Woanders gelesen: Zur Segnung homosexueller Paare

Schaut auf Karl Lwanga und seine Gefährten!

Eine hagiografische Antwort auf die Forderung nach der Segnung homosexueller Paare

Karl Lwanga (* 1865 in Bulimu in Uganda; † 3. Juni 1886 in Namugongo) war ein ugandischer Märtyrer. Karl Lwanga und seine Gefährten werden in der katholischen wie in der anglikanischen Kirche als Heilige verehrt. Die evangelisch-lutherische Kirche von Amerika betrachtet sie als denkwürdige Glaubenszeugen. Foto: Rachel Strohm

von Dr. Markus Büning

 Nach der Einführung der der sogenannten „Ehe für Alle“ durch den Deutschen Bundestag im Sommer letzten Jahres kommt in unserer Kirche immer mehr die Forderung auf, homosexuelle Partnerschaften nun auch kirchlich durch eine Segenshandlung anzuerkennen. Jüngst machte in dieser Hinsicht Bischof Bode von Osnabrück solch einen Vorstoß. Die Frage, die sich dem gläubigen Katholiken nun aber stellt ist folgende: Kann man denn Handlungen segnen, die nach der Lehre des Katechismus in objektiver Hinsicht immer als schwer sündhaft anzusehen sind? Ich meine, dass man angesichts des derzeitig geltenden Weltkatechismus hier nur zu einer Lösung kommen kann: NEIN!

Bevor das Augenmerk auf den Katechismus der Kirche gelenkt werden soll, möchte ich auf eine Erklärung der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2003, welche ausdrücklich vom hl. Papst Johannes Paul II. gutgeheißen wurde, hinweisen. Diese Erklärung wurde am 3. Juni 2003, dem Gedenktag der heiligen Märtyrer Karl Lwanga und Gefährten veröffentlicht. Warum ausgerechnet dieses Datum gewählt worden ist, werden wir noch sehen. Nach diesem lehramtlichen Dokument der Kirche ist es katholischen Parlamentariern nicht erlaubt, naturrechtswidrigen Gesetzen zuzustimmen. Dort heißt es:

Wird der gesetzgebenden Versammlung zum ersten Mal ein Gesetzesentwurf zu Gunsten der rechtlichen Anerkennung homosexueller Lebensgemeinschaften vorgelegt, hat der katholische Parlamentarier die sittliche Pflicht, klar und öffentlich seinen Widerspruch zu äußern und gegen den Gesetzesentwurf zu votieren. Die eigene Stimme einem für das Gemeinwohl der Gesellschaft so schädlichen Gesetzestext zu geben, ist eine schwerwiegend unsittliche Handlung. Wenn ein Gesetz zu Gunsten homosexueller Lebensgemeinschaften schon in Kraft ist, muss der katholische Parlamentarier auf die ihm mögliche Art und Weise dagegen Einspruch erheben und seinen Widerstand öffentlich kundtun: Es handelt sich hier um die Pflicht, für die Wahrheit Zeugnis zu geben.[1]

Nach dieser Erklärung war schon die gesetzliche Einführung der sogenannten eingetragenen Lebenspartnerschaft in moraltheologischer Hinsicht als verwerflich anzusehen. Für das nun geltende Gesetz über die sogenannte „Ehe für Alle“ gilt das erst recht! Man fragt sich nach diesen klaren römischen Aussagen schon, ob es überhaupt noch überzeugte Katholiken in unserem Bundestag gibt bzw. zum Zeitpunkt solcher Beschlüsse gegeben hat. Von einem Protest gegen solche Gesetze habe ich jedenfalls nichts mitbekommen. Auch die sogenannten „C“-Parteien sind hier aufgrund des Zeitgeistdruckes eingeknickt. Es ist schon skandalös, dass ein großer Teil von Politikern, die sich angeblich dem christlichen Menschenbild verpflichtet wissen, einem Gesetz zugestimmt haben, welches im Kern der von Gott gesetzten Schöpfungsordnung des aufeinander Hingeordnet- und Bezogenseins von Mann und Frau zuwider läuft.

Wie ist nun die Forderung nach der Segnung homosexueller Paare vor dem Hintergrund der kirchlichen Lehre zu beurteilen? Bevor dieser Frage eingehend nachgegangen werden soll, möchte ich folgendes zu bedenken geben: Glaubt man denn allen Ernstes, dass die betroffenen homosexuellen Paare, die vor dem Standesamt eine „Ehe“ eingegangen sind, sich mit dieser katholischen Ehe-light (weil nur eines Segens würdig, weil sie eben keine Trauung sein soll!) zufrieden gäben. Indem die Kirche dann „nur“ mit dem Segen käme, läge aus deren Sicht weiterhin eine ungerechtfertigte Diskriminierung vor. Meines Erachtens ist ein solcher Vorschlag geradezu zynisch und gegenüber den Homosexuellen auch unredlich. Bereits vor diesem Hintergrund halte ich die Forderung für wenig plausibel.

Schauen wir nun auf die lehramtlichen Grundlagen, die sich zum Thema der Homosexualität äußern. Hierbei soll der Versuch unternommen werden, die Konsequenzen für unsere Fragestellung herauszuarbeiten: Im geltenden Weltkatechismus der Katholischen Kirche (vgl. KKK Nr. 2357-2359)[2] heißt es zur Homosexualität wie folgt. Im Folgenden wird der Katechismus im Wortlaut kursiv zitiert und von mir kurz erläutert:

2357 Homosexuell sind Beziehungen von Männern oder Frauen, die sich in geschlechtlicher Hinsicht ausschließlich oder vorwiegend zu Menschen gleichen Geschlechtes hingezogen fühlen. Homosexualität tritt in verschiedenen Zeiten und Kulturen in sehr wechselhaften Formen auf. Ihre psychische Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Gestützt auf die Heilige Schrift, die sie als schlimme Abirrung bezeichnet (vgl. Gen 19, 1–29; Röm 1, 24–27; 1 Kor 6,9–10; 1 Tim 1,10), hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, ‚daß die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind‘ (CDF, Erkl. „Persona humana“ 8). Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen.

Die Kirche ist aufgrund des biblischen Befundes und naturrechtlicher Überlegungen der Auffassung, dass homosexuelle Handlungen objektiv immer als schwer sündhaft einzustufen sind. Der Grund für diese moraltheologische Bewertung ist v.a. die schöpfungstheologische Dimension menschlicher Sexualität. Gott hat den Menschen in seiner Bezogenheit von Mann und Frau erschaffen. Im Einswerden von Mann und Frau manifestiert sich die Liebe der Gatten zueinander und die grundsätzliche Bereitschaft, an der Weitergabe des Lebens, am Schöpferhandeln Gottes teilzuhaben. Genau dies können homosexuelle Paare in ihren Akten eben nicht. Die homosexuelle Sexualität ist eben per naturam nicht dazu geeignet, diese Teilhabe am Schöpfungswerk zu leben.

2358 Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Verfasstheit erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.

