Kitsch in Politik und Gesellschaft

„Kitsch ist eigentlich leicht zu erkennen,
denn er hat immer etwas mit Verlogenheit zu tun.“ 
M.Stanzer

 

 

Vor einem Jahr veröffentlichte Alexander Grau – promovierter Philosoph und Wirtschafts- und Kultur-Journalist u.a. bei Cicero – sein Buch „Politischer Kitsch –  Eine deutsche Spezialität“. 
Im Feuilleton der jüngsten Ausgaben der Neuen Zürcher Zeitung findet man gleich zwei Beiträge zu diesem Thema: „Der Kitsch der schönen alten Ordnung kann nicht die Antwort sein auf die unübersichtliche Gegenwart“ von Philipp Tingler; und von Alexander Grau selbst: „Wenn die Welt nur noch in Gut und Böse eingeteilt wird, schlägt die Stunde des politischen Kitsches“.

In dem Zeitschriftenbeitrag bei der NZZ geht A. Grau auf das ein, was man verkürzt im Klappentext seines Buches findet:

„Der politische Kitsch hat Hochkonjunktur – in allen politischen Lagern: Betroffenheitsrhetorik, Mahnwachen, Solidaritätsbekundungen – alles im Namen von Buntheit, Menschlichkeit oder Anständigkeit. Sentimentale Worthülsen, penetrante Gefühligkeit, Verklärung des Gestern und infantile Inszenierungen bestimmen den öffentlichen Diskurs. Die gesellschaftlichen Debatten sind geprägt von aggressiver Rührseligkeit und peinlichen Politritualen. Leerformeln scheinen das bevorzugte Sprachspiel in deutschen Landen.“

 

Kitsch – Definition

Diese Benennung war offenbar Ende des vergangenen Jahrhunderts erstmals im Münchener Kunsthandel aufgetaucht und wurde von Anfang an abwertend – im Gegensatz zur echten Kunst – verwendet. Kitsch als „Antipode von Kunst“, als „misslungener Nachgeborener, der aber dennoch glänzend zu verkaufen ist“.
„Kitsch transportiert Gefühle, er ist deshalb nicht formalästhetisch zu beschreiben, sondern bestimmt sich vom Betrachter bzw. Benutzer her.“

Natürlich hat sich auch Adorno mit Kitsch auseinandergesetzt. Ihm erscheint Kitsch als „Verkennung ästhetischer Sinnzusammenhänge“ und „als verwesendes Ornament“ … „als der unverfälschte Ausdruck des Verfalls aller Kultur zur Massenkultur in der Moderne“ Möglicherweise hatte der Marxist Adorno damit die „Massenkultur“ des Dritten Reiches im Sinn. Oder intendierte er auch auf das Machtgepränge der Sowjetunion und Rotchinas? Alles Produkte der Moderne.

Der Straßburger Kybernetiker Abraham Moles (Psychologie des Kitsches. Carl Hanser Verlag, 1971) leitet den Begriff vom jiddischen „verkitschen“ ab, was so viel bedeutet wie jemandem etwas andrehen, was der nicht braucht. Kitsch ist durch Fehlen eines Stils und durch „fröhliche Mittelmäßigkeit gekennzeichnet, die in allen Gesellschaften des Überflusses allgegenwärtig geworden ist, so dass dem nichts entgeht.“

Laut Brockhaus (B. Enzyklopädie 1976) wird der kitschige Gegenstand weniger von mangelndem technischen Können konstituiert als von den ihm gegebenen sentimentalen Stimmungs-Derivaten. Ihnen entspricht eine Disposition zu sentimentalem Selbstgenuß. Kitsch ist Ausdruck eines „Trivialrealismus“ und „kalkulierte Gefühlsverlogenheit“.


Kitsch als Phänomen der Masse für die Massen

Dass Kitsch ein Massenphänomen ist, wird aus den obigen Definitionen klar.
Schweifen wir nur ganz kurz ab zu den massenhaft produzierten „Kunst-“ bzw. Kitsch-Objekten, vom „röhrenden Hirsch“ im Ambiente von „Gelsenkirchner Barock“ bis zu den Zwergen und Nippesfiguren nicht nur im Vorgarten.

Das Religiöse bedarf anscheinend besonders der Verkitschung jedweden Bezugs.
Ich hatte 1976 das „Vergnügen“, als ärztlicher Betreuer an einer Soldatenwallfahrt nach Lourdes teilzunehmen. Wer schon einmal dort war kann meiner Behauptung kaum widersprechen, dass es sich um die Welthauptstadt religiösen Kitsches handelt (die Erfahrungen mit Wallfahrtsorten anderer Konfessionen – z.B.Mekka – gehen mir jedoch ab). Wer einmal die Devotionalien-Läden der „Rue de la Grotte“ erlebt hat, dann das sich zur hysterischen Massenpsychose sich steigernde Prozessionsritual mit den gefühlsbesoffenen Mariengesängen (es tut mir als Katholik leid, das so zu formulieren), weiß fortan, was Kitsch ist.

Die Massenaufmärsche der Nazis, die Reichsparteitage mit den „Lichtdomen“ (auch bei den Olympischen Spielen 1936), mit all den gleißenden Attributen – Aufmärsche, Uniformen, Fahnen, Standarten und architektonische Gigantomanie usw.: Kitsch par excellence!

Wer politische Großkundgebungen im neuen Deutschland besucht hat – vom „politischen Aschermittwoch“ bis hin zur Mai-Kundgebung – hat erfahren, wie Politik Kitsch produziert und verbreitet. Sei es der Einzug des bayerischen „Archonten“ unter den Klängen des Defiliermarsches oder das Absingen von „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ bei der Maikundgebung.
Honorige Politiker wie Willy Brandt waren nicht frei davon, bei Massenauftritten verbalen, politischen Kitsch zu verbreiten: „Wir wollen mehr Demokratie wagen!“. Oder wie Kohl, wenn er von „blühenden Landschaften“ sprach.
Brandts „symbolischer“ Kniefall von Warschau wird von nicht wenigen kritischen Zeitgenossen in „politischen Kitsch“ eingereiht.


Kalkulierte Gefühlsverlogenheiten?

Mit ihren pompösen Auftritten wollten die Nazis Riten schaffen, die einem archaischen Bedürfnis der Menschen nach konformer Assimilation entsprachen. Dabei wurden – wie auch heute – bewusst Versatzstücke vordemokratischer Prachtentfaltung übernommen.
Aber das kann man an jeder Parade zum 14. Juli in Paris erkennen, an den jährlichen Macht- und Siegesparaden am Roten Platz in Moskau oder bei den militärischen Ritualen in den Vereinigten Staaten. Politischer Kitsch ist nicht nur ein deutsches Phänomen.

„Kitsch ist Lüge! Kitsch will betrügen!“

 

Politisch-moralischer Kitsch

Alexander Grau weist u.a. auf Umberto Eco hin: 

„Dass Kitsch als kulturelles Phänomen ein Produkt der Massenkonsumgesellschaft ist, die Michelangelos «David» millionenfach in die Souvenirshops schwemmt und süssliche Schlager in der Endlosschleife durch den Äther jagt. Ähnlich wie der ästhetische Kitsch funktioniert der moralische. Er macht moralische Normen massentauglich und vor allem massenkonsumierbar.“

Für Grau ist der derzeitige politisch-moralische Kitsch eine Art der Überkompensation. In seinem Buch „Hypermoral – Die neue Lust an der Empörung“ (München 2017) hat er die Grundlagen dieses Phänomens beschrieben: „Moral ist unsere Religion. Und der Hypermoralismus ihre Theologie“. Nach seiner Auffassung hat Deutschland aufgrund seiner protestantischen und romantischen Tradition eine besondere Affinität zum Kitsch, zum Sentimentalen und Gefühligen. 

Er meint „… politischer Kitsch ist nicht einfach nur eine besonders emotionale oder rührselige Art politischer Kommunikation. Kitschphrasen von der Sorte «Menschlichkeit kennt keine Grenzen» sind mehr. Sie sind Ausdruck eines Denkens, das selber kitschig geworden ist. Emotionen und Rührseligkeiten sind hier nicht länger Posen des politischen Handelns, sondern strukturieren das politische Denken selbst. Das ist ein wesentlicher Unterschied.“

Es kann nicht anders sein, dass theologisch infiltrierte Zeitgenossen die Hitparade von Kitschphrasen und Kitsch-Erzeugung anführen. Man denke nur an das Thema „Seenotrettung“, wie hier Rationalität und Vernunft zugunsten von moralisierender Phraseologie – nicht nur von Bischöfen – aufgegeben werden.

Nicht verwunderlich, dass die vormalige Theologie-Studierende Kathrin Göring-Eckardt im besonderen Maß zu Kitsch-Phrasen neigt. Z.B:

„Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt“

Die Flüchtlingsproblematik regt augenscheinlich besonders dazu an:

 „Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“. (Martin Schulz, SPD)

„Wenn 500 Millionen Europäer keine fünf Millionen oder mehr verzweifelte Flüchtlinge aufnehmen können, dann schließen wir am besten den Laden ›Europa‹ wegen moralischer Insolvenz.“ (Norbert Blüm, CDU)

«Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle.»  (Maria Böhmer, CDU)

Das Thema Natur und Umweltschutz – „Erhaltung der Welt“ – bietet gleichwohl die Basis für schwülstige und kitschige Rhetorik. Und besonders die Grünen zeichnen Züge der Realitätsverweigerung, starke kollektive Emotionalisierung oder Verklärung der Natur aus.

Einmal mehr KGE:

„Wir wollen, dass in den nächsten vier Jahren jede Biene und jeder Schmetterling und jeder Vogel in diesem Land weiß: Wir werden uns weiter für sie einsetzen!“

„Wenn die Biene von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ (Anton Hofreiter, die Grünen)

„Wer atomaren Wind sät, wird bürgerrechtlichen Sturm ernten.“ (Claudia Roth, die Grünen) 

Das sind einige wenige Beispiele für Betroffenheitsrhetorik, entstanden aus der Absicht, jegliche Ratio beim Empfänger zu unterdrücken. 

