des Irak? Selbst die saudischen Finanzen sind labil und bin Salman rutscht auf seiner Fahnenstange auch immer weiter vor. Da sind noch sehr viele Brüder und Onkel, die endlich einmal genug haben könnten von dem schnittigen Kronprinz, der ein Desaster nach dem anderen produziert.
Und so geht es munter weiter den Untergängen entgegen, immer weiter über den Abgrund hinaus. Dann kommt der freie Fall. Es wird ein entscheidendes Jahr im Nahen Osten.

Es ist wahrlich kein Trost, in der schlimmsten sozialen und wirtschaftlichen Krise, die Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg heimsucht, eine ausgewiesen dumme Nuss an der Spitze der Staatsführung registrieren zu müssen.
„Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da. Das müssen wir alle verstehen“ –
so Frau Merkel auf der Bundespressekonferenz zur Corona-Pandemie, die Deutschland jetzt mit Macht erfasst hat.
Es haut einen um von der Sprachgewalt dieser Aussage. Glaubt Frau Merkel, auf sprachlichem Vorschul-Niveau mit uns und der Welt kommunizieren zu müssen?Erinnern wir uns an ihren Kommentar zu dem von ihr veranlassten Flüchtlingszustrom 2015:
„Nun sind sie halt da.“
Und an den törichten, irgendwie aber auch drohenden Ausspruch in diesem Zusammenhang:
„Wir schaffen das, und wo uns etwas im Weg steht, muss es überwunden werden“.
Und nun ist es halt da, das Coronavirus und Frau Merkel appelliert an das Verständnis des Volkes dafür.
Wir sollen auf Sozialkontakte verzichten, empfiehlt uns Merkel, denn das Coronavirus sei „eine unbekannte Herausforderung für uns“ – das als Quintessenz der Beratung mit ihren Ministern und Experten.
Deutschland hat für die Welt immer etwas Besonderes vorzuweisen und sei es einen lispelnden, Nägel-kauenden Piesepampel an der Staatsspitze.
Wann werden wir endlich von dieser Simplicia Simplicissima erlöst?
Schon 2009 stöhnte Eckhard Henscheid: „Es geht nicht mehr…“ und schrieb über die öden rhetorischen Verlautbarungen und die dröge Formulierungskunst der Kanzlerin:
Die Platitüdität (ihrer) Sätze in Serie reicht einer ganz neuartigen „Banalität des Bösen“ (Hannah Arendt), die schweißige Hand seitlich der schwitzfleckenfeuchten Hosenanzugsjacke. Der bestürzende Dummsinn, die behämmerte und zugleich behämmernde, die uns am Ende richtig zuschüttende Impertinenz, die der einstmals mitteldeutsche Seelenknödel im Hosenanzug täglich, ja wer weiß (und wäre nicht gerne nah dabei) stündlich produziert und ausschüttet: Er überragt inzwischen längst die oftmals ja sogar kunstvolle Nichtigkeit der Rede ihres Lehrmeisters Helmut Kohl oder aber auch die Komik eines komischen Selbstläufers, dessen Banausität bis hin zur Debilität aber ja ohnehin mehr eine sich selbst fortzeugende Legende war.
Weitere elf Jahre mussten wir Merkel ertragen, keiner erbarmte sich – schon gar nicht der doofe deutsche Wähler – endlich dieses Ungeheuer der CDU abstimmungsmäßig zu „meucheln“.
„Angela Merkel“ – frei nach Theodor Fontane:
Wir haben sie ertragen fünfzehn Jahr
Und wir können es nicht tragen mehr!
Wann immer die Welt am schönsten war,
Da machte sie es uns öd‘ und schwer.
Im Mittelalter war Byzanz das mächtigste Staatengebilde Europas im Mittelmeerraum und dem „Nahen Osten“. Das Byzantinische Reich hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Weltkultur und -politik. Die byzantinische Zivilisation beteiligte sich am Erhalt des alten Wissens und verbreitete das Christentum in der gesamten slawischen Welt und in Kleinasien. Konstantinopel blieb jahrhundertelang die große Stadt des christlichen Europas.
Das „Griechische Rom“ war in seiner Geschichte wechselnden Angriffen von „Bestien, Türken und Barbaren des Okzidents“ und anderem „Völker-Kroppzeug“ ausgesetzt, wie „Sir Galahad“* es in seinem Buch „Byzanz – von Kaisern, Engeln und Eunuchen“ aus dem Jahr 1937 schildert:
„Seit dem siebenten Jahrhundert fabrizierte man nach streng gehütetem Verfahren das geheimnisvolle „Griechische Feuer„, die immer neu verbesserte Erfindung des Syrers Callinicus. „Verbündete“, etwa Bulgaren, erhielten nur die fertigen Präparate samt den Kriegsmaschinen und bedienenden Ingenieuren geliefert. Ausschließlich dieses Feuer hat im siebenten Jahrhundert die Ausbreitung des Islams zum Stehen gebracht, es entscheidet die wichtigsten Schlachten, sichert die Freiheit der Meere und stürzt Igors aggressive Russen in die See; sie springen lieber schwer bewaffnet in den sicheren Ertrinkungstod, statt an solch infernalischer Glut zu sterben. Ihre 10.000 Barken zischen unter seinem Regen restlos in den Grund.“

