Die Arroganz der „Wohlwissenden“

In einem ironischen Essay in der Neuen Züricher Zeitung hat sich der Finanzmathematiker, Autor und Philosoph, Nassim Nicolas Taleb mit einer besonders designierten Spezies unter den Eliten – Wissenschaftlern und Journalisten – beschäftigt. In seinem Aufsatz „Die Wohlwissenden“ heißt es einleitend:

Die Rebellion gegen den Intellektuellen-Idioten hat eben erst begonnen. Dieser weiß stets, wie sich sein Tun und Handeln auf seine Reputation auswirkt. Aber: Er stemmt keine Gewichte.

Weltweit, von Indien über Großbritannien bis zu den Vereinigten Staaten, findet derzeit eine Rebellion statt. Sie richtet sich gegen die Clique der Bloß-die-eigene-Haut-nicht-aufs-Spiel-setzen-Regierungsbeamten (skin in the game) und geistesverwandten Insider-Journalisten – gegen jene Klasse überheblicher, semi-intellektueller Experten mit dem Gütesiegel irgendeiner Ivy-League- oder Oxford-Cambridge-Universität, die unsereinem vorschreiben, 1) was wir tun sollen, 2) was wir essen sollen, 3) wie wir reden sollen, 4) wie wir denken sollen … , und 5) wen wir wählen sollen.

Vor kurzem gab der renommierte Soziologe und Politikwissenschaftler Herfried Münkler von der Humboldt Universität im Deutschlandradio ein Interview, in dem er aus seiner Sicht auf die jüngsten politischen Verwerfungen dem (Wahl-) Volk in großem Umfang Dummheit attestierte: Man müsse anerkennen, meinte er, dass es große Teile des Volkes gebe, „die sind nicht besonders informiert, geben sich auch keine Mühe, glauben aber dafür umso besser genau zu wissen, was der Fall ist. Also: sie sind dumm.“ Das heiße aber nicht, dass man sie nicht klüger machen könne. Und das sei die Aufgabe der Eliten.

Eine seiner Schlußfolgerungen liest sich so:

Viele derer, die populistisch wählen, ich vermute mal, ziemlich egal, ob links- oder rechtspopulistisch, sind enttäuscht von dem System, fühlen sich ausgegrenzt, abgehängt und machen gewissermaßen politisch einmal ihr Bäuerchen. Das heißt nicht, dass sie eine sehr genaue Vorstellung davon haben, wie Politik anders läuft. Das weiß man ja auch aus den Umfragen, dass viele AfD-Wähler sich gar nicht mit deren Programmatik beschäftigt haben. Sondern sie wollen Denkzettel verteilen, gelbe Zettel ankleben und drauf schreiben: Hallo, das Volk, also ich, war hier.

Also, das Volk ist dumm und roh und daraus leitet sich ein Überzeugungs- und Erziehungsauftrag der Intellektuellen und Eliten in Wissenschaft, Politik und Publizistik ab.

Münkler ist ein vielgefragter Interviewpartner und Gast in Talkshows des Regierungsfunks, „Experte“ und Politikberater, der dabei angeblich auch den Sinnes- und Ausscheidungsorganen der Kanzlerin ganz nahe kommen darf. Nicht erst mit diesem Interview hat Münkler bewiesen, dass er zu der von Taleb kritisierten Kategorie der „Akademiker-Bürokraten“ und „Intellektuellen-Kaste“ gehört, die sich stets anmaßen, unser Leben und das gesellschaftliche Geschehen im Sinn ihrer Ideologien zu regeln.

Münkler kommt aus dem Bereich der Sozialwissenschaften. Aber auch „Wohlwissende“ aus dem Bereich der Naturwissenschaften und der Medizin versuchen stets, über ihr in den Medien oder über die Politik transportiertes „Expertenwissen“, das ignorante Volk zu erziehen und zu formen: sei es auf den Gebieten der „Klima-Wissenschaft“, „Ernährungswissenschaft“ oder „Gesundheitswissenschaft“.

Dazu möchte ich kurz sondieren, was „Wissenschaft“ eigentlich sei.

Dem stelle ich zunächst die sarkastischen Definitionen von Ewald G. Seeliger aus seinem „Handbuch des Schwindels“ voran:

Wissenschaft, die staatliche Wortmache, amtliche Einrichtung, behördliche Oberzaubermeierei, der Ringeltrampeltanz der durch Höchstverbildung verbündeten Großraubhöhlenbewohner um das von ihnen heimtückisch mit Fremdwörtern verschleierte Bild der Wahrheit, oberfeierliche Irrtumskuhhäuterei, Quatschwörtereiwirtschaft, die Un-, die Widerforschung (s. Forschung).

Seeliger unterscheidet denn auch mokant zwischen Forscher und Wissenschaftler

Forscher, Richtigerdenker, Wahrheitssucher, Vorausleber, Lebensaufspürer, Zweifler, Nichtglauber, Wahrheitsspitzel, Neugierer (s. Neugier), Schwindelentlarver (s. Detektiv, Fälscher, Lehrer), Unwissenschaftler. Der F. ist der freie, die Wahrheit sprechende Mensch, der Wissenschaftler der gewaltzaubernde, staatsgebundene Wortstanzer und Unsatzmacher. Darum auch hat sich noch keiner von ihnen an die Wahrheit herangetraut, denn sie ist die Entlarvung und Wegdenkung des Staats, dieser Futterkrippe für alle Wissenschaftler.

Nach einer Definition – in nuce – bedeutet Wissenschaft:
• Die Tätigkeit, bei der ein Sachverhalt mit objektiven und nachvollziehbaren Methoden systematisch beschrieben und untersucht wird.
• Ein bestimmter Bereich, in dem mit wissenschaftlichen Methoden gearbeitet wird.
• Gesamtheit der Einrichtungen und Personen, die wissenschaftlich arbeiten.

Unverzichtbare Kriterien von Wissenschaftlichkeit sind:
• Inhaltliche Richtigkeit
• Eindeutigkeit
• Vollständigkeit
• Objektivität und intersubjektive Überprüfbarkeit
• Reliabilität / Verlässlichkeit
• Transparenz
• Validität
• Theoriebezug
• Wahl adäquater Methoden
• Neuigkeitsgehalt
• Begriffsklarheit
• Intellektuelle Redlichkeit

Nehmen wir die Attribute Richtigkeit, Eindeutigkeit, Objektivität, Reliabilität und intellektuelle Redlichkeit, so müssen weite Bereiche und Ergebnisse der Sozial- und Geisteswissenschaften als fragwürdig, wenn nicht gar als Nicht-Wissenschaft angesehen werden. Und gerade diese gerieren sich als lautstärkste Menschen- und Gesellschaftsverbesserer. Gemeint ist vor allem der soziologische und gesellschaftswissenschaftliche Sektor mit seinem szientistischen „Soziologismus“ und dem „Genderismus“. Rechnet man neben den Universitäten und Hochschulen noch die Forschungsstiftungen und „Think-Tanks“ der Medienkonzerne (z.B. Bertelsmann), die „Akademien“ und Stiftungen der Parteien, Gewerkschaften und Kirchen hinzu, wird der  Wissenschaftsbetrieb eindeutig von diesen Disziplinen dominiert.

Dazu ein Einschub: Im Wintersemester 2016/2017 sind in Deutschland so viele Studierende wie noch nie an den deutschen Hochschulen eingeschrieben. Nach ersten vorläufigen waren rund 2.806.000 Studentinnen und Studenten im aktuellen Wintersemester an einer deutschen Hochschule immatrikuliert. Auffallend ist wieder das stetig abnehmende Interesse an Mathematik und Naturwissenschaften, wobei die Ingenieurwissenschaften – was immer sich insgesamt dahinter versteckt – einen Zuwachs haben. Auffallend ist der weitere Anstieg in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, aber auch in der Humanmedizin und den „Gesundheitswissenschaften“ (Zu letzteren zählen ja inzwischen auch die vorwiegend an Fachhochschulen „erforschten“ „Pflegewissenschaften“).

Auch dies gibt die Wichtung wieder, wer das Sagen hat. Jedem Studenten entspricht anteilig ein adäquater Personalbestand an lehrenden und Einfluss nehmenden Personen, die von der Gesellschaft (dem Steuerzahler) ausgehalten werden.

In Deutschland soll es inzwischen über 250 öffentlich alimentierte Lehrstühle oder „Forschungsstellen“ für „Genderwissenschaften“, der Genderismus-Ideologie geben. Gesellschaftszerstörerischer Obskurantismus wird mit akademischen Weihen versehen, öffentlich gefördert und als normativ installiert. Zum Wert dieser „Wissenschaft“ ein interessantes Video aus Norwegen: https://youtu.be/3OfoZR8aZt4?t=10

Die Anzahl der Intellektuellen, die in alle Lebensbereiche einfallen, Leute, die nie ihre eigene Haut auf Spiel setzen müssen (es sei denn, sie verstoßen versehentlich gegen den Kanon der PC), die „keine Gewichte zu stemmen“ brauchen (Taleb), werden immer zahlreicher, immer lauter und frecher.

Der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter stellte einst dazu fest:

«Intellektuelle sind Leute, die die Macht des gesprochenen und des geschriebenen Wortes handhaben, und eine Eigentümlichkeit, die sie von anderen Leuten unterscheidet, ist das Fehlen einer direkten Verantwortlichkeit für praktische Dinge.»

Die Münklers, Schellnhubers und andere Kanzlerinnenberater oder „Experten“ erleben es nicht am eigenen Leib wie der Unternehmer, Handwerker oder Freiberufler. Denn dem werden die Folgen seines Handels und möglicher Differenzen zwischen Verkündigung und Taten regelmäßig und Tag für Tag vom Markt „heimgezahlt“, und auch die Arbeiter und Angestellten werden nicht für Ankündigungen und Parolen bezahlt, sondern nach ihren faktisch erbrachten Leistungen. Die arroganten „Wohlwissenden“ werden nicht zur Verantwortung gezogen, schon gar nicht durch konkrete Einkommensverluste. (Roland Baader)

Arnold Gehlen formulierte 1969 im Angesicht der zutage tretenden gesellschaftlichen und staatlichen Konsequenzen aus dem verhängnisvollen Einfluss vor allem der „Frankfurter Schule“:

„Das sind… privilegierte Klassen, nämlich solche, die faktisch oder gar rechtlich von den unlösbaren ethischen Konflikten freigestellt sind, die auf jedem denkenden Menschen liegen, der in aktive, dauernde Kämpfe verwickelt ist, seien sie politischer oder wirtschaftlicher Art. Privilegierte Kreise sind auch solche, die die Folgen ihrer Agitation nicht zu verantworten haben, weil sie diese mangels Realkontakt gar nicht ermessen oder sich alles erlauben können. Das sind, um es kurz zu sagen, in großen und wortführenden Teilen die Schriftsteller und Redakteure, die Theologen, Philosophen und Soziologen, also ideologisierende Gruppen, erhebliche Teile der Lehrerschaft aller Schularten und der Studenten, und schließlich die generellen Nutznießer der gesellschaftlichen Nachsicht: Künstler und Literaten. Mit einem Wort, es handelt sich um die »Intellektuellen«, und hier insbesondere um die Kernbestände derer, die nicht in der Wirtschafts- und Verwaltungspraxis tätig sind…“

Noch einmal Roland Baader, der leider viel früh verstorbene libertär-konservative Denker und Schriftsteller:

Das größte Unglück, das sich die zivilisierte Welt selbst antut, ist in der Tatsache zu sehen, daß sie die Ideologen-Armee, die permanent zur Zerstörung der Zivilisation antritt, mit astronomischen Steuermitteln finanziert und subventioniert. Die Lehrer an den Schulen, die Professoren an den Universitäten, die Moderatoren und Kommentatoren in den öffentlichen Fernsehanstalten, die politischen Kader und Dauerschwätzer auf allen Kanälen, die – zwar nicht alle, aber mehrheitlich – das Denken der Menschen und besonders der Jugendlichen vergiften sowie die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Marktwirtschaft verteufeln und die sozialistischen Destruktionssysteme verherrlichen: Sie alle werden mit den erzwungenen Steuern und Gebühren der breiten Bevölkerungsmassen finanziert, alimentiert, subventioniert und belohnt. Sie alle müssen sich nicht bemühen, für ihre Ideen Interessenten und Abnehmer zu finden, die bereit wären, dafür freiwillig zu zahlen (wie es sonst jeder Anbieter am Markt tun muß), sondern diese Abnehmer werden ihnen zwangsweise zugetrieben. Die Indoktrination wird fürstlich entlohnt mit Geldern, die man auch jenen Millionen von Menschen unter Zwang aus der Tasche zieht, die niemals freiwillig etwas für solche „Botschaften“ bezahlen würden.

