Verschwörungstheoretiker

Konspiration gegen die Rechtgläubigkeit?

 

Zweifel ist keine angenehme Voraussetzung,
aber Gewissheit ist eine absurde.
Voltaire

 

Ich bin kein Anhänger einer demokratischen Doktrin dahingehend, dass die Mehrheit immer recht hat. Auch eine Mehrheit kann eine fehlgeleitete Meinung haben.
Das gilt in der Politik wie auch – man höre! – in der Wissenschaft.
Wir erleben aber derzeit, dass eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung einer zahlenmäßig wissenschaftlichen Minderheit in deren Glauben oder Wissen folgt.
Vice versa: In Deutschland gelten nach offizieller Lesart in Zeiten der Corona-Krise nur die Verlautbarungen von wenigen Repräsentanten des Robert-Koch-Instituts und eines Virologen der Charite´ – einer Minderheit – als stichhaltig, verlässlich und unwiderlegbar; auch wenn die sich das eine oder andere Mal selbst widersprechen oder widerlegen.
Zwei Autoritäten stehen gegen mehr als zwei Dutzend andere „fachliche Autoritäten“, die sich in der Öffentlichkeit gemeldet haben oder von „Talkmastern“ in deren Talk-Gig eingeladen wurden; denen aber fast unisono durch die Medien und die politischen Vertreter das Stigma der Dissidenten oder der Verschwörungstheoretiker angeheftet wird. Besonders verwerflich scheint, dass sich diese Leute besonders über die alternativen Medien wie Youtube oder über Blogs artikulieren.
Die Firmierung einer Person als Verschwörungstheoretiker in Zeiten von „Corona“ ist auf dem selben Rang zu sehen wie Nazi – bzw. das eine inkludiert das andere.

„Die 30“

Liste der Verschwörungstheoretiker:
Dr. Bodo Schiffmann, Dr. Joel Kettner, Dr. Wolfgang Wodarg, Dr. Mark Fidigge, Dr. Karl J. Probst, Prof. Dr. Knut Wittkowski, Dr.Jenö Ebert, Dr. Gehard Krause, Prof. Maria Rita Gismondo, Prof. Dr. John lonannidis, Prof. Dr. Carsten Scheller. Prof. Dr. Sucharit Bhakdi. Prof. Hendrik Streeck, Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch, Prof. Dr. Jochen A. Werner, Dr. Jaroslav Belsky, Prof. Dr. Stefan Hockertz. Dr. Klaus Köhnlein, Prof. Karin Molling, Prof. Dr. Carsten Scheller, Prof. Dr. Yoram Lass, Prof. Dr. Pietro Vernazza, Prof. Frank Ulrich Montgomery, Prof. Erich Bendavid, Prof. Jay Bhattacharya, Dr. Yanis Roussel, Dr. David Katz, Dr. Heiko Schonning, Dr. Michael T Osterholm, Dr. Peter Goetzsche.

Nicht-Verschwörungstheoretiker:
Prof. Christian Drosten – Charite´, Prof. Lothar Wieler – RKI

Zu jedem findet man inzwischen einen Eintrag im Internet. Man möge sich selbst der Mühe unterziehen, wenn man mehr zu deren Ansichten erfahren will. Ich erspare mir einmal die „Links“. Mir geht es hier auch um weitergehende Dinge.

Was zeichnet eine Verschwörungstheorie bzw. einen Verschwörungstheoretiker aus?

„Als Verschwörungstheorie wird im weitesten Sinne der Versuch bezeichnet, einen Zustand, ein Ereignis oder eine Entwicklung durch eine Verschwörung zu erklären, also durch das zielgerichtete, konspirative Wirken einer meist kleinen Gruppe von Akteuren zu einem meist illegalen oder illegitimen Zweck.“ – So Wikipedia.
Nicht nur Pessimisten wissen es: „Konspirationstheorien sind mit einer eigensinnigen und hochoperationalen Logik verknüpft.“

Dem wäre jetzt nachzugehen, ob diese 30 Wissenschaftler bzw. deren Verlautbarungen die Kriterien für eine Verschwörungstheorie erfüllen.

Ich habe mal versucht, aus verschiedenen Quellen die Kriterien für eine Verschwörungstheorie oder die Charakteristika derer Vertreter zu extrahieren. Diese mögen vielleicht nicht der wissenschaftlichen politologischen Semantik entsprechen oder dem, was ein Falsifikator z.B. auf Wikipedia dazu sagt.

1. Widersprechende Beweise
Ein Verschwörungstheoretiker fängt mit der Schlussfolgerung an und findet dann Gründe, um alles auszuschließen, was dem gewünschten Resultat nicht entspricht.

2. Obskurität
Von der Voraussetzung ausgehend, dass der äußere Anschein trügt, lehnt die Verschwörungstheorie das gewöhnliche Wissen ab und sucht exotische und wenig bekannte Varianten. Eine Vorliebe für das Unwahrscheinliche und das Okkulte verleiht ihren Daten durchaus eine typische und erkennbare Qualität.

3. Abneigung, Wissen preiszugeben
Dieses zeigt sich gewöhnlich in der sprachlichen Form unter der Benutzung von passiven Verben und vagen Pronomen („sie“). Manchmal auch direkt: „Um die Namen der Personen zu schützen, habe ich mich entschieden, meine Quelle im gegenwärtigen Augenblick nicht preiszugeben.“

4. Stützen auf Fälschungen
Fälschungen als Beweismittel spielen bei VT eine überdimensionale Rolle. Z.B. sind makabere Menschenversuche, Aliens-Beweise (Roswell) ein Dauerthema von Verschwörungstheorien.

5. Wiederholen von Widersprüchlichkeiten
Verschwörungstheoretiker bringen mit leichten Abwandlungen und aufschlussreichen Widersprüchen immer die gleichen Kernthesen in Umlauf.

6. Gelehrte Scheinfaktizität mit pedantischen Verweisen
Verschwörungstheoretiker legen es darauf an, Kritiker oder Kleingläubige mit Namen, Daten und Fakten zu bombardieren.

7. Kumulation
Die Lücke in einer Verschwörungstheorie wird wiederum durch eine weitere Verschwörungstheorie erklärt.

8. Unkritische Akzeptanz
Verschwörungstheorien machen Hilflose scheinbar zum Herrn von Verhältnissen, deren Herr sie gerade nicht sind.

9. Nichtbeachten des zeitlichen Ablaufs
Auch innerhalb großer Zeiträume ändert sich für Verschwörungstheoretiker kaum etwas.

10. Leichtfertiger Umgang mit Fakten
Nicht selten erfinden Verschwörungstheoretiker Tatsachen aus dem Nichts.

11. Macht als Ziel
In der Welt des Verschwörungstheoretikers drängt die Gier nach Macht alle anderen, geringerwertigen Motive zur Seite.

12. Vorteilsgewinn
Wer aus einem Ereignis Gewinn zieht, muss es verursacht haben und wenn man weiß, wer der Nutznießer ist, kennt man den Verschwörer.

13. Keine Zufälle
Der Zufall spielt keinerlei Rolle. Was immer in der Gesellschaft geschieht, ist für den Verschwörungstheoretiker das Resultat direkten Planens von einigen wenigen, mächtigen Einzelpersonen oder Gruppen.

14. Äußerer Anschein
Um erfolgreich zu sein, muss eine Verschwörung sich und ihre wahren Ziele tarnen und als Gegenteil dessen ausgeben, was sie in Wahrheit ist.

