Steilvorlagen für den Rechtsaußen

Nachrichten aus der 17. Kalenderwoche

Drei Meldungen in der ablaufenden Woche liefern gewiss – um die Fußballersprache zu bemühen – eine Steilvorlage für die gefährlichen „Rechtspopulisten“ und „Antidemokraten“ z.B. von der AfD; etwas, das den trotzigen Wahlpöbel befeuern könnte, einmal mehr diese schlimmen Finger zu wählen.

Sigmar Gabriel der Diplomat

Zweimal hat der deutsche Oberdiplomat, der Elite-Sozi Sigmar Gabriel mit seinen Spielzügen dazu beigetragen.
Den Bundes-Außenminister als Trampeltier zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung für diese Spezies aus der Gattung wiederkäuender Säugetiere.
Mit seiner „Kunst der Diplomatie“ hat er zunächst in Israel die dortige Regierung vor den Kopf gestoßen, indem er sich vor dem geplanten Besuch bei Ministerpräsident Netanjahu mit durchaus dubiosen, extrem regierungskritischen Organisationen traf. Es folgte denn prompt eine Ausladung von Netanjahu. Gabriel meinte, dies folgendermaßen kommentieren zu müssen:
Solche Treffen gehörten „zum ganz normalen Umgang“. Man stelle sich vor, der israelische Ministerpräsident würde nach Deutschland kommen, sich mit Kritikern der Regierung treffen wollen und man würde ihm das Verweigern und die Termine mit ihm absagen. „Das wär ja undenkbar.“
Ja das wäre undenkbar, da ein wirklich diplomatisch geschulter Politiker solcherart heikle Kontakte bei einem Staatsbesuch tunlichst vermeiden würde; es sei denn, er reist wie Gabriel als bekennender Provokateur ein (Gabriel rühmte sich ja vorab stets als persönlicher Palästinenser-Freund).
Man könnte jetzt phantasieren, wen sollte oder wollte z.B. Netanjahu in Berlin vor einem Besuch bei Merkel kontaktieren? Die AfD? – har, har! Die israelhassende Linke? Die staatstragenden Muslimfreunde Bedford-Strohm und Marx?

Sigmar Gabriel zum Zweiten

Den zweiten Spielzug lieferte Gabriel nun mit seinem Bekenntnis zur Fortsetzung der Beitrittsgespräche der Türkei zur EU. Nach dem Erdogan-Referendum hielt Gabriel noch im März einen Beitritt der Türkei für „unrealistisch“.
Jetzt stellt er sich z.B. gegen seine Kollegen z.B. aus Österreich oder Luxemburg – und gewiss gegen die Meinung einer großen Mehrheit der „EU-Bürger“, besonders der Deutschen – indem er versichert: „Wir halten den Abbruch der Gespräche für die völlig falsche Reaktion“. Das sagte er am Freitag bei einem Treffen mit EU-Kollegen auf Malta. Man habe kein Interesse daran, die Türkei „in Richtung Russland zu drängen“.
Desweiteren plädiert der Außenminister dafür, die demokratischen Kräfte in der Türkei zu stärken: „Warum machen wir nicht Visafreiheit für Intellektuelle, für Künstler, für Leute, die im Journalismus arbeiten, für NGOs?“, fragte Gabriel. „Also nicht für jedermann, sondern für den Teil der Türkei, der gegen das Referendum gestimmt hat, der sich demokratisch entwickeln will. Ich finde, die dürfen wir nicht im Stich lassen.“
Das ist hohe diplomatische Kunst. Das wird den Sultan Erdogan sicher freuen. Gabriel sollte umgehend in die Türkei reisen und die nächste Ausladung einsammeln.

