Prophetie, meine Meinung und der Froschkönig

Kurz vor dem Wochenende geben sie uns immer Meldung von ihrem Blick in die Glaskugel oder auf die Eingeweide eines Fisches: Die ARD mit dem „Deutschlandtrend“, das ZDF mit der „Sonntagsfrage“. Bis zu einer neuen „Sonntagsfrage“ müssen wir uns noch etwas gedulden, aber die ARD hat schon mal vorgelegt:

Rund drei Wochen nach Beginn der Jamaika-Sondierungen ist die bundesweite Zustimmung zu einem möglichen Bündnis von Union, FDP und Grünen stark gesunken. Nach dem aktuellen ARD-“Deutschlandtrend“ fänden derzeit nur noch 45 Prozent der Bürger eine Jamaika-Koalition gut oder sehr gut. Das sind zwölf Punkte weniger als bei der letzten Erhebung Anfang Oktober, wie der WDR am Donnerstag mitteilte.
52 Prozent bewerten ein solches Bündnis inzwischen als weniger gut beziehungsweise schlecht. Bei den Grünen-Anhängern sank die Zustimmung besonders stark von 76 auf jetzt nur noch 55 Prozent. Bei den FDP-Wählern ging sie von 80 auf 71 Prozent zurück, bei den Unions-Anhängern von 72 auf 70 Prozent.
Würde der Bundestag am Sonntag neu gewählt werden, würde die Union ihren schlechtesten Wert seit elf Jahren erreichen. Dennoch bliebe sie mit 30 Prozent vor der SPD mit 21 Prozent, gefolgt von der AfD mit 13, der FDP mit 12 und den Grünen mit 11 sowie den Linken mit 9 Prozent.
Bundeskanzlerin Angela Merkel büßte deutlich an Beliebtheit ein. Die CDU-Vorsitzende verlor sechs Punkte im Vergleich zum Vormonat, nur noch 57 Prozent der Deutschen zeigen sich zufrieden mit ihrer politischen Arbeit. CSU-Chef Horst Seehofer rutscht um acht Punkte auf 28 Prozent ab.

So kann man es heute auf allen Abwasserkanälen der „Qualitätspresse“ nachlesen.
„Volkes Stimme ist Gottes Stimme“ oder nur „Vox populi – Vox Rindvieh *“?
Was oder wem nützen solche Umfragen?
Geben sie den augenblicklich verhandelnden Personen Hinweise dahingehend, wie sie gemäß dem Wunsch ihrer Parteigänger oder gar der Wähler zu agieren hätten?
Die pfeifen auf diese Hinweise und ziehen ihr Ding durch, wie sie es sich vorgenommen haben – wissen wir.

Von „Vox Rindvieh“ mag man sprechen, wenn angeblich immer noch 57% der Deutschen mit der politischen Arbeit von Merkel einverstanden sein sollen. Hat nicht das ganz frische Bundestagswahlergebnis etwas anderes signalisiert? Und hat nicht Merkel auch gesagt, sie wüßte nicht, was sie anders machen soll?
Müsste sich der Seehofer nach seinen Umfragewerten nicht jetzt schon aufs Altenteil verabschieden und nur noch mit seiner Märklin-Eisenbahn spielen?

CDU 30%! Das muss man sich wie edlen Konfekt auf der Zunge zergehen lassen. Oder ist es doch eher bittere Arznei?
Die politische Landschaft in Deutschland ist fragmentiert wie noch nie zuvor! Das ist  das Einzige, das man aus diesen Umfragen herauslesen kann und darf. Wie sich das „Rindvieh“ Volk bei einer eventuellen Neuwahl entscheiden möchte, ist mit aktuellen, mehr oder minder „konstruierten“ Umfrageergebnissen noch nicht abgemacht.

Alice Weidel von der AfD ist nun mit einem „unmoralischen Angebot“ an die Öffentlichkeit getreten: „Eine von der AfD gestützte schwarz-gelbe Minderheitsregierung. Allerdings ohne Angela Merkel.“
Das mutet doch „charmant“ an.
Ist aber sicher unrealistisch, denn die Merkel will die grüngefärbte Bastard-Koalition, weil sie selbst „grün“ ist – so A. Weidel; und so wissen wir´s.
Die CDU wird ihre Matrone aus der Uckermark derzeit noch nicht fallen lassen und weder CDU/CSU noch FDP werden den blauen Frosch AfD küssen.
Da wird der treue, eiserne Heinrich (oder der AfD-Wähler) – wie im Märchen – noch lange warten müssen:

„Heinrich, der Wagen bricht!“
„Nein, Herr, der Wagen nicht,
Es ist ein Band von meinem Herzen,
Das da lag in großen Schmerzen,
Als Ihr in dem Brunnen saßt,
Als Ihr eine Fretsche wast.“

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* F.J. Strauß

Einige Schmutzeleien

Was soll ich viel herumreden: Ich mag ihn einfach nicht, habe ihn noch nie gemocht, den Drehhofer aus Bayern. Seinen so genannten „Widersacher“, diesen fränkischen Schluri namens Söder muss man auch nicht mögen. Der hat es aber zur Zeit etwas leichter, als der Horst aus Ingolstadt, denn er kann in der Heimat sein Unwesen treiben und muss nicht in Koalitionsverhandlungen den Sacknasen und Truthahnhälsen von den GrünInnen gegenübersitzen und die Matrone von der CDU aushalten. Leid tut er mir deswegen nicht, hat er doch sein Schicksal selbst gewählt.
„Wichtig ist, was hinten herauskommt!“ hat einst der frühere Großmeister der politischen Fabulierkunst, Helmut Kohl, gesagt. „Schau´mer mal!“ pflegte ein anderer Rhetor aus dem Süden zu sagen.
„Fällt Seehofer fällt Merkel fällt Jamaika“ orakelte ein Kolumnist bei JouWatch.
Wenn er doch Recht bekommen würde!
Seehofer hat eine Schlüsselrolle hierbei. Nachdem die Junge Union Bayern mit der Schießfigur Markus S. dem Horst wieder mal ein gewisses Wochenenderlebnis bescherte und unumwunden dessen Abtritt verlangte, brachte das sogar die Süddeutsche Zeitung dazu, hierüber Krokodilstränen zu vergießen: „Das Schauspiel der CSU beschädigt Jamaika“, textete die SZ, die gewiss nicht der CSU-Jubel- und Hofpresse zuzurechnen ist. Die buntdeutsche Journaille möchte ja das grünstichige Drei-Farben-Projekt herbeischreiben, wie man landauf landab feststellen kann.
Hätte man es bei Horst Seehofer mit einem prinzipientreuen und charakterstarken Staatsmann zu tun, wäre diese Bastard-Koalition von vorneherein dem Scheitern ausgesetzt gewesen. Da aber diese Person-gewordene „Crème de la Pudding“ sich auch schon „zu viele Schmutzeleien“, geleistet hat, „charakterliche Schwächen“ besitzt und gleichermaßen vom „Ehrgeiz zerfressen“ ist – wie er es mal seinem Widerpart Söder unterstellte, können wir wohl die Hoffnung fahren lassen, dass die Merkel endlich entlassen wird und die GrünInnen von der Macht im Bund ferngehalten werden. Das Unheil nimmt wohl seinen Lauf!