Es geht aber auch subtiler. Der deutsche Gegenwarts-“Philosoph“ Richard David Precht plädiert dafür, im Schulunterricht nicht mehr Johann Wolfgang Goethes Roman „Die Leiden des jungen Werther“ zu lesen, da er dieses Werk für „verlogene Sozialromantik“, mithin für Kitsch halte.
Und dabei produziert er in seinen Romanen und Schriften zu Philosophie und Politik selbst ausgemachten Kitsch.
Mit wenig tiefschürfendem, philosophischen Kitsch bekommt so einer regelmäßig einen Platz in meinungsmanipulierenden Sendeformaten des ÖRR. Wie auch mit wissenschaftlichem Kitsch, wie ihn ein Harald Lesch oder Ranga Yogeshwar im „Bildungs-Fernsehen“ ausbreiten dürfen.

Wir wissen, dass Politik (immer) an Gefühle appelliert, appellieren muss, um erfolgreich zu sein. Kitsch in der Politik ist unvermeidbar. Mit rein rationalen Argumenten und kühler Sachlichkeit ist kein Wahlkampf zu gewinnen. Politiker, Parteien und Wahlkampfstrategen zielen daher nicht auf den Kopf, sondern vor allem auf den Bauch der Wähler.

Wir haben uns auch daran gewöhnt, dass mit Mahnwachen, Lichterketten, „Love Parades“, aller Arten von Solidaritätsbekundungen für Minderheiten – Schwule, Lesben, Schwarze usw. – einschließlich Hüpfen-für-das-Klima-Demos lenkende Stimmung erzeugt wird. Dies alles geschieht, um „Zeichen zu setzen“ oder „Gesicht zu zeigen“, „Wut und Trauer“ zu artikulieren.
Was wurde bei den Ostermärschen, den Protesten „gegen den Atomtod“, den Protesten gegen den Nato-Doppelbeschluss im Hofgarten von Bonn 1981, gegen den Golfkrieg 1991 und den Irakkrieg 2003 nicht alles an emotionalem Kitsch verbreitet. Die Menschenkette 2010 zwischen den AKWs Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel mit rund 120.000 Atomkraftgegnern ist ebenso ein Beispiel für Massenkitsch. Nicht zu vergessen die Lichterketten und zahllosen sogenannten Mahnwachen im Rahmen des „Aufstand der Anständigen“ (Gerhard Schröder) von 2000 bis heute mit deren peinlicher Kitschsymbolik.

Dazu passend dieses Zitat von A. Grau:

„Der absolute Kitsch lebt vom Pathos des kritischen Bewusstseins, dessen Karikatur er ist.“

Das kitschige Bewusstsein bei den Politikern – und wenn erfolgreich auf die Massen übertragen – führt zwangsläufig zu Realitätsflucht, Selbstbezogenheit und banaler Gefühlsduselei.
So wird denn der politische Kitsch zur Gefahr für die demokratische Gesellschaftsordnung, für unsere Kultur.
Umso wichtiger ist es, Kitsch jeglicher Art zu erkennen, um nicht nur „im Ästhetischen“ fehlgeleitet zu werden.

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Johannes Dyba – ✟ Juli 2000 in Fulda

Heute jährt sich der Todestag von Johannes Dyba, dem früheren Bischof von Fulda, zum 20ten mal.
In einer Zeit, da sich die Medien genüsslich auf die Meldungen von zunehmenden Kirchenaustritten stürzen, die deutschen Bischöfe unbeirrt an der (Selbst-) Zerstörung ihrer Kirche arbeiten, vermisst man schmerzlich einen Kirchenmann und Streiter vom Format eines Johannes Dyba.
Das Schiff der Kirche wird heute mehr den je gerade in Deutschland von maladen Fahrensleuten geprägt und gesteuert.
Der gegenwärtige Erzbischof von München-Freising ist ein solcher, gleichwohl 3-Zentner-schwerer Leichtmatrose. Hat der Kardinal Reinhard Marx doch gleich nach seinem Amtsantritt als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz 2014 gesagt, die Voraussetzungen für eine „selbstverständlich mehrheitliche christliche Kultur“ seien in Deutschland nicht mehr gegeben, und „Deswegen wäre es verheerend, anzutreten und zu sagen: So oder so, wir kriegen das wieder hin, wie es war. Das würde die Frustration noch einmal erhöhen.“
So etwas wäre Johannes Dyba nicht über die Lippen gekommen. Er hätte wohl dem vollgefressenen Münchner eine aufs Maul gegeben und seinen verdrucksten, zeitgeist-affinen und Moralin-besoffenen deutschen Mitbischöfen in Anlehnung an Luther zugerufen: „Aus euerm verzagten Arsch kann für die Kirche kein fröhlicher Wind kommen.“
Dyba zeichnete bei all seiner Strenge und Konsequenz in Glaubenssachen und bei all den meist unfairen Angriffen, die auf ihn einprasselten, auch immer eine heitere, ja oft fröhliche Gelassenheit aus. Was man in den zahlreichen Talkshow-Auftritten damals beobachten konnte.
Der katholische Journalist Mathias Matussek schrieb:
“Einer wie Erzbischof Dyba wurde in jede zweite Talkshow eingeladen. Warum? Weil die Medienleute wussten, der macht keine Kompromisse, der richtet sich nicht nach der Stimmung, sondern sagt das, was er zu sagen hat. Das macht interessant. Aus medialer Sicht ist ein solches Verhalten viel klüger als irgendwelches Dialoggesumse.“

Dybas früher und unerwarteter Tod fand ein großes Medienecho. Zum Beispiel schrieb die Katholische Kirchenzeitung für das Erzbistum Berlin:
„Dyba führte als gebürtiger Berliner in seinem bischöflichen Wappen keinen Teddy, sondern einen Bären und erwies sich oft genug als solcher. In der Bischofskonferenz galt er manchen als ‚enfant terrible‘, die zugleich froh waren, dass er sagte, was sie so deutlich nicht zu sagen wagten; anderen galt er als das Salz in der Suppe. Für die Medien gab es kein Thema, zu dem sie neben, ja oft sogar vor dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz nicht auch Johannes Dyba hören wollten.
Dyba war so häufig wie kein zweiter Bischof in den Medien präsent, weil sich andere Hirten davor drückten. In ihm vernahmen Fernsehen, Radio und Zeitungen nicht nur eine Stimme, sondern einen Begeisterten aus Fleisch und Blut, ein Original. Es sprach ein Mann, der manches zurücknehmen und sich bisweilen entschuldigen musste, aber das auch konnte, und dem nach seinem Tod verbale Fehltritte verziehen wurden, weil man nicht nur seine klare Haltung, sondern seine Person und sein Berliner ‚Herz mit Schnauze‘ vermisste.“

Gedenken wir dieses Mannes, mit dem es in der deutschen katholischen Kirche heute vielleicht nicht so trostlos aussehen würde.

Johannes Dyba – Wikipedia

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Aus für Kultur?

Corona und die schönen Künste

Wir Deutschen sind stolz auf unser reichhaltiges Kulturleben, auf die vielleicht weltweit vielfältigste Ausstattung mit Kultureinrichtungen: Theater, Opernhäuser, Museen, Orchester mit Weltniveau. Dazu die mannigfaltige Szene mit Laien-Gemeinschaften vor allem zur Musikausübung: Kirchenchöre, Gesangs- und Musikvereine.

Kultur bringt Menschen zusammen, wird aber nicht nur von Technokraten nicht unmittelbar als lebensnotwendig erachtet. So wurde das kulturelle Leben in der Coronakrise so stark beschnitten wie kaum ein anderer Zweig in der Gesellschaft und in dieser „Wirtschaftssparte“.
Das kulturelle Leben ist fast zum Erliegen gekommen: keine Konzerte, keine Theateraufführungen, keine Festspiele mehr.
Chöre und Orchester können sich nicht mehr zusammenfinden und Proben abhalten; wenn ja, dann mit überspitzten und unterdrückenden Einschränkungen.
Laien-Gemeinschaften wie der örtliche Gesangsverein oder der Kirchenchor dürfen aufgrund der Corona-Bestimmungen seit Monaten nicht mehr üben und manche dieser Freiwilligen-Vereinigungen werden möglicherweise dauerhaft aufgeben.

Ja, wir können uns zuhause noch an „Konserven“ von Konzerten und Opernaufführungen delektieren, über Streamingkanäle im Internet kann man sich dergleichen – und vor allem Seichtes – ins Haus holen.

Nicht nur mein Nachbar vermisst wie ich den Kirchenchor durchaus schmerzlich und es genügt uns nicht, der Sangesfreude nur noch „in der Badewanne“ zu frönen. Mein Klavier kann ich auch (zum Gefallen oder Missfallen meines Eheweibes) zuhause traktieren. Doch es fehlt schmerzlich das Gemeinschaftliche, das eigentlich von grundlegendem Hintersinn für „Kultur“ ist.

Wir „Dilettanten“ werden das überwinden können, aber für eine Vielzahl von Kulturschaffenden steht inzwischen die materielle Existenz auf dem Spiel.

In einem offenen Brief an die zuständige Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatten sich bereits im Mai namhafte Musiker wie die Geigerin Anne-Sophie Mutter, und der Dirigent Christian Thielemann in einem Brief mit den vielen selbständigen und freischaffenden Künstlern solidarisiert, die nicht so gesichert dastehen, wie diese Weltstars. In dem Brief beklagt man das Fehlen einer „maßgeschneiderten Hilfe“ für den Kulturbereich.

Von einer „Initiative Kulturschaffender“ werden „adäquate Ausfallhonorare“ seitens der staatlich subventionierten Bühnen, der Orchester und auch der Rundfunkanstalten gefordert. Die Lage sei paradox: Kollektive wie Orchester und Chöre, fest angestellte Techniker, Requisiteure, Gewandmeister und Maskenbildner werden in der Krise durchbezahlt oder beziehen Kurzarbeitergeld – Solistinnen und Solisten mit Stückverträgen gehen leer aus. Man fragt: „Sind wir nur beliebt, wenn die Zeiten rosig sind?“, „Fühlt sich keiner unserer kulturellen Leistung verpflichtet?“
In Baden-Württemberg und Bayern hatte man ein Corona-Soforthilfeprogramm aufgelegt, das freien Künstlern 1180 Euro bzw. 1000 Euro monatlich zugesteht – eine Art Grundgehalt. Allerdings nur bis Juni. Danach muss Neues ausgehandelt werden. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es eine ähnliche Vereinbarung. Das in Berlin der „Kulturhauptstadt“ aufgelegte Programm mit 30 Millionen Euro für die Szene, war binnen kürzester Zeit illiquide.

