Der deutsche Professor

Am Beispiel von Andrea Nahles und Joschka Fischer

Andrea Nahles wird „Professorin“, hört man; die gescheiterte „in-die-Fresse“-Vorsitzende der SPD kommt jetzt auch noch zu höchsten „akademischen Ehren“.

 

Der deutsche Professor

Ein Professor in oder aus Deutschland, das war einmal was: zur Blütezeit als Volk der Dichter und Denker, als Deutschland das Mekka der Medizin, Chemie und Physik war und Heimat fortschrittlichster Ingenieurskunst. Am deutschen Professor orientierte sich einstmals die akademische Welt.
Lassen wir einen Eingeweihten – selbst Professor – dazu feststellen:

„Der Professor der Professoren Hegel, der deutsche Plato Schelling, deutsche Professoren von Kant bis von Weizsäcker, sie alle vereinen in Kopf und Brust das Teutonische mit dem Sokratischen und halten sich rechtens , wie Fichte erkannt hat, für die feinste Spezies neben den Göttern, in der sich endlich die Bestimmung des Mensch an sich erfüllt hat.“

 

Ein Titel muss her …

Wer möchte sich nicht gerne mit dem Titel Professor schmücken, vor allem, wenn man daran arbeiten muss, sein angeknackstes Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Wenn man als Politiker bis dato weder etwas gelernt oder auf die eine oder andere Weise gearbeitet hat und dieser negative Aspekt irgendwie kaschiert werden muss.

Professor ist in der Regel die Amts- und Berufsbezeichnung oder der akademische Titel des Inhabers einer Professur. Anders als etwa beim Doktorgrad handelt es sich nicht um einen akademischen Grad.
Wer ist nicht alles schon mit dem Erwerb des anscheinend weniger werten Doktortitels gescheitert? Da war doch was mit dem früheren „Bundesminister für Wirtschaft und Technologie“ und „Bundesminister der Verteidigung“, Karl-Theodor zu Guttenberg. Dann die ehemalige „Bundesbildungsministerin“ Annette Schavan. Anders als der Karl-Theodor von der CSU hat der Andy Scheuer – ebenfalls von der CSU – noch rechtzeitig die Kurve gekriegt, bevor sein fragwürdiger Doktortitel ihn vielleicht straucheln ließe.

Was soll´s, man kann sich doch den Titel kaufen, z.B. hier.


Man muss nur bestimmte Auflagen beachten, um den Titel dann mit dem Namen auf dem Briefkopf oder Firmenschild führen zu können. Man kann es aber auch machen wie ein Kollege von mir, den ich vor vielen Jahren einmal in seiner Praxis vertrat. Der „Doktor“ in dem oberbayerischen Ort hatte keinen rechtmäßigen Titel, aber jeder Patient konnte in seinem Sprechzimmer eine Urkunde bewundern, indem ihm von der „Universität Narrington“ der „Doktor hum(oris). causa“ verliehen wurde.
In diese Kategorie ist das obige Angebot einzuordnen mit dem absoluten Preisknüller von 53,97 Euro für einen Ehrenprofessorentitel.

 

Frau Professor Andrea Nahles …

Nach ihrem grandiosen Scheitern in der Politik ist sie jetzt in den Posten als Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation gehievt worden.
Wie ätzte man früher:

Wer nichts ist und wer nichts kann, geht zur Post und Bundesbahn …

Zudem wurde verlautbart, dass Nahles künftig als Sonderberaterin für EU-Sozialkommissar Nicolas Schmidt arbeiten werde. Sie werde daran mitwirken, den sozialen Dialog in Europa sowie die Rolle der Sozialpartner zu stärken, twitterte der EU-Bonze.
Die Endpolitur der schwindelerregenden Karriere der Edel-Sozin wird nun erreicht durch die Verleihung einer Professur in NRW:
„Die Uni Duisburg-Essen gibt bekannt, die frühere SPD-Chefin und Arbeitsministerin werde eine Gastprofessur an der NRW School of Governance übernehmen. Sie werde eine Vorlesung halten und eine Seminarreihe gestalten. „Wir konzipieren ein neues Format und werden unseren Studierenden einmalige Einblicke in die außergewöhnliche politische Arbeit der Sozialdemokratin Andrea Nahles bieten könne“, sagte der Direktor der School of Governance, Prof. Karl-Rudolf Korte.“

Donnerwetter!
Frau Professor wird also über nichts anderes dozieren als über sich selbst. Eine Professur für „Nahlologie“, wie Danisch zurecht höhnt.
Das Niveau der Wissenschaften im Ruhrgebiet wird neben den erfolgreichen Gender-“Wissenschaften“ mit Nahles einen weiteren Quantensprung erfahren.