Willst du untertauchen, gehe zur Ausländerbehörde

Der dritte Vorgang offenbart eklatant das Versagen unserer Staatsorgane und unserer volksschindenden Staatskutscher. Da täuscht ein deutscher Oberleutnant der Bundeswehr (aus Offenbach stammend) Ende 2015 in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge vor, Syrer zu sein. Im Januar 2016 stellte der Offizier im bayerischen Zirndorf bei der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Asylantrag, der ungeprüft angenommen wird; und so bezieht der Offizier neben seinem Wehrsold noch Sozialhilfe als anerkannter syrischer „Flüchtling“ (ohne syrische/arabische Sprachkenntnisse!).
Natürlich, um von dem Versagen unserer Institutionen abzulenken, wird jetzt in den Medien mehr über einen angeblich geplanten fremdenfeindlichen Terrorakt in der Maske eines „Syrers“ schwadroniert.
Auch wenn da was dran sein sollte – Hallo Frau von der Leyen! – ein Fakt bleibt: Wer immer dringend untertauchen muss in Deutschland, der geht einfach zur Ausländerbehörde.
Danke Frau Merkel, danke Herr de Maiziere!

Wenn das keine „Spielzüge“ sind, mittels deren man als „Rechtsaußen“ einen Ball im Tor versenken könnte: am 7. Mai bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und am 14. Mai in NRW.

AfD-Parteitag in Köln

„Spektakel“ und „Zusammenrottung“

Wenn es eines Nachweises bedarf, wie hasserfüllte linke Journalisten beieinander sind, muss man nur ihre Sprache unter die Lupe nehmen.
Gestern ging der Parteitag der AfD in Köln zu Ende, was die deutsche Journaille zu spekulativen Höchstleistungen anfeuerte. Dazu greift man dann bedenkenlos auch zu sprachlichen Invektiven. Ein Wortedrechsler von der Süddeutschen Zeitung namens Jens Schneider formulierte für seine Betrachtung zum AfD-Parteitag denn folgenden Aufmacher:

Von der öffentlichen Zerlegung der Frauke Petry

„Das war schon ein spezielles Spektakel, wie sich die AfD in Köln gegen die Demonstranten da draußen zusammenrottet und gleichzeitig drinnen die eigene Parteivorsitzende kaltstellt.“

Die Frauke Petry, an der man vorher kein gutes Haar ließ, nach jeglichem suchte, das man ihr ankreiden könnte, wird nun von den linken Schmierfinken zur demokratischen Märtyrerin stilisiert.
Es ist bizarr. Da trifft sich eine demokratisch legitimierte Partei zu einem Parteitag und draußen versammeln sich Tausende von hasserfüllten Gegnern, aufgestachelt von den Medien, den Kirchen, Gewerkschaften und links-faschistischen Einpeitschern, von SPD und „Antifa“. Viertausend Polizisten müssen aufgeboten werden, um unbescholtenen Bürgern die Wahrnehmung ihrer staatsbürgerlichen Rechte zu ermöglichen. Und ein Federsklave der linken Gesinnung spricht von „Spektakel“ und „Zusammenrottung“ der Parteidelegierten – wohlgesagt in einem Hotel als Tagungsort – gegen die „Demonstranten da draußen“.
Man frage mal die Polizei, wer und was sich als „Zusammenrottung“ in Köln zeigte. Oder sollte man für die „da draußen“ dazu den für die „Faschisten“ reservierten Terminus „Aufmarsch“ nicht verwenden dürfen?

Wenn man journalistische Ergüsse wie oben zitiert liest, ist man geneigt, eine Auszeichnung für die übelste Kolumnisten-Wutz in den Qualitätsmedien auszuloben.

„Führe uns nicht in Versuchung – und erlöse uns von dem Bösen“

Ergänzung zu einem Artikel von Peter Helmes auf Conservo

Christus oder Satan? Evangelischer Kirchentag 2017 – Gottlos und zum Fremdschämen

Nach der Auslegung des zentralen Gebetes der Christenheit, dem „Vater unser“, ist mit dem Bösen die Person Satans gemeint. Im Persönlichen bitten wir Gott, den Versuchungen des täglichen Lebens, den Einflüsterungen des Bösen zu entkommen und diese ans Licht bringen zu können. Im Weiteren beinhaltet die Bitte, das Böse in der Welt, das Böse um uns herum, einzudämmen.
Das Böse ist in der Geschichte der Menschheit in vielfältiger Form aufgestiegen. Die Vergangenheit sollte uns aber nur bedingt interessieren. Uns muss die Gegenwart mit ihren stetigen und immer neuen Erscheinungsformen und Ankündigungen des Bösen beschäftigen.

