Kirchentage – Wer braucht das noch?

Über diese Zeitgeist-Schauspiele – zunächst der evangelischen Kirche – habe ich mich schon öfter lästerlich ausgelassen.
https://altmod.de/2019/03/was-fuer-ein-vertrauen/2467/
https://altmod.de/2017/04/fuehre-uns-nicht-in-versuchung-und-erloese-uns-von-dem-boesen/703/

Zur Zeit macht der katholische Kirchentag ein paar Schlagzeilchen, da der Krieg in der Ukraine ihn wohl fast vergessen macht.
Die Katholen verzichten zwar auf ein offensichtliches Tunten- und Schlampen-Programm wie bei den Evangelischen mit „Vulven-Malen“ und ähnlichen „Events“. Man ist da vorsichtiger, denn der Päderasten- und Missbrauchs-Skandal, der die Katholika nachhaltig erschüttert, ist immer noch ein beherrschendes Thema.
Betrachtet man den Ablauf des „Kirchentags“, weiß man nicht ob es sich jetzt um einen Sonderparteitag der SPD mit Kanzlerdarsteller Scholz, BuPrä Steinmeier und Gen. Sekr. Kevin Kühnert handelt oder um ein grünes Erweckungsseminar mit Luisa Neubauer.
Der anhaltende Missbrauchs-Eklat ist natürlich auch ein Hauptthema.
Mit dem derzeitigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz – sozusagen der Ober-Kathole Deutschlands – hat man nun aber einen besonderen Heuchler an der Spitze, über den gar die katholische Tagespost lästert.
Bätzing hat in seinem Bistum einen Priester, der offensichtlich zweimal einer Frau „an die Bluse ging“, trotzdem zum Dekan befördert. Bätzing, der die Missbrauchsaufarbeitung medienwirksam besonders hochhängen wollte.

Aber die Scheinheiligkeit hat Tradition in dieser Kirche.

Das Leitwort des diesjährigen Katholikentags ist „leben teilen!“. Und das Leitwort soll an den Bistumsheiligen der gastgebenden Diözese Rottenburg-Stuttgart anknüpfen, den heiligen Martin von Tours, so der Rottenburg-Stuttgarter Bischof Gebhard Fürst (nomen est omen). Denn für Christen sei das Teilen „gelebte Nächstenliebe“. Teilen sei „Grundhaltung christlicher Weltverantwortung“.
Und dann ausgerechnet Martin von Tours.
Natürlich, der „Pelzmärtel“, wie man in Franken sagt, ist einer der beliebtesten Heiligen mit Platz im Kirchenjahr („Rabimmel, rabammel, rabumm..“.). Denn der heilige Martin war der Legende nach ein großer Spezialist in Wunderdingen, der nicht nur Tote erwecken konnte, sondern seine enormen Wunderkräfte beispielsweise auch einer kranken, von einem „bösen Geist besessenen“ Kuh angedeihen ließ. Nicht so recht ins barmherzige Legendenbild passt, dass der hl. Martin von Tours (316-397) als Bischof tausende von Sklaven für sich schuften ließ und in aller Brutalität die Evangelisierung der gallischen ‘Heiden’ vorantrieb. Es ist belegt, dass der heilige Martin sein Schwert weit weniger zur mildtätigen Zerteilung seines Mantels benutzt hat, als zur Vernichtung von Kulturen und Menschen, die nicht ins christliche Konzept passten.
Ein wahrer Vertreter „gelebter Nächstenliebe“!

Aber so ist es leider mit der Kirche: Der erlogene Schein übertrifft das tatsächliche Sein – und das elende Gewesene. Die (Amts-) Kirche hat nichts gelernt aus ihrer Kriminalgeschichte. Das muss man leider immer öfter feststellen.
Insofern sind mir diese Kirchentage, diese Synoden und Bischofskonferenzen, die verlogenen Predigten all dieser gegenwärtigen Pfaffen in meiner persönlichen Glaubensausrichtung immer mehr bedeutungslos geworden.
Und Massen-Getue mag ich ohnehin nicht.

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2 Antworten zu Kirchentage – Wer braucht das noch?

  1. KW sagt:

    1989 habe ich auf die Kirche gesetzt. Damals gab es zu Feiertagen noch bunte Filme zur Bibelgeschicht. Nach und nach gab jedoch die Kirche in allem dem Kultur zersetzenden Zeitgeist nach. Das ging bis zur Abtreibung, den verkaufsoffenen Sonntagen und meinen Schülerinnen aus Afrika auf dem Kirchentag. Die Kirche ist scheinheilig, antideutsch und amoralisch. Ich bin fertig mit ihr und erhoffe nichts. Ausgetreten bin ich mit 18 in der DDR, aber das hatte andere Gründe. Der Sozialismus lehnte sie ab, konnte aber ideell nichts Gleiches entgegensetzen. Übrig blieb auch nur Materialismus und Völkerzersetzung. Der nationale Sozialismus wurde nun durch den internationalen ersetzt—-die schlimmste aller Herrschaftsformen, in der sich eine reiche, aber dumme und wertelose Kaste über den Rest stellt und diesen schamlos ausbeutet. Diese Kaste versteckt sich hinter der militärischen Supermacht USA, die sich seit 1913 finanziell ausbeuten läßt.

  2. Elisa sagt:

    werter altmod: eine schöne ergänzung zu ihren obigen ausführungen:
    https://jungefreiheit.de/kultur/gesellschaft/2022/293156/

    ich habe mir abgewöhnt, mir tiefere gedanken über diesen (wie auch den anderen) weltanschaungskonzern zu machen und habe nach sehr langem zögern die konsequenzen gezogen.

    der himmlische chef wird das eines tages schon regeln, davon bin ich überzeugt.

    übrigens:
    seinen stellvertreter auf erden lässt man jetzt auch nicht mehr unzensiert zu wort kommen (quelle: reitschuster).

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