Die Demokratie ist in Deutschland existentiell in Frage gestellt.

von HERBERT GASSEN

Niemals wurde die deutsche Demokratie schlimmer disqualifiziert als aktuell durch den Zentralrat der Muslime. Es ist die Nichtwahl des AfD-Kandidaten Glaser zum Vizebundespräsidenten. Er sieht in der antiislamischen Einstellung dieses Politikers keinen Grund, ihn nicht zu wählen. Ein größeres Verdikt über den deutschen Parlamentarismus kann es nicht geben.
Glaser hat seinen Dienst für die AfD geleistet. Nach Lage der Dinge wird er auch in den nächsten Abstimmungen keine Mehrheit erhalten. Er wollte Teil einer Demokratie sein, die es in der Bundesrepublik nicht mehr gibt. Der Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes scheint Geschichte geworden sein. Die gesellschaftsbezogenen Moralvorstellungen werden von einer nicht zu Europa gehörigen Glaubensvereinigung vorgegeben. Nach ihrem Erscheinungsbild tragen sie genau den Charakter des angeblichen Feindes, dem des Faschismus.

Die Bundestagswahl wurde zu einem Fiasko der etablierten Parteien. Trotz Mehrung der Wählerstimmen haben die beiden sog. ‚Volksparteien‘ die schlechtesten Ergebnisse ihres geschichtlichen Bestehens eingefahren. Der Restbestand der CDU reicht gerade noch einmal aus, den Regierungschef zu stellen. Die hierfür verantwortliche Person übernimmt mit Zustimmung ihrer geschlagenen Truppe dennoch wieder den Parteivorsitz.
Die SPD hat ihre größte Niederlage in ihrer über 150 Jahre alten Geschichte einstecken müssen. Sie hat sich vorgenommen, nicht noch einmal eine Koalition mit der sie zerreibenden Merkel einzugehen. Die muß somit mit den extremen Minderheiten der Parteien von Gelb und Grün zurechtkommen. Die stehen sich diametral gegenüber und werden sich über notwendige Konzessionen zu Lasten ihrer Programme verantworten müssen.
Diese Kombination nennt man nach den Symbolfarben der Parteien ‚Jamaika‘.
Mit dieser destruktiven, antinationalen Mehrheit wird Deutschland auf das niedrigste Niveau seiner Kräfte und Möglichkeiten herabgeführt. Die Artikel des Grundgesetzes und die nachfolgenden Gesetze werden schon damit außer Kraft gesetzt, daß der Begriff ‚Volk‘ inzwischen negativ besetzt wird. Die Deutschen leben dank der seitherigen politischen Ausrichtung durch diese Kanzlerin als loser Verbund von Menschen unterschiedlichster Rassen, Herkunft und Kulturen.
In dieser Koalition haben die Befürworter der Flüchtlingspolitik der ehemaligen und zukünftigen Kanzlerin die Mehrheit. Das wird bedeuten, daß die Forderung der FDP auf Begrenzung des Zuzuges und gar Rückführung der Invasoren nicht realisiert werden. Deutschland wird weiter unter dem Verdikt der Umbevölkerung sowjetischen Ausmaßes und Auflösung seiner Identität denationalisiert werden.

Die einstigen Begriffe der christlich-ethischen Grundwerte unserer Gesellschaft werden von der links/kommunistischen Politkaste dialektisch ins Gegenteil verkehrt. Das beginnt mit der Behauptung, das Grundgesetz würde für alle Menschen gelten. Der Eid, den Nutzen des deutschen Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden, wird in einen Auftrag umgemünzt, sein Potential in ein globalisiertes Nemo einzubringen.
Das Volk benötigt realiter sehr lange, die Fehlentscheidungen der Führungen seiner politischen Kaste als Vergehen gegen Recht, Gesetz und Verträge zu Lasten des deutschen Volkes zu erkennen. Wir Deutsche brauchen uns nicht lange zu besinnen, um aus dieser Erkenntnis den Weg ins Verderben zu erkennen.
Es war die Absicht der eigentlichen Mächte in unserem Land, über eine Verbildungspolitik die Kenntnisse um die Vergangenheit und die Täuschung der Zukunftsziele das Volk gegen seine Interessen zu indoktrinieren. Jeder Widerstand hiergegen wird mit der Antifa-Keule niedergemacht. Der angerichtete Schaden an der Substanz des deutschen Volkes ist in mehreren Generationen nicht wieder gutzumachen. Es ist das Ergebnis der Politik der Feinde Deutschlands, verkörpert von der Bundestagsvizepräsidentin mit ihrem Aufruf ‚Deutschland verrecke‘.
Es ist die Zerstörung einer der wesentlichsten Säulen einer funktionierenden Demokratie, der unabhängigen Judikative, die gegen diesen Hoch- und Landesverrat nicht gedenkt einzugreifen. Ihre Vergewaltigung durch die Macht des Parteienapparats verhindert die Meinungsfreiheit des Grundgesetzes. Es gibt in Deutschland keine Kraft mehr, die die Exekutive zwingt, Recht und Gesetze als Fundament ihres Handelns anzuerkennen.

In dieser destruktiven Situation unseres Landes muß die AfD eine von diesem System unabhängige Opposition aufbauen. Eine koalitionäre Partnerschaft kann in ihm nichts ausrichten. Die AfD ist von einer großen Wählerschaft von ca. 6 Millionen Bürgern aufgerufen, diesen Staat auf die positiven Grundwerte ihrer Entstehung zurückzuführen. Vorbild kann nur das Programm der CDU sein, wie sie unter Adenauer und Nachfolgern Deutschland aus den Trümmern des Krieges wieder aufgebaut hat. Zurück zu den Anfängen, zurück zu deutscher Kultur, zurück zu sozialer Marktwirtschaft, zurück auf den Stolz auf eine tausendjährige Geschichte. Die Deutschen haben die Pflicht, alle Versuche einer linken politischen Strömung abzuweisen, sie mit dem Blick auf das 3. Reich ihrer Souveränität und Meinungsfreiheit zu berauben. Ihr ideologisches Erscheinungsbild, erst seit 1918 existent, schließt das größte Blutbad, den ultimativen Terror in der Menschheitsgeschichte ein.