Das klingt jetzt alles sehr theoretisch, kann aber im Falle der „Corona-Häretiker“ wie auch bei den Orthodoxen mit Fakten erklärt, widerlegt – aber auch bestätigt werden. So ist es eben bei „wissenschaftlicher Komplexität“.
Ich habe mir unzählige Quellen der orthodoxen Wortführer wie auch der 30 angesehen. Als „verzehrender Konsum-Senior“ mit akademischem Background, im „Home-Office“, hat man ja auch nicht viel anderes zu tun.

Im Folgenden heißt „VT“ Verschwörungstheoretiker oder auch nur „angeblicher Verschwörungstheoretiker“. Wenn ich von den „30“ spreche, sind das die oben genannten wissenschaftlichen „Abweichler“, oppositiv zu den offiziell bestätigten „Orthodoxen“ vom RKI oder der Charite´ und der Politik.
Aber schon indem ich diesen Gegensatz aufstelle, bin ich schon ein VT.
Es ist verrückt.

Zu 1.
Unsere VT führen widersprechende Beweise zu den Rechtgläubigen an, verweisen auf die Widersprüchlichkeiten in deren eigenen Aussagen hin z.B. Prognosen über Todeszahlen, Wirksamkeit von Vorsorgemaßnahmen (Mundschutz), Statistische Unsauberkeiten etc. Es ist nicht zu erkennen, dass die vermeintlichen VT jegliche störenden Fakten für ihre eigenen Behauptungen ausschließen.

Zu 2.
Ich habe bei keinem der sog. VT – bei den 30 – den Anschein von Obskurantismus entdeckt.

Zu 3.
Die VT geben alle ihre Quellen an und argumentieren aktiv.

Zu 4.
In keinem einzigen Fall können tatsächliche Fälschungen nachgewiesen werden. Einschränkung: Insoweit auch die Rechtgläubigen und -habenden auch Fälschungen auf den Leim gehen können.

Zu 5.
Auch die Orthodoxen bringen immer die gleichen „Kernthesen“ in den Umlauf.

Zu 6.
Kritiker oder Kleingläubige mit Namen, Daten und Fakten zu bombardieren ist hingegen die Methode der Politiker und im Medien-Journalistenbrei.

Zu 7.
Bei den VT-Wissenschaftler steht in keiner Weise eine Kumulierung der eigenen Theorien im Vordergrund. Man beschränkt sich korrekt auf die Erörterung der Hypothesen mit Rede und Widerrede.

Zu 8.
Keiner der 30 Wissenschaftler missbraucht mit seinen Meinungen in irgendeiner Weise Hilflose.

Zu 9.
Der Vorwurf schlägt eher auf die Orthodoxen – z.B. vom RKI – zurück, welche aus ihren eigenen Erkenntnissen über die laufende Chronizität zu keiner Zeit Schlüsse ziehen wollten.

Zu 10.
Eine Verdächtigung, die durch nichts zu belegen ist.

Zu 11.
Macht als Zweck oder Ziel, ist eine schwer zu widerlegende Behauptung – was durchaus für beide Seiten gilt. Aber daraus ergibt sich das nächste Problem.

Zu 12.
Cui bono? Eine elementare Frage. Ein Vorteilsgewinn der Politik ist nicht zu verleugnen und natürlich sucht ihn jeder, der auf Medieninteresse schielt.

Zu 13.
Wenn man nach politischen Motiven sucht, kann man dem eigentlich nicht ausweichen. In der Wissenschaft, welche die 30 vertreten, ist ein Ergebnis nicht planbar, und so sehen das diese angeblichen VT.

Zu 14.
Inzwischen tarnt auch die Politik ihre Ziele nicht mehr: die „große Transformation“ ist bereits angekündigt.
Vorsicht – ist das eine Verschwörungsannahme?
Aber inwiefern sollte das ein Thema für die 30 in der Wissenschaft sein?

Die Auslegungen waren jetzt gewiss nicht erschöpfend. Jeder kann sich dazu seine eigenen Gedanken machen. Aber ehrlich, wenn man die Punkte durchgeht, könnte man da nicht „durchdrehen“, wenn man da nach Unvoreingenommenheit, Integrität, Wahrhaftigkeit sucht – auch bei sich?

Ich „glaube“ den 30 mehr als den in den Augen der Mehrheit „Rechtgläubigen“ vom RKI und der Charite´. Aufgrund von qualitativen und nicht von quantitativen Faktoren.
Ich befinde mich als möglicher VT in geschätzter Gesellschaft: Ausschließlich Doktoren und Professoren tauchen in dieser Liste auf und ich brauche mich nicht mit einem Minderwertigkeitskomplex verstecken, verfüge ich doch auch über ein Doktorat. Kein Berufs-, nein, ein richtiges „Forschungsdoktorat“, mit dem mir einst die Fähigkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten bescheinigt wurde.
Gute Lehrer haben es uns schon in der Schule, im Gymnasium, an der Universität beigebracht: Es gibt keine dummen Fragen. Das gilt – es muss eigentlich nicht betont werden – besonders, wenn es um Wissenschaft geht. Wer fragt, ist noch lange kein Apostat oder Verschwörungstheoretiker.
Aber Fragen ist ja in unserer Zeit schon verdächtig.
Und schon argumentiere ich wieder auf verschwörerischer Grundlage – könnte man sagen.

 

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Mein Wunsch zum Sonnntag

Sei nun gnädig, milder Himmel!

Sei nun gnädig, milder Himmel!
Öffne dich, und träufe Segen über unser Land herab!
Laß deinen Tau die Erde wässern!
Laß Regenguß die Furchen tränken!
Laß deine Lüfte wehen sanft!
Laß deine Sonne scheinen hell!
Uns sprießet Überfluß alsdann,
und deiner Güte Dank und Ruhm.

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Fundstücke

Von unserer Gott-gleichen Kanzlerin

 

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Die Renaissance der Gesundheitsreligion?

Überlegungen eines „Betroffenen“

Es ist wohl die jetzt am häufigsten benutzte Redensart bei der zwischenmenschlichen Kommunikation, sei es am Telefon, sei es per Twitter oder Mail, oder aus Kanzlerinnenmund per TV: „Bleiben Sie gesund!
Keiner wird sich gegen diesen Appell wehren, ihn geringschätzig behandeln. Denn wann haben wir das erlebt, dass jeder – verlässt er denn die Wohnung, begibt er sich in zu nahem Kontakt mit dem Nachbarn oder dem Fremden im Supermarkt – sich hoffnungslos einer Gefahr für die Gesundheit, wenn nicht für das Leben ausgesetzt. Das müssen wir glauben. Denn so haben es Krankheitsexperten mit ihren Hilfstruppen (Mathematiker, Statistiker) und die Politiker festgestellt und dekretiert.
Wer gegen die erlassenen Bestimmungen und Auflagen verstößt, gefährdet nicht nur einfach die Gesundheit von sich und anderen, nein es geht gar schon um Leben und Tod. Es geht nicht mehr nur um eine einfache Ordnungswidrigkeit oder einen einfachen Regelverstoß. Nein, es ist nach der Deutung durch Ministerpräsidenten, Gesundheits- und Innenministern und deren Multiplikatoren in den Medien schon ein krimineller Akt, die Sabotierung oder Verhinderung der Rettung von Menschenleben.

War das Dieselfahrverbot seinerzeit nicht auch nur aus der Sorge um unsere Gesundheit entstanden. Ohne jeden anderen Hintersinn.

Ist Gesundheit unser höchstes Gut?

