Nutzen verhindert, Schaden gemehrt …

„Ich schwöre,
daß ich meine Kraft
dem Wohle des deutschen Volkes widmen,
seinen Nutzen mehren,
Schaden von ihm wenden,
das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes
wahren und verteidigen,
meine Pflichten gewissenhaft erfüllen
und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde.
So wahr mir Gott helfe.“ 
Amtseid der Minister –
Art. 56 Grundgesetz

Dass Merkel oder auch ihre Minister immer wieder wissentlich gegen ihren Amtseid verstoßen, wird außer von den jubel-jaulenden Hofhunden in den Staatsmedien und der „Qualitätspresse“ von keinem mehr bestritten.
Dumme Sprüche von Merkel sind inzwischen Legende. Was fiel Ihr zur Corona-Katastrophe ein, als sie bereits hierzulande ein nicht mehr beherrschbares Ausmaß angenommen hatte:
„Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da. Das müssen wir alle verstehen“.
Oder:
„Wir hatten in Deutschland Gelegenheit, in einer frühen Phase die Dynamik zu beobachten“. 
Und:
„Sukzessive müssen wir sehen, dass die Entwicklung vor keiner Region halt macht.“
„Das ist eine unbekannte Herausforderung für uns“, sagte Merkel.
„Wir haben es mit einem dynamischen Ausbruchsgeschehen zu tun, das heißt, die Zahl der infizierten Personen steigt sehr stark an.“

Du dumme Kuh, möchte man ihr entgegenrufen, das fällt Dir jetzt ein und noch blöder kannst Du es auch nicht formulieren?

In einem lesenswerten Beitrag weist Alexander Wendt auf eine historische Begebenheit hin:

Im Oktober 1918 entschied der Gesundheitsbeauftragte von St. Louis Max Starkloff, sich bei den Bürgern seiner Stadt gründlich unbeliebt zu machen. Seit September beobachtete der Beamte, wie sich die Spanische Grippe in den Vereinigten Staaten westwärts verbreitete. Schon im September ließ er sich alle Infektionsfälle der Stadt melden und untersagte größere Veranstaltungen.
Am 8. Oktober 1918 setzte er die Schließung aller Theater, Kinos, Schwimmbäder und Bars in der Stadt durch, später dehnte er die Maßnahmen auch auf Kirchen und nicht lebensnotwendige Geschäfte aus. Das gesellschaftliche Leben von St. Louis stand still, gegen den Willen vieler Geschäftsbetreiber, die Starkloffs Entscheidung für viel zu rigide hielten. Als die Spanische Grippe endlich nach einer zweiten Welle abebbte, zählte Starkloff zu den bekanntesten Gesundheitsexperten des Landes. Dadurch, dass er St. Louis vorübergehend zur Geisterstadt machte und die sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränkte, hielt er dort die Todeszahlen niedriger als in den meisten anderen großen Städten.

 

Betrachte man die Verhältnisse jetzt bei uns, kann man sagen, wieder mal nichts aus der Geschichte gelernt.

Wendt weist darauf hin, dass man in Deutschland wichtige Zeit verschlafen hat und belegt dies mit folgender Kurve:

„Vom 27. Januar bis zum 29. Februar 2020 verlief die Infektionskurve in Deutschland sehr flach: in dieser Zeit hatten sich nur 106 Menschen angesteckt. … Erst ab dem 29. Februar bewegte sich die Kurve extrem steil nach oben – durch die Karnevalsfeiern in Nordrhein-Westfalen. Aber auch danach, als die pandemische Kurve sich schon aufbaute, passierte in Deutschland eineinhalb Wochen lang praktisch wenig bis nichts. Die Schweiz untersagte schon ab 28. Februar Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen, viele Kantone nahmen schon für Veranstaltungen ab 150 Teilnehmern Risikoeinschätzungen vor, ließen sie also nur bedingt zu. Wenige Tage später, am 3. Februar, bezeichnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Absage von Großveranstaltungen ausdrücklich als unverhältnismäßig.“

Da wollten die Jecken aus NRW, der Ministerpräsident und der von dort stammende Gesundheitsminister wohl ihren Feierbiestern den Spaß nicht verderben.
Wochenlang hat Laschet nichts Substantielles zur Lage zum Besten gegeben, jetzt nach dem „Krisentreffen“ im Bundeskanzleramt läßt er sich endlich herab, sich zur Lage zu äußern und politische Vorgaben zu machen. Die FAZ feiert darob den Lascho enthusiastisch als „Mutmacher“, der mit einer „Schweiß-Tränen-und-Mutmachrede-Rede“ 18 Millionen Einwohner seines Landes auf einschneidende Maßnahmen einstimmte. Kein Wort davon, was „Sir Winston“ vom Rhein inzwischen alles hat liegengelassen. Die FAZ möchte ihn gleichwohl als Kanzler-tauglich nobilitieren.

Die Alte aus dem Kanzleramt hat ihren fetten Hintern ebenfalls kaum bewegt. Ein windiger Integrationsgipfel mit der Neuauflage von alten Lügen und Propagandaphrasen war ihr wichtiger als ein rechtzeitiger Krisengipfel zur drohenden Corona-Katastrophe. Und die Beschäftigung mit der Hereinholung von neuen Migranten hatte ebenfalls Vorrang gegenüber der Verlautbarung von klaren Direktiven in Richtung Schließung der Grenzen, Verbot von Großveranstaltungen, Eindämmung sozialer Kontakte usw. Nun sind sie halt da: Fünf neue Fälle von mit Covid-19 infizierten Asylbewerbern allein in Heidelberg an einem Tag.

