Europa ist nicht mehr Europa

Oriana Fallaci

Quelle: pinterest.com

„Europa ist nicht mehr Europa, es ist ‚Eurabia‘, eine islamische Kolonie. Der Vormarsch des Islam findet dort nicht nur im wörtlichen Sinne statt, sondern auch geistig und kulturell. Eine hündische Ergebenheit gegenüber den Eindringlingen hat die Demokratie vergiftet, mit offensichtlichen Auswirkungen auf die Gedankenfreiheit wie auch auf die Idee der Freiheit ganz allgemein.“

Wie lange ist es her, dass Oriana Fallaci ihr kämpferisches und provozierendes Buch „Die Wut und der Stolz“* geschrieben hat? Hat sich nicht inzwischen eine Menge geändert, als dass man auf eine vielleicht schon „angejahrte“ Schrift aus dem Jahre 2002 zurückgreifen müsste?
Das Buch entstand aus einem Essay für eine große amerikanische Zeitung zu den Anschlägen vom 11. September 2001. Fallaci konfrontierte mit dem Zeitungsbeitrag und dem nachfolgenden Buch die westliche Welt mit der Tatsache des Islams als aggressive und expansive Religion und Ideologie.

Der Islam strebt nach religiöser Weltherrschaft, was sie mit Beispielen, Zitaten und ihren Interviews mit islamischen Machthabern belegt. Wo der Islam Einfluss hat, duldet er keine andere Religion als ebenbürtig oder gleichberechtigt, die islamische Welt führt einen Krieg gegen die westliche Welt, das ist ihre dokumentierte These:

„Was durch die kriegerischen Eroberungszüge des Osmanischen Reiches nicht gelang – nämlich die Eroberung Westeuropas und damit die Unterwerfung des Christentums –, soll nun durch die subtile Methode der „demographischen Eroberung“ nachgeholt werden. Stück für Stück würde die Scharia in einem „Marsch durch die Institutionen“ eingeführt werden.“

Der nachfolgende Text ist nur ein kleiner Auszug aus diesem kämpferischen und wagemutigen Buch. Was Fallaci damals ausführte, ist heute aktueller, als es je war.
Die Bezugnahme auf Italien kann leicht in einen anderen lokalen und auch gegenwärtigen Konnex abgewandelt werden. Die Städte könnten Berlin, Köln, Düsseldorf, München usw. heißen, „Italien“ kann durch „Deutschland“ oder ein anderes westeuropäische Land ersetzt werden.