Seit uns Güter und Habschaften so reichlich gegeben sind – Essen, Wohnung, grenzenlose Mobilität, Spaß jeglicher Art – muss man uns daran erinnern, dass es dabei noch was Höheres gäbe. Nicht Gott etwa. Wir uns schon gegen ein anderes „Höchstes Gut“ versündigt: das Klima! Klimakatastrophe – menschgemacht. Davon haben uns Politiker und ein krankes Kind aus Schweden mit der Klimareligion überzeugt.
Und Politiker erinnern uns in ihrer grenzenlosen Fürsorglichkeit, dass hinter allem, was sie für uns ersinnen – auch mit der „Klimapolitik“ – jetzt wiederum nichts anderes steht, als die Sorge um uns – um unsere Gesundheit.

Die Gesundheitsreligion

Von einer „Gesundheitsreligion“ zu sprechen, ist nicht neu. Phänomene einer Religion waren im Gesundheitswesen schon lange angekommen.
Manfred Lütz schrieb 2006 in seinem lesenswerten Beitrag über das Thema Gesundheit das höchste Gut“:

„Es gibt Irrlehren, die mit inbrünstiger Gläubigkeit geglaubt werden. Je komplizierter die Vorschrift, desto intensiver der Glaube. Blasphemische, gotteslästerliche Äußerungen sind heute in den Medien gang und gäbe. Über Jesus Christus kann man hier zu Lande inzwischen jeden albernen Scherz machen, aber bei der Gesundheit – da hört der Spaß auf.
„Gesundheit“ heißt das Zauberwort. Man muss etwas tun, um gesund zu bleiben, zu werden, wieder zu werden. Und die Inbrunst, mit der man sich darum bemüht, sich dafür aufopfert und andere dazu animiert, erinnert an Religion.
Die Gesundheitsreligion herrscht schichten-, partei- und konfessions-übergreifend in jedem Winkel unserer Gesundheitsgesellschaft. Selbst in den kleinen Raucherreservaten, die es noch gibt, raucht man mit schlechtem Gewissen. Denn auch der Begriff Sünde wird heute eigentlich nur noch gesundheitsreligiös verwendet …“
Es gibt Gesundheitspäpste und -Propheten „und Gesundheit genießt maximale religiöse Verehrung. Diät-Bewegungen gehen wie wellenförmige Massenbewegungen über Land, in ihrem Ernst die Büßer- und Geißlerbewegungen des Mittelalters bei weitem übertreffend. Fitness-Studios entstehen inzwischen bei uns an den Stellen, wo früher Marienkapellen entstanden, nämlich an Wegekreuzen. Krankenhäuser sind gleichsam die Kathedralen des 20. Jahrhunderts. Jeder durchschnittliche Hausarzt kann inzwischen einem durchschnittlichen Kassen-Patienten Bußwerke auferlegen, die die strengsten mittelalterlichen Ordensregeln bei weitem überschreiten. Das sind Lebensregeln von morgens bis abends.“

Manfred Lütz weiter:

„Das Ganze hat aber sehr ernste politische Konsequenzen. Wenn nämlich Gesundheit tatsächlich das höchste Gut wäre, dann wäre maximale Diagnostik und maximale Therapie für jeden Einzelnen von uns absolute Pflicht der Gesellschaft und des Staates. Das hat allerdings katastrophale politische Folgen. Ein Politiker, der die Absicht hat, auch weiterhin gewählt zu werden, muss Sätze ausstoßen, die dem Sinne nach bedeuten: Wir wollen für die Gesundheit nicht weniger als alles tun. Solche Sätze gehören zum Ritus. Jeder weiß zwar, dass eine solche Maxime, einmal ernst genommen, zum sofortigen finanziellen Zusammenbruch des Gesundheitssystems führen würde.“

Was wir jetzt erleben, ist jedoch der drohende Zusammenbruch unseres gesamten Wirtschaftssystems. Das deutsche Gesundheitssystem scheint gut davonzukommen – trotz des vielfach beklagten „Gesundsparens“ durch die Politik in der Vergangenheit.

Im Wohl um nicht weniger als die „Weltgesundheit“ hat jetzt ein Milliardär aus Amerika seine Pläne zur Impfung der gesamten Weltbevölkerung im deutschen Fernsehen vorstellen dürfen. Da Gesundheit das höchste Gut sei, will er 7 Milliarden Menschen impfen und jeden, der das an sich vornehmen lässt, mit einem implantierten Markenzeichen belohnen. Ganz ohne Hintergedanken.

„Die Gesundheitsreligion treibt den Arzt in die Rolle eines Halbgottes…“, schreibt Lütz. Als Halbgötter werden jetzt diese Spezialisten vom RKI oder der Charite´ in den Medien gehandelt und auch eine gewisse Politikerin wird gleichsam ein weiteres Mal zu einer göttergleichen Gestalt stilisiert. Alles vermittelst des Einsatzes für das höchste Gut. Ganz ohne Hintergedanken.

Einmal die zynischen und selbstbezogenen Kommentare jüngerer „Influenzer“ derzeit beiseitegelassen, werden nun alte Menschen plötzlich wieder als Objekt der Sorge entdeckt. Nicht unbedingt als Subjekt, als möglicher Schatz der Gesellschaft gesehen. Die Oma bleibt allen Bekenntnissen zum Trotz unterschwellig die Umwelt- oder Nazi-Sau.

„Das Leben ist der Güter höchstes nicht, Der Übel größtes aber ist die Schuld.“ Meinte Schiller (in Die Braut von Messina). Der zweite Teil des Satzes ist wohl von den Politikern verinnerlicht worden. Aber das Leben selbst darf nicht infrage gestellt werden.
Das „gute Leben“ vielleicht schon; was immer sich der Einzelne darunter vorstellt.

Gehört Gesundheit zum „guten Leben“ – bedingungslos?

 

Was ist Gesundheit?

Da wären wir bei der grundsätzlichen Frage: was ist Gesundheit überhaupt?

Jedem informierten Arzt oder Mediziner ist die Überlegung bekannt, dass die Zahl der krankhaften Werte mit der Zahl der Untersuchungen zusammenhängt. Macht man bei jedem Menschen fünf Untersuchungen, sind vielleicht noch mehr als 95 Prozent gesund. Bei 20 Untersuchungen sind es noch 36 Prozent und bei 100 Untersuchungen ist mutmaßlich jeder Mensch krank. Quintessenz: Gesund ist eine Person, die nicht ausreichend untersucht wurde.
Das erleben wir ja aktuell im Umkehrschluss bei den Corona-Zahlen: Wer positiv getestet ist, ist krank. Und alle, die jetzt sterben, sterben nach gewollter Lesart an Corona.

Nach einer (fragwürdigen) Definition der WHO, „Gesundheit ist völliges körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden.“, dürften wir alle krank sein; nicht nur derzeit.
Ich halte es da eher mit Nietzsche: „Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen.“ Und das gilt nicht erst seit kurzem ganz persönlich für mich. Und wahrscheinlich auch für die Mehrzahl von Besorgten oder Risikopersonen.