Die Kirche will auf keinen Fall, dass Menschen mit dieser Neigung ausgegrenzt und diskriminiert werden. Jeder homosexuelle getaufte Mensch hat Anteil an der Berufung des Christenmenschen wie jeder andere Christ auch. Hier gibt es eben keinen Unterschied! Die Menschenwürde ist unteilbar. Die Kirche kommt aber nicht umhin, in objektiver Hinsicht ihr Unwerturteil über homosexuelle Praktiken auszudrücken. Die Gründe ergeben sich aus der zuvor genannten Passage. Ganz anders ist allerdings die Frage der subjektiven Zurechnung zu beurteilen! Keinem steht es zu, sich hier ein Urteil zu erlauben. Genau dies hat ja auch Papst Franziskus in diesem Zusammenhang gesagt: „Wer bin ich, zu urteilen?“. Der Papst hält hierbei allerdings ganz ausdrücklich an den Vorgaben des Katechismus fest. Dies ist die Haltung des Hl. Augustinus, der uns allen diese Mahnung mit auf den Weg gibt: „Hasse die Sünde, aber liebe den Sünder!“ und die stete Mahnung des Herrn an uns alle, auf seinen eigenen Balken im Auge zu achten und nicht sich am Splitter des anderen zu ergötzen (vgl. Mt 7,3). Keiner von uns hat das Recht, sich über die hier betroffenen Menschen zu erheben. Die Gründe, wieso Menschen zu dieser Lebensweise kommen, kennen wir nicht. Jeder hat seine geheimnisvolle Geschichte, die es zu achten gilt. Aber, die Kirche muss sagen dürfen, wenn eine Handlung in objektiver Hinsicht dem Gesetz Gottes zuwider läuft. Tut sie dies nicht, wird sie ihrem Lehrauftrag, auch in Fragen der Moral die Völker zu unterweisen, nicht gerecht.

2359 Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft –, durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.

Mit dieser Ziffer bietet der Katechismus eine Problemlösung an, die homosexuellen Menschen hilft, im Einklang mit den Geboten Gottes zu leben: Die Berufung zur Keuschheit! Das ist für viele Menschen, die in der Selbstverwirklichung die oberste Priorität sehen, eine schwere Kost. Aber die Kirche muss dies so aussprechen, da sie davon überzeugt ist, dass das Ausleben homosexueller Sexualität die Gefahr mit sich bringen kann, das Seelenheil zu gefährden. Übrigens: Wir alle sind zur Keuschheit gerufen. Dies ist keine „Last“, die man einer bestimmten Gruppe auferlegt. Nein, das ist der Weg der christlichen Freiheit, der die Sexualität nicht als Götzen missversteht und darum weiß, dass die Triebe in Bahnen geordneter Sexualität geleitet werden müssen. Diese Berufung teilen alle Christen. Und dann noch eines: Wie viele, die von sich glaubten, dass sie homosexuell seien, haben erlebt, dass sie doch noch ein Ausleben ihrer Sexualität in der Ehe zwischen Mann und Frau als großes Gnadengeschenk für ihr Leben empfangen durften? Genau diese Möglichkeit der Bekehrung wird von der mitunter sehr aggressiv auftretenden Homo-Lobby negiert. Aber nach christlichem Verständnis ist die Umkehr immer möglich. Auch das kann Hoffnung machen, genau darum zu beten und Menschen zu Rate zu ziehen, die einem dabei helfen, diesen Weg der Umkehr gehen zu können.

Aber nicht nur der Katechismus, nein auch das Leben der Heiligen gibt eine eindeutige Antwort auf die Frage, wie homosexuelle Akte moraltheologisch einzuordnen sind. Nun kommen wir zu dem Leben der Ugandischen Märtyrer, die ihr Blut gerade dafür vergossen haben, weil sie nicht bereit waren, den sexuellen Ausschweifungen ihres Königs in der Praxis Folge zu leisten. Ja, es gibt Menschen, die für die Keuschheit ihr Leben gegeben haben. Warum? Weil sie darum wussten, wie gefährlich das Leben in Unkeuschheit für das anzustrebende Seelenheil sein kann. Sie wussten um die unbedingte Geltung des göttlichen Gesetzes. Das war auch der Grund dafür, dass die eingangs zitierte römische Erklärung als Datum der Veröffentlichung den Gedenktag eben dieser Heiligen wählte. Wer waren nun Karl Lwanga und seine Gefährten? Hören wir zunächst auf die kurze Lebensbeschreibung des Kalenderblattes auf der Internetseite des Erzbistums Freiburg:

Während christliche Missionare unter König Mutesa I. in Uganda noch relativ unbehelligt ihren Aufgaben nachgehen konnten, kam es unter der Regentschaft seines Sohnes Mwanga II. (1884–88) zu brutalen Christenverfolgungen, zu deren insgesamt über hundert Opfern auch Karl Lwanga und seine Gefährten zählten.

Karl wurde 1865 in Bulima (Uganda) geboren und erhielt am 15. November 1885 das Sakrament der Taufe. Er diente als hochrangiger Page am Hof Mwangas II. und brachte etlichen der ihm untergebenen Pagen den christlichen Glauben nahe und beschützte sie vor den Zudringlichkeiten des Herrschers. Ein Minister des Königs bezichtigte die Christen am Hof schließlich eines Komplotts gegen den Monarchen, woraufhin die Gruppe um Karl (unter ihnen auch Bruno Serenkuma, ein Bruder des Königs) eingekerkert wurde. Die Gefangenen ließen trotz Folter nicht von ihrem Glauben ab. Karl spendete seinen Gefährten Trost und betete mit ihnen; einige empfingen in der Nacht vor ihrem Tod die Taufe durch Karl. Am 3. Juni 1886 wurde Karl Lwanga mit zwölf Gefährten (Achileo Kiwanuka, Ambrosio Kibuuka, Anatoli Kiriggwajjo, Bruno Serunkuuma, Gyaviira, Kizito, Lukka Baanabakintu, Mbaga Tuzinde, Mugagga, Mukasa Adolofu Ludigo, Mukasa Kiriwawanvu und Yakobo Buuzabalyawo) auf dem Berg Namugongo bei lebendigem Leibe verbrannt.

1920 sprach Papst Benedikt XV. Karl Lwanga und seine Gefährten selig. Im Rahmen des Zweiten Vatikanischen Konzils erfolgte am 18. Oktober 1964 die Heiligsprechung durch Papst Paul VI.“[3]

Man merkt an dieser zurückhaltenden Schilderung, dass die Dinge nicht mehr so ganz offen angesprochen werden. Hintergrund scheint hier die Angst zu sein, die Dinge klar beim Namen zu nennen. Das ist schon traurig. Nach dieser Schilderung beschützte der Anführer der Gruppe, der Hl. Karl Lwanga, die anderen Hofpagen vor den „Zudringlichkeiten“ des Königs. Das ist eine sehr verharmlosende Sicht der Dinge! Um welche Form der Zudringlichkeit handelte es sich denn hier? Deutlicher ist da schon das Kalenderblatt der Erzabtei Beuron:

Karl wurde 1865 in Bulimu (Uganda) geboren, 1885 getauft. In der Christenverfolgung des Königs Mwanga wurden er und zwölf Freunde, Pagen am Königshof, lebendig verbrannt, weil sie sich den perversen Wünschen des Königs widersetzten. Karl wurde 1934 zum Patron der Katholischen Aktion der Jugend Afrikas erklärt. 1964 wurde er zusammen mit seinen zwölf Freunden und weiteren afrikanischen Märtyrern heiliggesprochen.[4]

Hier ist ungeschminkt von der Gegenwehr gegen die „perversen Wünsche des Königs“ die Rede. Das Martyrologium Romanum spricht von „obszönen Forderungen“ des Königs. Gemeint sind damit die homosexuellen Begierden des damals 20jährigen Königs. Weil die Gruppe der jungen Männer um Karl Lwanga sich diesen Wünschen des Königs eben nicht gefügig machen wollten, mussten sie den qualvollen Martertod durch Verbrennen erleiden. Diese jungen Männer hätten am Hof des Königs ein Leben in Wohlstand führen können, wenn sie sich gegenüber dem sexuellen Verlangen ihres Herrschers gefügig gezeigt hätten. Genau dies verweigerten sie aber, weil sie darum wussten, dass eine solche Lebensweise dem Gebot Gottes widerspricht. Genau diese Märtyrergeschichte hatte die Glaubenskongregation vor Augen, als sie im Jahr 2003 am Gedenktag eben dieser Heiligen die oben angeführte Erklärung veröffentlichte.

