Wieder da!

Liebe Leser, liebe Freunde,

nach einer Woche Auszeit meldet sich Altmod wieder zurück. Der Blog wurde von irgend jemandem „gehackt“, sodass die Seite gesperrt werden musste.

Ich starte neu, zunächst mit einer abgespeckten Version von „altmod“, da meine früheren Posts aufgrund der gründlichen Verseuchung nicht mehr allein aus einem Backup wiederhergestellt werden konnten. Es gelang mir nicht, die Seite auf direktem Weg wieder aufzuspielen. Ich werde aber versuchen, die früheren Inhalte, soweit diese meinen Lesern und mir wichtig sind, nach und nach wieder hier einstellen.
Ich weiß nicht, wer mir diesen Streich gespielt hat. Die „Antifa“, ein von mir als Denunziant geouteter „Kreativer“ oder einfach nur irgendein sonstiger Internet-Krimineller, der mein Forum für Spam-Verbreitung nutzen konnte.

Ich will mich nicht als Märtyrer geben, habe ich doch möglicherweise aufgrund nicht ganz ausreichender Schutz-Maßnahmen den Zugang zu meinem Webspace zu leicht erreichbar gehalten. Das soll mir künftig nicht mehr passieren.

Auf ein Neues

Dr. Gottfried Ebenhöh;

„altmod“

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DER HINTERBRINGER

von Elias Canetti

Der Hinterbringer mag nichts für sich behalten, was einen andern kränken könnte. Er beeilt sich und kommt anderen Hinterbringern zuvor. Manchmal ist es ein bitteres Rennen, und obwohl sie nicht alle vom gleichen Punkt losgehen, spürt er, wie nah die andern schon sind und überholt sie in riesigen Sprüngen. Er sagt es sehr rasch und es ist ein Geheimnis. Niemand darf davon erfahren, daß er es weiß. Er erwartet Dankbarkeit und sie besteht in Diskretion. »Ich sag’s nur Ihnen. Es geht nur Sie etwas an.« Der Hinterbringer weiß, wenn eine Stellung bedroht ist. Da er sich so rasch fortbewegt, er beeilt sich sehr, wächst die Bedrohung auf dem Weg. Er kommt an und es ist schon ganz sicher. »Sie werden entlassen.« Der Betroffene erbleicht. »Wann?« fragt er und »Wieso? Man hat mir nichts gesagt.« »Man hält es geheim. Man wird es Ihnen im allerletzten Augenblick sagen. Ich mußte Sie warnen. Verraten Sie mich aber nicht.« Dann hält er eine ausführliche Rede darüber, wie furchtbar es wäre, wenn man ihn verriete, und während das Opfer noch keine Zeit hatte, die eigene Gefahr ganz zu ermessen, fühlt es schon Mitleid mit dem Hinterbringer, diesem besten Freund.

Der Hinterbringer läßt sich keine Beleidigung entgehen, die im Zorn geäußert wurde und sorgt dafür, daß sie den Beleidigten erreicht. Weniger gern hinterbringt er Lob, aber um zu beweisen, wie gut er gesinnt ist, zwingt er sich bisweilen dazu. In solchen Fällen beeilt er sich nicht und zögert noch an Ort und Stelle. Das Lob liegt ihm wie ekles Gift auf der Zunge. Bevor er es ausspuckt, glaubt er zu ersticken. Schließlich sagt er’s, aber sehr keusch, als hätte er Scheu vor der Nacktheit des Andern.

Sonst kennt er weder Scham noch Ekel. »Sie müssen sich wehren! Sie müssen etwas tun! Sie können das nicht einfach hinnehmen!« Er berät den Betroffenen gern, schon weil es länger dauert. Seine Ratschläge sind so, daß sie die Angst des Opfers vergrößern. Es ist ihm ja nur um das Vertrauen der Menschen zu tun, ohne Vertrauen kann er nicht leben.

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Die Nation der Denunzianten

Die Deutschen hätten sich seit der Nazi-Zeit nicht geändert. Sie seien geblieben, was sie unter ihrem „Führer“ gewesen seien: die „Nation der Denunzianten“, behauptete Rolf Hochhuth, als sich im Jahre 2007 junge sog. Historiker daransetzten, die Schriftsteller Martin Walser und Siegfried Lenz und den populären Kabarettisten Dieter Hildebrand ob ihrer früheren NSDAP-Mitgliedschaft zu dekuvrieren. Aber…

weber-dennuziant

Paul A. Weber: Der Denunziant

Was ist ein Denunziant?

Bedeutungsgleiche Wörter sind in der deutschen Sprache: Verräter · Anschwärzer · Judas · Verleumder · Zuträger · Petze(r)

Unter Denunziation (lat. denuntiare, „absprechend berichten, Anzeige/Meldung machen“; denuntiatio, „Ankündigung, Androhung“) versteht man laut Wikipedia „die – häufig anonyme – öffentliche Beschuldigung oder Anzeige einer Person oder Gruppe aus nicht selten niedrigen persönlichen oder oft politischen Beweggründen, von deren Ergebnis der Denunziant sich selbst oder den durch ihn vertretenen Interessen einen Vorteil verspricht.“

Heinrich Heine wurde einst mit Zensur und Schreibverbot drangsaliert. In seiner Polemik „Über den Denunzianten“ greift er den damaligen Literaturkritiker Wolfgang Wenzel an – schon historisch ein echter „Wendehals“ – der Heine der Franzosenfreundschaft und damit der Staatsfeindschaft bezichtigte. In seinem Traktat sieht aber Heinrich Heine den Volkscharakter der Deutschen aber durchaus positiver als der Gegenwartsautor R. Hochhuth. Das will ich an dieser Stelle nicht vorenthalten:

Die erste Tugend der Germanen ist eine gewisse Treue, eine gewisse schwerfällige, aber rührend großmütige Treue. Der Deutsche schlägt sich selbst für die schlechteste Sache, wenn er einmal Handgeld empfangen, oder auch nur im Rausche seinen Beistand versprochen; er schlägt sich alsdann mit seufzendem Herzen, aber er schlägt sich; wie auch die bessere Überzeugung in seiner Brust murre, er kann sich doch nicht entschließen die Fahne zu verlassen, und er verläßt sie am allerwenigsten, wenn seine Partei in Gefahr oder vielleicht gar von feindlicher Übermacht umzingelt ist … Daß er alsdann zu den Gegnern überliefe, ist weder dem deutschen Charakter angemessen, noch dem Charakter irgendeines anderen Volkes … Aber in diesem Falle noch gar als Denunziant zu agieren, das kann nur ein Schurke.

Der bekannte Spruch „Der größte Schuft im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant!“ wird dem Dichter des Deutschlandliedes Hofmann von Fallersleben zugeschrieben. In Wirklichkeit ist der Ausspruch wohl auf ein Gedicht des Sozialdemokraten Max Kegel (1850-1902) zurückzuführen, 1884 zur Zeit der Bismarck´schen Sozialistengesetze im „Wahren Jakob“ veröffentlicht. Wie im „Vormärz“ zur Zeit Heinrich Heines ging es hier um das Spitzeltum für die staatliche Obrigkeit.

Willst wissen du, mein lieber Christ,
Wer aller Menschen Auswurf ist?
Die Antwort liegt ja auf der Hand:
Es ist allein der Denunziant.

Gefährlich ist ein toller Hund,
Gefährlich ist der Lügenmund,
Gefährlich ist, wer stiftet Brand,
Gefährlicher der Denunziant.

Verpestet ist fürwahr die Luft,
Wo atmet solch ein Schelm und Schuft.
Verpestet ist ein ganzes Land,
Wo schleicht herum der Denunziant.

Der Wilde selber, der Barbar
Der Afrikaner rohe Schar
Hält hoch der Treue heilig Band,
Das frech entweiht der Denunziant.

Durchs ganze Leben Schimpf und Schmach
Geht ihm voran und folgt ihm nach.
Der Menschheit Schandfleck wird genannt
Der niederträcht´ge Denunziant.

Wird er erblickt im Freundeskreis,
Macht man ihm bald die Hölle heiß
Und ruft, ist er erst einmal erkannt:
Hinaus! Er ist ein Denunziant.

Und wenn er einst im Grabe liegt
Und seine Seel‘ nach oben fliegt,
Ruft Petrus: Fort, Halunk! Verbannt
Von hier ist jeder Denunziant.

Der Untertan

Aus der Endzeit der Wilhelminischen Ära stammt der Roman „Der Untertan“ von Heinrich Mann. Die tragende Figur der Geschichte, Diederich Heßling, ist ein armer Wicht, ein Denunziant, ein Opportunist und ist charakterlich in der tiefsten Schublade angesiedelt. Die Satire von H. Mann wird gerne gar von der „Wissenschaft“ herangezogen, um den unverbesserlichen deutschen Charakter als obrigkeitshörig, unterwürfig und autoritätsgläubig in negativster Bedeutung als zutreffend herauszustellen. „Der Untertan“ ist aber einer tieferen Betrachtung wert, als ihn 68er Klischees zu unterwerfen:

„(Heßling) … ist kein bloßer Epochen-, sondern eher ein überzeitlicher Charaktertypus, der sich in Umbruchs und Krisenzeiten besonders wirksam inszeniert. Heute nicht weniger als vor hundert Jahren. Jeder kann ihn gegenwärtig geradezu täglich am Werk sehen, sofern er ihn nicht dort sucht, wo er groteskerweise vom Mainstream verortet wird: bei irgendwelchen wirklichen oder imaginären »Rechten«. Dort ist er nämlich gewiß nicht, weil ein Untertan ständig bei den jeweiligen Siegern der Geschichte weilt – also ständig oben und nach unten tretend. Er verkörpert stets die gerade verkündete Staatsgesinnung, sei es Kaisertreue, Nationalismus und »schimmernde Wehr«, sei es »wehrhafte Demokratie, Pazifismus, identifikationsloses Aufgehen in globalen oder europäischen Organisationsformen oder durch Bevölkerungsaustausch. Er votiert je nach Stimmungslage für Denkmalbau oder -sturz, Judenhatz oder Judenverklärung, für oder gegen Toleranz, wobei der Unterschied nicht groß ist, weil gerade seine Unterstützung eines solchen Projekts stets auf Verfolgung hinausläuft.“

Schreibt Prof. Günter Scholdt in seinem bei Sezession erschienenen Text „Der ewige Denunziant: Heinrich Manns Untertan“.

Der ewige Denunziant

Mit diesem Text sind wir in unserer Zeit angelangt. Der Denunziant kann hierzulande, im „freiesten Staat auf deutschem Boden“ gleichermaßen Schutz durch Behörden erlangen, auch wenn er jemanden absichtlich mit nachweislichen Falschaussagen denunziert. Als Beispiel dazu der Fall einer Regensburger Familie, die von einer wenig wohlwollenden oder bösartigen Person mit unwahren Behauptungen beim Jugendamt angeschwärzt wurde. Eine Klage gegen dieses Subjekt, das „niederträchtige, denunziantische und verleumderische unwahre Behauptungen“ in die Welt gesetzt habe – so der Rechtsanwalt der Familie – wurde vom Regensburger Verwaltungsgericht unter Berufung auf Datenschutz abgewiesen.
Den Kindern zuliebe: Rechtsfreier Raum für Denunzianten


Denunziation als Symptom nichtfreiheitlicher Systeme

„Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nichtfreiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muß, daß er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt« (wikipedia).

