Schmutz tötet!

Vom Diesel wissen wir es inzwischen, dass er „Frühabsterben“ bewirkt („Massenmörder fahren Diesel“).
Schon länger ist uns bekannt gemacht worden, dass Fleischgenuss und dadurch ausgelöste Fettsucht „tödlich“ sind („Morituri de salutant“).
Und dazu erreichte uns kürzlich eine neue, „wissenschaftlich“ belegte Horrormeldung:
Hausstaub macht dick!

Obesogene Substanzen sind ubiquitär

Nicht nur die bekannten Faktoren wie kalorienreiche Ernährung und zu wenig Bewegung machen dick, sondern auch Hausstaub. So lautet jedenfalls das Ergebnis einer Untersuchung amerikanischer Wissenschaftler um Umweltmedizinerin Heather Stapleton, [Paywall]. Grund hierfür sollen obesogene, also Adipositas fördernde Substanzen sein, die im Hausstaub neben Haaren, Hautschuppen und Mikroorganismen enthalten sind. Obesogene Substanzen kommen überall in der Umwelt vor: In Konsumgütern wie Plastik findet man sie genauso wie in Wohnräumen. Kinder, die mit diesen Chemikalien in Kontakt kommen, sollen im Erwachsenenalter häufiger übergewichtig sein. Die „Dickmacher“ wirken auf den menschlichen Körper, indem sie die Entwicklung der Fettzellen verändern, die Energiespeicherung in Fettzellen erhöhen und sich auf die Appetitkontrolle auswirken.

Quintessenz aus dieser Meldung: putzen, putzen, putzen, wenn man nicht verfetten will. Aber mit Atemschutzmaske!

Heute verkündet der Deutschlandfunk:

Wer viel putzt, stirbt früher
Durch regelmäßiges Putzen steigt das Sterberisiko – das ist das Ergebnis einer Studie der Uni Brüssel. Nicht nur für Reinigungskräften ist das eine schlechte Nachricht – putzen im Privathaushalt ist offenbar noch gefährlicher. Wer ein paar Tipps befolgt, kann die Risiken jedoch verringern.
Diese Studie rüttelt das Reinigungsgwerbe in ganz Europa auf: Bei männlichen Reinigungskräften steige das Sterberisko um 45 Prozent im vergleich zu Büroangestellten. Bei Frauen wurde ein um 16 Prozent höheres Sterberisiko festgestellt. Die Erklärung für diese deutlichen Unterschiede: Frauen achteten offenbar besser auf Schutzmaßnahmen.
Die Brüsseler Forscherin Laura van den Borre vermutet: Im Privathaushalt sind die Risiken noch größer, weil dort Reinigungsmittel oft bedenkenlos eingesetzt werden. Die größten Gefahren: Lungen, Herz- und Kreislaufkrankheiten bis hin zu Krebs.

Nach dieser Studie soll man nur noch mit Handschuhen, Schutzbrille und Atemmaske putzen.

Das freut sicher die Hersteller von Atemschutzmasken.
Sind da nicht streng muslimische Frauen vom Glück begünstigt, die den Niqab oder die Burka tragen?
Vielleicht erfährt jetzt der Niqab eine Aufwertung: Als künftige Schutzkleidung (nicht nur) der deutschen Hausfrau, als verpflichtende Berufskleidung des Reinigungsgewerbes in Europa; denn die Studie aus Brüssel zwingt ja die EU-Kommission in Brüssel sicher zu Reaktionen.

Schutzkleidung nach EU-Norm - weiblich

Schutzkleidung für Reinigungspersonal nach EU-Norm – weiblich

Schutzkleidung für Reinigungspersonal nach EU-Norm – männlich

 

Massenmörder fahren Diesel

Der „Dieselskandal“

Den 2. August 2017 wird man sich merken müssen, egal wie an diesem Tag der sog. „Dieselgipfel“ der Bundesregierung ausgehen wird.
Die Parteien haben sich schon lange in Position gebracht und seit Tagen wird in den „Qualitätsmedien“ das Thema befeuert, damit sich die im Wahlkampf befindlichen Lager  warm laufen konnten. Die linke Wirtschaftspostille Handelsblatt faselte denn in diesem Zusammenhang von einer „Staatskrise Dieselskandal“.

Worum geht es eigentlich?

Durch den sog. Abgas-Skandal – glaubt man allen lancierten Meldungen, allein durch die deutschen Automobilhersteller mit Luxussegmenten verursacht –  geriet das Dieselauto endlich in den Focus aller umweltbewegten und antikapitalistisch orientierten Interessengruppen. Voran Greenpeace und die obskure „Deutsche Umwelthilfe“ mit ihrem Vorsitzenden Jürgen Resch, der sich in den Medien als Sieger von Stuttgart feiern durfte: man hatte vor dem Verwaltungsgericht ein mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge erstreiten können.
Greenpeace informiert mit einer „Lichtinstallation“ an der Fassade des Bundesumweltamtes über die aktuellen „Todeszahlen“ durch den Diesel: „Vorzeitige Tote durch Stickoxid seit Dieselgate: 19.807† seit 1 Jahr 10 Monate 12 Tage 10 Stunden“.

Ein sogenannter „Energieexperte“ des Qualitätsmediums ARD namens Jürgen Döschner machte den Diesel gar zu einem Holocaust-Korrelat, gewissermsaßen einem Nazi-Produkt, indem er twitterte: Die „Automafia“ – also Autoindustrie und Bundesregierung – „vergast jedes Jahr zehntausend Unschuldige“.

Man merkt – eine emotional aufgeladene Diskussion nach der Devise von Umweltaktivisten  und -Politikern wie Jürgen Resch:
„Ein Problem emotionalisieren, einen Schuldigen finden …“

Die sogenannten Experten, die jetzt zuhauf bei ARD und ZDF zu Wort kommen dürfen, geben aber in keiner Weise darüber Auskunft, was es mit den Stickoxiden einerseits – für deren Ausscheidung allein der Diesel verantwortlich gemacht wird – und der Feinstaubbelastung andererseits, es auf sich hat; und für den außenstehenden Laien wird dazu einfach alles in einen Topf geworfen: „Stickoxide“ (NOx) gleich „Feinstaub“.


