Putin vergleicht sich mit Zar Peter dem Großen

Am 9. Juni jährte sich der 350. Geburtstag von Peter „dem Großen“. In einer Gesprächsrunde mit Jungunternehmern im Umfeld dieses „Gedenktages“ setzte sich nun Putin mit seinem Eroberungskrieg in eins mit Zar Peter „dem Großen“.
Nun Zar „Wladimir der Große“?
Dazu mal etwas über Peter d. Großen, aus „Die größten Lügen der Geschichte“ von Frank Fabian*:

„…das Urteil über Peter, den angeblich Großen, (muss) vernichtend ausfallen. Ihn groß zu nennen, ist eine der größten PR-Lügen … Sie konnte nur ersonnen werden von Leuten, die durch Vaterlandsliebe blind waren, was vielleicht verständlich und nachvollziehbar ist, korrekt ist es deshalb nicht.
Nein, nein und nochmals nein! Peter, der selbsternannte Große, war ein verachtenswerter Barbar, der alles mit sich in den Untergang riss, was er berührte, der nur an seine eigene Größe glaubte und der in seinem Größenwahn Russland mit der eigenen Person verwechselte. Er war ein tausendfacher Mörder und Henker, er war ein Warlord, Kriegs-Hetzer und Kriegstreiber übelster Sorte. Er nutzte das Heimatgefühl und je und je auch die religiösen Gefühle seines Volkes schamlos aus, um seine verbrecherischen Ziele voranzutreiben. Es gelang ihm, manchmal geschickt ein PR-Mäntelchen über seine Taten auszubreiten, mehr aber auch nicht. Er war ein Schurke, ein eitler Pfau, ein Kriegsverbrecher und ein Kommisskopp. Verglichen mit einer Katharina der Großen, die zumindest in der ersten Hälfte ihrer Regierungszeit unglaublich klug vorging, war er ein vollständiger Versager. Im Grunde seines Herzens war er ein kleiner Soldat, der den Krieg anbetete und seiner eigenen Großmannssucht zum Opfer fiel. Dass er sich je und je für den Schiffsbau als Handwerk interessierte, ist bei Licht betrachtet nur Marginalie und vollständig nebensächlich, denn all diese Tugenden stellte er nur in den Dienst seines wahren Motivs: Krieg zu führen und Ruhm einzuheimsen. Ruhm aber ist der übelste aller Brüder und höchst fragwürdig; wenn er mit Hunderttausenden von Toten bezahlt wird ist er sogar verabscheuungswürdig. …“

  • Details im einschlägigen Kapitel.

P. d. G., die „Blaupause“ für Putin? Putin der legitime Nachfolger des „Großen“?
Was für eine Chuzpe! Oder geisteskranker Größenwahn?
Sei es, wie es wolle, alles in dem Zitat aus F. Fabians Resümee trifft wohl gleichermaßen inzwischen für Putin zu.

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14 Antworten zu Putin vergleicht sich mit Zar Peter dem Großen

  1. KW sagt:

    Ich habe die Biographie von Alexej Tolstoi über Peter I im Original gelesen, weil ich für ihn schwärmte nach 3 Jahren Wohnort in Leningrad. Die ganze Stadt atmet den Hauch dieses Zaren, der tatsächlich über 2 m maß. Was hat er geleistet? Er gewann den Nordischen Krieg gegen Schweden und verschaffte Rußland Zugang zur Ostsee. Er verlegte die Hauptstadt nach Norden, indem er aus dem Sumpf des Nordens eine neue Stadt schuf. Jeder Reisende dorthin mußte mindestens einen Stein mitbringen. Für Rußland spielte die Seefahrt wieder eine Rolle. Auch als Zar lebte er ein einfaches Leben. Er mochte kleine Räume und aß gerne Sülze. Seine 2. Frau war eine einfache Frau aus Livland, Martha. Sein Schloß in Peterhof ist mit Wasserspielen ausgestattet, an deren Konstruktion der Zar mitarbeitete, auch sein Fahrstuhl für warme Küche stammte von ihm. Ich weiß nicht, wer der Spinner ist, der ihn jetzt schlechtmacht. Peter I mochte Deutsche und um gab sich gerne mit ihnen. Ich habe mit ihm zusammen am selben Tag Geburtstag und fühle mich seeelenverwandt.
    Wer von den Nieten in Berlin gedenkt eines deutschen Kaisers?

    • Anonymouse sagt:

      „Ich habe mit ihm zusammen am selben Tag Geburtstag und fühle mich seeelenverwandt.“
      Phänomenal !
      Und ich hab mit jedem 365. Weltbewohner, also mit 21.917.808 Menschen Geburtstag.