Zu den „Barbaren des Okzidents“ sind auch die westeuropäischen Kreuzritter zu zählen. 1204 eroberten die Kreuzfahrer Konstantinopel, plünderten es aus und teilten das Reich unter sich auf, 1261 gelang schließlich den Griechen die Rückeroberung. Die Regierungsperiode der Kreuzritter brachte den Christen in Palästina keine Hilfe. Stattdessen beraubte man sie ihrer möglichen Helfer und stürzte das gesamte Verteidigungswerk der Christenheit um.
Europa hat also die Griechen schon einmal ruiniert!
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* Sir Galahad ist das Pseudonym der österreichischen Schriftstellerin und Journalistin Bertha Eckstein-Diener (1874 – 1948)
„Byzanz – von Kaisern, Engeln und Eunuchen“ – Leipzig und Wien 1937.
Der australische Historiker Christopher Clark beschreibt in seinem großen Werk „Die Schlafwandler“, wie die Nationen 1914 gleichwohl in den Ersten Weltkrieg taumelten. Die Eskalation der Krise wurde durch die begleitende aggressive Rhetorik maßgeblich befeuert.
Im Kampf gegen das Coronavirus scheinen nun die einschlägig Verdächtigen fast wieder in ähnliche Verhaltensmuster wie seinerzeit zu verfallen.
Die USA haben ihre Grenzen geschlossen und einen Einreise-Stop für Europäer verfügt – mit Ausnahme von Bürgern Großbritanniens. Grenzschließungen werden von Südkorea bis Österreich berichtet. Warum nicht?
Donald Trump warf aber in seiner Ansprache den EU-Staaten vor, nicht rasch genug auf die Ausbreitung des neuartigen Erregers reagiert zu haben. Der Leiter der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, bezeichnete dazu Europa als die „wahre Bedrohung“ für die USA in der Corona-Krise.
Donald Trump hat die internationalen Märkte auf eine gefährliche Talfahrt geschickt, behauptet denn die FAZ. Der Dax fällt unter 10.000 Punkte. Manche würden den Blitzcrash bereits mit dem Großen Sturz von 1929 vergleichen, der eine Weltwirtschaftskrise nach sich zog.
Also ein Schuldiger der kommenden Katastrophen für uns ist schon identifiziert und nebenbei: die angloamerikanische Achse scheint wieder mal reanimiert.
Die EU prüft die Maßnahmen der USA, heißt es. Ein Kommentator bei Welt-online meint dazu trefflich: „Was wollen die Eurokraten denn hier prüfen? Wenn Trump die Grenze zumacht, kann VdL einen Nackttanz aufführen und es wird nichts daran ändern.“
Auch innerhalb Europas sucht man nach Sündenböcken. Ein italienisches Forscherteam glaubt, dass Sars-CoV-2 aus München nach Italien eingeschleppt wurde – nicht aus China, wie bisher angenommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Tschechien führt scharfe Grenzkontrollen zu den Nachbarstaaten Deutschland und Österreich ein. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat der Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, Panik zu verbreiten. Zuvor hatte Merkel erklärt, dass nach Angaben von Experten 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infiziert werden könnten, solange es weder Therapie noch Impfstoff gebe. Sein Land habe zügig Maßnahmen ergriffen, damit von einem solchen „dunklen Szenario“ keine Rede sein könne, erklärte der Tscheche.

Sign „Attention state border“ on the border of Germany, Austria, Czech Republic, Bavarian Forest, Sumava National Park
Man muss eine militärische Auseinandersetzung der Schlafwandler gewiss nicht fürchten, die Auswirkungen der Corona-Pandemie könnten aber durchaus in eine Art Wirtschaftskrieg führen. Die Globalisierungsstrategen und One-World-Ideologen werden wohl einen heftigen Rückschlag erfahren. Ob sie sich von dem erholen werden?
Die so oft beschworene internationale Solidarität bei Katastrophen ist denn auch nicht so tragfähig, wie oft behauptet wird. Das Hemd ist einem näher als der Rock und so feiern denn nationale Egoismen wieder ihre Urständ.
Und die Medien befeuern die täglichen Katastrophenschilderungen mit Meldungen, wie oben von mir wiedergegeben.
Wer hat anderes für wahrscheinlich gehalten?
Nichts ist neu unter der Sonne …