 

Leben und Sterben

Manfred Lütz beschäftigt sich in seinem Aufsatz auch mit dem Thema „Lebenslust“ – Leben und Sterben. Ich darf deshalb nochmal ausführlich diesen klugen Mann zu Wort kommen lassen:

„Die Sehnsucht der Gesundheitsgläubigen nach unendlichem Leben, danach nicht sterben, zu müssen, das wäre für Platon die Hölle gewesen. Alles könnte man irgendwann wieder ändern, es wäre alles gleichgültig. Nur dadurch, dass wir sterben, wird jeder Moment unwiederholbar wichtig.
Wir leben heute in einer Videomentalität, als könne man alles auf Video aufzeichnen und wiederholen. Das ist Voraussetzung für fröhlichen Atheismus. Nichts können wir wiederholen. Der Moment, den wir jetzt erleben, ist niemals wiederholbar. Wir können uns noch einmal treffen, dann ist der eine oder andere von uns gestorben und wir alle haben andere Lebenserfahrungen gemacht. Nichts ist wiederholbar!
Wie kann man Lust am Leben wirklich erleben? Im Bewusstsein der Unwiederholbarkeit jedes Moments, in Muße, wie die Alten gesagt haben. Völlig zwecklos, aber höchst sinnvoll durch den Wald gehen, nicht mit einem Buch „Mein Wald gehört mir“ oder aus Gesundheitsgründen, sondern einfach um diese unwiederholbare Zeit zu genießen. Oder eine wunderschöne Melodie im Autoradio hören und nicht gleich fragen, wo bekomme ich das auf CD, wie kann ich das wiederholen. Nichts können wir wiederholen. In solchen Momenten kann man den Sinn des Lebens berühren.
Menschen, denen eine Krebsdiagnose gestellt wurde, berichten, dass sie zwar von dieser Nachricht erschüttert wurden, dass sie seitdem aber das Leben viel intensiver erlebten, die Farben eindringlicher, die Töne deutlicher wahrnähmen und die Unwiederholbarkeit jedes Moments erstmals ganz bewusst erlebten. Fast jeder bedauert, dass er nicht schon vorher so gelebt hat.
Sterben ist wie Geburt ein höchst persönlicher, existenzieller Vorgang. Er gehört zum Leben dazu und daher wollen Menschen mit Recht möglichst da sterben, wo sie gelebt haben: zu Hause im Kreise ihrer Angehörigen oder, wenn das organisatorisch nicht geht, vielleicht in einem Hospiz, in der letzten Herberge auf dem Weg in die Ewigkeit, wie der Gründer der Hospizbewegung in Deutschland, der Oratorianerpater Dr. Paul Türks, das nannte. Gute Hospize sind durchaus Orte der Lebenslust und sie unterstützen alles, wodurch man länger Spaß am Leben hat. Sicher wird auch weiterhin im Krankenhaus gestorben und bisweilen ist das zweifellos der richtige Ort, weil hier unersetzliche Hilfen zur Verfügung stehen. Auch bei diesem Thema ist jede Einseitigkeit schädlich. Dennoch hat das Sterben im Krankenhaus keine Heimat. Vor allem bietet es viele hoch professionalisierte Möglichkeiten, Sterben und Tod zu verdrängen.“

Jemand, der Angst vor dem Tod hat, hat vergessen, zu leben – das ist eine weitere Botschaft von Manfred Lütz.

Die infantile Gesellschaft hedonistischer und linker, grün-ökologischer Prägung zeigt auch in der Coronakrise ihre kindsköpfige Unfähigkeit zum Umgang mit dem Tod.
Die Alten werden in Isolationsheime eingewiesen und die Sterbenden in Krankenhäuser verbannt. Durch die Maßnahmen der Fürsorglichen – die angeblich unsere Gesundheit als höchstes Gut im Sinn hab – werden die Gesunden (?) daran gehindert, die Gebrechlichen und vielleicht bald Sterbenden noch zu besuchen oder begleiten zu dürfen. Aber die Bilder von Särgen und Massengräbern will man uns als Menetekel vor Augen halten.
Apothekerverbände haben empfohlen, dass sich die Apotheken auf einen erhöhten Bedarf an Morphinpräparaten für schwer an Covid-19 erkrankte Patienten in der ambulanten Versorgung einstellen sollen. Es wird damit gerechnet, dass etwa 20 % der Patienten Morphiumpräparate benötigen und dennoch nicht in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Auch andere Medikamente zur „palliativmedizinischen Sedierung“ soll man sich zulegen. Wenn die Kapazitäten in den Sterbefestzungen nicht mehr ausreichen, soll man dahingehend vorsorgen, schwer erkrankte Personen nicht mehr dorthin zu bringen, sondern vom (vielleicht zwangsverpflichteten Hausarzt) im Pflegeheim ruhigspritzen lassen, damit sie das Ende nicht zu schwer erleben.
Vor etlichen Tagen sind bereits die ersten Zwangsverpflichtungen von Vertragsärzten erfolgt. Die Stadt Würzburg hat per Schreiben Vertragsärzte Pflegeeinrichtungen „zugeteilt“, um dort die hausärztliche Versorgung zu sichern.

Denn die Gesundheit auch der Pflegebedürftigen ist ja in diesen Zeiten das höchste Gut.

Wenn ich in meinen Beiträgen die sensationsheischenden Schlagzeilen und Bilder gebrandmarkt habe, über die „massenhaften“ Toten, die Särge und Leichentransporte, dann nicht, weil ich zu den Verdrängern gehöre, vielleicht selbst den Tod fürchte. Nein, es ist diese Erbarmungslosigkeit aus Sensationsgier dieser Aasgeier, die mit Raubtieraugen über den Schlachtfeldern dieser Krise kreisen.
Weil das, was man unter Würde versteht – gerade in Betrachtung von Tod und Leben – dabei beiseite gedrängt wird.
Dass „Sterben keine Heimat mehr hat“, daran waren wir doch schon gewöhnt!

Aber, Gesundheit ist ja angeblich das höchste Gut.

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Corona und die „Masters of Disaster“

am Beispiel der Psychologie

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ist angeblich eine Mehrzahl der Deutschen gegen eine Lockerung oder Abschaffung der von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen.
Das steht aber genau im Widerspruch zu Erkenntnissen, welche z.B. „The Weekly Relotius“ – genannt „Der Spiegel“ – kundtut. Dort durchschaut man „einen gefährlichen Stimmungsumschwung in der deutschen Bevölkerung“. Die Deutschen seien nach anfänglich überwältigender Akzeptanz jetzt der Einschränkungen überdrüssig, die Mobilität nehme wieder zu.
Psychologen der Universität Erfurt hätten das in einer großangelegten Studie ermittelt.
Sieht man sich diese sog. Cosmo-Analyse an, bekommt man zunächst den Eindruck, die Verhackstücker des menschlichen Innenlebens hätten bisher wenig zu tun gehabt und laufen jetzt zur Höchstform auf. Zumindest was die Quantität der in graphische Darstellungen gepressten Erkenntnisse angeht. Schaut man sich das monströse „empirische“ Werk genauer an, kann man einmal mehr feststellen: Der Berg kreiste und gebar ein Mäuslein.
Aber man hat wenigstens ein neues Krankheits- oder Schadensbild parat: „Disaster Fatigue“. Man bezeichnet damit „eine „Ermattung“ angesichts allzu vieler schlechter Nachrichten; das Gefühl von Verdruss, das uns gegen ein Übermaß von Katastrophenmeldungen rebellieren lässt“.
(Disaster Fatigue ist aber keine Erfindung der Erfurter Gemütsgruschler, sondern ist wohl auf Mary McNaughton-Cassill, Professorin für Psychologie an der Universität von Texas in San Antonio zurückzuführen.)
Sei´s drum, ich bin kein akademisch ausgebildeter Psychologe (Dipl.Psych.!), der aus jedem mentalen Furz von Menschen eine Krankheit zusammenschustern darf.

Als Klinikleiter hatte ich einmal einen Psychologen einzustellen. Im Vorstellungsgespräch äußerte der Mann mir gegenüber: „Erst mit der Psychologie ist die Humanität in die Medizin eingekehrt!“ Es gab selten einen Bewerber, der mit der gleichen Geschwindigkeit aus meinem Büro flog, wie dieser Experte der Humanitas. Was ihn gewiss in seiner Sicht auf die Grausamkeit in der Medizin bestärkte.

