Die „Müllerrüchigkeit“ – oder “Pustekuchen im Windpark”

veröffentlicht 2014

Müller hatten früher einen schlechten Leumund, der Ihnen z.B. das Recht auf eine eigene Handwerkszunft verwehrte. Die sog. Müllerrüchigkeit erschwerte ihnen damit auch eine Einheirat oder Existenzgründung in einem anderen Berufsstand. Bürger und Bauern waren ehedem schlecht auf die Müller zu sprechen, man sagte ihnen Betrügereien und dunkle Geschäftspraktiken nach. »Neben jeder Mühle steht ein Sandberg«, lautet ein Sprichwort, und ein anderes: »In der Mühle ist das beste, dass die Säcke nicht reden können.«

Windmüller – von der Politik geadelt

Die Müller werden nun durch die Politik endlich geadelt und in einen vermeintlich ehrenwerten Stand erhoben. Denn die Windmüller der Neuzeit produzieren „erneuerbare Energie“ – haben gewissermaßen das Perpetuum Mobile erfunden, sie verhindern den Einsatz von schädlichen Energieformen mit späteren Erblasten, sie schonen Klima und Umwelt und verhindern damit Erderwärmung, Waldsterben etc.; außerdem verheißen sie ein lohnendes Investment für Sparer bzw. Kapitalanleger. Und das alles mit „Nachhaltigkeit“. Mancher Lehmans- oder Bankenkrisen-Geschädigter, manch klamme Kommune erhoffte sich jetzt, dass durch solch ein „Investment“ unablässig, “nachhaltig“, Geld in die Gemeindekasse gespült – besser gewedelt – wird.

Schein und Sein

Die mögliche, nein, eigentlich die regelhafte Situation für den Windmüller hatte aber schon Wilhelm Busch vor 110 Jahren in seinem Gedicht „Schein und Sein“ beschrieben:

Aus der Mühle schaut der Müller,
Der so gerne mahlen will.
Stiller wird der Wind und stiller,
Und die Mühle stehet still.
So gehts immer, wie ich finde,
Rief der Müller voller Zorn.
Hat man Korn, so fehlts am Winde,
Hat man Wind, so fehlt das Korn.

In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 23.11.2014 fand man, fast schamhaft versteckt, einen Beitrag mit dem Titel „Pustekuchen im Windpark“ – Autor Winand von Petersdorf.

Der Artikel geht auf eine intern vorliegende Untersuchung bzw. Auswertung des Bundesverbandes WindEnergie über die zurückliegenden 10 Jahre ein, des hiesigen Wind-Lobby-Verbandes schlechthin. Die Ergebnisse, zu denen ein beauftragter Steuerberater kommt, sind gelinde gesagt ernüchternd.

Man erfährt da zusammengefasst:

◾ die Windmüller erwirtschafteten bisher 15 % weniger Umsatz als geplant.
◾ Bei 37 % der Windparks reichen die Erlöse nicht, um Darlehen zu tilgen, geschweige denn eine Dividende zu zahlen.
◾ die Anleger erhalten – wenn überhaupt – allenfalls 2,5 % Rendite auf ihr angelegtes Kapital; versprochen wurden 6 – 8%
◾ 20 % der Windparks haben bisher tatsächlich nichts ausgeschüttet, 17 % nur einmal in einem Jahr, 21 % nur in zwei von 10 Jahren.
◾ das Windaufkommen in den Jahren 2002 bis 2005 war so schwach, dass dadurch insgesamt im Berichtszeitraum nur 84 % der geplanten Umsätze erzielt wurden.
◾ der jährlich fortgeschriebene sog. Windindex wurde regelmäßig zu positiv angesetzt, mit erheblichen Konsequenzen für die Geldanleger.
◾ Dieser Index vernachläßige aber auch, dass Windparks wegen überlasteter Stromtrassen immer häufiger vom Netz gehen müssen und dass große Anlagen kleinere faktisch in den Windschatten stellen und so deren Erträge mindern.

Die Zahl der Kommanditisten, die insgesamt bisher eine Anlagesumme von 9,5 Milliarden € aufgebracht haben, wird in Deutschland auf 200.000 bis 300.000 geschätzt.