Damit kommen wir zur politischen Dimension der Denunziation im gegenwärtigen System.

Zum Machterhalt oder Ausbau der Macht im Staate ist es für einen Machthaber wichtig, Informationen über gegnerische, gemeingefährliche politische Kräfte oder auch nur über extrem unzufriedene Staatsbürger zu erhalten. Dieses Geschäft erledigen normalerweise Geheimdienste, in der bunten Republik der sog. Verfassungsschutz oder besondere Polizeigliederungen nach Auftrag; in unserer Demokratie mit angeblich demokratisch-parlamentarischer Kontrolle. Man müsste meinen, dass dies im freiheitlichen System zur Stabilisierung von Staat und Gesellschaft ausreichend sei; besonders nach den spezifisch deutschen Erfahrungen mit Gestapo und Stasi. Aber auch in unserem „freiesten Staat auf deutschem Boden“, benutzen die Machthaber in immer stärkerem Ausmaß Denunziation durch freiwillige Helfer und nichtstaatliche Organisationen. Das System der politischen Korrektheit, das Durchdringen aller staatlichen, gesellschaftlichen Strukturen, von Verwaltung und Justiz, von Wissenschaft und Publizistik, unserer gesamten „Zivilgesellschaft“, mit der links-grünen, neukommunistisch totalitären Ideenlehre, hat einen für Deutschland eigentlich nicht mehr vorstellbaren Nährboden für Denunziation, Anprangerung, Verfolgung und Ausgrenzung geschaffen – mit Weckung nicht mehr möglich geglaubter destruktiver Kräfte. Wir haben inzwischen eindeutig „nichtfreiheitliche Verhältnisse“ nach unseren Ansprüchen. Der Bundesjustizminster versteht seinen Auftrag nicht mehr als Wahrer der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland, er versteht sich eher als Vorstand einer Art Reichsicherheitshauptamt. Um seine Absichten ins Werk setzen, greift er auf die Hilfe staatlich nicht legitimierter Institutionen und Personen zurück. Dutzende Organisationen und „Wissenschaftler“ bewerben sich zusätzlich um staatliche Zuwendungen aus den Steuertöpfen und liefern dafür Berichte und Studien über Personen oder Gruppen unter dem Leitmotiv einer Gefahrenabwehr.

Die Gestapo war einst, es lebe die Gedapo, die öffentliche Gedankenpolizei.

Denunziation und Zensur sind Geschwister. Das „Auf-den-Index-Setzen“ von Personen und/oder deren Schriften hat eine Hochkonjunktur, wie seit den Zeiten der Inquisition und der Nazi-Herrschaft nicht mehr. Dazu mit einer bisher nicht vorstellbaren technischen Verfeinerung durch digitale „Tools“. Als Schriftendurchschnüffler betätigen sich inzwischen auch Leute, welche des originären Lesens, Textverstehens und Schreibens aufgrund digitaler Verblödung eigentlich gar nicht mehr mächtig sind.

„Psychologie“ des Denunziantentums

Was sind das für Menschen, die sich ohne Scham als Denunzianten betätigen und welche Motive treiben sie?

Von Psychologen wird die Denunziation als aggressiver und destruktiver Akt charakterisiert, ausgehend von einer „narzisstischen Persönlichkeitsstörung“ (oder wie deutsche Psychiater früher sagten, einer „narzisstischen Charakterneurose“). In der Psychologie wird auch von „parasitärem Narzissmus“ gesprochen, der stetig zu Erscheinungen wie Klatsch und Denunziation führt. Bei diesen Personen sollen fast immer Minderwertigkeitskomplexe und omnipotent-sadistischer Größenwahn aufeinandertreffen. Der Denunziant benutzt gerne „die Vollstreckungsorgane der Machthaber. Er ist ihr Sklave und möchte gleichzeitig Herrscher über den zu Denunzierenden sein.“

Man braucht sich nicht auf das nicht selten schlüpfrige Gebiet der Psychologisierung oder Psychiatrisierung zu begeben, um Denunzianten als das zu verstehen, was sie sind: sozial schädliche und destruktive Kräfte – besonders in einer sich als friedlich verstehenden Gesellschaft. Die Geschichte, nicht nur die des Dritten Reiches oder der kommunistischen Staaten, lehrt uns, dass es sich bei den Denunzianten um skrupellose und miese, oftmals über Leichen gehende Menschen handelt, die aus Hass, Rachegefühlen oder zugunsten eigener Vorteile agieren. Der Einsatz für „die gute Sache“ ist für diese Charaktere eine vorgeschobene Selbstlüge, um das eigene Gewissen – wenn denn überhaupt eines vorhanden ist – zu beruhigen.

„Du sollst kein falsch Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten“ heißt das 8. Gebot.

Der Denunziant wähnt sich nie im Unrecht, auch wenn er dreist von der Unwahrheit Gebrauch macht. Es geht ihm ja ausschließlich um die gute Sache, die Sache des Staates oder heute auch um die Sache aller Guten, zu denen er sich zählt. An das biblische Gebot halten sich nicht mal mehr einfache Kirchgänger, wenn sogar christliche Oberhirten in Deutschland zum Denunziantentum „konvertieren“; ob es sich um einen Erzbischof aus Bamberg oder den Kardinal aus Köln handelt.

Nochmal Prof. Scholdt:

… Prävention finden Tugendwächter stets beste Gründe, von Ministern bis zum Staatsfunk, die gegen Pegida, AfD oder jedwede nennenswerten Patrioten klotzen, als stünde ein Staatsstreich unmittelbar bevor. Daß dabei das Ganze aus dem Ruder läuft, nimmt man in Kauf. Es ist das Maßlose dieses (Um-) Erziehungswahns, das erschreckt, der vorauseilende Gehorsam, die streberhafte Übererfüllung der (vermeintlichen) sittlichen Norm, sei es in Sachen Klimaschutz, Genderwahn, Vergangenheitsbewältigung, Multikulturalismus, egalitäre Bildung, Inklusion, Willkommenskultur und so weiter. Und so jubeln sie denn den Goldhagen, Asylanten oder Scheinasylanten zu oder ändern flächendeckend Straßenschilder mit einem Eifer, als gelte es, Kinder aus den Händen von Mördern zu befreien, umwinden wie Diederich Heßling den volkspädagogischen Rohrstock mit Kränzen.

Es bedarf der „guten Sache“ um guten Gewissens zu töten, stellte Arnold Gehlen fest (in „Moral und Hypermoral“). Und der Denunziant mit seinem „guten Gewissen“ macht sich keine Gedanken darüber, dass er auch tötet.

Was tun gegen Denunzianten?

Da scheint kein Kraut gewachsen. In Modifikation des berühmtem Zitates von Albert Einstein, als er von der menschlichen Dummheit sprach, möchte ich feststellen:

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Bosheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Wenn die Medien- und Staatsmacht jemanden in den Klauen hat, ist kaum mehr ein Entrinnen möglich. Spitzenpolitiker der „demokratischen“ Parteien, wie Volker Kauder (CDU) und Thomas Oppermann (SPD) haben schon versprochen, dass es im neuen Jahr 2017 durch die verstärkte Überwachung des Internets, die ja bereits existiert, eine „härtere Gangart“ mit den sozialen Medien und damit mit deren Nutzern praktiziert werde.

Ich für meinen Teil, meide Facebook und Twitter o.ä. Es wäre zu überlegen, einerseits diese Medien zu meiden, wodurch aber ein Austrocknen der „Community“ bei der Masse von „Exhibitionisten“, Dummköpfen und Kommunikationsgestörten nicht zu erreichen sein wird. Andererseits wäre zu überlegen, ob eine massive Okkupation und Überfluten dieser Medien mit politischen Themen jenseits der Mainstream-Meinung nicht jegliche Überwachungstechniken an die Grenzen führen könnte. Der Gegenöffentlichkeit, damit der Denunziantenabwehr stehen noch die alternativen Internet-Zeitungen und Blogs mit ihren Netzwerken zur Verfügung. Wobei natürlich die staatlichen Überwachungs- und Zensurmöglichkeiten hier gleichermaßen Realität sind. China und andere totalitäre Staaten praktizieren dies bereits. Und dabei spielen die Anbieter, Provider und Internet-Giganten wie Facebook und Google einvernehmlich mit; sofern noch irgendeine eine Option zur Gewinn-Generierung für diese Konzerne verbleibt. Das „Reichssicherheitshauptamt“ des Holger Maas hat bereits Vereinbarungen für ein solch „konzertiertes“ Vorgehen auf die Wege gebracht. Noch existieren die alternativen Medien und die „subkulturelle“ Öffentlichkeit. Informationsträger wie Jouwatch oder TichysEinblicke brauchen aber nicht nur ideelle, auch finanzielle Unterstützung. Printmedien wie die „Junge Freiheit“, die „Preußische Allgemeine Zeitung“, „eigentümlich frei“ u.a., kann man mit einem Abonnement stärken, anstelle des lokalen „Konzentrations“-Blättchens oder der unsäglichen FAZ oder WELT, von den linken Postillen wir SZ oder ZEIT gar nicht zu sprechen.

Könnte man eine kollektive Zahlungs-Verweigerung-Aktion der GEZ-Gebühren nicht nur phantasieren? Bei einer Boykottierung der Gebühreneintreibung durch etwa 100.000 Bürger mit verbundener Klageeinreichung gegen das System, würde der bundesdeutsche Justizapparat wahrscheinlich auf diesem Gebiet kollabieren.

Da man es bei den Denunzianten fast immer mit konkreten Personen zu tun hat, sollte man diese auch öffentlich namentlich benennen und mit Richtigstellungen, feinsinnigen Invektiven und juristischen Verfahren bis zur Erschöpfung eindecken. Ob Frau Kahane oder gar der Bundespräsident, eine „Edelfeder“ einer Zeitung, ein „Anchorman“ des Staatsfernsehens, ein Kreativer einer Werbeagentur aus Hamburg oder Berlin oder ein pensionierter Lehrer aus Thüngersheim, ein „Freelancer“ aus Nürnberg und sonst irgendein subalterner Schreibknecht aus einer Redaktionsstube sollten in dieses Visier genommen werden. Das kann man als unchristlich, gleichermaßen unmoralisch ansehen, denn es heißt: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Wenn dem Denunzianten nicht sprichwörtlich „eine aufs Maul“ gegeben wird, er die Folgen seines Handelns nicht irgendwie schmerzhaft spüren kann, wird er sein Schandmaul immer wieder aufreißen, zum Schaden anderer. Er wird nicht auch die andere Backe hinhalten, wenn er einen Schlag auf seine linke erhalten hat. Da diese verqueren Charakter sich oft in der personalen Anonymität oder der einer Gruppe verstecken, sollte man als Gegenspieler immer mit offenem Visier und nicht als Anonymus auftreten. Das ist nicht nur eine Frage der Ehre.

Und – Notwehr ist legitim und Menschenrecht!