Es besteht kein Zweifel, dass im Namen des Christentums Niedertracht und übelste Ruchlosigkeiten begangen wurden. Es ist nicht abzustreiten, dass Perioden, in denen das Christentum mit gesellschaftlicher und politischer Herrschaft verbunden war, oft genug besonders gewalttätige Epochen waren. Die Verknotung von Religion und Politik gebiert unzweifelhaft besonders mühelos Gewalt und Verbrechen, welche dann mit dem Bezug auf die Religion gerechtfertigt werden.
Dies macht gerade den besonders gefährlichen Charakter des Islam aus, wie es sich, ohne zweifeln zu müssen, erwiesen hat.

In unserem angeblich säkularen Staat machen sich christliche Hirten und ehemalige Pastoren im Offizium der Politik wieder einmal anheischig, sich mit „theologischen“, besser pseudoreligiösen Bekundungen zum Erfüllungsgehilfen und Büttel eines sich inzwischen mehr und mehr autoritär gebenden Staates zu machen und damit gesellschaftliche Ausaneinandersetzungen zu befeuern. Sie überschreiten inzwischen die bisher durchaus geltenden Grenzen zwischen Staat und Kirche.

In einem Aufsatz schrieb Thorsten Hinz auf JF z.B. über die Allüren des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck:
„Wenn der gelernte Pfarrer und amtierende Bundespräsident Gauck, dem die Repräsentanz des Staatsvolks als Gesamtheit obliegt, ein „helles“ von einem „dunklen Deutschland“ unterscheidet, dann übersetzt er den politischen Gegensatz … in einen theologischen Gut-Böse-Dualismus und erklärt den Gegner, den Andersdenkenden, zum absoluten Feind, der aus dem Ganzen ausscheidet.
Denn wer das schlechthin Böse vertritt, verwirkt logischerweise seine Rechte und darf sich nicht wundern, wenn er zum Zielobjekt von Gewalt wird, die sich als die Gegen-Gewalt des Guten legitimiert.“

Folgt man den „Hirten“ der deutschen Kirchen, ist mit Pegida und besonders der AfD der „Gottseibeiuns“ in deutschen Landen leiblich auf der Bildfläche erschienen. Dazu siehe auch „Hirtenworte“ bei altmod.de
Bischöfe verdammen die Sympathie und Gefolgschaft für die AfD als unchristlich.
Eine obskure Gemeinschaft, die sich ACK – Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen nennt (Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“) und sich nicht scheut, die linke terroristische „Antifa“ mit an Bord zu nehmen, ruft zu Demonstrationen gegen die AfD auf. Die offizielle Kirche in Köln läßt dazu in perfider Weise „Fürbitten“ beten und sprechen:
„Barmherziger Gott, wir leben aus deiner Zusage, daß jeder Mensch kostbar ist. Der Regenbogen, den du in die Wolken gesetzt hast, der österliche Bund des Friedens und der Versöhnung kennen keine Grenzen. Und doch erleben wir Menschenverachtung, Nationalismus und Intoleranz. Menschen werden als ‘Fremde’ ausgegrenzt. Gib uns Kraft, die Würde jedes Einzelnen zu achten. Erneuere und stärke uns alle durch den österlichen Blick des Friedens aufeinander.“

„Dem Widerspruch wohnt kein liturgisches Mandat inne“, schreibt dazu treffend Alexander Kissler bei „Cicero“.

„Jeder Mensch ist kostbar …“ – nur offensichtlich die nicht, welche sich zur AfD bekennen“!?
Wo bleibt die Achtung vor der Würde dieser Menschen, die sich für eine demokratisch legitimierte Partei einsetzen – der mitnichten „Menschenverachtung, Nationalismus und Intoleranz“ nachgewiesen werden kann?
Wo der „österliche Blick des Friedens“, wenn man zu Demonstrationen aufruft, wohlwissend, dass es dabei zu Gewalttätigkeiten gegen die gleichwohl von der Kirche verfemte Gruppe von Menschen kommen wird?