  2. Patricia Steinkirchner sagt:

    Ich kann hier nur zustimmen. Natürlich war er kein Gutmensch. Aber die wichtigste Regel bei der Beurteilung historischer Personen muss immer sein, sie aus ihrer Zeit heraus zu verstehen.

    • Anonymouse sagt:

      … man kann sie aber auch aus eigener Gegenwart heraus verstehen.
      Immerhin müssen immer die Lebenden und nicht die Toten verstehn.

  3. altmod sagt:

    Es ist durchaus kein Spinner, der ihn in Ihren Augen „schlechtmacht“, sondern ein studierter Historiker. Was er in seinem populärwissenschaftlichen Buch in seiner Passage über Peter d. G. aufzählt, sind belegte Sachverhalte, nachzulesen auch in einschlägigen Biographien und in seriösen Enzyklopädien (Encyclopaedia Britannica, Brockhaus E.). Vielleicht nicht gerade in einer Biographie eines sowjet-russischen und nationalistischen Fanatikers, der unter Stalin auch Aufrufe zur Hinrichtung von Angeklagten verfasste, die von ihm „Verräter und Spione“ genannt wurden.

    Bleiben Sie ruhig bei ihrer Schwärmerei aus Ihrer persönlichen „Einsicht“ heraus.
    Für ein Scheusal der Geschichte – „der tatsächlich über 2 m maß“.
    Dieses Kriterium ist eigentlich das einzige, das man für „Größe“ bei Peter anerkennen könnte.
    Aber was soll das …
    Lenin und Stalin maßen nur etwa 1,65 m, da ist Putin mit 1,70 m schon „größer“ sein Knecht Medwedjew ist aber auch nur 1,62 groß.
    Übrigens: Friedrich „der Große“ maß nur 1,60 m.

    Leningrad bzw. St. Petersburg: „Die ganze Stadt atmet den Hauch dieses Zaren ….“
    Unterhalten wir uns mal über die sozialen Verhältnisse, die elenden Slum-artigen Lebenssituationen der Einwohner hinter diesen so glänzenden Fassaden. Auch das ein weiter bestehender „Hauch dieses Zaren“ – aber nicht nur seiner.
    Diesem Zaren ging seinerzeit das Wohl seines Volkes am Allerwertesten vorbei. Historisch belegt, auch wenn es Schwärmer nicht wahrhaben möchten.

    Schon diese „historischen“ Bezeichnungen der „Großen“ sind so etwas von verlogen, wie wir nicht nur seit neuestem wissen: sei es „Alexander der Große“, „Gregor der Große“, „Karl der Große“ u.v.a.m. Alle „groß“ als Massenmörder, Ketzer- und Juden-Vernichter, Heiden- und Sachsen-Schlächter …

    Und es geht hier auch nicht um die Nieten in Berlin oder unser Kaisergedenken.
    Man sollte schon bei der Sache bleiben.

  4. KW sagt:

    Was ich von in der bRD studierten Historikern halte, schreibe ich lieber nicht, da genügen mir die alle untereinander verzahnten Figuren bei Knopp, der aber bewußt lügt, weil er es besser wissen müßte, weil er bei Werner Maser studierte. Patricia hat natürlich Recht, denn man muß die Zeit beachten. Man muß Leningrad genossen haben, eine wunderschöne Stadt. Wie der Adel damals lebte, kann man aus Puschkins Eugen Onegin, von mir aus auch in Lew Tolstois „Anna Karenina“ nachlesen. Schmarotzer wie überall in Europa. trotzdem hat Peter I seinem Land etwas hinterlassen, nicht nur an Architektur. Daß die Russen schlechter lebten als die Deutschen, liegt auch an ihrer Faulheit. Wer als Bauer hier verlebte den Winter über nur auf dem Ofen? Meine Oma knüpfte Teppiche, andere schnitzten oder flochten. Wie kampierten arme Berliner hinter den schönen Fassaden? Da kenne ich noch Zeichnungen von Zille. Nein, ich lasse diesen Monarchen nicht schlechtreden. Er gehört zu den schillerndsten europäischen Persönlichkeiten. Was an Friedrich groß gewesen sein soll, weiß ich auch nicht, da war dessen Vater erfolgreicher, auch, was die Staatsschatulle anging.
    Krieg gegen sein Brudervolk, der Anfang des deutschen Dualismus, der uns bis zur bRD geführt hat. Peter I hat Rußland europäisiert. Das war schon mal was!