Auch wir scheinen wieder in derselben Situation zu leben! Warum? Diesmal ist es nicht das Verlangen eines absolutistischen Herrschers, nein es ist das Verlangen einer libertären Wohlstandsgesellschaft, die unter dem Deckmantel der Humanität versucht, in sich ungeordnete Handlungen als dem ehelichen Akt zwischen Mann und Frau ebenbürtig hinzustellen. Die Dinge sind heute viel sublimer und daher viel gefährlicher. Es soll den Menschen weisgemacht werden, dass es die von Gott vorgesehene Ordnung sexueller Handlungen gar nicht gibt. Letztlich ist dies alles der konsequente Auswuchs eines praktischen Atheismus, der nun in unserer Gesellschaft tonangebend zu sein scheint. Traurig ist es, dass dieses Gift praktischer Gottesleugnung auch in der Kirche schleichend einzudringen scheint. Der selige Papst Paul VI. sprach ja schon vor Jahrzehnten davon, dass „Satans Rauch“ in die Kirche eingedrungen sei.

Lassen wir uns doch bitte von der Wucht des gegenwärtigen Mainstreams nicht einschüchtern. Nehmen wir uns den Mut eines Karl Lwanga vor Augen und widersprechen in aller Deutlichkeit jedwedem Versuch, die schöne Ordnung, die Gott in seine Schöpfung gelegt hat, zu zerstören. Schließen möchte ich mit einem Blick in die Ökumene. Ganz eindrucksvoll fand ich in diesem Zusammenhang die klare Stellungahme des leitenden Bischofs Voigt von der Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland, der die Dinge am Vorabend des Gesetzesbeschlusses zur sog. „Ehe für Alle“ meines Erachtens nach ganz treffend auf den Punkt brachte:

„‘Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.‘ (Apostelgeschichte 5,29) Ja, demokratisch beschlossene Gesetze haben natürlich auch für lutherische Christinnen und Christen eine unbedingte Gültigkeit. Jedoch hat jede staatliche Ordnung ihre Grenze an der Gewissensbindung des Einzelnen an Gott. Auch Mehrheiten können irren, dies sollten wir nicht vergessen. So wird die sehr einfache Wahrheit, dass bis zum Ende der Zeit ein Mann und eine Frau zusammenkommen und ein Kind zeugen, am besten natürlich in lebenslanger Liebe und Verantwortung füreinander, durch kein Gesetz der Welt abzuschaffen sein.“[5]

Dieser Bewertung ist auch aus katholischer Sicht nichts hinzuzufügen. Ich hätte mir gewünscht, dass sich unsere Bischöfe im Vorfeld der Abstimmung ebenso klar geäußert hätten. Dies ist ein schönes Beispiel, wie hilfreich der Blick in die Ökumene sein kann. Dieser Seitenblick ist zudem umso beeindruckender, weil nach lutherischem Verständnis die Ehe nur ein „weltlich Ding“ ist.

Wir Katholiken müssen hier noch mit einer viel größeren Ehrfurcht an das Thema herangehen, ist die Ehe doch nach unserem Verständnis ein von Jesus Christus eingesetztes Sakrament der Kirche. Nach alldem Gesagten ist eine Forderung des kirchlichen Segens für homosexuelle Paare eindeutig abzulehnen. Wir müssen Gott eben mehr gehorchen als den Menschen. Heiliger Karl Lwanga, erbitte uns vor Gottes Thron diesen Mut des Widerstandes gegen alle Versuche, das Gesetz Gottes mit Füßen zu treten!

[1]

http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20030731_homosexual-unions_ge.html.

[2] Zit. nach Katechismus der Katholischen Kirche. Neuübersetzung aufgrund der Editio Typica Latina, München 2005.

[3] http://www.erzbistum-freiburg.de/html/heilige/heiliger.html?t=ee40f33b35fcbc9997543fb87c30e626&tto=&&id=591.

[4] http://www.erzabtei-beuron.de/schott/register/proprium.kal/schott_anz/index.html?file=proprium/Juni03.htm.

[5] http://selk.de/index.php/newsletter/2307-stellungnahme-ehe-fuer-alle-29-06-2017

„Wallraffing“ bei der AfD

Der Bergriff „Wallraffing“ kommt aus Schweden, womit man dort den Recherchestil des berühmt-berüchtigten Autors und Journalisten Günter Wallraff bezeichnet. Wallraff, „der sich meist mit anderer Identität in das unmittelbare Kernumfeld des Reportage-Ziels einschleuste“.

Just vor der Bundestagswahl wurde denn die AfD ebenfalls Beute des „Wallraffing“. Jedoch nicht durch den Erfinder der Methode selbst, sondern durch einen „Krimi-Autor“ namens Leif Tewes. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich jedoch ein IT-Unternehmer aus dem Rhein-Mein-Gebiet, der dort auch sein (Un)Wesen treibt.
Tewes will – wollte – mit sogenannten „Gegenlesungen“ aus seinem Roman den Wahlkampf der AfD in Hessen hintertreiben, schrieb die Frankfurter Rundschau.
Auf den Vorgang bin bei der Lektüre meiner Regional-Gazette gestoßen, in der emphatisch von so einer „Gegenlesung“ in der hiesigen Buchhandlung meines Mißtrauens berichtet wurde. (Eine Buchhandlung, die sich schon mal mit Zensurmaßnahmen gegenüber Sarrazin-Bücher nicht nur im Ort einen Namen gemacht hatte.)

Worum geht es? Der „Autor“ hatte sich mit einer falschen Identität in den AfD-Kreisverband Offenbach eingeschlichen und dort und im weiteren Umfeld ein Jahr lang „recherchiert“. Über seine Erfahrungen an einem AfD-Stammtisch berichtete er dann der Hessen-Pravda:
„Gruselig. In zweifacher Hinsicht. Erstens war es exakt so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Der Raum, die Leute, alles. Und wenn man das dann sieht, so ein Hinterzimmer in einer gutbürgerlichen Gaststätte, schaut sich die Leute an, ganz normale Durchschnittsleute, und wenn die dann den Mund aufmachen – was man auf den Parteitagen zu hören bekommt ist ja schon geschliffen – dann wird es richtig gruselig.“
Der Partei-Kern bestehe aus Scharfmachern, meint er und besonders junge Leute in der AfD gehörten zu diesem „gruseligen“ Kern. Aus seinen „Erfahrungen“ strickte nun der taktische Defraudant einen Krimi – einen „Roman Noir“, wie er sagt – von dem es in einer Rezension heißt:
„Leif Tewes liefert zu aktuellen Themen ›Fake-News‹, ›Rechte Propaganda‹ und ›Islamistischer Terror‹ eine verschlungene Reise, die vom Rhein-Main-Gebiet über das Ruhrgebiet bis nach Syrien führt. Macht, Verführung und Lügen erweisen sich als elementare Zutaten eines Wahlkampfes, der sich durch die Medien und das Internet wie ein Lauffeuer verbreitet.“

Schon in einem früheren Krimi ging es dem Verfasser um Gier und Macht; ein Autor der von sich sagt „Ich glaube an das Schlechte im Menschen“.
Sinnigerweise werden seine Bücher denn von einem Verlag namens „Größenwahn“ herausgebracht.

Zur Ehre dieses literarischen Denunzianten mus man berichten, dass er sich noch vor der Wahl gegenüber „seinem“ AfD-Vorsitzenden geoutet hat. Der nahm das wohl recht gelassen und nüchtern auf. Zu recht, denn sehr erfolgreich war diese geplante Hintertreibungs-Aktion nicht, wie es auch die Ergebnisse vom Wahlsonntag aus dem Rhein-Main-Gebiet abbilden.

