Deutschland verlassen?

«Wenn alle Institutionen zweifelhaft
oder sogar anrüchig werden (…)
dann geht die sittliche Verantwortung
auf den Einzelnen über oder, besser gesagt,
auf den noch ungebrochenen Einzelnen.»

Ernst Jünger – Der Waldgang

Im Gespräch mit meinem Freund an unserem letzten, wöchentlich stattfindenden »Nazi-Stammtisch«: er just zurück von einem Aufenthalt in der kleinen, sehr katholischen Universitätsstadt Trnava in der Slowakei, meinte, dass er sich dort doch eine »Liegenschaft« zulegen möchte; um einen Rückzugsort zu haben, wenn es hierzulande noch schlimmer werden würde. Was wohl zu erwarten ist.
Als hier härteste Maßnahmen wg. Corona eingeführt wurden, ging man dort angeblich sehr viel lockerer um.
Maskenträger seien jetzt in der Öffentlichkeit nicht oder kaum mehr zu beobachten, »Vielfalt« mit Kopftuchfrauen, dunkel-pigmentierten oder glutäugigen Südländern ebenso wenig.
Man habe noch Stolz und ein Nationalbewusstsein und Traditionen würden hochgehalten.
Alles Dinge, die man sich hier erst wieder herbei phantasieren möchte.

Ich habe dagegen gehalten: wir beide – selber Jahrgang – Nachkommen von Heimatvertriebenen aus Böhmen, sind doch im Grunde zu bodenständig und emotional gebunden an unser Deutschland; sind noch wohlhabend genug, um nur wenig Bange vor der Zukunft zu haben; noch geistig agil, um diesbezüglich und sozial zu überleben usw.
Was würden wir zurücklassen?
Er: eine Tochter und einen Enkelsohn, ein Haus in der hessischen Provinz, einen Freundes- und Kulturkreis, dessen Bedeutung sage ich, man erst erfährt, wenn er auf einmal nicht mehr vorhanden ist.
Ich war nie der »Kosmopolit« wie er: vielgereister Professor für Afrikanistik, Erforscher südlicher Kulturen und Sprachen; ich war schon immer „erdverbundener“ als er.
Meine Familie mit inzwischen neun Enkelkindern ist mir am wichtigsten geworden, auch wenn die ihr eigenes Leben führen. Aber ich möchte mich nicht von ihnen abgeschnitten sehen. Und auch nicht von meiner fränkischen Heimat mit all dem Wunderbaren; mit Dingen, die einen die staatlichen und gesellschaftlichen Widrigkeiten um einen herum vergessen machen können.
Dann auch der Gedanke: warum habe ich mich eigentlich für meine »Biotope« engagiert, wenn ich die jetzt aufgeben sollte? Zwar vorwiegend lokale Engagements, in öffentlichen Ehrenämtern, mehr oder minder mit »Herzblut«.

Fluchtgründe

Fliehen vor diesen »Flüchtenden«, die uns und unser Land jetzt »bereichern«: mit erschreckend ansteigender Kriminalität um uns herum, mit Okkupation unserer Öffentlichkeit durch nicht nur fremd klingende Sprachlaute, Kleidung und Gebaren? Die mit Hilfe verantwortungsloser Politiker unser Sozialsystem ausbeuten und zerstören. Fliehen vor dieser Politik und den Politikern, die uns Steuerzahler mehr und mehr schröpfen, unsere Ersparnisse kaputt machen und Wirtschaft und Infrastruktur verrotten lassen; uns mithilfe irrationaler Generierung von Angst Gründe für den Abbau unserer Freiheitsrechte erfinden? Fliehen vor dieser Kulturlosigkeit mit Zerstörung all dessen, was uns einst heilig war: Familie, Freundschaft, Sittlichkeit, Benimm, Sauberkeit, Fleiß, Heimatliebe usw.? Fliehen vor dieser verschwuchtelten und hypererotisierten Lebenswelt? Fliehen aus einer Gesellschaft, die jeden kritischen Geist kriminalisiert und sozial ausgrenzt? Fliehen aus der zunehmenden Verslumung auch der Provinz?

Es scheint Gründe genug zu geben.

Dazu der Zusatz, welche eigentliche Gründe für Auswanderung bei den Deutschen zu finden sind.