Es ist die AfD, die sich dem Mißbrauch des Amtes dieser Kanzlerkandidatin und dem Gewaltdiktat der von ihr subventionierten Kräfte der Antifa, der Autonomen und Schlägertrupps entgegenstellen muß. Hierzu gehört Mut und Entschlossenheit. Um eine Erneuerung deutscher Politik zu erreichen, muß das Motto des Widerstandes von 1944 über allem stehen: „Es lebe das heilige Deutschland.“ Selbst ein Ernst Thälmann hatte einst bekannt: „Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk, und meine Nation, die ich mit großem Stolz verehre, ist die deutsche Nation, eine ritterliche, stolze und harte Nation.“ (Deutschland ist in einer finalen Situation, die sogar m.E. einen Kommunistenführer der Weimarer Republik zu seiner Rettung erfordert.)

Unabhängig von den programmatischen Einbrüchen der Parteien könnten sie bei der Besetzung des Amtes der Bundespräsidentschaft endlich die Würde der Demokratie aufzeigen. Dazu gehört nach Meinung eines islamischen Wortführers (!) auch die Wahl des Kandidaten Glaser der AfD.
Es gibt noch eine andere Möglichkeit der Einflußnahme, in dem die AfD eine Kandidatin vorschlagen wird, die mit der Qualität ihrer Persönlichkeit dem Amt der Bundestagspräsidentschaft seine Würde wieder zurückgeben könnte. Mit ihr könnte sich der Souverän, das deutsche Volk identifizieren. Sie stünde als Symbol der Seriosität der Repräsentation des Souveräns den gewählten, zweckentfremdeten Damen gegenüber. Sie könnte attraktiv, eine Ehefrau, eine Mutter, eine gebildete Akademikerin und politisch eindeutig engagiert sein.

Die Alternative für Deutschland kann und muß sich intern auch kontrovers aussprechen, nach außen jedoch sollte sie mit einer Stimme reden. Das ist der Weg, um politische Macht zu erreichen und zu erhalten. Denken wir an die einstigen starken Vereinigungen innerhalb der CDU, von der CDA bis zu den Konservativen. Es war diese Frau Merkel, die die Macht ihrer Partei zu ihren Zwecken umfunktioniert hatte und der kommunistischen Globalisierung überantwortete. Die AfD kann nur eine regierungsfähige Partei werden, wenn sie alle politischen Strömungen in sich vereint, die auf der Basis des Grundgesetzes Deutschland gemeinsam wieder aufbauen wollen.

gez. Herbert Gassen

Einigkeit und Recht und Freiheit – Wer steht noch dafür?

Bildergebnis für einigkeit und recht und freiheit

Gedanken zum Tag der Einheit 2017

In seiner großen Rede im Deutschen Bundestag am 22. September 2011 hat Papst Benedikt XVI. mit zwei bemerkenswerten Aussagen auf das hingewiesen, was den dort versammelten „Herrschenden“ nicht nur zum Frommen dienen sollte. Benedikt legte den anwesenden Ministern und Abgeordneten dar, was sich einst der junge König Salomon – der Weise – von Gott für seine Herrschaft erbeten hatte:

„Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“ (1 Kön 3,9).

Und der Papst verweist dann ausdrücklich darauf:

„ … der (politische) Erfolg ist dem Maßstab der Gerechtigkeit, dem Willen zum Recht und dem Verstehen für das Recht untergeordnet. Erfolg kann auch Verführung sein und kann so den Weg auftun für die Verfälschung des Rechts, für die Zerstörung der Gerechtigkeit.“

Er zitiert Augustinus:

„Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande!“.

 

Soweit meine Einleitung.

Bei der jüngsten Bundestagswahl hat es eine Erschütterung bei den Herrschenden gegeben. Eine Bestürzung, die in der Geschichte der Bundesrepublik einmalig erscheint. Das Ergebnis haben die jetzt Getroffenen selbst zu verantworten, wenngleich einige von ihnen ihre Verantwortlichkeit auf billige Manier von sich abzuwälzen versuchen: Die Medien – ihre Verbündeten -, sind auf einmal schuld, da sie zuviel Aufmerksamkeit auf die Unaussprechlichen gelenkt hätten; das (dumme) Volk, das die Notwendigkeiten und auch die Fürsorge nicht verstanden habe; dazu habe sich eine moralische Verrohung von rassistisch und völkisch Verblendeten breitgemacht.

Ich meine, das Wahlergebnis bedeutet nichts anderes, als dass sich die „schon länger hier Lebenden“ auf den Weg gemacht haben, die „disziplinierte Mediokrität“ (George Steiner) zu verlassen!

Zu den betroffenen Protagonisten …

Die CDU, die einstmals vielleicht christlich war, die einen großen Teil der sich konservativ fühlenden und sich so gebenden Menschen angezogen hatte, war im Grunde, seit Kohl an die Macht kam, in keiner Weise mehr „konservativ“, sondern hat sich der zeitgeistigen Beliebigkeit ausgeliefert. An der Spitze eine Vorsitzende, die in machtpolitischer Borniertheit (oder pathologisch-autistischer Manier?) die Menetekel nicht wahrnehmen kann oder will.
Die CSU hat aus einer lange Zeit bestehenden Glaubwürdigkeit, durch (konservative) Verbundenheit zu Land und den Menschen, bisher ihre Zustimmung gezogen. Der Wackelkurs ihres Vorsitzenden mit stummer Gefolgschaft vieler Parteivasallen hat dieser Partei einen schlimmeren Schlag versetzt, als der größeren Schwester CDU.
Der SPD ist zum einen durch den gesellschaftlich-industriellen Wandel ihre Klientel, die Arbeiter und die „kleinen Leute“, abhandengekommen. Den verbleibenden Überrest hat sie durch ihre neoliberale Politik und eine diesen Rest geringschätzende bis stigmatisierende Programmatik verjagt.
Die Grünen sind die eigentlichen Nutznießer und die Exekutoren der 68er Kulturrevolution, die es verstanden haben, bisher in jegliche (Regierungs-)Koalition dieses Erbe einzubringen. Wenngleich einzelne Repräsentanten inzwischen „konservativer“ anmuten, als Vertreter der vormals angeblich konservativen Partei. Ihre in der überwiegenden Zahl weiblichen Repräsentanten verstehen es im Besonderen, die moralische Prätention des Gut- und Besserseins der Linken rhetorisch auszupressen. Sowas findet denn auch Resonanz bei den inzwischen entchristlichten bundesdeutschen „Christen“ – bis hin zu Pastoren und Bischöfen beider Konfessionen. Den Grünen danken es noch viele, dass diese die Ökologiekrise aufgezeigt haben; und so blieben sie entgegen Umfrageerwartungen auf einem noch relativ stabilen Zustimmungsniveau.
Wie auch die Linke, die offensichtlich noch einen Rest der „Verdammten dieser Erde“ aus Deutschland an sich ziehen konnte – vornehmlich der SPD ist dies zu danken.
Das Wiedererstarken oder -Auftauchen der FDP ist ein Phänomen. Mancher sucht dort immer noch nach etwas, was diese Partei sich als Alleinstellungsmerkmal anheften möchte. Das ist schwierig, wenn schon die großen Protagonisten, die angeblichen Volksparteien, im Kampf gegen alles, was rechts ist, nicht verborgen dem Konzept des Links-Liberalismus fröhnen.

