Hirtenworte 2017

Wohin treibt der deutsche Katholizismus?

Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich wieder einmal politisch geäußert und in das politische Tagesgeschehen, in den Wahlkampf eingemischt.
Einmal mehr äußerten sich die katholischen Oberhirten ablehnend zur AfD, in der sie offensichtlich eine zur Essenz gewordene Initiative des Gottseibeiuns erkennen möchten.

Bischöfe kritisieren AfD-Programm als unchristlich

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, dieser Dicke aus München, Kardinal Reinhard Marx, sagte im Anschluß an die am Donnerstag beendete, viertägige Zusammenkunft:

„Das populistische Vorgehen und viele inhaltliche Haltungen“ seien „nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar“ … „Politisches Agieren …, das vom Schüren von Fremdenfeindlichkeit, von Ängsten gegen Überfremdung, von einseitiger Betonung nationaler Interessen, einem nationalistischen Kulturverständnis“ sei nicht mit einer christlichen Sichtweise vereinbar.

Damit macht man Wahlkampf. Nicht dezidiert für eine bestimmte Partei oder Gruppierung, aber eindeutig gegen eine demokratisch legitimierte und inzwischen etablierte Partei und deren Anhänger.

Sowas war einst deutsch-katholische Tradition. Ich meine dabei nicht die Verlautbarungen der katholischen Kirche im Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
Es war Tradition der frühen Jahre in der Bundesrepublik und dann noch mal erneut in den 80er Jahren.

Ich kann mich noch an die Sonntage in den 50er und 60er Jahren erinnern: braver Kirchgänger, Ministrant und Pfadfinder, der jeweils vor anstehenden Wahlen die damals berühmt-berüchtigten katholischen Hirtenbriefe hören durfte – vom Pfarrer von der Kanzel herab verlesen. Als Schulbub hat man davon noch nicht viel verstanden – wie Vieles von dem, was dort manchmal gepredigt wurde. Mit wachsendem Bewußtsein, mit einsetzenden Einsichten in das, was so in der Welt geschieht und geschehen kann, registrierte man politische Verlautbarungen in einem Gottesdienst schon als eigentlich regelwidrig und unangemessen.
Schließlich stellte man für viele Jahre die Kirchenbesuche am Sonntag ein.

In einem umfangreichen Artikel „Das ist geistliche Nötigung“ aus den Jahre 1980 beschäftigte sich der Spiegel aus damals aktuellem Anlass mit dieser „Tradition“.
Helmut Schmidt, damals Regierungschef reagierte bei einem Hirtenbrief der Bischofskonferenz, in dem die katholischen Kirchenführer offen Wahlkampf für die CDU/CSU betrieben – gegen Staatsverschuldung, gegen Bürokratisierung, gegen die Reform des Abtreibungsparagraphen 218 – äußerst gereizt. Er wird mit folgendem sarkastischen Satz zitiert – es ging im Kabinett um Importhilfen der Europäischen Gemeinschaft für neuseeländische Butter:

„Ich bitte um Vortrag darüber, was die Deutsche Bischofskonferenz dazu sagt. Dürfen wir die Butter kaufen oder nicht?“

In dem Artikel zitiert der Spiegel eine offizielle Verlautbarung der Bischofskonferenz bzw. Synode Ende der 60er Jahre:

In einem amtlichen Kommentar zur Konzilslehre über „Die Kirche in der Welt von heute“ beteuerten die Bischöfe 1969, sie würden sich künftig nur noch dann in die Politik einmischen, „wenn die Grundlagen unserer Demokratie in Gefahr geraten, wenn unverzichtbare Rechte der Menschen geschmälert beziehungsweise preisgegeben oder wenn die Freiheit der uns von Christus übertragenen Verkündigung des Evangeliums direkt oder indirekt eingeschränkt würde.“

 

Keiner schränkt die deutschen katholischen Bischöfe in der Freiheit ein, das von Christus übertragenen Evangeliums zu verkündigen.
Außer sie selbst!

Die deutsche katholische Kirche beschreitet den Weg des politisierten und politisierenden Protestantismus, der nicht nur für die evangelische Kirche zu einem steten Verlust nicht nur an Kirchenmitgliedern, sondern auch religiöser Substanz führte. Mit ihren Aktionen treiben die Bischöfe viele Katholiken in ein Gefühl der „Unbehaustheit“.

„Mein Papst“ Benedikt XVI. hat in einem Interview ausgeführt:

„… die braven Katholiken, wenn man sie so nennen will, finden, daß es in der Kirche insgesamt immer ungemütlicher wird. Sie fühlen sich nicht mehr zu Hause, leiden und trauern darüber, daß nun die Kirche gar kein Ort des Friedens mehr ist, wo man Zuflucht findet, sondern ein Ort der ständigen Auseinandersetzungen, so daß sie selbst auch unsicher werden und protestieren. Und diese innere Spaltung in der Kirche, die zum gemeinsamen Verdruß an der Kirche, zum gemeinsamen Trauern über die Kirche führt, ist schon etwas, was einen beunruhigen muß.“

Der Interviewer Peter Seewald zitiert an anderer Stelle den Philosophen Rüdiger Safranski der kritisierte, das Christentum habe sich zu einem „kalten Religionsprojekt“ entwickelt, zu einem „Gemisch aus Sozialethik, institutionellem Machtdenken, Psychotherapie, Meditationstechnik, Museumsdienst, Kulturmanagement und Sozialarbeit“. Im Kirchenvolk sei das Gespür dafür abhanden gekommen, dass der Glaube aus ganz anderen Wurzeln wächst als die Gesellschaften des Westens. Viele Theologen und Priester hätten sich inzwischen so weit von der Grundlinie entfernt, dass ein katholisches Profil oft nur noch ganz schwer zu erkennen ist.