Es gibt sie glücklicherweise noch, solche Journalisten und Wissenschaftler, welche bereit sind, „die eigene Haut aufs Spiel zu setzen“. Nicht zu schreiben und in die Öffentlichkeit zu treten, um zu gefallen oder gut dazustehen, sondern um für die eigene Überzeugung und für die rechte Sache (im vielfältigen Sinne) einzustehen. Ohne staatliche Alimentation und vorerst noch ohne die selbst gewählte Alternative des „Waldgangs“.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels:

DER JÄHRLICHE KISTENGAUKEL DES LINKEN JUSTE MILIEU IN DER PAULSKIRCHE

Die Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels wird von der polit-medialen Klasse der Bundesrepublik jährlich als eine Art kulturelles Hochamt zelebriert. Ich habe es mir abgewöhnt, die Reden der Laureaten wie der Laudatoren vor der Glotze anzuhören. Bei Bedarf können diese Ausflüsse intellektueller Hochleistungen auf dem Niveau des jeweiligen Zeitgeistes auch im Internet nachgelesen werden.

Bei „Friedens“preisen bin ich grundsätzlich skeptisch (geworden). Zu Recht meine ich, wenn man z.B. bestimmte Preisträger des „Friedensnobelpreises“ betrachtet. Seit 1967, mit der Verleihung des deutschen „Friedenspreises“ an den Edel-Marxisten Ernst Bloch, häuften sich die bundesdeutschen Besonderheiten dieses Preises, auszumachen nicht nur an den jüngsten Preisträgern.

Vor der diesjährigen Preisverleihung an die „Publizistin“ und Journalistin Carolin Emcke war im Berliner Tagesspiegel ein Interview mit der Preisträgerin zu finden, in dem sie bekannte: „Lieber politisch inkorrekt als moralisch infantil“. Ich hatte nicht mehr die Zeit, ihr dort gerühmtes Buch „Gegen den Hass“ mir noch einzuverleiben und beschränke mich als Quellen für meine Betrachtungen der Person und ihren Background auf dieses Interview und den Text der Rede, die sie am 23. Oktober vor einem illustren Publikum (u.a. mit BuPrä Gauck und JuMi Maas) in der Paulskirche gehalten hat. Die Laudatio auf die Preisträgerin trug Seyla Benhabib, eine amerikanische Professorin vor, deren Themengebiete die sozialpolitische Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und – wer ahnt es nicht – feministische Theorie und die Frankfurter Schule (!) sind. Dies als Anmerkung. In der Begründung des Stiftungsrats für die Preisverleihung an Carolin Ecke heißt es:

„Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2016 an Carolin Emcke und ehrt damit die Journalistin und Publizistin, die mit ihren Büchern, Artikeln und Reden einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog und zum Frieden leistet. Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei besonders jenen Momenten, Situationen und Themen, in denen das Gespräch abzubrechen droht, …“

Als ein Kernsatz der von Carolin Ecke gehaltenen Rede wurde von etlichen Postillen ihre Aussage „Wir dürfen Reden halten in der Paulskirche, aber heiraten dürfen wir nicht“ als Titel gewählt. Ihre Homosexualität nimmt sie denn auch als Aufhänger für eine Kernformel ihres Vortrages, der gesellschaftlichen Zugehörigkeit“ oder „Angehörigkeit“. Sie beklagt, dass unter anderem die (ihre) sexuelle Orientierung immer noch „abgelehnt“ oder „pathologisiert“ werde.

Von wem noch – wer traut sich noch, werfe ich mal ein?

Sie spinnt den Faden weiter:

„Manchmal scheint mir das bei der Beschäftigung der Islamfeinde mit dem Kopftuch ganz ähnlich. Als bedeutete ihnen das Kopftuch mehr als denen, die es tatsächlich selbstbestimmt und selbstverständlich tragen. So wird ein Kreis geformt, in den werden wir eingeschlossen, … Wir dürfen Bücher schreiben, die in Schulen unterrichtet werden, aber unsere Liebe soll nach der Vorstellung mancher Eltern in Schulbüchern maximal „geduldet“ und auf gar keinen Fall „respektiert“ werden? Wir dürfen Reden halten in der Paulskirche, aber heiraten oder Kinder adoptieren dürfen wir nicht? Manchmal frage ich mich, wessen Würde da beschädigt wird: unsere, die wir als nicht zugehörig erklärt werden, oder die Würde jener, die uns die Rechte, die zu uns gehören, absprechen wollen?“

Und:

„Das ist die soziale Pathologie unserer Zeit: dass sie uns einteilt und aufteilt, in Identität und Differenz sortiert, nach Begriffen und Hautfarben, nach Herkunft und Glauben, nach Sexualität und Körperlichkeiten spaltet, um damit Ausgrenzung und Gewalt zu rechtfertigen.

Jetzt kommt es aber dicke an die von ihr in Visier genommene Adresse:

„Zurzeit grassiert ein Klima des Fanatismus und der Gewalt in Europa … Sie stehen vielleicht nicht selbst auf der Straße und verbreiten Angst und Schrecken, die Populisten und Fanatiker der Reinheit, sie werfen nicht unbedingt selbst Brandsätze in Unterkünfte von Geflüchteten, reißen nicht selbst muslimischen Frauen den hijab oder jüdischen Männern die Kippa vom Kopf, sie jagen vielleicht nicht selbst polnische oder rumänische Europäerinnen, greifen vielleicht nicht selbst schwarze Deutsche an – sie hassen und verletzen nicht unbedingt selbst. Sie lassen hassen. Sie beliefern den Diskurs mit Mustern aus Ressentiments und Vorurteilen, …“

Carl Carolin Emcke ruft dann aus humanitär erhöhter Sicht „zum Dialog, zum Zuhören“ auf – für eine „freie, säkulare, demokratische Gesellschaft“. Aus Interview und Rede wird klar, wen sie als Feind erkennt – den angeblich ideologisch wahren Feind der Freiheit, der Demokratie und einer exklusiv säkularen Gesellschaft oder Ordnung. Der politische Islam oder die kriminell und militant verfranzte „Antifa“ kommt bei ihr nicht vor. Die Populisten und die von ihr nebulös definierten „Fanatiker der Reinheit“ sind diese Feinde, wozu sie auch den „salafistisch geprägten Islamismus“ hinzurechnet.

„Die neue Friedenspreisträgerin Carolin Emcke hat angesichts des gegenwärtigen Hasses und Fanatismus in der Gesellschaft zur Zivilcourage aufgerufen“, textete die FAZ. Hass und Fanatismus werden von der Friedenspreisträgerin in Einmütigkeit mit der „Elitenpresse“ natürlich nur auf bestimmter Seite des ausgespähten gesellschaftlichen Spektrums verortet. In dem erwähnten Interview für den Tagesspiegel ist C. Emcke deutlicher in ihren Attacken, als in ihrer „Paulskirchenrede“:

„(Wir) erleben … derzeit nicht nur im Internet, sondern auch auf der Straße eine Form von Entgrenzung und Selbstbewusstsein, die schon erstaunlich ist. Da sind Leute nicht nur der festen Überzeugung, selbst im Recht zu sein, sondern sie sind sich auch sicher, andere Menschen grundsätzlich angreifen zu können. … Das geschieht nicht mehr ausschließlich in randständigen Bereichen, sondern ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

Das ist die inzwischen typisch links-elitäre Abgrenzung zu dem, was man als „Mitte“ versteht oder einst verstanden hat. Nicht nur Pegida oder AfD sind das Ziel ihrer „Sorge“, die Mehrheit des Volkes, die sich eher konservativ denn als „links“ versteht. Und so wertet sie auch gleich die Sorgen oder gar Ängste, welche die Masse der Bevölkerung in unserer Zeit bewegen links-kultiviert herab:

„Dabei wird die Sorge, die manche Menschen berechtigterweise angesichts von sozialen und politischen Missständen oder prekären Arbeitsverhältnissen empfinden, vorgeschoben, um die Grenzen des Sagbaren zu verrücken und dahinter Ressentiments zu verbergen. Es ist doch bemerkenswert: Man tut so, als ob ein Gefühl an sich bereits ein politisches Argument darstellte. … Das hat auch etwas leicht Infantiles.“

Das ist schon eine perfide Dialektik. Liege ich daneben, wenn ich mich bei den letzten Sätzen an die Methode und Herangehensweisen z.B. einer Claudia Roth gemahnt fühle, die sicher nicht zu den Verdächtigen von Emcke zählt?

Emcke beklagt ein verengtes Weltbild bei ihren Studienobjekten zum Thema „Hass“. Sie möchte herausstellen, „wie die Ressentiments der Hassenden geformt werden, dass sie andere nur als „Kriminelle, “Invasoren“ oder „Terroristen“ wahrnehmen“. Dazu ist sie in den „rechten Internetforen“ fündig geworden und erkennt dort „eine sehr aufgeregte Welt im permanenten Ausnahmezustand.“ Die „Neo-Rechten und islamistische Fanatiker“– die funktionieren für sie wie eine „Spiegelfigur“, beide seien „Ideologen der Reinheit“ und sie haben eine „apokalyptische“ Weltsicht, wegen der „Erzählung der permanenten Bedrohung, (des) Herbeisehnen von etwas Bürgerkriegsähnlichen“, es herrsche „ein Dauerbombardement mit Schreckensnachrichten“.