Die Wahl am 24. September 2017 hat hingegen das Dilemma und den Niedergang des Linksliberalismus offenbar gemacht.
Themen wie Zuwanderung, Kriminalität und Sicherheit, Schutz der Familie, Rechtssicherheit bewegen die Menschen, welche die nicht erst gegenwärtig gewordene „Krise“ erkannt, ja am eigenen Leib verspürt haben. Die Rede ist von einer tatsächlichen politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Kalamität – oder seien es auch nur Ängste oder Befürchtungen. Viele haben erkannt, „dass alle Dimensionen des gesellschaftlich-öffentlichen und des privaten Lebens, die Totalität des geschichtlichen Daseins von Entwicklungen erfasst wurden, die der Steuerungsfähigkeit der Politik entglitten sind“ (Günter Rohrmoser) – oder bewusst schleifen gelassen wurden.

Einigkeit

Heterogenität ist das linksliberale gesellschaftliche Ideal.
Homogenität, welche die Menschen im Gegensatz zum linksliberalen Diktum in vielen Bereichen essentiell anstreben und benötigen, wird als reaktionär und faschistisch verunglimpft.
Bei einer Existenz von 10 Millionen Ausländern in Deutschland mit unvermindertem, staatlich gewolltem Zuwachs, entdecken „die schon länger hier Lebenden“ verständlicherweise ihre Homogenität wieder, dass sie in einer eigenen kulturell geprägten Lebensform mit historischem Hintergrund leben und stehen – und leben wollen.
Mit dem Angriff auf die elementaren Institutionen von Ehe und Familie, geleitet von dem linksideologisch gezeugten Gender- und Sexualitäts-Wahn, verbinden die meisten Menschen einen Anschlag auf ihre grundsätzliche – anthropologisch fundierte – Identität. Einigkeit bedeutet nicht nur (national-)staatliche Einigkeit, sondern auch im gesellschaftlichen Sinne.
Die handstreichartige Freigabe des tradierten Rechtsstatus der Ehe durch die Kanzlerin empfanden nicht wenige als einen verwerflichen Coup d’etat mit Preisgabe der Einigkeit hinsichtlich eines verfassungsgebotenen Grundsatzes.
Damit verbunden war gleichzeitige das klandestine Durchwinken der Zensurgesetze eines sich totalitaristisch gebenden Justizministers im Bundestag.

Recht

Der Pöbel, das Pack, das Volk erkannte sehr wohl nicht nur darin die Preisgabe von Recht, Rechtsstaatlichkeit und Rechtsvertrauen. Wie auch im Zusammenhang mit der Steuerung der „Flüchtlingskrise“, mit Verstoß gegen verfassungsrechtliche und international getroffenen Rechtsnormen. Das Recht auf Unversehrtheit wird auf dem Altar der Willkommenskultur geopfert. Der dreiste Bruch von beschlossenen Gesetzen und Vereinbarungen im Zusammenhang mit der „Energiewende“ sowie bei der „Euro-Rettung“ ist der Bevölkerung ebenfalls nicht entgangen.
Das Volk empfindet es nicht nur in diesem Zusammenhang so: „Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande!“

Freiheit

Es ist Fakt, dass unser geltendes Grundgesetz in der Interpretation und Anwendung durch die Herrschenden eine Einschränkung der Freiheit erlaubt. Das ist durch vielfache „Rechtssetzung“ inzwischen bewiesen.
Armin Mohler schreibt:
„Eine Verfassung (funktioniert) nur, wenn sie sich auf die Feststellung dessen beschränkt, was verboten ist. Und zwar wohlverstanden: Welche Handlungen verboten sind. Nur eine solche Verfassung kann das Maß an Freiheit garantieren, das im menschlichen Zusammenleben, auch in Ausnahmesituationen und im Ernstfall, möglich ist. Eine Verfassung hingegen, die festlegen will, welche Gedanken verboten sind und auf welchen Werten wir unser Leben gründen sollen – das BRD-Grundgesetz ist eine solche Verfassung -, kann wegen Unerfüllbarkeit nur eine Quelle der Heuchelei werden. … Wichtiger ist, dass sie den Zugang zur Macht kanalisiert: Die Macht fällt demjenigen zu, der die Mittel hat, verbindlich zu definieren, wie die Verfassung zu verstehen sei (und vor allem: wer die „Verfassungsfeinde“ sind). …Exekutive, Legislative und richterliche Gewalt sind längst „integriert“ von den Medien, welche Gestalt und macht einer neuen Dreifaltigkeit angenommen haben.

Das zielt genau auf unsere Verfassungsrealität und wie sie von den Mächtigen ins Werk gesetzt wird. Auch das haben die Wähler erkannt, wie ihre Freiheitsrechte betreffend Gedanken- und Redefreiheit sukzessive aufgeweicht, ja zerstört wurden.

Es ist inzwischen hinlänglich bekannt geworden, gegen wen sich der seit Jahren in unserem Land andauernde Feindzug des linksliberalen Systems richtet. Es ist „das gemeine Volk“.  Und das hat dies erkannt und so läuft denn dem System ein großer Teil seiner bisherigen Gefolgschaft davon.
Nun sind es aber genau wieder diese „Etablierten“, die sich um eine Lösung der selbstverursachten Probleme bemühen sollen.

Können wir die durch unsere Hymne beschworene Schaffung von Einigkeit und Recht und Freiheit auch nach dieser Wahl wenigstens in bescheidenem Maß wieder erhoffen?

Jamaika? Das ist für Sachkenner das Synonym für einen heruntergekommenen Inselstaat – Beispiel für einen „Failed State“ – und so sammeln sich den die „pirates of the caribbean“, ihren Fluch zu erfüllen.

Do auch die CSU.
Wie kann es sich eine bereits durch Widerstand aus der Wählerschaft gezeichnete CSU erlauben, mit zwei in grundsätzlichen Ansichten ausgewiesenen Kontrahenten – CDU und Grüne – ein Bündnis einzugehen, ohne ihre Seele zu verlieren und demnächst noch mehr vom Wähler abgestraft zu werden? Ein Bündnis eingehen mit ausgewiesen linksliberal orientierten Parteien, welche für die existentielle Krise hierzulande verantwortlich sind. Wobei die FDP des Christian Lindner auch eher zum Bock als zum Gärtner prädestiniert scheint und dazuzuzählen ist.

