Katholiken“

Eine Besichtigung mittels Brian Moore

Dem zum ethischen Rezeptbuch
verkrüppelten Christentum
steht der Katholizismus gegenüber,
das heißt: Christentum als Kunstwerk.

Nicolas Gomez Davila

Geschehen noch Zeichen und Wunder?
Im „Öffentlich Rechtlichen“ kann man mitunter Erstaunliches erleben. Der NDR betreibt u.a. auch einen Literatur-Podcast genannt „eat.read.sleep“. Durch Zufall hörte ich vor Weihnachten die Buchempfehlungen für Buchgeschenke zu Weihnachten durch das durchaus recht kritische Moderatoren-Team. Ich staunte als ich die Rezension und Empfehlung des Buches „Katholiken“ des irisch-kanadischen Schriftstellers Brian Moore hörte, das als eine Art „Geheimtipp“ ausgegeben wurde. Das, in unserer so Christen- und Kirchen-feindlichen Zeit?
Das Buch – 1972 erschienen – beschreibt eine Vorstellung von der Entwicklung der katholischen Kirche nach einem fiktiven „4. Vatikanischen Konzil“.
Ich habe das Buch schon vor einiger Zeit gelesen, angeregt u.a. auch durch Martin Mosebachs „Häresie der Formlosigkeit“, und besitze auch eine Kopie des darauf basierenden Films aus dem Jahr 1973 mit Trevor Howard und Martin Sheen in den Hauptrollen.

Zusammengefasst hier der Inhalt von Buch und Film:
Ein junger katholischer Priester, James Kinsella, ein Amerikaner vom „Ökumenischen Zentrum Amsterdam“ wird von Rom ausgesandt, um in Irland bei einem anscheinend ketzerischen Orden nach dem Rechten zu sehen und die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Der dortige Abt Tomás O’Malley, ein alter St.-Alban-Mönch, steht einer Kongregation vor, in dem die Mönche nicht etwa allein kontemplativ, sondern noch überwiegend als Bauern und Fischer tätig sind. Auf Mount Coom bei Cahirciveen an der irischen Küste feiern die Mönche die Messe nach wie vor in Latein, im „häretischen“ alten Ritus. Damit handeln die Geistlichen gegen die Beschlüsse des Vierten Vatikanischen Konzils. Ein Ärgernis für die Amtskirche ist zudem, dass das Fernsehen darauf aufmerksam geworden ist, und inzwischen aus aller Welt Gläubige dorthin reisen, um die mystische alte Messe direkt mitzuerleben. Kinsella soll dem Treiben sofort Einhalt gebieten. Vom General des Ordens des heiligen Alban ist er dazu mit den erforderlichen Vollmachten ausgestattet und er könnte sogar einen neuen Abt einsetzen. Dazu kommt es jedoch nicht. Abt O’Malley tritt gastfreundlich auf und es widersprechen nur einige Mönche indem sie meinen, die neue Messe sei weder Mysterium noch Gespräch mit Gott, sondern ein Lallen zusammen mit den Laien. Der Abt protestiert dabei kein einziges Mal. Im Gegenteil. Er gesteht nun nach vierzig Jahren Priesterschaft Zweifel an seiner Berufung. Mit Mühe weist er seinen aufsässigen Novizenmeister Vater Matthew in die Schranken. Kinsella versucht, den Abt unter Zeitdruck zu setzen und O’Malley verspricht schließlich nach kurzer Bedenkzeit Gehorsam gegenüber den Reformen. Nachdem jener abgereist ist, tritt der Abt seinen Mönchen allein und ohne Schutz entgegen. Ihm ist nunmehr eine einzige Waffe geblieben: das Gebet. Darauf gehorchen die Mönche scheinbar (?), indem sie mit ihm gemeinsam beten.

Es ist eine beeindruckende und nachdenkenswerte Geschichte.
Der junge Geistliche James Kinsella vertritt, autoritär ausgestattet wie ein Inquisitor unseliger Zeiten, eine Kirche des Synkretismus und ein „Ökumenisches Zentrum“ welche inzwischen auch eine Vermischung von exotischen Religionen und Gebräuchen unter ihrem Dach dogmatisch durchgesetzt hat. Brian Moore schildert eine von neuem „nachkonziliare Kirche“ – wie sie vielleicht schon im Kopf von Hans Küng herumspukte: indem der Islam zum Heilsweg, auch der Koran zum offenbarten Wort Gottes wird, mystische Aspekte des Buddhismus und Hinduismus, Konfuzianismus und Taoismus werden zusammengestellt, die traditionellen Mystik- und Weisheitselemente des christlichen Glaubens durch das inzwischen vierte Vatikanum dem Zeitgeist unterworfen.

Diese Fiktion von Brian Moore ist nicht abwegig, betrachte man doch die Entwicklung unserer westlichen christlichen Kirchen nicht nur in den letzten Jahren.
Die Quintessenz aus diesem Buch, dass als „letzte Waffe“ noch das Gebet bleibt, tröstet so manchen von uns.
Ja, aber Muslime beten doch auch?
Aber beten wir wenigstens noch, wie es Christus uns gelehrt hat!

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