Was ist wichtiger, Kultur oder unsere Industrie und Mittelstand?
Die Frage sollte sich mit so einer inhärenten Ausschließlichkeit verbieten.

Wichtig ist doch, mit Vernunft und klarem Verstand die ausufernden Maßnahmen des „Lockdown“, die bei Aufrechterhaltung unweigerlich zu einem noch weitläufigeren wirtschaftlichen und kulturellen Desaster führen werden, endlich aufzuheben.
Man möchte jetzt unsachlich werden und feststellen, die Gehälter der Minister und Abgeordneten, ihrer Bürokraten und Amtsdiener, der festangestellten Panikverbreiter in den ÖR-Medien, laufen in unverminderter Höhe weiter. Die bedürfen keiner „Ausfallshonorare“. Deren Subsistenz war, ist auch – und gerade in der „Krise“, nie gefährdet. Eine Großzahl der eigentlichen Träger unserer Wirtschaft und Kultur sind aber durch deren Maßnahmen in wahrhaftige Existenznot gebracht worden. Nicht zu reden, von den mentalen oder psychischen Schäden, welche der anhaltende „Lockdown“ zeitigt und noch zeitigen wird: erhöhte Suizidzahlen und Aggressions-Geschehen, Verzweiflung und Angst in Familien mit zu versorgenden Kindern oder mit Angehörigen in Pflegeeinrichtungen oder Hospizen.

Zurück zum Thema. Peter Helmes schreibt in seiner neuesten Publikation:

„Kultur … wärmt unsere Seelen. Ohne Kultur verlieren wir einen Teil von uns selbst. Wer die Kultur aufgibt, gibt seine Natur auf.“

Medizin- und Polit-Technokraten wie Drosten, Lauterbach, Spahn und Merkel – „par excellence“ – haben das anscheinend vergessen und nehmen in ihrem beschränkten Begriffsvermögen ihre und unsere Natur gar nicht mehr wahr – oder wollen es nicht.

 

 

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Wohin treibt die Bundesrepublik – 2021?

Noch haben wir nicht die Wahl, aber auch aktuelle Umfrageergebnisse und „Politbarometer“ versprechen nichts Gutes. Man mag von der Methode und den Ergebnissen von Wahlumfragen halten, was man mag, an einem gewissen Trend wird man nicht vorbeisehen können.

Die Wahl ist das Lebenselixier der Demokratie und soll in einer parlamentarischen Demokratie über Regierung und über Opposition entscheiden. In der Vergangenheit bestand nach den Wahlergebnissen immer eine gewisse Aussicht auf eine Lagerbildung mit entsprechender Regierungsbildung: hie das bürgerliche, eher konservative Lager – da das linksliberale oder sozialistische. Seltene Ausnahmen bestätigten die Regel.

Überwiegend war und ist immer noch eine Mehrheit des „bürgerlichen Lagers“ festzustellen, was unsereinen beruhigen möchte.
Als die FDP aus dem Bundestag flog, kam es zur großen Koalition, die im Grunde von beiden Seiten nicht geliebt wurde.
Derzeit – und es war 2017 schon so, haben CDU/CSU und FDP und – was natürlich verdrängt wird – mit der AfD eine ausreichende „Lagermehrheit“; sofern die FDP nicht wieder unter 5 % „abschmiert“, dazu die aktuelle Talfahrt der Grünen anhalten möchte. Unabhängig von jeglichem Trend wird es jedoch höchstwahrscheinlich wieder einen CDU-Kanzler geben. Also blickt man auf die Personen, welche die Nachfolge der „ewigen Kanzlerin“ antreten sollen.

 

Personalien 

Der Weg dahin soll über das Amt des Parteivorsitzenden der CDU führen. Nach den aktuellen Umfragetrends grätscht da aber ein CSU-ler dazwischen. Nach dem letzten Runenorakel ist Söder der einzige Unions-Macker, welcher gewissermaßen „papabile“ wäre, um andere aus dem Feld zu schlagen. Söder gegen Scholz, Söder gegen Habeck oder Baerbock usw., Laschet, Merz und Röttgen würden gegen Söder deutlichst „abloosen“.

Bleiben wir bei den Spekulationen um den nächsten CDU-Vorsitzenden – oder -„Sitzende“.
Laschet hat sich mit seinem schwachen und ungeschickten Lavieren in der Corona-Krise  selbst ausgeschlossen. Gut so, denn der Lascho aus NRW erschien nicht nur mir als der unappetitlichste Wiedergänger von Merkel.
Merz präsentierte sich zuletzt immer als Scheinriese und wird sogar von seinen bisherigen Sympathisanten immer mehr als „falscher Fuffziger“ erkannt. Ich setzte auch mal Hoffnungen in Merz. Aber wer sich den Grünen an den Hals wirft, kann nur ein Verräter an einer freiheitlichen und sozialen Marktwirtschaft sein, wie er auch durch jüngste Betrachtungen zur Wirtschaftspolitik bestätigt. Weg mit diesem Machtschleimer!
In die gleiche Kategorie fällt Röttgen, einstmals „Muttis Klügster“. Eine solche Firmierung ist aber für viele schon ein starkes Ausschlusskriterium.
Spahn? Der hat sich auch nicht unbedingt als der große Macher und Durchblicker erwiesen, und hat er nicht sein Schicksal an den Laschen aus NRW geknüpft?

Der CDU – damit deren Delegierten und Mandatsträgern – ist nicht zu trauen. Es kann durchaus sein, dass irgendein Kasper aus der Kiste wie Ralph Brinkhaus, oder ein besonders Grünen-kompatibler Heini – Pardon: Daniel – aus dem hohen Norden plötzlich nach oben gehievt wird.
Den CDUlern ist alles zuzutrauen, sogar, dass sie die Von der Leyen (re)aktivieren oder gar, wenn Söder abspringt, auch die Merkel inständig nochmal um eine erneute Kanzlerkandidatur ankriechen. Letzteres könnte nur durch ein ehrliches medizinisches Bulletin verhindert werden.
Aktuell ist ja eine widerliche Schleimtour von Söder bei Merkel zu beobachten. Die NZZ faselt schon: „Königin Angela und Kronprinz Markus“. Der Zitteraal wird von Söder in einer Kutsche durchs Land karriolt und am Dienstag (14. Juli) findet eine Kabinettssitzung mit Ehrengast Angela Merkel im prunkvollen Spiegelsaal von Schloss Herrenchiemsee statt. Will sich Söder dort von Merkel die Salbung zum Kanzlerkandidaten der Union abholen? Oder führt der „größte Kotzbrocken der deutschen Politikszene“ anderes im Schilde, heckt neue „Schmutzeleien“ aus?

 

Wahl- und Machtstrategische Überlegungen

Unabhängig von den entscheidenden und eigentlich erbärmlichen Personalien ist letztlich die Wahlarithmetik entscheidend. 

„Nach den Wahlen 2009 im Saarland und 2019 in Bremen gab es weder für Rot-Rot noch für Schwarz-Gelb eine Mehrheit. Im ersten Fall votierten die Grünen für ein Bündnis mit der CDU und der FDP, im zweiten Fall für eines mit der SPD und der Partei Die Linke. Die Grünen hatten sich vor der Wahl jeweils bedeckt gehalten. Und bei der Bundestagswahl 2021 droht erneut ein solches Szenario. Damit wären die Grünen das, was die Liberalen nie waren: das Zünglein an der Waage!“  So der Politologe Eckardt Jesse – und: „Entwertet ist so die Stimme des Wählers. Dieser muss aber das «letzte Wort» behalten.“

Der Wähler hat z.B. der AfD faktisch ein „Mitspracherecht“ eingeräumt, das aber von den „Edel-Demokraten“ im Bundestag ignoriert wird.
Wie es aussieht, wird wohl die AfD eher im Bundestag verbleiben, als man das für die FDP prognostizieren könnte. Bleibt die FDP über 5%, ergäbe sich, wie schon erwähnt, eine gewisse sichere bürgerliche Lagermehrheit.
Die AfD wird man weiter am Katzentisch sitzen lassen und propagandistisch verteufeln.
Es sei aber die Überlegung erlaubt, warum keine Minderheitsregierung  – auch unter gelegentlicher Duldung der AfD? Das sei einfach mal so dahin gesagt.
Bei allen Verlautbarungen von potentiellen „Kanzlerkandidaten“ der CDU hat das aber wohl keine Chance auf Billigung. Und Minderheitsregierungen haben in der Bundesrepublik Deutschland keine Tradition und erfahren törichterweise auch keine Akzeptanz, bei Parteipolitikern wie von Politikwissenschaftlern.

Die machtstrategischen Auspizien sind nicht hoffnungsstimmend. Die Grünen, der marxistisch-sozialistische, politische „Flugzeugträger“ des neuen Deutschlands, werden wohl die Geschicke unseres Landes noch mehr als schon bisher bestimmen und umkrempeln.
Es sei denn, die CDU besinnt sich endlich und tatsächlich auf ihre eigentlichen antisozialistischen Traditionen und Werte.
Große Hoffnung darf man nicht haben, denn das politische Getriebe und der demokratische Rahmen haben sich dank des Versagens der Eliten – ich meine eher absichtlich – elementar gewandelt.


Kein Ausweg?

Wir haben einen Tiefpunkt der politischen Kultur und den Debatten erreicht, einen Tiefpunkt der Demokratie, an dem sich Politiker, Medien und die „kulturellen Eliten“ hemmungslos beteiligen. Den „Mächtigen“ geht es nicht mehr um das Große und Ganze und das Eigene von Volk, Staat und Gesellschaft. Nicht mehr um die „Bändigung des Leviathans“, nicht mehr darum, „in der Demokratie zwischen divergierenden und konkurrierenden Kräften zu vermitteln, im „Volk“ für Frieden und Ausgleich zu sorgen“. 

In kommunikativer Inkompetenz und politischer Tollheit wurde eine immer kleinteiligere Zersiedelung des gesellschaftlichen Zusammenhalts erzeugt. Das Synonym dafür lautet „Identitätspolitik“, die eine gewollte „Alle gegen alle“-Mentalität produziert. Es ist das aktuelle und das Zukunfts-Konzept des herrschenden linksliberalen Milieus.