Eine meiner Erwartungen habe ich jetzt zunächst auf die CSU zentriert. Von den anderen Mitspielern erwarte ich nichts, was uns weiterbringen könnte, weg vom Zustand vor dem 24. September 2017.

Vom eindeutigen Wahlsieger, der AfD, erhoffen sich seine schäbigen Gegner, die Etablierten, dass sich diese junge Partei tunlichst weiter zerfleischt und dann, wie schon andere vor ihr, wieder in Bedeutungslosigkeit fällt.
An die AfD knüpfen aber – nicht nur – ihre Wähler die Erwartung, alles zum Fortbestand und ihrer Subsistenz Notwendige zu tun: sich als wirkliche Alternative im Parteienspektrum weiter aufzubauen, und als starke und spürbare Opposition zu wirken, und die satt und verantwortungslos, machtversessen und machtvergessen gewordenen Parteien „auf den Pfad der Tugend“ zurückzubringen; oder sie weiter der Selbstzerstörung überlassen.
Auch wenn die Verantwortlichen in der AfD (noch) nicht für die Regierungsverantwortung gefragt sind, gilt auch für sie in dem vermachten Mandat das salomonische Gebet:
„Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht“!

 

„Wallraffing“ bei der AfD

Der Bergriff „Wallraffing“ kommt aus Schweden, womit man dort den Recherchestil des berühmt-berüchtigten Autors und Journalisten Günter Wallraff bezeichnet. Wallraff, „der sich meist mit anderer Identität in das unmittelbare Kernumfeld des Reportage-Ziels einschleuste“.

Just vor der Bundestagswahl wurde denn die AfD ebenfalls Beute des „Wallraffing“. Jedoch nicht durch den Erfinder der Methode selbst, sondern durch einen „Krimi-Autor“ namens Leif Tewes. Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich jedoch ein IT-Unternehmer aus dem Rhein-Mein-Gebiet, der dort auch sein (Un)Wesen treibt.
Tewes will – wollte – mit sogenannten „Gegenlesungen“ aus seinem Roman den Wahlkampf der AfD in Hessen hintertreiben, schrieb die Frankfurter Rundschau.
Auf den Vorgang bin bei der Lektüre meiner Regional-Gazette gestoßen, in der emphatisch von so einer „Gegenlesung“ in der hiesigen Buchhandlung meines Mißtrauens berichtet wurde. (Eine Buchhandlung, die sich schon mal mit Zensurmaßnahmen gegenüber Sarrazin-Bücher nicht nur im Ort einen Namen gemacht hatte.)

Worum geht es? Der „Autor“ hatte sich mit einer falschen Identität in den AfD-Kreisverband Offenbach eingeschlichen und dort und im weiteren Umfeld ein Jahr lang „recherchiert“. Über seine Erfahrungen an einem AfD-Stammtisch berichtete er dann der Hessen-Pravda:
„Gruselig. In zweifacher Hinsicht. Erstens war es exakt so, wie ich es mir vorgestellt hatte: Der Raum, die Leute, alles. Und wenn man das dann sieht, so ein Hinterzimmer in einer gutbürgerlichen Gaststätte, schaut sich die Leute an, ganz normale Durchschnittsleute, und wenn die dann den Mund aufmachen – was man auf den Parteitagen zu hören bekommt ist ja schon geschliffen – dann wird es richtig gruselig.“
Der Partei-Kern bestehe aus Scharfmachern, meint er und besonders junge Leute in der AfD gehörten zu diesem „gruseligen“ Kern. Aus seinen „Erfahrungen“ strickte nun der taktische Defraudant einen Krimi – einen „Roman Noir“, wie er sagt – von dem es in einer Rezension heißt:
„Leif Tewes liefert zu aktuellen Themen ›Fake-News‹, ›Rechte Propaganda‹ und ›Islamistischer Terror‹ eine verschlungene Reise, die vom Rhein-Main-Gebiet über das Ruhrgebiet bis nach Syrien führt. Macht, Verführung und Lügen erweisen sich als elementare Zutaten eines Wahlkampfes, der sich durch die Medien und das Internet wie ein Lauffeuer verbreitet.“

Schon in einem früheren Krimi ging es dem Verfasser um Gier und Macht; ein Autor der von sich sagt „Ich glaube an das Schlechte im Menschen“.
Sinnigerweise werden seine Bücher denn von einem Verlag namens „Größenwahn“ herausgebracht.

Zur Ehre dieses literarischen Denunzianten mus man berichten, dass er sich noch vor der Wahl gegenüber „seinem“ AfD-Vorsitzenden geoutet hat. Der nahm das wohl recht gelassen und nüchtern auf. Zu recht, denn sehr erfolgreich war diese geplante Hintertreibungs-Aktion nicht, wie es auch die Ergebnisse vom Wahlsonntag aus dem Rhein-Main-Gebiet abbilden.

Wahlverlierer 2017: Peter Tauber, CDU

Peter Tauber wurde als Stimmkreisabgeordneter im Wahlkreis 175 (Main Kinzig Kreis – Wetterau II -Schotten) erneut direkt in den Bundestag gewählt. Nach der krachenden Wahlniederlage der Merkel-CDU ist er natürlich bei den innerparteilichen Analysten für diese Niederlage aber scharf ins Visier geraten: Merkel und Tauber müssen weg, beide seien für den Linksruck der CDU verantwortlich – meinen nicht nur die Rest-Konservativen in der CDU. Denn Peter Tauber hat nicht erst nach dem 24. September 2017 ganz schlechte Papiere in seiner Partei. In seinem Wahlkreis hat er zwar mit seinen Erststimmen ein besseres Ergebnis als seine Partei eingefahren (36,4% zu 31,7%), gegenüber 2013 hat er jedoch 12,4% an Stimmen verloren (36,4% gegenüber 48,8%). Er hat damit mehr als die CDU im Bund und im Wahlkreis an Zustimmung eingebüßt.
Das haben seine „Parteifreunde“ in Berlin ganz sicher registriert. Jens Spahn z.B., ein anderer „Shooting-Star“ der Union, konnte z.B. seinen Stimmanteil entgegen dem Bundestrend gerade etwa behaupten.

Es ist ein Mysterium des Innersten der CDU bzw. deren Chefin Frau Merkel, wie ein Heiopei wie Peter Tauber in das Spitzenamt des Generalsekretärs dieser einstmals großen Partei berufen werden konnte. Man darf unverhohlen vom „Proporzhessen“ sprechen, Hessen hätte aber – trotz oder wegen Bouffier? – eine gewiss reputierliche Persönlichkeit in der Bundes-Spitze verdient. Aber die waren aus Hessen für den Bund eh dünn gesät. Mir fällt dazu gerade nur Alfed Dregger ein.