Ich mache mal eine Kommutierung: Erleben wir nicht ebenfalls ein „Dauerbombardement“ mit Unterstellungen, Verdächtigungen und Ressentiments durch die „Eliten“, durch die den Emckes Beifall-spendenden Politiker, wie Gauck, Maas und deren Konsorten in Politik und Medien. Emcke ist eine Stichwortgeberin für diese Bekämpfer der neu ausgedachten sog. „Hassverbrechen“ – im Internet oder bei Pegida. Die richtige Vorgehensweise bei den von C. Emcke gesellschaftlichen und gesinnungsmäßigen festgestellten Disparitäten liege beim „ … Zuhören aufeinander. Im Nachdenken über einander. Im gemeinsamen Sprechen und Handeln. Im wechselseitigen Respekt vor der Vielfalt der Zugehörigkeiten und individuellen Einzigartigkeiten. Und nicht zuletzt im gegenseitigen Zugestehen von Schwächen und im Verzeihen.“

Das klingt toll, man stimmt zu und man möchte rufen: Tut es, zeigt wechselseitigen Respekt… Doch wie wird es getan werden? Sicher nicht mit Zugestehen von Schwächen und Verzeihen, gewiss nicht puristisch durch offen „diskursiv begründete Verfahren“ der „Frankfurter Schule“, wie man Glauben machen möchte. Da stehen die Erfahrungen des Volkes mit der politischen Klasse dagegen mit den  inzwischen geschaffenen Institutionen staatlich etablierter und auch sich privat ermächtigender Gesinnungswächter unter der Ägide des Wahrheitsministeriums des Holger Maas. Das Recht wird weiter als „Erziehungsmittel“ ausgestaltet werden und man wird noch intensiver bestrebt sein, die Moral des Bürgers zu steuern und ihn über sein richtiges Verhalten belehren (Johann Braun – Soziale Lenkung, Sezession 69). Man hat es inzwischen gelernt, je dräuender die Probleme, je offensichtlicher das Verderben als eigene Schuld erkannt wird, um so strikter wird mit Kritikern und Zweiflern, mit dem „Pack“ umgegangen. Opposition findet in der real agierenden Politik der Bundesrepublik ohnehin nicht mehr statt. Das linke – gar nicht mehr so liberale – „juste Milieu“ hat endgültig die Moral für sich okkupiert und in eine fast unüberwindbare Hypermoral transformiert. C. Emcke hat die Frankfurter Paulskirche einmal mehr als Schaubühne für das Theater der ausgrenzenden Hypermoralisten und der bundesdeutschen Tugendbolde stupriert. Bei Günter Zehm (in „Gesunder Menschenverstand“ – 2009) fand ich folgende Sequenz zum Thema Tugendbold und Moral

„… es sind bei weitem nicht alle Tugendbolde Heuchler, vielleicht sogar die meisten führen die Tugend nicht nur im Mund, sondern praktizieren sie durchaus, zeigen den anderen Wesen immer wieder, wie moralhaltig und wahrheitsliebend sie sind. Nietzsche hat diese Spezies in seiner Schrift Zur Genealogie der Moral boshaft-treffend charakterisiert. Es sind natürlich keine Heuchler, sagt er, sondern Darsteller, und zwar schlechte Darsteller, die in schier unerträglicher Weise übertreiben, dick auftragen. Diese Leute, schreibt Nietzsche, sind krank vor lauter Moral. »Die Gerechtigkeit, die Liebe, die Weisheit, die Überlegenheit wenigstens darstellen – das ist der Ehrgeiz dieser Kranken. Und wie geschickt macht ein solcher Ehrgeiz! Man bewundere namentlich die Falschmünzer-Geschicklichkeit, mit der hier das Gepräge der Tugend, selbst der Goldklang der Tugend, nachgemacht wird. Sie haben die Tugend jetzt ganz und gar für sich in Pacht genommen […]. >Wir allein sind die Guten, die Gerechten<, so geben sie uns zu verstehen, >wir allein sind die Menschen guten Willens<. Sie wandeln unter uns herum als leibhafte Vorwürfe, als Warnungen an uns.«

Neben ihrer „Erzählung“ zum Hass sollte die eigentliche Intention von Emcke noch einmal genauer herausgestellt werden. Ihrer „Rede“ ist unzweideutig zu entnehmen, dass das, was von der Mehrheit von uns –  dem deutschen Volk – als verbindendes Ganzes angesehen wird, aufzulösen ist in eine ihrerart „offene Gesellschaft“, welche aus der „Diversität“ lebt und schöpft und welche als Patriotismus allein den „Verfassungspatriotismus“ (Habermas) gelten lassen kann. „Vielfalt“ sei nach Emcke „nicht nur zu tolerieren, sondern zu feiern.“ Für sie ist demgemäß kein Platz mehr für Nation, deutsches Volk oder deutsche Leitkultur. Was für die Mehrheit der Deutschen noch zählt: Gemeinsame Kultur, Sprache, Geschichte und Verbundenheit, hat nichts zu gelten. Die Paulskirchen-Laureatin macht sich damit auch zum Sprecher der immer aggressiver auftretenden und krakeelenden Minderheit unseres Volkes (oder nur „Bevölkerung“?), die von einem Hass auf das Eigene, alles Deutsche beseelt ist. Ihre Einstellung begründen diese Leute als Lehre aus der angeblichen Diskreditierung des Nationalstaates durch die Kriege des 20. Jahrhunderts und aus der besonderen Erfahrung des Nationalsozialismus. Dieser Hass ist gesund in diesen Kreisen, für welche die Selbstaufgabe der deutschen Nation  das Ziel ist. Durch vorbehaltlosen Humanitarismus und Kosmopolitismus als das einzig Hüllende möchte man den angeblichen Makel der eigenen, deutschen Identität beseitigen.

Frau Emcke erträumt für Zuhörer ihrer „Klasse“ das Hirngespinst von einer heilen Weltgesellschaft, in der alle Menschen Brüder/Schwestern geworden sind. „In der jeder die Bedürfnisse und Interessen jedes anderen berücksichtigt als wären es die eigenen.“ interpretierte dies u.a. schon der bekannte Staatsrechtler Josef Isensee.

Wie riefen die Jakobiner der Französischen Revolution: „La fraternité ou la mort!“, zu Deutsch „Brüderlichkeit oder Tod!“, oder wie man auch sagt: „Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!“ Soweit zu den Friedenserfahrungen unter dem Einfluss real gelebter Utopien. Und so schließt sich der Kreis – vom „Friedensnobelpreis“ bis zum „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“, die als jährliche „Kistengaukelei“ (= Ehre oder Ehrung) in Oslo und Frankfurt mit „Gepräge und Goldklang der Tugend“ inszeniert werden.

Hüte meine Schafe!

Nach dem Essen fragte Jesus Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen hier?« »Ja, Herr«, antwortete ihm Petrus, »du weißt, dass ich dich lieb habe.« »Dann hüte meine Lämmer«, sagte Jesus.
Jesus wiederholte seine Frage: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« »Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dich liebe«, antwortete Petrus noch einmal. Erneut sagte Jesus: »Dann hüte meine Schafe!«
Und zum dritten Mal fragte Jesus: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich wirklich lieb?« Jetzt wurde Petrus traurig, weil Jesus ihm nun zum dritten Mal diese Frage stellte. Deshalb antwortete er: »Herr, du weißt alles. Du weißt doch auch, wie sehr ich dich liebe!« Darauf sagte Jesus: »Dann hüte meine Schafe!
Johannes 21, 15-17

 

Auf kath.net war zu lesen, dass ein Sprecher der AfD den beiden großen Kirchen in Deutschland vorgeworfen hat, trotz sich häufender Übergriffe von Muslimen auf Christen in Flüchtlingsheimen untätig zu bleiben. Das AfD-Vorstandsmitglied Paul Hampel erklärte, die Vorsitzenden des Rates der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx, rührten „keinen Finger“. Man bezieht sich auf eine Studie des Hilfswerks Open Doors, die 743 religiös motivierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge in Deutschland dokumentiert. Man nimmt an, dass die Dunkelziffer noch um ein Vielfaches höher sei.
Statt „für die eigenen gepeinigten Schäfchen aus dem Nahen Osten“ einzutreten, fordere Bedford-Strohm Islamunterricht in Deutschland. Es sei absurd, dass der EKD-Ratsvorsitzende sich in der öffentlichen Debatte augenscheinlich mehr für Muslime einsetze, aber zur Gewalt gegen Christen schweige. Mit Blick auf „die Glaubensbrüder aus fernen Ländern“ müsste laut Hampel der Aufschrei der Bischöfe lauten „Um Gottes und der Nächstenliebe willen, tut etwas!“.
Die Deutsche Bischofskonferenz wies den Vorwurf zurück, ihr Pressesprecher erklärte „Gerade Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm hätten sich „oft zur Frage christlicher Flüchtlinge geäußert.“ Die evangelische Kirche äußerte sich (noch?) Nicht offiziell.

Aus gleicher Quelle (kath.net)  erfährt man, dass am Reformationstag, am 31. Oktober erstmals der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, in einer evangelischen Kirche auftreten wird. Der für die Einladung zuständige Altdorfer Dekan Jörg Breu begründete gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, es sei das Anliegen der Reformation, „althergebrachte Denkstrukturen aufzubrechen“. Er wolle, dass die evangelische Kirche zum Reformationsjubiläum nicht nur das übliche „Lutheralala“ anbiete.

Der bayerische evangelische Landesbischof Bedford-Strohm hat sich bekanntermaßenhat von Moslems in einen Moschee-Verein berufen lassen, der in München ein islamisches Zentrum zur Bekämpfung der Christen bauen lassen will und das von den fundamentalischen Wahabiten Saudi-Arabiens finanziert werden soll. Im Gegenzug hat man dann wohl den buntdeutschen Ober-Muslimen Mayzek in das Vorbereitungskomitee für das Reformationsjahr 2017 berufen und läßt ihn nun gar vorab in einer evangelischen Kirche predigen.

Was ist das für ein lutherischer Geistlicher, der zum Gedenkjahr der Reformation, einem epochalen Ereignis der Weltgeschichte, von „Lutheralala“ spricht.
Warum jagt die Herde diesen schändlichen Hirten nicht von ihrer Weide. Von ihrem obersten „Seelsorger“ ist das ja ohnehin nicht zu erwarten.

Die evangelische Kirche Deutschlands und ihre „Oberhirten“ haben sich schon seit geraumer Zeit in verschiedenster Weise als Avantgarde bei der Abschaffung des christlichen Glaubens geriert. Dazu passt, dass man den Begründer der Reformation, Martin Luther, wohl im Jubiläumsjahr am liebsten auch „entsorgen“ möchte: den Reaktionär, Fürstenknecht und Bauernverderber, vor allem den militanten Antisemiten und Muslimen- (Türken-) Hasser. Wie schrieb Luther 1529 in seiner „Heerpredigt wider die Türken“:

„Wer gegen den Türken (wenn der den Krieg anfängt,) kämpft, der kämpft gegen Gottes Feind und die Lästerer von Christus, ja, er kämpft gegen den Teufel selbst. Er muß sich also keine Sorgen machen, wenn er etwa einen Türken erwürgt, dass er unschuldiges Blut vergieße oder einen Christen [gemeint sind übergetreten Christen im türkischen Heer] erwürge, sondern gewiß erwürgt er einen Feind Gottes und Lästerer Christ…“

Und den nicht erst künftigen „Anbiederer“ hat er ins Stammbuch geschrieben – wohl auch schon in weiser Vorahnung:

„Und ich kenne doch bestens meine lieben Deutschen, die vollen Säue. Die sollen sich jetzt wieder, wie sie es immer tun, ruhig hinsetzen und wohlgemut in aller Sicherheit zechen und es sich gut gehen lassen. Und sie glauben, sie brauchen die große Gnade, die ihnen erzeigt worden ist, gar nicht; sondern sie vergessen das mit aller Undankbarkeit, und sie denken: Ha! Der Türke ist nun weg und geflohen, was sollen wir viel sorgen und unnützes Geld ausgeben? Er kommt vielleicht nimmermehr wieder. Diese Leute haben eine gerechte Strafe von Gott redlich verdient.“

Dank der Anbiederung der „Eliten“ in Staat (und Kirche) sind nicht nur die Türken, sondern jetzt unzählige Muslime aus allen Regionen der Erde über uns gekommen.

