Intelligenz und Ideologie

Die SPD hat ihr offensichtlich bedeutsamstes Reformvorhaben neu aufgelegt: Thilo Sarrazin aus der Partei ausschließen.
Die Thesen Sarrazins seien nicht mit den Grundsätzen der SPD vereinbar und er habe mit seinen Publikationen und Interviews der Partei schweren Schaden zufügt, heißt es zur neuerlichen Rechtfertigung.

Die meiste Empörung riefen Sarrazins Thesen über die Erblichkeit von Intelligenz hervor. Diese war im Jahr 2010 jedoch schon seit 30 Jahren wissenschaftlicher Konsens und durch Zwillings- und Adoptionsstudien abgesichert. In den vergangenen Jahren wurde dieser Befund glänzend bestätigt: Mittlerweile können Genetiker über 1.000 Intelligenzgene identifizieren.

Stellt die Junge Freiheit aktuell dazu fest.

Passend zur Diskussion über Erblichkeit von Intelligenz, läßt denn just die Süddeutsche Zeitung einen Pädagogen und Psychologen der Universität Regensburg in einem Gastbeitrag zu Wort kommen und behaupten:
„Intelligenz ist nicht angeboren – Forscher behaupten immer wieder das Gegenteil. Richtig aber ist: Die Gene haben kaum einen Effekt – es kommt auf die Förderung an.“
So der Professor und Lehrstuhlinhaber Christof Kuhbandner, einer aus der inzwischen umfangreich gewordenen Spezies der habilitierten Gutmenschen.
„Lernmotivation“ sei der Schlüssel zu Intelligenz.
Als Gegner seiner Auffassung identifiziert der Professor die Genforscher und deren Erkenntnisse, die er mit dem Satz abtut:
„Ein genauerer Blick hinter (deren) Studien eröffnet allerdings eine Welt, in der nichts so ist, wie es zunächst erscheint, und in der sich offenbar selbst Fachexperten verirren…“.

Der Pädagoge mit angeblicher Fachexpertise zur Genetik manipuliert in seinem Beitrag – wissend oder unwissend – indem er Genom-Forschung mit Heritabilitäts-Forschung in eins setzen möchte. Studien an eineiigen Zwillingen und sog. Adoptionsstudien werden einfach abgetan, die Vererbbarkeit von Intelligenz und mentalen Fähigkeiten wird ohne Beweis einfach in  sozial-wissenschaftlichem Wortgeklingel – in „diskursiver Beweisführung“ – einfach in Abrede gestellt.

 
Der (ideologische) Streit bei der Intelligenzforschung dreht sich – auf den einfachsten Nenner gebracht – darum, ob Umwelteinflüsse (soziales Milieu, Erziehung, Förderung) zu 90 – 75 % oder nur zu 10 bis 25% gegenüber Erbfaktoren gewichtet seien.

Pädagogen oder Psychologen können mit all ihren Volten und eigenen sozial“wissenschaftlichen“ Erkenntnissen die Erblichkeit von Intelligenz, bzw. diesen kardinalen Charakter, nicht wissenschaftlich widerlegen. Allenfalls „relativieren“.

Keiner der ernsthaften Genforscher bezweifelt Umwelteinflüsse (u.a. auch auf das Genom).
Den (linken) Gesellschaftswissenschaftlern sind die Erkenntnisse der Naturwissenschaftler auf diesem Gebiet dagegen ein Graus: werden wegdiskutiert, ignoriert  oder mit dem Stigma von Rassismus (oder auch Sexismus) versehen, unberührbar gemacht.

Hans Jürgen Eysenck, einer der Hauptkritiker des Tiefenschwindels von S. Freud und dessen Eleven erkannte bezüglich der Ideologie-Gebundenheit in dieser Frage:

In der Tat vertreten die MARXisten der Gegenwart oftmals Auffassungen, die den MARXschen und LENlNschen Lehren diametral entgegengesetzt sind.
Ein Beispiel dafür ist die Frage der Erblichkeit der Intelligenz: sowohl Marx als auch Lenin haben sich unmißverständlich darüber ausgesprochen, daß sie mit ihrem Glauben an die »Gleichheit« – als einem für den Sozialismus wesentlichen Ideal – die soziale und nicht die biologische Gleichheit meinten, wobei sie eigens betonten, daß die letztere absolut un- möglich zu erreichen sei. So geht auch aus ihren Schriften klar hervor, daß sie der Ansicht waren, die Intelligenz und andere Fähigkeiten hätten eindeutig eine genetische Grundlage; nichtsdestotrotz behaupten einige ihrer modernen Anhänger das genaue Gegenteil.* 

 

Der Text stammt aus dem Jahr 1985. Die heutigen Marxisten, durch die Frankfurter Schule qualifiziert, berufen sich in dem Thema nicht mehr auf Marx oder Lenin.
Um ihre ideologischen Hirngespinste von „Gleichheit“ und „Gerechtigkeit“ durchzusetzen, haben sie auch die Pädagogik unterwandert und diese disponierte, krankheitsanfällige Wissenschaft ideologisch zersetzt, um genehme wissenschaftliche Resultate zu produzieren.
Wie unser o.e. Lehrstuhlinhaber aus Regensburg dafür Beispiel gibt.

Um Gleichheit und Gerechtigkeit zu schaffen, muss die staatlich gewollte Menschenmanipulation frühest möglich beginnen. Die SPD hat ja schon die „Lufthoheit über den Kinderbetten“ausgerufen.
Das Kind gehört dem Elternhaus entzogen: Den prekären Familien wegen mangelnder Förderung, den gebildeten Eltern wegen Zementierung von Ungleichheit. Der geistig nivellierte Mensch, der hirngewaschene und manipulierbare, ist das Ziel der ewigen Linken.

An unserem Beispiel – SPD mit Sarrazin einerseits, und SZ mit der Verbreitung von ideologisierter Wissenschaft andererseits – zeigt sich einmal mehr die gegenwärtige unheilvolle Zweckbeziehung zwischen Politik und Medien. Zum Schaden von Gesellschaft und Staat.

Dass die SPD mit Thilo Sarrazin einen scharfsinnigen Analytiker und hellsichtigen Publizisten partout aus ihren Reihen verstoßen möchte, zeigt, dass diese Partei endgültig im Obskurantismus links-ideologischer Spinnerei gelandet ist  – und habilitierte Pseudowissenschaftler deutscher Universitäten liefern dazu noch argumentale Beiträge.

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* In Hans J. Eysenck: „Sigmund Freud – Niedergang und Ende der Psychoanalyse“,  London und München 1985

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Ein Kommentar zu Intelligenz und Ideologie

  1. Guad Moing Frieder, eines hast Du in Deinem Artikel vergessen und zwar dass die Linken die Weisheit von Haus aus mit dem Löffel gefressen haben. Damit relativiert sich alles andere und mögen die Beweise noch so eindeutig sein.
    Sie haben beim Verteilen der Intelligenz zweimal hier geschrien und damit hat es sich.
    Viele Grüße aus Dunkelbayern Gerd

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