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Die Verleumdung, sie ist ein Lüftchen,
Kaum vernehmbar, in dem Entstehen,
Still und leise ist sein Wehen:
Horch, nun fängt es an zu säuseln –
Immer näher, immer näher kommt es her. –
Sachte, sachte! – Nah zur Erde!
Kriechend, schleichend! – Dumpfes Rauschen!
Wie sie horchen, wie sie horchen!
Wie sie lauschen, wie sie lauschen!
Und das zischelnde Geflüster,
Dehnt sich feindlich, dehnt sich feindlich aus und düster,
Und die Klugen und die Tröpfe
Und die tausend hohlen Köpfe
Macht sein Sausen voll und schwer! –
Und von Zungen geht’s zu Zungen –
Das Gerede schwellt die Lungen –
Das Gemurmel wird Geheule –
Wälzt sich hin mit Hast und Eile;
Und der Lästerzungenspitzen
Zischen drein mit Feuerblitzen,
Und es schwärzt sich Nacht und Schrecken
Schaurig immer mehr und mehr.
Endlich bricht es los das Wetter,
Unter grässlichem Geschmetter!
Durch der Lüfte Regionen
Tobt’s wie Brüllen der Kanonen,
Und der Erde Stoss und Zittern
Widerhallt in den Gewittern,
In der Blitze Höllenschlund! –
Und der Arme muss verzagen,
Den Verleumdung hat geschlagen. –
Schuldlos geht er dann, verachtet,
Als ein Ehrenmann zugrund.

Arie des Don Basilio aus „Der Barbier von Sevilla“ (1816) von Gioachino Rossini; Libretto von Cesare Sterbini

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Der Friedenspräsident dreht durch

Bevor er endlich von der politischen Bühne verschwindet, rüstet US-Präsident Obama noch einmal rhetorisch gegen Russland und Putin auf.

„Obama rechnet mit Putin ab – Russland sei ein schwaches Land, schuld an Cyberattacken und am Leid in Aleppo: Ungewöhnlich hart hat der scheidende US-Präsident die russische Regierung angegriffen.“

Textete „Die Zeit“, nachdem Obama eine seiner letzten Pressekonferenzen zum Ende seiner Präsidentschaft bestritt.
Die „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ sprechen von einem peinlichen Auftritt des Präsidenten.

Gleich seiner Polit-Kebse Hillary Clinton zeigt sich der „Demokrat“ weiter als schlechter Verlierer. Der Sieg von Donald Trump bei der Präsidentenwahl ist immer noch nicht verkraftet und so tritt man noch einmal kräftig nach und um sich und verbreitet verstärkt die Legende von russischen (Wahl-) Manipulationen zugunsten von Trump und zu Lasten von Clinton.

«Russland ist für die Angriffe auf die demokratische Partei verantwortlich», sagte Obama am Freitag in Washington vor Medien. Dies werde von Erkenntnissen der Geheimdienste gestützt. Obama beschuldigte «oberste Stellen» und sagte, es gebe wenig, was in Russland ohne Präsident Wladimir Putin geschehe. Belege legte Obama nicht vor – im Gegenteil: Er kündigte an, dies auch weiter zu behaupten, aus prinzipiellen Gründen keine Belege offenzulegen.

Obama strickt auch weiter an seiner Legende vom Friedenspräsidenten, wenn es um seine Verantwortung im syrischen Bürgerkrieg geht. Und er muss ja mit verstärkter Propaganda reagieren, wenn es zutrifft, dass im von den syrischen Regierungstruppen zurückeroberten Ost-Aleppo auch Offiziere der US-Koaltion festgenommen wurden.

Obama gibt sich entsetzt über die Gräueltaten in der syrischen Stadt Aleppo. „Für diese Brutalität“ seien einzig Syriens Staatschef Baschar al-Assad und dessen Verbündete Russland und Iran verantwortlich. „Dieses Blut und diese Grausamkeiten“ klebe an ihren Händen, sagte Obama.
Seine eigene Strategie im Syrien-Konflikt verteidigte der Präsident indes. Er verstehe, dass sich mancher mehr tatkräftiges Handeln wünsche, um den Krieg zu beenden. Das aber hätte eine umfassende Militärintervention mit zahlreichen US-Bodentruppen erfordert sowie die Bereitschaft, sich voll einzubringen und „Syrien zu übernehmen“. Anderenfalls würde es „Probleme geben“.

Der Wortlaut „Syrien zu übernehmen“ ist verräterisch. Damit wird indirekt zugegeben, dass dies die Absicht gewesen war. Ist ja nur logisch, wenn man mit dem Sturz von Assad diesen geostrategisch bedeutenden Landstrich in Hände bekommen und dem russischen Einfluss entziehen möchte. Es waren die USA, die Türkei, Saudi-Arabien und einige Golfstaaten, welche die ganzen Oppositionsgruppen bis hin zum IS mit Waffen und strategischer Assistenz hochgepäppelt und gestützt haben, um den „Russen-Freund“ und Iran-Verbündeten Assad zu beseitigen. „Dieses Blut und diese Grausamkeiten“ kleben gleichermaßen, wenn nicht zuvorderst, an Obamas Händen. Insofern muss man die Rundumschläge Obamas in Richtung Russland und Putin als pures Ablenkungsmanöver verstehen. So läßt er denn auch einmal mehr seine Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, von der Leine, um mit geheuchelter moralischer Emphase die Kontrahenten im UNO-Sicherheitsrat zu verbellen: Syrien und seine Verbündeten Russland und Iran seien für einen „kompletten Kollaps der Menschlichkeit“ in Aleppo verantwortlich. Die drei Länder stünden hinter „der Eroberung und dem Blutbad in Aleppo“ und tragen Schuld für die in der Stadt verübten Gräueltaten.

Die Schwindelverbreitung im Blick auf Syrien und Aleppo läuft zur Höchstform auf. Hierzulande begleitet von einer Überflutung mit schrecklichen Bildern und Meldungen in allen Nachrichtenformaten des deutschen Staatsfunkes, mit ständig steigender Intensität der Schuldzuweisungen an Russland und seinen „Vasallen“ Bashir al-Assad.
Die Verantwortlichkeiten der Gegenseite werden dabei – mit allergeringsten Ausnahmen – opportunst ausgeblendet.

Trau, schau, wem…

Gewiss nicht einem (US-) Politiker, wenn er gar Präsident ist, der vom korrupten Nobel-Komitee mit dem „Friedenspreis“ geschmückt wird. Und nicht dem bundesdeutschen Staatsfunk und der Lückenpresse.

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Proskriptionen, Reichsacht und die peinliche Halsgerichtsordnung

 Anno 2016

„Das Gesetz ist der Embryo des Terrors“
Nicolas Gomez Davila

 

Vorweg ein kleiner Ausflug in die (Rechts-) Geschichte.

Proskription (vom lat. Verb proscribere: ankündigen, öffentlich anbieten, ächten) bedeutete die öffentliche Ächtung römischer Bürger. Zu diesem Zweck wurde eine Proskriptionsliste – Proscriptio genannt – mit dem oder den Namen der Geächteten öffentlich angeschlagen. Die Proskriptierten wurden enteignet und ihre Vermögenswerte öffentlich und zugunsten der Staatskasse versteigert. Sie konnten ungestraft getötet werden, worauf oftmals sogar eine Belohnung ausgesetzt war. Erstmal nutzte der römische Diktator Cornelius Sulla das Mittel der Proskription in den Jahren 82 und 81 v. Chr., um seine Maßnahmen durchzusetzen, sich seiner Feinde zu entledigen und, nicht zuletzt, um sich Geldmittel zu verschaffen.

Die Reichsacht war im Mittelalter eine vom König beziehungsweise vom Kaiser erlassene Fried- und Rechtloserklärung, die sich auf das ganze Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation erstreckte. Der Täter wurde rechtlos gestellt, und jeder aus der Rechtsgesellschaft, der dies vermochte, konnte ihn dem Gericht zuführen oder ihn unschädlich machen. Im Mittelalter gingen Reichsacht und Kirchenbann Hand in Hand, deshalb: in Acht und Bann. Prominente Geächtete in der Geschichte waren Heinrich der Löwe, Martin Luther und Götz von Berlichingen.

Kaiser Karl V. schuf das erste deutsche Strafgesetzbuch, die Constitution Criminalis Carolina, deutsch „Peinliche Halsgerichtsordnung“ genannt. Die Carolina kannte neben Leibes- und Todesstrafen erstmals auch Freiheitsstrafen, die allenfalls bei leichtem Diebstahl verhängt werden konnten und vielmehr als eine präventive Sicherungsverwahrung für rückfallgefährdete Wiederholungstäter dienten. Unter die Halsgerichstordnung fielen die Kapitalverbrechen wie Mord, Totschlag, Raub, aber auch Verrat und Zauberei. Die Ordnung sah als Todesstrafe folgende Hinrichtungsarten vor: Verbrennen, Enthaupten, Vierteilen, Rädern, Hängen, Ertränken, Pfählen und lebendig Begraben. Verschärfend konnte angeordnet werden, dass der Straftäter zusätzlich zur Hinrichtungsstätte geschleift oder zuvor mit glühenden Zangen gerissen wird. An Leibesstrafen nannte die Carolina das Abschneiden von Zunge, Fingern, Ohren oder Nase. Weitere aufgezählte Mittel sind der Pranger und das Stellen in das Halseisen sowie das öffentliche Verprügeln.

Liest man das Alles, mag man sich glücklich schätzen, in modernen, aufgeklärten Zeiten zu leben, nicht mehr in einem „Reich“, sondern in unserer bunten Republik, im „freiesten Staat auf deutschem Boden“. Haben wir doch all die Atrozitäten aus dem alten Rom und all den deutschen Reichen hinter uns gelassen. Doch nicht zu schleunig zum Schluss kommen! Gibt es nicht schon wieder Proskriptionslisten, das offizielle Verfügen in Bann und Ach, und wie steht es um unsere heutige Constitution Criminalis?

Proskription
Im „freiesten Staat auf deutschem Boden“ droht einem Proskriptierten „nur“ der wirtschaftliche oder der gesellschaftliche bzw. bürgerliche Tod, die „consumtio famae“. Die staatliche Obrigkeit hält sich augenscheinlich vornehm zurück, lässt aber die schmutzige Arbeit der Observation, Denunziation mit Erstellung von Proskriptionslisten, wenn nicht vom Verfassungsschutz, von beauftragten „Dienstleistern“ durchführen: wie der „Amadeu-Antonio- Stiftung“ unter der Leitung einer geschulten Stasi-Informantin. Eine neue Qualität ist aktuell durch die Aktivitäten von privaten Werbeagenturen entstanden, welche doch außerhalb der staatlichen Sphäre, dem rein wirtschaftlichen Bereich verpflichtet scheinen. Inzwischen muss man auch von solchen Organisationen damit rechnen, dass diese z.B. nicht im offiziösen Gesinnungs-Kanon angesiedelte Meinungsblogs auf den Index setzen. Ein Mitarbeiter der Hamburger Werbeagentur Scholz & Friends (!) namens Gerald Hensel hat mit seiner Initiative „Kein Geld für Rechts“ einen solchen Boykottaufruf erlassen. Auf seiner Proskriptionsliste fanden sich z.B. die Netzzeitungen „achgut“ und „Tichys Einblick“. Ziel der Kampagne ist, diese unliebsamen Informationsmedien von Werbegeldern abzuschneiden. 1933 hieß es „Kauft nicht bei Juden“, 2016 „Lest nichts von Rechten“. Von diesem Schubiack Gerald Hensel distanzieren sich inzwischen Scholz & Friends recht katzenfreundlich. Wie lange? Die Branche der besonders „Kreativen“ scheint Gesinnungslumpen anzuziehen. Ich rede aus Erfahrung, wurde ich doch vor nicht allzu langer Zeit Ausspähungs-Opfer eines solchen Branchenangehörigen, eines „Freelance Texter, Konzeptioner, Creative Director“ aus dem Fränkischen, der mich auf seine persönliche Proskriptionsliste setzte; was denn auch von der lokalen Qualitätspresse sensationsgeil aufgenommen wurde.