Die Psychologie zählt in den Zeiten, da „Gender-Wissenschaften“ an deutschen Forschungsstätten eine Pluralität eingenommen haben, vielfach auch zu den Disziplinen, „in denen man mit Bacheler, Master und Doktor in Dummheit abschließen kann“. (Hadmut Danisch)
Ich zitiere den von mir geschätzten Hadmut gerne, hat er doch in einem Fazit festgestellt:

Und jetzt so plötzlich brauchen wir auf einmal die Biologen und Mediziner wieder. Eben noch waren sie die Teufel, die sich „Geschlecht” ausgedacht hätten, herrschte doch der Glaube, dass wir alle neutral und gleich geboren werden, Biologie gar nichts bedeute, und das dann alles nur Soziologische Erscheinungen sind. Der Dummentank Geistes- und Sozialwissenschaftler hatte sich immer tiefer in das Schimpfwort „Biologismen” gesoffen.
Und?
Habt ihr noch einen von diesen staatlich verbeamteten Berufsidioten gehört, der Corona-Viren als „Biologismen” abtäte?
Auf einmal sind Biologie und Medizin wieder wer.
Auf einmal wissen wir, dass Krankenschwestern, Verkäuferinnen und Friseurinnen, LKW-Fahrer, Klopapierhersteller und die Feuerwehr wichtig sind, während Gleichstellungsbeauftragte, Gender-Experten und Kulturwissenschaftler einen Wert unter Null haben. Sie haben keinen Wert, aber kaufen uns Nudeln und Klopapier weg.
Keiner braucht sie.
Ist das nicht wunderbar?

Wenn die aus akademischen Institutionen kommende Psychologie eine streng empirische Wissenschaft ist, die sich auch naturwissenschaftlicher Methoden bedient, ist gewiss nichts dagegen einzuwenden. Deren Befunde haben sich wie andere Wisssenschaften dem Gebot der Falsifizierbarkeit (Karl Popper) auszusetzen.
Die Erforschung oder Ableitung von Krankheitsbildern sollte aber der wissenschaftlichen Medizin resp. der wissenschaftlichen Nervenheilkunde überlassen bleiben. Psychoanalytische Spekulationen und Alltagspsychologie gehören publizistisch in das Reich des Feuilletons. Wenn die Psychologie als „Geisteswissenschaft“ eine „normative Kraft des Phraseologischen“ generieren möchte, dann ist sie bei Spiegel, Zeit und Co. gut aufgehoben. Hilfreich ist sie uns dann ganz bestimmt nicht.

„Disaster Fatigue“! Wie würde mein Nachbar Willi sagen: „Jetzt reicht´s uns aber!“

Ich bin kein Verächter der Psychologie als akademisches Fach, wie man mir nach diesem Beitrag vielleicht unterstellen möchte. Ich bin nur gegen unangemessene Wichtigtuerei über eigentlich marginale Sachgebiete (nicht „Fachgebiete“). Wichtigtuerei, welche derzeit unübersehbar Hochkonjunktur hat.
Ich leide nicht an einer „Ermattung“, sondern wünsche mir einfach, man sollte einfach öfter mal die Schnauze halten.
Das könnte aber auch für mich gelten!
Ich werde mich aber nicht daran halten. Sonst gerate ich tatsächlich in diese „Disaster Fatigue“ und sehe mich dieser gern strapazierten psychologischen Frage oder Phrase ausgesetzt: „was macht das mit mir?“.
Ich will aber auch anderen zurufen: Hallo, David Berger (PP), Peter Helmes (Conservo), Henryk Broder (Achgut), Alexander Wendt (publico), Roland Tichy (Tichys Einblick), Hadmut Danisch etc. – Weitermachen!

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„Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“

Der Kreuzverleugner Bedford-Strohm hat sich in seiner verinnerlichten, sozialistischen Manier für eine Vermögensabgabe zur Linderung der Belastungen durch die Coronakrise ausgesprochen:

„Man darf sich keine Illusionen machen, wenn die Krise vorüber ist, wird es eine riesige Solidaritätsanstrengung brauchen, und ich hoffe, daß wir alle dazu bereit sind. Besonders die, denen es finanziell gut geht.“

Kann man das auch so verstehen, dass desgleichen die Kirche auf Teile ihres Reichtums z.B. durch die Kirchensteuer verzichtet?
Selbstredend kann man denn eine solche Forderung an die Repräsentanten der Kirchen richten.
Ich bin da nicht hoffnungsfroh, dass das was zeitigt.

Wer sind die, denen es finanziell gut geht?

Es werden nicht die kleinen Selbständigen sein, die  Ladenbesitzer, die vielen Dienstleister, die in die Insolvenz geraten; nicht die künftig zahllosen Arbeitslosen, die es fraglos geben wird.

Der Herr Bischof Bedford-Strohm und sein Bruder im Geiste, Protz-Kardinal Marx werden wohl keine Abstriche bei ihrem Spitzen-Beamten-Salär erdulden müssen. Man wird ihnen auch nicht ihre 7er-BMW-Luxus-Dienstwagen wegnehmen, es sei denn, sie verzichten darauf.
Ich mag keine Neid-Diskussionen, aber der Schlenker im Blick auf diese „christlichen“ Heuchler muss schon erlaubt sein.

Wie heißt es im Buch der Sprüche:

„Durch den Mund des Heuchlers wird sein Nächster verderbt; aber die Gerechten merken’s und werden erlöst.“

Sie könnten zu „Gerechten“ werden, wenn sie selbst – ach Gott, nur in Teilen – auf ihre persönlichen, üppigen Pfründe verzichten würden.
Wenn sie dafür sorgen würden, den aufopferungsvollen Helfern und Pflegern in den Krankenhäusern und Pflegeheimen von Diakonie und Caritas ein dem Wert der Arbeit angemessenes Salär zu ermöglichen und nicht nach der „Krise“ die Geltung deren Arbeit wieder dem Vergessen zu überantworten.
Wenn sie ihre „Spenden“, die sie gar nicht von persönlichen aber von ihren Steuerpfründen abzweigen, in Nächstenliebe und nicht in die Fernstenliebe gegenüber Schleusern und Schleppern einfließen lassen würden. Wenn schon, dann in die Notlinderung am Ort des Entstehens.

Mit ihrem Handeln, ihren zentrovertierten Prätentionen anderen gegenüber, werden diese schlechten Hirten mehr verlieren als gewinnen.
Durch ein Nadelöhr werden sie nie passen.

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Frohe Ostern

allen die hier vorbeikommen!

Et resurrexit tertia die
secundum scripturas,
et ascendit in coelum,
sedet ad dextram Dei Patris,
et iterum venturus est
cum gloria judicare vivos et mortuos,
cuius regni non erit finis.

Und ist auferstanden am dritten Tage,
gemäß der Schrift.
Er ist aufgefahren in den Himmel.
Und sitzet zur Rechten des Vaters.
Er wird wiederkommen mit Herrlichkeit,
Gericht zu halten über Lebende und Tote,
und sein Reich wird kein Ende haben.

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Coronakrise – Die Stunde der Bürokraten


1. Beispiel:

Die sächsische Sozialministerin Petra Köpping, SPD (früher SED 1986-1989), teilte in einem schriftlichen Statement mit:

„Es ist für unser aller Gesundheit und Leben wichtig, dass die Menschen sich an die Quarantäneanordnungen der Gesundheitsämter halten. Falls es im Einzelfall dazu kommen sollte, dass sich Menschen den Anordnungen widersetzen, ist es aber notwendig, die von den Gesundheitsämtern angeordneten Maßnahmen mit Zwang durchzusetzen. Dazu ist es möglich, diese Menschen mit einem richterlichen Beschluss in einem geschlossenen Teil eines Krankenhauses unterzubringen.“

Das sorgt natürlich beim Leser für Entrüstung. Dabei hat die Dame nichts als Tatsachen ausgesprochen, welche u.a. das Bundesseuchengesetz hergibt. Man müsste ihr für diese Offenheit eigentlich dankbar sein. Betrachtet man die Vita dieser bürokratisch geprägten Politikerin, gelangt man aber nicht unbedingt zu optimistischen Reflexionen.