Es passt in das schäbige „christliche“ Islam-Anbiederungstheater (Der Islam gehört zu Deutschland!) dass der evangelische Gutmenschen-Pastor und Noch-Bundespräsident Gauck jetzt auch die Ansicht vertritt, dass künftig auch ein Muslim Bundespräsident sein könne.

Doch nicht nur auf evangelischer Seite herrscht quasi amtliches Islam-Appeasement.

Der Vorsitzende der Kath. Bischofskonferenz sandte dieses Jahr – man möchte fast meinen, in kindischem Trotz – eine Grußbotschaft zum islamischen Fastenmonat Ramadan an die Muslime in Deutschland:

„Verehrte muslimische Geschwister, Sie wissen: Wer barmherzig ist, wird auch Barmherzigkeit erfahren. So halten Sie 30 Tage lang ein Fasten zum Wohlgefallen Gottes und versammeln sich zum Gebet, um Gottes Barmherzigkeit zu gedenken. Möge er Ihre Gebete erhören und Ihnen gnädig sein! Möge er Sie und Ihre Familien in dieser Fastenzeit begleiten und Ihnen den rechten Weg zeigen! Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit und ein glückliches Fest zum Ende des Ramadan.“

Und zur gleichen Zeit ermordeten „muslimische Geschwister“ in Nigeria, Syrien, im Irak usw. ihre christlichen „Brüder und Schwestern“, kujonieren diese anhaltend in den Flüchtlingslagern, werfen sie aus den Flüchtlingsbooten ins Meer.
Das hatte der unsägliche und lachhafte Kardinal Woelki aber nicht im Sinn, als er sein Flüchtlingsboot im Kölner Dom aufstellte.

Der AfD-Sprecher hatte unrecht zu behaupten, die evangelischen und katholischen „Oberhirten“ rührten keinen Finger. Doch, doch – für die verehrten „muslimischen Geschwister“! Aber nicht für die verfolgten Christen und nicht für ihre hiesige, zutiefst verunsicherte Herde.

Man erinnere diese Hüteburschen an den ersten Brief des Apostels Petrus (1 Petr 5, 1-3)

„Brüder! Eure Ältesten ermahne ich, da ich ein Ältester bin wie sie und ein Zeuge der Leiden Christi und auch an der Herrlichkeit teilhaben soll, die sich offenbaren wird: Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung; seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde!“

Bei den heutigen Vorbildern möchte man sich am liebsten aus der Herde wegbegeben und allein die Hirten den Wölfen überlassen.

Die nicht enden werdende „Anstrengung“

Kreuzzüge versus islamischer Dschihad

Dschihad heißt übersetzt aus dem Arabischen „Anstrengung, Kampf, Bemühung, Einsatz“. Im Koran und nach der sunnitischen Lehre bezeichnet dieser Begriff den militärischen Kampf und nach klassischer islamischer Rechtslehre dient dieser Kampf der Erweiterung und Verteidigung islamischen Territoriums, bis der Islam die beherrschende Religion ist.
Über die Definition des Dschihads gibt es verschiedene Meinungen innerhalb des weltweiten Islams, doch es wäre naiv und lebensgefährlich, vor den geschichtlichen Zeugnissen die Augen zu verschließen. Viele Muslime vertreten durchaus eine gemäßigte Sichtweise, in der die aggressive Natur der islamischen Lehre und Praxis durch Realitäten wie den westlichen Wert der bürgerlichen Toleranz und des Pluralismus begrenzt wird. In den letzten Jahren hat man jedoch den Eindruck, dass diese durchaus vorhandene säkulare Prägung auf dem Rückzug ist. Die Zunahme der Kopftuchträgerinnen in religiös gestimmter Provokation in unserem Straßenbild ist mehr als ein Symptom.

Die Hoffnung, dass sich eines Tages die gesamte Menschheit freiwillig oder unter Gewalt vor Allah verneigen werde, ist nach wie vor wesentlicher Bestandteil der islamischen Weltanschauung. Es mag zwar sein, dass nur ein geringer Bruchteil der Muslime offen militant ist, doch eine wesentlich größere Anzahl steht emotional, durch Meinungsäußerungen oder durch finanzielle Unterstützung hinter dem Dschihad. Mancher Muslim mag sich bestürzt über die jüngsten Terrorakte geben und entsetzt auf den Einsturz der Türme des World Trade Centers reagiert haben. Das wird aber nach meiner Auffassung nicht die dogmatisch eingeprägte und historisch untermauerte islamische Hoffnung auslöschen, die sich an der Unterdrückung, dem Sturz, ja der Ausrottung der Ungläubigen entzündet.
Nicht generell alle Muslime äußern Zustimmung zu den heimtückischen, teuflischen Taktiken im Namen des Dschihad, doch durchaus Millionen taten es, wie es die Fernsehbilder und Berichte – nicht nur aus den muslimischen Ländern – belegen.
Alle Terroristen und Entführer waren Muslime, wie aber auch manche ihrer Opfer nicht nur in den Türmen des World Trade Centers. Diesen Opfern mag in für uns heimtückischer Weise wie den Tätern dann ebenfalls noch der Status der Märtyrer andichten, da sie ja im Kampf auf Allahs Wegen ihr Leben ließen.
Nicht nur die Ereignisse vom 11. September 2001 lieferten ein unmissverständliches Beispiel für den islamischen Ruf zum Dschihad – einen Aufruf an alle (!) Muslime, ihre Kraft, ihr Geld und sogar ihr Leben einzusetzen, um im Namen Allahs den globalen Islam zu errichten. Islamische Länder gehören zu den lautstärksten und strengsten Christenverfolgern und stellen die wohl größte Herausforderung, ja Bedrohung für die Christenheit dar und sind die bedeutendste äußere Gefahr für unsere Werte von Freiheit, Gerechtigkeit und Ordnung.

Spricht man in der Diskussion um die Bedrohungen und Gefahren durch den Islam über den Dschihad, wird dem Vertreter seiner „Islamophobie“ garantiert das Wort „Kreuzzüge“ entgegengeschleudert.
Einem solchen „Aufklärer“ in Sachen Islam ist aber mit Fakten beizukommen.
Schwer widerlegbare Tatsachen liefert uns dazu u.a. Prof. Bill Warner vom „Center for the Study of Political Islam“ (https://www.politicalislam.com/author/)
Die aus dem arabischen Raum kommenden ersten „Dschihadisten“ im Auftrag Mohammeds eroberten zunächst den Bereich des Nahen Osten, der damals von Christen besiedelt und kulturell geprägt war. Die weitere Expansion erfolgte rund um das Mittelmeer und nach Osten. Im Eroberungskampf der Muslime gegen die „Ungläubigen“, die griechisch-römisch geprägte Kultur, sprich das „Abendland“, zählt Prof. Warner allein 570 Schlachten in Süd- und Osteuropa – die Eroberungsschlachten im asiatischen und afrikanischen Raum sind dabei nicht mitgerechnet. Allein 200 Gefechte fanden auf iberischem Boden statt. Töten, Rauben, Vergewaltigen und Versschleppung waren die „Begleitumstände“ des Dschihad. Man geht von einer Million Menschen aus, die im Rahmen des Dschihad aus Europa in die Sklaverei verschleppt wurden.
Mit einer aufschlussreichen Landkarte (https://www.politicalislam.com/jihad-vs-crusades/) zeigt Prof. Warner das Ausmaß der kriegerischen Auseinadersetzungen des Islam gegen die abendländische Kultur in den 1400 Jahren: von 700 nach Christus bis zum Ende des letzte Kalifats des Osmanischen Reiches im letzten Jahrhundert.
Die Kreuzzüge umfassten einen Zeitraum zwischen 1080 und 1260 n.Chr. Es ist ein gern unterschlagener Tatbestand, dass die Kreuzzüge nicht der Eroberung von fremdem Land, sondern der Verteidigung der den islamischen Eroberern ausgesetzten christlichen Bevölkerung und Kultur galt. Das ist „moralisch“ wohl sicher nicht zu beanstanden, auch bei allen beklagenswerten Widerwärtigkeiten, die auch bei militärischen Verteidigungsaktionen offensichtlich werden. Eine weitere Karte von Prof. Warner illustriert die kriegerischen Auseinandersetzungen in den 180 Jahren der Kreuzzüge im christlichen Heiligen Land.
Da stehen 180 Jahre Kreuzzüge gegen 1400 Jahre Dschihad; 16 Bataillen von Kreuzzüglern gegen 570 mörderische Gefechte im Rahmen der muslimischen „Bekehrung“. An jener Stelle Verteidigung eingesessener Bevölkerung mit ihrer christlichen Religion und Kultur – dieserfalls Ermordung und Versklavung fremder Menschen und Auslöschung von Kultur in beispielloser Aggression.

Ich will hierzu, zum Schluß, den für etliche muslimische Schriftgelehrte so empörenden Abschnitt aus der Regensburger Ansprache von Papst Benedikt XVI. vom 12. September 2006 wiedergeben, von etlichen Vertretern des Islam in Umwendung des eigenen Verhaltens als „Haßpredigt“ bezeichnet. Der Papst zitierte damals eine Aussage zur Rolle der Gewalt im Islam, die der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaiologos (1350–1425) während der Unterhaltung mit einem persischen Gelehrten machte:

„Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ‚Schriftbesitzern‘ und ‚Ungläubigen‘ einzulassen, wendet er (der Kaiser) sich in erstaunlich schroffer, uns überraschend schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ‚Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ‚Gott hat kein Gefallen am Blut‘, sagt er, ‚und nicht vernunftgemäß, nicht σὺν λόγω zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider‘. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung… Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann.“

Zeig mir doch, was die Freunde des Islam an neuen Erkenntnissen uns vorlegen können … !

Was der Bischof verdrängt

Es ist Tradition, dass zum 1. Fastensonntag ein Hirtenbrief des Bischofs an seine Gemeinden verlesen wird. Was ich mir da heute vom Bischof des Bistums Fulda anhören durfte und mich zu diesem Beitrag veranlasste, kann der interessierte Leser hier einsehen: http://www.bistum-fulda.de/bistum_fulda/presse_medien/aktuelles_bischofswort/hirtenbriefe/fastenhirtenbrief2016/fastenhirtenbrief2016.php

Natürlich ist die Kanzel der Ort, von dem aus Mahnrufe an Barmherzigkeit und Nächstenliebe im Geiste Christi an uns Gläubige gerichtet werden. Natürlich darf von dort in einem bischöflichen Hirtenwort kein Aufruf zur Ausgrenzung oder Herabsetzung von Fremden ausgehen; es wäre das Gegenteil von dem, was von einem Hüter des christlichen Glaubens zu hören sein sollte. Natürlich müssen wir von dort Ermahnungen aus dem Hirtenmund zu unserer Sündhaftigkeit und zur Besserung dulden. Natürlich sollte die Kanzel kein Podium für politische Botschaften (mehr) sein!
Und natürlich erwarten wir von einem katholischen Hirten in seiner Botschaft auch einen konkreten Lebensbezug; jedoch keine zuvorderst politischen Deklarationen, wie man dies oft den Protestanten unterstellt.
Es mag dem Bischof selbst und dem vortragenden Priester gefallen und sicher „im Geist des Herrn“ sein, was er mit dem heutigen Hirtenbrief zum ersten Fastensonntag den Gemeinden zumuten mochte. Mir nicht in Gänze.