Stickoxide

Betrachten wir zunächst das „Problem Stickoxide“.
Wikipedia informiert uns darüber u.a. folgendermaßen: „Eine der Hauptquellen für Stickoxide in der Atmosphäre sind Abgase, die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie beispielsweise Kohle oder Öl, entstehen.“ Aber man höre: „Nach Angabe des Umweltbundesamtes sind die jährlichen Stickoxid-Emissionen in Deutschland in der Zeit von 1990 bis 2014 von 2,885 auf 1,223 Mio Tonnen gesunken. In der Europäischen Union (EU28) sanken die NOx Emissionen in der Zeit von 1990 bis 2011 um 49 % von 17,338 auf 8,846 Mio Tonnen (nur! – d.Red.)“.
Deutschland hat demnach eine deutlich bessere „Stickoxidbilanz“. Doch: „In Europa werden mehr als 50 %, in einigen Städten bis zu 75 % der NOx-Emissionen durch den Verkehr verursacht.“

Was bewirkt denn eine höhere Stickoxidbelastung an gesundheitlichen Folgen?
Medizinische Experten weisen auf eine erhöhte Beeinträchtigung bezüglich Asthma oder „COPD“ hin und verweisen auf Zusammenhänge mit der gesundheitsschädlichen Ozon-Aufladung unserer Atmosphäre.

Es gibt ja bereits einen Untersuchungsausschuss des Bundestages zur VW-Abgasaffäre, vor dem einschlägige Experten zu Wort kamen. So unter anderen die Epidemiologin und „Feinstaub-Expertin“ Annette Peters, die stets für niedrigere NOx-Grenzwerte eintritt. Sie räumte vor den Abgeordneten ein, dass ein direkter Zusammenhang von Stickoxiden und Gesundheitsschäden epidemiologisch noch nie untersucht wurde. „Fürs NO2 bin ich mir keiner Studie bewusst, die das schon mal systematisch angeguckt hat“, sagte sie laut Protokoll.

Betreibt man nun weitere Recherchen bezüglich der Gesundheitsschäden durch NOx, lautet das Resümee tatsächlich: Dünne Faktenlage, keiner weiß, welche Schadstoffe Schäden verursacht haben, für die Stickoxide in der gegenwärtigen Diskussion pauschal verantwortlich gemacht werden.


Feinstaub

Fündiger wird man bei der Recherche über „Feinstaub“. Das scheint eines der beliebtesten und scheinbar ergebnisträchtigsten Themen in der epidemiologischen Forschung hinsichtlich Umweltbelastungen zu sein. Es ist damit natürlich ein Objekt für stets besorgte Regierungseinrichtungen. Demzufolge hat das Umweltbundesamt „errechnet“:

„ … so sind nach den durchgeführten Schätzungen bei Erwachsenen über 30 Jahren etwa 11 bis 14 Prozent (%) aller Todesfälle aufgrund kardiopulmonaler Erkrankungen und etwa 17 bis 20 % aller Todesfällen infolge von Lungenkrebs auf den Umweltstressor Feinstaub zurückzuführen.“

So kommt man auf beeindruckende Zahlen für „vorzeitiges Versterben“ in der Bevölkerung, auch wenn es sich tatsächlich nur um Schätzungen handeln kann, wie das Umweltbundesamt zugibt.

Man spricht in der epidemiologischen Forschung von „Disability-Adjusted Life Years”: „Summe aus Lebenszeit mit erkrankungsbedingt eingeschränkter Lebensqualität und verlorener Lebenszeit durch (statistisch gesehen) vorzeitiges Versterben.“
Das ergibt keine aus tatsächlich medizinischen bzw. naturwissenschaftlichen Forschungen gewonnene Dateneinheit, sondern ist ein soziologisch-statistisch gewonnenes Konstrukt.

Feinstaub ist denn ein ganz übler Schädling, gar der zivilisatorische Todesfaktor schlechthin, neben Cholesterin, Zucker, Fett und der Radioaktivität.

Ein medizinischer Informationsdienst meint festzustellen:

„Gerade winzig kleine Dinge können die Gesundheit ins Wanken bringen. Feinstaub ist nur etwa 0,01 Millimeter groß, aber äußerst gefährlich.“

Die Mikrobenangst – Gott hat sie bisweilen selig – läßt grüßen.

Verfolgen wir einmal die Zahlen über Feinstaub-assoziierte Todesfälle in der zeitlichen Entwicklung.

Der Spiegel titelte 2005: 65.000 Tote pro Jahr in Deutschland.
Doch es gab anscheinend Fortschritte, denn die FAZ zitierte 2015 eine Studie vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz mit nur noch 35.000 Toten.
Dagegen zitiert die Welt im gleichen Jahr eine andere Studie:

„Feinstaub in der Luft ist nach einem Bericht der Europäischen Umweltagentur pro Jahr für etwa 430.000 vorzeitige Todesfälle in der EU verantwortlich. Zum Vergleich: Laut Umweltbundesamt gibt es jährlich allein in Deutschland etwa 47.000 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub.“

Wer mag, kann hier den zitierten Artikel aus Nature nachlesen.

Im Reich der Mitte sterben vorzeitig 1,4 Millionen Menschen pro Jahr. In Indien sind es rund 650.000 Opfer. Auch in den Ländern der Europäischen Union führt Belastung der Atemluft mit Ozon und Feinstaub zu 180.000 Todesfällen, davon 35.000 in Deutschland. In Deutschland ist die Landwirtschaft mit 40 Prozent sogar die Hauptquelle für durch verschmutzte Luft verursachte Todesfälle.

Schreibt die FAZ.

Jetzt haben wir also noch einen Übeltäter: Die Landwirtschaft, welche mit „40 Prozent sogar die Hauptquelle für durch verschmutzte Luft verursachte Todesfälle“ ausmacht.
Das wäre noch eine gesonderte Betrachtung wert.