Gerade aus längerer persönlicher Bekanntschaft mit Peter Tauber in der MKK-CDU konnte ich nie einen Hehl aus meiner Geringschätzung machen.
Die mögliche Entmachtung von Peter Tauber hat sich ja schon vor einiger Zeit angekündigt, denn er hatte ja etliches an Peinlichkeiten angehäuft:

  • Man erinnere sich an die Affäre um die „Kaninchenjagd“ in seinem lokalen CDU-Beritt, dem hessischen Main-Kinzig-Kreis.
  • Bei der Landratswahl in eben seinem Heimatkreis erlitt denn die Tauber-CDU dann  eine peinliche Niederlage.
  • Peter Tauber leidet nicht nur unter einem (digitalen) Sprechdurchfall, der in verschiedenen bekannt gewordenen Fällen als „Shitstorm“ wieder auf ihn zurückflog:
    „Wer hier nicht für Merkel ist, ist ein Arschloch!“.
  • Einem Kritiker von Merkel beschied er auf Facebook ebenfalls, dass er ein Arschloch sei.
  • Auf die Nachfrage eines Twitter-Nutzers auf das CDU-Wahlprogramm in Abgrenzung zur SPD -„heißt das jetzt 3 Minijobs für mich?“ – erwiderte Tauber: „Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“

So äußert sich ein Zyniker mit eingebildeter Macht, den jetzt die Realität einholt.

Tauber ist nicht nur ein Sprachpanscher im Deutschen, sondern er hat sich seit eh als übelster politischer Mundwerksbursche erwiesen.
Sollte unser politisches System nicht unheilbar krank sein, dann muss es sich von solchen Gestalten befreien oder diese – nicht nach Anatolien, sondern in die Bedeutungslosigkeit „entsorgen“.

Hier das für seinen Wert und der Persönlichkeit geeignete Dienstfahrzeug, das er schon mal vor einigen Jahren ausprobierte:

Franz Josef Strauß zur Bundestagswahl 2017 – ein Interview

Bereits vor fünf Jahren gab uns Franz Josef Strauß ein Interview, als wir ihn in seiner Warteposition auf Wolke 7 vor dem Eingang zum Himmelreich besuchen durften; dort, wo bereits der Brandner Kasper, der Dienstmann Alois Hingerl und auch der Alois Hundhammer an den heiligen Schanktischen beim ewigen Biertrinken und Schafkopfen auf ihn warten.
Aus der vom Himmel erkannten Not der Zeit heraus wurde uns ein zweiter Besuch erlaubt und so können wir dem geneigten Leser die aktuellen und von uns verbürgten Ansichten des vormaligen bayerischen Archonten zur Kenntnis bringen.

Das Interview 2017:

Herr Strauß seit unserem letzten Gespräch sind fünf Jahre vergangen und Sie sitzen weiter hier auf der Wolke 7, wie fühlen Sie sich heute?

„Für mich ist’s gar nicht mehr schön: Der Wehner kommt nicht mehr, der Schmidt will nicht mehr, was hab‘ ich da noch hier verloren?“


Wie sehen Sie aus Ihrer Warte die Situation in Deutschland im Jahre 2017?

„Die Stimmung im Land lässt sich mit den ‚fünf U‘ beschreiben: Ungewissheit, Unsicherheit, Unbehagen, Unruhe und politische Unzufriedenheit.“


Wer hat denn Schuld an der Misere?

„Es wird Zeit, dass der rote Terror gebrochen wird.“
„Von Platon über Rousseau bis zu Marx und Lenin zieht sich gleich einem roten Faden geometrisches Ordnungsdenken von Utopisten wie eine Gegenmelodie zur Individuation durch die Geistesgeschichte unseres Kontinents. Als Gesamtlösungen tragen ihre kollektivistischen Staats- und Gesellschaftsentwürfe zwangsneurotische Züge und müssen als Symptome einer aberratio mentis verstanden werden, von der eine gefährliche Wirkung ausgeht. Vor allem jene, meist junge Menschen, die sich geistig noch nicht der macht der Wirklichkeit gebeugt haben und sie idealistisch überfliegen möchten, sind gegen solche Ansteckungsgefahren kaum gefeit. Ideal und ideologisches Modell sind wahlverwandt. Allzu leicht verwechselt der von den Teufeln des Details noch nicht geschundene junge Geist die beiden. Deshalb ist es ja für Ideologien nicht allzu schwer, gerade die jungen Menschen für sich zu begeistern.“


Was muss sich dann ändern?

„Die Todfeinde einer Marktwirtschaft heißen Inflation und Marxismus. Beide sind gegenwärtig ein lebensbedrohendes Bündnis eingegangen. Die Inflation des Geldes als Ausdruck der Wünsche hat neben tiefreichenden wirtschaftlichen Schäden den geistigen Nährboden für sozialistische Ideologien des Neides und der Gleichmacherei aller Schattierungen geschaffen, die über die Tarnworte ‘Verbesserungen‘, ‘Reformen‘ bis hin zu ‘Systemüberwindung‘ eine Umverteilung und eine funktionärsgesteuerte staatliche Verwaltungswirtschaft zum Ziel haben.“
„Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören – in ihre Löcher.“


Das erste Mal hat sich in Deutschland mit der AfD eine Partei rechts von der CDU/CSU in den Ländern etabliert und wird aller Voraussicht in den Bundestag einziehen. Was sagen Sie dazu?

„Wenn es einer seriösen Rechtspartei gelingt, auf Dauer über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen, wäre die Kombination aus CDU, CSU und FDP nicht mehr mehrheitsfähig. Eine Koalition von SPD und Grünen ist für mich keine demokratisch akzeptable Alternative. Der Gedanke einer Großen Koalition weckt mehr Unbehagen als Zuversicht. Wo also bleibt die Bewegungsfähigkeit der Union? Man erkennt nicht, dass auf der rechten Seite des Spektrums zwangsläufig ein Vakuum entstehen muß, wenn sich die CDU auf einen Wettlauf nach links einläßt. Es geht nicht um rechtsradikale Narren, aber wenn sich eine Rechtspartei bildet mit einem populistischen Programm und einer charismatischen Führung, dann stimmt die ganze Lagertheorie von CDU und FDP endgültig nicht mehr. Dann müßte man entweder mit dieser Rechtspartei und der FDP zusammengehen, was kaum möglich ist, oder das Ziel einer neuerlichen linken Koalition wäre nach den nächsten oder übernächsten Bundestagswahlen erreicht.“


Die CDU/CSU kämpft einen offenkundig vergebenen Kampf gegen diese neue Partei – wenn man den Umfrageergebnissen glauben kann.