Wenn wir Christen das „Vater unser“ beten, beinhaltet der Satz „und erlöse uns von dem Bösen“, auch die Bitte um das wertvolle Geschenk des Friedens.
Warum beteiligen sich die Kirchen an der Aussaat des Unfriedens?

„In der Krise wächst die Neigung, den Meinungsgegner zum Dissidenten zu machen, zum Abgesonderten, und das geschieht wirksam durch moralische Ächtung. Der so zum Schweigen Gebrachte kann wie der Tote weder anklagen, noch sich verteidigen, noch Zeugnis ablegen.“ so Arnold Gehlen in „Moral und Hypermoral“.

Die Kirche versagt in der gegenwärtigen Krise, in welche unsere Welt von einer ideologisierten und Vernunft-fernen Politik gestürzt wurde – und sie beteiligt sich noch aktiv daran. Und so wird sie sich wieder mitschuldig machen, wenn aus Meinungs-Toten tatsächlich „um-das- Leben-Gekommene“ werden.

Der Krieg mit Worten

Toxische Begriffe

„Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.“ sagte Rudyard Kipling. Also sind sie auch die wirkungsreichsten Gifte.

Vor einiger Zeit habe ich schon einmal den Versuch gewagt, hier eine Liste stigmatisierender Wörter und Begriffe aufzustellen. In etwas mehr als 7 Jahren hat sich diese überkommene Liste nun fast verdoppelt. Das ist aktuellen Ereignissen, neu hinzugekommenen politisch Handelnden und natürlich der massiv ausgeweiteten „Bereicherung“ in diesen Jahren geschuldet.

Die Vertreter der politischen Klasse und all diese Redakteure, Reporter, Feuilletonisten und Kommentatoren der „Qualitätsmedien“ herrschen seit je mit Worten und Begriffen, mit Andeutungen und Verdächtigungen, die einmal in Richtung eines Menschen ausgesprochen wie tödliche Giftpfeile wirken.
Das Arsenal dieser Giftwaffen wurde und wird stetig ausgebaut und die Gesinnungskrieger werden inzwischen massiv von staatlichen Einrichtungen (z.B. dem Justizministerium) und staatlich geförderten Institutionen (z.B. dem Netzwerk gegen Rechts, der Antonio Amadeo Stiftung) unterstützt und aufmunitioniert.
Nicht mit Armbrust oder Flinte werden die Pfeile abgeschossen – das Blasrohr ist die Waffe.
Nicht gleich den physischen aber den sozialen Tod vermögen diese Waffen zu bewirken. Obschon einige Getroffene inzwischen schon konkret um Leib und Leben fürchten müssen; vor allem wenn sie sich zu dieser neu entstandenen Partei bekennen, die sich „Alternative“ nennt. Ein Sachverhalt, der vor 7 Jahren noch nicht derart akut war.

Es gibt für die Getroffenen kein Gegenmittel oder Gegengift. Keine Immunität, keine Hilfe, außer vielleicht diesen Stoizismus, der so manchen Todkranken auszeichnet. Ein Auflehnen gegen die zugefügte Kontagion verstärkt meist noch die Wirkung des Toxikums.

Die „Pfeile“, die „tödlichen“ Worte und Begriffe heißen – sie können substantivisch oder adjektivisch abgewandelt bzw. eingesetzt werden – wie folgt:

• AFD (-ler, -Anhänger, -Befürworter)
• alter Herr
• Antisemit
• ausgrenzen
• ausländerfeindlich
• braun
• bürgerlich
• Burschenschaftler
• deutsch
• diskriminieren
• dumpf
• ethnisch
• eurokritisch
• extremistisch (nur in Verbindung mit „Rechts“)
• Faschist
• frauenfeindlich
• fremdenfeindlich
• Geschichtsrevisionist
• Gewaltverherrlicher
• Hass (-Redner)
• heterophil
• Holocaustleugner
• homophob
• identitär
• islamophob
• Klimaleugner
• konservativ
• menschenfeindlich
• menschenverachtend
• Nazi
• Nicht wählbar
• papsthörig
• Patriarch
• Pegida-Anhänger
• Populist
• Putinversteher
• rassistisch
• Reaktionär
• rechts
• rechtsextrem
• rechtsradikal
• Reichsbürger
• Relativierung
• Revanchist
• Revisionist
• Sexist
• Trumpversteher
• umstritten
• unbelehrbar
• Verschwörungstheoretiker
• Volksverhetzung
• völkisch

Man mag einzelnen dieser Geschosse eine geringere Giftigkeit zugestehen wenn sie für sich angewendet werden, aber die modernen Arkebusiere verwenden sie meist in Kombinationen, sodass sich die Wirkung wirklich als tödlich erweist – gewissermaßen durch Potenzierung.

Hier einmal mehr eine – gewiss unvollständige – Liste der populärsten Opfer:
Martin Hohmann, Philipp Jenninger, Jürgen Möllemann, Erika Steinbach, Stefan Heitmann, Martin Walser, Eva Herman, Thilo Sarrazin, Emil Nolte, Peter Krause, Michael Mannheimer, Björn Höcke, Roland Tichy, Henryk Broder und die Leute von „achgut“.
Dann gibt es noch eine Reihe weniger prominenter Personen, junge Leute wie Hinrich Rohbohm oder Sascha Jung, welche seinerzeit ebenfalls Giftanschlägen zum Opfer fielen.
Wie noch viele andere, die in Dorf oder Stadt in einem „Aufstand von Anständigen“, durch Denunziation von „aufrechten Demokraten“ exekutiert wurden oder werden: der Schornsteinfeger, Fussballtrainer, die Erzieherin, der Lehrer, ein unbotmäßiger Journalist usw.
Die Präparatoren der Giftpfeile und die Waffenschmieden sitzen auch in der Provinz. Sie beobachten und kämpfen auch aus mickrigen Redaktionsstuben kleiner Provinzpostillen heraus mit weltverbessernden Attitüden.
Jeden kann es erwischen, wenn er sich in der falschen Gruppe bewegt, verdächtige oder die falschen Freunde hat, sich für nicht gewünschte historische oder naturwissenschaftliche Wahrheiten einsetzen will, öffentlich eine Meinung äußert, die gegen den offiziellen Strich geht.
Aufpassen! Zwischen Lichterketten und Hinbewegen zum Scheiterhaufen wird man nur eine geringe Distanz wahrnehmen, wenn man sich unbedacht im öffentlichen Raum positioniert.

Kann man sich wappnen oder sich immunisieren?
Ernst Jünger hat eine Lösung beschrieben, um den Giftpfeilen aus den modernen Blasrohren zu entgehen: den Waldgang.
Aber war Ernst Jünger nicht auch rechts, reaktionär, Soldat und Gewalt-verherrlichend?

Hirtenworte 2017

Wohin treibt der deutsche Katholizismus?

Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich wieder einmal politisch geäußert und in das politische Tagesgeschehen, in den Wahlkampf eingemischt.
Einmal mehr äußerten sich die katholischen Oberhirten ablehnend zur AfD, in der sie offensichtlich eine zur Essenz gewordene Initiative des Gottseibeiuns erkennen möchten.

Bischöfe kritisieren AfD-Programm als unchristlich

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, dieser Dicke aus München, Kardinal Reinhard Marx, sagte im Anschluß an die am Donnerstag beendete, viertägige Zusammenkunft:

„Das populistische Vorgehen und viele inhaltliche Haltungen“ seien „nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar“ … „Politisches Agieren …, das vom Schüren von Fremdenfeindlichkeit, von Ängsten gegen Überfremdung, von einseitiger Betonung nationaler Interessen, einem nationalistischen Kulturverständnis“ sei nicht mit einer christlichen Sichtweise vereinbar.