    • altmod sagt:

      Kommt da Ostzonen-Arroganz gegen „BRD“-Verhältnisse durch?
      Ironie aus!
      Knopp ist weder das Aushängeschild noch der Nestor der bundesdeutschen Historikerzunft, über die man natürlich vielerlei äußern könnte: von Winckler vs. Diwald, W.J. Mommsen vs. Nolte oder Jaeckel vs. Hillgruber usw..
      Historische Fakten sind das eine und wie man damit umgeht das andere.
      Wenn man alles Historische aus der Zeit heraus verstehen „muss“, dann „muss“ man logischerweise auch Verständnis für die derzeitigen „Nieten in Berlin“ haben.

      • KW sagt:

        Ostzonenarroganz eher nicht, nur immense Traurigkeit, daß die bRD das Sendebewußtsein der ehemaligen DDR-Geschichte kritiklos und letztendlich übernommen hat. Fakten sind das eine, aber das sind nicht einmal mehr die Nachrichten. Diese bRD will belehren auf allen Gebieten, ob sexuell, evolutionstechnisch, geschichtlich, sprachlich. Putin ist schlecht, und wenn der Peter I lobt, ist auch Peter I. schlecht. Das hat mich schon beim Adolf abgestoßen. Die guten Juden und der böse Adolf, nun ja, man forscht nicht umsonst. Warum gab es in allen Völkern zu allen Zeiten Progrome?
        Wenn ein Staat Bildungsbürger durch sein Bildungswesen produziert, kann er diesen ein Urteil überlassen, indem er die Fakten präsentiert. Und was läuft in der bRD? Das Bildungssystem wird bis zur Unkenntlichkeit abgebaut, Nachrichten sind nur noch Stimmungsbilder, emotionsgeladen, in eine Richtung entgegen den Naturgesetzen. Sicher hat unsere Zeit die Nieten produziert, Negativauslese, das Kind beim nackten Kaiser sucht man vergebens. Und so sehe ich die Historiker in der BRD differenziert, nur dient Knopp in bester Sendezeit Propaganda des Staates brD.

  5. Elisa sagt:

    Prolog zu Wallenstein, Friedrich Schiller:

    Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt,
    schwankt sein Charakterbild in der Geschichte.

    mag der von ihnen zitierte bestsellerautor ein auch noch so hochgelobter historiker sein und entsprechende preise eingeheimst haben, der reißerische schreibstil wie in obiger leseprobe – wohlwollend als populärwissenschaftlich bezeichnet – nimmt mir die lust, mich näher mit seinen werken zu befassen, zumal ich mich schon vor jahren sehr ausführlich mit russischer geschichte (bis nikolaus II) beschäftigt habe. das war allerdings eine fordernde lektüre …

    werter altmod, sie haben es ja angedeutet: was käme wohl dabei heraus, wenn man sich auf diese art und weise unserem charlemagne, dem namensgeber des karlspreises, widmen würde?

    mit wem sich herr putin vergleicht oder angenommen wird, dass er dies tut, muss uns nicht kümmern, schon gar nicht in bezug auf die körpergröße. unsere ehemalige kanzlerin hatte schließlich auch ein faible für katharina die große (auch keine zimperliche) und – wenn ich mich recht erinnere – ein porträt der kaiserin auf ihrem schreibisch im kanzleramt. ob sie ihre amtsführung nach dieser herrscherin ausgerichtet hat, kann ich nicht beurteilen. im umfang scheint sie aber schlussendlich ihrem großen vorbild doch recht nahegekommen zu sein.

    https://mdz-moskau.eu/katharina-die-grosse-fun-facts-zu-ihrer-person/
    Die große Katharina war nicht großgewachsen. 1,57 Meter soll ihre Körpergröße betragen haben, wobei die Zarin mit zunehmendem Alter zur Fülle neigte.

    • Anonymouse sagt:

      „mit wem sich herr putin vergleicht oder angenommen wird, dass er dies tut, muss uns nicht kümmern, schon gar nicht in bezug auf die körpergröße. unsere ehemalige kanzlerin hatte schließlich auch ein faible für katharina die große …“

      Hat hier vielleicht jemand Merkel gelobt ?
      Nicht dass ich wüsste.

      „… das war allerdings eine fordernde lektüre …“
      Nur mal so nebenbei : Das wäre die dtsch. Groß-u. Kleinschreibung auch.

  6. Elisa sagt:

    lieber altmod, nachdem sie KW maßregeln, diesen troll hier aber ausgiebigst gewähren lassen und meinen nachtrag zu peter dem großen gelöscht haben, war es das für mich hier, unwiderruflich.

    viel spaß und erfolg noch!

    • Anonymouse sagt:

      WER ist hier ein Troll ???
      Troll von was, von o. für wen, wofür, wogegen, what ever ?
      Gute Frau, ich hab noch nicht mal damit angefangen ausgiebig zu werden.
      „unwiderruflich“ – Messus, sagen Sie doch sowas nicht, das macht mir auch Angst.

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