Dazu Benedikt XVI.:

„ … es sind eben die Kräfte des Zerfalls, die in der Menschenseele da sind. Hinzu kommt das Streben danach, beim Publikum anzukommen… Es geht dann entweder in die Richtung, dass man politischen Moralismus betreibt, wie es in der Befreiungstheologie und in anderen Experimenten der Fall war, um auf diese Weise sozusagen dem Christentum Gegenwärtigkeit zu geben. Oder es wandelt sich in Richtung Psychotherapie und Wellness, in Formen also, wo Religion damit identifiziert wird, dass ich irgendein ganzheitliches Wohlbefinden habe.
Alle diese Versuche gehen daraus hervor, dass man die eigentliche Wurzel, den Glauben, weglässt. Was dann bleibt … sind selbstgemachte Projekte, die vielleicht einen begrenzten Lebenswert haben, die aber keine überzeugende Gemeinschaft mit Gott herstellen und auch die Menschen nicht bleibend miteinander verbinden können. Es sind Inseln, auf denen sich gewisse Leute ansiedeln, und diese Inseln sind vergänglicher Art, weil die Moden bekanntlich wechseln.“

Ich frage, was hat das politische Verdammnis einer politischen Partei mit der eigentlichen Bestimmung der Kirche zu tun?

Die deutschen Oberhirten möchten beim Publikum der Mächtigen und des herrschenden linksliberalen Zeitgeistes ankommen. Mit ihrer Umhüllung von Moral oder des Moralismus spalten und verunsichern sie die Gemeinschaft der eigentlich noch Gläubigen. Die Kritik an der AfD macht sich hauptsächlich an deren Einstellung zur offiziellen Flüchtlingspolitik fest. Man spricht einer Partei einen Grundbestand der Menschlichkeit ab. So passiert es auch den „Gläubigen“, die sich kritisch zur „Willkommenskultur“ einstellen.

Benedikt XVI. hat auch davon gesprochen, „die wesentlichen moralischen Einsichten zu pflegen, sie als ein gemeinsames Gut zu wahren und zu schützen, ohne sie zwangshaft aufzuerlegen.“

Mit moralisierendem Zwang – Geistlicher Nötigung – kehrt man zu den politischen Kanzelverlautbarungen der Vergangenheit zurück. Das scheint mir aber noch eine Quisquilie gegenüber einer noch gefährlicheren Tendenz, nämlich die offizielle, unterwerfende Anbiederung an den Islam durch die angeblich noch christlichen Kirchen in Deutschland.

Wohin treibt meine Kirche?
Was bleibt noch von dem, in dem wir uns verwurzelt meinten?

Glaube, Liebe, Hoffnung?!


Gutmensch 2017

Beim Stöbern in verschiedenen Blogs (aktuell bei Conservo) bin ich wieder auf das Thema „Gutmenschen“ gestossen.
Es schien mir also Zeit, sich einmal wieder des Themas anzunehmen.

Wir erinnern: ein angloamerikanischer Psychiater hat schon mal das Gutmenschentum als eine psychiatrische Krankheits-Entität definiert: http://www.nonkonformist.net/1312/dr-lyle-rossiter-gutmenschen-klinisch-geisteskrank/

„Ein Gutmensch ist jemand, der sich eine ideale Welt erträumt in der er sich einredet zu leben oder leben zu können. Gutmenschen verhalten sich dabei schizophren, indem sie jeden, der nicht ihre Ansichten teilt zum Bösen in Menschengestalt erklären.“

Ich erinnere mich an meinen ersten Gebrauch des Begriffes. Dabei kam ich sofort in Konflikt mit Familienmitgliedern, als ich bei der Betrachtung der Lichterketten seinerzeit beim „Aufstand der Anständigen“ boshaft von „Gutmenschen und Heuchlern“ sprach.
Den evangelischen Pfarrer im Ort, manche befreundete Lehrer und Lehrerinnen, einzelne CDU-Mitglieder des Ortsverbandes hatte ich damals noch nicht in diese Kategorie eingeordnet. Aber was nicht war, musste dann doch noch werden.
Das habe ich denn erlebt, als ich hinterfragende Bemerkungen zu

Lichterketten,
Tafeln,
Alleinerziehenden,
Kopftuch,
Entwicklungshilfe,
Hartz-IV-Empfänger,
Junkies,
Palästinenser,
Halloween,
Bundeskanzlerinnen,
Familienministerinnen,
Norddeutschen Bischöfinnen;
Grünen,
Sozialdemokraten
usw.

machte. Und ich wurde, wenn nicht nur als ignoranter Idiot, Kapitalistenknecht, konservativer Betonkopf, Reaktionär, gar als eine Aufscheinung des Gottseibeiuns angegriffen.
Bin ich allein mit derartigen Erfahrungen?

Da gibt es einen katholischen Pfarrer aus Frankfurt, Herbert Leuninger, der den Gutmenschen gut predigen wollte. Das war schon 2000, als dieser Begriff erst so nach und nach in den allgemein polemischen Gebrauch kam. Nach Leuninger war es der pöse, pöse Jörg Haider, der den Begriff ins polemisch-Abschätzige brachte.