Merkels Gesundheitsminister – ebenfalls ein Möchtegern-Kanzler – mimte zwar schon nahezu rechtzeitig den Fachminister, die Absage von Großveranstaltungen ausdrücklich als „unverhältnismäßig“ zu bezeichnen, spiegelt indessen eine gewaltige Ignoranz wieder. Seine Einstellung speziell dazu hat er inzwischen revidiert, aber über notwendige Grenzschließungen äußert er sich ablehnend, denn das Virus sei ja schon da!

Nichts aus der Geschichte gelernt, elementare Grundsätze hinsichtlich klassischen Seuchen-Managements und –Eindämmung missachtet – das kann man statthaft als Fazit für die deutschen Verhältnisse anmerken.
Müßig, dabei nochmal auf den Amtseid hinzuweisen.

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Woanders gelesen:

Das Ende der Fahnenstange – der alte Nahe Osten geht unter

Von Oliver M. Piecha 

Erschienen am  14. März 2020 auf  https://www.mena-watch.com/


Die Regime in der Region fahren eine Niederlage nach der anderen ein und rücken dem Abgrund immer näher. Es wird ein entscheidendes Jahr im Nahen Osten.

Libanon, Irak, Syrien, Türkei, Iran, Saudi-Arabien – Corona-Pandemie, Staatspleiten & Ölpreisschock. Korrupte alte Männer mit schwankendem Gang am Rande des Abgrundes, immer bricht schon unter den Sohlen die Substanz weg. Die großen Führer von gestern rutschen als Desperados dem Ende der Fahnenstange entgegen. Unter ihnen ein Abgrund, hinter ihnen Flüchtlinge und Demonstranten, die den Mittelfinger emporrecken.

Die Konflikte im Nahen Osten eskalieren; es wird ein spannendes und dramatisches Jahr für die Region. Vielleicht kommen manche Umwälzungen doch schneller als erwartet. Dumme, kleine Viren, mit denen niemand gerechnet hat, könnten die Katalysatoren sein, und wenn nun noch der Ölpreis ins Bodenlose fällt… Viel spricht dafür, dass die Substanz des alten Nahen Ostens mittlerweile zu marode ist, um die abgewirtschafteten Führer und inkompetenten politischen Klassen noch eine weitere Dekade durchhalten zu lassen.

Die Führer sehen alt aus

Vor einem Jahr sah das noch anders aus. Der Krieg in Syrien schien nahezu eingefroren, und wer nicht die dünn aufgegossenen Analysen vom „Sieg“ Assads“ glauben mochte, konnte allerdings mit furchtbarer Stagnation und einem unendlichen Dahinsiechen der Region rechnen.

Dann kamen die Demonstrationen im Irak, im Iran, im Libanon, auch Ägypten und Algerien meldeten sich zwischendurch auch wieder. Und nun, im März 2020, ist in Idlib die große Flüchtlingskatastrophe gerade noch einmal abgewendet worden, die Europäer sind aus ihrer Trance kurz hochgeschreckt – Flüchtlinge? Wo? Wo? –, der Libanon ist bankrott, der Irak ohne Regierung, mit Qassem Soleimanis Tod Anfang des Jahres hat sich auch der letzte Rest Nimbus der Islamischen Republik Iran verflüchtigt, und bei Erdogan fragt man sich, wann er den einen entscheidenden Fahler zu viel macht. Und nun fluten die Saudis den Globus mit billigem Öl, und der Coronavirus mag nun Hassan Nasrallah, den Chef der Hisbollah, infiziert haben oder nicht – sie sehen plötzlich alle so alt und verletzlich aus.

Die Untergangsszenarien unterscheiden sich dabei je nach Herrschaftsmodell: Im Libanon oder im Irak bieten abgehalfterte politische Klassen ein fortwährendes Schmierenstück, in dem es nur noch um ihre beharrliche Weigerung geht, abzutreten. Im Irak ist gerade wieder eine Regierungsbildung gescheitert, und ob den Laden jemand bei dramatisch sinkenden Öleinnahmen übernehmen will, ist fraglich.

Im Libanon steht der Staatsbankrott in der Tür. Und im Iran rafft das Coronavirus hochsymbolisch Revolutionäre der Generation von 1979 dahin. Man hat es ungehindert gedeihen lassen, man brauchte jeden Wähler an den Urnen zur Parlamentswahl, und man mochte schon gar nicht die Pilgerschreine schließen. Wieder einmal Versagen und Zynismus auf der ganzen Linie. Da können die Revolutionsgarden nun auch dem Virus den Krieg erklären und die Pandemie martialisch mit Propaganda dekorieren, mit jedem verdienten Repräsentanten des Systems, der an der Infektion stirbt, beerdigt sich das System selbst. Und nun klagen sie, dass der Virus nur eine Verschwörung sein könne, weil er ja nur Amerikas Feinde treffe.

In der Falle

In der Türkei herrscht dagegen die Einmannshow. Sie heißt: Erdogan. Ihre Gegenwart und Zukunft: Erdogan. Die Perspektiven dieses Systems ohne Erdogan sind nicht längerfristiger als das Überleben von Coronaviren auf Türklinken. Das System Erdogan steht und fällt mit seiner Person, potentielle Konkurrenten, die ambitioniert und fähig waren, hat er geschasst und verprellt. Erdogan steht ganz alleine da.

Man mag sich nicht ausmalen, was alles auf seinen Schultern lastet, die Familie, der Anhang, die Fans und Wähler – ohne ihn säßen die einen am nächsten Tag im Knast oder im Exil und die anderen würden weggesäubert und arbeitslos. Daher auch die Relevanz von Putschgerüchten in der Türkei; Erdogans Herrschaft ist rein persönlich und das macht sie trotz allem Gepolter sehr fragil, er alleine muss das Alles am Laufen halten.