Reichsacht
In die neuzeitliche “Reichsacht“ werden Einzelne und auch ganze Gruppen versetzt. Waren es zu Beginn des 30-jährigen Krieges die Parteigänger des protestantischen „Winterkönigs“ von Böhmen, Friedrich V. von der Pfalz, die gegen die habsburgische Reichsmacht auftraten, sind es heute unliebsame Parteien oder Bürgergruppen. Die AfD kratzt an der Macht der Etablierten, Pegida steht für das aufmüpfige Volk und so werden sie von staatlichen Vertretern – mit Hilfe ihrer Büttel, den Medien – in „Acht“ gegeben und gleichlaufend von Kirchenvertretern mit dem „Bann“ belegt. Den Ketzer und Agitator Martin Luther und den Aufrührer Götz von Berlichingen zeichnete nach der Überlieferung vor allem auch eine derbe Sprache aus. Derbe Sprache, wenn sie dadurch unverblümt Wahrheiten preisgibt, muss heute wie einst als ordnungswidrig und strafbewehrt angesehen werden. Das musste der einst wohlangesehene Krimi-Autor Akim Pirincci erfahren, als er begann, sich politisch zu artikulieren und einzumischen. Der türkischstämmige Prosaist wurde geschasst, als er sich als unverblümter deutscher Patriot zeigte und mit deftiger Sprache gegen all das polemisierte, was im bundesdeutschen Zeitgeist unberührbar angesehen wird. Der angepasste Buchhandel weigert sich jetzt, seine einst erfolgreichen und beliebten Bücher zu vertreiben. Pirincci ist sicherlich ein gleich schwieriges Geschöpf wie Luther oder der von Berlichingen. Aber heute scheint die Obrigkeit solche Personen genauso schwer aushalten zu wollen wie vor 500 Jahren.

„Peinliche Halsgerichtsordnung“.
Die physischen Prozeduren der „peinlichen Halsgerichtsordnung“ (peinlich von poenia = Strafe) sind wie die der altrömischen Proskriptionen in der „Moderne“ wohl nichtig geworden. Dafür erleben wir psychische Herangehensweisen in bisher nicht gekannten Dimensionen. Wir werden nicht mehr wirklich gerädert, gevierteilt oder geköpft (außer man fällt Vertretern einer bestimmten Friedensreligion in die Hände), nicht mehr real mit glühenden Zangen gerissen und uns die Zunge herausgeschnitten, wenn wir uns unbotmäßig erweisen. Doch: Das an den öffentlichen, sprich: An den medialen Pranger-Stellen, das Zwängen in das Halseisen der Zensur hat höchste Blüte; „Verprügeln“ geschieht rhetorisch in den Kommentaren der Büttel-Presse und den Geschwätz-Sendungen des Staatsfunks; das virtuelle „Zunge-Herausschneiden“ ist dort höchst im Schwange. All das mit einer Raffinesse und mit der Folge einer Vernichtung der Person, wie es sich Machiavelli hat nicht vorstellen können.
Verrat und Zauberei – heute heißt das Volksverhetzung, Hassrede, Gedankenverbrechen. Mord, Totschlag und Raub scheinen weniger der öffentlichen Aufmerksamkeit der „Halsgerichtsordnung“ wert, als Gedankenverbrechen von Rechts. Mord, Totschlag und Raub, wenn sie aus richtiger Manier, aus „Ehre“ oder aus sozialer Deprivation heraus begangen werden, erfahren von den Vollstreckern der neuzeitlichen Halsgerichtsordnung großzügige Milde. Eine Milde, auf die ein „Volksverhetzer“, der sich z.B. gegen dieserart positiver Volksgruppen-Justiz ausspricht, nicht unbedingt hoffen kann.

Proskription, Acht und Bann: „Es geschieht nichts Neues unter der Sonne“ heißt es schon im Alten Testament (Prediger 1,9).

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Die Arroganz der „Wohlwissenden“

In einem ironischen Essay in der Neuen Züricher Zeitung hat sich der Finanzmathematiker, Autor und Philosoph, Nassim Nicolas Taleb mit einer besonders designierten Spezies unter den Eliten – Wissenschaftlern und Journalisten – beschäftigt. In seinem Aufsatz „Die Wohlwissenden“ heißt es einleitend:

Die Rebellion gegen den Intellektuellen-Idioten hat eben erst begonnen. Dieser weiß stets, wie sich sein Tun und Handeln auf seine Reputation auswirkt. Aber: Er stemmt keine Gewichte.

Weltweit, von Indien über Großbritannien bis zu den Vereinigten Staaten, findet derzeit eine Rebellion statt. Sie richtet sich gegen die Clique der Bloß-die-eigene-Haut-nicht-aufs-Spiel-setzen-Regierungsbeamten (skin in the game) und geistesverwandten Insider-Journalisten – gegen jene Klasse überheblicher, semi-intellektueller Experten mit dem Gütesiegel irgendeiner Ivy-League- oder Oxford-Cambridge-Universität, die unsereinem vorschreiben, 1) was wir tun sollen, 2) was wir essen sollen, 3) wie wir reden sollen, 4) wie wir denken sollen … , und 5) wen wir wählen sollen.

Vor kurzem gab der renommierte Soziologe und Politikwissenschaftler Herfried Münkler von der Humboldt Universität im Deutschlandradio ein Interview, in dem er aus seiner Sicht auf die jüngsten politischen Verwerfungen dem (Wahl-) Volk in großem Umfang Dummheit attestierte: Man müsse anerkennen, meinte er, dass es große Teile des Volkes gebe, „die sind nicht besonders informiert, geben sich auch keine Mühe, glauben aber dafür umso besser genau zu wissen, was der Fall ist. Also: sie sind dumm.“ Das heiße aber nicht, dass man sie nicht klüger machen könne. Und das sei die Aufgabe der Eliten.

Eine seiner Schlußfolgerungen liest sich so:

Viele derer, die populistisch wählen, ich vermute mal, ziemlich egal, ob links- oder rechtspopulistisch, sind enttäuscht von dem System, fühlen sich ausgegrenzt, abgehängt und machen gewissermaßen politisch einmal ihr Bäuerchen. Das heißt nicht, dass sie eine sehr genaue Vorstellung davon haben, wie Politik anders läuft. Das weiß man ja auch aus den Umfragen, dass viele AfD-Wähler sich gar nicht mit deren Programmatik beschäftigt haben. Sondern sie wollen Denkzettel verteilen, gelbe Zettel ankleben und drauf schreiben: Hallo, das Volk, also ich, war hier.

Also, das Volk ist dumm und roh und daraus leitet sich ein Überzeugungs- und Erziehungsauftrag der Intellektuellen und Eliten in Wissenschaft, Politik und Publizistik ab.

Münkler ist ein vielgefragter Interviewpartner und Gast in Talkshows des Regierungsfunks, „Experte“ und Politikberater, der dabei angeblich auch den Sinnes- und Ausscheidungsorganen der Kanzlerin ganz nahe kommen darf. Nicht erst mit diesem Interview hat Münkler bewiesen, dass er zu der von Taleb kritisierten Kategorie der „Akademiker-Bürokraten“ und „Intellektuellen-Kaste“ gehört, die sich stets anmaßen, unser Leben und das gesellschaftliche Geschehen im Sinn ihrer Ideologien zu regeln.

Münkler kommt aus dem Bereich der Sozialwissenschaften. Aber auch „Wohlwissende“ aus dem Bereich der Naturwissenschaften und der Medizin versuchen stets, über ihr in den Medien oder über die Politik transportiertes „Expertenwissen“, das ignorante Volk zu erziehen und zu formen: sei es auf den Gebieten der „Klima-Wissenschaft“, „Ernährungswissenschaft“ oder „Gesundheitswissenschaft“.

Dazu möchte ich kurz sondieren, was „Wissenschaft“ eigentlich sei.

Dem stelle ich zunächst die sarkastischen Definitionen von Ewald G. Seeliger aus seinem „Handbuch des Schwindels“ voran:

Wissenschaft, die staatliche Wortmache, amtliche Einrichtung, behördliche Oberzaubermeierei, der Ringeltrampeltanz der durch Höchstverbildung verbündeten Großraubhöhlenbewohner um das von ihnen heimtückisch mit Fremdwörtern verschleierte Bild der Wahrheit, oberfeierliche Irrtumskuhhäuterei, Quatschwörtereiwirtschaft, die Un-, die Widerforschung (s. Forschung).

Seeliger unterscheidet denn auch mokant zwischen Forscher und Wissenschaftler

Forscher, Richtigerdenker, Wahrheitssucher, Vorausleber, Lebensaufspürer, Zweifler, Nichtglauber, Wahrheitsspitzel, Neugierer (s. Neugier), Schwindelentlarver (s. Detektiv, Fälscher, Lehrer), Unwissenschaftler. Der F. ist der freie, die Wahrheit sprechende Mensch, der Wissenschaftler der gewaltzaubernde, staatsgebundene Wortstanzer und Unsatzmacher. Darum auch hat sich noch keiner von ihnen an die Wahrheit herangetraut, denn sie ist die Entlarvung und Wegdenkung des Staats, dieser Futterkrippe für alle Wissenschaftler.

Nach einer Definition – in nuce – bedeutet Wissenschaft:
• Die Tätigkeit, bei der ein Sachverhalt mit objektiven und nachvollziehbaren Methoden systematisch beschrieben und untersucht wird.
• Ein bestimmter Bereich, in dem mit wissenschaftlichen Methoden gearbeitet wird.
• Gesamtheit der Einrichtungen und Personen, die wissenschaftlich arbeiten.

Unverzichtbare Kriterien von Wissenschaftlichkeit sind:
• Inhaltliche Richtigkeit
• Eindeutigkeit
• Vollständigkeit
• Objektivität und intersubjektive Überprüfbarkeit
• Reliabilität / Verlässlichkeit
• Transparenz
• Validität
• Theoriebezug
• Wahl adäquater Methoden
• Neuigkeitsgehalt
• Begriffsklarheit
• Intellektuelle Redlichkeit

Nehmen wir die Attribute Richtigkeit, Eindeutigkeit, Objektivität, Reliabilität und intellektuelle Redlichkeit, so müssen weite Bereiche und Ergebnisse der Sozial- und Geisteswissenschaften als fragwürdig, wenn nicht gar als Nicht-Wissenschaft angesehen werden. Und gerade diese gerieren sich als lautstärkste Menschen- und Gesellschaftsverbesserer. Gemeint ist vor allem der soziologische und gesellschaftswissenschaftliche Sektor mit seinem szientistischen „Soziologismus“ und dem „Genderismus“. Rechnet man neben den Universitäten und Hochschulen noch die Forschungsstiftungen und „Think-Tanks“ der Medienkonzerne (z.B. Bertelsmann), die „Akademien“ und Stiftungen der Parteien, Gewerkschaften und Kirchen hinzu, wird der  Wissenschaftsbetrieb eindeutig von diesen Disziplinen dominiert.