Zum äußeren Erscheinungsbild (Phänotyp) des Gutmenschen hat der Rechte ja auch seine vorurteilshafte Vorstellung: Ein männlicher Gutmensch hat eher bleichgesichtig zu sein, ist schon grauhaarig, hager, keine Wampe; beim weiblichen Geschlecht eher Weight-Watcher-geqälte Figur; bei beiden Weltschmerz-spiegelnder oder protestierend flammender Augenausdruck. Die öffentlich gezeigte Kleidung: Parka oder Jack-Wolfskin-Gewebe. Mann oft auch mit Bart, Frau mit grauem Kurzhaar (nicht diese lila oder Zwei-Farben-Matten der Konsum-Seniorinnen). Die rechte Hand immer wie zum Kerzenhalten leicht gekrümmt, aber schnell auch zur Droh-Faust wandelbar.

Fehlt was? Die Kommentar-Funktion ist freigeschaltet.

Die Recherche zum Thema „Gutmenschen“ führt einen zu zahlreichen Einträgen im Internet und Verweisen auf das ein oder andere Buch.
Die Bücher sind aber meist weniger beißend, als so manche Polemik im Netz – allen voran von Henryk Modest Broder bei Achgut oder Klaus Rainer Röhl.
Man glaubt es nicht, sogar im gutmenschlichen Basis-Medium „Die Zeit“ (gleichrangig mit Heribert Prantls „Süddeutsche“) findet man polemisch-Klärendes zum Thema:

„Um der Klarheit willen empfiehlt es sich, zwischen dem Gutmenschen und dem guten Menschen zu unterscheiden. Der Gutmensch ist schwer erträglich, weil er sich immer auf die moralisch unangreifbare Seite stellt. Aus seiner Unangreifbarkeit bezieht er Macht, sein äußerliches Gutsein aber verdeckt das potenziell Schändliche des Machthabens.
Der Gutmensch kämpft gegen das Rauchen im Namen des Gesundheitsgebots, gegen schnelle Autos im Namen der Klimakatastrophe, gegen Steaks im Namen des Regenwalds, gegen höhere Bildung im Namen des Gleichheitsgrundsatzes, gegen erfrischende Witze im Namen der Menschenwürde. Kurz: Er kämpft gegen alles, was Spaß macht, und man kann nichts gegen ihn sagen, weil er recht hat, dieser Rechthaber par excellence.“

Dr. Rossiter, der oben zitierte Psychiater führt auch aus:

„wie sich Gutmenschen die Schwächen und Ängste zunutze machen, indem sie der Gesellschaft einreden, daß bestimmte Gruppen benachteiligt wären und sie deshalb ein Recht auf Vorzugsbehandlungen oder sonstige Kompensationen hätten. Außerdem lehnten Gutmenschen die Eigenverantwortlichkeit des Individuums ab und ordnen das Individuum vielmehr dem Willen des Staates unter. Auch nährten Gutmenschen immer wieder die Gefühle von Neid und Mißgunst.“

Jan Fleischhauer hat mit seiner Polemik „Unter Linken“ das Gutmenschentum allgemein und in seiner persönlichen Umgebung (Familie) aufgespießt. 
Unter den klassisch Konservativen – somit unter „Rechten“ – stößt man selten auf Gutmenschen im Sinne der Definition. Das neuzeitliche Gutmenschentum ist ein linkes Phänomen (Sind z.B. Claudia Roth, Frau Göring-Eckardt keine Linken?).

Was die linke Einstellung ausmacht, dazu ein paar Zitate:

„die Mentalität, politische Gegner zum Abschuss freizugeben und sich dabei noch als das Opfer zu gerieren, die findet man links….“

meint Thomas Fink

Davila sagt:

„Die Linke versammelt all jene, die von der Gesellschaft die elende Behandlung erleiden, die die Natur ihnen zukommen ließ.“

„Gelehrsamkeit und Erfahrung sind die beiden unüberwindlichen Widersacher der Linken.“

Zum Kern stößt auch Norbert Bolz vor:

„Soziale Gerechtigkeit ist die Maske des Neids, Teamfähigkeit ist die Maske des Hasses auf die Ehrgeizigen und Erfolgreichen, Dialog der Kulturen ist die Maske der geistigen Kapitulation. Überhaupt das was man Political Correctness nennt, ist die aktuelle Rhetorik des Antichristen. Ich sage nirgendwo, wir müssen zurück zu einer christlichen Religion. Das Christentum steckt nicht mehr in den Köpfen und Seelen der meisten Menschen, aber so, wie eine Maschine mit den Worten Max Webers nicht nur Mechanik, sondern geronnener Geist ist, steckt das Christentum in unserer Kultur, und die ist wahrscheinlich besser als jede andere. Ich sage: es ist geistiger Selbstmord, eine solche Tradition aufzugeben.“

