
Es wurde dankenswerterweise am Ort des früheren PPP in Pegnitz eine Stele errichtet, die an ein wichtiges Stück Pegnitzer Geschichte erinnern soll.
Zu meinem Beitrag auf FB „Der Posthalter – eine Elegie auf verlorene Gastlichkeit“ auf der Pegnitzer FB-Seite, aus meinen „Pegnitzer Miniaturen“ kam die Frage auf:
„Warum wurde das einst so renommierte Posthotel in Pegnitz eigentlich abgerissen?“
Der Abriss, der Untergang des PPP stand am Ende einer sehr langen Entwicklung,
Der Grundbesitz der Familie Pflaum war in Pegnitz einst legendär. Er erlaubte, viele Jahre den Ausbau des Gasthofs zu einer „Destination“, welche den Brüdern Andreas und Hermann, der Familie Pflaum, mit ihren Ansprüchen genügen sollte. Und der Erfolg war stupend. Das PPP zählte schließlich zu den Spitzenhotels nicht allein in der Region, sondern gar für Deutschland in der Welt der Gastronomie.
Die 70er- bis in die 90-Jahre waren die „Boom-Jahre“, gastronomisch.
Aber nicht unbedingt wirtschaftlich gesehen.
Die finanzielle Zuführung aus den Grundstückserlösen und Wertzuschreibungen erschöpften sich und nicht nur einmal stand man vor der Insolvenz.
Schließlich waren mit Beginn der 2000er-Jahre Vertrauenswürdigkeit und Solvenz überzogen. Die „Hausbank“ der Pflaums, die Schmidt-Bank war selbst in Bedrängnisse geraten.
2007 musste das Hotel schließlich endgültig Insolvenz anmelden.
Es folgte eine Reihe unklarer Eigentümerwechsel: Verkauf an den ukrainischen Investor Jurij Salnikow; Insolvenz dessen Firma; Weiterverkauf an eine Briefkastenfirma (Recors Ltd.).
Unseriöse „Investoren“, die zunächst vorgaben, das PPP zu retten, erhalten zu wollen: doch es waren eiskalte Spekulanten.
Nicht nur deren Rolle, auch die Rolle der Bank(en) und der lokalen Politik waren in dieser Krisensituation für die Außenstehenden und die Betroffenen oft befremdend, erschienen nicht Wenigen kontraproduktiv.
Viele „echte Pegnitzer“ waren, wie ich mich erinnere, auch nicht so recht am weiteren Schicksal des PPP interessiert.
Der von der Presse so benannte „Weiße Ritter“ Winfried Stöcker, mein Schul- und Studienfreund, der „Milliardär von Euroimmun“ in Lübeck, nahm nach Analyse der wirtschaftlichen Gegebenheiten Abstand davon, für dieses Projekt in seiner früheren Heimatstadt zu investieren.
Die sogenannten Investoren aus dem Osten Europas begannen, das Inventar des PPP mit seinen Kunstschätzen und allem sonst systematisch auszuplündern.
Der Wert der Immobilie – ohne die ehemaligen Luxus-Suiten und historischen Bestände – gab mehr her für neue Immobilienprojekte – und so kam die Spitzhacke ins Spiel.
Das Grundstück war für neue Nutzung wertvoller als das alte Hotel.