Man inszeniert „olympische Wettkämpfe in der Disziplin Diskriminierung … , in denen sich einschlägig Betroffene um die Spitzenränge in der Opferhierarchie streiten.“ schreibt ein Kommentator, und „Hervorstechendes Merkmal in diesen identitätspolitischen Gefechten ist der Alleinvertretungsanspruch der eigenen Wahrheit, mit der jede gesellschaftliche Debatte im Keim erstickt werden soll“.
Die SPD liefert das Paradebeispiel für diesen Wandel. Sie hat sich von ihrer eigentlichen „Mandantschaft“ und Wählern abgewandt. Arbeiter und wirklich sozial Benachteiligte interessieren nicht mehr. Aus dem Klassenkampf des 19. und 20. Jahrhunderts hat man sich in die globalisierte Identitätspolitik begeben.
„Strukturelle Diskriminierung, struktureller Rassismus – so reden linke Machtmenschen, die mit metaphysischen Phrasen die Diskurshoheit erobern wollen“. Um neue Wählerschichten zu erschließen, beteiligt man sich aktiv an dem Bemühen, immer neue Problemgruppen zu definieren, die dann mit propagandistischer Aufmerksamkeit, Fördergeldern und durch sozialdemokratische Ministerinnen und beamtete Diskriminierungsbeauftragte bei Laune gehalten werden. Man bemüht sich um Schwule, Lesben und „Transgenderte“, die klassische Familie wird geächtet und bekämpft, wie der „alte weiße Mann“. „Schwarze Leben“ und migrantische „Benachteiligte“ haben Vorrang vor allen anderen. Mit Eingriffen in die Hochschul- und Bildungspolitik werden Bekloppte, Rechen-, Lesen- und Rechtschreib-Schwache als förderungswürdig hochgepuscht, intelligente und geschickte Schüler und „Studierende“ im Abseits gelassen. So wie es Methode wurde, alle wirklichen Leistungsträger in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zurückzusetzen.

Die angeblich konservative Union beteiligte und beteiligt sich unter Merkels Ägide aktiv an dem Regelwerk eines gesellschaftlichen Desasters.

Allen politischen Parteien kann man inzwischen unterstellen, man möchte am liebsten Bertold Brechts rigorosem Rat folgen, das eigene Volk aufzulösen und ein anderes zu wählen, wenn in Einstimmung des von ihnen Vorgegebenen das nicht gelingt.

Wirtschaftliche Stagnation, wachsende soziale Spaltung und „progressive“, weiterhin überwiegende identitätspolitische Projekte, die den Wähler eigentlich am Allerwertesten vorbeigehen müssten, werden wohl die Politik über 2021 hinaus bestimmen. Wenn es nicht zu grundsätzlichen Einsichten und Wendungen kommt. Wenn nicht auch hier sich die Masse der Wähler dem verachteten „Rechtspopulismus“ zuwendet.
Leider vermisst man hier häufig konkrete politische Vorschläge als progressive Alternativen zum herrschenden politischen, technokratischen Status Quo, der von den Krallen der herrschenden Kamarilla festgehalten wird.
Reichen ideelle Forderungen nach Sinn und Zusammenhalt unter Berufung auf eigentlich unvergängliche Werte aus? Sowie nach Eliten, die nicht „kosmopolitisch-mobil“, sondern an einen konkreten Ort – und somit an das Schicksal normaler Menschen – gebunden sind?

Man denke darüber nach, was wird unsere Kinder und Enkel ereilen?
Sie werden diese verhältnismäßige „Tranquillität“ und Friedfertigkeit, die – cum grano salis – unsere Generation erleben durfte, nicht mehr am eigenen Leib erfahren. Ohne dies in einen absoluten Wert erheben zu wollen.
Was wird mit den so selbstverständlichen angesehenen Freiheitsrechten weiterhin geschehen?
Man denke darüber nach, wie werden wir noch oder unsere Nachfahren mit dieser gegebenen „Verfasstheit“ umgehen – umgehen können oder wollen? Artikel 20 des Grundgesetzes:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

Und besonders damit:

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. 

Man kann nicht anders, als in eine Falle zu tappen: Was „diese Ordnung“ ist, bestimmen die Herrschenden. Wir haben es zuhauf erfahren können, die Um- oder Entwertung von verfassungsgemäß „garantierten“ Werten.
Es wird noch gefährlicher werden – auch für Leib und Leben – als schon bisher, sich dem Diktat der herrschenden Politik und deren Interpretation von unseren Grundrechten widersetzen zu wollen.

Und so habe ich mich schon mehrfach gefragt, ob nicht „der Waldgang“ – das „geistig-politische Partisanentum“ – die bessere Alternative ist, als das Eintreten für einen öffentlichen und aggressiven Widerstand; zumindest für meine Generation, die ohnehin bald abtreten wird.

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Versenkt die Seawatch – und Dergleichen!

Korsaren im Namen der Fernstenliebe

Wer kennt ihn nicht, den Klassiker unter den deutschen Seemanns-Liedern:
„Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord“.

Heute kann man zur Klampfe singen:

„Wir lagen vor Lampedusa und hatten Verbrecher an Bord …“.

„Laut italienischen Medienberichten hat ein Gericht in der sizilianischen Stadt Messina drei Migranten, die mit dem deutschen Seenotrettungsschiff „Sea-Watch 3“ nach Europa gekommen waren, zu jeweils 20 Jahren Haft verurteilt.“

Jeder hat es gewusst und weiß es: Es sind gewiss nicht die Ärmsten der Armen, die aus Afrika nach Europa strömen, die für ihre Verhältnisse horrende Summen an Schlepper bezahlen können; und es sind gewiss auch nicht die Klügsten und Fleißigsten des schwarzen Kontinents, die annehmen, es wäre nur eine Art Bootsausflug, bis man ins gelobte, auszubeutende Land gelangt. Oder sie sind sich dessen von vornherein gewiss, dass irgendjemand von ihren gutmenschlichen, potentiellen Gastgebern sie aus der See fischt.
Längst nicht mehr christlich bewegte Tugendbolde und Moral-Verkündiger glauben, ein gutes Werk zu tun, indem sie die Folgen der verbrecherischen Schlepperei über das Mittelmeer „abmildern“ wollen und angebliche Seenotrettung betreiben. Tatsächlich sind sie Komplizen einer organisierten, modernen Form von Korsarentum. Dessen Geschäftsmodell: allmähliche Flutung und auch gewaltsamen Eroberung Europas durch Externe. 

Der aller(un)christlichste Bischof und EKD-Chef Bedford-Strohm verkündet: „Seenotrettung ist Christenpflicht“. Und so hat er den Auftrag für den Erwerb eines „Seenot-Rettungsschiffs“ für seine Kirche gegeben.
Das EKD-Schiff, das künftig Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot retten soll, trägt den Namen Sea-Watch 4. Dafür wurde das ehemalige Forschungsschiff „Poseidon“ erworben und pikanterweise – oder natürlich – von einer Farbigen mit afrikanischen Wurzeln, der Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags, Aminata Touré von den Grünen, bei einer Schiffstaufe in Kiel neu „benamst“. (Da hoffen wir doch, dass nicht Poseidons Zorn auf das christliche Schiff herabkommt.)

Ich weiß, das ist alles schon wieder rassistisch und „Nazi“.

Wenn Bedford-Strohm zum Auftrag seines Schiffes sagt, Man lässt keine Menschen ertrinken“, darf man auch entgegenhalten: Man bringt auch keine Menschen ins eigene Land, die vergewaltigen, ausrauben, bedrängen, bedrohen und von unseren Resultaten von Fleiß und Arbeit schnorren möchten. 

Anstatt das Schleuserunwesen zu bekämpfen, federn Bedford-Strohm und der Protz-Kardinal Marx einfach nur die Geschäfte von Neppern und Schleppern  ab.
Man möchte sich einen neuen Juan de Áustria herbeiwünschen, der einst die Schlacht von Lepanto gewann und dann Tunis einnahm.
Der wüsste, was dort zu tun wäre. Auch mit griechischem oder römischen Feuer

Seeschlacht von Lepanto – Wikipedia

Die Schlacht von Lepanto

 

__________________________________

 

Anhang:

Kennen Sie das Lied „My Name is Captain Kidd“ über einen der bekanntesten Kaperkapitäne der (un)christlichen Seefahrt?

Das Lied hat mich zu einer Umdichtung animiert. Hier der Originaltext und hier meine Neufassung:


„My Name is Bedford-Strohm“

Der EKD-Briganten-Song

My name is Bedford-Strohm
As I payed, as I sailed
Oh my name is Bedford-Strohm
as I sailed

My name is Bedford-Strohm
God’s laws I did forbid
And most wickedly I did
as I payed ,
when i sail

And hypocritical I did, when i said
I want the drownings save,
when evangelical seawatch sails.
When they sail

My church had taught me well
to avoid mendacity
I rebel against the bell
when I sail

I put the Bible down
And play the faithfull clown
I move away from friends of faith
When I sail

I´ve killed My destiny
And left my sheep ignominy
To please the secular moralists
As I sail

And because I’m more cruel,
I kill with agitations fuel
All the precious mind does spill
As I sail

My church is sick and nigh to death
But I vow at every breath
Oh, go on the path of doom
As I sail

But my repentance lasted not
My vows I soon forgot
Oh damnation is my lot
Because I sail

To the execution dock
Lay my head upon the block
I don’t want to mock My faith
anymore because I don’t
sail anymore

So take warning here and heed
To shun bad company
Or you’ll wind up
just like me
As I sailed

My name is Bedford-Strohm
As I payed, as I sailed
Oh my name is Bedford-Strohm
as I sailed

My name is Bedford-Strohm

 

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Zur Diskussion gestellt:

Weg mit der Bundeswehr?

 

In einem galligen Beitrag schrieb Roland Tichy auf seinem Blog „Tichys Einblick“:

Hört auf mit dem Getue, schafft die Bundeswehr ab

Schafft die Bundeswehr ab. Ihr habt sie lächerlich gemacht, ihr demütigt jeden Tag die Soldaten, ihr verachtet sie. Dann lasst es doch. Befreit uns und euch von dieser Lächerlichkeit.


