Fundstück

Das griechische Feuer

Im Mittelalter war Byzanz das mächtigste Staatengebilde Europas im Mittelmeerraum und dem „Nahen Osten“. Das Byzantinische Reich hatte einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Weltkultur und -politik. Die byzantinische Zivilisation beteiligte sich am Erhalt des alten Wissens und verbreitete das Christentum in der gesamten slawischen Welt und in Kleinasien. Konstantinopel blieb jahrhundertelang die große Stadt des christlichen Europas.
Das „Griechische Rom“ war in seiner Geschichte wechselnden Angriffen von „Bestien, Türken und Barbaren des Okzidents“ und anderem „Völker-Kroppzeug“ ausgesetzt, wie „Sir Galahad“* es in seinem Buch „Byzanz – von Kaisern, Engeln und Eunuchen“ aus dem Jahr 1937 schildert:

„Seit dem siebenten Jahrhundert fabrizierte man nach streng gehütetem Verfahren das geheimnisvolle „Griechische Feuer„, die immer neu verbesserte Erfindung des Syrers Callinicus. „Verbündete“, etwa Bulgaren, erhielten nur die fertigen Präparate samt den Kriegsmaschinen und bedienenden Ingenieuren geliefert. Ausschließlich dieses Feuer hat im siebenten Jahrhundert die Ausbreitung des Islams zum Stehen gebracht, es entscheidet die wichtigsten Schlachten, sichert die Freiheit der Meere und stürzt Igors aggressive Russen in die See; sie springen lieber schwer bewaffnet in den sicheren Ertrinkungstod, statt an solch infernalischer Glut zu sterben. Ihre 10.000 Barken zischen unter seinem Regen restlos in den Grund.“

Zu den „Barbaren des Okzidents“ sind auch die westeuropäischen Kreuzritter zu zählen. 1204 eroberten die Kreuzfahrer Konstantinopel, plünderten es aus und teilten das Reich unter sich auf, 1261 gelang schließlich den Griechen die Rückeroberung. Die Regierungsperiode der Kreuzritter brachte den Christen in Palästina keine Hilfe. Stattdessen beraubte man sie ihrer möglichen Helfer und stürzte das gesamte Verteidigungswerk der Christenheit um.

Europa hat also die Griechen schon einmal ruiniert!

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* Sir Galahad ist das Pseudonym der österreichischen Schriftstellerin und Journalistin Bertha Eckstein-Diener (1874 – 1948)
„Byzanz – von Kaisern, Engeln und Eunuchen“ – Leipzig und Wien 1937.

 

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