Berichterstattung mit halbseidener Verhältnismäßigkeit

 „Wirecard“

Mal ehrlich, wussten Sie bis vor wenigen Tagen wer oder was „Wirecard“ ist?
Ich nicht.
Nicht jeder von uns ist Banker, notorischer Dax-Beobachter, Börsen-Zocker, Selfmade-Aktionär, Hobby-Broker oder so etwas Ähnliches.
Nachdem nun fast täglich in meinem auf dem Frühstückstisch nicht zu vermeidenden Käseblatt und auf den Online-Lügenportalen dieser Name und der damit verbundene „Skandal“ als Schlagzeile erscheint, wollte ich doch mal dem nachgehen und mir ein Bild davon machen, worum es eigentlich geht.

Man gebe mal auf Youtube „wirecard“ ein und man ist überrascht. Nein nicht Corona ist der Bestseller, sondern die „Drahtkarte“.
Aber nicht dort, sondern auf Wikipedia erfahre ich denn:

„Die Wirecard AG ist ein 1999 gegründetes börsennotiertes deutsches Zahlungsdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Aschheim bei München. Wirecard bietet Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr, das Risikomanagement sowie die Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten an. Die Tochtergesellschaft Wirecard Bank AG verfügt über eine deutsche Banklizenz.“

Dann frage ich mich, was hat das mit mir zu tun.
Ich habe ein Bankkonto, Kreditkarten, mache mir es damit und mit „Paypal“ bei Internet-Einkäufen bequem.
Mit Letzterem bin ich wohl nahe bei dem, was Wirecard so treibt, habe aber trotzdem nichts dazu von der Firma bisher gehört.
Warum?
Als Kleinkapitalist – auch mit professioneller „Vermögensverwaltung“ durch meine Bank – gehört man nicht unmittelbar zum Kundenkreis dieses „Global Players“, der angeblich „intelligentesten Financial Commerce Platform der Welt“.
Da spielte man schon auf einem Level, das möglicherweise nicht mal Lehman-Brothers erreicht hatten. Zumindest in der rhetorischen Performance.
Auf deren Website erfährt man:

„Mit der intelligentesten Financial Commerce Platform der Welt können Sie digitale Zahlungen akzeptieren und abwickeln. Erfassen Sie weltweit Daten über POS-, Online- und mobile Zahlungen. Gewinnen Sie einzigartige Erkenntnisse über Ihre Kunden und deren Ausgabeverhalten. So bringen Sie Ihre Business-Performance auf ein neues Level.“

Jedenfalls ist die „intelligenteste Financial Commerce Platform der Welt“ – Made in Germany – abgeschmiert und hat einen unglaublichen Absturz hingelegt.

Ich habe mir jetzt nicht viel Mühe gemacht, um die Hintergründe zu eruieren und zitiere einfach nochmals Wikipedia:

„Am 18. Juni 2020 gestand Wirecard ein, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young keine ausreichenden Nachweise zur Existenz von Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ermitteln konnte. Dieser Betrag entspricht etwa einem Viertel der gesamten Bilanzsumme der Wirecard AG. Ernst & Young verweigert daher der Bilanz für das Geschäftsjahr 2019 das Testat. Wirecard warnte, dass Banken ohne testierte Bilanz am Folgetag Kredite über rund 2 Milliarden Euro kündigen könnten. Der Aktienkurs brach daraufhin erneut ein, der Handel mit der Aktie wurde zeitweilig ausgesetzt. Am 22. Juni 2020 teilte Wirecard in einer Ad-hoc-Mitteilung mit, dass Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht existieren“. Dadurch stürzte der Börsenkurs um mehr als zwei Drittel ab.
Der langjährige CTO und CEO Markus Braun trat hierauf zurück und wurde später unter dem Vorwurf der Vortäuschung von Einnahmen und Marktmanipulation festgenommen und am Folgetag gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro auf freien Fuß gesetzt. Auch gegen den am 22. Juni 2020 fristlos entlassenen Chief Operating Officer Jan Marsalek wurde ein Haftbefehl erwirkt. Er flüchtete am 23. Juni zunächst auf die Philippinen und reiste nach Daten der philippinischen Behörden am nächsten Tag weiter nach China. Marsalek hatte zunächst über einen Anwalt erklären lassen, er werde sich der Münchener Staatsanwaltschaft stellen. Am 29. Juni berichteten mehrere Medien jedoch, dass er der Ankündigung nicht nachkommt und weiterhin untergetaucht bleibt. Marsalek galt als Vertrauter und „rechte Hand“ von Markus Braun.
Am 25. Juni 2020 stellte Wirecard (nicht die Wirecard Bank AG) beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. ….“

Das ist ja fast Stoff für einen Bestseller a la John Grisham oder eine Hollywood-Story über Beschiss, Betrug, „Banksters“.