Die Angriffe auf die syrischen Kurden, das Drohen mit den Flüchtlingen, der Kauf der russischen Flugabwehrraketen und sein dubioses Verhältnis zu Islamisten, Erdogan hat es sich mit allen verdorben, mit seinen NATO-Partnern, zumal mit den USA, und mit der EU.

Über Idlib ist er nun auch noch mit seinem neuen Partner Putin aneinandergeraten, auf den er gleichzeitig angewiesen ist, und dem er doch auch militärisch etwas entgegenhalten musste. Ein extrem schwieriger und kräftezehrender Balanceakt, man muss sich nur den türkischen Präsidenten betrachten, wie Putin ihn zwei Minuten vor dem Audienzzimmer warten lässt, das russische Fernsehen ließ dazu eine eingeblendete Uhr laufen. Schließlich setzt sich Erdogan, müde sieht er aus, im Vordergrund steht der türkische Außenminister mit hängendem Kopf. So geht Demütigung.

Die Übereinkunft über Idlib, die sie schließlich getroffen haben, war so überraschend nicht, grob skizziert war sie hier schon Mitte Februar vorausgesagt. Das türkisch kontrollierte Gebiet ist weiter zusammengestutzt worden, die Stadt Idlib selbst bleibt unangetastet, die beiden strategischen Straßenverbindungen M4 und M3 werden geöffnet und gemeinsam von Russen und Türken kontrolliert.

Wie lange diese Vereinbarung Bestand haben wird ist die Frage, momentan und in nächster Zeit dürften aber beide Seiten ein starkes Interesse daran haben. Das gilt im Übrigen auch für die Europäer, hier ist nun tatsächlich einmal das Wort von der Realpolitik am Platz. Mag sich Erdogan mit einem Geldsegen und Versprechungen aus Europa auch innenpolitisch aufplustern können, er hat immerhin Assads Soldaten aufgehalten, und das Finale der Flüchtlingskatastrophe verhindert.

Die „Sicherheitszone“, der deutschen Bundeskanzlerin hat sich dagegen erwartungsgemäß in Luft aufgelöst. Bei einem Krisentreffen der EU-Außenminister wurde sie nicht einmal mehr erwähnt. Stattdessen kam das übliche inhaltsleere Gewäsch:

    „Der Rat fordert eine dringende Deeskalation des Konflikts in Syrien, um ein Abgleiten in die internationale militärische Konfrontation zu verhindern und weiteres Leid zu verhindern. Der Rat bedauert den Verlust von Menschenleben. Der Rat erkennt auch die schwierige Situation an, mit der die Türkei aufgrund der Offensive in Idlib und ihrer Folgen konfrontiert ist.“ 

Amen. Die EU ist außenpolitisch nicht mehr handlungsfähig und auf Erdogans Panzer in Idlib und auf seine Grenzposten angewiesen. Erdogan ist wiederum ökonomisch auf die Europäer angewiesen. Die Währung, in der das verhandelt wird, sind Flüchtlinge.

Erdogan saß und sitzt in Idlib in der Falle, sein Militär schenkt den Islamisten Panzerfahrzeuge, um die Russen muss er vorsichtig herumbomben, nur syrisches und schiitisches Kanonenfutter darf man ungestraft wegsprengen. Zu hohe türkische Verluste kann er sich nicht leisten, und ein Flüchtlingsexodus über die türkische Grenze würde ihn wohl selbst den Kopf kosten. Für Erdogan war Syrienpolitik immer eine Verlängerung seiner Innenpolitik. Er hat sich in Idlib gerade noch einmal gerettet, aber für wie lange? Sein Ende wird ein jähes sein.

Ein Land auf Abbruch

Die klassische arabische Führerdiktatur Assads ist nachhaltiger aufgebaut als die neoosmanische Türkei Erdogans; Baschar Al-Assad steht auf einer ganz alleine auf ihn ausgerichteten Pyramide, und die ist der gesamte Staat. Wenn Assad fällt, stürzt alles ein, deswegen darf er nicht fallen. Sein volljähriger Sohn darf mittlerweile schon mal als Nachwuchsführer posieren– beim Besuch seiner alten Schule, mit strammstehendem Rektor. So soll sie also aussehen, die glorreiche fernere Zukunft von Syrien.

Die Frage ist nur, wer bis dahin die Betriebskosten bezahlt. Denn das ist ja die ganze Wahrheit hinter diesem fortwährenden Gerede, dass Assad „militärisch“ den Krieg gewonnen habe: Assad hat überhaupt nichts gewonnen, und militärisch schon mal gar nicht, dafür hat er kein Geld mehr. Assad hat den Krieg bisher überlebt. Das ist aber etwas grundsätzlich anderes als Siegen. Assads Armee ist militärisch eine Nullnummer – das hat die türkische Armee mit ihrem Drohnenkrieg ein paar Tage lang exemplarisch vorgeführt.

Zugleich gärt es fortwährend in seinem Herrschaftsbereich, dort wo er die Bevölkerung nicht ganz vertreiben konnte wie im Süden rund um Daara häufen sich Demonstrationen und Angriffe auf Checkpoints.