So ist es in Turin, zum Beispiel. In Turin, das Italien schuf und heute gar keine italienische Stadt mehr zu sein scheint. Man kommt sich eher vor wie in Dhaka, Nairobi, Damaskus oder Beirut. So ist es in Venedig. In Venedig, wo die Tauben auf dem Markusplatz den Typen gewichen sind, die so gar Othello (doch Othello war ein großer Herr) ins Meer werfen würde. So ist es in Genua. In Genua, wo die wundervollen Palazzi, die Rubens so sehr bewunderte, von ihnen besetzt wurden und jetzt verfallen wie vergewaltigte schöne Frauen. So ist es in Rom. In Rom, wo die Politik jeglicher Couleur sie verlogen und voller Zynismus umwirbt in der Hoffnung auf ihre zukünftige Stimme. Und wo selbst der Papst (damals Johannes Paul II., d.Red.) sie beschützt, der davon träumt, wie ich vermute, nach Kabul und Islamabad zu reisen. (Heiligkeit, warum im Namen des Einen Gottes nehmen Sie die Leute nicht bei sich im Vatikan auf? Alle. Die Banditen, die Verkäufer, die Prostituierten, die Drogenhändler, die Terroristen. Unter der Bedingung natürlich, dass sie nicht auch die Sixtinische Kapelle und die Statuen von Michelangelo und die Gemälde von Raffael voll scheißen.)
Nun gut. Jetzt bin ich es, die nicht versteht. Diese Leute werden in Italien »ausländische Arbeitnehmer« genannt. Oder Arbeitskraft-die-gebraucht-wird. Und daran, dass einige Söhne Allahs arbeiten, besteht gar kein Zweifel. Die Italiener sind so vornehm geworden. Wie die übrigen Europäer. Sie fahren im Urlaub auf die Seychellen, verbringen Weihnachten in Paris. Sie haben ein englisches Kindermädchen und farbige Hausangestellte, schämen sich, Arbeiter und Bauern zu sein. Sie wollen alle der reichen Bourgeoisie angehören, Unternehmer und Professor sein. Man kann sie nicht mehr mit dem Proletariat in Verbindung bringen, und jemanden, der für sie arbeitet, muss es ja geben. Doch die, von denen ich spreche, was für Arbeiter sind das? Welche Arbeit tun sie? Auf welche Weise decken sie den Bedarf an Arbeitskraft, die das ehemalige italienische Proletariat nicht mehr bereithält? Indem sie in der Stadt biwakieren unter dem Vorwand, »Waren« zu verkaufen, Drogen und Prostituierte eingeschlossen? Indem sie herumlungern und unsere Denkmäler verschandeln? Indem sie sich auf Kirchenvorplätzen betrinken und ehrwürdigen Damen, die auf der Straße vorbeigehen, Obszönitäten nachrufen, ihnen an den Busen grapschen nach dem Motto ich-kenne-meine-Rechte? Und dann gibt es noch etwas, das ich nicht verstehe. Wenn sie so arm sind, so Not leidend, wer gibt ihnen dann das Geld für die Reise nach Italien per Schiff oder Schlauchboot? Wer gibt ihnen die zehn Millionen Lire pro Kopf (mindestens zehn Millionen), die sie brauchen, um die Reise zu bezahlen? Also fünfzig Millionen für eine fünfköpfige Familie, eine Summe, die gerade für eine Reise aus dem sehr nahen Albanien genügt. Doch nicht etwa die Usama Bin Ladens, mit dem Ziel, Terroristen der AI Qaida zu exportieren? Doch nicht etwa die Prinzen des saudi-arabischen Königshauses, die ihr Territorium erweitern wollen, wie es ihre Vorfahren in Spanien und Portugal gemacht haben? Ich glaube nicht an ein unschuldiges und spontanes Naturphänomen. Sie sind viel zu heimtückisch, zu gut organisiert, diese ausländischen Arbeiter. Darüber hinaus pflanzen sie sich unaufhörlich fort. Die Italiener bekommen keine Kinder mehr, diese Dummköpfe. Die übrigen Europäer auch nicht. Unsere »ausländischen Arbeiter« dagegen vermehren sich wie die Ratten. Mindestens die Hälfte aller moslemischen Frauen, die man auf der Straße sieht, sind von Kinderhorden um geben und schwanger. In Rom haben gestern drei Frauen in der Öffentlichkeit ein Kind geboren. Eine im Bus, eine im Taxi und eine auf der Straße …

Starker Tobak! Provozierende Sätze, welche den Gutmenschen nach dem Staatsanwalt rufen lassen: Rassismus, Volksverhetzung, Nazisprache usw.
Das Ganze wurde vor 15 Jahren verfasst und hat damals bis heute augenscheinlich nicht genügend aufgerüttelt, nicht die Wirkung nach sich gezogen, die Orianna Fallaci, die 2006 verstorben ist, sich mit ihren „Predigten“ erhofft hatte. Aber sie war dazu auch zu „kulturpessimistisch“ oder auch nur realistisch eingestimmt. Denn da gab und gibt es diese „Idioten und Zikaden“ aus den Medien, der Politik, der angeblichen Eliten, deren Macht und Einfluss, deren Ignoranz sich bis heute nicht geändert haben.
Fallaci belegte in ihren Büchern eindrücklich, dass man es wissen kann, was man sich mit einer hündischen Ergebenheit einhandelt.
Eine Stimme wie Oriana Fallaci fehlt uns in diesen Zeiten. Eine Journalistin und Autorin, die ihr Leben lang „Standing“ bewiesen hat und trotz Schmähungen, Gerichtsverfahren und Todesdrohungen sich nicht abbringen hat lassen, ihre Stimme zu erheben. Die Khomeini bei ihrem legendären Interview den Tschador vor die Füße geworfen hat. Die nie auf dem Rückzug war oder eingeknickt ist (so wie man es einmal mehr jüngst von einem männlichen Journalisten mit angeblichem „Standing“ hierzulande erleben durfte).