Zu Hollywood-Crime gehört natürlich auch „Sex“. Wie ist es damit?

Ein wichtiges Gesicht von Wirecard war und ist diese Dame: Frau Dr. Anastasia Lauterbach, ein Wunderprodukt weiblicher Intelligenzija und Schönheit, das aus Russland ins Deutsche kam.

Multi-Aufsichtsrätin, Unternehmerin und Expertin für Künstliche Intelligenz und Cybersecurity, die angeblich schon mit 13 Jahren an der Lomonossow-Universität in Moskau Psychologie, Linguistik (und anderen Krampf) studierte. Mit dreizehn? Mit 19 wanderte sie, da man in Russland ihr Talent wohl nicht erkannte und schätzte nach Deutschland aus, um später an einer deutschen Universität noch in Psychologie zu promovieren und dann eine Wirtschaftskarriere zu beginnen. Vor ihrem Engagement im Aufsichtsrat bei Wirecard war sie schon im Vorstandsbereich der deutschen Telecom angelangt.
Kein Wunder, dass der Spiegel 2015 eine Jubelarie über diese Licht- und Wundergestalt anstimmte.

In die allem Anschein nach kriminellen Manipulationen von Wirecard ist offensichtlich eine weitere weibliche Lichtgestalt verwickelt, Susanne Steidl, ebenfalls studierte Psychologin (dazu Betriebswirtin) und jetzt noch im „Interims-Vorstand“ der Drahtzieher an der Spitze des Konzerns.

Warum ziele ich jetzt wieder mal bösartig auf das weibliche Geschlecht ab, wo doch die Bösen hier eher Schwanz- und Eier-Träger sind (Markus Braun, Jan Marsalek).

Die „Expertise“ von Frau Dr. (beauty) Anastasia Lauterbach, die im Aufsichtsrat von Wirecard für „Risk und Compliance“ zuständig ist, lautet auf „Künstliche Intelligenz und Cybersecurity“. Wie sie sich mit dem angeblichen Studium von Linguistik und Psychologie dazu handfeste Kompetenz erworben hat, bleibt nicht nur mir etwas schleierhaft. Aber mit Psychologie und weiblicher Chuzpe beherrscht man gewiss die suggestive Kraft des Quasulatorischen in einem, möglicherweise von Anfang an auf Finanz-Fickfackerei angelegten Betrieb. Entschuldigung an das weibliche Geschlecht: Das Wort „Fick-Fackerei“ ist mir wirklich nur so nebenbei eingefallen.
Aber passt eine Psychologin aus der Alpenrepublik im Vorstand nicht ganz gewiss in das Ganze?

Wirecard ist abgeschmiert, beschäftigt sogar den Bundestag, und die Affäre ist angeblich dazu angetan, das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland in der Welt zu beschädigen (als wenn es da noch was zu beschädigen gäbe!)

Zum Schluss noch etwas drauf zur „Weiberwirtschaft“: Laut einer Analyse schneiden Aktien-notierte Unternehmen mit einem höheren, Quoten-bedingten Frauenanteil in Vorstands- und Aufsichtsratspostenschlechter ab, als Männer-dominierte Unternehmen, wie die Welt berichtet und man hier sieht.

Wer sich noch weiter informieren oder aufregen will, den verweise ich zu diesem Thema u.a. zu meinem Lieblings-Stänkerer im Internet, Hadmut Danisch.

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1 Antwort zu Berichterstattung mit halbseidener Verhältnismäßigkeit

  1. Elisabeth Weddemann sagt:

    (als wenn es da noch was zu beschädigen gäbe!)

    Genau

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