Eingebettet in die Ermahnungen zur vorösterlichen Bußzeit mutet denn mir – uns – Bischof Algermissen unverhohlen Appelle zur Fortsetzung der politisch gewollten und befeuerten „Willkommenskultur“ zu.

Im Umgang mit den Flüchtlingen, die heute in unser Land strömen, stehen ihm im positiven Sinnen die „Bilder vom Herbst letzten Jahres vor Augen – winkende Menschen auf den Bahnhöfen unserer Städte, die ankommende Flüchtlinge mit heißen Getränken, Decken und Spielzeug willkommen heißen; – freiwillige Helfer in den Erstaufnahmeunterkünften, oft bis zur völligen Erschöpfung im Einsatz;“.
Aber dann beschwört er die „Bilder von brennenden Flüchtlingsheimen und fremdenfeindlichen Demonstrationen.“ Und: „Nicht zu reden von der aggressiven Hetze gegen Flüchtlinge, den anonymen Drohbriefen an Politiker und den obszönen Hasskommentaren im Internet. Erschreckend, was für eine menschenverachtende Geisteshaltung da plötzlich mit Macht zutage trat, die an Szenen und Parolen aus dem Dritten Reich erinnert.“
Wie es sich für den christlichen Seelsorger gehört, wendet er sich gegen die Verhärtung unserer Herzen und dabei will er uns erinnern, wie erfolgreich die „Eingliederung der Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg, der Gastarbeiter und der Russlanddeutschen“ war.
Algermissen meint: „Angesichts der inneren Zerreißprobe, vor der unsere Zivilgesellschaft steht, frage ich mich, auf welcher Seite wir stehen. Teilen wir die Leidenschaft Gottes für sein Volk? Lassen wir uns das auch etwas kosten? Wie reden wir über „die Flüchtlinge“ oder „das Flüchtlingsproblem“ in unserem Freundes-, Kollegen-, Bekanntenkreis? Sehen wir nur die Gefahren und Bedenken, oder nehmen wir die Herausforderungen aktiv und konstruktiv an?“

Ja, die Gefahren und Bedenken klammert der Bischof in seiner Predigt zur Buße und Barmherzigkeit aus, und auf welcher Seite er steht, ist eindeutig. Das alles sei ihm gestattet.
Aber er möge bitte nicht Parolen und Stichworte der Politiker übernehmen.
Der Verweis auf Heimatvertriebene, Gastarbeiter und Russlanddeutsche – gerne auch bemüht von Grünen und linken Politikern – schließt wesentliche Gesichtspunkte aus, welche der Bischof kennen müsste. Die Heimatvertriebenen und Flüchtlinge damals waren Deutsche, sprachen deutsch, waren Christen und wiesen keine divergenten kulturellen Prägungen auf. Die Gastarbeiter kamen überwiegend aus abendländisch, christlich geprägten Kulturen, was sich aber mit der Hereinnahme der Türken änderte. Die Russlanddeutschen sprachen (überwiegend) deutsch als Muttersprache und brachten Werte und Tugenden mit, die den hier geprägten entsprachen. Wie Integration nicht gelingen kann, beweisen gerade die Türken als „Gastarbeiter“, die in 2. und 3. Genaration zugewandert sind.

„Teilen wir die Leidenschaft Gottes für sein Volk?“ fragt der Bischof.
Welches ist das Volk Gottes, das der Bischof meint? Die gesamte Menschheit? Die Völker, die den jüdischen und christlichen Gott anbeten? Gehören die „Söhne Allahs“ zu diesem Volk, oder verstehen sich die nicht als „Gottesvolk“ schlechthin?
Wenn der Bischof alle meint, die Menschheit allumfassend, wozu binde ich mich dann exklusiv an meinen christlichen Glauben und die Kirche und gehe in Seelennöten oder auch in Dankbarkeit nicht zum Imam, dem Rabbiner, dem Dalai Lama oder pilgere zu einem Shintu-Schrein? Nun ja, das ist wohl eine „theologische“ Frage, für die ich zu unbedarft bin.

Er beschwört die „Bilder von brennenden Flüchtlingsheimen“.
Hat er auch registriert, was sich tagtäglich in den Unterkünften selbst abspielt, wo Menschen unterschiedlicher Gewissheit vom „Volk Gottes“ aufeinandertreffen und wo besonders unsere christlichen Glaubensgenossen einer nicht zu denkenden Gewalt ausgesetzt sind, sodass inzwischen Amtsbrüder des Bischofs die getrennte Unterbringung muslimischer und christlicher Asylbewerber fordern.

Er fragt „Lassen wir uns das auch etwas kosten?“.
Natürlich, materiell gesehen, können wir gar nicht davon kommen. Als Gesellschaft, wie auch als Einzelner, der Steuern – und vielleicht auch Kirchensteuer zahlt.
Der Bischof braucht an mich nicht zu appellieren, in konkreten Umständen materiell und persönlich handelnd, mildtätig zu sein und zu helfen.
Aber was lassen wir uns es noch kosten, jenseits monetärer Rechnungen?
Die Durchdringung unseres gesellschaftlichen Lebens mit Faktoren, die im Widerspruch zu unserem Verständnis von Menschenwürde und Menschenrechten stehen, die Tolerierung einer nicht mehr nur schleichende Islamisierung unserer Gesellschaft bis hin zu unserem Rechtswesen.
Ist es im Namen der Religion – weil es „Religion“ ist – statthaft, Frauen zu schlagen, als Menschen minderer Kategorie zu betrachten, Kinder zwangsverheiraten, Andersgläubigen den Tod anzudrohen? Parallelstaaten und -Gesellschaften in Staat und Gesellschaft aufzubauen?
Dies sollen wir uns es wohl auch „kosten lassen“?

Für seine Fastenbotschaft wählte Bischof Algermissen einen Spruch aus dem Alten Testament: „Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land, und er hatte Erbarmen mit seinem Volk. (Joel 2,12-18)“. Das bezog sich auf eine Erfahrung der Israeliten im 5. Jahrhundert vor Christus, schreibt Algermissen: „Unter dem Schock durch eine gewaltige Heuschreckenplage und eine langwährende Dürre kam das „Volk Gottes“ zum Bewusstsein, wie weit sie sich von Gott entfernt hatten – und schlimmer noch, dass Gott sich von ihnen zurückgezogen hatte.“
So ist es mit Bibelworten und -Gleichnissen – sie sind nach Geschmack verwendbar, und so hoffen wir auf „Erbarmen“ mit unserem Volk. Das Wort von der „Heuschreckenplage“ dürfen wir aber im Sinne der Bischofs-Botschaft aber wohl nicht denken.

Zikaden und Idioten

Diese Titulierungen aus der Feder von Oriana Fallaci fielen mir ein, als ich von der Verhüllung der nackten Venusstatuen in „Rücksichtnahme“ auf den iranischen Präsidenten Rohani erfuhr.
Mit „Zikaden und Idioten“ zielte die 2006 verstorbene italienische Journalistin einst auf die westlichen Intellektuellen und Eliten und damit auch ihre Kritiker, die vor dem existenten Zivilisationskampf mit dem Islam in selbstmörderischer Toleranz die Augen verschlössen.

Wer für den jüngsten Unterwerfungsakt vor einem islamischen Despoten auf Besuch in Rom die Verantwortung hat, ist nicht mehr zu ermitteln. Nach der aufkommenden Kritik an dieser Scham-Performance will es nun keiner gewesen sein, keiner aus der Regierung Renzi noch von der römischen Museums- oder Stadtverwaltung.

Was würde die Fallaci heute aus diesem Thema machen?

Schon 2004 schrieb sie, Italien und Europa ist „eine Kolonie des Islam, wo die islamische Invasion nicht nur physisch fortschreitet, sondern auch auf geistiger und kultureller Ebene. Unterwürfigkeit gegenüber den Invasoren hat die Demokratie vergiftet, mit offensichtlichen Konsequenzen für die Gedankenfreiheit und für das Konzept der Freiheit selbst.“
Sie hat ja zweifellos Recht bekommen mit ihren Warnungen und Hinweisen auf die nach Europa drängenden „Söhnen Allahs“. Ihre Bücher „Die Wut und der Stolz“ (2002) und „Die Kraft der Vernunft“ (2004) sind eine leidenschaftliche ja furiose Polemik gegen die Appeasement-Politik der europäischen Eliten und gegenüber dem Islam. Die Bücher sind gespickt mit Anschuldigungen und oft derben Beschimpfungen und haben ihr in Italien und der Schweiz Strafverfahren wegen „Verunglimpfung einer Religion“ eingebracht. Sie war überzeugt, dass sie bei der herrschenden Unterwerfungsgestimmtheit in diesen Ländern verurteilt werden würde. Sie brauchte aber die Prozesseröffnung nicht mehr erleben.
Oriana Fallaci wohnte in den letzten Lebensjahren in New York und kam nur noch selten nach Italien. Einer ihrer letzten Besuche war 2005 eine gewährte Privataudienz bei Papst Benedikt XVI., dem die bekennende Atheistin Fallaci höchste Hochachtung zollte.

In einer Rezension zu ihrem letzten Buch „Die Kraft der Vernunft“ war u.a. zu lesen:

Die provokante These des Buches lautet, dass die Alte Welt unmittelbar davor stehe, unter die Vorherrschaft des Islam zu geraten, und dass sich die westlichen Gesellschaften den „Söhnen Allahs“ kampflos unterworfen hätten. „
und
„Diese Autorin weiß, daß man „in den inerten demokratischen Regimen alles sagen darf außer der Wahrheit. Alles kann man ausdrücken, alles verbreiten, außer dem Gedanken, der die Wahrheit aufzeigt.“ Und darum verabschiedet Oriana Fallaci sich nicht mit einer versöhnlichen Lüge von der Welt, sondern – um es in ihren Worten zu sagen – „mit einem Maulfurz“. Irgendwann wird man ihr dafür dankbar sein.“

Zurück zum aktuellen „Kotau von Rom“.
In einem recht milden, eher larmoyant anmutenden Kommentar zu dem Vorgang schreibt Alexander Kissler in der Zeitschrift „Cicero“:

„Generell laboriert der Westen zu stark an seinem „Meaculpismus“ (Khalil Samir), seinem „Schuldkomplex“ (Pascal Bruckner), als dass er der dringend benötigte Gesprächspartner im Dialog der Kulturen sein könnte. Der Westen weiß an immer mehr Stellen immer weniger, wer er ist und woraus er gemacht ist. Er nimmt eine Auszeit von sich selbst, gönnt sich eine Identitätskrise im ungeeignetsten Moment. Die westliche Selbstkasteiung ist doppelt fatal. Im Islam, dessen „Unvereinbarkeit“ mit dem Westen auch der afghanisch-amerikanische Historiker Tamim Ansary konstatiert, werden durch solche billigen Triumphe die Hardliner gestärkt.“

So richtig diese Feststellungen sind, man würde sich bei der inzwischen zu beschreibenden Situation in Italien, Deutschland, Frankreich, in Europa, eher deutliche „Maulfürze“ a la Fallaci wünschen.