Gleichzeitig warten seine Anhänger auf ihren Bonus. Der mag mager ausfallen, aber er muss in irgendeiner Form gezahlt werden. So funktioniert das System. Doch Assads Reich ist ökonomisch gesehen nicht mehr von dieser Welt. Seine plündernden Eliteeinheiten haben bei ihrem Vormarsch in der Provinz Idlib Kochtöpfe und Plastikstühle zusammengerafft. Mehr ist da nicht mehr zu holen. In den letzten Jahren war Kupfer immer wieder der Hauptausfuhrartikel Syriens – Syrien fördert aber gar kein Kupfer. Es sind die herausgerissen Leitungsdrähte, die seine Milizen aus den Wänden der Häuser reißen. Assads Syrien ist ein Land auf Abbruch.

Assad muss daher den Krieg am Laufen halten, er hat seinen Leuten überhaupt nichts mehr zu bieten außer der Hoffnung auf später. Vermutlich wird er sich nun, wenn die Russen tatsächlich Ruhe in Idlib haben wollen, auf Nadelstiche gegen die Amerikaner im kurdischen Gebiet kaprizieren.

Der Krieg in Syrien soll vorbei sein? Mit der Realität hat diese Behauptung  nichts zu tun. Einer der klarsten Beobachter des Konfliktes, Hassan Hassan, hat im Guardian darauf verwiesen, dass ein scheinbarer Sieg in Idlib nur die perfekte Voraussetzung für einen frischen islamistischen Aufstand gegen das Regime abgeben würde.

Es ist einfach nicht zu machen, mit Assad wird Syrien nie zum Frieden kommen und Assads ist ökonomisch fertig. Der wirtschaftliche und finanzielle Zusammenbruch des Libanon ist für ihn verheerend. Die syrische Wirtschaft ist symbiotisch mit der libanesischen verschmolzen. Über den Libanon wurden die Gelder für Syrien transferiert und gewaschen, über den Libanon wird der Import abgewickelt, ob für das Angebot des kleinen Händlers oder das Geschäft des der Assad-Tycoone. Assads Syrien ist ein ökonomisch totes Armenhaus. Um es mit einer berühmten Phrase von Bill Clinton zu sagen: It‘ the econiomy, stupid.

Also wird ein ökonomisches Phantasiereich beschworen, man will schnell Fabriken bauen und Importe durch Eigenfabrikation ersetzen ersetzten Transaktionen sollen nun über Banken und syrische Pfund abgewickelt werden müssen, und großzügig bietet die Staatsbank für imaginäre Inverstoren etwas bessere Tauschkonditionen als den offiziellen Wechselkurs. Ob die Russen sich auch daran halten werden, die die syrische Phosphatindustrie übernommen haben? Auch ein paar Schwarzwechsler hat man verhaftet – das ist alles hoffnungslos, als ob die Syrer nicht seit Jahrzehnten an solche staatssozialistischen Maßnahmen gewohnt wären.

Die Versorgung Syriens hat immer nur durch die über den Libanon vermittelte Schattenwirtschaft funktioniert, und auf dem Korruptionsindex von Transparency International steht Syrien auf dem vorletzten Platz von 180 Ländern (vor dem Schlusslicht Somalia).

Eine Niederlage nach der anderen

Und nun sackt der Ölpreis zusammen und mit ihm die Einnahmen der Region. Der saudische Staat unter der Führung des Kronprinzen Mohammed bin Salman hat in den letzten Jahren eine Niederlage nach der anderen einstecken müssen, man hat die iranischen Raketenangriffe auf eine der sensibelsten Stellen der saudischen Ölforderung hingenommen, als klar wurde, das aus Amerika keine substantielle Unterstützung kommt; aus dem Krieg in Syrien haben sich die Saudis schon vor Jahren zurückgezogen, und die Intervention im Jemen, einst gestartet als Prestigeobjekt bin Salmans, wird zu einem immer größeren Desaster.

Die Emiratis haben sich jüngst aus dem Konflikt mit ihren Truppen zurückgezogen, seitdem wird es für die Saudis immer schlimmer. Die Houthis bedrohen nun schon Marib, Stadt und die Region sind das letzte große Machtzentrum, dass die mit den Saudis verbündeten jemenitische Regierung im Nordjemen hält, die dortigen Stämme sind den Saudis traditionell verbunden. Dank der iranischen Waffenlieferungen und Technologietransfers verfügen die Houthis mittlerweile über Flugabwehrraketen, mit denen sie die saudische Luftwaffe bedrohen können. Nach dem ersten Abschuss eines Tornados Mitte Februar war klar, dass die einzige Waffengattung, die die Saudis wirklich gegen die Houthis in die Waagschale werfen konnten, dramatisch entwertet worden war.

Gerade hat Bin Salman wieder Schlagzeilen gemacht, als der vormalige Kronprinz und zwei weitere enge Verwandte aus dieser Linie verhaftet wurden, weil sie offenbar versucht hatten, bin Salman zu entmachten und von der Thronfolge auszuschließen. Und nun hat „MBS“ also auch noch einen globalen Ölkrieg angefangen.

Der Konflikt um die Förderquoten zielt auf Russland und auf die Ölschieferproduzenten in den USA, doch die Erschütterungen, die damit quasi nebenbei im Nahen Osten ausgelöst werden dürften, sind in möglichen Auswirkungen noch gar nicht absehbar. Was ist mit den Budgets des Iran oder des Irak? Selbst die saudischen Finanzen sind labil und bin Salman rutscht auf seiner Fahnenstange auch immer weiter vor. Da sind noch sehr viele Brüder und Onkel, die endlich einmal genug haben könnten von dem schnittigen Kronprinz, der ein Desaster nach dem anderen produziert.

Und so geht es munter weiter den Untergängen entgegen, immer weiter über den Abgrund hinaus. Dann kommt der freie Fall. Es wird ein entscheidendes Jahr im Nahen Osten.