2. Beispiel:

Beate Bahner, eine Fachanwältin für Medizin- und Gesundheitsrecht hat eine Normenkontrollklage beim Landesverfassungsgericht in Baden-Württemberg gegen die Einschränkungen der Grundrechte aufgrund des Infektionsschutzgesetzes erhoben.
Das Ergebnis ihres 19-seitigen, begründeten Antrags: Die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Polizeipräsidium Mannheim teilen mit, dass jetzt das Staatsschutzdezernat der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg gegen die Anwältin ermittelt. Darin heißt es, sie soll über ihre Homepage öffentlich zum Widerstand gegen die staatlich erlassenen Corona-Verordnungen aufgerufen haben. Darüber hinaus soll sie dazu aufgerufen haben, sich am Ostersamstag bundesweit zu einer Demonstration zu versammeln.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Heidelberg und der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hierzu dauern an.

 

3. Beispiel:

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat dazu aufgerufen, Bürger, die sich nicht an die Anti-Coronamaßnahmen halten, der Polizei zu melden. „Wenn Bürger feststellen, daß jemand Straftaten begeht, daß jemand sich rechtswidrig verhält, insbesondere dann, wenn man der Auffassung ist, da passiert etwas, was die Allgemeinheit gefährden könnte, dann schadet ein Anruf bei der Polizei nie“ sagte Strobl der Bild.

Der grüne Ministerpräsident Kretschmann stellt sich hinter seinen Minister und auch andere Spitzen-Grüne befürworten das Melden und Anzeigen mit der Begründung, es gehe ja um das „Retten von Menschenleben“.


4. Beispiel:

Monika Maron, eine bekannte Schriftstellerin wird aus ihrem Zweitwohnsitz ausgewiesen. Die Autorin habe nicht nur ihr Haus, sondern auch das Bundeslandesland Mecklenburg-Vorpommern zu verlassen, um sich an ihren Berliner Wohnsitz zu verfügen.

Ausreiseverfügung

I. Ich fordere sie auf, die im Briefkopf genannte Anschrift in …. und das Land Mecklenburg-Vorpommern unverzüglich, spätestens bis 09. April 2020, 8.00 Uhr zu verlassen.
II. Ich ordne die sofortige Vollziehung der in Fiffer I. bezeichneten Pflicht an, d.h. ein Widerspruch gegen diese Verfügung hat keine aufschiebende Wirkung.
III. Für den Fall, dass Sie ihrer in Ziffer I. genannten Pflicht nicht nachkommen, wird umgehend Strafanzeige gegen Sie erstattet (§ 75 Abs. 1 Nr. 1 Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen Infektionsschutzgesetz -IfSG).

 

Screenshot

Diese Verfügung ist natürlich „rechtens“ und kann moralisch gewiss auch wieder durch die Allgemeinphrase „Rettung von Menschenleben“ zu rechtfertigen sein.
Was besonders bei dieser „Ausweisungsverfügung“ auffällt, ist diese krude Bürokratensprache.

(Eine besondere „Ausweisungsverfügung“ hat in meiner Familie nahezu „epigenetische“ Folgen bis heute gezeitigt und mich auch darob sensibilisiert: die Benes-Dekrete zur Ausweisung (= Vertreibung) der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei 1946. Die Aversion gegen Derartiges wie „Ausweisung“ ist aber nicht nur im „Hausverstand“ der Sudetendeutschen verhaftet.)

 

Die Bürokratie

Nehmen wir uns mal eine historische, aber bis heute nicht falsche Definition von Bürokratie vor. Meyers Konversationslexikon definierte 1894 „Büreaukratie“ folgendermaßen:

„Büreaukratie (franz.-griech., „Schreibstubenherrschaft“), Bezeichnung für eine kurzsichtige und engherzige Beamtenwirtschaft, welcher das Verständnis für die praktischen Bedürfnisse des Volkes gebricht. Auch eine solche Beamtenschaft und ihre Angehörigen nennt man Büreaukratie. Der Boden der Büreaukratie ist der Absolutismus. Das bürokratische Regiment kennzeichnet die Zeit des Polizeistaates, der polizeilichen Bevormundung des Volkes während des 19. Jahrhunderts. Die Begründung der konstitutionellen Regierungsform, das freie Vereins- und Versammlungsrecht, die Bedeutung der Presse für die öffentliche Erörterung der Staatsangelegenheiten, die Anerkennung des Selbstverwaltungsrechts der Gemeinden und höheren Gemeindeverbände sind Momente, welche ein bürokratisches Regiment in der Gegenwart ausschließen …“

Das ist im Kern auch das, was in neueren Enzyklopädien abgehandelt wird.
Auf eher lobende Aspekte, wie sie Max Weber aufgelistet hat, will ich hier aber nicht eingehen.
Ergänzend sei noch ein Eintrag aus der letzten Brockhaus-Enzyklopädie angeführt:

„Die Neigung, rechtl. und administrative Zuständigkeits-, Verfahrens- und Formprinzipien zu betonen, hat dazu geführt, daß der Begriff B. den Nebensinn von Engherzigkeit, Kleinlichkeit und Lebensfremd heiterhalten hat (das Entscheiden am >grünen Tisch<). So berechtigt diese Kritik ist, so sehr muß berücksichtigt werden, daß der unpersönl. Formalismus der B. zugleich eine Garantie für eine Verwaltungstätigkeit >ohne Ansehen der Person< bedeutet.“

Das sollte aber nicht unterschlagen werden.

Ludwig von Mises, der große libertäre Ökonom und Sozialphilosoph stellt einen Bezug zwischen Bürokratie und Totalitarismus resp. Sozialismus her. In seinem Werk „Die Bürokratie“* heißt es:

Totalitarismus ist viel mehr als bloß Bürokratie. Er bedeutet die Unterordnung des Lebens, der Arbeit und der Freizeit eines jeden Individuums unter die Anordnungen derjenigen, die an der Macht sind und ein öffentliches Amt bekleiden. Er bedeutet die Erniedrigung von Menschen zu Zahnrädern in einer allumfassenden Maschine von Zwang und Nötigung. Er zwingt das Individuum, auf jede Tätigkeit zu verzichten, die der Staat nicht gutheißt. Er toleriert keine abweichende Meinung. Er bedeutet die Umwandlung der Gesellschaft in eine streng disziplinierte Arbeitsarmee (wie die Anwälte des Sozialismus sagen) oder in ein Zuchthaus (wie seine Gegner behaupten). In jedem Fall bedeutet er einen radikalen Bruch mit derjenigen Lebensweise, der die zivilisierten Nationen in der Vergangenheit anhingen.
Er bedeutet nicht bloß eine Rückkehr der Menschheit zum orientalischen Despotismus, unter dem, wie Hegel beobachtete, ein einziger Mensch frei war und alle anderen Sklaven; denn diese asiatischen Könige griffen nicht in das Alltagsleben ihrer Untertanen ein. Den einzelnen Bauern, Viehzüchtern und Handwerkern blieb ein Bereich von Tätigkeiten, bei deren Ausführung sie vom König und seinen Anhängern nicht behelligt wurden. Sie genossen eine gewisse Autonomie innerhalb ihres eigenen Haushalts und ihrer Familien. Anders ist es im modernen Sozialismus. Er ist totalitär im strengen Sinne des Begriffs. Es hält das Individuum vom Mutterleib bis ins Grab hinein straff am Zügel. In jeder Minute seines Lebens ist der „Genosse“ zu unbedingtem Gehorsam gegenüber den Anordnungen der höchsten Behörde gehalten. Der Staat ist ihm Beschützer und Dienstherr in einem. Der Staat legt seine Arbeit fest, seine Ernährung und seine Freuden. Der Staat sagt ihm, was er zu denken und woran er zu glauben hat.
Die Bürokratie trägt zur Ausführung dieser Pläne bei. Doch es ist ungerecht, dem einzelnen Bürokraten die Mängel des Systems anzulasten, wie es einige Leute tun. Die Schuld liegt nicht bei den Männern und Frauen, die die Ämter und Büros besetzen. Sie sind nicht weniger Opfer der neuen Lebensweise als jeder andere. Das System ist schlecht, nicht die untergeordneten Handlanger. Ein Staat kann ohne Ämter und bürokratische Methoden nicht auskommen. Und da die gesellschaftliche Zusammenarbeit ohne einen bürgerlichen Staat nicht funktionieren kann, ist ein gewisses Maß an Bürokratie unerläßlich. Nicht den Bürokratismus als solchen verübeln die Leute, sondern das Eindringen der Bürokratie in alle Bereiche des menschlichen Lebens und menschlicher Betätigungen. Der Kampf gegen die Eingriffe der Bürokratie ist im wesentlichen ein Aufstand gegen die totalitäre Diktatur. Es ist eine unzutreffende Bezeichnung, den Kampf für Freiheit und Demokratie als einen Kampf gegen die Bürokratie zu bezeichnen.
Nichtsdestoweniger haben die generellen Einwände gegen bürokratische Methoden und Arbeitsweisen einen gewissen Gehalt. Denn deren Fehler deuten auf die wesentlichen Mängel jeder sozialistischen und totalitären Methode. Indem wir das Problem der Bürokratie gründlich erforschen, müssen wir schließlich entdecken, warum die sozialistischen Utopien völlig undurchführbar sind und in der Praxis nicht nur zu allgemeiner Verarmung führen, sondern auch zum Zerfall gesellschaftlicher Zusammenarbeit – zum Chaos. Daher ist das Studium der Bürokratie ein guter Ansatz für das Studium beider Systeme der gesellschaftlichen Zusammenarbeit, des Kapitalismus und des Sozialismus.

Da ist nicht viel hinzuzufügen. Wir haben uns schon einmal mit dem „Weg in die Knechtschaft“ befasst und ich will mich nicht wiederholen.
Es sollte das Augenmerk auf die Bürokratie und all die Bürokraten gerichtet bleiben, die jetzt ihr unverstelltes Gesicht zeigen. Nicht nur, wenn sie sich der „Lingua dominantium“ bedienen.
Denke ich an die Grünen, die Spezialdemokraten, die Christ“Demokraten“ der Merkel-Schäuble-Fraktion, gehören die auf die Couch des fiktiven Analytikers. Es ist aber so, wie vielfach in der Psychoanalyse oder -Therapie, dass derart Klienten mit solcher Methode nur selten geheilt werden können. Aber zumindest „versteht“ man – was die gängigste Rechtfertigung speziell erfolgloser Therapien und Therapeuten ist – und man kann anfangen, zumindest Schutzbarrieren zu konstruieren.

Es dient nicht der Sache, wenn man aus Wut oder Trotz seine Anwaltszulassung zurückgibt, wie es Frau Bahner tat. Sie sollte sich mit den so zahlreichen wachen Juristen, Anwälten und Staatsrechtlern zusammentun und die durchaus vorhandene, gebündelte Macht einsetzen, um das Rechtssystem und die Verfassung zu verteidigen.
Es ist die Aufgabe von Journalisten, die ihre unabhängige Profession ernst nehmen, immer und immer wieder auch auf den (verräterischen) Sprachgebrauch von Politikern und deren Büttel hinzuweisen und den zu analysieren.
Auch in ernsten Zusammenhängen – „Rettung von Menschenleben“ – sollte man die bürokratischen Gemüter bei formalen und sprachlichen Exzessen verdientem Spott und durchaus giftiger Ironie aussetzen. Gerade da sie ja für „tragische Ironie“ selbst sorgen.
Wir bräuchten da wieder einen Ludwig Börne, einen Karl Kraus. Wir bräuchten wieder echte, literarische Kabarettisten, die den Finger in die offensichtlichen Geschwüre legen, und nicht welche, die mit vom Anti-Nazi-Kampf verkrampften Hinterbacken und mit politisch korrekter Maulsperre über die Bühnen hampeln.

Ich habe in diesem Moment keine weiteren Vorschläge parat, außer den, doch den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.
Mehr will und kann ich nicht sagen, denn es ist die Aufgabe der Besten in der Gesellschaft, Rezepte zu erstellen, wie wir aus dem entstandenen und noch entstehenden Schaden herauskommen werden. Es wäre auch die Stunde der Geisteswissenschaftler (Juristen, Historiker, Politologen etc.), ihre Stimme laut zu erheben, die freiheitliche Ordnung und die Demokratie zu stützen und das, was Naturwissenschaftler, Bürokraten und Politiker an Verwerfungen angerichtet haben, geistig, vom Überbau her wieder zu heilen. Zu verhindern, dass der Ausnahmezustand nicht zum Dauerzustand wird. In die Bürokratie wird man diesbezüglich keine Hoffnung setzen können.

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* Ludwig von Mises „Die Bürokratie“ – St. Augustin 2004

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Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren …

„Durch mich geht man hinein zur Stadt der Trauer,
Durch mich geht man hinein zum ewigen Schmerze,
… Lasst, die Ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“

Dante, „Inferno“
Inschrift auf dem Tor zur Hölle

„Die Apokalyptiker haben Hochkonjunktur“

Titelte jüngst der Schweizer Rundfunk auf seinem Newsletter.
Vom Generalsekretär der UNO, bis zur heiligen Greta und aktuell das RKI und die von ihm Eingeflüsterten verbreiten – wenn nicht Untergangs- so doch stete Horror-Projektionen. Es werden Krisen von universalem Ausmaß, grelle Schreckensbilder und Endzeiterwartungen assoziiert. Nein, bewusst konstruiert!
Ausgangspunkt der apokalyptischen Deutung von Weltgeschichte ist ihre ganz eigene Wahrnehmung durch die Deuter, oder im Falle der Darstellung durch Politiker, als lineare und determinierte Geschehensfolge. Einem solchen Geschichtsverständnis leistet der quasi religiös angelegte Dreischritt „Krise – Katharsis – Heil“ vielfach Folge.
Die fortschrittskritische Ideologie der radikalen Ökologiebewegung, entspricht z.B. diesem Konzept.

 

Wahrsager, „Cybertroops“ und Trolle

Ich bin allergisch gegen Verschwörungstheorien, so ergötzlich und „logisch“ sie manchmal daherkommen mögen. Aber was steckt hinter der Steuerung, was ist Motiv für die jetzt evozierte und beschwätzte Weltkrise?
Ich beschränke mich mal auf die, auf die eine oder andere Weise dependenten Wortführer und Künder der Corona-Krise, auf die bislang unbeachteten „Geister“, Formalisten, Tüpflischisser und Wichtigtuer. So manche glauben, sie könnten sich jetzt mit ihren exklamatorischen Projektionen, „wissenschaftlichen“ Possenreißereien aus ihrer primären Unbedeutendheit erheben. Seien es „Virologen“, „Biologen“, Zahlenjongleure jedweder Herkunft, Geistes“wissenschaftler“ und auch Philosophen.
Und nicht wenige im Publikum fallen auf die Leute rein.
War die Bildzeitung das Synonym für reißerischen Journalismus („Immer mehr Leichenlaster in New York City“), beteiligen sich heute Blätter wie die Welt, FAZ und viele andere, die sich als „Qualitätsmedien“ verstehen, an der Aufregungssucht, bei welcher die Politiker mit ihren Beratern von der Virologen- und Mathematiker-Kaste den Taktstock schwingen. Wie in einer Endlosschleife hören und lesen wir Horrorzahlen und Schreckensszenarien von einer an einem Virus zugrundegehenden Menschheit.