Wie sagte Nahles am 13. November 2009 auf einem Parteitag in der Bewerbungsrede um das Amt als Generalsekretärin der SPD: „Basta und Testosteron hatten wir in den letzten Jahren genug.“
Statt „Testosteron“ nun Wehen-Hormone, statt „Basta“ jetzt „Bätschi“:
„Die SPD wird gebraucht. Bätschi, sage ich dazu nur. Und das wird ganz schön teuer. Bätschi, sage ich dazu nur.“ – so am 7. Dezember 2017 über Gespräche mit der Union über eine Regierungsbildung.
Im Bundestag hat sie auch schon mal Kinderlieder angestimmt: „Ich mach‘ mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt.“ Das wäre auch ein schönes Motto oder Einlassung für ihre Antrittsvorlesung.
Auch ihre Volkstümlichkeit könnte sie in ihrem neuen Amt einsetzen: „Für die Leute machen wir das, verdammte Kacke nochmal.“

 

Herr Professor Joschka Fischer

Er war schon viel: Fotografenlehrling ohne Abschluss, Teilzeitstudent, Buchhändler, Straßenkämpfer und Steinbrucharbeiter, Wahlkampflokomotive der Grünen, hessischer Umweltminister in Turnschuhen, Bundestagsabgeordneter, Bundesaußenminister, Vizekanzler, das angestrebte Amt eines europäischen Außenministers blieb ihm aber am Ende verwehrt.
Joschka Fischer, der von sich sagte: „Ich habe keine Vorbilder. Ich genüge mir selber.“
Seit 2006 darf sich der Joschka aber ebenfalls mit einem Professorentitel schmücken. Er hatte seinerzeit eine Gastprofessur an der amerikanischen Eliteuniversität Princeton angenommen und dort ein Seminar über Internationale Krisendiplomatie abgehalten.
2010 hat er eine Gastprofessur an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf (NRW) angetreten.
Heute ist er zudem „Unternehmer“ – mit der „Joschka Fischer & Company“, einer Beratungsgesellschaft mit „Erbringung von Beratungsleistungen mit den Schwerpunkten strategischer Beratung zur Flankierung unternehmerischer und politischer Entscheidungsprozesse, PR- und Imageberatung“. Seine Einnahmen daraus und seine Pension als Minister und Abgeordneter sind augenscheinlich so kärglich bemessen, dass er außerdem als „Celebrity Speaker“ durch Welt tingeln muss. Einer, der von sich überhaupt nicht angekränkelt ist und meinte: „Als Katholik kann ich sogar Papst werden.“
Das steht noch über „Professor“

 

Meine Quintessenz:

Ich werde meinen Enkeln – wenn sie dafür dereinst aufnahmebereit sein sollten und ich noch das Leben habe – folgenden Rat geben:

Zunächst, erforsche dich selbst:

• Hast Du das Gefühl, mit keinerlei Talenten ausgestattet zu sein?
• Überkommt Dich schon bei dem Gedanken, die nächsten 40 Jahre mindestens 40 Stunden pro Woche mit profaner Arbeit Deinen Lebensunterhalt selbst verdienen zu müssen, ein unwiderstehlicher Brechreiz?
• Willst Du mit möglichst wenig intellektuellem und physischem Einsatz dennoch ganz nach oben, ins Rampenlicht der Bedeutsamkeit, aus der Mittelmäßigkeit der Masse heraus und an die Fleischtöpfe, die gefälligst Andere mit harter Arbeit zu füllen haben?
• Willst Du berühmt und mächtig werden – auf Kosten und mithilfe Anderer?

Dann entscheide, ob Du nicht vielleicht Politiker werden möchtest.
Verinnerliche das, was ein kluger Mann in dieser Schrift dazu aufgeführt hat.
Und wenn Du auch mal scheitern solltest, kannst Du immer noch damit rechnen, ein (deutscher) Professor zu werden – was Deine Eltern und Großeltern nie erreicht haben – und ohne dass Du auch nur 53,97 € dafür aufwenden musst.

__________________

Nachtrag zur „Causa Guttenberg“:
Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist wieder promoviert. An der britischen „University of Southampton“ erwarb er einen Doktor der Philosophie. Thema seiner wirtschaftshistorischen Arbeit sind Korrespondenzbanken, der Titel lautet: „Agents, Bills, and Correspondents through the Ages: An Analytical Reconsideration of the Nature, Scope, and Significance of Correspondent Banking and its Application in Historical Precedence and Selected Case Studies”.
schreibt aktuell die FAZ.
Vielleicht war sein Ghostwriter diesmal sorgfältiger.

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1 Antwort zu Der deutsche Professor

  1. Gerhard Bauer sagt:

    Die Nahles füttern wir auch noch durch. Die Frau Professorin bzw. darf man das noch die ProfessX.

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