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Nun ist es halt da…

 

„Ich hab‘ es getragen sieben Jahr
Und ich kann es nicht tragen mehr!
Wo immer die Welt am schönsten war,
Da war sie öd‘ und leer.
„Archibald Douglas“ -Theodor Fontane

Es ist wahrlich kein Trost, in der schlimmsten sozialen und wirtschaftlichen Krise, die Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg heimsucht, eine ausgewiesen dumme Nuss an der Spitze der Staatsführung registrieren zu müssen.

„Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da. Das müssen wir alle verstehen“ –
so Frau Merkel auf der Bundespressekonferenz zur Corona-Pandemie, die Deutschland jetzt mit Macht erfasst hat.
Es haut einen um von der Sprachgewalt dieser Aussage. Glaubt Frau Merkel, auf sprachlichem Vorschul-Niveau mit uns und der Welt kommunizieren zu müssen?Erinnern wir uns an ihren Kommentar zu dem von ihr veranlassten Flüchtlingszustrom 2015:

„Nun sind sie halt da.“

Und an den törichten, irgendwie aber auch drohenden Ausspruch in diesem Zusammenhang:

 „Wir schaffen das, und wo uns etwas im Weg steht, muss es überwunden werden“.

Und nun ist es halt da, das Coronavirus und Frau Merkel appelliert an das Verständnis des Volkes dafür.
Wir sollen auf Sozialkontakte verzichten, empfiehlt uns Merkel, denn das Coronavirus sei „eine unbekannte Herausforderung für uns“ – das als Quintessenz der Beratung mit ihren Ministern und Experten.

Deutschland hat für die Welt immer etwas Besonderes vorzuweisen und sei es einen lispelnden, Nägel-kauenden Piesepampel an der Staatsspitze.
Wann werden wir endlich von dieser Simplicia Simplicissima erlöst?

Schon 2009 stöhnte Eckhard Henscheid: „Es geht nicht mehr…“ und schrieb über die öden rhetorischen Verlautbarungen und die dröge Formulierungskunst der Kanzlerin:

    Die Platitüdität (ihrer) Sätze in Serie reicht einer ganz neuartigen „Banalität des Bösen“ (Hannah Arendt), die schweißige Hand seitlich der schwitzfleckenfeuchten Hosenanzugsjacke. Der bestürzende Dummsinn, die behämmerte und zugleich behämmernde, die uns am Ende richtig zuschüttende Impertinenz, die der einstmals mitteldeutsche Seelenknödel im Hosenanzug täglich, ja wer weiß (und wäre nicht gerne nah dabei) stündlich produziert und ausschüttet: Er überragt inzwischen längst die oftmals ja sogar kunstvolle Nichtigkeit der Rede ihres Lehrmeisters Helmut Kohl oder aber auch die Komik eines komischen Selbstläufers, dessen Banausität bis hin zur Debilität aber ja ohnehin mehr eine sich selbst fortzeugende Legende war.

Weitere elf Jahre mussten wir Merkel ertragen, keiner erbarmte sich – schon gar nicht der doofe deutsche Wähler – endlich dieses Ungeheuer der CDU abstimmungsmäßig  zu „meucheln“.

„Angela Merkel“frei nach Theodor Fontane:

Wir haben sie ertragen fünfzehn Jahr
Und wir können es nicht tragen mehr!
Wann immer die Welt am schönsten war,
Da machte sie es uns öd‘ und schwer.

 

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Fundstück

Das griechische Feuer

Im Mittelalter war Byzanz das mächtigste Staatengebilde Europas im Mittelmeerraum und dem „Nahen Osten“. Das Byzantinische Reich hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Weltkultur und -politik. Die byzantinische Zivilisation beteiligte sich am Erhalt des alten Wissens und verbreitete das Christentum in der gesamten slawischen Welt und in Kleinasien. Konstantinopel blieb jahrhundertelang die große Stadt des christlichen Europas.
Das „Griechische Rom“ war in seiner Geschichte wechselnden Angriffen von „Bestien, Türken und Barbaren des Okzidents“ und anderem „Völker-Kroppzeug“ ausgesetzt, wie „Sir Galahad“* es in seinem Buch „Byzanz – von Kaisern, Engeln und Eunuchen“ aus dem Jahr 1937 schildert:

„Seit dem siebenten Jahrhundert fabrizierte man nach streng gehütetem Verfahren das geheimnisvolle „Griechische Feuer„, die immer neu verbesserte Erfindung des Syrers Callinicus. „Verbündete“, etwa Bulgaren, erhielten nur die fertigen Präparate samt den Kriegsmaschinen und bedienenden Ingenieuren geliefert. Ausschließlich dieses Feuer hat im siebenten Jahrhundert die Ausbreitung des Islams zum Stehen gebracht, es entscheidet die wichtigsten Schlachten, sichert die Freiheit der Meere und stürzt Igors aggressive Russen in die See; sie springen lieber schwer bewaffnet in den sicheren Ertrinkungstod, statt an solch infernalischer Glut zu sterben. Ihre 10.000 Barken zischen unter seinem Regen restlos in den Grund.“

Zu den „Barbaren des Okzidents“ sind auch die westeuropäischen Kreuzritter zu zählen. 1204 eroberten die Kreuzfahrer Konstantinopel, plünderten es aus und teilten das Reich unter sich auf, 1261 gelang schließlich den Griechen die Rückeroberung. Die Regierungsperiode der Kreuzritter brachte den Christen in Palästina keine Hilfe. Stattdessen beraubte man sie ihrer möglichen Helfer und stürzte das gesamte Verteidigungswerk der Christenheit um.

