Tschechen und Deutsche …

Welcher Teufel hat die Sudetendeutsche Landsmannschaft geritten, ihren Sudetendeutschen Tag, traditionell an Pfingsten, in Brünn, in der „Tschechei“ abzuhalten.
Zur Erinnerung an den Todesmarsch von Brünn? Zur Provokation – wie es manche Tschechen emfinden? Als Handreichung zur Versöhnung?

Die Junge Freiheit titelt anlässlich des Sudetentages.

Doch, die alten Wunden brechen wieder auf, wenn man die verlassenen Gebiete im Sudetenland besucht und sieht, wie einst blühende Ortschaften meist gänzlich dem Verfall preisgegeben wurden und nichts mehr davon existiert, außer überwachsenen Steinen.
Meine Familie hatte Glück – Glück?
Die beiden Häuser meiner Eltern stehen noch und sind bewohnt.
Ich habe mit meinem inzwischen verstorbenen Bruder vor 12 Jahren „die alte Heimat“ besucht und bin mit den heutigen Besitzern der Anwesen in Kontakt gekommen. Anfangs herrschte Misstrauen, denn die Deutschen möchten wohl Besitzansprüche geltend machen? Die Tochter einer Besitzerin sprach gut Deutsch und verstand, das wir nur neugierig waren, woher unser Eltern stammten. Man nahm dann mit Dankbarkeit Kopien der alten Baupläne an und die eine oder andere amtliche, in Tschechisch verfasste Urkunde zum Besitz. Man lud uns dann zu Wurst, Bier und einen Slivovitz ein.
Wir besuchten dann den Lauernziberg mit der Pfarrkirche und dem Friedhof des Kirchsprengels, wo unsere Eltern getauft wurden, Erstkommunion hatten, die Großeltern und manch anderer Familienangehöriger seinerzeit begraben wurde.
Wir fanden das Grab unseres Urgroßvaters in einer Ecke des Friedhofs: gut erhalten und auch gepflegt – von Deutschen! Aber wenn wir uns umblickten, rührten sich auch unsere „epigentisch“* weitergegebenen Wunden.
Der Friedhof auf dem Laurenziberg wird jetzt auch von der Pfarrgemeinde in Hostau benutzt; die gepflegten Gräber mit tschechisch Inschrift am Eingangsbereich dokumentieren dies.
Die meisten Grabstätten der Deutschen sind verfallen, und die Tschechen tun nichts dagegen. Das Kirchlein wird auch nur mit Spendengeldern von Vertriebenen erhalten.


__________________________

* Über Familienforschung und Epigentik – von Michael Popovic:


Dieser Beitrag wurde unter 20. Jahrhundert, Deutsche, Deutsche Kultur, Geschichte, Heimat, Nachruf abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.