Damit macht man Wahlkampf. Nicht dezidiert für eine bestimmte Partei oder Gruppierung, aber eindeutig gegen eine demokratisch legitimierte und inzwischen etablierte Partei und deren Anhänger.

Sowas war einst deutsch-katholische Tradition. Ich meine dabei nicht die Verlautbarungen der katholischen Kirche im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Es war Tradition der frühen Jahre in der Bundesrepublik und dann noch mal erneut in den 80er Jahren.

Ich kann mich noch an die Sonntage in den 50er und 60er Jahren erinnern: braver Kirchgänger, Ministrant und Pfadfinder, der jeweils vor anstehenden Wahlen die damals berühmt-berüchtigten katholischen Hirtenbriefe hören durfte – vom Pfarrer von der Kanzel herab verlesen. Als Schulbub hat man davon noch nicht viel verstanden – wie Vieles von dem, was dort manchmal gepredigt wurde. Mit wachsendem Bewußtsein, mit einsetzenden Einsichten in das, was so in der Welt geschieht und geschehen kann, registrierte man politische Verlautbarungen in einem Gottesdienst schon als eigentlich regelwidrig und unangemessen.
Schließlich stellte man für viele Jahre die Kirchenbesuche am Sonntag ein.

In einem umfangreichen Artikel „Das ist geistliche Nötigung“ aus den Jahre 1980 beschäftigte sich der Spiegel aus damals aktuellem Anlass mit dieser „Tradition“.
Helmut Schmidt, damals Regierungschef reagierte bei einem Hirtenbrief der Bischofskonferenz, in dem die katholischen Kirchenführer offen Wahlkampf für die CDU/CSU betrieben – gegen Staatsverschuldung, gegen Bürokratisierung, gegen die Reform des Abtreibungsparagraphen 218 – äußerst gereizt. Er wird mit folgendem sarkastischen Satz zitiert – es ging im Kabinett um Importhilfen der Europäischen Gemeinschaft für neuseeländische Butter:

„Ich bitte um Vortrag darüber, was die Deutsche Bischofskonferenz dazu sagt. Dürfen wir die Butter kaufen oder nicht?“

In dem Artikel zitiert der Spiegel eine offizielle Verlautbarung der Bischofskonferenz bzw. Synode Ende der 60er Jahre:

In einem amtlichen Kommentar zur Konzilslehre über „Die Kirche in der Welt von heute“ beteuerten die Bischöfe 1969, sie würden sich künftig nur noch dann in die Politik einmischen, „wenn die Grundlagen unserer Demokratie in Gefahr geraten, wenn unverzichtbare Rechte der Menschen geschmälert beziehungsweise preisgegeben oder wenn die Freiheit der uns von Christus übertragenen Verkündigung des Evangeliums direkt oder indirekt eingeschränkt würde.“

 

Keiner schränkt die deutschen katholischen Bischöfe in der Freiheit ein, das von Christus übertragenen Evangeliums zu verkündigen.
Außer sie selbst!

Die deutsche katholische Kirche beschreitet den Weg des politisierten und politisierenden Protestantismus, der nicht nur für die evangelische Kirche zu einem steten Verlust nicht nur an Kirchenmitgliedern, sondern auch religiöser Substanz führte. Mit ihren Aktionen treiben die Bischöfe viele Katholiken in ein Gefühl der „Unbehaustheit“.

„Mein Papst“ Benedikt XVI. hat in einem Interview ausgeführt:

„… die braven Katholiken, wenn man sie so nennen will, finden, daß es in der Kirche insgesamt immer ungemütlicher wird. Sie fühlen sich nicht mehr zu Hause, leiden und trauern darüber, daß nun die Kirche gar kein Ort des Friedens mehr ist, wo man Zuflucht findet, sondern ein Ort der ständigen Auseinandersetzungen, so daß sie selbst auch unsicher werden und protestieren. Und diese innere Spaltung in der Kirche, die zum gemeinsamen Verdruß an der Kirche, zum gemeinsamen Trauern über die Kirche führt, ist schon etwas, was einen beunruhigen muß.“