Ich möchte hier besonders das Augenmerk auf andere Wichtigtuer lenken, die sich gerne das Siegel der Wissenschaftlichkeit anheften.
Zum Beispiel eine von Soziologen geführte Webseite, die sich „sciencefiles – kritische Sozialwissenschaften“ nennt. Dort ist man bemüht, am Puls der aktuellen Wissenschaft zu sein und geht seriösen wie durchaus auch „diffizilen“ Quellen und Veröffentlichungen nach. Fragwürdig erscheint einem aber dann dieses Bemühen, wenn man die teils schrillen Überschriften zur publizierten „Wissenschaft“ liest.

Am eigenen Blut ersticken – Was COVID-19 wirklich bedeutet
Einstürzende Lügengebäude, Hamburger Püschel-Sozialdarwinismus
SARS-CoV-2 – Doch ein Killer-Virus? Verglichen mit normaler Lungenentzündung ist COVID-19 zweimal tödlicher
Ent-Mystifizierung: Intensiv-Patienten in Wales <50 Jahre alt und ohne Vorerkrankungen
Gerontozid? Cover-up des großen Sterbens in deutschen Altenheimen?
Abstandsregel falsch? Zwei Meter sind für SARS-CoV-2 keine Entfernung
– Spanische Daten zeigen bereits eine Exzess-Mortalität von 30% wegen COVID-19
– Italien: der Tod wächst exponentiell – Teststatistik und Her Majesty

Am eigenen Blut ersticken – man möge mal überlegen, was eine solche Aussage bei einem Gefährdeten aus einer Risikogruppe bewirken kann.
Der marktschreierische Umgang mit dieserart Informationen ist für mich schamlos.
Bei Kritik sehen die Betreiber dieser Seite sich dann gerne einem Angriff von „Cyber-Troops“ oder „Trollen“ ausgesetzt, wenn der eine oder andere Kommentator der Sicht der Urheber solcher Schlagzeilen vielleicht doch nicht folgen mag.

Der Umgang mit Nachrichten in diesen „Schreckzeiten“ sollte seriös sein. Wem nutzt das Haschen nach Aufmerksamkeit.
Kann man sich nicht auf eine sensible, strikt relevanzbezogene Informationsauswahl beschränken, bei der es nicht einfach nur darum geht, mit maximaler Geschwindigkeit und Lautstärke präsentiert zu werden oder vielleicht auch irgendwelche Nonsens-News mit großer Geste rauszublasen? Auf der anderen Seite sollte eine unbedingte Aktualitätsorientierung und Orientierung an reliablem Wissen vorherrschen, was aber, wenn man es denn übertreibt, leicht zu purer Nachrichtenproduktion und zur Sensationsgier ohne Aufklärungswert abstürzen kann.

Seriöse Webseiten oder Blogs können allenthalben unter Trollen und vielleich auch misslichen „Cyber-Troops“ leiden, die sich die Herabsetzung Andersmeinender zum Prinzip gemacht haben, oder diese Leute wollen sich nur wichtig machen und sich zu Autoritäten hochstilisieren. Diese Typen brüsten sich denn auch gerne mit ihrem Doktortitel und einer mehr oder minder authentischen Fach-Expertise. Sie gehen durch eine durch nichts zu bremsende Impertinenz den Interessierten auf die Nerven – Zeitgenossen, die sich meistens noch mit einer angefressenen apokalyptischen Sichtweise wichtig tun.

 

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Im Tal der Narzissen

„Daffodils“ von William Wordsworth

Vor 170 Jahren, im April 1850, starb der englische Dichter William Wordsworth (1770 -1850) an einer Rippenfellentzündung. Wordsworth war ein tonangebendes Mitglied der englischen Romantikbewegung.
„Daffodils“ ist gewiss sein bekanntestes Poem aus seinem umfangreichenGedichte-Schatz.
Es war das erste englische Gedicht, das ich damals, vor bald 60 Jahren, in der Schule auswendig lernte und das mir noch immer vollständig im Gedächtnis ist. Mich hat damals als eher widerborstigem Gymnasiasten an diesem Gedicht überrascht, welchen wunderbaren Klang auch die englische Sprache auszeichnen kann. Die Sonette und die Dramen von Shakespeare waren da noch nicht so ins Gedächtnis geschrieben gewesen.

I wandered lonely as a cloud
That floats on high o’er vales and hills,
When all at once I saw a crowd,
A host, of golden daffodils;
Beside the lake, beneath the trees,
Fluttering and dancing in the breeze.

Continuous as the stars that shine
And twinkle on the milky way,
They stretched in never-ending line
Along the margin of a bay:
Ten thousand saw I at a glance,
Tossing their heads in sprightly dance.

The waves beside them danced; but they
Out-did the sparkling waves in glee:
A poet could not but be gay,
In such a jocund company:
I gazed–and gazed–but little thought
What wealth the show to me had brought:

For oft, when on my couch I lie
In vacant or in pensive mood,
They flash upon that inward eye
Which is the bliss of solitude;
And then my heart with pleasure fills,
And dances with the daffodils.

Hier eine durchaus gelungene Übersetzung ins Deutsche, der aber dieser melodiöse Fluss fehlt, der mich so beeindruckte.

Der Wolke gleich, zog ich einher,
die einsam zieht hoch übers Land,
als unverhofft vor mir ein Meer
von goldenen Narzissen stand.
Am See, dort wo die Bäume sind,
flatterten, tanzten sie im Wind.

So stetig wie der Sterne Schein
und Funkeln hoch am Himmelszelt,
war’n sie in endlos langen Reih’n
am Saum der Bucht entlang gestellt.
Zehntausende, auf einen Blick,
bogen im Tanz den Kopf zurück.

Ihr Tanzen übertraf sogar
des Wellentanzes Funkelschein:
In dieser ausgelass’nen Schar
muss selbst ein Dichter heiter sein!
Ich schaut’ und schaute, kaum bedacht,
welch Wohl dies Schauspiel mir gebracht.

Denn oft, wenn auf der Couch ich ruh’
gedankenschwer, des Grübelns leid,
gesell’n dem Herzen sie sich zu:
dies ist das Glück der Einsamkeit.
Erfüllt von Glück mein Herz dann singt
mit den Narzissen tanzt und springt.

© Bertram Kottmann.

Die Narzissen sind nun bald alle wieder abgeblüht. Bei ihrem ersten Erscheinen Anfang März in meinem Garten kam mir unweigerlich dieses Gedicht wieder in den Sinn. Und in diesen Tagen der Absonderung und erzwungenen Einsamkeit für viele Menschen, erinnerte ich mich einmal mehr an die letzte Strophe, die wie ein „Ohrwurm“ im Denkorgan kleben bleiben kann:

„When often* on my couch I lie
In vacant or in pensive mood,
They flash upon that inward eye
Which is the bliss of solitude;
And then my heart with pleasure fills,
And dances with the daffodils.

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*Wir lernten es damals nicht mit „oft“, sondern irgendwie „englischer“ mit „often“.

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