„Gutmensch“ wurde von der linken Jury der sog. Sprachkritischen Aktion aus Darmstadt zum Unwort des Jahres 2015 bestimmt.
Dem ist schon eine längere publizistische Kampagne vorausgegangen, in der sich ausgewiesene Gutmenschen wie die „Bischöfin“ Margot Käßmann und die schon erwähnte Katrin Göring-Eckardt zu Wort gemeldet hatten, um dem Gutmenschen zu gutem Stand zu verhelfen.
Hilfreich war dazu sicher auch der Artikel eines anmaßenden Schmierfinken von der WELT, der es endlich dokumentierte: „Wer Gutmensch sagt, ist Nazi!“
Der selbsternannte Sprachpolizist und Gesinnungs-Sniffer Matthias Heine, seines Zeichens „Feuilleton-Redakteur“ bei Welt-online nahm sich ausführlich des Begriffes „Gutmensch“ an und versuchte in einem breit ausgewalzten Artikel zu belegen, dass die Verwendung dieses Begriffes heutzutage obsolet sei:

„Gutmensch sagen eigentlich nur noch Nazis und Idioten ohne sprachliches Feingefühl. Und manchmal – immer noch – Leute, die eine Klammer auf der Nase haben und von dem üblen Geruch nichts mitbekommen …“

Der „Redaktor“ machte sich auch auf die Suche nach dem Ursprung des Namens bzw. der Bezeichnung und schaufelt da allerhand Historisches zu Tage. Er ging u.a. jüdischen Quellen nach, denn der Name kam im „K.-K.-Bereich und in Wien seinerzeit nicht selten vor – und er klingt ja irgendwie „derart“. Er musste aber dann so nebenbei feststellen, dass „die Zentrale Datenbank der Holocaustopfer von Yad Vashem keinen Gutmensch nennt“.
Da der garstige Friedrich Nietzsche sich einst schon zum Thema despektierlich äußerte – ich zitiere: „Diese ,guten Menschen‘ – sie sind allesamt jetzt in Grund und Boden vermoralisiert und in Hinsicht auf Ehrlichkeit zuschanden gemacht.“ – und da gestandene Nazis doch ihren Nietzsche kannten, müsste man doch dort Missfälliges finden können. Auch hier musste er mit gewissem Bedauern feststellen, dass z.B. das „Duisburger Institut für Sozialforschung“ nach eigenen Angaben keinen Hinweis gefunden hat, dass der Ausdruck irgendwann schon einmal in der Nazi-Propaganda verwendet wurde oder gar von Julius Streicher missbraucht wurde: „Die Duisburger Wissenschaftler fassen zusammen: Streichers Unterstellung von Gutgläubigkeit komme zwar dem Vorwurf gegenüber den Gutmenschen nahe, diese seien naiv und verblendet, doch bei Stürmer sei ganz offensichtlich etwas ganz anderes gemeint…“.

Aber was noch nicht ist, muss doch werden – und M. Heine stellt fest:

„… Es ist völlig egal, ob die Nazis von früher das Wort erfunden haben. Entscheidend ist, dass die Nazis von heute sich den Begriff angeeignet haben. Es gibt zwar immer wieder Versuche von besonnenen Leuten, Gutmensch zurückzuerobern, und mit etwas gutem Willen kann man Harald Martensteins Satz, der in der „Zeit“-Reklame zitiert wird, als einen solchen betrachten. Doch wenn ein Wort so oft von Rassisten im Munde geführt wird, bleibt an ihm der Pesthauch der ekeligen Gesinnung haften.“

Da haben wir es aber eingeschenkt bekommen, wir Nazis von Conservo und Jouwatch, von Philosophia Perennis und Altmod usw.

Da musste ich denn schon schlucken: Nazi oder Idiot, eklige Gesinnung. Fließt mir das Wort Gutmensch doch gelegentlich mal leicht aus der Feder oder von der Zunge, dachte ich.
Betreibe ich hier vielleicht doch einen “Nazi-Blog“?
Ich habe denn nachgeforscht und festgestellt, dass das Wort „Gutmensch“ in 25 Artikeln auf meinem gehackten Blog ein oder mehrmals vorkam; d. h. in 458 untersuchten Beiträgen, und das entspricht 5,45 % aller von mir veröffentlichten „Traktate“.
Das wäre bei strengster statistischer Analyse fast „signifikant“.
Ich habe dann dann mal genauer nachgesehen: 7 x wurde G. adjektivisch verwendet, 1 x als G.-tum. 10 x wurde G. in Einzahl oder Mehrzahl ausgeschrieben benutzt, mit folgenden Verknüpfungen: Premium-G. (2x), büßender G., Ober-G., Ober-G.-Schreiberling.
8 x war „Gutmensch“ in diversen Varianten in Zitaten oder Fremdartikeln zu finden; dazu wäre besonders mein Freund Herbert G. zu rügen gewesen.

Also, der „Pesthauch“ ist auch bei mir vorhanden und als gewissenhafter „Publizist“ muss ich demnach nach einer weniger stigmatisierten Formulierung suchen.