Der Interviewer Peter Seewald zitiert an anderer Stelle den Philosophen Rüdiger Safranski der kritisierte, das Christentum habe sich zu einem „kalten Religionsprojekt“ entwickelt, zu einem „Gemisch aus Sozialethik, institutionellem Machtdenken, Psychotherapie, Meditationstechnik, Museumsdienst, Kulturmanagement und Sozialarbeit“. Im Kirchenvolk sei das Gespür dafür abhanden gekommen, dass der Glaube aus ganz anderen Wurzeln wächst als die Gesellschaften des Westens. Viele Theologen und Priester hätten sich inzwischen so weit von der Grundlinie entfernt, dass ein katholisches Profil oft nur noch ganz schwer zu erkennen ist.

Dazu Benedikt XVI.:

„ … es sind eben die Kräfte des Zerfalls, die in der Menschenseele da sind. Hinzu kommt das Streben danach, beim Publikum anzukommen… Es geht dann entweder in die Richtung, dass man politischen Moralismus betreibt, wie es in der Befreiungstheologie und in anderen Experimenten der Fall war, um auf diese Weise sozusagen dem Christentum Gegenwärtigkeit zu geben. Oder es wandelt sich in Richtung Psychotherapie und Wellness, in Formen also, wo Religion damit identifiziert wird, dass ich irgendein ganzheitliches Wohlbefinden habe.
Alle diese Versuche gehen daraus hervor, dass man die eigentliche Wurzel, den Glauben, weglässt. Was dann bleibt … sind selbstgemachte Projekte, die vielleicht einen begrenzten Lebenswert haben, die aber keine überzeugende Gemeinschaft mit Gott herstellen und auch die Menschen nicht bleibend miteinander verbinden können. Es sind Inseln, auf denen sich gewisse Leute ansiedeln, und diese Inseln sind vergänglicher Art, weil die Moden bekanntlich wechseln.“

Ich frage, was hat das politische Verdammnis einer politischen Partei mit der eigentlichen Bestimmung der Kirche zu tun?

Die deutschen Oberhirten möchten beim Publikum der Mächtigen und des herrschenden linksliberalen Zeitgeistes ankommen. Mit ihrer Umhüllung von Moral oder des Moralismus spalten und verunsichern sie die Gemeinschaft der eigentlich noch Gläubigen. Die Kritik an der AfD macht sich hauptsächlich an deren Einstellung zur offiziellen Flüchtlingspolitik fest. Man spricht einer Partei einen Grundbestand der Menschlichkeit ab. So passiert es auch den „Gläubigen“, die sich kritisch zur „Willkommenskultur“ einstellen.

Benedikt XVI. hat auch davon gesprochen, „die wesentlichen moralischen Einsichten zu pflegen, sie als ein gemeinsames Gut zu wahren und zu schützen, ohne sie zwangshaft aufzuerlegen.“

Mit moralisierendem Zwang – Geistlicher Nötigung – kehrt man zu den politischen Kanzelverlautbarungen der Vergangenheit zurück. Das scheint mir aber noch eine Quisquilie gegenüber einer noch gefährlicheren Tendenz, nämlich die offizielle, unterwerfende Anbiederung an den Islam durch die angeblich noch christlichen Kirchen in Deutschland.

Wohin treibt meine Kirche?
Was bleibt noch von dem, in dem wir uns verwurzelt meinten?

Glaube, Liebe, Hoffnung?!


Fußball und Politik

z.B. Eintracht Frankfurt

Am Sonntag kloppen sie sich wieder, denn es ist „Hessenderby“: Eintracht Frankfurt gegen Darmstadt 98. Die einen kloppen sich auf dem Rasen, die anderen auf der Tribüne oder vor dem Stadion. Zehntausende von Fans und hunderte von Polizisten werden dazu den schicklichen Rahmen bilden.