Dazu ein Einschub: Im Wintersemester 2016/2017 sind in Deutschland so viele Studierende wie noch nie an den deutschen Hochschulen eingeschrieben. Nach ersten vorläufigen waren rund 2.806.000 Studentinnen und Studenten im aktuellen Wintersemester an einer deutschen Hochschule immatrikuliert. Auffallend ist wieder das stetig abnehmende Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften, wobei die Ingenieurwissenschaften – was immer sich insgesamt dahinter versteckt – einen Zuwachs haben. Auffallend ist der weitere Anstieg in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, aber auch in der Humanmedizin und den „Gesundheitswissenschaften“ (Zu letzteren zählen ja inzwischen auch die vorwiegend an Fachhochschulen „erforschten“ „Pflegewissenschaften“).

Auch dies gibt die Wichtung wieder, wer das Sagen hat. Jedem Studenten entspricht anteilig ein adäquater Personalbestand an lehrenden und Einfluss nehmenden Personen, die von der Gesellschaft (dem Steuerzahler) ausgehalten werden.

In Deutschland soll es inzwischen über 250 öffentlich alimentierte Lehrstühle oder „Forschungsstellen“ für „Genderwissenschaften“, der Genderismus-Ideologie geben. Gesellschaftszerstörerischer Obskurantismus wird mit akademischen Weihen versehen, öffentlich gefördert und als normativ installiert. Zum Wert dieser „Wissenschaft“ ein interessantes Video aus Norwegen: https://youtu.be/3OfoZR8aZt4?t=10

Die Anzahl der Intellektuellen, die in alle Lebensbereiche einfallen, Leute, die nie ihre eigene Haut auf Spiel setzen müssen (es sei denn, sie verstoßen versehentlich gegen den Kanon der PC), die „keine Gewichte zu stemmen“ brauchen (Taleb), werden immer zahlreicher, immer lauter und frecher.

Der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter stellte einst dazu fest:

«Intellektuelle sind Leute, die die Macht des gesprochenen und des geschriebenen Wortes handhaben, und eine Eigentümlichkeit, die sie von anderen Leuten unterscheidet, ist das Fehlen einer direkten Verantwortlichkeit für praktische Dinge.»

Die Münklers, Schellnhubers und andere Kanzlerinnenberater oder „Experten“ erleben es nicht am eigenen Leib wie der Unternehmer, Handwerker oder Freiberufler. Denn dem werden die Folgen seines Handels und möglicher Differenzen zwischen Verkündigung und Taten regelmäßig und Tag für Tag vom Markt „heimgezahlt“, und auch die Arbeiter und Angestellten werden nicht für Ankündigungen und Parolen bezahlt, sondern nach ihren faktisch erbrachten Leistungen. Die arroganten „Wohlwissenden“ werden nicht zur Verantwortung gezogen, schon gar nicht durch konkrete Einkommensverluste. (Roland Baader)

Arnold Gehlen formulierte 1969 im Angesicht der zutage tretenden gesellschaftlichen und staatlichen Konsequenzen aus dem verhängnisvollen Einfluss vor allem der „Frankfurter Schule“:

„Das sind… privilegierte Klassen, nämlich solche, die faktisch oder gar rechtlich von den unlösbaren ethischen Konflikten freigestellt sind, die auf jedem denkenden Menschen liegen, der in aktive, dauernde Kämpfe verwickelt ist, seien sie politischer oder wirtschaftlicher Art. Privilegierte Kreise sind auch solche, die die Folgen ihrer Agitation nicht zu verantworten haben, weil sie diese mangels Realkontakt gar nicht ermessen oder sich alles erlauben können. Das sind, um es kurz zu sagen, in großen und wortführenden Teilen die Schriftsteller und Redakteure, die Theologen, Philosophen und Soziologen, also ideologisierende Gruppen, erhebliche Teile der Lehrerschaft aller Schularten und der Studenten, und schließlich die generellen Nutznießer der gesellschaftlichen Nachsicht: Künstler und Literaten. Mit einem Wort, es handelt sich um die »Intellektuellen«, und hier insbesondere um die Kernbestände derer, die nicht in der Wirtschafts- und Verwaltungspraxis tätig sind…“

Noch einmal Roland Baader, der leider viel früh verstorbene libertär-konservative Denker und Schriftsteller:

Das größte Unglück, das sich die zivilisierte Welt selbst antut, ist in der Tatsache zu sehen, daß sie die Ideologen-Armee, die permanent zur Zerstörung der Zivilisation antritt, mit astronomischen Steuermitteln finanziert und subventioniert. Die Lehrer an den Schulen, die Professoren an den Universitäten, die Moderatoren und Kommentatoren in den öffentlichen Fernsehanstalten, die politischen Kader und Dauerschwätzer auf allen Kanälen, die – zwar nicht alle, aber mehrheitlich – das Denken der Menschen und besonders der Jugendlichen vergiften sowie die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Marktwirtschaft verteufeln und die sozialistischen Destruktionssysteme verherrlichen: Sie alle werden mit den erzwungenen Steuern und Gebühren der breiten Bevölkerungsmassen finanziert, alimentiert, subventioniert und belohnt. Sie alle müssen sich nicht bemühen, für ihre Ideen Interessenten und Abnehmer zu finden, die bereit wären, dafür freiwillig zu zahlen (wie es sonst jeder Anbieter am Markt tun muß), sondern diese Abnehmer werden ihnen zwangsweise zugetrieben. Die Indoktrination wird fürstlich entlohnt mit Geldern, die man auch jenen Millionen von Menschen unter Zwang aus der Tasche zieht, die niemals freiwillig etwas für solche „Botschaften“ bezahlen würden.

Es gibt sie glücklicherweise noch, solche Journalisten und Wissenschaftler, welche bereit sind, „die eigene Haut aufs Spiel zu setzen“. Nicht zu schreiben und in die Öffentlichkeit zu treten, um zu gefallen oder gut dazustehen, sondern um für die eigene Überzeugung und für die rechte Sache (im vielfältigen Sinne) einzustehen. Ohne staatliche Alimentation und vorerst noch ohne die selbst gewählte Alternative des „Waldgangs“.

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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels:

DER JÄHRLICHE KISTENGAUKEL DES LINKEN JUSTE MILIEU IN DER PAULSKIRCHE

Die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels wird von der polit-medialen Klasse der Bundesrepublik jährlich als eine Art kulturelles Hochamt zelebriert. Ich habe es mir abgewöhnt, die Reden der Laureaten wie der Laudatoren vor der Glotze anzuhören. Bei Bedarf können diese Ausflüsse intellektueller Hochleistungen auf dem Niveau des jeweiligen Zeitgeistes auch im Internet nachgelesen werden.

Bei „Friedens“preisen bin ich grundsätzlich skeptisch (geworden). Zu Recht meine ich, wenn man z.B. bestimmte Preisträger des „Friedensnobelpreises“ betrachtet. Seit 1967, mit der Verleihung des deutschen „Friedenspreises“ an den Edel-Marxisten Ernst Bloch, häuften sich die bundesdeutschen Besonderheiten dieses Preises, auszumachen nicht nur an den jüngsten Preisträgern.

Vor der diesjährigen Preisverleihung an die „Publizistin“ und Journalistin Carolin Emcke war im Berliner Tagesspiegel ein Interview mit der Preisträgerin zu finden, in dem sie bekannte: „Lieber politisch inkorrekt als moralisch infantil“. Ich hatte nicht mehr die Zeit, ihr dort gerühmtes Buch „Gegen den Hass“ mir noch einzuverleiben und beschränke mich als Quellen für meine Betrachtungen der Person und ihren Background auf dieses Interview und den Text der Rede, die sie am 23. Oktober vor einem illustren Publikum (u.a. mit BuPrä Gauck und JuMi Maas) in der Paulskirche gehalten hat. Die Laudatio auf die Preisträgerin trug Seyla Benhabib, eine amerikanische Professorin vor, deren Themengebiete die sozialpolitische Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und – wer ahnt es nicht – feministische Theorie und die Frankfurter Schule (!) sind. Dies als Anmerkung. In der Begründung des Stiftungsrats für die Preisverleihung an Carolin Ecke heißt es:

„Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2016 an Carolin Emcke und ehrt damit die Journalistin und Publizistin, die mit ihren Büchern, Artikeln und Reden einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog und zum Frieden leistet. Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei besonders jenen Momenten, Situationen und Themen, in denen das Gespräch abzubrechen droht, …“

Als ein Kernsatz der von Carolin Ecke gehaltenen Rede wurde von etlichen Postillen ihre Aussage „Wir dürfen Reden halten in der Paulskirche, aber heiraten dürfen wir nicht“ als Titel gewählt. Ihre Homosexualität nimmt sie denn auch als Aufhänger für eine Kernformel ihres Vortrages, der gesellschaftlichen Zugehörigkeit“ oder „Angehörigkeit“. Sie beklagt, dass unter anderem die (ihre) sexuelle Orientierung immer noch „abgelehnt“ oder „pathologisiert“ werde.

Von wem noch – wer traut sich noch, werfe ich mal ein?

Sie spinnt den Faden weiter:

„Manchmal scheint mir das bei der Beschäftigung der Islamfeinde mit dem Kopftuch ganz ähnlich. Als bedeutete ihnen das Kopftuch mehr als denen, die es tatsächlich selbstbestimmt und selbstverständlich tragen. So wird ein Kreis geformt, in den werden wir eingeschlossen, … Wir dürfen Bücher schreiben, die in Schulen unterrichtet werden, aber unsere Liebe soll nach der Vorstellung mancher Eltern in Schulbüchern maximal „geduldet“ und auf gar keinen Fall „respektiert“ werden? Wir dürfen Reden halten in der Paulskirche, aber heiraten oder Kinder adoptieren dürfen wir nicht? Manchmal frage ich mich, wessen Würde da beschädigt wird: unsere, die wir als nicht zugehörig erklärt werden, oder die Würde jener, die uns die Rechte, die zu uns gehören, absprechen wollen?“

Und:

„Das ist die soziale Pathologie unserer Zeit: dass sie uns einteilt und aufteilt, in Identität und Differenz sortiert, nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten spaltet, um damit Ausgrenzung und Gewalt zu rechtfertigen.

Jetzt kommt es aber dicke an die von ihr in Visier genommene Adresse:

„Zurzeit grassiert ein Klima des Fanatismus und der Gewalt in Europa … Sie stehen vielleicht nicht selbst auf der Straße und verbreiten Angst und Schrecken, die Populisten und Fanatiker der Reinheit, sie werfen nicht unbedingt selbst Brandsätze in Unterkünfte von Geflüchteten, reißen nicht selbst muslimischen Frauen den hijab oder jüdischen Männern die Kippa vom Kopf, sie jagen vielleicht nicht selbst polnische oder rumänische Europäerinnen, greifen vielleicht nicht selbst schwarze Deutsche an – sie hassen und verletzen nicht unbedingt selbst. Sie lassen hassen. Sie beliefern den Diskurs mit Mustern aus Ressentiments und Vorurteilen, …“

Carl Carolin Emcke ruft dann aus humanitär erhöhter Sicht „zum Dialog, zum Zuhören“ auf – für eine „freie, säkulare, demokratische Gesellschaft“. Aus Interview und Rede wird klar, wen sie als Feind erkennt – den angeblich ideologisch wahren Feind der Freiheit, der Demokratie und einer exklusiv säkularen Gesellschaft oder Ordnung. Der politische Islam oder die kriminell und militant verfranzte „Antifa“ kommt bei ihr nicht vor. Die Populisten und die von ihr nebulös definierten „Fanatiker der Reinheit“ sind diese Feinde, wozu sie auch den „salafistisch geprägten Islamismus“ hinzurechnet.