Katrin Göring-Eckardt hat, wie erwähnt, eine Lanze für die „Gutmenschen“ gebrochen und dabei auch vom „Gut-Bürgertum“ gesprochen. Das war 2011 war von ihr, damals „Präses der EKD“, bei Idea zu lesen:

„Mit diesem Begriff werden Personen bezeichnet, denen ein übertrieben moralisierendes oder naives Verhalten vorgeworfen wird. Dem Gutmenschen werde zu Unrecht „selbstgerechter Gesinnungskitsch“ vorgeworfen. Ihm gehe es vielmehr um „wertegebundene Einwände gegen die angeblichen Zwänge der Realpolitik“, schreibt Göring-Eckardt in einem Beitrag für die Wochenzeitung „Die Zeit“ (Hamburg). Wer weder mit der Erschießung Osama bin Ladens einverstanden gewesen sei noch eine triumphale Freude über den Tod des Massenmörders für angemessen gehalten habe, sei nicht „antiamerikanisch“, sondern fordere „einfach nur Demokratie und Rechtsstaat“, so die Politikerin. Dem „Gut-Bürgertum“ sei es zu verdanken, dass seit den 70er Jahren in der Öffentlichkeit über viele politische Themen diskutiert werde, etwa Auslandseinsätze der Bundeswehr, Atomenergie, Ökologie oder Einwanderung. Dabei seien „Gut-Bürger“ häufig bis ins Detail informiert, was beweise, „dass werteorientierte Politik alles andere als naiv und wirklichkeitsfern ist“. Göring-Eckardts Fazit: „Die Polemiker gegen den Gutmenschen tun so, als bräuchten wir weder Ideale noch gesellschaftlichen Zusammenhalt – noch die Zuversicht, dass der Mensch zum Guten fähig ist. Was für eine triste Welt das wäre!“

„Gut-Bürger“ oder „-Bürgertum“ mag uns das gefallen?
Fühlen wir Rechten uns doch als „Bürger“. Aber da wäre uns eine kommode Feindbild-Idee abhanden gekommen.

Ich bleibe bei „Gutmensch“, bei dem beliebten „stigmatisierenden Begriff“ für alle Willkommenskulturler und Teddybärenwerfer, die Leidverweser und Tränenreichen, die brav-militanten Umwelt-Retter, die Lichterketten-Organisatoren und -Teilnehmer, all jetzt die anti-Lutherschen protestantisch-Frommen, die Anhänger/innen der „Trump-macht-mir-Angst“-Sektion, usw., für alle, welche fortgesetzt in „selbstgerechtem Gesinnungskitsch“ leben und schwelgen, den wir Rechten und „Nazis“ so gerne aufspießen.

 

altmod zum Lutherjahr

Dies ist der erste Blogbeitrag zum Lutherjahr. Ich beginne aber zunächst mit einem Text aus meinem „Historischen Dessert“ über den Gegenreformator Johannes Nas, der in einigen Eigenheiten dem Reformator Luther durchaus ähnlich erscheint.

Über Johannes Nas – Saubayer und „fränkisch, jesu-widriger Esel“

Der sprachgewaltige Gegenreformator aus Eltmann bei Bamberg

Johannes Nas (Nasus) wurde am 19. März 1534 in Eltmann bei Bamberg geboren. Er stammte aus einer protestantischen Familie und ging zuerst als Schneidergeselle auf die Wanderschaft. Dabei lernte er, hauptsächlich in Nürnberg, Regensburg und Augsburg die Lehre Luthers kennen, der er anfangs mit tiefem Gefühl folgte. Bald wurde ihm aber die Luthersche Lehre durch das Gezänk der protestantischen Theologen verleidet.
Die Lektüre des Büchleins „Von der Nachfolge Christi“ des Thomas von Kempen, das ihm durch Zufall in die Hände fiel, erzeugte – wie er selbst sagte – eine völlige Umwandlung. Er wollte jetzt der Welt für immer entsagen und trat in das Franziskanerkloster zu München ein.
Hier übte er zunächst als Laienbruder sein früheres Handwerk aus, was in der Folge seinen Gegnern zu manch scharfem Spott, ihm selbst aber später Anlaß gab, die Schere in sein bischöfliches Wappen aufzunehmen.

Er wurde zu einem der bekanntesten Volksprediger der Zeit. 1560 stand er in Ingolstadt zum ersten Mal auf der Kanzel. 1566 übernahm er das Predigtamt in Straubing und wurde 1567 von Kardinal Otto von Truchseß als Prediger zur Provinzialsynode in Dillingen berufen. Im selben Jahr kam er nach Ulm und Bruck an der Ammer und auch nach Würzburg. Er besuchte seine Heimatstadt Eltmann und wurde von „wehmüthigen Gefühlen“ ergriffen, da dort zu seinem jetzigen Bedauern das Luthertum sich stark ausgebreitet hatte.

1569 wurde er Custos der Straßburger Ordensprovinz und weilte 1571 beim Generalkapitel in Rom. Dort war er als Prediger vom Papst und von den Kardinälen sehr geschätzt. Der Papst verlieh ihm den Titel: »Sedis apostolicae concinator«. Ferdinand II., Erzherzog von Österreich berief ihn nach Innsbruck, wo er in Nachfolge des Petrus Canisius Hofprediger wurde. Als solcher geriet der wortgewaltige und streitsüchtige Franziskaner schnell mit den Jesuiten in Streit.

Nas zeichnete sich als Prediger – wie es damals nicht unüblich war – durch eine kräftige mit Grobheiten durchsetzte Sprache aus. „Scharf, unerbittlich, beißend vor Spott, war sein Deutsch das beste des späten 16. Jahrhunderts“ schreibt der Historiker Benno Hubensteiner in seiner „Bayerischen Geschichte“ – auch wenn die Gegner Nas wütend anfielen und ihn nur den »Saubayern« nannten oder den »fränkischen, jesu­widrigen Esel«.