Alle diese „Investoren“, von den kleinen Sparern bis zu den großen und kleinen Gebietskörperschaften, wurden also getäuscht, wenn nicht gar betrogen.

Die berüchtigte “Müllerrüchigkeit” ist wohl wieder aktuell.

Unter Bezug auf das oben Ausgeführte und auf Wilhelm Busch einige Umschreibungen:

  • Müller = Windparkbetreiber
  • Mühle = Windpark
  • Korn = Geld
  • Bauer = Politiker
  • Bauersfrau = Wähler
  • Esel = Anleger

Situation 2026

Ich habe KI befragt, was sich geändert hat?
Hier das (bestimmt im Zeitgeist geschönte) Ergebnis:

Fortsetzung 2026 – „Der Wind hat sich gedreht“ aber stimmt das?

Seit jenen Tagen, da man die neue Müllerei mit wehenden Fahnen pries und manch einer glaubte, der Wind werde fortan stetig und verlässlich wie ein Beamter im Amt erscheinen, ist einige Zeit vergangen. Die Landschaft hat sich verändert: Wo früher Kirchtürme und Scheunen den Horizont bestimmten, drehen sich nun weithin sichtbar die Flügel der neuen Großmühlen, höher als jeder Dorfbaum und standfester als manche politische Zusage.

Der Windmüller hat inzwischen gelernt, mit Tabellen statt mit Windfahnen zu rechnen. Seine Mühle ist größer geworden, seine Flügel länger, und wenn der Wind weht, mahlt er Korn – oder vielmehr Kilowatt – in Mengen, von denen der alte Müller nur träumen konnte. Doch auch heute gilt: Weht der Wind nicht, so steht die Mühle still, und die Rechnungen flattern dennoch ins Haus, ganz ohne Luftbewegung.

Die Bauern – nunmehr weiterhin die Politiker – haben ihrerseits erkannt, dass der Wind allein nicht genügt. Sie bestellen Speicher, Netze und Leitungen, damit das Mahlgut auch dorthin gelangt, wo es gebraucht wird. Doch wie es auf dem Felde oft geschieht, wächst das eine schneller als das andere: Die Mühlen drehen sich, während die Wege zum Markt noch gebaut werden.

Die Bauersfrau – die Wählerschaft – blickt derweil prüfend auf den Stromzähler. Sie freut sich über saubere Luft und neue Einnahmen für die Gemeinde, wundert sich aber bisweilen über steigende Preise und fragt sich, warum der Wind, der doch frei über die Felder zieht, am Ende nicht ebenso frei ins Portemonnaie weht.

Der Esel – der Anleger – ist vorsichtiger geworden. Er unterschreibt nicht mehr jedes Pergament, auf dem „nachhaltig“ und „garantiert“ geschrieben steht. Stattdessen schaut er auf Verträge, Laufzeiten und Erträge. Manche Esel haben gelernt, dass auch grüne Wiesen Dornen tragen können. Andere wiederum tragen ihr Kapital geduldig weiter zur nächsten Mühle, denn der Hafer scheint dort immerhin langfristig zu wachsen.

Und so könnte Wilhelm Busch heute vielleicht hinzufügen:

Aus der Mühle schaut der Müller,
Diesmal mit Prognosentabell’.
Dreht sich’s kräftig, mahlt er schneller,
Dreht sich’s schwach, bleibt’s finanziell.
Hat man Wind, so fehlt die Leitung,
Hat man Netz, fehlt manchmal Strom.
Doch im Großen, nach der Streitung,
Dreht sich alles – Stück für Stück – herum.

Die Müllerrüchigkeit? Sie ist nicht verschwunden, doch auch nicht mehr das alleinige Urteil. Manche Mühlen laufen ordentlich, manche weniger. Einige Esel wurden klüger, manche Bauern vorsichtiger, und die Bauersfrau hat gelernt, genauer hinzusehen.

Nur eines blieb unverändert:
Der Wind weht, wann er will –
und alle anderen rechnen danach.

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