„Die neue Friedenspreisträgerin Carolin Emcke hat angesichts des gegenwärtigen Hasses und Fanatismus in der Gesellschaft zur Zivilcourage aufgerufen“, textete die FAZ. Hass und Fanatismus werden von der Friedenspreisträgerin in Einmütigkeit mit der „Elitenpresse“ natürlich nur auf bestimmter Seite des ausgespähten gesellschaftlichen Spektrums verortet. In dem erwähnten Interview für den Tagesspiegel ist C. Emcke deutlicher in ihren Attacken, als in ihrer „Paulskirchenrede“:

„(Wir) erleben … derzeit nicht nur im Internet, sondern auch auf der Straße eine Form von Entgrenzung und Selbstbewusstsein, die schon erstaunlich ist. Da sind Leute nicht nur der festen Überzeugung, selbst im Recht zu sein, sondern sie sind sich auch sicher, andere Menschen grundsätzlich angreifen zu können. … Das geschieht nicht mehr ausschließlich in randständigen Bereichen, sondern ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Das ist die inzwischen typisch links-elitäre Abgrenzung zu dem, was man als „Mitte“ versteht oder einst verstanden hat. Nicht nur Pegida oder AfD sind das Ziel ihrer „Sorge“, die Mehrheit des Volkes, die sich eher konservativ denn als „links“ versteht. Und so wertet sie auch gleich die Sorgen oder gar Ängste, welche die Masse der Bevölkerung in unserer Zeit bewegen links-kultiviert herab:

„Dabei wird die Sorge, die manche Menschen berechtigterweise angesichts von sozialen und politischen Missständen oder prekären Arbeitsverhältnissen empfinden, vorgeschoben, um die Grenzen des Sagbaren zu verrücken und dahinter Ressentiments zu verbergen. Es ist doch bemerkenswert: Man tut so, als ob ein Gefühl an sich bereits ein politisches Argument darstellte. … Das hat auch etwas leicht Infantiles.“

Das ist schon eine perfide Dialektik. Liege ich daneben, wenn ich mich bei den letzten Sätzen an die Methode und Herangehensweisen z.B. einer Claudia Roth gemahnt fühle, die sicher nicht zu den Verdächtigen von Emcke zählt?

Emcke beklagt ein verengtes Weltbild bei ihren Studienobjekten zum Thema „Hass“. Sie möchte herausstellen, „wie die Ressentiments der Hassenden geformt werden, dass sie andere nur als „Kriminelle, “Invasoren“ oder „Terroristen“ wahrnehmen“. Dazu ist sie in den „rechten Internetforen“ fündig geworden und erkennt dort „eine sehr aufgeregte Welt im permanenten Ausnahmezustand.“ Die „Neo-Rechten und islamistische Fanatiker“– die funktionieren für sie wie eine „Spiegelfigur“, beide seien „Ideologen der Reinheit“ und sie haben eine „apokalyptische“ Weltsicht, wegen der „Erzählung der permanenten Bedrohung, (des) Herbeisehnen von etwas Bürgerkriegsähnlichen“, es herrsche „ein Dauerbombardement mit Schreckensnachrichten“.

Ich mache mal eine Kommutierung: Erleben wir nicht ebenfalls ein „Dauerbombardement“ mit Unterstellungen, Verdächtigungen und Ressentiments durch die „Eliten“, durch die den Emckes Beifall-spendenden Politiker, wie Gauck, Maas und deren Konsorten in Politik und Medien. Emcke ist eine Stichwortgeberin für diese Bekämpfer der neu ausgedachten sog. „Hassverbrechen“ – im Internet oder bei Pegida. Die richtige Vorgehensweise bei den von C. Emcke gesellschaftlichen und gesinnungsmäßigen festgestellten Disparitäten liege beim „ … Zuhören aufeinander. Im Nachdenken über einander. Im gemeinsamen Sprechen und Handeln. Im wechselseitigen Respekt vor der Vielfalt der Zugehörigkeiten und individuellen Einzigartigkeiten. Und nicht zuletzt im gegenseitigen Zugestehen von Schwächen und im Verzeihen.“

Das klingt toll, man stimmt zu und man möchte rufen: Tut es, zeigt wechselseitigen Respekt… Doch wie wird es getan werden? Sicher nicht mit Zugestehen von Schwächen und Verzeihen, gewiss nicht puristisch durch offen „diskursiv begründete Verfahren“ der „Frankfurter Schule“, wie man Glauben machen möchte. Da stehen die Erfahrungen des Volkes mit der politischen Klasse dagegen mit den  inzwischen geschaffenen Institutionen staatlich etablierter und auch sich privat ermächtigender Gesinnungswächter unter der Ägide des Wahrheitsministeriums des Holger Maas. Das Recht wird weiter als „Erziehungsmittel“ ausgestaltet werden und man wird noch intensiver bestrebt sein, die Moral des Bürgers zu steuern und ihn über sein richtiges Verhalten belehren (Johann Braun – Soziale Lenkung, Sezession 69). Man hat es inzwischen gelernt, je dräuender die Probleme, je offensichtlicher das Verderben als eigene Schuld erkannt wird, um so strikter wird mit Kritikern und Zweiflern, mit dem „Pack“ umgegangen. Opposition findet in der real agierenden Politik der Bundesrepublik ohnehin nicht mehr statt. Das linke – gar nicht mehr so liberale – „juste Milieu“ hat endgültig die Moral für sich okkupiert und in eine fast unüberwindbare Hypermoral transformiert. C. Emcke hat die Frankfurter Paulskirche einmal mehr als Schaubühne für das Theater der ausgrenzenden Hypermoralisten und der bundesdeutschen Tugendbolde stupriert. Bei Günter Zehm (in „Gesunder Menschenverstand“ – 2009) fand ich folgende Sequenz zum Thema Tugendbold und Moral

„… es sind bei weitem nicht alle Tugendbolde Heuchler, vielleicht sogar die meisten führen die Tugend nicht nur im Mund, sondern praktizieren sie durchaus, zeigen den anderen Wesen immer wieder, wie moralhaltig und wahrheitsliebend sie sind. Nietzsche hat diese Spezies in seiner Schrift Zur Genealogie der Moral boshaft-treffend charakterisiert. Es sind natürlich keine Heuchler, sagt er, sondern Darsteller, und zwar schlechte Darsteller, die in schier unerträglicher Weise übertreiben, dick auftragen. Diese Leute, schreibt Nietzsche, sind krank vor lauter Moral. »Die Gerechtigkeit, die Liebe, die Weisheit, die Überlegenheit wenigstens darstellen – das ist der Ehrgeiz dieser Kranken. Und wie geschickt macht ein solcher Ehrgeiz! Man bewundere namentlich die Falschmünzer-Geschicklichkeit, mit der hier das Gepräge der Tugend, selbst der Goldklang der Tugend, nachgemacht wird. Sie haben die Tugend jetzt ganz und gar für sich in Pacht genommen […]. >Wir allein sind die Guten, die Gerechten<, so geben sie uns zu verstehen, >wir allein sind die Menschen guten Willens<. Sie wandeln unter uns herum als leibhafte Vorwürfe, als Warnungen an uns.«

Neben ihrer „Erzählung“ zum Hass sollte die eigentliche Intention von Emcke noch einmal genauer herausgestellt werden. Ihrer „Rede“ ist unzweideutig zu entnehmen, dass das, was von der Mehrheit von uns –  dem deutschen Volk – als verbindendes Ganzes angesehen wird, aufzulösen ist in eine ihrerart „offene Gesellschaft“, welche aus der „Diversität“ lebt und schöpft und welche als Patriotismus allein den „Verfassungspatriotismus“ (Habermas) gelten lassen kann. „Vielfalt“ sei nach Emcke „nicht nur zu tolerieren, sondern zu feiern.“ Für sie ist demgemäß kein Platz mehr für Nation, deutsches Volk oder deutsche Leitkultur. Was für die Mehrheit der Deutschen noch zählt: Gemeinsame Kultur, Sprache, Geschichte und Verbundenheit, hat nichts zu gelten. Die Paulskirchen-Laureatin macht sich damit auch zum Sprecher der immer aggressiver auftretenden und krakeelenden Minderheit unseres Volkes (oder nur „Bevölkerung“?), die von einem Hass auf das Eigene, alles Deutsche beseelt ist. Ihre Einstellung begründen diese Leute als Lehre aus der angeblichen Diskreditierung des Nationalstaates durch die Kriege des 20. Jahrhunderts und aus der besonderen Erfahrung des Nationalsozialismus. Dieser Hass ist gesund in diesen Kreisen, für welche die Selbstaufgabe der deutschen Nation  das Ziel ist. Durch vorbehaltlosen Humanitarismus und Kosmopolitismus als das einzig Hüllende möchte man den angeblichen Makel der eigenen, deutschen Identität beseitigen.

Frau Emcke erträumt für Zuhörer ihrer „Klasse“ das Hirngespinst von einer heilen Weltgesellschaft, in der alle Menschen Brüder/Schwestern geworden sind. „In der jeder die Bedürfnisse und Interessen jedes anderen berücksichtigt als wären es die eigenen.“ interpretierte dies u.a. schon der bekannte Staatsrechtler Josef Isensee.

Wie riefen die Jakobiner der Französischen Revolution: „La fraternité ou la mort!“, zu Deutsch „Brüderlichkeit oder Tod!“, oder wie man auch sagt: „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!“ Soweit zu den Friedenserfahrungen unter dem Einfluss real gelebter Utopien. Und so schließt sich der Kreis – vom „Friedensnobelpreis“ bis zum „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“, die als jährliche „Kistengaukelei“ (= Ehre oder Ehrung) in Oslo und Frankfurt mit „Gepräge und Goldklang der Tugend“ inszeniert werden.

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Hüte meine Schafe!