„Ich greife mir ans Hirn, warum die politischen Pygmäen der CDU, die nur um ihre Wahlkreise kämpfen, diese Zwerge in Westentaschenformat, diese Reclam-Ausgabe von Politikern, warum die sich empören, wenn der Gegner … reagiert.“
„Ich will mit dem Wort Dumköpfe vorsichtig sein. Das wollen wir der Endabrechnung des lieben Gottes überlassen.“


Frau Merkel ist nun seit zwölf Jahren Bundeskanzler. Wie es aussieht, kann sie den Rekord von Helmut Kohl mit 16 Jahren Amtszeit brechen. Wer war oder ist nach Ihrer Ansicht der bessere Kanzler – Helmut Kohl oder Frau Merkel?

„Wenn man mich fragt, wer der größere Dichter sei, Goethe oder Schiller, sage ich immer ja.“


Man bezeichnet Frau Merkel als die mächtigste Frau der Welt. Wie sehen Sie das?

„Ich habe in meiner etwas karikaturhaften, manchmal groben Sprache gesagt: Das kommt mir genauso vor, wenn der kleine Max mit der Kindertrompete neben der Militärmusik herläuft und sagt, er habe das Marschkonzert bestimmt.“
„Das Ausland empfindet es schlichtweg als unerträglich, von Deutschland ohne Unterlass ermahnt und belehrt zu werden. Die Politik zum Schutze der Umwelt ist dafür nur ein Beispiel. Kein vernünftiger Mensch und schon gar nicht ein konservativer Politiker, für den das Bewahren ein wichtiges Wesenselement darstellt, wird sich dieser Herausforderung verweigern. Der emotionsgeladene Fanatismus aber, der in dieser Frage insbesondere von linken und grünen Kreisen praktiziert wird, stößt ab und alarmiert. Er weckt draußen Misstrauen gegen die irrationalen Deutschen, die offensichtlich wieder einmal glauben, am deutschen Wesen müsse die Welt genesen.“


Frau Merkel scheint aber innerhalb der CDU unumstritten. Ihr Generalsekretär erlaubt sich zu sagen, wer gegen Merkel ist, ist ein – verzeihen Sie – Arschloch.

„Es gibt ja wirklich in der CDU die Krankheit, die kenne ich schon seit Jahren, die äußert sich also immer wieder in selbstmörderischen Äußerungen nur aus Gründen interner Feindseligkeit, interner Rivalitäten oder neidhammelhafter Haltung.“


Auch die Medien scheinen fast ausschließlich auf der Seite von Frau Merkel zu stehen und leisten ihr Schützenstellung im Wahlkampf z.B. gegen die AfD.

„Linksübliche Medienkumpanei.“


Was möchten Sie Frau Merkel raten?

„Es gibt eine normative Kraft des Faktischen. Sie ist mächtig und unter Umständen gefährlich. Aber es gibt keine faktenersetzende Kraft des Phraseologischen.“


Was halten Sie von Schwarz-Grün als Koalitionsoption?

„Das beste Grün ist weiß-blau.“
„Diejenigen, die zum einfachen Leben zurückkehren wollen, müssen sich eben dafür geeignetere Regionen aussuchen. Niemand wird sie daran hindern, das Automobil durch einen Wanderrucksack zu ersetzen und ihre Verpflegung im Freien zu suchen.“


Die SPD hat mit Martin Schulz einen Gegenkandidaten zu Merkel aufgestellt, der anfänglich der SPD ja ein Hoch bescherte.

„Eine unerträgliche Belastung des Parlaments und der Demokratie.“
„Der kann seine Füße in den Schuhen des Kanzlerkandidaten umdrehen, ohne dass sich die Richtung der Schuhe verändert.“


Der CDU – mehr noch der SPD – laufen die Wähler in Scharen davon, wie kommt das?

„Wie manche Pfarrer die Kirche leer predigen, reden auch manche Politiker den Saal leer.“


Die Zeit der großen Debatten im Bundestag scheint vorbei zu sein – seinerzeit mit Ihnen auf der einen und mit Herbert Wehner und Helmut Schmidt auf der anderen Seite. Immer weniger Entscheidungen werden im Parlament diskutiert, sondern in den Medien – z.B. durch Diskussionen in sog. Talkshows unter das Volk gebracht. Wie sehen Sie das?

„Es muss meiner Meinung nach auch heute noch möglich sein, politische Strategien zu entwickeln und durchzuführen – natürlich unter Berücksichtigung des damit verbundenen Risikos – ohne vorher darüber auf dem offenen Markt Palaver zu halten. Andernfalls hören wir auf Politik zu machen, spielt sich Politik nur ab in Meinungsumfragen, in den Schlagzeilen der Boulevardpresse, in aufgeregten Stammtischdiskussionen.“


Was halten Sie von dem derzeitigen Bundeskabinett mit Ministern wie Sigmar Gabriel und Heiko Maas?

„Ich bin ein großer Anhänger des Rechtsstaates. Aber den großen Lumpen muss man stärker aufs Hirn hauen als man die kleinen Leute verfolgt.“


Es gibt eine Krise der Medien, man spricht gar von Lügenpresse. Einstmals renommierte Zeitungen wie der Spiegel müssen drastische Abnahmen in ihrer Leserschaft hinnehmen.

„Scheißhausblatt!“
„Der Spiegel ist ein tiefer Ausdruck der Zerrissenheit und des Nihilismus der deutschen Seele, wobei er selbst zu dieser Zerrissenheit entscheidend beigetragen hat. Er ist Produkt und Produzent dieser Haltung gleichermassen.


Was möchten Sie den Deutschen zur Bundestagswahl am kommenden Sonntag mitteilen?

„Sagen Sie den Menschen, dass diesmal um unser Schicksal gewürfelt wird. Sagen sie den Menschen, dass sich keiner mehr dem Felsschlag der Politik entziehen kann. Es gibt kein Glück im stillen Winkel mehr. Sagen Sie es den Verschlafenen, Verdrossenen, Saumseligen, ‘Lätschernen‘ und ‘Lappernden‘ in diesem Lande.“
„Vigilia pretium libertatis – frei bleibt nur, wer auf der Hut ist!“

„Kanzlerwahlkampf“ 2017: Gutmensch gegen Gutmensch(in)?

O du schwacher,
Gut gesinnter, aber schwacher Mensch!
Wo da Not ist, denkt er, gibt es keine Güte!
Wo Gefahr ist, denkt er, gibt es keine Tapferkeit!
O Schwäche, die an nichts ein gutes Haar lässt!
O schnelles Urteil! O leichtfertige Verzweiflung!‘“

Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan

 

Trifft es zu: Ein Gutmensch* von der SPD „kämpft“ gegen eine Gutmenschin von der CDU?