Wen es in diesem Zusammenhang interessiert, wie man sich schon damals in intellektueller Dünkelhaftigkeit über das Buch bzw. die Thesen von O. Fallaci äußerte, der lese nur die Rezensionen aus der „Qualitätspresse“ nach.

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*List Verlag, München 2002

 

Es reicht, gnädige Frau!

Eine Ansprache an Frau Merkel

Warum verachte ich Sie nur, Frau Merkel? Warum halten viele Sie für die Verkörperung des missgünstigsten Geschicks, das man sich für unser Land vorstellen konnte? Für eine Zerstörerin all dessen, was vielen von uns nicht nur im politischen Leben heilig war und ist.
Ich will es Ihnen hier einmal deutlich sagen.

Sie waren eine Neuheit in der bundesdeutschen Politik, als Sie ausgerechnet aus ihrem bis dahin eher verdrucksten Politikdasein auftauchten, als sich Kohl, Schäuble und fast die ganze Führungsmannschaft der CDU in der unseligen Schwarzgeldaffäre auf lange Sicht kompromittiert hatten (mit gehässiger Nachhilfe durch die linksgestrickten Informationsmedien). Gerade als der deutsche Michel geglaubt hatte, sein Geschick in die Hände der sozialistisch-kommunistisch geprägten Kamerilla von Rot-Grün legen zu müssen, haben Sie sich mit einem perfiden Verrat an ihrem einstmaligen Gönner und Mentor Helmut Kohl den Heuschrecken in den Medien und sonstigen linken Kooperativen angedient.

Und so zieht sich denn auch der Verrat wie ein leitendes Prinzip durch Ihre Karriere.

Wer waren Sie bis dahin? Eine unbeholfen wirkende, unattraktive vormalige FDJ-Aktivistin mit einem logopädischen Problem.
Erinnern Sie sich, meine Dame, dass sie durch einen ausgewiesenen Stasi-Spitzel, nämlich Wolfgang Schnur, über den Hebel des „Demokratischen Aufbruch“ bei Kohl eingeführt wurden?
Kohl musste mit dem Klammerbeutel gepudert gewesen sein, Sie gleich als Familienminister, dann als Umweltminister einzusetzen. Ich entsinne mich nicht einer erinnerungswürdigen Maßnahme oder Verlautbarung von Ihnen in diesen Ämtern. Sie waren damit mitverantwortlich, dass die CDU 1998 bei der Bundestagswahl eine krachende Niederlage, das schlechtestes Wahlergebnis seit 1949 eingefahren hat. Dass Schäuble Sie dann als Generalsekretär der CDU installierte, ließ neben der Rückenmarksverletzung auch eine höhere sitzende Schädigung des damaligen Not-Vorsitzenden der CDU vermuten. Sie haben ihm diese Fehlleistung wie ihrem Mentor Kohl gedankt: mit dem Dolch in den Rücken.
Ich weiß nicht, wer den Artikel vom 22. Dezember 1999 als Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wirklich verfasst hat, oder wer Ihnen dabei die Hand geführt hat, um Kohl in den Rücken zu fallen und um die CDU von ihm abzunabeln. Mit Ihrer „Aufarbeitung“ der Schwarzgeldaffäre haben Sie dann vorübergehend auch den korrupten Kronprinzen Kohls, Wolfgang Schäuble parteipolitisch entsorgt. Das war denn auch der erste potentielle Gegner in Ihrem Machtstreben, den Sie zumindest parteipolitisch „entsorgten“.
Wissen Sie was das Wort Politik bedeutet, gnädige Frau? Es kommt aus dem Griechischen und bedeutet Wissenschaft vom Staat. Es bedeutet die Kunst des Regierens, die Kunst, die Geschicke einer Nation zu verwalten. Nicht, das Geschick der Nation und des Volkes, auf das man einen Eid geschworen hat, dem Verderb auszuliefern.