Kriminalstatistik aus Bayern

Die Süddeutsche Zeitung berichtet:

Zahlen, die verstören

… Berichte über Vergewaltigungen und Grapschen schienen sich zuletzt zu häufen. Die Zahlen, die Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag zur Kabinettssitzung mitgeteilt hat, zeichnen ein erschreckendes Bild: In den ersten sechs Monaten des Jahres sind demnach in Bayern fast 50 Prozent mehr Vergewaltigungen angezeigt worden als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt tauchen in der Statistik 685 Fälle auf. Die Zahl der Taten, die Zuwanderern zugeordnet wurden, stieg um 91 Prozent auf 126 Übergriffe. Der Anteil der Zuwanderer an allen sexuellen Vergehen: 18 Prozent.

 

Ein „humanistischer“ Gymnasiallehrer gegen einen katholischen Theologen

Daniel Krause widerspricht der christlich geprägten Islamkritik von David Berger

V0n Felizitas Küble

Seit Jahren warnt der Publizist, Philosoph und katholische Theologe Dr. David Berger (siehe Foto) vor einer Islamisierung Deutschlands und Europas – und auch weltweit.

Bei aller Kritik an kirchlichen Verhältnissen beruht seine Ablehnung des Islam(ismus) auf einem christlichen, klassisch-philosophischen, freiheitlichen und wertkonservativen Ansatz.

Dem widerspricht der Gymnasial-Lehrer Dr. Daniel Krause am heutigen 15. August 2017 auf „Philosophia Perennis“, einer Internetseite von Dr. Berger, weitgehend. Im Sinne der Meinungsfreiheit läßt Berger seinen Kritiker ausführlich zu Wort kommen: https://philosophia-perennis.com/2017/08/15/verherrlichung-des-christentums-in-david-bergers-islamkritik/

Das ist tolerant und ehrenwert, zumal ihm Krause in der Sache teils scharf widerspricht.

Es würde zu weit führen und einen ellenlangen Artikel ergeben, sich mit allen Aspekten dieser Entgegnung zu befassen, zumal darin Detailfragen angesprochen werden, die nicht unbedingt von allgemeinem Interesse sind.

Es seien hier einige Punkte des Artikels, die grundsätzliche Themen berühren, aufgegriffen, wenngleich eher stichwortartig:

  1. Dr. Krause schreibt: „Was Islamkritiker an der vermeintlichen mohammedanischen „Friedensreligion“ zu Recht kritisieren, ist im Wesentlichen auch im Christentum vorzufinden. Zentrales Wesensmerkmal von beiden Religionen ist der Totalitarismus  –  ihre jeweiligen Anhänger sollen nur an einen Gott glauben.“  –  Der Autor gehört offenbar zu jenen Zeitgenossen, die im Monotheismus als solchem eine „Friedensgefahr“ und ein starkes Aggressionspotential erblicken. Wäre dem so, wie kommt es dann, daß sich das Judentum im wesentlichen als friedliche Religion erweist? Ist Israel etwa nicht die einzige rechtsstaatliche Demokratie im Nahen Osten?
    Falls der Autor beim Thema Christenheit an die Kreuzzüge denkt, so darf er gerade als Islamkritiker zur Kenntnis nehmen, daß es sich hierbei um Verteidigungs- bzw. Befreiungskriege gegen islamische Aggressionen bzw. Eroberungen handelte. (Das rechtfertigt nicht die z.T. schlimmen bzw. unverhältnismäßiten Methoden der Kreuzzüge, sondern erwähnt das grundsätzliche Recht auf Verteidigung gegen Angriffskriege.)  –  Weitere Hinweisen dazu in diesem Artikel von Dr. Udo Hildenbrand: Kein Vergleich – Elf Fakten zur Gewalt im Christentum und Islam
    Der Gottesglaube als solcher führt nicht zum Totalitarismus, sondern vielmehr eine fehlende Unterscheidung zwischen Person und Sache, wie sie im Islam geradezu system-immanent ist. Der hl. Augustinus prägte einst den treffenden Ausspruch: „Hasse den Irrtum, aber liebe den Irrenden.“ – Im Koran wird auch der (vermeintlich) Irrende gehaßt, nicht allein die Irrlehre als solche.  – Wenn sich Vertreter der Kirche nicht an diesen Grundsatz gehalten haben, ist das höchst bedauerlich, ändert aber nichts am christlichen Grundprinzip. Der Mißbrauch einer Sache spricht nicht gegen die Sache selbst  – und das „Christentum“ ist nicht dasselbe wie die „Christenheit“.
  2. Sodann behauptet der Verfasser: „Ein weiteres Merkmal: Glaubenssysteme dulden keinen Individualismus, Menschen sind „Opfertiere“ fürs Kollektiv: „Führer befiehl, wir folgen dir“, „Die Partei hat immer Recht“, „Dein Wille geschehe“, „Allah hat es so gewollt.“. Jedes „Ich“ geht ins „Wir“ über, in erzwungene Brüderlichkeit. Jeglicher Individualismus würde das Funktionieren der Glaubenssysteme stören. Islam, Christentum, Kommunismus und Nationalsozialismus sind diesbezüglich auf dem gleichen Holz gewachsen.“  –  Diese reichlich steile These wirft alles in einen totalitären Sack und prügelt heftig darauf. Nun ist der Islam tatsächlich von der Tendenz her fatalistisch geprägt, „schicksalshaft“ denkend nach der Devise: „Allah läßt wachsen.“
    Demgegenüber glauben Judentum und Christentum an den göttlichen Auftrag: „Macht euch die Erde untertan!“  – Damit ist keine Unterdrückung der Schöpfung gemeint, sondern ihre aktive Pflege, was den zivilisatorischen Fortschritt begünstigt hat.
    (Auch hier spricht der Mißbrauch   – etwa im naturfeindlichen Fortschrittswahn  –   nicht gegen das Anliegen als solches.) Die Folgen der islamischen Neigung zum Fatalismus sind klar erkennbar: Israel und die christlichen Länder sind zivilisatorisch den islamischen Staaten weit überlegen (Ausnahmen bestätigen die Regel).
  3. Außerdem schreibt Krause, daß die von ihm kritisierten totalitären „Glaubenssysteme“ kein „individuelles Lustempfinden“ dulden wollen: „Denn individuelles Lustempfinden macht jedes Kollektiv unberechenbar, Sexualität darf nur einem einzigen Zweck dienen: der Obrigkeit ein Kind zu schenken. Nur als solches Mittel wird Sexualität geduldet. Niemals als Ausdruck der Lebenslust.“  –  Sowohl das Judentum wie das Christentum sehen keineswegs den einzigen Sinn der Sexualität in der Fortpflanzung. Vielmehr geht es auch um das Wort Gottes im Paradies „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei“, so daß Gott die Eva als (Ehe-)Partnerin des Adam erschuf. Folglich betrachtet die katholische Kirche auch ein Ehebündnis von sicherlich unfruchtbaren Paaren (z.B. jene über sechzig Jahre) als sakramentale Ehe. Wäre Fruchtbarkeit der einzige Zweck der Ehe, dann ergäbe dies keinen Sinn.
    Zudem stimmt es nicht, daß Kommunismus und Nationalsozialismus pauschal als lustfeindlich einzustufen sind, eher umgekehrt. Während das biblische Ethos die eheliche Sexualität zu schätzen weiß, hat der Leninismus in den 20er Jahren staatlicherseits eine ehefeindliche sexuelle Freizügigkeit begünstigt – und erst das Ruder umgeworfen, als die Verhältnisse infolgedessen völlig außer Kurs gerieten
    (soziale Verwahrlosung von Kindern, zerrüttete Familien etc).  – Auch der Nationalsozialismus vertrat z.T. eine hedonistische Sexual(un)moral, etwa indem zu unehelichen Schwangerschaften (vgl. z.B. den Himmler-Befehl an die „arischen“ SS-Männer) animiert und zudem der Ehebruch strafrechtlich liberalisiert wurde. (Näheres dazu in dieser Studie einer feministischen Autorin: http://literaturkritik.de/id/13161)
  4.  Der Autor betont außerdem, daß „unsere heutigen Freiheiten gegenüber dem Christentum erst errungen werden“ mußten und fügt hinzu: „Hierzu gehören selbstverständlich auch das uneingeschränkte Recht auf aktive Sterbehilfe und auch das uneingeschränkte Recht auf Abtreibung im Sinne der Selbstbestimmung über den eigenen Körper, ein nicht diskutierbarer Wert eines aufrichtigen Humanismus.“  – Jetzt soll also die totale Tötungsfreiheit gegen ungeborene Kinder nicht einmal „diskutierbar“ sein   – da werden aber auch viele „aufrichtige Humanisten“ dem Verfasser deutlich widersprechen, denn auch unter ihnen gibt es überzeugte Lebensrechtler.
    Dasselbe gilt für eine totale Freiheit der „aktiven Sterbehilfe“  –  einmal abgesehen davon, daß diese Mentalität bereits im nationalsozialistischen Totalitarismus  –  staatlich instrumentalisiert  –  mörderisch gegen Behinderte und psychisch Kranke eingesetzt wurde. Grundsätzlich hat sich der Staat schützend vor das menschliche Leben zu stellen. Auch Schwerkranke wollen nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines Menschen sterben. Wirkliche Sterbehilfe besteht  –  neben Schmerzlinderung  –  vor allem in der menschlichen Zuwendung bis zuletzt. Auch Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer in der Hospizarbeit bestätigen dies immer wieder.
  5. Abschließend teilt Krause mit: „Als Lehrer weise ich immer wieder querulante Eltern zurecht, welche sich religiös motiviert gegen Gender-Mainstreaming oder gegen die Thematisierung von Homosexualität und Transsexualität im Unterricht wehren…Und gerade auch im Zusammenhang mit Schulpolitik sollten wir nicht die Abgründe des katholischen Arbeitsrechts ignorieren: Scheidung, Homosexualität, Abtreibung und allein schon Atheismus reichen auch, damit z.B. eine Schule in katholischer Trägerschaft einer Lehrerin oder einem Lehrer die Einstellung verweigern kann.“ 
    Erstens ist eine Scheidung allein für sich genommen durchaus kein Verweigerungsgrund, sondern erst eine zivile Wiederverheiratung. Ähnliches gilt im Falle der Abtreibung, die als Privatsache bei einem Einstellungsgespräch i.d.R. ohnehin nicht zur Sprache kommt. (Lediglich dann, wenn jemand öffentlich ein Ja zur Abtreibung propagieren würde, wäre dies  – zu Recht  – ein Einstellungshindernis.)
    Sodann braucht Krause den angeblich „querulanten“
    (!) Eltern seiner Schüler nicht oberlehrerhaft vorzuschreiben, aus welchen Gründen sie sich gegen Gender-Mainstreaming wenden  –  ob diese nun religiös, humanistisch, politisch oder wie auch immer motiviert sind. Etwas mehr Respekt vor dem natürlichen Erziehungsrecht der Eltern, das  –  auch laut unserer Verfassung – vorrangiger ist als der schulische Bildungsauftrag, erscheint hier angebracht. (Artikel 6 des GG: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“)
    Immerhin ist dieses fundamentale Elternrecht zugleich ein Abwehrrecht gegenüber staatlicher Bevormundung und Allmachtsallüren, wie dies im NS-Staat erfahren wurde, der bereits versuchte, die Jugend zu indoktrinieren und ihren Eltern zu entfremden.