Martin Schulz wurde schon mal – ironisch? – als „der gute Mensch von Würselen“ bezeichnet. Denn, hat er nicht anfang des Jahres seiner abgewirtschafteten Partei SPD zu Zustimmungswerten verholfen, die sie lange nicht mehr kannte? Er, der weiß, was es bedeutet, als Jüngstes von fünf Geschwistern im „Prekariat“ aufzuwachsen, dem Schule und Lehrer die „Chancengerechtigkeit“ versagten und ihn ohne Abitur ins feindliche Leben schickten, der sich 1 Jahr durch Arbeitslosigkeit kämpfte, der einen 10 Jahre währenden Kampf gegen den Diabolus Alkohol ausfechten musste, der sich dann im endlich erlangten Beruf von einem Italiener öffentlich als „Capo“ beleidigen liassen musste.
Martin Schulz will es seinem heiligen Namensgeber gleichtun und verspricht den Menschen die hier wohnen das Teilen des Mantels.
Er verspricht Gerechtigkeit für alle. Bildung soll für alle kostenlos sein – Abitur für alle. Männer sollen genauso viel verdienen wie Frauen. Nicht weniger Polizisten sollen Land und Menschen schützen. Einem Rentnerehepaar, dem die Miete drastisch erhöht werden soll, verspricht Schulz: „Ich werde die Wohnungsbaugesellschaft fragen, ob die einen Knall haben“. Und der Kanzlerin hat er einen Brief geschrieben, dass er nochmal mit ihr über einige Fragen sprechen möchte und sie dabei auf das Amt als Vizekanzlerin in seinem Kabinett vorbereiten.

Ihm gegenüber steht die Kanzlerin, Angela Merkel, die den Medien engelsgleiche.
Sie will ein „Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“. Sie verspricht das, „Was das Land zusammenhält“, auch wenn sie dabei Land und Volk zerstört. Sie verspricht „Sicherheit und Ordnung“, will aber noch mehr Kriminelle samt Anhang in das Land lassen. Willkommenskultur gilt denn wohl auch für „Gleichwertige Lebensverhältnisse – ländliche Räume fördern und stärken“. Man soll „Chancen im digitalen Zeitalter nutzen“ können, gleichzeitig werden Zensurgesetze erstellt. Sie meint, „Europa stärken heißt Deutschland stärken“: denn am deutschen Wesen könnte wieder mal die Welt genesen.

Wer ist nun der/die Bessere, der wählbare Gutmensch?
Anhand der hier nur etwas oberflächlich angesprochenen Wahlversprechen kann man das nicht festmachen, eint die Beiden doch Eines: politische und menschliche Banalität.

Martin Schulz hat den Nachteil (oder Vorteil?), dass er bisher politisch noch nichts geleistet oder auf die Beine gestellt hat, außer, im Europaparlament überhöhte Gehälter und getürkte „Kostenpauschalen“ abzuzocken. Merkel kann man an ihren Taten messen. Sie hat 12 Jahre lang konkret ihre Chancen genutzt, fast alle früheren Wahlversprechen von sich und ihrer Partei zu liquidieren. Was sie an Entscheidungen getroffen und ausführen hat lassen – Einführung des „Antidiskriminierungsgesetzes“, Abschaffung der Wehrpflicht, „Energiewende“, Grenzöffnung für Flüchtende, „Ehe für alle“ usw. usw. – hat sie nicht etwa getan, um gemäß ihrem Amtseid „Schaden vom Deutschen Volk abzuwenden“, sondern aus kaltem Kalkül des Machterhalts. Indem sie dem politischen Gegner Argumente und Handelsfelder abspenstig machte!

Man sagt auch, ein Gutmensch ist jemand, der sich eine ideale Welt erträumt in der er sich einredet zu leben oder leben zu können. Das tut wohl keiner von beiden.
Gutmenschen folgen einer fixen Idee, die sie selbst im Angesicht von eindeutigen Beweisen und Argumenten nicht willens sind aufzugeben; sie sind dabei auch durchaus pathologisch und folgen dem Optimum ihrer fixen Idee, welche sie dann noch als ihre eigene Meinung ausgeben.

Schulz kommt dem schon näher als die eiskalte, „machiavellistisch“ kalkulierende Merkel.
Schulz ist wie viele Gutmenschen einer, der wie seine sozialistische Partei die menschliche Natur im Grunde nicht verstehen will. Der die persönlichen Unterschiede der Menschen in Talent, Antrieb, persönlichem Einsatz und Arbeitsethos usw. ignoriert. Darum hängt er dem Versuch nach, der Bevölkerung wirtschaftliche und soziale Gleichheit (Gerechtigkeit) aufzuerlegen – wie Gutmenschen dies tun möchten. Ein Politiker, ein Gesetzgeber, der die menschliche Natur versteht, wird keine Gesellschaft schaffen, welche die Bürger eines Landes überreguliert und überbesteuert, ihren Charakter verdirbt und sie zu Zöglingen des Staates macht, wie alle Linke dies tun wollen. Aktive Gutmenschen machen sich die Schwächen und Ängste zunutze, indem sie der Gesellschaft einreden, daß bestimmte Gruppen benachteiligt wären und sie deshalb ein Recht auf Vorzugsbehandlungen oder sonstige Kompensationen hätten. Gutmenschen lehnen die Eigenverantwortlichkeit des Individuums ab und ordnen das Individuum vielmehr dem Willen des Staates oder geschaffenen moralischen Autoritäten unter. Gutmenschen nähren immer wieder – nolens volens – die Gefühle von Neid und Mißgunst ihrer Mitmenschen.
Merkel verfolgt nicht nur persönlich, möglicherweise aufgrund ihrer nicht in Abrede zu stellender „Sozialisierung“, ebenfalls einige der oben genannten gutmenschlichen Ziele, sie lässt dies jedoch nicht so flagrant erkennen, wie ihr Mitbewerber dies tut – tun muss.

Es geht nicht darum, am 24. September den möglichst besseren Gutmenschen zu wählen, der dann mit seinem Programm weiterhin Land und Leute verderben kann. Deutschland braucht in diesen existentiell herausfordernden Zeiten keine „guten Menschen“ an der Spitze, sondern das, was man als „Staatsmann“ versteht und verstanden hat, dem gar ein Max Weber Respekt zollen würde, wie er es einst im Blick auf Bismarck tat. Aber da ist unseligerweise nichts und niemand in Sicht.

Für ein bildhaftes Fazit, was uns am 24. September 2017 beschäftigen könnte, soll noch ein Zitat aus „Der gute Menschen von Sezuan“ dienen, der Schluß:

„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen. […]
Soll es ein andrer Mensch sein? Oder eine andere Welt?
Vielleicht nur andere Götter? Oder keine? […]
Sie selber dächten auf der Stelle nach
Auf welche Weis dem guten Menschen man
Zu einem guten Ende helfen kann.
Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss!
Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss!“

 

Zum Glück haben wir dieses mal wenigsten eine noch kleine – aber wenigstens eine Alternative!

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* Wer sich noch eingehend über den Begriff des Gutmenschen informieren will, kann dies hier tun: http://www.achgut.com/artikel/eine_kleine_theorie_des_gutmenschentums/