Sie sind das erste Mal in das hohe Amt gekommen, meine Dame, weil eine Mehrheit des deutschen Volkes der rot-grünen Mischpoke nur noch Schlechtigkeiten zutraute. Wobei die von Schröder mutig angestoßenen Reformen tatsächlich Deutschland aus dem Tal einer Rezession und wirtschaftlichen Verblühung führten. Eine Leistung, die Ihnen noch abgeht.
Als Regierungschef(in) muss man über Qualitäten verfügen, die auch einige ihrer Vorgänger niemals gezeigt haben, das ist wahr, und die auch Ihre europäischen Kollegen nicht vorweisen können, das ist wahr, die Sie aber erst recht nicht pflegen. Qualitäten, die ein Konrad Adenauer, ein Helmut Schmidt besaßen: Glaubwürdigkeit, Besonnenheit, Konsequenz, Stil und Klasse in hohem Maße, Patriotismus und Rechtsempfinden. Verlange ich zuviel, wenn ich Rechtsempfinden und Patriotismus anführe?
Denn das Wohl Ihres Volkes geht Ihnen augenscheinlich an ihrem dicken Hinterteil vorbei.
Was haben Sie uns nicht eingebrockt an Rechtsbrüchen!
Mit den Euro-Rettungspaketen haben den Stabilitätspakt aus den Angeln gehoben und haben dies am Recht vorbei durchgesetzt. Der abrupte Ausstieg aus der Atomenergie im März 2011 drei Tage nach der Fukushima-Katastrophe in Japan erfolgte ohne jegliche Rechtsgrundlage und ohne akute Gefahr, dass in Deutschland ein ähnliches Ereignis zu befürchten sei. Fünf Monate zuvor hatte der Deutsche Bundestag noch eine Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke beschlossen. Das alles wurde 2015 durch ihre Entscheidung in den Schatten gestellt, mehr als eine Million Migranten ungesteuert und unüberprüft monatelang nach Deutschland nicht nur einreisen zu lassen, sondern sie auch noch mit Bussen und Zügen aktiv herankarren zu lassen. Obwohl sie aus sicheren Herkunftsländern kamen und praktisch alle über andere EU-Länder eingereist waren. Sie hätten nach geltendem EU-Recht zurückgewiesen werden müssen. Mit Ihren Rechtsbrüchen und Ihrem selbstgerecht, blasierten Auftreten haben Sie Deutschland in der europäischen Staatengemeinschaft nahezu isoliert.
Um Aktivität zu heucheln und den verursachten Schaden vielleicht abzumildern, haben Sie sich dazu auch noch in gleisnerischer Weise einem türkischen Despoten angedient.
Für Despoten scheinen Sie eine Geneigtheit zu haben. Erinnern Sie sich noch, werte Dame, als Sie im Februar 2009 in Anwesenheit des kasachischen Diktators Nasarbajew bei einer gemeinsamen Pressekonferenz den verehrungswürdigen, hochangesehenen Papst Benedikt XVI. beleidigt und als Antisemiten bezichtigt haben? Benedikt, der Ihnen, was Intelligenz und Anständigkeit anbetrifft, Lichtjahre voraus ist. Sie haben es nicht mal der Mühe Wert gefunden, sich zu entschuldigen, als bekannt wurde, dass sich Ihre Vorwürfe als haltlos und falsch erwiesen. Es sei alles gesagt, ließen Sie lapidar vermelden. Das ist würde- und charakterlos, gnädige Frau!
Wie und was Sie zu den Ereignissen am 19. Dezember in Berlin, zu den Opfern dieses Terroranschlages in Ihren Neujahrsreden gesagt haben, ist zurecht als kaltherzig-distanziert befunden worden. Kaltherzig wie die Haltung zu Ihrem Volk.