Oriana Fallaci stellte ehemals verbittert fest:
„Europa ist nicht mehr Europa, es ist ‚Eurabia‘, eine islamische Kolonie. Der Vormarsch des Islam findet dort nicht nur im wörtlichen Sinne statt, sondern auch geistig und kulturell. Eine hündische Ergebenheit gegenüber den Eindringlingen hat die Demokratie vergiftet, mit offensichtlichen Auswirkungen auf die Gedankenfreiheit wie auch auf die Idee der Freiheit ganz allgemein.“

Die Meinungs-Herrschaft und der Einfluss der „Zikaden und Idioten“ scheinen trotz Paris, Köln und anderer Vorkommnisse in Eurabien bis heute ungebrochen.

Zikaden gehören zur Familie der der sog. Schnabelkerfen. Eine treffende Umschreibung für die Gattung unserer Journalisten und Politiker in. Denn „schnabeln“ bedeutet synonym „knutschen“ oder „küssen“ – und nichts anderes machen unsere Politiker und Journalisten im übertragenen Sinne mit der importierten Gemeinschaft der Muslime und in deren Stammlanden.
Man sollte die Bücher der Fallaci wieder aus der Versenkung holen und umgehend je ein Exemplar nach Berlin zu Händen unserer obersten Schnabelkerfe im Kanzleramt senden.

Toleranter dank Tofu

Aus der Kategorie: Wissenschaftlicher Bockmist

Das sind mir unangenehme Menschen,
bei denen jeder natürliche Hang sofort zur Krankheit wird,
zu etwas Entstellendem oder gar Schmählichem, –
diese haben uns zu der Meinung verführt,
die Hänge und Triebe des Menschen seien böse;
sie sind die Ursache unserer grossen Ungerechtigkeit
gegen unsere Natur, gegen alle Natur!

Friedrich Nietzsche
Die fröhliche Wissenschaft

 

Friedrich Nietzsche, der scharfe Beobachter des Menschlichen und Allzumenschlichen würde heutzutage sicher nicht über „die fröhliche“, sondern sich wohl über die anschwellend lächerliche Wissenschaft auseinandersetzen.
Mehr denn als zu Nietzsches Zeiten lässt uns die „Forschung“ in dankenswerter Weise an ihren Einsichten teilhaben. So z.B. an der angeblichen Gewissheit, dass Fleisch- und Wurstverzehrer ungesünder leben und eine kürzere Lebenserwartung haben.

Kürzlich erreichte mich über ein medizinisches Mitteilungsblatt eine „wissenschaftliche“ Expertise aus der Ernährungslehre,  „Neues“ über den Vegetarismus, mit dem Titel „Toleranter dank Tofu“.
Jetzt sei es durch eine hochwissenschaftliche Studie bewiesen, dass Fleischesser eher zu Vorurteilen und autoritären Strukturen neigen als Vegetarier und Veganer, kann man da lesen.

Wir hatten es doch geahnt, dass Vegetarier und Veganer bessere Menschen sein müssen, und dass auch Frauen bessere Menschen sind, kann die Studie wissenschaftlich belegen.
Fleisch – heißt es u.a. in der erwähnten Expertise – sei ein Symbol für Stärke und Lebenskraft und eine Mahlzeit ohne Fleisch gelte vor allem bei Männern nicht als richtige Mahlzeit.
Stimmt, möchte ich anmerken. Damit wirbt die (sicher von Männern dominierte) Fleischer-Innung, und auf den von der Männerwelt beherrschten Grillrosten regiert beinahe uneingeschränkt die Fleischeslust.

„Der Verzehr von Obst, Gemüse und Getreideprodukten dagegen wird mit Weiblichkeit und Schwäche assoziiert. Doch ob, und wie diese und andere Einstellungen tatsächlich mit bestimmten Ernährungsweisen zusammenhängen, ist immer noch weitgehend ungeklärt, da es bislang keine wissenschaftlichen Untersuchungen darüber gab.
Ein Forscherteam der Universitäten Wuppertal und Mainz hat nun zum ersten Mal den Trend zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung unter gesellschaftlichen Aspekten untersucht. Im Rahmen einer Studie befragte es 985 Frauen und 396 Männer im Alter von 12 bis 86 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten und sozialen Einstellungen.“

Es ist hier nicht der Platz, die Studie tiefgehend auf Objektivität, Reliabilität und Validität, d.h. nach den Gütekriterien für empirische Forschung abzuklopfen. Doch schon die eklatant ungleichen Geschlechter-Kollektive machen stutzig hinsichtlich dem, was Petra, Kathy und Susanne aus Mainz und Wuppertal da zusammengeforscht haben. Der Wissenschaft zur Ehre sei gesagt, dass sich andere Experten laut „Expertise“ schon kritisch – nicht zur Methodik dieser „Studie“ – geäußert haben.

Hier die Ergebnisse der „Untersuchung“ zusammengefasst:
• Menschen, die nicht auf Fleisch und andere Tierprodukte verzichteten, wiesen im Vergleich zu Vegetariern und Veganern eine höhere Neigung zu Vorurteilen auf.
• Bei Männern war der Unterschied deutlicher zu sehen als bei Frauen.
• Fleischesser befürworten eher autoritäre Strukturen als Vegetarier und Veganer dies tun.
• Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, halten nicht so stark an Althergebrachtem fest – sind also weniger konservativ als reaktionär.
• Sie bevorzugen häufiger gleichwertige Beziehungen gegenüber hierarchischen
• Bei Männern ist das ebenfalls ausgeprägter als bei den Frauen.
• Die Älteren neigten in allen drei Gruppen eher dazu, Vorurteile gegenüber anderen Personen zu haben als die jüngeren Probanden.
• Ältere bewerten autoritäre Strukturen und Hierarchien in der Gesellschaft positiver als die Jüngeren.
• Dennoch gab es in jeder Altersgruppe den gleichen Unterschied, je nachdem, wie die Menschen sich ernährten.

Zur „Überraschung“ der ForscherInnen hatte das Bildungsniveau der Probanden hingegen keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis, obschon frühere Untersuchungen gezeigt hätten, dass Vegetarier und Veganer über ein höheres Bildungsniveau (sic?) verfügen als Fleischesser!

Man kann hier einen Abriss der Studie nachlesen und erfährt auch, dass die Untersuchung ganz gewiss von „wissenschaftlichem Wert“ sei, besonders „für politische Entscheidungsträger und Praktiker in der Lebensmittelversorgungskette“.

Das loben wir uns, dass die Forschung den politischen Entscheidungsträgern wertvolle Informationen an die Hand gibt, was der individuellen „Gesundheit“ wie auch der gesellschaftlichen frommt. Unsere ideologisch Ökologischen von der grün-totalitären Partei wird die Untersuchung mit Genugtuung erfüllen, haben die doch a) ohnehin keine Affinität zu exakter Wissenschaftlichkeit und b) hilft der angeblich erforschte Unfug sicher als Rechtfertigung, neue Schikanen für das rohe Volk zu ersinnen.
Da tun sich doch gleich neue Forschungsfelder mit Sozial- bzw. ernährungspolitischer Dringlichkeit auf: haben sich vielleicht die Frauenbedränger und Vergewaltiger von Köln vorher mit Kufta, Döner oder Big-Macs vollgedröhnt? Sind Pegida- und AfD-Anhänger herausfordernde Carnivoren?

Das wär´s doch: vorbeugend wird dann in den Fremdenunterkünften nur noch vegan gekocht; Falafel statt Fleisch, Bulgur statt Beef, Hummus statt Hammel. Schon bei der Einreise erhält jeder eine umfangreiche Marschverpflegung mit Tofu-Produkten und anderen veganen Leckerbissen, als erste Integrationsmaßnahme schon beim Grenzübertritt.
Im nächsten Schritt kümmert man sich natürlich um die einheimische Männerwelt. Die Firma Hipp wird in ihrer ökologisch-fortschrittlichen und volksfürsorgenden Attitüde nur noch vegetarische Babykost vertreiben. In Schulen und Kindergarten gibt es im Sinne der Erziehung zu Toleranz und Vorurteilsfreiheit nur noch strikt fleischlose Kost, ebenso in den Mensen und den Betriebskantinen zum Abbau von Autoritäts- und Hierarchiekonflikten. Die Fleischtheken in Supermärkten, Metzgerläden, Currywurst-, Döner- und Bratwurstbuden werden mit Überwachungskameras versehen und nachgewiesener Fleisch-Missbrauch kann bei gewalttätigen oder sexistischen Delinquenten strafverschärfend verwendet werden, auf jeden Fall eine Meldung an die „Gesundheitskassen“ und ein Eintrag ins Führungszeugnis.

Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, wie fußend auf ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen neue Wege zur Verbesserung der Menschheit beschritten werden können.
Sozialismus war gestern, Vegetarismus ist morgen!
Es wäre doch gelacht, wenn wir unsere Naturbeherrschung nicht doch zur Vollkommenheit treiben könnten.
Und jetzt hole ich mir eine Wurstsemmel und einen Band Nietzsche aus dem Bücherschrank.

Biedermann und die Brandstifter

Eine aktuelle Parabel

„Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch ist 1953 zuerst als Hörspiel vom Bayerischen Rundfunk gesendet worden und erfuhr 1958 als Drama seine Erstaufführung am Schauspielhaus Zürich.
Die Parabel von Biedermann steht für die fatale Fähigkeit des Menschen, eine erkennbar drohende Gefahr auszublenden und dem eigenen Untergang mit offenen Augen entgegenzugehen. Der Biedermann lernt nichts aus seinen Beobachtungen, sondern verdrängt stattdessen aus Indulgenz und Trägheit seine notwendigen Einsichten.
Man findet im Netz zahlreiche Inhaltsangabe des Stückes. Hier eine etwas eingehendere, wie sie trefflich passend in dem Buch „Die Lust am Bösen“ von Eugen Sorg dort zu finden ist:

Seit einiger Zeit geht in der Stadt ein Brandstifter um, der sich als Hausierer ausgibt, sich Zugang zum Dachboden verschafft und dort sein Werk vollbringt. Die Polizei sucht immer noch vergeblich nach dem gefährlichen Pyromanen, als es an der Villa des Haarwasserfabrikanten Gottlieb Biedermann klingelt. Dieser öffnet dem großen, kräftigen Mann, der sich als Josef Schmitz, ehemaliger Schwergewichtsringer und Obdachloser vorstellt und klagt, von den Leuten als Brandstifter verdächtigt zu werden. Er appelliert an die Barmherzigkeit des Hausherrn, dieser möge ihm etwas zu essen und für eine Nacht Unterschlupf gewähren, und Biedermann, der soeben kaltherzig einen treuen Angestellten auf die Straße gestellt hat, sieht die Möglichkeit, sich als Menschenfreund zu präsentieren. Er überlässt Hausierer Schmitz den Dachboden seiner Villa. …
Im weiteren Verlauf versucht Biedermanns misstrauische Ehefrau, Schmitz wieder loszuwerden. Aber er weckt ihr Mitleid, indem er sich für seine ungehobelten Manieren entschuldigt, die Folge einer schweren Kindheit in Armut und Waisenhaus. Ein Kollege von Schmitz taucht auf, der elegante und redegewandte Wilhelm Eisenring, der sich als angeblicher Vertreter einer Feuerversicherung Zugang zum Haus verschafft. Auch er wird mit der Geschichte einer traumatisierenden Demütigung aufwarten. In seiner früheren Arbeit als Kellner habe er sich die vom Gansbraten Servieren fettigen Finger an den eigenen Haaren abwischen müssen, während die feinen Herrschaften Wasserschälchen benutzten.
Je zahlreicher die Hinweise werden, dass Schmitz und Eisenring die gesuchten Brandstifter sind, desto hartnäckiger sträubt sich Hausherr Biedermann, aus ihnen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Er trifft die beiden auf dem Dachboden inmitten von Benzinkanistern, die sie in der Nacht zuvor hin aufgeschleppt haben. Im selben Moment taucht ein Polizist auf, um ihm die Nachricht vom Selbstmord des gekündigten Angestellten zu überbringen. Als er die Kanister sieht, fragt er nach deren Inhalt. «Haarwasser», antwortet Biedermann, weil es in diesen Tagen verboten ist, Benzin im Estrich zu lagern, und der Polizist, der keinen Grund sieht, dem Fabrikanten nicht zu glauben, zieht wieder ab.
«Ein bisschen Vertrauen, Herrgottnochmal, muss man schon haben. Nicht immer nur das Böse sehen», gibt Biedermann den toleranten Zeitgenossen und belügt sich da bei selbst. Wie vor ihm seine Frau wollte auch er die beiden Dachbewohner wieder wegschicken. Aber sein schlechtes Gewissen respektive die Angst um sein Ansehen wegen des Suizids seines früheren Mitarbeiters, und noch viel mehr die Angst vor einem Brandanschlag der zwei Männer hindern ihn daran. Im Grunde weiß er mittlerweile, wer sie wirklich sind, und um sie milde zu stimmen, lädt er sie zu einem festlichen Gansbraten ein. Er biedert sich bei ihnen an und hofft, dass sie ihn verschonen.
Schmitz und Eisenring, die seine Angst genau registrieren, werden immer dreister. Sie beginnen offen von Zündkapseln und brennbarer Holzwolle zu reden und messen die Zündschnur aus, während Biedermann ihnen dabei hilft. Er redet sich ein, dass sie nur derbe Scherze treiben und lacht laut mit ihnen mit. Als man in der Ferne die Sirenen der Feuerwehr hört, atmet er auf. Gut, dass es nicht bei ihnen brenne, meint er, worauf Eisenring entgegnet, dies sei ihre Taktik. «Wir holen die Feuerwehr in ein billiges Außenviertel, und später, wenn’s wirklich losgeht, ist ihnen der Rückweg versperrt.» In einer Mischung aus Panik und Verblendung schiebt Biedermann den beiden eine Packung Streichhölzer zu. Er will ihnen den ultimativen Beweis seines Vertrauens in ihre Freundschaft demonstrieren, indem er sein Schicksal in ihre Hände legt. Die vorbehaltlose Unterwerfung soll ihn retten, und er merkt nicht, dass er mit dieser Geste bereits aufgehört hat zu leben. Schmitz und Eisenring verschwinden, und kurz daraufsteigen Flammen aus seinem Haus, und im Lärm explodierender Gasometer greift das Feuer auf die Nachbarshäuser über und brennt schließlich die ganze Stadt ab.

Die Meisten sahen damals den Stoff des Dramas als Menetekel für den aufkommenden Totalitarismus, zurücklegend den Nationalsozialismus, dann den Kommunismus; auch für den Umgang mit der Atombombe wurde das Schauspiel herangezogen. Der bedeutende deutsche Theaterkritiker Friedrich Luft sah die Parabel seinerzeit vielfach anwendbar: „Man kann die Moral dieses Lehrstücks ohne Lehre auf die jüngste Vergangenheit anlegen. […] Oder man kann (und soll wohl) an die Brandstifter denken, die mit dem neuen großen Feuer, mit der Teufelsbombe kokeln. Wir dulden es. Wir sehen es mit an und finden viele Gründe, es zu tun. Aber die Lunte ist gelegt. Wehe! Oder man kann an die demokratische Duldsamkeit denken, mit der extreme Brandstifter biedermännisch von uns ausgehalten werden […] Aus Gründen der öffentlichen Gemütlichkeit schieben wir die Regungen einer besseren Einsicht einfach weg: Ist ja alles nicht so schlimm…“

Wen darf man heute als die Person des Biedermann identifizieren: Frau Merkel und ihre gesamte mitregierende Entourage, die deutschen Gutmenschen mit Ihrer Willkommenskultur, die ihre „Gäste“ wenn nicht zum Gansbraten so aber zu den Segnungen an den gedeckten Tafeln des deutschen Wohlfahrtsstaates zum Verbleiben einladen.
Welch treffende Analogien, wenn Biedermann die „ungehobelten Manieren“ seines Gastes der misstrauischen Gattin gegenüber damit entschuldigt, dass sie die Folge einer schweren Kindheit in Armut und Waisenhaus seien. Da trifft sich die Entschuldigungskunst unserer Soziologen, Sozialpsychologen, Migrationsforscher usw., welche uns ihre von den Medien gepuschten, abstrusen und weltfremden Erklärungsmodelle für die Gründe von Terrorismus, Kriminalität und Delinquenz immer wieder verkaufen wollen.
In dem redegewandten angeblichen Vertreter der Feuerversicherung, dem Komplizen des Pyromanen, der sich ebenfalls Zugang zum Haus verschafft hat, mag ich unschwer die Vertreter der (noch) beschwichtigenden Islamverbände und unserer Religionsvertreter erkennen.
Symptomatisch für die Beschwichtigungsmarotten der Medien und der Politiker angesichts der drohenden Gefahr ist doch dieser Satz von Biedermann: «Ein bisschen Vertrauen, Herrgottnochmal, muss man schon haben. Nicht immer nur das Böse sehen».

Ich will die Interpretation nicht weiter treiben. Ich empfehle, einfach nochmal das obige Exzerpt zu lesen.
Max Frisch hat sicher nichts von den heutigen aktuellen Geschehnissen geahnt: der obsessiven und aggressiven Ausbreitung der Ideologie des Islams in Verbindung mit einer Völkerwanderung nie gekannten Ausmaßes. Der Schweizer Schriftsteller dürfte einer Einbeziehung der heutigen Geschehnisse in die Interpretation seiner Parabel sicher nicht widersprechen.
Frisch seinerzeit über seinen Protagonisten:

„Wenn Sie mich fragen, ich finde diesen Gottlieb keinen Bösewicht, wenn auch als Zeitgenossen gefährlich. Um ein gutes Gewissen zu haben – und das braucht er, um Ruhe zu haben –, belügt er sich halt. […] Gottlieb möchte als guter Mensch erscheinen. Er glaubt sogar, daß er das sei: indem er sich selber nicht auf die Schliche kommt. (…) Schlimm ist allerdings, daß auch die Nachbarn von Gottlieb Biedermann voraussichtlich zugrunde gehen: da hört die Komödie auf.“

 

Eine Feststellung zum Schluss: “Biedermann und die Brandstifter” – (k)ein T hema für die
Berliner Schaubühne oder das deutsche “Regietheat er”?

Die Proktatur des Diletariats*

Dada(ismus) oder die Willkommenskultur einer Kleinstadt

Was haben Bewohner einer Kleinstadt mit Dada(ismus) am Hut?

Gar nichts oder wenig, möchte man meinen. Man fühlt sich aber ganz schnell in eine Art skurriler Kultur versetzt, wenn man mal anhand von Zeitungsberichten und Reaktionen im Internet (Facebook) den Prozess der Zustellung von Asylbewerbern und Flüchtlingen in die Provinz, in eine Kleinstadt, verfolgt.

Der Begründer des Dada(-ismus), Hugo Ball, sprach von „alberner Naivität und zeugungsfroher Verbundenheit mit dem Kinderwagen“, welche Dada auszeichnet.

Dada als „Kunstform“ schuf nachweislich die Voraussetzungen für die (blödsinnigen) „Performance-Künste“ im 20. Jahrhundert bis heute.

Dada war zunächst eigentlich eine (künstlerische) Reaktion auf die entstandene Sinnkrise aus dem 1. Weltkrieg; obgleich sich in der Dada-Literatur und den -Archiven wenige explizite Bezüge auf das zurückliegende Kriegsgeschehen finden.

Sinnkrise!

Was hat der moderne Zeitgenosse nicht an Elend und Sinnlosigkeit in der Welt zu erdulden, was stündlich über den Äther oder mittels Papier in seine Stube geweht wird. Wie kann der Mensch das nur ertragen?

Und schon sind wir in der Gegenwart (des Dada)! Denn auch bei den „leidenden“ Personen heute sind keine konkreten Wechselbeziehungen oder Elementarerfahrungen zum Konkreten mehr vorhanden. Ein getöteter Angehöriger oder Freund an den Orten des Grauens in dieser Welt ist nicht parat, wie vielleicht vor hundert oder siebzig Jahren. Ist bei Dada ja auch nicht nötig.

Buffonade und Totenmesse zugleich

Ein schaudernder, „voyeuristischer“, nicht nur räumlicher Abstand bewegt heute die Seelenregungen des (gutmenschlichen) Zeitgenossen. Distanz zu einem Gegenstand, dessen Folgen die neue Kultur des Guten und Bekennenden obligatorisch macht. Für die diesbezüglichen Veranstaltungen und die Berichte darüber gilt inzwischen aber auch der dadaistische Widerspruch wie vor hundert Jahren: „Was wir zelebrieren, ist eine Buffonade und eine Totenmesse zugleich.“

Nicht umsonst hieß damals eine von Dadaisten gestaltete Satirezeitung „Der blutige Ernst“.

Peter Sloterdijk schreibt über den Dada(Ismus): „Für Akteure dieser Künste nach der Kunst gibt es keine Geschichte mehr, nur noch einen Marktplatz der Intensitäten, auf dem es genügt, Hier-Hier und Jetzt-Jetzt zu sagen“.

Da wird seit Monaten in der Lokalpostille und in der Internet-Scheinwelt (die auf den betroffenen Standort fokussiert ist), den Fremden, Flüchtlingen und Asylanten entgegengehofft**.

Man mochte endgültig im Kosmos des Guten verfestigt sein. Vorher konnte man nur beteuern, bunt zu sein und nicht braun. Das Kriegerdenkmal hatte man schon zum „Mahnmal des Friedens“ umgewidmet. Alles in weiser Vorsorge!

Was geschah jetzt?

Ein ortsansässiger Unternehmer hat seine heruntergewirtschaftete, faktisch unnütze Gewerbe-Immobilie herausstaffiert und als Herberge angeboten. Von Politik und Presse wird er darob geehrt, denn ihn prägt nichts als edler Uneigennutz! Ein Unterstützerkreis für Flüchtlinge und Asylanten ist auch schon auf dem Schauplatz. Die sozialen und unsozialen Medien sind überschäumend.