Nach dem Essen fragte Jesus Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen hier?« »Ja, Herr«, antwortete ihm Petrus, »du weißt, dass ich dich lieb habe.« »Dann hüte meine Lämmer«, sagte Jesus.
Jesus wiederholte seine Frage: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« »Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dich liebe«, antwortete Petrus noch einmal. Erneut sagte Jesus: »Dann hüte meine Schafe!«
Und zum dritten Mal fragte Jesus: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich wirklich lieb?« Jetzt wurde Petrus traurig, weil Jesus ihm nun zum dritten Mal diese Frage stellte. Deshalb antwortete er: »Herr, du weißt alles. Du weißt doch auch, wie sehr ich dich liebe!« Darauf sagte Jesus: »Dann hüte meine Schafe!
Johannes 21, 15-17

 

Auf kath.net war zu lesen, dass ein Sprecher der AfD den beiden großen Kirchen in Deutschland vorgeworfen hat, trotz sich häufender Übergriffe von Muslimen auf Christen in Flüchtlingsheimen untätig zu bleiben. Das AfD-Vorstandsmitglied Paul Hampel erklärte, die Vorsitzenden des Rates der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx, rührten „keinen Finger“. Man bezieht sich auf eine Studie des Hilfswerks Open Doors, die 743 religiös motivierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge in Deutschland dokumentiert. Man nimmt an, dass die Dunkelziffer noch um ein Vielfaches höher sei.
Statt „für die eigenen gepeinigten Schäfchen aus dem Nahen Osten“ einzutreten, fordere Bedford-Strohm Islamunterricht in Deutschland. Es sei absurd, dass der EKD-Ratsvorsitzende sich in der öffentlichen Debatte augenscheinlich mehr für Muslime einsetze, aber zur Gewalt gegen Christen schweige. Mit Blick auf „die Glaubensbrüder aus fernen Ländern“ müsste laut Hampel der Aufschrei der Bischöfe lauten „Um Gottes und der Nächstenliebe willen, tut etwas!“.
Die Deutsche Bischofskonferenz wies den Vorwurf zurück, ihr Pressesprecher erklärte „Gerade Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm hätten sich „oft zur Frage christlicher Flüchtlinge geäußert.“ Die evangelische Kirche äußerte sich (noch?) Nicht offiziell.

Aus gleicher Quelle (kath.net)  erfährt man, dass am Reformationstag, am 31. Oktober erstmals der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, in einer evangelischen Kirche auftreten wird. Der für die Einladung zuständige Altdorfer Dekan Jörg Breu begründete gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, es sei das Anliegen der Reformation, „althergebrachte Denkstrukturen aufzubrechen“. Er wolle, dass die evangelische Kirche zum Reformationsjubiläum nicht nur das übliche „Lutheralala“ anbiete.

Der bayerische evangelische Landesbischof Bedford-Strohm hat sich bekanntermaßenhat von Moslems in einen Moschee-Verein berufen lassen, der in München ein islamisches Zentrum zur Bekämpfung der Christen bauen lassen will und das von den fundamentalischen Wahabiten Saudi-Arabiens finanziert werden soll. Im Gegenzug hat man dann wohl den buntdeutschen Ober-Muslimen Mayzek in das Vorbereitungskomitee für das Reformationsjahr 2017 berufen und läßt ihn nun gar vorab in einer evangelischen Kirche predigen.

Was ist das für ein lutherischer Geistlicher, der zum Gedenkjahr der Reformation, einem epochalen Ereignis der Weltgeschichte, von „Lutheralala“ spricht.
Warum jagt die Herde diesen schändlichen Hirten nicht von ihrer Weide. Von ihrem obersten „Seelsorger“ ist das ja ohnehin nicht zu erwarten.

Die evangelische Kirche Deutschlands und ihre „Oberhirten“ haben sich schon seit geraumer Zeit in verschiedenster Weise als Avantgarde bei der Abschaffung des christlichen Glaubens geriert. Dazu passt, dass man den Begründer der Reformation, Martin Luther, wohl im Jubiläumsjahr am liebsten auch „entsorgen“ möchte: den Reaktionär, Fürstenknecht und Bauernverderber, vor allem den militanten Antisemiten und Muslimen- (Türken-) Hasser. Wie schrieb Luther 1529 in seiner „Heerpredigt wider die Türken“:

„Wer gegen den Türken (wenn der den Krieg anfängt,) kämpft, der kämpft gegen Gottes Feind und die Lästerer von Christus, ja, er kämpft gegen den Teufel selbst. Er muß sich also keine Sorgen machen, wenn er etwa einen Türken erwürgt, dass er unschuldiges Blut vergieße oder einen Christen [gemeint sind übergetreten Christen im türkischen Heer] erwürge, sondern gewiß erwürgt er einen Feind Gottes und Lästerer Christ…“

Und den nicht erst künftigen „Anbiederer“ hat er ins Stammbuch geschrieben – wohl auch schon in weiser Vorahnung:

„Und ich kenne doch bestens meine lieben Deutschen, die vollen Säue. Die sollen sich jetzt wieder, wie sie es immer tun, ruhig hinsetzen und wohlgemut in aller Sicherheit zechen und es sich gut gehen lassen. Und sie glauben, sie brauchen die große Gnade, die ihnen erzeigt worden ist, gar nicht; sondern sie vergessen das mit aller Undankbarkeit, und sie denken: Ha! Der Türke ist nun weg und geflohen, was sollen wir viel sorgen und unnützes Geld ausgeben? Er kommt vielleicht nimmermehr wieder. Diese Leute haben eine gerechte Strafe von Gott redlich verdient.“

Dank der Anbiederung der „Eliten“ in Staat (und Kirche) sind nicht nur die Türken, sondern jetzt unzählige Muslime aus allen Regionen der Erde über uns gekommen.

Es passt in das schäbige „christliche“ Islam-Anbiederungstheater (Der Islam gehört zu Deutschland!) dass der evangelische Gutmenschen-Pastor und Noch-Bundespräsident Gauck jetzt auch die Ansicht vertritt, dass künftig auch ein Muslim Bundespräsident sein könne.

Doch nicht nur auf evangelischer Seite herrscht quasi amtliches Islam-Appeasement.

Der Vorsitzende der Kath. Bischofskonferenz sandte dieses Jahr – man möchte fast meinen, in kindischem Trotz – eine Grußbotschaft zum islamischen Fastenmonat Ramadan an die Muslime in Deutschland:

„Verehrte muslimische Geschwister, Sie wissen: Wer barmherzig ist, wird auch Barmherzigkeit erfahren. So halten Sie 30 Tage lang ein Fasten zum Wohlgefallen Gottes und versammeln sich zum Gebet, um Gottes Barmherzigkeit zu gedenken. Möge er Ihre Gebete erhören und Ihnen gnädig sein! Möge er Sie und Ihre Familien in dieser Fastenzeit begleiten und Ihnen den rechten Weg zeigen! Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit und ein glückliches Fest zum Ende des Ramadan.“

Und zur gleichen Zeit ermordeten „muslimische Geschwister“ in Nigeria, Syrien, im Irak usw. ihre christlichen „Brüder und Schwestern“, kujonieren diese anhaltend in den Flüchtlingslagern, werfen sie aus den Flüchtlingsbooten ins Meer.
Das hatte der unsägliche und lachhafte Kardinal Woelki aber nicht im Sinn, als er sein Flüchtlingsboot im Kölner Dom aufstellte.

Der AfD-Sprecher hatte unrecht zu behaupten, die evangelischen und katholischen „Oberhirten“ rührten keinen Finger. Doch, doch – für die verehrten „muslimischen Geschwister“! Aber nicht für die verfolgten Christen und nicht für ihre hiesige, zutiefst verunsicherte Herde.

Man erinnere diese Hüteburschen an den ersten Brief des Apostels Petrus (1 Petr 5, 1-3)

„Brüder! Eure Ältesten ermahne ich, da ich ein Ältester bin wie sie und ein Zeuge der Leiden Christi und auch an der Herrlichkeit teilhaben soll, die sich offenbaren wird: Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung; seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde!“

Bei den heutigen Vorbildern möchte man sich am liebsten aus der Herde wegbegeben und allein die Hirten den Wölfen überlassen.

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Die nicht enden werdende „Anstrengung“

Kreuzzüge versus islamischer Dschihad

Dschihad heißt übersetzt aus dem Arabischen „Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz“. Im Koran und nach der sunnitischen Lehre bezeichnet dieser Begriff den militärischen Kampf und nach klassischer islamischer Rechtslehre dient dieser Kampf der Erweiterung und Verteidigung islamischen Territoriums, bis der Islam die beherrschende Religion ist.
Über die Definition des Dschihads gibt es verschiedene Meinungen innerhalb des weltweiten Islams, doch es wäre naiv und lebensgefährlich, vor den geschichtlichen Zeugnissen die Augen zu verschließen. Viele Muslime vertreten durchaus eine gemäßigte Sichtweise, in der die aggressive Natur der islamischen Lehre und Praxis durch Realitäten wie den westlichen Wert der bürgerlichen Toleranz und des Pluralismus begrenzt wird. In den letzten Jahren hat man jedoch den Eindruck, dass diese durchaus vorhandene säkulare Prägung auf dem Rückzug ist. Die Zunahme der Kopftuchträgerinnen in religiös gestimmter Provokation in unserem Straßenbild ist mehr als ein Symptom.

Die Hoffnung, dass sich eines Tages die gesamte Menschheit freiwillig oder unter Gewalt vor Allah verneigen werde, ist nach wie vor wesentlicher Bestandteil der islamischen Weltanschauung. Es mag zwar sein, dass nur ein geringer Bruchteil der Muslime offen militant ist, doch eine wesentlich größere Anzahl steht emotional, durch Meinungsäußerungen oder durch finanzielle Unterstützung hinter dem Dschihad. Mancher Muslim mag sich bestürzt über die jüngsten Terrorakte geben und entsetzt auf den Einsturz der Türme des World Trade Centers reagiert haben. Das wird aber nach meiner Auffassung nicht die dogmatisch eingeprägte und historisch untermauerte islamische Hoffnung auslöschen, die sich an der Unterdrückung, dem Sturz, ja der Ausrottung der Ungläubigen entzündet.
Nicht generell alle Muslime äußern Zustimmung zu den heimtückischen, teuflischen Taktiken im Namen des Dschihad, doch durchaus Millionen taten es, wie es die Fernsehbilder und Berichte – nicht nur aus den muslimischen Ländern – belegen.
Alle Terroristen und Entführer waren Muslime, wie aber auch manche ihrer Opfer nicht nur in den Türmen des World Trade Centers. Diesen Opfern mag in für uns heimtückischer Weise wie den Tätern dann ebenfalls noch der Status der Märtyrer andichten, da sie ja im Kampf auf Allahs Wegen ihr Leben ließen.
Nicht nur die Ereignisse vom 11. September 2001 lieferten ein unmissverständliches Beispiel für den islamischen Ruf zum Dschihad – einen Aufruf an alle (!) Muslime, ihre Kraft, ihr Geld und sogar ihr Leben einzusetzen, um im Namen Allahs den globalen Islam zu errichten. Islamische Länder gehören zu den lautstärksten und strengsten Christenverfolgern und stellen die wohl größte Herausforderung, ja Bedrohung für die Christenheit dar und sind die bedeutendste äußere Gefahr für unsere Werte von Freiheit, Gerechtigkeit und Ordnung.