Diesel versus Benziner

Es gibt in der Lückenpresse noch differenzierende Stimmen. Aber darf man denen glauben? Die Welt beruft sich auf eine Studie des ADAC (?):

Benziner dürfen laut Gesetz zehnmal so viel ausstoßen wie Diesel
Aktuelle Tests des ADAC belegen, dass Benziner ein Vielfaches an Partikeln, also an Feinstaub, in die Luft blasen als Diesel-Motoren. Denn die sind seit Jahren auf Druck des Gesetzgebers flächendeckend mit Rußfiltern ausgestattet. Verschiebt sich der Marktanteil hin zu Ottomotoren, wird der Feinstaub-Ausstoß steigen. Denn Benziner dürfen laut Gesetz zehnmal so viel davon ausstoßen wie Diesel. Jüngste Untersuchungen der Schweizer Forschungsanstalt EMPA hatten allerdings ergeben, dass die getesteten Autos mit GDI-Technik, also Benziner mit Direkteinspritzung, zum Teil hundert mal so viele Partikel ausstoßen wie Dieselfahrzeuge.

 

Exakte Wissenschaft?

Wenn man gerade die oben zitierten Zahlen betrachtet, wird wohl niemand in diesem Zusammenhang von exakter Wissenschaft sprechen wollen. Gleichwohl dienen solche Zahlen zur emotionalen Aufladung des Publikums, auch wenn kaum einer sich in der Lage erweist, sie in einen rationalen Bezug zu setzen. Die diesbezügliche mediale Gehirnwäsche funktioniert, denn laut einer Umfrage befürworten 51% der Deutschen ein Dieselverbot.

Aber es gibt Hoffnung, die man auch durch „fundierte Studien“ belegen kann: „B-Vitamine: Pille gegen Feinstaub – mit B-Vitaminen gelang es in einer experimentellen Studie, den schädlichen Effekt kleiner Teilchen auf die DNA-Methylierung zu verringern…“.

Schöne neue Welt

Die Feinstaub- und NOx-Experten halten ein glückliches Zukunftsszenario für uns bereit.
Man stelle sich vor:
– Dieselautos werden verboten, dann alle Autos mit Verbrennungsmotor.
– Wir schlachten alle Methan- und NOx-ausstoßenden Rindviecher und schaffen die herkömmliche Landwirtschaft ab.
– Und der Strom kommt weiter aus der Steckdose.

Eine schöne neue Welt wird uns erwarten, wenn wir nur Greenpeace, der Deutschen Umwelthilfe und allen wohlwollenden Politikern folgen: ein Leben ohne Gestank, ohne trockenem Auge, Herpes, Asthma, Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz usw.
Dank „Dieselgate“!
Wir werden endlich vergessen dürfen, dass das Leben doch irgendwie lebensgefährlich ist und werden unbelastet sterben.

Habe ich nicht etwas vergessen?
Ach ja, eine Petitesse: diese kerosin-ausstoßenden Flugzeuge über Stuttgart, Frankfurt, München, Berlin usw., in denen unsere Umweltpolitiker und Weltenretter zur nächsten Klimakonferenz fliegen; oder auch die aufgeklärten deutschen Dieselgegner, die jetzt in den Ferien oder ganzjährig nach Malle oder auf die Malediven düsen wollen, denn Flugzeuge fliegen ja nicht mit Diesel.

Fakenews – auch in der Medizin

Ich bin inzwischen aus dem aktiven Stand der Mediziner ausgeschieden und genieße es, nun nicht mehr auf jeden „Sch…“ – in jedem Sinn des Wortes – von Patienten, Nachbarn, Gelegenheitsbekannten usw. eingehen zu müssen. Ich bin froh, keine Ratschläge, Beratungen, Therapiepläne mehr geben zu müssen und brauche wie einst als medizinischer Lehrer keine „Curricula“ mehr erstellen. Aber man bleibt ja angeblich Arzt lebenslang! Da will man auf dem Laufenden bleiben, seine grauen Zellen füttern und sich weiter über neueste Erkenntnisse, sprich Forschungsergebnisse aus der Medizin informieren.

Besonders beliebt scheinen in der allgemeinen medizinischen Publizistik solche Themen – ob es sich um Fachblätter für den Allgemeinmediziner oder um die „Apotheken Umschau“ für den sich bildenden Krankheitsanwärter handelt – mittels derer man auf eine Verhaltensänderung durch Erzeugung eines schlechten Gewissens bei dem angeblich Gesunden hinwirken möchte. Das passt trefflich zur Denkart unserer volksaufklärenden Eliten in Wissenschaft, Politik und den (Nanny-)Medien.

Da kam mir nun durch einen medizinischen „Newsletter“ wieder mal der Bericht über eine „Spitzenleistung“ der medizinischen Forschung auf den Tisch mit der reißerischen Überschrift: „Mamma, ich habe gesündigt“ .

„Frauen, die sich in jüngeren Jahren ungesund ernähren, haben ein höheres prämenopausales Brustkrebsrisiko, so die Ergebnisse der Nurses Health Study II. Dabei steigt das Risiko sogar erneut, wenn die Fehlernährung im jungen Erwachsenenalter über die Jugendzeit hinaus anhält.“

heißt es da und man bezieht sich auf einen Artikel im „Cancer research“.
Fazit für die Schreiberlinge aus dessen Lektüre:

„Eine überwiegend ungesunde Ernährung – geprägt durch wenig Gemüse, reichlich Softdrinks, raffiniertes Mehl, rotes Fleisch und Fleischprodukte – wird nicht selten von erhöhten Entzündungsmarkern im Blut begleitet. Diese ernährungsbedingten Entzündungen können wiederum einen möglichen Anlass geben, dass ein prämenopausales Mammakarzinom (= Brustkrebs vor den Wechseljahren – d. Red.) entsteht.“

Studiert man den Artikel mit offenen Sinnen, erkennt man bald, dass es sich hier einmal mehr um mittels Statistik betriebene Kolportage handelt.

Schon vor einiger Zeit erhielt ich aus gleicher Quelle ein Exzerpt einer ähnlich minderwertigen Studie mit appellativem Charakter: „Toleranter dank Tofu“. Da wollte man Glauben machen, dass Vegetarier, toleranter seien, dass Fleischesser eher zu Vorurteilen und autoritären Strukturen (!) neigen als Vegetarier und Veganer. Auch das wurde mit statistischen Befunden „belegt“.