Quelle: https://charismatismus.wordpress.com/

Der rote Raffzahn

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Woanders gelesen

Kriminalstatistik 2016 – Merkels Saat der Gewalt geht auf

Von Georg Martin *)

veröffentlicht auf conservo

Was jedem politisch Interessierten seit langem schwante, wird nun nach Vorlage der Kriminalstatistik 2016 zur entsetzlichen Sicherheit: die Gewaltkriminalität in Deutschland explodierte und dies besonders durch kriminelle Asylanten und Migranten, die Bundesinnenminister de Maizière absichtlich falsch auch noch verharmlosend als “Zuwanderer„ bezeichnet. Innenminister de Maizière zeigte sich bei der Veröffentlichung der Kriminalstatistik (Zitat) “besorgt über die besorgniserregende Verrohung der Gesellschaft“.

Nein, Herr de Maiziere, nicht die deutsche Gesellschaft ist verroht, sondern Sie ließen vorsätzlich verrohte Asylanten und Migranten, ihre sogenannten „Zuwanderer“, in unserer bis dahin friedliches Land. – Das ist die Wahrheit, Herr Minister, hören Sie auf, uns ständig mit rhetorischen Kunststückchen täuschen zu wollen!

Ihre Darstellungen sind an billigem Zynismus nicht mehr zu überbieten. Haben Sie es doch als zuständiger Ressortminister maßgeblich mit zu verantworten, dass diese katastrophalen Zustände nun in Deutschland herrschen, weil auch Sie nach der Staatsrecht brechenden Grenzöffnung im September 2015 durch Kanzlerin Merkel keine rechtlichen Schritte unternahmen, um den massenhaften Einfall von illegalen und zum Teil verrohten Asylanten und Migranten zu stoppen, werter Herr de Maiziere.

Als zuständiger Bundesinnenminister ist de Maizière für die Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit zuständig, doch 2015 und 2016 unterstützte der Bundesinnenminister den Verfassungsrecht brechenden Kurs Merkels unwidersprochen durch Wegschauen und Geschehen lassen.

Heute tut die Bundesregierung und die CDU/CSU scheinheilig so, als habe sie ursächlich nichts mit dieser katastrophalen Entwicklung zu tun, als hätten andere diese Zustände zu verantworten. So zeigt zum Beispiel im NRW-Landtagswahlkampf der CDU-Spitzenkandidat Laschet zum Thema innere Sicherheit in NRW mit dem Finger auf die rot-grüne Landesregierung. Sicherlich hat die rot-grüne Landesregierung, hier besonders der ultralinkspopulistische SPD-Innenminister Jäger, die Situation im Lande NRW noch weiter verschlimmert, weil dieser im Punkte Terrorabwehr durch Nichtstun bzw. durch Nichtswissenwollen politisch völlig versagte.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es die CDU-Kanzlerin Merkel war, die mit ihrem eindeutigen Rechtsbruch und kontrollierten Grenzöffnung auch dem Verbrechen in Deutschland Tür und Tor weit öffnete.

Deshalb verwundert es den kritischen Beobachter auch nicht, dass laut Kriminalstatistik 2016 besonders Gewalt-Delikte mit zweistelligen Prozentpunkten zunahmen. So nahmen zum Beispiel Tötungsdelikte um 14,3 %, sexuelle Nötigung und Vergewaltigungen um 12,8 % schwere Körperverletzungen um 9,9 % zu, was man mit einem Blick in die diversen Medien jeden Tag selbst feststellen kann.

Für diesen gewaltigen Zuwachs dieser schweren Straftaten sind vor allem kriminelle Asylanten und Migranten verantwortlich, die Opfer sind meist Deutsche.

Insgesamt wurden in Deutschland im Jahre 2016 rd. 175.000 schwere Straftaten durch Asylanten und Migranten begangen. Damit wurde statistisch gesehen durchschnittlich ca. jeder 7. Asylant/Migrant in Deutschland 2016 straffällig. Weiterhin bedeutet das, dass statistisch jeden Tag in Deutschland durchschnittlich 480 schwere Straftaten durch Asylanten/Migranten begangen werden. Der tägliche Blick in nichtregierungshörige Medien bestätigt diese unvorstellbaren Zustände.