Spricht man in der Diskussion um die Bedrohungen und Gefahren durch den Islam über den Dschihad, wird dem Vertreter seiner „Islamophobie“ garantiert das Wort „Kreuzzüge“ entgegengeschleudert.
Einem solchen „Aufklärer“ in Sachen Islam ist aber mit Fakten beizukommen.
Schwer widerlegbare Tatsachen liefert uns dazu u.a. Prof. Bill Warner vom „Center for the Study of Political Islam“ (https://www.politicalislam.com/author/)
Die aus dem arabischen Raum kommenden ersten „Dschihadisten“ im Auftrag Mohammeds eroberten zunächst den Bereich des Nahen Osten, der damals von Christen besiedelt und kulturell geprägt war. Die weitere Expansion erfolgte rund um das Mittelmeer und nach Osten. Im Eroberungskampf der Muslime gegen die „Ungläubigen“, die griechisch-römisch geprägte Kultur, sprich das „Abendland“, zählt Prof. Warner allein 570 Schlachten in Süd- und Osteuropa – die Eroberungsschlachten im asiatischen und afrikanischen Raum sind dabei nicht mitgerechnet. Allein 200 Gefechte fanden auf iberischem Boden statt. Töten, Rauben, Vergewaltigen und Versschleppung waren die „Begleitumstände“ des Dschihad. Man geht von einer Million Menschen aus, die im Rahmen des Dschihad aus Europa in die Sklaverei verschleppt wurden.
Mit einer aufschlussreichen Landkarte (https://www.politicalislam.com/jihad-vs-crusades/) zeigt Prof. Warner das Ausmaß der kriegerischen Auseinadersetzungen des Islam gegen die abendländische Kultur in den 1400 Jahren: von 700 nach Christus bis zum Ende des letzte Kalifats des Osmanischen Reiches im letzten Jahrhundert.
Die Kreuzzüge umfassten einen Zeitraum zwischen 1080 und 1260 n.Chr. Es ist ein gern unterschlagener Tatbestand, dass die Kreuzzüge nicht der Eroberung von fremdem Land, sondern der Verteidigung der den islamischen Eroberern ausgesetzten christlichen Bevölkerung und Kultur galt. Das ist „moralisch“ wohl sicher nicht zu beanstanden, auch bei allen beklagenswerten Widerwärtigkeiten, die auch bei militärischen Verteidigungsaktionen offensichtlich werden. Eine weitere Karte von Prof. Warner illustriert die kriegerischen Auseinandersetzungen in den 180 Jahren der Kreuzzüge im christlichen Heiligen Land.
Da stehen 180 Jahre Kreuzzüge gegen 1400 Jahre Dschihad; 16 Bataillen von Kreuzzüglern gegen 570 mörderische Gefechte im Rahmen der muslimischen „Bekehrung“. An jener Stelle Verteidigung eingesessener Bevölkerung mit ihrer christlichen Religion und Kultur – dieserfalls Ermordung und Versklavung fremder Menschen und Auslöschung von Kultur in beispielloser Aggression.

Ich will hierzu, zum Schluß, den für etliche muslimische Schriftgelehrte so empörenden Abschnitt aus der Regensburger Ansprache von Papst Benedikt XVI. vom 12. September 2006 wiedergeben, von etlichen Vertretern des Islam in Umwendung des eigenen Verhaltens als „Haßpredigt“ bezeichnet. Der Papst zitierte damals eine Aussage zur Rolle der Gewalt im Islam, die der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaiologos (1350–1425) während der Unterhaltung mit einem persischen Gelehrten machte:

„Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ‚Schriftbesitzern‘ und ‚Ungläubigen‘ einzulassen, wendet er (der Kaiser) sich in erstaunlich schroffer, uns überraschend schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ‚Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ‚Gott hat kein Gefallen am Blut‘, sagt er, ‚und nicht vernunftgemäß, nicht σὺν λόγω zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider‘. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung… Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann.“

Zeig mir doch, was die Freunde des Islam an neuen Erkenntnissen uns vorlegen können … !

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Was der Bischof verdrängt

Es ist Tradition, dass zum 1. Fastensonntag ein Hirtenbrief des Bischofs an seine Gemeinden verlesen wird. Was ich mir da heute vom Bischof des Bistums Fulda anhören durfte und mich zu diesem Beitrag veranlasste, kann der interessierte Leser hier einsehen: http://www.bistum-fulda.de/bistum_fulda/presse_medien/aktuelles_bischofswort/hirtenbriefe/fastenhirtenbrief2016/fastenhirtenbrief2016.php

Natürlich ist die Kanzel der Ort, von dem aus Mahnrufe an Barmherzigkeit und Nächstenliebe im Geiste Christi an uns Gläubige gerichtet werden. Natürlich darf von dort in einem bischöflichen Hirtenwort kein Aufruf zur Ausgrenzung oder Herabsetzung von Fremden ausgehen; es wäre das Gegenteil von dem, was von einem Hüter des christlichen Glaubens zu hören sein sollte. Natürlich müssen wir von dort Ermahnungen aus dem Hirtenmund zu unserer Sündhaftigkeit und zur Besserung dulden. Natürlich sollte die Kanzel kein Podium für politische Botschaften (mehr) sein!
Und natürlich erwarten wir von einem katholischen Hirten in seiner Botschaft auch einen konkreten Lebensbezug; jedoch keine zuvorderst politischen Deklarationen, wie man dies oft den Protestanten unterstellt.
Es mag dem Bischof selbst und dem vortragenden Priester gefallen und sicher „im Geist des Herrn“ sein, was er mit dem heutigen Hirtenbrief zum ersten Fastensonntag den Gemeinden zumuten mochte. Mir nicht in Gänze.

Eingebettet in die Ermahnungen zur vorösterlichen Bußzeit mutet denn mir – uns – Bischof Algermissen unverhohlen Appelle zur Fortsetzung der politisch gewollten und befeuerten „Willkommenskultur“ zu.

Im Umgang mit den Flüchtlingen, die heute in unser Land strömen, stehen ihm im positiven Sinnen die „Bilder vom Herbst letzten Jahres vor Augen – winkende Menschen auf den Bahnhöfen unserer Städte, die ankommende Flüchtlinge mit heißen Getränken, Decken und Spielzeug willkommen heißen; – freiwillige Helfer in den Erstaufnahmeunterkünften, oft bis zur völligen Erschöpfung im Einsatz;“.
Aber dann beschwört er die „Bilder von brennenden Flüchtlingsheimen und fremdenfeindlichen Demonstrationen.“ Und: „Nicht zu reden von der aggressiven Hetze gegen Flüchtlinge, den anonymen Drohbriefen an Politiker und den obszönen Hasskommentaren im Internet. Erschreckend, was für eine menschenverachtende Geisteshaltung da plötzlich mit Macht zutage trat, die an Szenen und Parolen aus dem Dritten Reich erinnert.“
Wie es sich für den christlichen Seelsorger gehört, wendet er sich gegen die Verhärtung unserer Herzen und dabei will er uns erinnern, wie erfolgreich die „Eingliederung der Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg, der Gastarbeiter und der Russlanddeutschen“ war.
Algermissen meint: „Angesichts der inneren Zerreißprobe, vor der unsere Zivilgesellschaft steht, frage ich mich, auf welcher Seite wir stehen. Teilen wir die Leidenschaft Gottes für sein Volk? Lassen wir uns das auch etwas kosten? Wie reden wir über „die Flüchtlinge“ oder „das Flüchtlingsproblem“ in unserem Freundes-, Kollegen-, Bekanntenkreis? Sehen wir nur die Gefahren und Bedenken, oder nehmen wir die Herausforderungen aktiv und konstruktiv an?“

Ja, die Gefahren und Bedenken klammert der Bischof in seiner Predigt zur Buße und Barmherzigkeit aus, und auf welcher Seite er steht, ist eindeutig. Das alles sei ihm gestattet.
Aber er möge bitte nicht Parolen und Stichworte der Politiker übernehmen.
Der Verweis auf Heimatvertriebene, Gastarbeiter und Russlanddeutsche – gerne auch bemüht von Grünen und linken Politikern – schließt wesentliche Gesichtspunkte aus, welche der Bischof kennen müsste. Die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge damals waren Deutsche, sprachen deutsch, waren Christen und wiesen keine divergenten kulturellen Prägungen auf. Die Gastarbeiter kamen überwiegend aus abendländisch, christlich geprägten Kulturen, was sich aber mit der Hereinnahme der Türken änderte. Die Russlanddeutschen sprachen (überwiegend) deutsch als Muttersprache und brachten Werte und Tugenden mit, die den hier geprägten entsprachen. Wie Integration nicht gelingen kann, beweisen gerade die Türken als „Gastarbeiter“, die in 2. und 3. Genaration zugewandert sind.

„Teilen wir die Leidenschaft Gottes für sein Volk?“ fragt der Bischof.
Welches ist das Volk Gottes, das der Bischof meint? Die gesamte Menschheit? Die Völker, die den jüdischen und christlichen Gott anbeten? Gehören die „Söhne Allahs“ zu diesem Volk, oder verstehen sich die nicht als „Gottesvolk“ schlechthin?
Wenn der Bischof alle meint, die Menschheit allumfassend, wozu binde ich mich dann exklusiv an meinen christlichen Glauben und die Kirche und gehe in Seelennöten oder auch in Dankbarkeit nicht zum Imam, dem Rabbiner, dem Dalai Lama oder pilgere zu einem Shintu-Schrein? Nun ja, das ist wohl eine „theologische“ Frage, für die ich zu unbedarft bin.

Er beschwört die „Bilder von brennenden Flüchtlingsheimen“.
Hat er auch registriert, was sich tagtäglich in den Unterkünften selbst abspielt, wo Menschen unterschiedlicher Gewissheit vom „Volk Gottes“ aufeinandertreffen und wo besonders unsere christlichen Glaubensgenossen einer nicht zu denkenden Gewalt ausgesetzt sind, sodass inzwischen Amtsbrüder des Bischofs die getrennte Unterbringung muslimischer und christlicher Asylbewerber fordern.

Er fragt „Lassen wir uns das auch etwas kosten?“.
Natürlich, materiell gesehen, können wir gar nicht davon kommen. Als Gesellschaft, wie auch als Einzelner, der Steuern – und vielleicht auch Kirchensteuer zahlt.
Der Bischof braucht an mich nicht zu appellieren, in konkreten Umständen materiell und persönlich handelnd, mildtätig zu sein und zu helfen.
Aber was lassen wir uns es noch kosten, jenseits monetärer Rechnungen?
Die Durchdringung unseres gesellschaftlichen Lebens mit Faktoren, die im Widerspruch zu unserem Verständnis von Menschenwürde und Menschenrechten stehen, die Tolerierung einer nicht mehr nur schleichende Islamisierung unserer Gesellschaft bis hin zu unserem Rechtswesen.
Ist es im Namen der Religion – weil es „Religion“ ist – statthaft, Frauen zu schlagen, als Menschen minderer Kategorie zu betrachten, Kinder zwangsverheiraten, Andersgläubigen den Tod anzudrohen? Parallelstaaten und -Gesellschaften in Staat und Gesellschaft aufzubauen?
Dies sollen wir uns es wohl auch „kosten lassen“?

Für seine Fastenbotschaft wählte Bischof Algermissen einen Spruch aus dem Alten Testament: „Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land, und er hatte Erbarmen mit seinem Volk. (Joel 2,12-18)“. Das bezog sich auf eine Erfahrung der Israeliten im 5. Jahrhundert vor Christus, schreibt Algermissen: „Unter dem Schock durch eine gewaltige Heuschreckenplage und eine langwährende Dürre kam das „Volk Gottes“ zum Bewusstsein, wie weit sie sich von Gott entfernt hatten – und schlimmer noch, dass Gott sich von ihnen zurückgezogen hatte.“
So ist es mit Bibelworten und -Gleichnissen – sie sind nach Geschmack verwendbar, und so hoffen wir auf „Erbarmen“ mit unserem Volk. Das Wort von der „Heuschreckenplage“ dürfen wir aber im Sinne der Bischofs-Botschaft aber wohl nicht denken.

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