Ich sehe ihn noch vor mir: den Laden meiner Eltern in Pegnitz; den „Apfel“ in Ansbach, dann den Stern …
Es klingelt, es riecht nach Arbeit, draußen ist Kerwa, drinnen wird gearbeitet.
Immer.
Kein „Heute geschlossen“. Kein „Wir sind dann mal weg“.
Von 1948 bis 1978 – dreißig Jahre lang kein Urlaub.
Das hat auch mich geprägt.
Später hatte ich selbst vier, dann sechs Wochen Urlaub im Jahr.
Für mich war das nie einfach ein Anspruch, sondern etwas Besonderes.
Ich habe diese Zeit mit Frau und unseren Kindern genutzt: einfach mal raus, manchmal ein Ziel, meist ohne großes Ziel.
Und doch gab es auch diese andere Seite: die Sehnsucht, einfach aufzubrechen.
Wie in dem Lied von Udo Jürgens:
„Ich war noch niemals in New York …“
Aber ich bin geblieben.
Drei Monate weg? Irgendwohin? Sabbatical?
Das passte nicht zu mir: Pflichtgefühl, Bodenhaftung …
Ich stehe heute zwischen zwei Welten: dem Laden, der nie schloss, und einer Zeit, in der man jederzeit gehen kann.
Die Sehnsucht war da. Doch die Pflicht stand an der Tür.
Ja: „O tempora, o mores!“