Lächerlichkeiten

Befreit uns und euch!
Der Grund, die Bundeswehr abzuschaffen, kann meines Erachtens nicht allein darin liegen, uns nur von einer „Lächerlichkeit“ zu befreien. Da fallen mir unzählige „Lächerlichkeiten“ ein, von denen man uns – wir uns selbst – befreien sollten: diese Regierung mit einer nervenkranken Despotin an der Spitze, die beim Erklingen der Nationalhymne Schüttelanfälle bekommt; mit rückgratlosen Hosenschissern mit der Zuständigkeit für Inneres und Äußeres; mit einem physisch wie psychisch verfetteten Verantwortlichen für Wirtschaft. Um nur mal die Spitzen der Lächerlichkeiten anzudeuten. Und dazu zählt natürlich vorderhand die Verantwortliche für die Bundeswehr, Frau Kramp-Karrenbauer, sog. Verteidigungs-Ministerin.
Tichy hebt auch zuerst auf diese Personalie ab, wenn er Gründe für die Verächtlichmachung der Bundeswehr anführt:

„…Sie ist bekanntlich nicht mal in der Lage, die braven CDU-Mitglieder zu führen. Diese schreiende Inkompetenz also hat sie befähigt, die Bundeswehr zu kommandieren, über Einsätze, über Leben und Tod zu entscheiden? Sie kann es nicht. Schickt sie mit dem Doppelten ihres derzeitigen Gehalts lebenslang und sofort in Rente, da richtet sie weniger Schaden an als mit dem 45 Milliarden schweren Etat der Bundeswehr, die sie weiter verdummt. Wie ihre Vorgängerin. Beides sind egozentrische Persönlichkeiten, die nur eines, und immer nur eines im Sinn haben: ihre eigene Karriere. Diesem Ziel wird alles untergeordnet.“

 

Friedenssicherung?

Man muss jetzt die wichtigste Frage einbringen, wozu brauchen wir überhaupt eine Wehr? Eeine Wehr, die sich gar nicht mehr wehren kann.
Sind wir doch nur noch von Freunden umgeben!
Etwa 3500 Soldaten der BW befinden sich auf „friedenssichernden“ Einsätzen im Ausland: Afghanistan, Mali, Kosovo und „am Horn von Afrika“. Alles Einsätze ohne erkennbare Effizienz.

Auch das erwähnt Tichy:

„In Mali stehen 1.000 Bundeswehrsoldaten. Man mag sich fragen, wozu. Aber sie wurden begrüßt. Weil die Bevölkerung sie als Schutzmacht gegen die Killer der islamistischen Terrororganisation Boku Haram gesehen hat. Denn deren Killer gehen in Mali auf Sklavinnen-Jagd. Das ist nicht so eine eingebildete Diskriminierung, wie es Demonstranten von Black Lives Matter imaginieren, sondern tatsächliche, grausamste, brutalste Sklaverei.
Aber dagegen geht die Bundeswehr vor Ort nicht vor. Weil sie nicht darf. Sie könnte auch nicht wirklich, wenn sie dürfte, weil es lebensgefährlich sein könnte, und die Truppe zu klein ist, um den wirklichen Killern entgegenzutreten. Und sie darf nicht, weil jeder Einsatz aus Berlin genehmigt werden muss – und nicht genehmigt wird. AKK, HM und AM schrecken zurück. …
Ähnlich geht es den 1.025 in Afghanistan noch stationierten Soldaten. Auch da ist die Frage, warum stehen die da? Ausbilden dürfen sie nicht, vor die Tür trauen sie sich nicht mehr. Auch da verlangt jede Patrone einen Einsatzbefehl. Also sitzen sie auf einem gottverdammten Steinhaufen unter brennender Sonne und beschäftigen sich mit Computerspielen – zur Lächerlichkeit verurteilt: einer sehr teuren Lächerlichkeit.“

 

Der Eid

Die Soldaten der Bundeswehr leisten gemäß § 9 Soldatengesetz einen Diensteid. Wehrpflichtige gibt es nicht mehr, die leisteten ein „Gelöbnis“.
Die Eidesformel für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit lautet:

„Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Man schwört inzwischen, auch am Hindukusch, in der Sahara, am Horn von Afrika und in den Schluchten des Balkan usw. „Recht und Freiheit des deutschen Volkes“ zu verteidigen.

Zum einen, interessiert die Afghanen, die Einwohner von Timbuktu etc. dies überhaupt? Eine Frage, die durchaus wesentlich ist.
Zum anderen, sind nicht die Vorstellungen von Recht und Freiheit – legt man strenge, nicht nur idealistische Maßstäbe an – für uns, das deutsche Volk, nicht inzwischen brüchig und deklassiert worden? Unter Domination der obersten politischen „Autoritäten“, der Bundeskanzlerin und dem Bundestag.
Dann dieses Wort vom „deutschen Volk“.
Wer das noch in dem Mund nimmt, entlarvt der sich nicht als „völkisch“ = Faschist, Rassist, Nazi, quasi als gesellschaftlichen Abschaum im gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Klima?

 

Die Motivation, Soldat zu sein

Worin besteht denn eigentlich die Motivation, Soldat zu werden und zu sein.

Es galt einmal, der Soldat schützt Güter und Werte vor Gefahr, was seiner Existenz Sinn vermittelt. Fehlen Gefahr und Werte, bedarf es keines Schutzes.
Wenn man angeblich direkt nur noch von Freunden umgeben ist, fällt das Moment der Gefahr weg. Dass „der Russe“ oder „der Franzose“ nochmal imperiale Gelüste gegen den alten Feind hegen möchte, fällt aus dem Kalkül.
Dass andere, durchaus echte Feinde unserer Werte und Güter inzwischen schleichend ins Land gelangen, wird ausgeblendet. Dieserart Angriff darf und kann weder am Hindukusch noch in Afrika abgewehrt werden.

Der frühere Generalmajor Gerd Schultze-Rhonhof schreibt:*

Werte als Motivation für das Soldatsein haben eine eklatante Reduktion erfahren und „Recht und Freiheit“ sind noch die einzigen ideellen Wertbezüge, mit all ihrer Diskreditierung.
Die frühere Motivation, für die eigene Nation, den eigenen Staat und das eigene Vaterland zu dienen, ist heute gebrochen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegs- und Aufbauzeit war die Werteprägung der Gesellschaft eine deutlich andere, als sie dies in den letzten zwei Jahrzehnten geworden ist. In Anerkennung der Werte wie Gemeinwohl, Arbeit, Leistung, Familie, Recht und Ordnung führten die Bürger ein eher dienendes Leben. Heute suchen sie mit Selbstverwirklichung, Erlebnis, Gerechtigkeit, Genuß und Entfaltung ein eher genießendes Leben. War früher der Gemeinschaftsbezug in der Werte- und Tugendvorstellung der Menschen vorherrschend, so sind es heute der Selbstbezug und die Individualität. Diese Darstellung ist sicher vereinfachend, aber gewiß nicht verzerrend. Die Gründe für den Wertewandel lassen sich leicht nach vollziehen. Allein, das gibt ihnen noch keinen höheren Sinn.“

Der Sinn des Soldatseins ergibt sich aus der Anerkennung bestimmter Werte: Leben, Menschenwürde, Recht, Freiheit, Besitz und eigene Kultur. Darin kann man einen Sinn finden, sie als Soldat zu schützen.
Wenn das alles nichts mehr gilt oder peu a peu entwertet wird, entfällt doch die wesentliche Motivation.
Nation und Vaterland sind von den herrschenden Kräften in unserer Gesellschaft und Politik in eine negative Faktizität gehoben worden.

Aber: Ein Soldat muss ein Patriot sein, auf für ihn essentielle Werte wie Familie, Heimat, Kultur und Tradition eingeschworen sein.

Wenn nicht, ist denn jeder, der noch Soldat wird, gleichwohl zum Söldner und Briganten geeignet.

 

Der Soldat als Gefährdungselement

Unsere Staatsführung und die sogenannte Verteidigungsministerin sehen in ihren untergegebenen Soldaten eher ein Gefährdungsmoment, denn eine Determinante für Sicherheit (wofür auch?).
Die Wehr muss von schon potentiellem „nationalistischen“, „völkischen“, sprich rechtsextremen Gedankengut und Bewegung gesäubert werden. Schlicht Traditionelles ist per se verdächtig und auszusondern.
In der Süddeutschen Zeitung wird Christof Gramm, Präsident des Militärischen Abschirmdienstes genüsslich zitiert:


MAD sieht „neue Dimension“ von Rechtsextremismus

Überhöhter Patriotismus ohne Bekenntnis zum Grundgesetz, zum Staat des Grundgesetzes und zur offenen Gesellschaft werde in der Bundeswehr nicht geduldet, sagte Gramm. „Solche falschen Patrioten haben bei uns definitiv nichts verloren.“

Schwerpunkt bei der Extremismusabwehr sei das Kommando Spezialkräfte (KSK), wo rund zwanzig Personen im Fokus stünden, sagte Gramm. Es sei gelungen, dort nach und nach mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Gerade im KSK könne man nicht nur von Einzelfällen ausgehen, wenngleich der Abschirmdienst keine Untergrundarmee entdeckt habe. Die Zusammenarbeit mit Stellen in der Bundeswehr, die etwa auch disziplinarische Maßnahmen ergreifen könnten, habe sich verbessert.

„Bekenntnis zum Grundgesetz, zum Staat des Grundgesetzes und zur offenen Gesellschaft“ werden eingefordert.
Ich will das nach dem oben Gesagten nicht weiter kommentieren.
Und man ist beruhigt „keine Untergrundarmee entdeckt zu haben“.

Vor den real existierenden (Untergrund-)Armeen der Antifa, der fremdländischen Clans, der Grauen Wölfe etc. verschließen die Staatsorgane die Augen.

Die Säuberungswelle unter den Soldaten betrifft jetzt auch die Ehemaligen, die sich noch trauen, sich in Reservistenverbänden zusammen zu finden.
Der Präsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr, Patrick Sensburg, hat – so berichtet nicht nur die JF – nach Berichten über „Rechtsextreme im Verband“ eine Überprüfung aller 115.000 Mitglieder angekündigt. Dabei sollten insbesondere AfD-Mitglieder unter die Lupe genommen werden. „Da gucken wir jetzt nochmal genauer hin“, sagte er der taz. „Es darf uns keiner durchhuschen.“


Bedingt abwehrbereit?

Soldaten brauchen für ihre Profession funktionierendes, auch die eigene Sicherheit beruhigendes Gerät.
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass die Waffensysteme und das Gerät der Bundeswehr sich in einem erbärmlichen Zustand befinden. So erbärmlich, dass dieser Zustand vom gegenwärtigen Generalinspekteur als „geheim“ eingestuft werden musste.