In der „Ära“ Merkel ist die zweite deutsche Demokratie, der Rechtsstaat durch seine “Kanzlerin“ der Auflösung preisgegeben worden. Nie war seit Gestapo- und Stasi-Zeiten mehr Gesinnungsschnüffelei und Meinungsunterdrückung in Deutschland, als unter Ihrer Führung entstanden.
Deutschland, das einstige Land der Dichter und Denker, der Hochkultur, der Spitzenwissenschaften und technischer Wunder. Was ist daraus geworden? Vor 100 Jahren war die Alphabetisierungsrate höher als im heutigen Deutschland. Die deutschen Schulen und Universitäten sind auf den Hund gebracht worden. Kein Wunder, dass deutsche Schüler bei den Pisa-Studien nicht nur bei Sprachbeherrschung und Rechenfähigkeit seit Jahren hintere Plätze einnehmen. Nach Meinung fast aller Universitätspräsidenten haben ⅔ der deutschen Studenten nichts an Hochschulen verloren, sind studierunfähig. Das Zugangsniveau zum Studieren wird seit Jahren aus linker Opportunität auf das Niveau vormaliger Hilfsschulen abgesenkt. Ein Drittel aller Studenten brechen ihr Studium vorzeitig ab und Massen verlassen die Hochschulen ohne regulären Abschluss. Deutschland verliert und verliert, meine Dame! Anstelle von gebildeten jungen Menschen haben wir Esel mit Universitäts-Zertifikat. Anstelle von künftigen Leitfiguren haben wir Weichlinge und Taugenichtse. Was diese deutschen Hochschulen mit ihren Genderwissenschaften, der großen Zahl unnützer Geistes- bzw. Gesellschaftsdisziplinen an Nachwuchs produzieren, findet sich dann als Parasiten des Staates und der Gesellschaft wieder, die sich unverhohlen als Ideologen geben: die Masse der Journalisten, Schriftsteller, Theologen, Schauspieler, Kommentatoren, Edelhuren und Clowns, die mit ihrem ideologischen Gift Staat und Gesellschaft zerstören.
Zugegeben, dafür haben schon auch ihre Vorgänger und die Schuldigen in den Ländern gesorgt. Aber Sie sehen dem tatenlos zu. Nein, Sie verschlimmern die Situation noch dadurch, dass Sie ungebildete, nicht integrationsfähige, aggressionsgesteuerte Horden junger Männer aus einer zu uns inkompatiblen Kultur ins Land geholt haben.

„Was in zwei Weltkriegen nicht geschafft wurde, Deutschland endgültig zu zerstören, Frau Merkel hat es zuwege gebracht!“ – so wird das Urteil der Geschichte über Sie lauten, gnädige Frau!

Betrachten wir doch auch Ihre Partei und Ihren Umgang mit dieser Organisation.
Durch Ihre Machenschaften haben Sie die einstmals große und stolze CDU bis auf wenige Ausnahmeerscheinungen in ein Agglomerat von Kriechern und Luschen verwandelt. Mit der Berufung eines pöbelnden, intriganten und unausstehlichen Karrieristen als Ihren Generalsekretär, haben sie dem Ganzen dann das Sahnehäubchen aufgesetzt.
Das muss man Ihnen lassen: Im Verbeißen von möglichen Konkurrenten sind Sie groß. Wie Sie den scharfsinnigen und kompetenten Friedrich Merz damals abgemeiert haben, das war schon große Kunstfertigkeit auf dem Gebiet der Heimtücke. Den honorigen Martin Hohmann haben Sie kaltblütig isoliert und der Pressemeute zum Fraß überlassen. Den potenziellen Konkurrenten Christian Wulff haben Sie auf ein „höheres Amt“ gehievt, wo er sich dann teils selbst, aber vor allem durch Nachhilfe Ihrer Freundin Friede Springer unmöglich machte.
Kein Wunder, dass ehrbare Menschen zuhauf diesen Verein verlassen. Mit Ihnen an der Spitze – seit 15 Jahren – verlor die CDU etwa 200.000 Mitglieder, das ist etwa ein Drittel; und der Trend setzt sich fort. Verheerender kann die Bilanz für einen Parteiführer nicht sein.