Dies alles sind die unmittelbaren Folgen der wahnsinnigen Politik der Merkelschen Willkommenskultur von 2015 und 2016. Und die rot-grünen Gutmenschen klatschen auch noch Beifall am Zusammenbruch unserer Kultur und unserem Staat, an der zunehmenden Anarchie in Deutschland.

Auch die politisch motivierten Straftaten von Ausländern in Deutschland wuchsen von 2015 auf 2016 um sage und schreibe 66,5 %, auf 3.372 Straftaten. Das ist ein Indiz dafür, dass ethnische und politische Konflikte von Ausländern zunehmend auch nach Deutschland exportiert und nun auf deutschem Boden ausgetragen werden. Dabei stechen besonders innertürkische Konflikte hervor. Das muss jeden aufmerksamen Bürger alarmieren, denn das hat Bürgerkriegspotenzial auch für Deutschland, nicht nur für die Türkei.

Eine Folge dieser begangenen Straftaten sind überfüllte Gefängnisse in Deutschland. So besitzt in NRW aktuell jeder 3. Gefängnisinsasse keinen deutschen Pass, das sind 5.500 Gefangene von insgesamt rund 16.500 Insassen. Das sagt vieles aus, nein, das sagt alles aus!

Nun, wo immer offensichtlicher wird, wie sehr der unbegrenzte Zuzug von Asylanten, Migranten und Ausländern die politische Auseinandersetzung von nicht deutschen Ethnien die innere Sicherheit Deutschlands gefährden, wovor besonnene Kritiker seit Jahren vergeblich warnten, nun fordert de Maizière plötzlich in seiner verantwortungslosen Hilflosigkeit ausgerechnet die geplagten Bürger dazu auf (Zitat) “Respekt und Maß und Gewaltlosigkeit wieder Geltung zu verschaffen und die Polizei nicht alleine zu lassen“. Das sei eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Als besonders niederträchtig nannte es de Maizière, dass Gewalttaten gegen Rettung-und Sanitätskräfte zunehmend verübt würden. Weshalb fordert de Maiziere das nicht hart von den Straftaten begehenden Asylanten und Migranten ein? Wieso fordert de Maiziere das von der deutschen Bevölkerung ein, also von Opfern, und nicht von den ausländischen Straftätern ein?

Bei solchen widerwärtig heuchlerischen Worten steigt dem kritischen Bürger die Zornesröte ins Gesicht. Zuerst tritt die Bundeskanzlerin und die Bundesregierung das Grundgesetz mit Füßen, indem sie sich eigenmächtig über den Schutz der Staatsgrenzen und den Schutz seiner Bürger hinwegsetzt und, indem jeder und alles diffamiert und sozial zerstört wird, der es wagt, an der unverantwortlichen Asylpolitik Merkels Kritik zu üben. Und nun bittet diese Regierung des Unrechts ausgerechnet die wehrlose Zivil-und Opfergesellschaft um Hilfe. Dieses widerwärtige, verlogene Verhalten des Merkel-Regimes ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten.

Der scheinbar hilflose Aufruf eines maßgeblichen Mitglieds der Bundesregierung an die Bevölkerung lässt den Schluss zu, dass der Bundesregierung und ihren exekutiven Organen die Kontrolle über die innere Sicherheit im Lande sowie über die der öffentlichen Ordnung entglitten ist. Für diesen Fall sieht das Grundgesetz im Artikel 20 (4) ein Widerstandsrecht der Bevölkerung gegenüber dieser verantwortungslosen und hilflosen Regierung vor. Es scheint nun in der Tat Aufgabe der Bevölkerung zu werden, die öffentliche Ordnung im Lande selbst in die Hand zu nehmen und wieder für Recht zu sorgen, so wie das de Maiziere nun von der deutschen Bevölkerung einfordert.

Aber das ist erst der Anfang der Katastrophe. So meldete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den deutschen Sicherheitsbehörden, dass im Zuge der durch Merkel vorsätzlich verursachten Massenmigration wahrscheinlich auch mehrere tausend Taliban-und IS Kämpfer als Flüchtlinge nach Deutschland eingereist sind, worüber nur der“ Spiegel“ eher beiläufig berichtete. Wir werden in Kürze hier erleben, dass durch Asylanten und Migranten initiierte Gewalt und Terror in Deutschland noch viel weiter zunehmen werden, wenn hier nicht die Notbremse hart gezogen wird.

Wie sehr die deutschen Gesetze und Werte mittlerweile in Deutschland eruiert und mit Füßen getreten werden, wird auch am bundesweit bekannten Fall des im Mai 2016 zu Tode geprügelten 17-jährigen Niklas Pöhler in Bonn-Bad Godesberg sichtbar: Der mutmaßliche Täter, der polizeibekannte marokkanische Intensivtäter Walid S., wird nach aktueller Aussage der Bonner Staatsanwaltschaft wahrscheinlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen werden … und darf dann weiterhin schwere Straftaten begehen, darf dann weiterhin ungesühnt deutsche Jugendliche totschlagen. Ein unerträglicher Justiz-Skandal!

Das alles zeigt, dass der deutsche Staat nicht mehr in der Lage und scheinbar auch nicht mehr willens ist, seine Staatsbürger zu schützen. Dieser Umstand wird unweigerlich in eine Anarchie und in einen Bürgerkrieg führen müssen.

Wie lange wohl noch wird es sich die deutsche Opfergesellschaft gefallen lassen, dass dieser Staat, dass dieses Regime nicht mehr ihre Bürger schützen kann und offensichtlich auch nicht mehr schützen will? Wann ist endgültig die Geduld der Bürger hier im Lande zu Ende? – Es wird allerhöchste Zeit!

Georg Martin ist Dipl.-Ing., freiberuflicher Unternehmensberater, Freidenker und deutscher Patriot sowie seit langer Zeit Kommentator bei conservo.

Woanders gelesen – Flüchtlingsfetischismus an Ostern: Kardinal Marx, beenden Sie endlich dieses skandalöse Trauerspiel!

von David Berger – philosophia perennis

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Flüchtlingsfetischismus an Ostern: Kardinal Marx, beenden Sie endlich dieses skandalöse Trauerspiel!

Wein trinken und Wasser predigen? Kirchenfürst Marx (c) Screenshot youtube

(David Berger) Das Osterfest naht und damit die tagespolitische Instrumentalisierung der Mysterien des Christentums. Während solcher Missbrauch des Glaubens bislang in Deutschland eine Domäne der Protestanten war, holen derzeit die Katholiken kräftig auf.

Und das nicht nur im Bereich der „Fürbitten“, die bereits seit langem ein Einfalltor für die ideologische Umnutzung des Gottesdienstes darstellen. Jetzt geht es zunehmend ans Eingemachte.

Als ganz wesentliche Protagonisten der Aufarbeitung des katholischen Missbrauchsdefizits gelten dabei die Kardinäle Woelki von Köln und Marx von München.

800px-StaUrsulaCepleanuBeide huldigen einem Flüchtlingsfetischismus, der zum ersten mal so richtig sichtbar wurde, als Woelki die altehrwürdige Fronleichnamsliturgie auf einem Flüchtlingsboot feierte.

Wie einst den Reliquien der 11.000 heiligen Jungfrauen, die der Legende nach mit der heiligen Ursula in Köln – auch in einem Boot – eingetroffen sein sollen (Bild links), wurde dieser neuen Reliquie nun der Kniefall und die Beweihräucherung (Inzens) zuteil.

Noch wilder freilich treibt es schon seit längerem sein Mitbruder aus der bayrischen Landeshauptstadt, der zuletzt durch die Medien ging, als er vor lauter Islam-Appeasement sein Brustkreuz bei einem Besuch auf dem Tempelberg versteckte.