Europa hat also die Griechen schon einmal ruiniert!

_____________________

* Sir Galahad ist das Pseudonym der österreichischen Schriftstellerin und Journalistin Bertha Eckstein-Diener (1874 – 1948)
„Byzanz – von Kaisern, Engeln und Eunuchen“ – Leipzig und Wien 1937.

 

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Irgendwie ähnlich…

Die NSPD

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Rückkehr der Kriegsrhetorik

„Die Schlafwandler 2020″ und die neue Schuldfrage

Der australische Historiker Christopher Clark beschreibt in seinem großen Werk „Die Schlafwandler“, wie die Nationen 1914 gleichwohl in den Ersten Weltkrieg taumelten. Die Eskalation der Krise wurde durch die begleitende aggressive Rhetorik maßgeblich befeuert.

Im Kampf gegen das Coronavirus scheinen nun die einschlägig Verdächtigen fast wieder in ähnliche Verhaltensmuster wie seinerzeit zu verfallen.

Die USA haben ihre Grenzen geschlossen und einen Einreise-Stop für Europäer verfügt – mit Ausnahme von Bürgern Großbritanniens. Grenzschließungen werden von Südkorea bis Österreich berichtet. Warum nicht?
Donald Trump warf aber in seiner Ansprache den EU-Staaten vor, nicht rasch genug auf die Ausbreitung des neuartigen Erregers reagiert zu haben. Der Leiter der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, bezeichnete dazu Europa als die „wahre Bedrohung“ für die USA in der Corona-Krise.

Donald Trump hat die internationalen Märkte auf eine gefährliche Talfahrt geschickt, behauptet denn die FAZ. Der Dax fällt unter 10.000 Punkte. Manche würden den Blitzcrash bereits mit dem Großen Sturz von 1929 vergleichen, der eine Weltwirtschaftskrise nach sich zog.

Also ein Schuldiger der kommenden Katastrophen für uns ist schon identifiziert und nebenbei: die angloamerikanische Achse scheint wieder mal reanimiert.

Die EU prüft die Maßnahmen der USA, heißt es. Ein Kommentator bei Welt-online  meint dazu trefflich: „Was wollen die Eurokraten denn hier prüfen? Wenn Trump die Grenze zumacht, kann VdL einen Nackttanz aufführen und es wird nichts daran ändern.“

Auch innerhalb Europas sucht man nach Sündenböcken. Ein italienisches Forscherteam glaubt, dass Sars-CoV-2 aus München nach Italien eingeschleppt wurde – nicht aus China, wie bisher angenommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Tschechien führt scharfe Grenzkontrollen zu den Nachbarstaaten Deutschland und Österreich ein. Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat der Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, Panik zu verbreiten. Zuvor hatte Merkel erklärt, dass nach Angaben von Experten 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung infiziert werden könnten, solange es weder Therapie noch Impfstoff gebe. Sein Land habe zügig Maßnahmen ergriffen, damit von einem solchen „dunklen Szenario“ keine Rede sein könne, erklärte der Tscheche. 

Sign „Attention state border“ on the border of Germany, Austria, Czech Republic, Bavarian Forest, Sumava National Park

Man muss eine militärische Auseinandersetzung der Schlafwandler gewiss nicht fürchten, die Auswirkungen der Corona-Pandemie könnten aber durchaus in eine Art Wirtschaftskrieg führen. Die Globalisierungsstrategen und One-World-Ideologen werden wohl einen heftigen Rückschlag erfahren. Ob sie sich von dem erholen werden?
Die so oft beschworene internationale Solidarität bei Katastrophen ist denn auch nicht so tragfähig, wie oft behauptet wird. Das Hemd ist einem näher als der Rock und so feiern denn nationale Egoismen wieder ihre Urständ.
Und die Medien befeuern die täglichen Katastrophenschilderungen mit Meldungen, wie oben von mir wiedergegeben.

Wer hat anderes für wahrscheinlich gehalten?

Nichts ist neu unter der Sonne …

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„Nazisteuer“

Die Kirchensteuer – von Adolfs Gnaden

 

„Wo  dein  Schatz  ist,  da  ist  dein  Herz“
Mt 6,21

 

Nachdem heutzutage fast nichts dem Nazi-Verdacht entgehen kann, warum sollen da die Pfründe der Kirchen nicht einer solchen Ermittlung unterzogen werden, da durchaus begründet? Wenn schon Straßennamen auf Nazi-Hintergründe durchleuchtet werden, warum nicht auch so ein „Ärgernis“ wie die Kirchensteuer?
Nicht nur da der Protz-Kardinal aus München, oder der oberste, mit Moralin gesalbte Bischof der evangelischen Kirche, tätigen Anteil daran haben.

Kirchensteuer wurde in einzelnen deutschen Provinzen bereits im 19. Jahrhundert eingezogen.
Verfassungsrang erhielt die Kirchensteuer aber 1919 mit der Weimarer Verfassung.
Nach der Machtergreifung durch die Nazis 1933 wurde diese durch weitergehende Gesetze fast gänzlich außer Kraft gesetzt. Nicht ausgesetzt wurde aber die Kirchensteuer, die durch das Reichskonkordat Adolf Hitlers mit dem Vatikan von 1933 quasi weiter im Verfassungsrang gehalten wurde.
Mit Gründung der Bundesrepublik und der Konstituierung des Grundgesetzes wurden dessen Regelungen übernommen:
Hitlers Reichskonkordat ist mit Art. 123 Absatz 2 GG in Deutschland weiterhin unausgesprochen anerkannt, ohne dass es im Detail dort aufgeführt wird.