Es wird nicht erst seit neuestem beklagt, dass fast 80% der Ärzte Statistiken nicht richtig verstehen und lesen können. Damit sind sie leicht zu manipulieren. Besonders funktioniert der „Trick mit dem „relativen Risiko“. Der ist u.a. angewandt worden, um Frauen vom Nutzen der Mammographie zu überzeugen und Männer von Vorsorgeuntersuchungen auf Prostatakrebs. Falsche Informationen haben dazu beigetragen, dass die meisten Europäer den Nutzen der Krebsfrüherkennung um den Faktor 10, 100 oder mehr überschätzen.

Über Jahrzehnte hinweg wurden und werden vor allem Männer mit dem Cholesterin-Tamtam gequält, trotz äußerst fragwürdiger und sich widersprechender Studienergebnisse – und obschon ein viel gelesenes auch medizinisches „Fachblatt“ bereits 1990 textete: „Cholesterin – Freispruch für einen Schurken“.

Um ein „relatives Risiko“ handelt es sich, wenn man mehr als 8 Nürnberger Bratwürste am Tag verschnabuliert: Das Todesrisiko steigt um (beeindruckende) 44%, stellte wiederum „Der Spiegel“ – fußend auf eine amerikanische Studie – fest und machte einen neue Schurkerei aus. Siehe: Morituri de salutant Wer viel Wurst isst, stirbt früher

Im Grunde handelt es sich bei fast allen Gesundheitskampagnen um öffentlich geförderten Betrug. Die meisten der von politischer Seite oder den Krankenkassen auf den Weg gebrachten Vorsorgeprogramme und Verhaltensmaßregeln fußen auf unzulänglichen Ergebnissen und (bewußten?) statistischen Fehlinterpretationen. Cui bono? Bei den pathologisch paternalistischen Vorsorgern, vor allem von der grün-totalitären und der St.-Martin-Partei, finden solche Studien natürlich gewiss Gefallen. Und natürlich beim Medizinisch-industriellen Komplex. (Glossar)

Vor fast 30 Jahren erschien das Buch „Torheiten + Trugschlüsse in der Medizin“ von den englischen Medizinern Petr Skrabanek und James McCormick, das leider nicht wieder aufgelegt wurde. Die Autoren schreiben:

Dieses Buch soll dem Irrtum in der Medizin eine Grenze setzen. Nicht die Art Irrtum, der dazu führt, daß das falsche Bein amputiert wird oder daß die „Toten“ in der Leichenhalle wieder zum Leben erwachen. Solche Fehler sind menschlich und unvermeidbar. Die Irrtümer, mit denen wir uns … befassen, sind Irrtümer der Lehrmeinung, systematische Irrtümer, die in Dogmen und allgemein anerkannte Wahrheiten eingegangen sind, Verzerrungen also, die den Weg rationalen Denkens und Forschens versperren. Der Fortschritt in der Wissenschaft und die Vermehrung des Wissens sind davon abhängig, daß Unrat beseitigt und Dogmen und Überzeugungen in Frage gestellt werden…

Skrabanek und McCormick entlarvten unzählige, vor allem der Vorsorge-Mythen.

Die hier erwähnten „Studien“ und populärwissenschaftlichen „Erkenntnisse“ sind solcher Unrat, der leider immer mehr in Massen produziert wird. „Fakenews“!

Nach der zitierten neuesten Risiko-Studie zum Brustkrebs bei jungen Frauen müsste ich eigentlich mit mir und meiner Frau ernsthaft ins Gericht gehen, ob wir uns damals bei der Ernährung unserer drei Töchter mit vorwiegend böhmisch und fränkisch geprägter Küche vielleicht nicht schwer versündigt haben. Aber vielleicht hilft noch ein Hilferuf an St. Cosmas und Damian, unsere Schutzheiligen der Ärzte und Heilpersonen.

Transhumanismus

Eine neue fanatische Religion auf dem Weg

Meine Meinung: von drei Flanken wird die Welt, wie wir sie kennen, bedroht.
„Unsere Welt“ – das ist Europa, das Abendland, unsere Heimat und all unsere Orientierungen. Drei Flanken: Ich meine den Islam, den säkularen Humanismus in neuer und politischer Form und unsere Indifferenz oder Blindheit gegenüber diesen beiden Gefahren.

Die Bedrohung durch den Islam zeigt sich unübersehbar in der Substanz der Zuwanderung und der nicht endenden Fortsetzung des Jihad der Muslime seit bald 1400 Jahren auf christlich-zivilisiertem und europäischem Boden.

Was aber haben wir vom Humanismus zu fürchten, dieser Haltung, die doch von der Achtung der Würde des Menschen geprägt ist? Wieso müssen wir „das Streben nach Humanität, also Menschlichkeit, nach Freiheit, Toleranz, Respekt vor anderen Menschen“ fürchten? Geht es nicht um eine der Menschenwürde und der freien Persönlichkeitsentfaltung angemessene Gestaltung des Lebens und der Gesellschaft – in der Tradition der europäischen Aufklärung?

Unter den Weltanschauungen wetteifert der säkulare Humanismus seit je zweifellos wie der Marxismus/Sozialismus um die totale Kontrolle über die Gesellschaft, besonders des Bildungswesens. Er ist die dominierende Weltanschauung an unseren Universitäten, Akademien, in politischen und wissenschaftlichen Stiftungen und Institutionen. Mit der Besetzung der Hörsäle durch den Humanismus wurden freilich „unaufgeklärte“ Weltanschauungen ausgetrieben. So wurde das Christentum mit „brillantem Geschick“ aus dem westlichen Bildungssystem ausgemerzt, meint nicht nur der amerikanische Philosoph David A. Noebel.
Der Humanismus kommt inzwischen in einer neuen, übersteigerten und auch politischen Form daher, zusammengefasst unter dem Pseudonym des „Transhumanismus“; also einer über den Humanismus noch hinausgehende Form.
Ein neuer Menschheits-Beglückungs-Einfall?
Ist der Transhumanismus wirklich „die größte Gefahr für die Menschheit“, das „Ende der Menschheit, so wie wir sie kennen“. Das kann man inzwischen immer häufiger lesen.