Bei der heutigen Gruündonnerstagsmesse ist als große mediale Attraktion angekündigt, dass er diesmal im Münchner Liebfrauendom zwölf Frauen und Männern die Füße waschen will, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Bereits im Jahr 2014 hatte Marx seine Gefügigkeit gegenüber dem damaligen Refugees welcome-Zeitgeist gezeigt, als er das altehrwürdige Ritual, das den Lehrern der Alten Kirche gar als Sakrament galt, missbrauchte, indem er Flüchtlingen medienwirksam die Füße wusch.

Während er sich für diese Aktion des Applauses von Politik und Nannymedien sicher sein kann, ist im Internet der Ärger über die peinliche Show, die uns bevorsteht, groß:
Ein Kommentator schreibt:

„Show must go on! Marx muss die millardenschwere Asylindustrie am Laufen halten.

Caritas 617.000 Angestellte
Diakonie 464.000 Angestellte
VW 272.000 Angestellte

Am Idealsten sind natürlich die Ehrenamtlichen, die glauben mit ihrem Amt können sie sich einen Platz im Himmel erkaufen. Da kann man schon ein paar Füße waschen. Ob sich Marx die Hände dann in Unschuld waschen kann, ist was anderes. Die Schuld an jedem Verbrechen das jetzt von einem Flüchtling begangen wird, liegt an den Gutmenschen. Aber es ist ein optimales Geschäftsmodell: zuerst holen wir Gewalttäter, dann haben wir traumatisierte Opfer, die wir wieder betreuen müssen.

Wenn Marx ein Mensch wäre, würde er Opfern von Gewalttaten, wie z. B. der vergewaltigen Frau auf dem Zeltplatz, die Füße waschen, UND sich zu seiner Schuld bekennen!“

Eminenz, Sie wissen sicher, dass das Wort „grün“ in „Gründonnerstag“ von „greinen“ – weinen kommt. Wenn man verfolgt, wie sie das Heiligste, das wir im Katholizismus haben – es ist nicht das Geld, sondern die Liturgie – für ihre zurecht reichlich umstrittene politische Privatmeinung missbrauchen, ist einem zum Heulen.

Die Liturgie gehört nicht ihnen, sie sind nur zum Verwalter der Feier der göttlichen Geheimnisse bestellt: Beenden Sie daher endlich dieses skandalöse Trauerspiel!

Woanders gelesen:

Prof. Rolf Sieferle† an Michael Klonovsky

M.E. ein wichtiges Zeitdokument eines klarsichtigen Analytikers, das weiter verbreitet werden sollte. Gefunden habe ich es hier.

Der Heidelberger Historiker Rolf Peter Sieferle schied am 17. September dieses Jahres aus dem Leben. Drei Wochen vorher schrieb er mir einen Brief, den ich hier dokumentiere

Professor Sieferle lehrte zuletzt Allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Seine Mail an mich ist datiert auf den 26. August 2016. Ich kannte ihn als Leser seiner Bücher, persönlich begegnet sind wir uns nie, und wir hatten auch keinen brieflichen Kontakt. Ich erfuhr erst gestern auf der Buchmesse, dass Sieferle seinem Leben ein Ende gesetzt hatte. Er soll zwei fertige Buchmanuskripte hinterlassen haben. Dass die Nachricht keine Schlusswendung enthält, interpretiere ich als ein Signal, dass sie nicht nur an mich adressiert war.

„Sehr geehrter Herr Klonovsky,

seit einiger Zeit lese ich gerne Ihre Acta diurna, deren ungewöhnlicher Scharfsinn, verbunden mit brillanter Formulierung, mir ausgesprochen gut gefällt. Ich schreibe normalerweise keine Leserbriefe, denke aber, daß es sinnvoll ist, etwas zum Spannungsfeld AfD-Antisemitismus zu sagen, auf das Sie ja jüngst eingegangen sind. Da Sie in meiner Wahrnehmung zu den wenigen Zeitgenossen gehören, die inhaltlichen Argumenten zugänglich sind, möchte ich etwas weiter ausholen und diese Frage in einen allgemeineren aktuellen politischen Kontext stellen:

Mit der Öffnung der Grenzen für Immigranten ‚ohne Obergrenze‘, die Merkel im Sommer 2015 verkündete, erfüllte sie einen zentralen Wunsch des gesinnungsethischen Lagers, das mittlerweile von der SPD über die Grünen bis zur Linkspartei reicht. Widerstand gegen diese verantwortungslose Politik konnte nur noch aus den eigenen Reihen kommen, vor allem aus der CSU, doch stand man hier vor dem Problem, daß ein Sturz Merkels auch die eigene Machtposition verschlechtert hätte, ohne an der Sache wirklich etwas ändern zu können. Die politische Alternative, eine auch 2015 rechnerisch mögliche rot-rot-grüne Koalition, hätte die Merkelsche Politik verschärft fortgeführt. Inhaltlich standen die Widersacher Merkels innerhalb der Union daher vor der Alternative zwischen schlimm und schlimmer.

Merkel befand sich damit in einer idealen Lage: Eine Opposition von links gab es nicht, da sie ja selbst die Politik der Linken vollzog. Eine Opposition von rechts gab es (innerparlamentarisch) ebenfalls nicht, denn auch der CSU saß das Hemd des Machterhalts näher als der Rock der Prinzipienpolitik. Kurzfristig und unter taktischer Perspektive war Merkel also in einer idealen, da ‚alternativlosen‘ Position, da sie keine ernsthafte Opposition, geschweige ein Mißtrauensvotum angesichts ihrer abenteuerlichen Politik fürchten mußte.

Betrachtet man das gesamte politische System, so war die Lage fatal. Die Bevölkerung merkte allmählich, daß durch diese Politik ihre vitalen Interessen verletzt wurden, doch gab es auf dem herkömmlichen Weg keine Möglichkeit, diesen Unwillen zu artikulieren. Normalerweise würde man erwarten, daß im Parlament einem Regierungsblock ein Oppositionsblock gegenübersteht, den man wählen kann, wenn einem die Politik der Regierung mißfällt. Merkel hat es geschafft, diesen urdemokratischen Mechanismus außer Kraft zu setzen, da nun die einzige innerparlamentarische Opposition gegen ihre Politik selbst Teil der Regierung war und sich deshalb mäßigen mußte. Für die Wähler bedeutete dies, daß sie einem totalitär-geschlossenen Block gegenüberstanden, bei dem sie wählen konnten, was sie wollten, ohne daß dies Auswirkungen auf die eigentlich entscheidenden Fragen hatte.

Es spricht für die Flexibilität der Institutionen der Demokratie, daß nicht nur der Ausweg einer außerparlamentarischen Opposition offen blieb, sondern daß mit der AfD eine Partei entstehen konnte, die tatsächlich eine (konkret: die einzige) Alternative zum Konsensblock anbot. Der Allparteienblock unter der Führung von Merkel betrieb eine Politik, die laut Wählerumfragen von immer weniger Bürgern gebilligt wurde. Mitte 2016 stand nur noch weniger als die Hälfte der Bevölkerung hinter der Regierungspolitik. Angesichts dessen könnte man eigentlich erwarten, daß die AfD mehr als die Hälfte der Stimmen bekommt. Die einzige Möglichkeit, im politischen Raum nein zu sagen, bestand darin, AfD zu wählen.

In dieser Situation bestand die Taktik des politisch-medialen Blocks darin, die AfD als unwählbar zu stigmatisieren. Das war zunächst relativ einfach. Der Funktionärskörper der AfD setzte sich zu einem großen Teil aus politischen Anfängern und Dilettanten zusammen, wozu noch ein Schuß Phantasten und Querulanten kam. Das ist bei Protestparteien auch nicht anders zu erwarten, und bei den Grünen z.T. bis heute der Fall, betrachtet man etwa prominente Figuren wie Claudia Roth, die man eher im Kabarett als im Bundestag erwarten würde. Auch über die Päderastenschwärmerei auf den frühen grünen Parteitagen breitet man heute lieber den Mantel des Schweigens.