Die Bundeswehr ist nicht mal mehr „Bedingt abwehrbereit“. So ein Titel des Spiegels von 1962, der damals eine der ersten großen Politskandale der Bundesrepublik auslöste. Der Bundeskanzler Adenauer sprach von einem „Abgrund an Landesverrat“.
Was würden die Politiker von damals zu den heutigen Verhältnissen sagen, herbeigeführt von ihren Nachfolgern im Amt?
Was Merkel, Guttenberg, Von der Leyen, Kramp-Karrenbauer im Verbund mit ihren Parteien, dem gesamten Bundestag mit seiner links-grünen Mehrheit – dazu das Bundesverfassungsgericht (Soldaten sind Mörder), der Bundeswehr und den Soldaten angetan haben, ist faktisch wie ideell ein „Abgrund an Landesverrat“; man kann bei aktuellen Weiterungen sogar über „Hochverrat“ diskutieren.

 

Nach all dem kann ich nicht anders, als mich Roland Tichy in seiner Forderung anschließen:

„Da wäre es doch das Beste: Schafft die Bundeswehr ab. Ihr habt sie lächerlich gemacht, ihr demütigt jeden Tag die Soldaten, ihr verachtet sie. Dann lasst es doch. Befreit uns und euch von dieser Lächerlichkeit. Schafft die Bundeswehr ab.
Das zu fordern fällt mir übrigens nicht leicht.“

Das festzustellen, fällt mir ebenfalls überhaupt nicht leicht.

_______________

* Gerd Schultze-Rhonhof: „Warum noch tapfer sein?“, Resch-Verlag Gräfelfing, 1997

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Berichterstattung mit halbseidener Verhältnismäßigkeit

 „Wirecard“

Mal ehrlich, wussten Sie bis vor wenigen Tagen wer oder was „Wirecard“ ist?
Ich nicht.
Nicht jeder von uns ist Banker, notorischer Dax-Beobachter, Börsen-Zocker, Selfmade-Aktionär, Hobby-Broker oder so etwas Ähnliches.
Nachdem nun fast täglich in meinem auf dem Frühstückstisch nicht zu vermeidenden Käseblatt und auf den Online-Lügenportalen dieser Name und der damit verbundene „Skandal“ als Schlagzeile erscheint, wollte ich doch mal dem nachgehen und mir ein Bild davon machen, worum es eigentlich geht.

Man gebe mal auf Youtube „wirecard“ ein und man ist überrascht. Nein nicht Corona ist der Bestseller, sondern die „Drahtkarte“.
Aber nicht dort, sondern auf Wikipedia erfahre ich denn:

„Die Wirecard AG ist ein 1999 gegründetes börsennotiertes deutsches Zahlungsdienstleistungsunternehmen mit Sitz in Aschheim bei München. Wirecard bietet Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr, das Risikomanagement sowie die Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten an. Die Tochtergesellschaft Wirecard Bank AG verfügt über eine deutsche Banklizenz.“

Dann frage ich mich, was hat das mit mir zu tun.
Ich habe ein Bankkonto, Kreditkarten, mache mir es damit und mit „Paypal“ bei Internet-Einkäufen bequem.
Mit Letzterem bin ich wohl nahe bei dem, was Wirecard so treibt, habe aber trotzdem nichts dazu von der Firma bisher gehört.
Warum?
Als Kleinkapitalist – auch mit professioneller „Vermögensverwaltung“ durch meine Bank – gehört man nicht unmittelbar zum Kundenkreis dieses „Global Players“, der angeblich „intelligentesten Financial Commerce Platform der Welt“.
Da spielte man schon auf einem Level, das möglicherweise nicht mal Lehman-Brothers erreicht hatten. Zumindest in der rhetorischen Performance.
Auf deren Website erfährt man:

„Mit der intelligentesten Financial Commerce Platform der Welt können Sie digitale Zahlungen akzeptieren und abwickeln. Erfassen Sie weltweit Daten über POS-, Online- und mobile Zahlungen. Gewinnen Sie einzigartige Erkenntnisse über Ihre Kunden und deren Ausgabeverhalten. So bringen Sie Ihre Business-Performance auf ein neues Level.“

Jedenfalls ist die „intelligenteste Financial Commerce Platform der Welt“ – Made in Germany – abgeschmiert und hat einen unglaublichen Absturz hingelegt.

Ich habe mir jetzt nicht viel Mühe gemacht, um die Hintergründe zu eruieren und zitiere einfach nochmals Wikipedia:

„Am 18. Juni 2020 gestand Wirecard ein, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young keine ausreichenden Nachweise zur Existenz von Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro ermitteln konnte. Dieser Betrag entspricht etwa einem Viertel der gesamten Bilanzsumme der Wirecard AG. Ernst & Young verweigert daher der Bilanz für das Geschäftsjahr 2019 das Testat. Wirecard warnte, dass Banken ohne testierte Bilanz am Folgetag Kredite über rund 2 Milliarden Euro kündigen könnten. Der Aktienkurs brach daraufhin erneut ein, der Handel mit der Aktie wurde zeitweilig ausgesetzt. Am 22. Juni 2020 teilte Wirecard in einer Ad-hoc-Mitteilung mit, dass Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von 1,9 Milliarden Euro „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht existieren“. Dadurch stürzte der Börsenkurs um mehr als zwei Drittel ab.
Der langjährige CTO und CEO Markus Braun trat hierauf zurück und wurde später unter dem Vorwurf der Vortäuschung von Einnahmen und Marktmanipulation festgenommen und am Folgetag gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro auf freien Fuß gesetzt. Auch gegen den am 22. Juni 2020 fristlos entlassenen Chief Operating Officer Jan Marsalek wurde ein Haftbefehl erwirkt. Er flüchtete am 23. Juni zunächst auf die Philippinen und reiste nach Daten der philippinischen Behörden am nächsten Tag weiter nach China. Marsalek hatte zunächst über einen Anwalt erklären lassen, er werde sich der Münchener Staatsanwaltschaft stellen. Am 29. Juni berichteten mehrere Medien jedoch, dass er der Ankündigung nicht nachkommt und weiterhin untergetaucht bleibt. Marsalek galt als Vertrauter und „rechte Hand“ von Markus Braun.
Am 25. Juni 2020 stellte Wirecard (nicht die Wirecard Bank AG) beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. ….“

Das ist ja fast Stoff für einen Bestseller a la John Grisham oder eine Hollywood-Story über Beschiss, Betrug, „Banksters“.

Zu Hollywood-Crime gehört natürlich auch „Sex“. Wie ist es damit?

Ein wichtiges Gesicht von Wirecard war und ist diese Dame: Frau Dr. Anastasia Lauterbach, ein Wunderprodukt weiblicher Intelligenzija und Schönheit, das aus Russland ins Deutsche kam.

Multi-Aufsichtsrätin, Unternehmerin und Expertin für Künstliche Intelligenz und Cybersecurity, die angeblich schon mit 13 Jahren an der Lomonossow-Universität in Moskau Psychologie, Linguistik (und anderen Krampf) studierte. Mit dreizehn? Mit 19 wanderte sie, da man in Russland ihr Talent wohl nicht erkannte und schätzte nach Deutschland aus, um später an einer deutschen Universität noch in Psychologie zu promovieren und dann eine Wirtschaftskarriere zu beginnen. Vor ihrem Engagement im Aufsichtsrat bei Wirecard war sie schon im Vorstandsbereich der deutschen Telecom angelangt.
Kein Wunder, dass der Spiegel 2015 eine Jubelarie über diese Licht- und Wundergestalt anstimmte.

In die allem Anschein nach kriminellen Manipulationen von Wirecard ist offensichtlich eine weitere weibliche Lichtgestalt verwickelt, Susanne Steidl, ebenfalls studierte Psychologin (dazu Betriebswirtin) und jetzt noch im „Interims-Vorstand“ der Drahtzieher an der Spitze des Konzerns.

Warum ziele ich jetzt wieder mal bösartig auf das weibliche Geschlecht ab, wo doch die Bösen hier eher Schwanz- und Eier-Träger sind (Markus Braun, Jan Marsalek).

Die „Expertise“ von Frau Dr. (beauty) Anastasia Lauterbach, die im Aufsichtsrat von Wirecard für „Risk und Compliance“ zuständig ist, lautet auf „Künstliche Intelligenz und Cybersecurity“. Wie sie sich mit dem angeblichen Studium von Linguistik und Psychologie dazu handfeste Kompetenz erworben hat, bleibt nicht nur mir etwas schleierhaft. Aber mit Psychologie und weiblicher Chuzpe beherrscht man gewiss die suggestive Kraft des Quasulatorischen in einem, möglicherweise von Anfang an auf Finanz-Fickfackerei angelegten Betrieb. Entschuldigung an das weibliche Geschlecht: Das Wort „Fick-Fackerei“ ist mir wirklich nur so nebenbei eingefallen.
Aber passt eine Psychologin aus der Alpenrepublik im Vorstand nicht ganz gewiss in das Ganze?

Wirecard ist abgeschmiert, beschäftigt sogar den Bundestag, und die Affäre ist angeblich dazu angetan, das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland in der Welt zu beschädigen (als wenn es da noch was zu beschädigen gäbe!)

Zum Schluss noch etwas drauf zur „Weiberwirtschaft“: Laut einer Analyse schneiden Aktien-notierte Unternehmen mit einem höheren, Quoten-bedingten Frauenanteil in Vorstands- und Aufsichtsratspostenschlechter ab, als Männer-dominierte Unternehmen, wie die Welt berichtet und man hier sieht.

Wer sich noch weiter informieren oder aufregen will, den verweise ich zu diesem Thema u.a. zu meinem Lieblings-Stänkerer im Internet, Hadmut Danisch.

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Bleiben Sie gesund!

Ausdruck der Fürsorge oder „Agitprop“?

Seit langem wieder Treffen mit einem befreundeten Ehepaar zum gemeinsamen Essen und anschließenden Schafkopfen. Dann zum Abschied der Freund: „Bis bald und bleibt gesund!“
Hä, wie bitte? Auch dieser sympathische Kerl haut mir diesen neoterischen kategorischen Imperativ um die Ohren?