Zur Erklärung, was hinter dem Grundgedanken des Transhumanismus steckt, will ich den Wissenschaftsjournalisten Klaus Wilhelm zitieren:

Hinter der transhumanistischen Ideologie steckt ein zentrales Leitbild: das des rein biologistischen Denkens. Fast alle Transhumanisten gehen davon aus, dass das menschliche Gehirn samt Intelligenz und Bewusstsein durch die Prozesse der Evolution entstanden ist. Auch das Heiligste im humanistischen Weltbild – die Seele, die den Menschen und nur den Menschen ausmacht -„lässt sich durch die natürlich entstandene Aktivität von Zellen erklären“ …
Selbst das Bewusstsein. In dieser Sicht ist das Gehirn nichts weiter als ein zwar sehr spezieller, aber eben doch ein Rechner, dessen Leistung man messen kann. Sie beläuft sich auf 10 000 sogenannte TeraFLOPS (floating point Operations per second – Gleitkommaoperationen pro Sekunde). Der erste Computer mit gleicher Leistung dürfte Experten zufolge in sieben bis 14 Jahren auf dem Markt sein. In den Augen der Transhumanisten besitzt der Mensch mithin keine Sonderstellung. Somit sehen sie auch den Begriff der Menschenwürde anders als klassische Humanisten. Schon Tiere müssten demnach Personenstatus bekommen. Und erst recht künstliche Intelligenzen, die eines Tages ein Bewusstsein entwickeln und mindestens so schlau wie der Mensch sein könnten. Das alles würde die jahrhundertealten humanistischen Grundwerte westlicher Gesellschaften auf den Kopf stellen.

Diese kruden Vorstellungen haben ihre Quellen nicht nur im Silicon Valley und es sind nicht allein „Digitalnerds“, die sie verbreiten.
Der Guru dieser Bewegung ist der Google-Chefingenieur Raymond Kurzweil, der berechnet hat, dass spätestens 2045 menschlicher Geist und Festplatte verschmelzen werden und damit Unsterblichkeit erreicht sein wird. Man will die „körperlichen und geistigen Grenzen des Menschseins sprengen“ – so auch der „Philosoph“ und „Nietzsche-Forscher“ Stefan Lorenz Sorgner von der privaten John Cabot University in Rom.

Inzwischen gibt es auch in Deutschland eine „Transhumane Partei“, die mit einem politischen Programm antritt:
Zusammengefasst liest sich das Programm so:

Uns Transhumanisten eint das Streben nach einem langen, gesunden und lebenswerteren Leben, sowie eine positive Entwicklung von Mensch und Gesellschaft durch Wissenschaft und Technik.
Langfristig streben wir die Ausweitung einer sicheren technologischen Selbstbestimmung und die Abschaffung allen unfreiwilligen Leids an.
Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens und schrittweise Ersetzung von Hartz IV und anderen Sozialleistungen sowie Schaffung eines vereinfachten, transparenten, gerechten und zukunftsweisenden Steuersystems, verbunden mit einer Reduzierung klassischer Verteidigungsausgaben…
Schaffung gesetzlicher Regelungen zum Verbot von Massentierhaltung, Ersetzung unnötiger Tierversuche durch Versuche mit gezüchteten menschlichen Geweben sowie sukzessive Ausweitung der Grundrechte auf Leben, Freiheit und körperliche Unversehrtheit auf bestimmtes nichtmenschliches Leben, beispielsweise Tiere und künstliche Intelligenzen.

Unversehrtheit auch von künstlichen Intelligenzen …?

Man beruft sich auch auf diesen seit Jahren todkranken, nicht sterben wollenden Astrophysiker Stephen Hawking:

„Wir kommen nun in eine neue Phase, die man selbst-gestaltete-Evolution nennen könnte, in der wir in der Lage sein werden, unsere eigene DNA zu verändern und zu verbessern. […] Gesetze werden erlassen werden, gegen genetische Veränderungen von Menschen. Aber einige Menschen werden der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte menschliche Charakteristiken wie das Gedächtnis, Krankheitsresistenz und Lebensdauer zu verbessern. Wenn diese Super-Menschen einmal auftauchen, wird es schwerwiegende politische Probleme geben, mit den unverbesserten Menschen, die nicht mehr in der Lage sein werden, mitzuhalten. Wahrscheinlich werden sie aussterben, oder unwesentlich werden. Statt dessen wird es eine Rasse von selbst-gestalteten Lebewesen geben, die sich selbst in einer immer schneller werdenden Rate weiter verbessern.“

Schöne neue Welt, wie sie sich noch nicht einmal Aldous Huxley oder George Orwell so perfektioniert phantasieren konnten.
Mit den bisherigen Ausführungen und den Zitaten mag es vielleicht noch nicht ganz klar geworden sein:
Transhumanismus, dahinter versteckt sich nicht etwa nur eine „Wissenschaft“, sondern es ist schleichend eine neue fanatische Religion auf dem Weg. Man glaubt, ein Volk von auserwählten Gott-Menschen schaffen zu können, in einem Cyber-Himmel, wo sie wie allmächtige und unsterbliche Götter leben, Universen erschaffen, sich mühelos durch Raum und Zeit bewegen und weder natürlichen noch ewigen Gesetzen unterworfen sein werden: Der von etlichen (gescheiterten) Ideologien angestrebte Triumph der Materie über Gott, der Weg zur Erleuchtung wie ihn nur Luzifer-Mephisto versprechen kann. Man stellt den Sieg der Allmacht des menschlichen Egos in Aussicht, dass der Mensch endlich Gott ebenbürtig sei.
Den nur diesseitig orientierten Menschen verspricht man politisch zunächst mittels medizinischer und sozialer Techniken das Ende allen Leids, die Sicherung einer sorglosen Existenz. Damit soll das Versprechen, das ein angeblicher Christ in die Umdichtung seines „Vaterunser“ eingefügt hat, eingelöst werden können: „Gib uns das, was wir brauchen!“

Wollen wir das?
Ich denke, genauso wenig wie die fundamentalistische Beherrschung unseres Daseins durch einen alles bestimmenden Glauben an die Gesetze eines arabischen Wüstengottes.