Bei der AfD ist dies etwas problematischer. Der Antifaschismus gehört seit den Anfängen zur Staatsräson der Bundesrepublik, und keine ernsthafte politische Partei kann es sich leisten, auch nur in die Nähe des Verdachts zu geraten, sie sei ‚rechtsradikal‘ oder ‚antisemitisch‘. Die Strategie der Diskriminierung mußte daher darauf zielen, die AfD in der Wahrnehmung der Wähler in die Nähe rechtsradikaler oder antisemitischer Positionen zu bringen. Wenn dies gelang, konnte der verbreitete ‚Kampf gegen rechts‘ gegen die AfD gerichtet werden, und damit wäre die einzige Opposition gegen das Regierungskartell ausgeräumt.

Umgekehrt bedeutet dies, daß die AfD alles vermeiden muß, was zum Erfolg dieser Strategie beitragen kann. Sie muß dabei gegen Provokateure, aber auch gegen irregeleitete Anhänger kämpfen. Als national-konservative Partei steht die AfD in der Kontinuität zur älteren europäischen oder deutschen Rechten, und diese war im 19. und frühen 20. Jahrhundert immer auch antisemitisch ausgerichtet. Dies bedarf zur Erklärung eines kleinen Exkurses.

Im 18. Jahrhundert, zur Zeit der Aufklärung, galten die Juden noch als finstere Traditionalisten und Reaktionäre, die sich dem neuen Zeitalter der Vernunft entgegenstemmten und versuchten, ihren uralten mosaischen Glauben unreformiert weiterhin zu praktizieren. Im 19. Jahrhundert, nach der Emanzipation, d.h. der staatsbürgerlichen Gleichstellung der Juden, hatten viele von ihnen einen unerwartet großen Erfolg in der heraufziehenden marktwirtschaftlich-kapitalistischen Ökonomie. Sie besetzten nicht nur überproportional die freien Berufe und Positionen in der Wissenschaft, sondern sie nahmen auch wichtige Stellungen in der Wirtschaft ein, besonders im Finanzwesen. Konservative Kritiker dieser neuen Entwicklung sahen daher in den Juden eine Verkörperung von Geldwirtschaft, Traditionslosigkeit und Zerstörung des Überkommenen. Der Antisemitismus war gewissermaßen die Urform des Antikapitalismus.

Dieser Strang prägte die europäische Rechte bis weit ins 20. Jahrhundert, und er produzierte letztlich auch die genozidalen Exzesse des Nationalsozialismus. Heute dagegen steht die Rechte vor völlig anderen Problemen. Die Juden sind im Grunde kein Thema mehr, sondern die aktuellen Gegner, die Islamisten, sind zugleich auch Gegner der Juden. Dies läßt sich in Frankreich gut beobachten. Der nationalkonservative Front National war in der Tradition der europäischen Rechten lange Zeit antisemitisch eingestellt. Erst Marine Le Pen vollzog hier eine drastische Wende und entledigte sich der Antisemiten, die in ihrer Partei keinen Platz mehr finden sollten. Sie schreckte nicht einmal davor zurück, ihren eigenen Vater, der noch an den alten antisemitischen Traditionen hing, aus der Partei auszuschließen. Heute spielt der Antisemitismus im FN keine Rolle mehr. Angesichts dessen wundert es nicht, daß immer mehr Juden in Frankreich den FN als entschlossenstes Widerstandszentrum gegen die Islamisierung wählen.

Die AfD wäre gut beraten, wenn sie ebenfalls eine solche radikale Trennung vom Antisemitismus vollzöge und alle Traditionalisten, die noch in diesen Bahnen denken, aus der Partei entfernte. Der Antisemitismus war schon im 19. Jahrhundert nichts als eine von Wahnvorstellungen geprägte, irrationale und sachfremde Ideologie. Heute ist er zum Inbegriff der politischen Absurdität geworden und wird im Grunde nur noch von Spinnern vertreten, die etwa auch Adolf Hitler, diese größte politische Niete des 20. Jahrhunderts, für einen vorbildhaften Politiker halten. Aber gerade bei einer nationalkonservativen Protestpartei besteht immer die Gefahr, daß sich solche Narren bei ihr einnisten (wenn es sich nicht um gezielte Provokationen handelt), so daß man sich rigoros von ihnen trennen muß.

Die Diskriminierung der AfD im Kontext des ‚Kampfs gegen rechts‘ funktioniert ein Stück weit. Man müßte angesichts der gemessenen Stimmung in der Bevölkerung erwarten, daß die AfD bei Wahlen über 30% der Stimmen erhält. Wenn es nur rund 15% sind, spricht dies dafür, daß die Diskriminierungskampagne einigen Erfolg hat. Allerdings ist dieser Erfolg (längerfristig) ambivalent. Durch Diskriminierung der AfD verschwindet ja nicht das Immigrationsproblem, auf das sie eine Antwort gibt, sondern es wird nur schwieriger, sich politisch dazu auszudrücken. Je gravierender aber das Problem ist, desto größer können auch die Kröten sein, die man bereit ist, für seine Lösung zu schlucken. Es könnte daher sein, daß eine erfolgreiche Diskriminierung der AfD als ‚rechtsradikal‘ den Effekt hat, daß immer mehr Menschen sagen: ‚Dann bin ich eben rechtsradikal‘. Die Diskriminierungspolitik hätte dann vielleicht kurzfristig Erfolg, langfristig wäre sie aber kontraproduktiv.

Die Merkelsche Präsidialpolitik hat in einem recht kurzen Zeitraum ihr Ziel erreicht. Merkel hat Chancen, auch eine vierte Amtszeit als Bundeskanzlerin anzutreten. Die Folgen insgesamt sind aber fatal. Die Wähler werden 2017 vor der unerfreulichen Alternative stehen, entweder wieder die Partei Merkels zu wählen mit der Aussicht, daß deren selbstzerstörerische Politik (vielleicht in einer Koalition mit den Grünen) fortgeführt wird, oder aber eine rot-rot-grüne Koalition in den Sattel zu heben, was noch schlimmere Auswirkungen hätte. Manche mögen darauf hoffen, daß eine solche Koalition rasch abwirtschaftet und daß die Union nach der Abschüttelung von Merkel und ihren Zuarbeitern (Altmaier, Kauder etc.) die Chance hat, sich in der Opposition zu regenerieren. Dies könnten allerdings vier bittere Jahre werden, in denen so viel zerstört wird, daß ein Neuanfang sehr schwierig wird. Ein realpolitischer Beitrag der AfD könnte dann darin bestehen, daß es arithmetisch nicht zu rot-rot-grün reicht. Die Wählerstimmen für die AfD hätten die Funktion, den Fortbestand einer Regierung Merkel zu garantieren (schwarz-rot oder schwarz-grün).

Die Außenwirkung dieser Bundestagswahl wird wichtig sein. Merkels Öffnungspolitik hat in ganz Europa zu Kopfschütteln geführt, und die Reaktionen liegen in einem Spektrum zwischen Schadenfreude und Entsetzen. Aber immerhin konnte diese Politik der Bundeskanzlerin direkt zugerechnet werden, wie es ein Engländer plastisch ausdrückte: ‚There’s only 1 to blame like in the ’40’s: that evil Frau, not willing to admit her open border policy is a total failure. If she will be re elected in 2017 then also the Krauts are to be blamed.‘ Wenn die Regierung Merkel also wiedergewählt wird, fällt der ganz Europa destabilisierende Wahnsinn der Grenzöffnung nicht mehr auf ihre einsame Entscheidung zurück, sondern es wird eine Art ‚Kollektivschuld‘ des deutsche Elektorats daraus erwachsen.“

R.I.P.  MK am 21. 10. 2016