Mir missfällt auch ihr entschiedener Mangel an gutem Geschmack und Intellekt, gnädige Frau.
Für ihre Figur können Sie nichts, außer vielleicht aus mangelnder Zurückhaltung hinsichtlich vorpommerscher Hausmannskost, die Sie ja einem „on dit“ zufolge zuhause selbst zubereiten. Dass Ihre Mundfalten an eine chronisch magenkranke oder depressive Person erinnern, hängt vielleicht damit auch zusammen.
Es kursieren im Netz von kaum einem anderen Politiker derartig viele nachteilige Bilder mit abstoßendem Mienenspiel, als von Ihnen.
Schweißflecken unter der Achsel und eine Robe mit Einblick in ein schauderhaftes Dekolletee wie von Ihnen bei einem öffentlichen Auftritt zu den Wagner-Festspielen gezeigt, sind für jemanden in Ihrer Position nicht nur nicht Damen-haft, sondern geradezu dämlich. Dass Sie in Ihren, möglicherweise sehr teuren, Hosenanzügen eher wie eine rammelvolle Knackwurst mit Schwitzflecken wirken, damit müssen wir uns bei Ihnen leider ebenfalls abfinden. Die alberne Finger-Raute vor der Wampe, die manche Ihrer Presseschleimer als besonderes Markenzeichen bei Ihnen bewundern, wirkt inzwischen nicht weniger als albern. Wohl eine substitute activity, dazu mit abgekauten Fingernägeln: welche ein Quell für Psychologen und Verhaltensforscher mit wenig schmeichelhaften Mutmaßungen.
Eine Regierungschefin kann es sich eigentlich nicht erlauben, lächerlich zu wirken. Der Verlust von Stil und Sitte in unserer gegenwärtigen Gesellschaft bleibt mit Ihnen, Frau Merkel, als deren Repräsentantin symbolisch verbunden.
Dass Sie sich jährlich in Bayreuth, einer deutschen „Kultstätte“ präsentieren, bei Geburtstagsfeiern sich mit Wissenschaftlern umgeben, sagt nichts darüber aus, wie Ihr intellektuelles oder auch kulturelles Niveau eigentlich einzuschätzen ist.
Ein angesehener Schriftsteller* schrieb über Sie: „Wo der Seelenknödel im Hosenanzug den Mund aufmacht, wird den Ohren schlecht.“
Sie können nicht reden, das weiß inzwischen jeder und Sie haben auch offensichtlich miserable Redenschreiber: „Wie der Herr, so´s Gescherr“ sagt man auch.
So wird auch diesmal vor unserer Schicksalswahl“ wieder nur „Erwartbares, Dünnpfiffiges, Doofes, zäh nur noch sich selbst Genügendes“ von Ihnen zu erwarten sein. „Die Platitüdität Ihrer Sätze in Serie gereicht einer ganz neuartigen „Banalität des Bösen“. Das meint nicht nur dieser Schriftsteller. „Der bestürzende Dummsinn, die behämmerte und zugleich behämmernde, die uns am Ende richtig zuschüttende Impertinenz, die der einstmals mitteldeutsche Seelenknödel im Hosenanzug täglich, ja wer weiß (und wäre nicht gerne nah dabei) stündlich produziert und ausschüttet: Er überragt inzwischen längst die oftmals ja sogar kunstvolle Nichtigkeit der Rede ihres Lehrmeisters Helmut Kohl oder aber auch die Komik eines komischen Selbstläufers, dessen Banausität bis hin zur Debilität aber ja ohnehin mehr eine sich selbst fortzeugende Legende war.“ Wenn es denn nur Reden-Dummsinn wäre, was Sie produzieren, Sie wären wie Heinrich Lübke ertragbar.
Es ist der Dummsinn Ihres politischen Handels, gnädige Frau, der so gefährlich ist. Darum hoffe ich, dass Sie bei der Wahl die gebührende Quittung erhalten und von der politischen Bildfläche verschwinden.
Am besten, Sie gehen jetzt schon, um weiteren Schaden von unserem Land abzuwenden – was Sie ja einmal geschworen haben.

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Ich habe bei meiner „Philippika“ Anleihen bei der leider zu früh verstorbenen großen Journalistin und Schriftstellerin Oriana Fallaci genommen. Ich wählte eine „Ansprache“, ein „Privatissimum“ im Stil dieser mutigen Frau und unverblümten Anklägerin („Die Wut und der Stolz“), die es mit ihren Ansprachen den „Zikaden“ in Politik und Medien und dem „Cavaliere“ heimgezahlt hat. Ich maße mir nicht an, den literarischen Stil, die intelligente Stringenz in ihren Begutachtungen, ihre bissig prägnanten Formulierungen überhaupt klischieren zu können. Trotzdem bemächtigte ich mich absichtlich einiger ihrer Redewendungen und des anklagenden Stils, dem trefflicher niemand anders als sie so Gestalt geben konnte. Es ist „meine Wut“ und „mein Stolz“, die mich zu dieser Rede angestachelt haben.

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*Eckhard Henscheid