Aus einer aktuellen Mitteilung des hessischen Bundes der Steuerzahler erfährt man, wie hoch die Kosten für den Polizeieinsatz bei den letzten beiden Treffen dieser „Sportfreunde“ waren. So beliefen sich die „Einsatzkosten für das Spiel am 30. April 2016 (…) auf 1.167.380 Euro, für das Spiel am 10. September 2016 summieren sie sich auf 992.815 Euro“ (so gemäß der Landtags-Drucksache 19/4125).
Dies sei ungefähr das Zehnfache der Kosten bei einer durchschnittlichen Bundesligapartie der Eintracht.
Der BdSt stellt fest: Den Steuerzahlern sind solch horrende Summen nicht länger zu vermitteln. Für die 1. Bundesliga, die vergangene Saison zusammengenommen 3,24 Milliarden Euro umsetzte, wären diese Beträge jedoch Peanuts. Es wird Zeit, dass sich die DFL beziehungsweise die Vereine endlich ihrer finanziellen Verantwortung für Sicherheit und Ordnung stellen!“.
Dazu ist zu ergänzen, dass die DFL ab der Saison 2017/18 für die Laufzeit von vier Jahren insgesamt 4,64 Milliarden Euro für den Verkauf ihrer nationalen Medienrechte kassiert.
Die Eintracht erwartet für diese Saison 34 Mio. €, für nächste Saison allein 48 Mio. € an Einnahmen aus den Fernsehrechten.
Der Bürger – auch der, den Fußball nicht die Bohne interessiert – wird für den Ehrgeiz der Liga-Vereine zweimal zur Kasse gebeten: einmal als Steuerzahler für die Polizei- und Sicherheitskosten und dann als GEZ-Gebührenzahler oder Sparten-Abonnent für die von den Balltretern kassierten gepfefferten Fernseh-Lizenzgebühren.
Die Vereine geben horrende Summen aus für irgendwelche talentierten Ballkünstler aus dem Busch oder von der Pampa, aber die Sicherheit lassen sie vom Staat resp. dem Steuerzahler abgelten. Da ist etwas faul in der Fußballnation.

Warum habe ich das Beispiel der Eintracht aus Frankfurt gewählt? Nun gut, dieser Hessenverein war mir schon je unsympathisch, wie die Multi-Kult-Metropole Frankfurt selbst. Ist so!

Quelle: Wikipedia

Die Geschäftsstelle der Eintracht versprüht den Charme einer Mafia-Absteige, wie sie uns gerne in amerikanischen Gangsterfilmen vorgeführt werden. Aber das ändert sich ja jetzt, denn die vollen Kassen erlauben es, eine neue, grandiose Vereinszentrale zu bauen – wie auf der jüngsten Hauptversammlung zu erfahren war. Und  dann Folgendes: Man gab sich bei dieser Versammlung des Bembel-Vereins gar aggressiv politisch.
Präsident Peter Fischer, so berichtete die Hessenschau, betonte die Internationalität und Integrationsfähigkeit des Vereins und meinte hierzu, große Unterschiede zu US-Präsident Donald Trump (!) ausmachen zu dürfen. Der Vorstand Axel Hellmann wandte sich gar mit einem konkreten Appell gegen eine Wahl der  AfD an die Mitglieder: Man müsse als Sportverein für Werte eintreten, die die Gesellschaft zusammenhalten. Eine solche zentrale Thematik könne nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden, begründete der Jurist seine Botschaft. Die AfD stehe für „eine gesellschaftliche Entwicklung, die uns schaden wird“. Dagegen müsse man vorgehen, meinte der Fussball- und Werte-Populist.
Wozu Donald Trump nicht herhalten muss und ein Lederkugel-Funktionär mimt den Wahrer von Demokratie und Zusammenhalt der Gesellschaft.
Man glaubte wohl, mit dem Schlenker auf die AFD sich an den bei der Versammlung anwesenden Frankfurter Sportdezernenten Markus Frank (CDU) ranschmeißen zu können und von der Ausbeutung der öffentlichen Hand abzulenken.
Man tritt ja für „Werte“ ein, für Millionenwerte.