Der Bürgermeister freut sich und der Reporter der Regionalpostille kann schreiben und berichten: „Das sieht nach einer Willkommenskultur mit Hand und Fuß aus!“

– Der Betreiber der Unterkunft ist mit dem Baustand und dem Mietvertrag mit dem Kreis zufrieden.

– „Die Expertin von der Initiative „Bunt statt Braun – Gemeinsam stark für Flüchtlinge“ machte Mut, offen und offensiv an das Thema heranzugehen.“

– „Wir müssen handeln, nicht nur reden“, fordert der Dekan von der evangelischen Gemeinde.

– Der Pfarrer von der katholischen Gemeinde würdigt den ökumenischen Geist zugunsten der Flüchtlinge.

– Wie auch eine Dame von der evangelisch-methodistischen Gemeinde, die Erfahrungen mit anderen Kulturen hat: „Hätte ich mir nicht das Bein gebrochen, würde ich jetzt in Uganda Kinder unterrichten.“

– Der Bürgermeister zeigt sich „überwältigt“ vom Zuspruch.

– Doch einfach sei das alles nicht: „Wir brauchen Dolmetscher, wir müssen das Essens- und das Taschengeldproblem lösen, wir müssen klären, ob sich aus diesem Unterstützerkreis eine Vereinsstruktur entwickelt.“

– Beim „Publikum“ waren Ängste nicht zu erkennen!

– Wie viele Dolmetscher man da denn brauche, lautet eine der Fragen. Man konnte beruhigen: „Die meisten können Englisch oder Französisch, das hält sich sehr in Grenzen mit dem Dolmetschen.“

– Wie kommen schulpflichtige Kinder zur Schule? Der Bürgermeister: „Das ist dann eben auch eine dieser zu klärenden Fragen.“ Aber auch für diese Kinder werde wohl die Regel gelten, dass bis zu drei Kilometer Fußweg zumutbar seien.

Am Tag der Ankunft:

„In der Bleibe ist nun ein Transparent aufgezogen: „You all welcome“ (Ihr seid alle willkommen) steht handschriftlich auf einer Tür, darüber leuchtet ein gelbe Sonne. Wärme werden sie brauchen, die Asylbewerber, die am Donnerstag … eintreffen – vor allem menschliche Wärme“, schreibt die Zeitung.

Im „sozialen Netzwerk“ (Facebook) ist man darob enthusiastisch eingestimmt:

– „Herzlich Willkommen!!!“

– „Jaaaaah!“

– „… ich hätte noch etliche Kleidungsstücke übrig…wo könnte man sich hin wenden, damit es an der richtigen Stelle ankommt?“

– „Wir sollten vielleicht eine Facebook Gruppe für unsere Asylanten öffnen/gründen, vielleicht etwas dass sie sehen können wie willkommen sie sind aber auch dass man Unsicherheit auf beiden Seiten hat und diese ablegen möchte.”

– “Wie könnte man diese multikulturelle Austauschbörse nennen?“

– „Find ich ´ne tolle Idee. So fühlen sie sich bestimmt auch willkommener.“

– لترحيب بحرارة

– “Unterstützerkreis Asylbewerber/innen! … Auf dieser FB Seite findet ihr Infos zu unseren neuen Mitbürgern und was benötigt wird.

– “Alles Gut.. Beachte Feuerlöscher !!!! Brandschutz ??? Im Notfall??”

Da spürt man doch echt breite Sorge und Anteilnahme: “Willkommens-Facebook-Gruppe“ – damit die Armen was auf ihren iPhones zu lesen haben. Feuerlöscher, damit sie einen Brand (von Nazis gelegt) umgehend löschen können. Sogar in Arabisch wurde “willkommen” gepostet!

Da freut sich die Kleinstadt auf „ihre“ Opfer von Krieg und Verfolgung: Und dann kommen Leute aus Bosnien, Albanien und dem Kosovo. Ist da noch Krieg? Gibt es wieder „ethnische Säuberungen“? Haben wir was versäumt?

Was stänkere ich!? Es muss ja noch „besser“ werden, denn man ist ja für mindestens 80 Frauen, Kinder und Männer = „neue Mitbürger“ gerüstet. Und man kann “Arabisch”.

Zurück zur Eingangsfrage: was hat das mit Dada zu tun? Noch nicht klar?

Dada bedeutet, dass Spektakelkultur nichts, aber auch überhaupt nichts mit der Qualität des möglich Mitgeteilten zu tun hat. Öffentliche Auftritte heute (von künftigen Superstars und von den Gutesten der Guten) stehen unter der Prämisse „Es gibt mich, ich bin es, der sich hier wichtigmacht“. Dada hat gewisse Mechanismen ausgelotet, welche heutzutage das Prinzip der Öffentlichkeitswirksamkeit umgeben. Dass dabei der Anteil des Nonsens größer ist als jener der Vermittlung von Nutzen, ist in dem Fall der Willkommenskultur und ihrer Handlungsagenten gar nicht mehr zufällig.

Buffonaden bei blutigem Ernst anderswo, Marktplatz der Intensitäten, hier und jetzt, Performance-Kunst schon beim beschränktesten und kümmerlichsten Akteur.

Einstmals war Dada noch Dada. Heute ist es nur noch Gaga.

*)    Johannes Baader, Deutschlands Größe und Untergang, in: Dada-Almanach, 1920

**) Der Ort und das Geschilderte sind real und verbürgt. Gleichwohl ist es alles so irgendwo in Deutschland.

Malala und Obama

… oder der Nobel-Bluff

Der Friedensnobelpreis wurde bis 2014 insgesamt 128mal verliehen, davon 33-mal an Personen aus den kriegerischsten Nationen der Erde: USA (21mal) und Großbritannien (12mal). Das sagt zunächst gar nichts über die Güte und den Wert des Preises aus.
Bei manchen Nominierungen fragte man sich aber schon früher, ob dieser Preis wirklich was mit „Frieden“ oder Friedensentschlossenheit zu tun hat.
Das begann 1906 mit dem US-amerikanischen Präsidenten Theodor Roosevelt. Sein Motto: „Sprich sanft und trage einen großen Knüppel, [dann] wirst du weit kommen.“. Er war aktiver Teilnehmer an der Indianerausrrottung und an den Kubakriegen der USA.
Dann 1919 Woodrow Wilson, der die USA in den 1. Weltkrieg führte und später seine eigenen Friedensregeln verriet.
„Merkwürdige“ Nominierungen finden sich auch in der Person von Henry Kissinger (1976) und Jimmy Carter (2002) und dann die Steigerung der Merkwürdigkeiten mit der Verleihung des Preises an Barack Obama, dem Dauerkriegspräsidenten der USA seit seiner Preisverleihung 2009.
Man muss sprechen über die früheren Terroristen im später übergestreiften Habit von Staatsmännern wie Menachem Begin, Nelson Mandela, Yassir Arafat.
Zu den Kuriositäten gehören auch die Preisverleihung an Organisationen wie den Weltklimarat (IPCC), die Europäische Union, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) und last, but not least die UN selbst, die oberste Einflussorganisation und New-World-Order-Gilde schlechthin.

Ich dachte, die Absonderlichkeiten könnten nicht gesteigert werden, bis ich die jüngste Nominierung für 2014, den Namen und die Geschichte der Preisträgerin Malala Yousafzai hörte; ihre Auftritte vor dem Nobel-Kommittee und ihre Rede vor der UN-Vollversammlung „bewundern“ konnte. Da war ich vollends von den Socken.

Als 11-jährige (!) begann die jüngste Friedensaktivistin der Geschichte, aufgewachsen in einer Provinz im Norden Pakistans, dort einen Blog mit Propaganda für mehr weibliche Bildung zu betreiben. Die Beiträge, der Blog, wurden gar ins Englische übersetzt und weltweit verbreitet.
Inzwischen ist bekannt, dass die ganze Geschichte von der BBC ausging. Der dortige BBC-Korrespondent hatte mit dem Vater des Mädchens, Lehrer und Betreiber einer Kette von Privatschulen, Kontakt aufgenommen. Nicht ganz uneigennützig brachte der seine Tochter ins Spiel und erreichte damit, dass sie durch diese Initiative in den Fokus der Taliban geriet. Der BBC-Mann verfasste wohl auch die professionell anmutenden Blogbeiträge des Mädchens. Es kam schließlich zu einem Attentat auf das Mädchen auf dem Weg zur Schule und sie wurde mit zwei Schüssen niedergestreckt. Ein Schuss in den Kopf über dem linken Auge sei in das Gehirn eingedrungen und habe Malala lebensgefährlich verletzt. Oh Wunder, das Mädchen überstand diese Verletzungen ohne jegliche bleibenden Folgen: keinerlei Narben, keine Entstellungen, keinerlei neurologische Schäden wie Sprach- oder Bewegungsstörungen. Es kann sich nur um ein „Wunder“ handeln. Oder wirklich um Ergebnisse ärztlicher Kunst in den diversen Spitälern, wo sie behandelt wurde?
Sei´s drum! Mit dieser Geschichte hatte man jetzt ein Moment, mit dem aus dem Teenager jetzt endgültig eine Ikone, eine Heilige, eine Mutter Theresa des 21. Jahrhunderts geschaffen werden konnte. Eine unerschrockene Kämpferin für Bildung und Emanzipation von Frauen und Mädchen in der archaischen Welt der Taliban, der ausgewiesenen Feinde des Westens. Und von westlichen Medienprofis ist Malala nachweisbar gecastet und aufgebaut worden. Sie wurde von der Stanford Absolventin und McKinsey-Beraterin Shiza Shahid in einem Schulungslager in Pakistan eingehend geschult, was die professionellen Öffentlichkeitsauftritte und die geschliffenen Reden von Malala erklärt.

Noch im Spital in London, wo die „Kämpferin“ aus einem pakistanischen Militärhospital (!) hin verlegt worden war und mehrere Monate verbrachte, nahm die weltweit größte PR-Agentur „Edelman“ Malala unter ihre Fittiche.
Malala eignet sich auch mit ihren körperlichen, äußeren Merkmalen besonders für ein professionelles „Branding“: weiblich, hübsch, mit verbliebenem „Kindchenschema“, schwarze Haare unter Muslim-Kopftuch.
Es gibt nun den „Malala Fund“, der natürlich von Premium-Gutmenschen – voran Anglina Jolie – gefüttert wird. Es gibt „Malala – Das Buch“, „Malala – Der Film“ und anderes mehr, was heute zu einem „Mythos“ und zu einem Millionen-Dollar-Geschäft gehört.

Der alerte, weltgewandte Teenager, der schon mit 16 bekundete, einmal Pakistans Premierministerin werden zu wollen, wird jetzt von den Mächtigen der Welt „hofiert“ und herumgereicht. Von den Leuten, die auch festlegen, wer von ihnen den nächsten Friedensnobelpreis erhalten soll.
Und die Lügenpresse wird uns auch diese Personen oder diese Alfanzereien verkaufen, wie den Obama, die Malala, den ein oder anderen „Dissidenten“ oder besonders gerne eine „Friedensaktivistin“.
Alles für höhere Ziele in der schönen neuen Welt. Wessen Ziele?