Gleich zur Sache: Ich kann es nicht mehr hören oder lesen, dieses „Bleib gesund“ oder „Bleiben Sie gesund“.

  • Die Schreiben meiner Hausbank z.B. „Betr. neue Gechäftsbedingungen“ etc. enden neuerdings „Mit freundlichen Grüßen und bleiben Sie gesund“. Und auch auf dem Online-Portal der Bank dröhnt auch aus irgendeiner Ecke dann auch gleich dieses „Bleiben Sie gesund!“ hervor.
  • Natürlich enden die jüngsten Schreiben meiner Krankenversicherung, die von mir monatlich den Höchstbeitrag abkassieren darf, mit „Bleiben Sie gesund!“ Nicht ausgesprochen: Damit wir sie weiter abzocken können und keine Geldleistungen für Sie aufbringen müssen, steht nicht dabei. Aber wir leben ja in einem auf Solidarität gründenden Sozialstaat. Also nicht aufregen!
  • Der Kaminkehrer vorige Woche verabschiedete sich nach seinem gesetzlich vorgeschriebenen Kehrtermin in unserem Haus auch mit „Bleiben Sie gesund!“ Ich hätte fast gesagt: Sie mich auch! Aber man ist ja höflich und er ist auch ein netter Kerl.
  • Im größten Supermarkt am Ort prangt an allen mögliche Stellen – gezielt am Ausgang – der fromme Wunsch „Bleiben Sie gesund!“ (Damit sie uns auch bald wieder beehren und ihr Geld hierlassen, denke ich.)
  • Die Apothekerin sagte zu mir, als sie mir meine Medikamente ausgehändigt hatte, trotz Wissens um meine Gebresten „Bleiben Sie gesund!“.
    Ich habe mir das „Wollen Sie mich verarschen?“, das mir auf der Zunge lag, verkniffen.
  • „Journalistinnen“ – mit hübschen Schnuten und ganz gewiss makelloser Ahnungslosigkeit vom wirklichen Leben – erklären in Videos auf Online-Lügenportalen, dass dieser Spruch einen „ernstgemeinten Wunsch ausdrückt, der von Herzen kommt“ und „dass wir alle in einem Boot sitzen und neues Gemeinschaftsgefühl aufgekommen ist“.
    Wer es glaubt!

Die Überflutung mit dieser Floskel hat was von Gehirnwäsche an sich und nicht etwa von „Herzlichkeit“.

Bleib gefällig gesund, heißt die Parole, die jedem, dem Gesunden wie auch dem schwer oder chronisch Kranken eingehämmert wird. Ohne Nachdenklichkeit und Rücksicht auf Befindlichkeiten.

  • „Essen Sie Gemüse, schlucken Sie Vitamine und treiben Sie Sport!“ – Bleiben Sie gesund!
  • Lesen Sie, was gesund macht – die Apothekenrundschau! – Bleiben Sie gesund!
  • Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! – Bleiben Sie gesund!
  • Aktuell: Tragen Sie Maske, halten Sie Abstand, nur eine Person! – Bleiben Sie gesund!

Wer sich nicht daran hält – oder nicht daran glaubt – ist selber schuld, wenn er krank wird, wie Helmut Schleich in seiner Glosse zum Thema feststellt:

„Hätte er sich an die Regeln gehalten, wäre ihm nichts passiert. Im Grunde gehört so jemand nicht behandelt, sondern gleich bestraft. Man hat es ihm doch wirklich oft genug gesagt: „Bleiben Sie gesund!“. Was macht der Depp? Er wird krank. So kann man sich in Corona-Zeiten einfach nicht verhalten! Es gibt klare Regeln und denen hat man Folge zu leisten…“

Leb Wohl, Adieu, Pfüat Di, Helf´s Gott …

Es hätte mir genügt, wenn mein Freund wie früher „Adieu“ gesagt hätte. Oder wie ein anderer Freund, Rudi der Oberbayer von nebenan, zu sagen pflegt: „Pfüat di“.
Ich denke, die Leser wissen: „Zu Gott“ oder „Gott befohlen“ und „Behüt dich Gott“.
Wie viele Leute kennen wir, die noch an Gott glauben?
In meiner Familie pflegte man, wenn man niesen musste, „Helf´s Gott“ zu sagen. In unsrer Zeit sagte man vielleicht mal „Gesundheit!“ – aber am besten gar nichts.
Warum nicht?
In Corona-Zeiten ist Niesen verdächtig und man wird in so einem Fall nicht nur scheel angesehen: Man ist gewiss eine „Corona-Schleuder“; man hat nicht aufgepasst; ist wohl „Assi“. Also, von wegen „Gesundheit!“ sagen – oder vielleicht noch die uralt-Floskel „Prosit (= es möge nützen)!“ verwenden?


Gemeinschaftsgefühl?

Ich kann es nicht mehr hören das „Bleiben Sie gesund!“. Da möchte ich manchmal kotzen – wie beim Anblick von Merkel …
Auf dieses „neue Gemeinschaftsgefühl“, das sich in diesem Gruß ausdrücken soll,  kann ich verzichten.

Nochmal Helmut Schleich zu „Bleiben Sie gesund!“:

„… wir sind ja deswegen nicht netter, aufmerksamer oder umsichtiger geworden, wir haben unsere Ignoranz nur mit Freundlichkeits-Phrasen zugekleistert. Drum ist das auch gar kein Problem mehr, zu einem Herzkranken zu sagen „bleiben Sie gesund“. Kürzlich durfte ich folgenden Dialog belauschen: „Bleiben Sie bitte unbedingt gesund!“. Darauf die Antwort: „Sehr, sehr gerne!“ Vielleicht ist ja was dran an dem Satz, dass mittlerweile mehr Menschen an Corona verblödet sind als erkrankt.

 

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Muster kollektiven Wahns

Fridays for Future, Refugees Are Welcome, BlackLifeMatters 

 

Will man sich dem Phänomen des „kollektiven Wahns“ nähern, muss man etwas ausschweifen und einige grundsätzliche Dinge oder Begriffe vorab „requirieren“.

Massenpsychologie

Karl Jaspers dazu in seiner „Allgemeinen Psychopathologie“:

„Was in der psychischen Epidemie sich besonders drastisch und in leiblichen Phänomenen zeigt, die Verbreitung seelischer Haltung durch unbewußte Ansteckung, das geschieht stets in den Massenerscheinungen des Glaubens, Sichverhaltens, Tuns, in der „öffentlichen Meinung“.
Hier liegt ein Tatsachenbereich von außerordentlicher historischer Wirkung vor, …. (Jaspers verweist hier auf Le Bon, der dies “in einem ausgezeichneten Buch grundsätzlich und an Beispielen vergegenwärtigt.“)
Es ist ein Geschehen an der Grenze des Krankseins, durch Wegfall von Hemmungen, durch Erlöschen der Kritik, in einer Nivellierung der seelischen Vollzüge, in dem die Menschen als ein Material entpersönlichter Kräfte, zu extremen verbrecherischen oder heroischen Handlungen, zu gemeinsamen Illusionen und Halluzinationen, zu unbegreiflicher Blindheit fähig, werden. Die Masse denkt nicht und will nicht, sondern lebt in Bildern und Leidenschaften. Diese Mächte der Massen sind das Gegenteil der Gemeinschaft. In der Masse versinkt der Mensch und versteht nachher sich selbst nicht, wie es möglich war, daß er in dem verschwindenden Augenblicksgeschehen mitmachte. In der Gemeinschaft gestaltet sich ein Volk, das seiner selbstbewußt, sich in geschichtlicher Kontinuität aufbauend entwickelt. Die Mächte der Masse, als Mittel benutzt, können entgleiten und den, der sie ruft, überwältigen, wenn er nicht, wie der Hypnotiseur, die Suggestionsmittel geistesgegenwärtig völlig beherrscht.

Masse ist eine „Kollektivseele“ mit gemeinsamen Gefühlen und Antrieben der als Individualität erloschenen Einzelnen. In ihr ist das „wir alle“ erlebt ohne „ich“. In gemeinsamen Handlungen ist sie von unwiderstehlicher Gewalt des Augenblicks, leichtgläubig, kritiklos, bar jedes Verantwortlichkeitsgefühls, aber auch beeinflußbar und schnell vergänglich. Sie neigt zu „Massenpsychosen“, maßlosen Erregungen, gewalttätigen Handlungen (Panik, Plünderungen, Morden). Als Glied der Masse fühlt, verhält sich und handelt der Mensch, wie er es aus seiner persönlichen Individualität und geschichtlichen Überlieferung heraus nie tun würde. Er ist ein willenloser Automat mit gesteigertem Machtbewußtsein geworden. „Der Skeptiker wird zum Gläubigen, der Ehrenhafte zum Verbrecher, der Hasenfuß zum Helden.“

 

Lassen wir Gustave Le Bon (Psychologie der Massen), auf den Jaspers hinweist, zu Wort kommen:

„In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewußtsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.“

Die Massenseele zeichnet sich dadurch aus:

– primitiv, emotional, impulsiv, radikal
– Reagiert auf Bilder, Geschichten, Gefühle
– Verantwortungsdruck wird abgegeben
– Massen sind kindisch, leicht täuschbar
– Leichte Erregbarkeit, heftigere Emotionen, Kippen der Stimmung

Auch wenn viele Menschen sich als rational und für sich selbst denkend bezeichnen würden, lassen die Massen sich ähnlich wie Kinder leicht von Bildern und Geschichten begeistern. Dabei gilt die Maxime: Je verrückter und eindringlicher, desto besser.

Aber nicht nur Bilder regen die Psychologie der Massen an, sondern auch ungenaue, aber machtvolle Begriffe, wie Wahrheit, Gerechtigkeit usw. erweisen sich als effektiv.

Wer die Psychologie der Massen beeinflussen will, muss sich von einer rein logischen und rationalen Herangehensweise verabschieden und das Paradoxon erkennen, dass, auch wenn die Menschen sagen, sie seien Vernunft-geleitete Wesen sind, erweist sich dies in der Praxis als falsch.

 

Hysterie

„Unter Hysterie (von altgriechisch hystéra, deutsch ‚Gebärmutter‘…) wird bzw. wurde in der Psychiatrie eine neurotische Störung verstanden, die unter anderem mit oberflächlicher, labiler Affektivität und einem hohen Bedürfnis nach Geltung und Anerkennung einhergeht…“

Der Begriff Hysterie wird heute in der Medizin weitgehend ausgeklammert, da er etymologisch und historisch mit der Gebärmutter, also dem weiblichen Geschlecht, verbunden ist und ihm ein abwertender Klang anhaftet. So etwas ist natürlich unter dem zeitgenössischen Diktat des Feminismus ein „No go“.