»Die meisten Deutschen verlassen aus beruflichen Gründen (66,9 Prozent) das Land, neue Erfahrungen zu machen, ist für 72,2 Prozent das wichtigste Motiv. 41,4 Prozent der Befragten nennen Unzufriedenheit mit dem Leben in Deutschland als Beweggrund für eine Auswanderung. Ein höheres Einkommen im Ausland erhoffen sich 46,9 Prozent …
Unzufriedenheit im derzeitigen Land – jahrelange Arbeitslosigkeit, nervende Nachbarn, altgewordene Streitigkeiten, falsche Coronapolitik/Impfpflicht, ja selbst eine lange Schlechtwetterperiode oder ein zu kaltes Klima können für Menschen ein Grund sein, den Schritt ins Ungewisse zu wagen.« heißt es in einschlägigen Studien.“

Aber dann: Unzufriedenheit mit ihrem Leben im Ausland geben 40,4 Prozent an – ein Wert, der fast genauso hoch ist, wie der Wert der Unzufriedenheit mit dem Leben in Deutschland selbst.
Also findet man dort auch nicht das erhoffte Glück und Zufriedenheit. Wobei gefühlsbestimmte Gründe wie Verlust oder Sehnsucht nach der verlassenen Heimat dabei nicht erwähnt werden.

Wohin?

Kann man in Zeiten der Globalisierung, des beabsichtigten „Great Reset“, der weltweiten Fluchtbewegungen überhaupt noch einen Ort mit Zivilisation finden, wo man den beklagten Vorgängen fliehen kann, vor Krieg, Kriminalität, Verslumung, individueller Freiheitsberaubung sicher ist?

Was tun?

Dableiben und abwarten – ob sich endlich die bisher noch stumme Mehrheit wehren wird gegen das Diktat der Minderheiten, Migranten-Kriminalität und einer despotischen Obrigkeit? Ist das ohne Gewalt noch möglich?
Wir leben doch ohnehin schon im latenten, einem »molekularen« Bürgerkrieg (Hans Magnus Enzensberger):

»Wer die nötigen Mittel hat, wird sich schon in einem frühen Stadium Söldner suchen, die an Stelle der Polizei treten. Ein deutliches Zeichen ist das Wachstum der sogenannten Sicherheitsbranche. Der Leibwächter avanciert zum Statussymbol. Schwarze Sheriffs werden sogar von staatlichen Stellen engagiert, um die Infrastruktur zu schützen. Dort, wo den Stadtbewohnern gemietete Wachen zu teuer sind, bilden sich Bürgerwehren und vigilant groups. Wer dazu nicht in der Lage ist, wird sich früher oder später wenigstens eine Handfeuerwaffe beschaffen…«.

Das erschien 1993.
Fast dreißig Jahre später ist nichts von derartiger Bewaffnung oder Aufrüstung zu vermelden. Der deutsche Michel behält weiter seine Schlafmütze auf, der Staat treibt schon kleinste aufmüpfige Regungen mit Gegenmaßnahmen aus – und den verdummten Deutschen gehen die Augen nicht auf. Mit den Mitteln des Verfassungsschutzes und ständig neuen restriktiven Verordnungen und Gesetzen – Stichwort Kampf gegen rechts – lassen sich die Deutschen kujonieren.
Der Bürgerkrieg der Migranten untereinander und vor allem gegen unsere Kultur wird jedoch nicht unterbunden; er scheint den Regierenden gar willkommen.

Aber wird man sich das wirklich noch weiter gefallen lassen? Erst, wenn es ans »Eingemachte«, an den Rest von elementarem Lebensstandard und Bequemlichkeit geht?
Ich habe da für meine Landsleute meine Zweifel. Vielleicht im Osten kann es zu verändernden Gärungen kommen, bestimmt nicht im wohlstandsverwahrlosten Westen, der Alt-BRD, mit diesen für Kultur und Werte schon lange verlorengegangen Großstädten und Regionen.

Meine Meinung bzw, Befürchtung.

Was kann ich persönlich tun?

Auch wenn es resignierend klingt: fast am Ende meines Lebens, mit angeschlagener Gesundheit, fehlt mir inzwischen die physische Kraft zu aktiver Revolte und »bewaffnetem« Aufbeghren. Aber intellektueller Widerstand ist noch möglich … und sei es Im Rahmen des Waldgangs: Ein Trost für mich in meinem Alter – und ein »Hoffnungskapital« im Blick auf meine Nachkommen.

Co – Dr. Milosz Matuschek

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5 Antworten zu Deutschland verlassen?

  1. Ignatius Hambach sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Ebenhöh,
    ich bin mit Ihrem Text d’accord.
    Und mich (Bj. 1946) hat die Überlegung eines eingeschränkten sozialen Umfeld, der fehlende Arzt, dem man vertraut, der erschwerte Kulturzugang, die Einschränkung des Umgangs mit den sechs Enkeln usw. usf. ein schon ziemlich weitgediehenen Projekt für den Wegzug aus DE abzubrechen lassen. Wenn es mich juckt, buche ich eine schöne Reise (2022: Segeltour von Safaga (Egy) nach Griechenland, ein Kanalinselausflug und zu Silvester nach Teneriffa) oder setze mich in mein Wohnmobil und fahre wohin es mich treibt. Das Geld muß unter die Leute, bevor es nichts mehr Wert ist.
    Man sollte sich das Leben von den Fräuleins“ Mehr Breit als Hoch“ wie auch Mega-„Promoventen“ und ähnlichen Gigakompetenten nicht versauen lassen. Und Berufshysteriker haben mich noch nie tangiert. Bei mit trägt nur der Rückspiegel eine FFP2-Maske und der Autoauspuff ein Regenbogenband. Für mich gilt „Das Leben ist lebensgefährlich, wenn es dieses nicht mehr ist, ist man tot.“
    Lassen Sie es sich einfach gut gehen, bleiben Sie weiter klar formulieren, bissig und verständnisvoll. Mit bestem Gruß I.H.