Ritalin – Die gefährlichste Droge der Westlichen Welt

 „Sozial-emotionale Störungen“

Aldous Huxley schildert in seinem utopischen Roman „Schöne neue Welt“ von 1932 wie mittels künstlicher Fortpflanzung, mechanischer und chemischer Konditionierung, Suggestionstechniken und Hypnopädie, Indoktrinierung, Befriedigung durch Konsum, Sex und die aphrodisierende Droge Soma, die Horrorvision einer neuen Gesellschaft entsteht. In seinem Vorwort dazu warnt er vor diesem, wie er es nennt „betriebssicheren System der Eugenik, darauf berechnet, das Menschenmaterial zu normen“. Diese Warnung wurde wohl nie beachtet.
Alles wird eingesetzt, um die „schöne neue Welt zu erzeugen“. Psychologie und Pädagogik glauben in Anlehnung an den Pawlowschen Hund – und in dessen Gefolge den Machbarkeitsphantasien des Behaviorismus – den Menschen quasi ein zweites Mal erschaffen zu können. „Social engineering“ ermögliche den neuen Menschen, der friedfertig und in allen Dingen nützlich ist. Und damit seien alle gesellschaftlichen Probleme lösbar. Man stürzt sich auf die Ergebnisse der Modewissenschaft „Hirnforschung“ und zimmert daraus eine „Neuropädagogik“ und „Neurodidaktik“ einschließlich der Manipulation durch den Einsatz von „cognitive-enhancing-drugs“ – auch bei Gesunden; Modifikationen der „Droge Soma“ von Aldous Huxley.
Ritalin gehört zu diesen Drogen.

In der schönen neuen Welt darf es keine Abweichungen von der Norm geben. Was „normal“ ist, wird unter anderem an den Kriterien des politisch Korrekten definiert und was der „staatsfeministischen Kultur“ – wie es durchaus zutreffend heißt – entspricht. Alles, was vom nicht nur staatsfeministisch Richtigen oder Guten abweicht, bekommt die Bezeichnung „sozial-emotionale Störung“. Und es sind fast ausschließlich Jungen, der männliche Part, der als sozial-emotional-gestört erkannt wird.
 Zur Definition des Abweichenden tragen wieder einmal mehr auch Ärzte, sprich Psychiater und in Teilen auch Kinderärzte bei.
Die Rolle, welche die Psychiatrie in den „real-sozialistischen“ Gesellschaften gespielt hat, ist hinreichend bekannt. Aber auch in den sogenannten freiheitlichen Gesellschaften des Westens trägt die Psychiatrie zur Mehrung ihres Einflusses und der Pfründe stetig durch Pathologisierung von Teilen der Gesellschaft und eigentlich Gesunder bei. Man denke unter anderem auch an den Burn-out-Hype und an die modische Traumafolgen-Obsession der Psychiater und Psychologen.
Seit den 90er Jahren geschieht eine rapid zunehmende Pathologisierung besonders von Jungen unter dem Aufkleber ADS oder AHDS.

Der „Zappelphilipp“ ist seit langem bekannt. Es war auch ein Frankfurter Psychiater,  Heinrich Hofmann, der in seinem „Struwwelpeter“ Mitte des 19. Jhdt. erstmals dieses „Syndrom“, das eigentlich viele Eltern seit jeher kannten, in die öffentliche Aufmerksamkeit führte. Zu der Zeit begannen dann auch andere Psychiater, unruhige Kinder zur Krankheitsgruppe des „affektiven oder moralischen Irreseins“ zuzuordnen.
 Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dann „Unruhe“ bei Kindern von einigen Kinderärzten als „moral defekt“ angesehen.
In den 30er Jahren beobachtete ein Amerikaner zufällig einen „positiven“ Effekt des Stimulans Benzedrine auf Zappelphilippe. In der Folge kam es daraufhin zu einer Eskalation der Begrifflichkeiten:
1948 „minimal brain damage syndrome“,
1957: „minimal brain disorder“,
1960:„minimal brain dysfunction“
Der Durchbruch kam gewissermaßen, als das ADHS in das amerikanische Register DSM R-III  (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen), dem  Klassifikationssystem der American Psychiatric Association Aufnahme fand. Dieses Register ist inzwischen zum Diagnostik-Katechismus der Psychiatrie weltweit geworden.
 1995 wurde schließlich noch eine „Erwachsenen-Form“ dieser Störung beschrieben.
Sozial-emotionale Störungen sind der häufigste Beweggrund, vor allem Jungen zu pathologisieren. ADHS wird bei Jungen 5-6 Mal häufiger „diagnostiziert“ als bei Mädchen.
 Als gestört gilt ein Junge, wenn er zuhause, im Kindergarten oder der Schule nicht Folge leistet, sich häufig mit anderen Kindern „prügelt“ oder damit auffällt, dass er sich leicht ablenken lässt, nervös oder zappelig erscheint.
Außerhalb und auch in der Psychiatrie werden in der Medizin Krankheiten und Gesundheitsstörungen nach der ICD 10 (International Statistical Classification of Diseases der WHO) katalogisiert und erfasst.
Betrachten wir einmal die Kriterien der ICD, auf denen die Diagnose des ADHS sich gründet.
G1: Unaufmerksamkeit
… sind häufige unaufmerksam gegenüber Details, Sorgfaltsfehler bei den Schularbeiten oder sonstigen Arbeiten oder Aktivitäten;
… sind häufig nicht in der Lage, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben und beim Spielen aufrecht zu erhalten;
… hören scheinbar nicht, was ihnen gesagt wird;
… können oft Erklärungen nicht folgen oder ihre Schularbeiten, Aufgaben oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht erfüllen;
… sind häufig beeinträchtigt, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren;
… vermeiden häufig ungeliebte Arbeiten, wie Hausaufgaben, die geistiges Durchhaltevermögen erfordern;
… verlieren häufig Gegenstände, die für bestimmte Aufgaben wichtig sind, z.B. Bleistifte; Bücher, Spielsachen und Werkzeuge;
… werden häufig von externen Stimuli abgelenkt;
… sind im Verlauf der alltäglichen Aktivitäten oft vergesslich;
AHDS: Mindestens 6 Monate lang mindestens 6 der Symptome in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht angemessenen Ausmaß;