In der Folge erwarb sich Nas bei der Errichtung der Tiroler Franziskanerprovinz große Verdienste und wurde schließlich 1580 Weihbischof in Brixen und „Bischof von Belluno“.
Auch in dieser Position „polarisierte“ er, wie man heute sagen würde. Und bald meldeten sich Widersacher und bezichtigten ihn gar „sexueller Verfehlungen“.

Heinrich Ritter von Zeißberg, ein österreichischer Historiker aus dem 19.Jhdt. schreibt dazu in der Biographie des J. Nas:

Die welschen Barfüßermönche konnten es N. nicht verzeihen, daß er einst allen Einfluß aufgeboten hatte, um der Tiroler Ordensprovinz, speciell dem Innsbrucker Convente, den deutschen Charakter zu wahren. Als nun ein junger italienischer Ordensvisitator Aquila nach Tirol kam, ergriff er die nächstbeste Gelegenheit, um seinen deutschen Ordensgenossen N. auf unhaltbare Verläumdungen hin eines anstößigen Umganges mit der Oberin des Klarissenklosters in Brixen zu beschuldigen. N. bestand auf einer strengen Prüfung des Sachverhaltes; mit Zeugnissen des Bischofs Spaur und des Erzherzogs versehen, eilte er nach Rom, um gegen die erfahrene Unbilde Klage zu führen.“

In seinem Werk „Centuria quinta“ (1570), beschäftigt sich Nas eingehend mit Luther. Er entgegnete darin dessen Angriffen auf „Das Papsttum zu Rom vom Teufel gestiftet“ von 1545 mit einer „Anatomie des Luthertums vom Teufel gestiftet“ und setzte sich mit dem Lutherbild protestantischer Redner auseinander. Er wollte zeigen, dass mit dem Aufkommen des „neuen Evangeliums“ die Zucht und Ehrbarkeit geschwunden sei und die Wurzel der Übel in der Anschauung liege, daß der Glaube allein den Menschen rechtfertige und die guten Werke nicht zur Seligkeit notwendig seien.
Mit Witz und Schlagfertigkeit suchte er die Schwachstellen im Leben und Werk Luthers aufzuzeigen. Nach neueren Untersuchungen soll Nas auch der Verfasser des Volksbuches vom „Doktor Faust“ sein, welches ja eine große gegenreformatorische Satire auf Luther sein sollte.

Es gehört zum Verdienst des Johannes Nasus aus Eltmann dass man der Kraft der „teutschen Sprach“ gewahr wurde.

Andersdenkenden wurde damals mit den Schrecken des nahen Jüngsten Gerichtes gedroht; bei den Wirrnissen in der damaligen Zeit konnte der Weltenuntergang nicht mehr fern sein. Nas wandte sich auch gegen den damals überwuchernden Aberglauben und die Sternendeuterei und mahnte:

„Gott allein weis Ziel und Zeit.
Die Sterngucker fehlen weit.
0 Christenmensch merk auf fürwahr,
Du stehst in Leibs- und Seels-Gefahr.
Das Kaisertumb der alten Kirchen
Sich allgemach fein thut verkriechen
Zu geben Platz dem Antichrist,
Der aller Ketzer Hauptmann ist.
Man hört von Plagen neu und seltsam
Mit Peßt und Teurung wüten grausam.
Sucht und Krankheit regiern ohn Ziel,
So sterben aller Stände Leute viel“.

Johannes Nasus starb am 16.3.1590 in Innsbruck, sein ehrwürdig gestaltetes Grab befindet sich in der dortigen Hofkirche.


N.B.:
Im heute zu 90% katholischen Eltmann gedenkt man des großen Sohnes, indem gerade ein winziges Straßenfleckchen neben dem Marktplatz nach ihm benannt ist.

Der 30. Januar 1933 und die deutschen Katholiken

Ein „Memo“ für den gegenwärtigen Papst

Der Jesuitenpapst Franziskus wollte bei seiner jüngsten Warnung vor dem „Populismus“ uns Deutschen Nachhilfeunterricht in Geschichte erteilen: „Hitler hat nicht die Macht an sich gerissen. Er wurde von seinem Volk gewählt und danach hat er sein Volk zerstört“, sagte der Papst.
Da hat der Papst mit seinen eigenen populistischen Ausführungen nicht ganz recht, zumindest blendet er nicht nur als oberster Katholik einige historische Fakten aus. Also wollen wir auch ihm mal Nachhilfeunterricht erteilen.

Zum Zeitpunkt der sog. Machtübernahme war die NSDAP noch eine 30%-Partei. Gleichwohl ernannte der Reichspräsident Hindenburg in einer politisch völlig verfahrenen Situation Hitler zum Reichskanzler, der auch umgehend mit seinem Staats-Terror und der Errichtung seiner Diktatur begann.

Wer hat die NSDAP gewählt?
Es ist eine historisch belegte Tatsache, dass Hitler unter den deutschen Katholiken die geringste Zustimmung bekommen hatte, die beiden Karten belegen dies eindrücklich. Die Karte, die anschaulich die Verteilung der Stimmen zeigt, weist aus, dass in katholischen Regionen die NSDAP auffallend schwach vertreten war und dass umgekehrt dort, wo kaum Katholiken lebten, die Nationalsozialisten besonders gut abschnitten.