Hier einige Hauptgegenstände des damaligen Reichskonkordats, betreffend kirchliche Pfründe und Sonderrechte:

  • Geistliche erhalten den gleichen Schutz des Staates wie Staatsbeamte (Artikel 5)
  • Keine Zwangsvollstreckung in das Amtseinkommen der Geistlichen (Artikel 8)
  • Bestandssicherung für die Diözesanorganisation und -zirkumskription und Regelung bei Neubildungen oder Änderungen (Artikel 11)
  • Kirchengemeinden und andere Kirchenorganisationen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts (Artikel 13)
  • Recht der Kirchen auf Erhebung von Kirchensteuern (Schlussprotokoll zu Artikel 13)
  • Schutz von Eigentum, Vermögen, Rechten und gottesdienstlichen Gebäuden (Artikel 17)
  • Staatsleistungen an die Kirche können nur „im freundschaftlichen Einvernehmen“ abgeschafft werden. (Artikel 18)
  • Katholischer Religionsunterricht ist ordentliches Lehrfach. (Artikel 21)
  • Gründung und Führung von Privatschulen durch Orden und religiöse Kongregationen (Artikel 25)
  • Das Reich wird für nicht-katholische Konfessionen gleichartige Regelungen treffen. (Schlussprotokoll zu Artikel 32)

 

Mit dem Thema „Staatsnähe der Kirchen“, „Kirchensteuer“, „Kirchenaustritt und Exkommunikation“ haben wir uns an dieser Stelle schon einmal befasst. Dazu gibt es nichts hinzuzusetzen.

Das in etwa dümmste, was man zur Kirchensteuer sagen kann, liefert aktuell Domradio. Das Gesagte wird auch nicht besser dadurch, dass man erwähnt, dass 1939 (unter den Nazis) die Kirchensteuer den Kirchen schon doppelt so viel einbrachte, wie die weiter laufenden Zahlungen der Länder an diese.
Man möchte Glauben machen, dass mit Rückgang der Kirchensteuer – durch Kirchenaustritte – unser Sozialgefüge zusammenbrechen würde. Auf das Paradoxon, daß trotz steigender Austritte die Kirchensteuer-Einnahmen jährlich neue Rekorde hervorbringen, geht man nicht explizit ein.
Unter anderem fragt Domradio unter Hinweis auf die klerikalen Spitzenverdiener treuherzig:
Wer zahlt wie viel Kirchensteuer?

Man muss sich nicht in ihre Konten hacken, um zu wissen, wie viel Kirchensteuer den beiden obersten Repräsentanten der großen Kirchen abgeknöpft wird. 13.000 Euro im Monat verdienen die beiden. Das verraten Staatskirchenvertrag und Konkordat. Der evangelische Landesbischof in Bayern und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bedford Strohm, und der Erzbischof von München Freising und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, werden wie Beamte nach der Besoldungsgruppe B 10 bezahlt.

Schaut man dann in die allgemeinen Steuertabellen, sieht man, dass Landesbischof Bedford Strohm 4.000 Euro Lohnsteuer und 320 Euro Kirchensteuer bezahlt, Kardinal Marx 4.700 Euro Lohnsteuer und 380 Euro Kirchensteuer. Woher der Unterschied? Der eine ist verheiratet und deshalb in Steuerklasse III, der andere ist natürlich unverheiratet, ist deshalb in Steuerklasse I, zahlt also mehr Lohn- und Kirchensteuer.

Man reiche mir meine Tränen-Phiole, damit ich meiner Anteilnahme an der Schröpfung unserer Kirchenfürsten Ausdruck geben kann! 

Domradio nennt schließlich vier (moralische) Gründe, die (Hitler-) Steuer beizubehalten:

  • Ein Freiburger Theologieprofessor habe die Kirchensteuer einmal eine „Flatrate für liturgische Dienstleistungen“  bezeichnet.
  • Ein Volkswirt habe die Kirchensteuer als Versicherungsprämie für das Jenseits tituliert.
  • Das schlechte Gewissen halte viele in der Kirche. Sie gehen aus Bequemlichkeit nicht in den Gottesdienst, wüssten aber, dass das falsch ist. Und sie wollten es ihren Eltern, Verwandten, ihrem Umfeld nicht antun, dazustehen als jemand, der aus der gemeinsamen Glaubensgemeinschaft ausgetreten ist.
  • Die Kirche sei Mahner und Warner, eine Institution, die der Gesellschaft einen Werterahmen vorgibt, als soziale und kulturelle Einrichtung, die aus der Tradition nicht wegzudenken ist, als eine Institution, die Gutes tut für die Gesellschaft.

Der Unfugverbreiter Domradio wird natürlich auch aus den munter sprudelnden Kircheneinnahmen alimentiert. 

Ich empfehle, nochmal unseren Beitrag „Ohne Moos nichts los“ zur Klärung hier nicht angeschnittener Fragen heranzuziehen.

Eine Essenz daraus lautet:

Solange der Staat seine klerikalen Prediger in Deutschland für seine Moralaktionen nutzen kann, wird er nichts an seiner großzügigen Alimentation der Kirchen und ihren Prälaten und sonstigen Huld- und Jubel-Pfaffen ändern wollen. Und die EKD- und katholischen Amts-Pfaffen werden füglich vorerst auch davon nicht abfallen, nach dem Motto „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!“ 

Auch wenn sie mittels einer „Nazi-Steuer“ durchgefüttert werden.

Warum eigentlich hat das die vereinte Linke und die Antifa noch nicht aufgegriffen?

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So geht es auch

Refugees are welcome!