G2: Überaktivität
… fuchteln häufig mit Händen und Füßen oder winden sich auf den Sitzen;
… verlassen Ihren Platz im Klassenraum oder in anderen Situationen, in denen sitzen bleiben erwartet wird;
… laufen häufig herum oder klettern exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist …;
… sind häufig unnötig laut beim Spielen oder haben Schwierigkeiten mit leisen Freizeitbeschäftigungen;
… zeigen ein anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivitäten, die durch den sozialen Kontext oder Verbote nicht durchgreifend beeinflussbar sind.
ADHS: Mindestens 6 Monate lang 3 der Symptome, in einem mit dem Entwicklungsstand der Kinder nicht zu vereinbarenden Ausmaß

G3: Impulsivität
… platzen häufig mit der Antwort heraus, bevor die Frage beendet ist;
… können häufig nicht in einer Reihe warten oder warten, bis sie bei Spielen oder in Gruppensituationen an die Reihe kommt;
… unterbrechen und stören andere häufig;
… reden häufig und exzessiv ohne angemessen auf soziale Beschränkungen zu reagieren;
ADHS: Mindestens 6 Monate lang mindestens eines der Symptome in einem mit dem Entwicklungsstand der Kinder nicht zu vereinbarenden Ausmaß

Die ADHS Diagnose basiert auf folgenden Kriterien:
G1 bis G3 wie dargestellt;
 Beginn der Störung vor dem 7. Lebensjahr

Die Kriterien sollen in mehr als einer Situation erfüllt sein (Schule, Klinik, zu Hause);

Deutliches Leid durch G1 bis G3 oder Beeinträchtigung der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsfähigkeit.

Durchleuchtet man diese Kriterien, ist leicht zu erkennen, dass es sich um ganz „weiche“ Merkmale handelt, die unschwer einem willkürlichen Gebrauch unterworfen werden können.
Zum Skandal der zunehmenden Stigmatisierung eigentlich gesunder Kinder gesellt sich der Skandal des Einsatzes einer massiven chemischen Keule zur Behandlung dieser angeblichen Krankheit.
In den letzten Jahren nahm die Häufigkeit der „diagnostizierten“ Fälle von ADHS in einem erschreckenden Ausmaß zu. Dies lässt sich direkt ablesen am Verbrauch bzw. an den verordneten Mengen der Psychodroge Methylphenidat = Ritalin.
1995 wurden gerade mal 34 kg Methylphenidat in deutschen Apotheken abgegeben. 2011 waren es 1791 kg!


Die Zahlen sprechen für sich und können einem Angst und Bange machen.
So ist nach den Ursachen zu fragen. 
Ich behaupte, dass nicht die Zahl der „Kranken“, sondern allein die Zahl an Diagnosen zugenommen hat – ermöglicht durch diesen manipulierbaren Kriterienkatalog.

Wem nützt das?

Da ist natürlich der viel und zu Recht gescholtene „Medizinisch-Industrielle-Komplex“ der fraglos den Hauptnutzen hat.
 Dann – wie schon in Teilen ausgeführt – das gesellschaftliche Klima mit dem ideologischen Dauerbeschuss der Menschen durch staatlich alimentierte Institutionen und eine fragwürdige Wissenschaft.
Dem sind immer mehr verunsicherte, in ihrem Selbstbewußtsein und in ihrer Moral geschwächte und orientierungslose Eltern ausgeliefert. Und dazu kommt eine in nicht unerheblichen Anteilen durch die 68er Ideologie verbogene Lehrerschaft, Erzieher und Psychologen.

Die Droge Ritalin

Wie vorstehend beschrieben, begann die Geschichte der Pharmakotherapie des „ADHS“ mit der Beobachtung, dass Benzedrine – ein Amphetamin-Abkömmling wie Ritalin® – auf Zappelphilippe eine beruhigende Wirkung hat. Wenn eine stoffliche Substanz auf eine Verhaltensauffälligkeit wirke, müsste diese Verhaltensauffälligkeit auch eine biologische bzw. organische, also keine psychosoziale Ursache haben. So ein gern gewählter Zirkelschluss nicht nur in der Psychiatrie. Es hat auch eine „entlastende“ Wirkung auf die Beteiligten. Eltern müssen sich keine Gedanken über möglich Erziehungsfehler oder eigenes Fehlverhalten machen. Die direkt Betroffenen können sich entlasten, da sie doch für einen möglicherweise genetisch bedingten „Hirndefekt“ nicht verantwortlich gemacht werden können. Ob die betroffenen Kinder das tatsächlich so sehen können, sei dahingestellt.
Fakt ist: es gibt keinen objektiven Test der den in der Organ-Medizin zu fordernden naturwissenschaftlichen Kriterien entspricht, um ADHS zu diagnostizieren. Es stehen nur die willkürlichen Konstrukte aus dem ICD 10 und dem DMS zur Verfügung (siehe oben).
Der „Erfinder“ des „ADHS“ der US-Psychiater Leon Eisenberg sagte schließlich vor seinem Tod: „ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung.“

Ritalin gehört zur Gruppe der Amphetamine, welche auch vielen Nichtmedizinern als Aufputschmittel geläufig sind.
Amphetamine wurden z.B. im 2. Weltkrieg verwendet, um Soldaten zu höherer Leistungsfähigkeit, Ausdauer und auch Aggressivität zu stimulieren: Stichwort Pervitin. In den 50er Jahren wurden Amphetamine zur allgemeinen Leistungssteigerung und als Mittel gegen Übergewicht – als Abmagerungspille – eingesetzt: Stichwort Preludin. Da mit diesen Mitteln eine Suchtgefahr verbunden ist und auch psychotische Entgleisungen, wurden diese Präparate dem Betäubungsmittelgesetz unterworfen. Ernst Udet, ein berühmtes Fliegerass, war eines der prominentesten Opfer der Amphetamine. Abhängig von Alkohol und Pervitin hat er sich erschossen.
Die Modedrogen Ecstasy und Speed sind Amphetamine.