Zum Bild des „Hysterischen Charakters “ findet man in Peters´ “Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie“ folgende Darstellung:

„Persönlichkeitsstruktur mit dem besonderen Kennzeichen einer je nach Umgebung wechselnden Erscheinungsweise. In neutraler Beschreibung sind die Kennzeichen: erhöhte Tendenz zur Dramatisierung, Suggestibilität, Ichbezogenheit, Pseudosexualisierung und intensive Phantasietätigkeit. Sowohl der Betroffene als auch der Beobachter können nicht immer Phantasie und Realität voneinander unterscheiden. Von einem emotional beteiligten Betrachter aus gesehen will der Hysteriker nach K. Jaspers mehr scheinen, als er ist, mehr erleben, als er erlebnisfähig ist. Dem hysterischen Charakter wird etwas Theaterhaftes zugeschrieben, wobei die Rollen so sehr gewechselt werden, daß ein eigener Persönlichkeitskern gleichsam nicht zu bestehen scheint. Es ist dem Hysteriker ein Bedürfnis, ständig im Mittelpunkt der Beachtung zu stehen, was ihn oft auf Kosten seines Rufes mit Skandal, Klatsch, berühmten Persönlichkeiten, extremen Kunst- und Weltanschauungen in Berührung bringt, denen er sich jedoch stets nur für kurze Zeit verschreibt. Diese Form der Beschreibung verleiht dem hysterischen Charakter den Beigeschmack moralischer Minderwertigkeit. – Hysterische Charaktere setzen oft eine besondere Form psychosozialer Abwehr … ein, indem sie ihre Beziehungsperson in einer geschickten Rollenverteilung mitagieren lassen. Besonders noch unerfahrene Ärzte werden oft zunächst von Patientinnen fasziniert und angezogen und daher besonders leicht zum Mitagieren veranlaßt.“

„Patientinnen“!
Denkt man da nicht an bestimmte (grüne) Politikerinnen, welche anhaltend tonangebend in den Medien favorisiert werden?


Massenhysterie

Im Lexikon der Neurowissenschaften findet man dazu:

„Massenhysterie oder „collective hysteria“, starke Erregung einer großen Menschenansammlung, die durch seelische Einflußnahme durch einen äußeren Anlaß, z.B. ein Rockkonzert oder ein Sportereignis, hervorgerufen wird. Eine Massenhysterie kann zu Massenschreien, Gewaltaktionen mit Zerstörungswut oder auch einer Massenpanik führen…“

Der Spiegel berichtete 1965 über Fälle von Massenhysterie und stellt unter Bezug auf Freud – wie kann es denn nicht anders sein – Bezüge zu (unterdrückter) Sexualität beim weiblichen Geschlecht her. Die Fälle, die der Spiegel dazu anführt, betreffen auch fast ausschließlich Mädchen bzw. das weibliche Geschlecht. Ein Phänomen damals waren die exaltierten Reaktionen von jungen Mädchen bei den Konzerten der Beatles, später auch bei anderen „Boy-Groups“.

Bei der heutigen Generation kann „grosso modo“ gewiss keine Rede mehr von „unterdrückter Sexualität“ – gerade auch beim weiblichen Geschlecht – sein. Allenfalls von fehlgesteuerter oder manipulierter Sexualität und „Genderismus“.

Nach dem Gesagten über Massenpsychologie, Hysterie und kollektiven Wahn kann sich der Leser selbst seine Bezüge zu den gegenwärtigen, öffentlichen Phänomenen herstellen.

Aber betrachten wir wie angekündigt die drei herausragenden Vorgänge mit diesem Bezug in der Gegenwart.


Fridays for Future

Wer sind die Führungsfiguren bei „Fridays for Future“?
Es sind ausschließlich junge Frauen oder Mädchen unter der Domination eines noch weitergehend psychisch kranken, manipulierten und manipulativen weiblichen „Teenagers“. Männliche Agitatoren oder „Influenzer“ sind im öffentlichen Bild nicht zu erkennen, wenngleich es sie gibt, die im Hintergrund wesentlich Strippen ziehen. 

Das Hysterie-geneigte Geschlecht kann dazu mit der Vorführung des Kindchen-Schemas öffentlich wirksamer agieren.

Die Tendenz zur Dramatisierung, Suggestibilität und intensive Phantasietätigkeit und Defizite dahingehend, Phantasie und Realität voneinander unterscheiden, zeichnen zweifellos das weibliche Geschlecht eher aus, als das männliche. Letztere sind dann eher Träger der dann und wann eruptiven physischen Gewalttätigkeit gegen Sachen oder z.B. Polizisten im Dienst der Sache.

Die Grünen sind – man möge mir das Gegenteil beweisen – weiblich dominiert. Was dort an Mannern sich profilieren darf, entspricht eher dem Weichei, dem Softie oder der Lusche, wie „Mann“ es in seinem Betrieb oder Arbeitsplatz kennt. Joschka Fischer war vielleicht der letzte Testosteron-Schwengel der Grünen, mit denen aber „Frau“ keinen grünen Staat machen möchte.


Refugees Are Welcome

Trügt mich meine Erinnerung oder ist es nicht so, dass auch hier unter den agierenden Personen und Protagonisten seit 2015 das weibliche Geschlecht dominiert – mit einer „Kanzlerin“ an der Spitze. Man möge mal hier zu den Bildern „googeln“ und sieht, dass auch hier das „hysterische“ Geschlecht das Feld beherrscht.

Die Erscheinungsweise der „Willkommenskultur“ war/ist weiblich geprägt, bei den Hilfsgruppen, Transparenten, vom Teddybären-Werfen bis zu hysterischen Begrüßungs-Schreien. In den sozialen Medien waren es die „weiblichen Stimmen“, welche die Angelegenheit prägten und die „Proktatur des Diletariats“ gestalteten.

 

BlackLifeMatters

Dabei handelt es sich zweifellos um den verrücktesten und gleichwohl umfassendsten Ausbruch kollektiven Wahns. Der zweifellos schmähliche Tod eines schwarzen Kriminellen in den USA führte zu einer bisher nicht gekannten Empörungswelle in den USA und Europa, gegen welche die weltweite Moslem-Aufgeregtheit auf Grund der Mohammed-Karikaturen nur als ein laues Lüftchen anmutet. Nicht nur (rassistische) Polizisten gerieten ins Visier, nein die gesamte Weiße „Rasse“ wurde nicht nur zur Zielscheibe, sondern machte sich auch noch selbst zum Subjekt widerwärtiger Unterwürfigkeit. Es geht so weit, dass nicht nur Polizisten, Bürgermeister sich öffentlich niederknien, dass Massen in Deutschland, das primär mit dem Auslöser nichts zu tun hat, sich zusammenrotten und solidarisch erklären möchten mit einem Problem, das eigentlich nicht ihres ist.
Was treibt eigentlich Unbeteiligte und Unbetroffene dazu, einen hündischen Kotau mit zu machen?

Der britische Soziologe Frank Furedi sieht das als Folge eines „weißen Gruppendenkens“

„Das Klima des Gruppendenkens ist inzwischen zu einer Art Massenpsychose unter Weißen geworden, die verzweifelt mitteilen wollen, dass sie es „verstanden“ haben. Wir haben Videos von Gruppen weißer Menschen gesehen, die auf die Knie gehen und um Vergebung für ihre Sünden betteln. Diese verstörenden Bilder ähneln einem mittelalterlichen Ritual der Selbsterniedrigung. Es fehlt nur noch die tatsächliche Selbstgeißelung. Zuweilen hat der Impuls der Selbstverachtung in einen Rausch moralistischer Empörung geführt. Der Anblick von Jacob Frey, dem Bürgermeister von Minneapolis, wie er sich der Demütigung einer wütenden Menge aussetzt, die „Schande, Schande, Schande“ ruft, bestätigt, dass die Hysterie nun epidemische Ausmaße angenommen hat. Der Gang der Schande, den Frey und andere vollziehen und der an eine Szene aus „Game of Thrones“ erinnert, ist nicht bloß eine Reaktion auf Rassenungleichheit. Nein, er ist mehr noch ein Zeugnis der moralischen Desorientierung der amerikanischen Gesellschaft …“

Nein, nicht nur ein „Zeugnis der moralischen Desorientierung der amerikanischen Gesellschaft“ – nein, der westlichen insgesamt und exemplarisch für die deutsche Gesellschaft. 


Unsere Verantwortung

Karl Jaspers weist im Zusammenhang mit dem oben zitierten Beitrag auf die Geißelungsexzesse und Kinderkreuzzüge im Mittelalter als Beispiele der Massenhysterie hin. Er ging noch davon aus, dass Massenhysterie so schnell verschwindet, wie sie auftrat.

Furedi dazu:

„Aber heute könnte es anders sein. Das heute vorherrschende Klima der Intoleranz ist tief verwurzelt. Der Zeitgeist der Intoleranz, der bereits in der Hochschulbildung institutionalisiert hat, breitet sich nun in der übrigen Gesellschaft aus. Er wird sich unseres Leben bemächtigen, wenn wir nicht den Mut haben, seine Versuche, uns zu diktieren, was wir sagen und was wir denken dürfen, in Frage zu stellen.“

Die Wege zu den heutigen Exzessen sind lange und das Ganze wurde langsam auf den Weg gebracht. Und so wird es auch nicht schnell wieder verschwinden.

Unsere Generation – ich spreche von den in den 40er- und 50er- Jahren Geborenen – hat zugeschaut und zur Neurotisierung selbst beigetragen, obschon die verhängnisvollen Tendenzen früh erkennbar waren.
Wir waren diesbezüglich bequem und glaubten an eine gesunde Selbstregulation. Irgendwann!
Wir haben als mögliche und selbst befähigte „Seelenärzte“ versagt und müssen jetzt mit der kollektiven Neurose und der damit einhergehenden Gewaltbereitschaft leben. Und wohl unsere Enkel auch noch geraume Zeit.

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„Der Staat soll destabilisiert werden…“

Ein Interview von Roland Tichy mit Hans-Georg Maaßen

 

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