Hat dieser Papst einen Knall?

Ich wollte meinen Ohren nicht trauen, als in den Nachrichten hörte: „Papst Franziskus hat sich bei seinem Besuch in Bangladesch mit muslimischen Rohingya-Flüchtlingen getroffen. Dabei bat er die Rohingya um Vergebung für das, was ihnen angetan wurde.

Wie ist das zu verstehen?
Wer hat da wen warum eigentlich um Vergebung zu bitten?

Hat vielleicht irgendein katholischer Schwarzrock die muslimischen Rohingya beleidigt, wie sein Vorgänger* die Mohammedaner in Gänze?
Hat der jetzige Papst vergessen, seinen Vorgänger wegen Islam-Schmähung zu exkommunizieren?
Hat er versäumt, den Bedford-Marx zu machen?
Wurde die buddhistische (oder christliche?) Soldateska in Myanmar mit Waffen aus den Arsenalen der Schweizer Garde versorgt?
Waren birmanesische Generäle zu Exerzitien im Vatikan?
Hat er geduldet, dass „Kreuzfahrtschiffe“ aus Italien im Golf von Bengalen kreuzen?
Hat er versäumt, auf seiner Reise auf islamische Speisevorschriften zu achten und verstohlen Panino al Prosciutto und Salsiccia verzehrt?
Hat er vielleicht vor der Audienz der Rohingya einen Wauwau gestreichelt?
Oder hat er gar der birmanesischen Politikerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi die Hand gegeben?

Ich habe vergessen, dass der Papst, so er sich als Stellvertreter Christi auf Erden begreift, ja das Los aller Mühseligen und Beladenen und die Sünden der Welt zu tragen hat. Das kann schon zu geistiger Verwirrung führen.
Also bittet er wohl alle und jeden um Verzeihung, für was auch immer!

Zur Sache bleibt noch festzustellen, dass die „Rohingya“ wohl keineswegs dieses „Opfervolk“ sind, zu dem sie mithilfe der linken westlichen Medien jetzt hochstilisiert werden. Die 4,5 % Muslime mit hoher Geburtenrate zeigten keine Bereitschaft, sich in die Staatsgemeinschaft Myanmars einzufügen und verlangen einen eigenen Staat. Als kleine Minderheit haben sie durchaus in frecher und aggressiver Manier die muslimische Landnahme in dem buddhistischen Myanmar vorangetrieben und sind mir ihren buddhistischen und auch christlichen Nachbarn keineswegs zimperlich verfahren. Die jetzige Vergrämung mit Flucht der R. ins muslimische Bangladesch begann mit Angriffen der Muslime auf birmanesische Polizeistationen und entsprechenden Reaktionen durch die Staatsmacht. Das sind Fakten, die gerne unterschlagen werden. Man lese einmal die Schlussfolgerungen von Kennern der zugrunde liegenden Probleme: Hier und hier!

Bleibt uns rest-gläubigen Katholiken noch die Aufgabe, um die geistige Gesundheit des Papstes zu beten und auf die Hilfe des Heiligen Geists zu hoffen.

______________________

*Papst Benedikt XVI. – die „Regensburger Ansprache“.

Gibt es eine entkreuzte Ökumene mit dem Islam?

Eine Begegnung am Sonntag „Misericordia dominis“ – oder:

Fragen an einen evangelischen Bischof

Am Rande eines gemeinsamen Auftritts kultureller Art zu diesem Tag kam ich durch Zufall mit einem pensionierten Bischof und ehemals sehr hohen Repräsentanten der EKD ins Gespräch.
Die Ökumene und der interreligiöse Dialog seien in den letzten Amtsjahren quasi sein Lebenswerk gewesen, erzählte er mir. Mit großem Glück erfülle ihn nun die Meldung, die man der Tagesschau entnehmen konnte, dass sich bei seinem Besuch in Ägypten Papst Franziskus und christliche Kleriker mit dem Leiter der Al-Azhar-Universität, dem „Großimam“ der Sunniten, Scheich Ahmed al-Tajjib getroffen haben.
„Endlich, endlich, ein epochaler Durchbruch…“, meinte mein Gesprächspartner. Der Imam habe nun klar geäußert, der Islam sei „keine Religion des Terrorismus, weil eine Minderheit unter seinen Anhängern einige seiner Texte an sich gerissen hat“. Das erfülle ihn mit Glück, denn er kenne doch nur Muslime, die den Frieden durch ihren Glauben betonen.
Ich wollte nicht in ein Streitgespräch kommen und uns die Begegnung verderben und äußerte nur, daß mein Blick auf den Islam skeptischer sei.
Ich bin ja auch kein Theologe.
Ich wollte nicht darauf hinweisen, daß der jetzige Papst bei einem Besuch des Imam im Vatikan im vorigen Jahr über den Schutz der Christen in dessen Land gesprochen habe und man dennoch jüngst an Ostern eines der spektakulärsten Massaker an koptischen Christen in Ägypten erleben musste. Ĭch wollte ihn nicht nach der Einstellung anderer Koranlehrer z.B. der „Universität“ von Ghom im schiitischen Iran fragen, nicht nach der saudischen Staatsreligion des fundamentalistischen Wahhabismus; oder nach dem Prinzip der Taqīya, der erlaubten Lüge im Sinne des Koran.
Ich wollte den ehemaligen Bischof auch nicht fragen, ob auch er bei einem Besuch des Tempelbergs in Jerusalem sein Bischofskreuz abgelegt hätte – und wohin eine „entkreuzte Ökumene“ mit dem Islam führen soll. Das wäre vielleicht bei diesem lauteren und recht sympathischen Gesprächspartner beleidigend gewesen.
Also bitte, man verstehe: keine Feigheit meinerseits und man fällt nicht mit der Tür ins Haus; auch wenn ich andeutete, dass immer noch mein Papst Benedikt heiße.
Nein man muss nicht bei der ersten Begegnung und wenn man mit Überzeugung gemeinsam eine Choralversion des „Psalms 23“ und „Aus dem Dankelied zu Gott“ von Josef Haydn singen will, seine kontroversen Sichtweisen zur angeblichen Religion des Friedens gleich angestrengt „diskurrieren“.
Meine bisherigen „ökumenischen“ Begegnungen im Lutherjahr sollen mich in meinem katholischen Bewußtsein offensichtlich bestärken.