Quelle: Konrad Löw „Die Schuld“, Resch Verlag 2002

In dem Referenz-Werk des bekannten Mainzer Politikforschers Jürgen W. Falter „Hitlers Wähler“ (C.H.Beck-Verlag, München 1991) erfährt man im Kapitel „Konfession und NSDAP-Wahl“: „Hitler war vor allem in evangelischen Gebieten erfolgreich“, „Protestanten waren im Schnitt doppelt so anfällig gegenüber der NSDAP wie Katholiken“, „Katholizismus als Resistenzfaktor“.
Warum Protestanten anfälliger gegenüber den Nazis waren – sogar der prominente, später als Widerstandskämpfer verehrte evangelische Pastor Martin Niemöller war zunächst ein glühender Hitler-Verehrer – braucht jetzt hier nicht weiter ausgeleuchtet werden.

Die Wahlen im März 1933, bei denen die NSDAP 43 % erreicht fanden bereits unter der etablierten Diktatur statt: nach dem Reichstagsbrand vom 27. Februar wurde am 28. Februar umgehend die Verordnung zum Schutz von Volk und Staat (Reichstagsbrandverordnung) erlassen. Damit wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft gesetzt und der Weg freigeräumt für die legalisierte Verfolgung der politischen Gegner der NSDAP durch Polizei und SA. Die Reichstagsbrandverordnung war eine entscheidende Etappe in der Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur.
Nebenbei: Bei der zuletzt korrekt ausgezählten Wahl am 5. März 1933 hatten die katholischen Partein Zentrum und BVP gar zwei Sitze mehr erreicht.
Es ist richtig, dass Hitler durch seine rigorosen innen- und außenpolitischen Maßnahmen zur Korrektur des Versailler Vertrags schließlich eine hohe Zustimmung im deutschen Volk erfuhr. Und wohin die Hitlerei führte, das wissen wir alle.

Der südamerikanische Papst sollte allemal auch an die katholische Widerstandsgeschichte in Deutschland erinnert werden, wenn er schon auf deutsche Geschichte rekurriert. Eine Geschichte, die sich mit 3000 ermordeten Priestern und Namen wie Bischof Galen, dem Prälaten Lichtenberg bis zu Pater Kolbe verbindet.
Aber das ist ja wohl wieder nicht statthafte „Relativierung“.

Hüte meine Schafe!

Nach dem Essen fragte Jesus Simon Petrus: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als die anderen hier?« »Ja, Herr«, antwortete ihm Petrus, »du weißt, dass ich dich lieb habe.« »Dann hüte meine Lämmer«, sagte Jesus.
Jesus wiederholte seine Frage: »Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?« »Ja, Herr, du weißt doch, dass ich dich liebe«, antwortete Petrus noch einmal. Erneut sagte Jesus: »Dann hüte meine Schafe!«
Und zum dritten Mal fragte Jesus: »Simon, Sohn des Johannes, hast du mich wirklich lieb?« Jetzt wurde Petrus traurig, weil Jesus ihm nun zum dritten Mal diese Frage stellte. Deshalb antwortete er: »Herr, du weißt alles. Du weißt doch auch, wie sehr ich dich liebe!« Darauf sagte Jesus: »Dann hüte meine Schafe!
Johannes 21, 15-17

 

Auf kath.net war zu lesen, dass ein Sprecher der AfD den beiden großen Kirchen in Deutschland vorgeworfen hat, trotz sich häufender Übergriffe von Muslimen auf Christen in Flüchtlingsheimen untätig zu bleiben. Das AfD-Vorstandsmitglied Paul Hampel erklärte, die Vorsitzenden des Rates der EKD und der Deutschen Bischofskonferenz, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Kardinal Reinhard Marx, rührten „keinen Finger“. Man bezieht sich auf eine Studie des Hilfswerks Open Doors, die 743 religiös motivierte Übergriffe auf christliche Flüchtlinge in Deutschland dokumentiert. Man nimmt an, dass die Dunkelziffer noch um ein Vielfaches höher sei.
Statt „für die eigenen gepeinigten Schäfchen aus dem Nahen Osten“ einzutreten, fordere Bedford-Strohm Islamunterricht in Deutschland. Es sei absurd, dass der EKD-Ratsvorsitzende sich in der öffentlichen Debatte augenscheinlich mehr für Muslime einsetze, aber zur Gewalt gegen Christen schweige. Mit Blick auf „die Glaubensbrüder aus fernen Ländern“ müsste laut Hampel der Aufschrei der Bischöfe lauten „Um Gottes und der Nächstenliebe willen, tut etwas!“.
Die Deutsche Bischofskonferenz wies den Vorwurf zurück, ihr Pressesprecher erklärte „Gerade Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strohm hätten sich „oft zur Frage christlicher Flüchtlinge geäußert.“ Die evangelische Kirche äußerte sich (noch?) Nicht offiziell.

Aus gleicher Quelle (kath.net)  erfährt man, dass am Reformationstag, am 31. Oktober erstmals der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Aiman Mazyek, in einer evangelischen Kirche auftreten wird. Der für die Einladung zuständige Altdorfer Dekan Jörg Breu begründete gegenüber dem Evangelischen Pressedienst, es sei das Anliegen der Reformation, „althergebrachte Denkstrukturen aufzubrechen“. Er wolle, dass die evangelische Kirche zum Reformationsjubiläum nicht nur das übliche „Lutheralala“ anbiete.