  2. I.H. sagt:

    Sorry: …klar formulierend…

  3. KW sagt:

    Mittlerweile ist das Böse=Zerstörerische nicht lokal begrenzt, nein, es tobt global. Überall Menschenbrei, Masken, widerliche Kunst und Architektur. Wir wehrten nie den Anfängen in den 60ern. Jetzt wähnen die sich auf der Siegerstraße, und sie sind es auch, alles wurde vereinheitlicht, vereinfacht, die Städte sehen gleich aus, Homeoffice, dieselbe Kleidung, Beziehungen, Völker—alles kaputt. Wir müssen warten, bis die Masse aufwacht und sich geballter Widerstand regt, wie jetzt beim Berliner Stadtschloß. Ihre Argumente sind immer gleich, die Gegner sind rächts, antisemitisch usw usf. Gähn. Laßt sie totlaufen. Irgendwann kommen die Deutschen zurück, die Polen hauen ab, genauso der Rest. Geht alle nach Hause, spätestens wenn das Geld hier alle ist..
    Woanders ist es nicht anders als hier, Masken, neobolschewistische Propaganda.

  4. JL sagt:

    Lieber Altmod, Jüngers Waldgänger ist mir auch seit der ersten Lektüre genau dazu geworden: Eine Möglichkeit aus der man Hoffnung und Richtung gewinnen kann angesichts der totalen Übermacht der Freiheitsfeinde und ihrer zunehmend totalitären Anmaßungen. Meine größte Sorge: Wie man für die eigenen Kinder (bzw. die Enkelgeneration) diese Perspektive sichern kann und sie nicht an den Indoktrinationsapparat verliert (Gendersprech, Sexualpädagogik der Vielfalt, Akzeptanz statt Toleranz, kritische Rassismusstheorie, im Kindergarten: Lieder über die Freude des Abstandhaltens „…wir fassen uns NICHT an den Händen…“ ) . Ich möchte mein Land auch nicht verlassen und meinen Kindern das Wurzelschlagen ermöglichen. Wohin auch? Es kann aber sein, dass meine Generation doch noch gezwungen sein wird, das eigene Leben komplett umzukrempeln…

    • KW sagt:

      JL, wir müssen unser Leben komplett umkrempeln, ewiges Wachstum gibt es nicht. Alles Gute hat sich ins Gegenteil gekehrt. Wir kamen aus der DDR, aber die Werbungserzeugnisse schmeckten nicht, zu süß, zu bunt. Die Reiserei ging uns 2005 gewaltig auf den Keks wegen der Rundumbetreuung, der Nachtflüge mit Zwischenlandungen. Aber es gibt Zeitgenossen, die einfach nichts merken.
      Wie leben wirklich ganz anders als vor 10-15 Jahren. Aber was soll man von der Masse halten, die Körperverletzung zuläßt, um wieder ins Restaurant oder Kino gehen zu können? Meine Enkel sind schwer i.O., obwohl mein Sohn einen an der Marmel hat, wie seine nun 2. Partnerin auch. Aber ich habe immer meine Meinung gesagt, z.B. kam der Quatsch der 7 Klässlerin, daß viele sich für ihr Geschlecht nicht entscheiden können. Meine Gegenfrage: „Seid Ihr auch so dumm? Ich wußte schon mit 2, was ich bin.“ Aus die Diskussion. Unser Gegner ist dumm, man muß ihn entlarven, was ganz leicht ist. Unser Nachteil: Wir haben keine Propagandamschinerie. Es geht schon bei Diktattexten los. Dieser Gegner ist überall, und er ist fleißig im Zerstören. Die Kleinste spielt nicht mit Ausländern, da sind wir nun mal rassistisch und stehen auch dazu. Ich kann nicht jedes Menschen Freund sein, es gibt natürliche Abneigung, die ich auch habe beim Anblick rassisch fremder Menschen. Es ist eine biologische Regung, die angeboren ist und zum Selbstschutz dazugehört. Was die uns anerziehen wollen, ist Müll. Das Schlimme ist, daß sie ihre kranke Ideologie mit § stützen und mit Repressalien bestrafen. Sowas ging in der DDR auch nur 40 Jahre. Die Grippe geht ins 3. Jahr, wie lange noch?

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