Das haben wir dann doch gemeinsam gesungen:

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Psalm 23

Der 30. Januar 1933 und die deutschen Katholiken

Ein „Memo“ für den gegenwärtigen Papst

Der Jesuitenpapst Franziskus wollte bei seiner jüngsten Warnung vor dem „Populismus“ uns Deutschen Nachhilfeunterricht in Geschichte erteilen: „Hitler hat nicht die Macht an sich gerissen. Er wurde von seinem Volk gewählt und danach hat er sein Volk zerstört“, sagte der Papst.
Da hat der Papst mit seinen eigenen populistischen Ausführungen nicht ganz recht, zumindest blendet er nicht nur als oberster Katholik einige historische Fakten aus. Also wollen wir auch ihm mal Nachhilfeunterricht erteilen.

Zum Zeitpunkt der sog. Machtübernahme war die NSDAP noch eine 30%-Partei. Gleichwohl ernannte der Reichspräsident Hindenburg in einer politisch völlig verfahrenen Situation Hitler zum Reichskanzler, der auch umgehend mit seinem Staats-Terror und der Errichtung seiner Diktatur begann.

Wer hat die NSDAP gewählt?
Es ist eine historisch belegte Tatsache, dass Hitler unter den deutschen Katholiken die geringste Zustimmung bekommen hatte, die beiden Karten belegen dies eindrücklich. Die Karte, die anschaulich die Verteilung der Stimmen zeigt, weist aus, dass in katholischen Regionen die NSDAP auffallend schwach vertreten war und dass umgekehrt dort, wo kaum Katholiken lebten, die Nationalsozialisten besonders gut abschnitten.

Quelle: Konrad Löw „Die Schuld“, Resch Verlag 2002

In dem Referenz-Werk des bekannten Mainzer Politikforschers Jürgen W. Falter „Hitlers Wähler“ (C.H.Beck-Verlag, München 1991) erfährt man im Kapitel „Konfession und NSDAP-Wahl“: „Hitler war vor allem in evangelischen Gebieten erfolgreich“, „Protestanten waren im Schnitt doppelt so anfällig gegenüber der NSDAP wie Katholiken“, „Katholizismus als Resistenzfaktor“.
Warum Protestanten anfälliger gegenüber den Nazis waren – sogar der prominente, später als Widerstandskämpfer verehrte evangelische Pastor Martin Niemöller war zunächst ein glühender Hitler-Verehrer – braucht jetzt hier nicht weiter ausgeleuchtet werden.

Die Wahlen im März 1933, bei denen die NSDAP 43 % erreicht fanden bereits unter der etablierten Diktatur statt: nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar wurde am 28. Februar umgehend die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat (Reichstagsbrandverordnung) erlassen. Damit wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt und der Weg freigeräumt für die legalisierte Verfolgung der politischen Gegner der NSDAP durch Polizei und SA. Die Reichstagsbrandverordnung war eine entscheidende Etappe in der Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur.
Nebenbei: Bei der zuletzt korrekt ausgezählten Wahl am 5. März 1933 hatten die katholischen Partein Zentrum und BVP gar zwei Sitze mehr erreicht.
Es ist richtig, dass Hitler durch seine rigorosen innen- und außenpolitischen Maßnahmen zur Korrektur des Versailler Vertrags schließlich eine hohe Zustimmung im deutschen Volk erfuhr. Und wohin die Hitlerei führte, das wissen wir alle.

Der südamerikanische Papst sollte allemal auch an die katholische Widerstandsgeschichte in Deutschland erinnert werden, wenn er schon auf deutsche Geschichte rekurriert. Eine Geschichte, die sich mit 3000 ermordeten Priestern und Namen wie Bischof Galen, dem Prälaten Lichtenberg bis zu Pater Kolbe verbindet.
Aber das ist ja wohl wieder nicht statthafte „Relativierung“.