Der bayerische evangelische Landesbischof Bedford-Strohm hat sich bekanntermaßenhat von Moslems in einen Moschee-Verein berufen lassen, der in München ein islamisches Zentrum zur Bekämpfung der Christen bauen lassen will und das von den fundamentalischen Wahabiten Saudi-Arabiens finanziert werden soll. Im Gegenzug hat man dann wohl den buntdeutschen Ober-Muslimen Mayzek in das Vorbereitungskomitee für das Reformationsjahr 2017 berufen und läßt ihn nun gar vorab in einer evangelischen Kirche predigen.

Was ist das für ein lutherischer Geistlicher, der zum Gedenkjahr der Reformation, einem epochalen Ereignis der Weltgeschichte, von „Lutheralala“ spricht.
Warum jagt die Herde diesen schändlichen Hirten nicht von ihrer Weide. Von ihrem obersten „Seelsorger“ ist das ja ohnehin nicht zu erwarten.

Die evangelische Kirche Deutschlands und ihre „Oberhirten“ haben sich schon seit geraumer Zeit in verschiedenster Weise als Avantgarde bei der Abschaffung des christlichen Glaubens geriert. Dazu passt, dass man den Begründer der Reformation, Martin Luther, wohl im Jubiläumsjahr am liebsten auch „entsorgen“ möchte: den Reaktionär, Fürstenknecht und Bauernverderber, vor allem den militanten Antisemiten und Muslimen- (Türken-) Hasser. Wie schrieb Luther 1529 in seiner „Heerpredigt wider die Türken“:

„Wer gegen den Türken (wenn der den Krieg anfängt,) kämpft, der kämpft gegen Gottes Feind und die Lästerer von Christus, ja, er kämpft gegen den Teufel selbst. Er muß sich also keine Sorgen machen, wenn er etwa einen Türken erwürgt, dass er unschuldiges Blut vergieße oder einen Christen [gemeint sind übergetreten Christen im türkischen Heer] erwürge, sondern gewiß erwürgt er einen Feind Gottes und Lästerer Christ…“

Und den nicht erst künftigen „Anbiederer“ hat er ins Stammbuch geschrieben – wohl auch schon in weiser Vorahnung:

„Und ich kenne doch bestens meine lieben Deutschen, die vollen Säue. Die sollen sich jetzt wieder, wie sie es immer tun, ruhig hinsetzen und wohlgemut in aller Sicherheit zechen und es sich gut gehen lassen. Und sie glauben, sie brauchen die große Gnade, die ihnen erzeigt worden ist, gar nicht; sondern sie vergessen das mit aller Undankbarkeit, und sie denken: Ha! Der Türke ist nun weg und geflohen, was sollen wir viel sorgen und unnützes Geld ausgeben? Er kommt vielleicht nimmermehr wieder. Diese Leute haben eine gerechte Strafe von Gott redlich verdient.“

Dank der Anbiederung der „Eliten“ in Staat (und Kirche) sind nicht nur die Türken, sondern jetzt unzählige Muslime aus allen Regionen der Erde über uns gekommen.

Es passt in das schäbige „christliche“ Islam-Anbiederungstheater (Der Islam gehört zu Deutschland!) dass der evangelische Gutmenschen-Pastor und Noch-Bundespräsident Gauck jetzt auch die Ansicht vertritt, dass künftig auch ein Muslim Bundespräsident sein könne.

Doch nicht nur auf evangelischer Seite herrscht quasi amtliches Islam-Appeasement.

Der Vorsitzende der Kath. Bischofskonferenz sandte dieses Jahr – man möchte fast meinen, in kindischem Trotz – eine Grußbotschaft zum islamischen Fastenmonat Ramadan an die Muslime in Deutschland:

„Verehrte muslimische Geschwister, Sie wissen: Wer barmherzig ist, wird auch Barmherzigkeit erfahren. So halten Sie 30 Tage lang ein Fasten zum Wohlgefallen Gottes und versammeln sich zum Gebet, um Gottes Barmherzigkeit zu gedenken. Möge er Ihre Gebete erhören und Ihnen gnädig sein! Möge er Sie und Ihre Familien in dieser Fastenzeit begleiten und Ihnen den rechten Weg zeigen! Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit und ein glückliches Fest zum Ende des Ramadan.“

Und zur gleichen Zeit ermordeten „muslimische Geschwister“ in Nigeria, Syrien, im Irak usw. ihre christlichen „Brüder und Schwestern“, kujonieren diese anhaltend in den Flüchtlingslagern, werfen sie aus den Flüchtlingsbooten ins Meer.
Das hatte der unsägliche und lachhafte Kardinal Woelki aber nicht im Sinn, als er sein Flüchtlingsboot im Kölner Dom aufstellte.

Der AfD-Sprecher hatte unrecht zu behaupten, die evangelischen und katholischen „Oberhirten“ rührten keinen Finger. Doch, doch – für die verehrten „muslimischen Geschwister“! Aber nicht für die verfolgten Christen und nicht für ihre hiesige, zutiefst verunsicherte Herde.

Man erinnere diese Hüteburschen an den ersten Brief des Apostels Petrus (1 Petr 5, 1-3)

„Brüder! Eure Ältesten ermahne ich, da ich ein Ältester bin wie sie und ein Zeuge der Leiden Christi und auch an der Herrlichkeit teilhaben soll, die sich offenbaren wird: Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung; seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde!“

Bei den heutigen Vorbildern möchte man sich am liebsten aus der Herde wegbegeben und allein die Hirten den Wölfen überlassen.