Der Bürgermeister einer italienischen Gemeinde hat vorgeführt wie man mit „Refugees are welcome“-Rufern umgehen kann oder muss.

Quelle: https://www.michael-klonovsky.de/images/Probat.jpg

Bürger seiner Gemeinde Inzago waren auf die Straße gegangen, um für Migranten, „No Borders“, „No Nations“ und „Diversity“ zu demonstrieren. Sie kritisierten die Haltung der Mehrheit im Städtchen als rassistisch und rechts, weil die meisten Bürger der neuerlichen Aufnahme von noch mehr Migranten ablehnend gegenüberstehen. Nun hat Bürgermeister Andrea Fumagalli die Namen dieser Protestierer registrieren lassen und verkündet: „Wenn diese Leute die Migranten unbedingt hier haben wollen, dann werden sie sie auch selber bei sich aufnehmen“.
Der Bürgermeister lud die kleine Gruppe von Demonstranten ein, die Einwanderer in ihrer Heimat zu begrüßen und ihnen Unterkunft, Betreuung und Verpflegung zuteil werden zu lassen. Wer für die Aufnahme der Einwanderer in Inzago sei, solle ins Rathaus kommen und ein Dokument unterschreiben, das die (persönlich bereits registrierten) Teilnehmer dazu verpflichtet, die von ihnen eingeforderten Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen.

Gallery: http://www.montecruzfoto.org/31-08-2014-Demo-guertelstr-Refugees-resist-on

Wäre dieses „Modell“ der Flüchtlingsbetreuung auf unsere Verhältmisse übertragbar?
Die einschlägigen Demonstranten würden sich gewiss gegen eine namentliche Erfassung durch die Behörden wehren, aber man könnte an ihr Ehrgefühl und großherzige Freiwilligkeit appellieren, indem man bei den aufkommenden Demonstrationen folgendes Formular verteilen lässt.

 

Das Formular kann hier heruntergeladen werden.

 

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Warum eigentlich nicht links?

Ach, wie würde ich mich wohlfühlen.
Wie damals zu meiner extremen Sturm- und Drang-Zeit, bevor ich Verantwortung übernehmen wollte und musste.
Jetzt, nicht mehr erwerbstätig, ohne Verpflichtungen im Beruf, für Kunden und Mitarbeiter!
Da könnte ich doch Stunden bei den Demokratie-Verstärkern, Fernsehen und Rundfunk verbringen und mir das Infotainment von Hayali bis Plassberg reinziehen. Ohne dass Brechreiz in mir hochkommt!
Aufklärerische „Features“ des Deutschlandfunks würden mich intellektuell aufmuntern.
Ich könnte mich durch sonntäglichen Tatort-Genuss durch Crime und Sex von werktäglichen Gedanken ablenken lassen, dabei mich in gesinnungskonformer Aufhellung auf die Woche vorbereiten.
Wieder Freude an theologischer Erbauung finden und gebannt den Ausführungen von adretten Pastorinnen beim Wort zum Sonntag folgen.
Die Gespräche mit der gutmenschlichen Ehefrau wären nur von Harmonie geprägt und nach Begegnungen mit deren/unseren Bekannten würde ich hinterher nicht mehr Beißspuren an der Zunge gewahr werden müssen.
Ich könnte wieder frei von der Leber sprechen und argumentieren, habe ich doch ein geschultes Gedächtnis für das, was man sagen darf.
Kein schlechtes Gewissen mehr, weil ich die hiesige Pfarrerin nicht mehr als dummschwatzende Schnepfe ansehen würde/dürfte.
Ich bräuchte keinen Gedanken daran verschenken, dass ich unter Gesindel oder braunem Dreck eingeordnet werden könnte.
Wie gut das Bewusstsein, dass letztendlich an unserem Wesen die Welt genesen wird.
Ich könnte mir doch wieder die Frankfurter Sonntagszeitung abonnieren und mir sonntags wunderbare Stunden der Erbauung und Selbstvergewisserung gönnen.
Ich wüsste mich auf der Seite des sozialen und demokratischen Fortschritts und bräuchte mir keine defätistischen Gedanken mehr über Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit in unserem Lande machen.

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Der Aussatz ist zurück

„Und siehe, ein Aussätziger kam herzu,
warf sich vor ihm nieder und sprach:
Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen“
(Mt 8,2)

In Pegnitz/Ofr. wurde die Realschule geschlossen, da vor ein paar Tagen ein beschwerdefreier Vater an einer Informationsveranstaltung an der Schule teilgenommen habe und der im Nachhinein positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Jetzt darf kein Kind mehr – außer bei Strafe – die Schulanlage betreten.
Der Schulleiter bedauert, dass die Eltern nun selbst schauen müssen, wie die Kinder betreut werden können. Informiert wurden sie bereits über eine Schul-App, weitere Hinweise sollen schnellstmöglich darüber folgen.
„Sollte ein Kind am Montagmorgen trotzdem an der Schule auftauchen, werde es nicht in der Kälte stehen gelassen. „Wir werden uns darum kümmern, dass es abgeholt wird. Betreut werden kann es aber nicht“, so der Schulleiter weiter.
Na schön, zumindest wird das Kind wohl nicht festgesetzt werden, aber mit welchem Empfang muss es rechnen? So vielleicht:

Aus Oberfranken wurden 60 Schulkinder aus Südtirol abgeholt. Der Platz, wo die Busse ankamen, wurde anschließend hermetisch abgeriegelt, die Kinder in Quarantäne genommen.

 

Bei allem Verständnis für „seuchenhygienische“ Vorsorgemaßnahmen, aber irgendwie sollte doch die Würde, wenn schon nicht der Verstand gewahrt werden kann.

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