Richard III von Shakespeare und ein Wiedergänger:

Markus I. – Södolf

Ich war ein Langschläfer; doch ich hoffe,
mein Absein hat kein groß Geschäft versäumt,
das meine Gegenwart beschlossen hätte.“
Shakespeare – Richard III.

Quelle: https://www.volldraht.de

Aus einer Werkbeschreibung zu Shakespeare´s Richard III:

Wer denkt bei dieser Charakterisierung dieses Unholdes nicht an einen gegenwärtigen Typ in der Politik?

„König Richard ragt wegen seines Redeanteils aus der großen Vielzahl der Figuren deutlich heraus. Er wird als durch und durch verdorbener Intrigant und Tyrann charakterisiert, der vor Lüge und Brudermord nicht zurückschreckt, wenn es um Macht geht. Richard legt dabei aber trotz eines steifen Arms und eines verkrüppelten Beines (was nicht der historischen Wahrheit entspricht) unglaubliches Charisma an den Tag, schafft er es doch z.B. mit einer unglaublichen Überzeugungskraft und großem schauspielerischen Talent, andere noch am Sarg (ihrer Überzeugungen) für sich zu gewinnen. Für seine Gegner hat er oft nur Spott übrig, weiß er sich doch diesen überlegen. Bei all seinem Tun hat er nie irgendwelche Skrupel, obwohl er sogar von seiner eigenen Mutter als „Molch“ beschimpft und verflucht wird, bis zu dem Zeitpunkt, als er in seinen Träumen von den Geistern seiner Opfer heimgesucht wird.“

Wir erinnern uns, wie seinerzeit der damalige Ministerpräsident von Bayern, Horst Seehofer, über seinen Finanzminister Söder sagte, er sei „vom Ehrgeiz zerfressen“, habe „charakterliche Schwächen“, einen „pathologischen Ehrgeiz“ und leiste sich „zu viele Schmutzeleien“.
Einer seiner ersten Mentoren in der Nürnberger CSU bezeichnete Söder nach einschlägigen Erfahrungen mit ihm „als skrupellosen Machtmenschen, Intriganten und Opportunisten“.
Und er hat es wieder getan: Markus Söder hat wieder „geschmutzelt“ – schreibt die Journaille. Diesmal gegen Armin Laschet. Man kann es auch Mobbing nennen. Dabei lässt Söder sich aber nicht flagrant erwischen, nicht auf offener Bühne. Wie Richard III. Er verpackt seine ätzende und zersetzenden Kritik in anscheinend freundschaftliche Bekundungen oder Ratschläge.
Der Intrigant, der „Zampano, der durchaus gewitzt jede Gelegenheit zum großen Auftritt nutzt“ ist zum Medienstar geworden, den angeblich ein Großteil der Deutschen als den besseren Kanzler gesehen hätten.
Gemeiner Charakter verbunden mit großmäuligem Auftreten scheinen den deutschen Michel zu beeindrucken, wie es schon mal vor Jahrzehnten geschah. So kommt die Bezeichnung „Södolf“ nicht von ungefähr.
Und auch die Medienmeute bedenkt Söder mit einer merkwürdigen Mischung von Spott einerseits und unverhohlener Hochachtung andererseits.
Der Focus schreibt, man solle nicht den Fehler machen, die Intrigen gegen Laschetals Rache zu benennen, es folge einem Kalkül. So zu agieren, liegt in Söders machtpolitischem Interesse. So kann man denn das o.g. einleitende Zitat aus Richard III auch verstehen: Er wird nicht aufgeben, nach möglicherweise vier Jahren weitgehend bundespolitischer Abstinenz wieder im Kampf um die Kanzlerkandidatur den Hut in den Ring zu werfen.

Nochmal zur Beschreibung der Handlung und der Charaktere in Richard III:

„Richard beginnt zu ahnen, welche Taten er begangen hat und erkennt, daß er ein Mörder ist. Doch kehrt er nicht um und bereut sein Tun, sondern schickt seine Heere durch eine sehr geschickt formulierte Rede mit dem Mut der Verzweiflung in die letzte Schlacht; er selbst kämpft dabei an vorderster Front. Das Streben nach Macht ist aber das wohl herausragendste Merkmal seiner Persönlichkeit, was durch die Tatsache deutlich wird, daß er, als er bemerkt, daß seine im Laufe der Handlung Macht schwindet, verwirrt und desorientiert scheint. Unterstützt wird er von dem Herzog von Buckingham, der nicht viel mehr als ein Handlanger und Werkzeug Richards ist. Aus reiner Habsucht unterstützt dieser den Usurpator, verspricht dieser ihm doch Ländereien. Als dieser sein Versprechen aber nicht einhält, fällt er von ihm ab und wechselt das Lager. … Sämtliche anderen Figuren in dem Drama sind eigentlich mehr oder weniger Nebenfiguren. Dies rührt auch von der unglaublichen Dominanz Richards her, der stets im Mittelpunkt der gesamten Entwicklung der Handlung steht …“

Ob Södolf einmal zur Erkenntnis kommen mag, dass er ein (politischer) Mörder ist? Kann man darauf warten/hoffen, dass auch er mal „verwirrt und desorientiert scheint“? Wohl kaum!
Es gibt jedoch genug „Buckinghams“ in der CSU, die gewiss auch von ihm abfallen werden, wenn sich die in Aussicht gestellten Pfründe verflüchtigen un -, was zu erwarten steht – die CSU und CDU, wie weiland die Democrazia Cristiana Italiens, in einem sich bereits abzeichnenden Abstiegssstrudel enden werden.

Richard III wurde schließlich in der Schlacht von Bosworth mit einer Streitaxt erschlagen. Sein Leichnam wurde geschändet, nackt in einem Wirtshaus ausgestellt und anschließend in einem Kloster verscharrt.

Spannend, wer – in welcher „Schlacht“, an welchem Ort – bald die Streitaxt gegen König Södolf führen wird. Wie seine politische „Nacktheit“ vorgeführt werden wird und in welcher übriggebliebener Stellung er schließlich „verscharrt“ werden wird.

Abwarten und zuschauen – wie in einer prachtvollen und unterhaltsamen Aufführung eines Shakespeare´schen Dramas!

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