Ritalin gehört somit zur Gruppe von aufputschenden Substanzen, es muss demnach bei „ADHS“-Kindern, die sich ja durch Überaktivität und Hippeligkeit auszeichnen eine gegenteilige – eine „paradoxe“ – Wirkung erzeugen. Ein Effekt, welcher bei einem Medikament von vornherein stutzig machen muss.
Das von der Pharmaindustrie unabhängige „Arzneitelegramm“ schreibt :

Die Verwendung von Psychostimulantien für hyperaktive Kinder, die durch überschießende Motorik, Aufmerksamkeitsstörungen, mangelhafte Impulskontrolle und emotional überschießende Reaktionen auffallen, erscheint paradox. Amphetaminabkömmlinge wirken jedoch offensichtlich, indem sie agitationsvermittelnde Neurone hemmen. Zahlreiche Doppelblindstudien von überwiegend kurzer Dauer (im Mittel sieben Wochen) lassen einen Nutzen von Methylphenidat (RITALIN) im Vergleich zu Plazebo erkennen… etwa 70% der Kinder erfüllen Aufgaben, die anhaltende Aufmerksamkeit erfordern, besser. Unter Plazebo sind es nur 30% bis 40%. Lernstörungen und Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens lassen sich durch Stimulantien nur marginal beeinflussen. Belege für einen Langzeitnutzen finden wir nicht.
Nur Kinder über sechs Jahre dürfen im Rahmen einer therapeutischen Gesamtstrategie RITALIN erhalten…
Mit Schlafstörung, Angst, Weinerlichkeit, Wachstumsverzögerung (mehrmonatige Einnahmepausen erforderlich), Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, Auslösung von Tics und Verhaltensstereotypien sowie erhöhter Krampfbereitschaft ist zu rechnen. Mißbrauch und Abhängigkeit scheint weniger ein Problem der Kinder, sondern der betreuenden Eltern und Kontaktpersonen zu sein.

Es gibt immer mehr Berichte, dass auch unter den „Kids“ der Missbrauch zunimmt. Ritalin wird als „Vitamin-R“ gehandelt und die Aufbereitung von Ritalin als Pulver zum „Schniefen“ wird als Eratzdroge für Ecstasy und Speed auf den Schulhöfen gehandelt.
Kommen wir noch einmal zu den psychiatrischen (Neben)Wirkungen. Das „Bundesinstitut für Arneimittel und Medizinprodukte“ stellt fest:

Psychiatrisches Risiko
Die in klinischen Studien aufgetretenen psychiatrischen unerwünschten Ereignisse von besonderer Relevanz in Zusammenhang mit Methylphenidat waren unter anderem Aggression, gewalttätiges Verhalten, Psychose, Manie, Reizbarkeit und Suizidverhalten. Aus den Informationen über einen Arzneimittel-Auslassversuch, sofern vorhanden, ging hervor, dass Methylphenidat eine kausative Rolle bei der Entwicklung schwerwiegender psychiatrischer Störungen spielen könnte.
Die am häufigsten gemeldeten psychiatrischen unerwünschten relevanten Ereignisse aus Spontanmeldungen waren Verhaltensauffälligkeiten, anomales Denken, Wut, Feindseligkeit, Aggression, Agitation, Tick, Reizbarkeit, Angststörung, Weinen, Depression, Schläfrigkeit, verstärkte ADHD, psychomotorische Hyperaktivität, emotionale Störung, Nervosität, psychotische Störung, Stimmungsschwankungen, morbide Gedanken, Zwangsstörungen, Persönlichkeitsveränderung/- störung, Ruhelosigkeit, Verwirrtheitszustand, Halluzinationen, Lethargie, Paranoia und Suizidverhalten.
Die Prüfung der vorklinischen Daten in den Antworten zeigt, dass Methylphenidat in Tiermodellen Verhaltensveränderungen, hauptsächlich in Form von Hyperaktivität und stereotypem Verhalten, hervorruft.

Aus der Fachliteratur geht auch hervor, dass Methylphenidat psychiatrische Störungen bei Patienten mit ADHD verstärken kann. Es wurde auch auf die Schwierigkeit bei der Feststellung der Auswirkungen von Methylphenidat aufgrund der Komorbidität von ADHD und psychiatrischen Störungen in den meisten Studien hingewiesen.

Nochmal die Frage, wem nützt das? Warum verschreiben immer mehr Ärzte unkritisch eine derartig gefährliche Substanz? Was haben Lehrer und Erziehungspersonen davon, wenn sie zur Verordnung von Ritalin drängen?
Es ist ein gesellschaftliches und kein individuelles „Leidensproblem“. Ich darf nochmal an mein Schlußfolgerungen im ersten Kapitel verweisen.

Zusammenfassung:

Ritalin® ist eine Droge,

  • Die allenfalls auf gewisse Symptome bei Kindern mit dem Krankheitskonstrukt ADHS wirken mag, die aber nichts heilt.
  • Die die Fähigkeiten einer Person grundsätzlich verringert.
  • Die, wie auch Ecstasy, Speed und Kokain, in den Dopamin- und Noradrenalinhaushalt im Gehirn eingreift.
  • Die auf das Bewußtsein wirkt und Symptome von geistiger Krankheit erzeugt.
  • Die auch auf die körperliche Entwicklung bei Kindern nachteilige Wirkungen zeigt.
  • Die Sucht und Abhängigkeit erzeugen kann.
  • Die Unruhe, Aggressivität und Übererregbarkeit hervorrufen kann.
  • Die psychotische Reaktionen mit Sinnestäuschen auslösen kann (von Selbstmorden und Selbstmordversuchen bei Kindern wurde vermehrt berichtet).
  • Die beim Absetzten heftige Reaktionen zur Folge haben kann.
  • Die, wie jede andere Droge, noch über viele Jahre nach Absetzen auf geistige Prozesse nachwirkt.
  • Die durch den massenhaften Einsatz und Missbrauch sozio-kulturelle Probleme verschärft.
    _________________________________
    Quellen:
    http://sciencefiles.org/
http://allpsych.com/disorders/dsm.html
http://www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.7.47.3161.3163.3164
http//www.aerzteblatt.de/archiv/40288

Toleranter dank Tofu

Aus der Kategorie: Wissenschaftlicher Bockmist

Das sind mir unangenehme Menschen,
bei denen jeder natürliche Hang sofort zur Krankheit wird,
zu etwas Entstellendem oder gar Schmählichem, –
diese haben uns zu der Meinung verführt,
die Hänge und Triebe des Menschen seien böse;
sie sind die Ursache unserer grossen Ungerechtigkeit
gegen unsere Natur, gegen alle Natur!

Friedrich Nietzsche
Die fröhliche Wissenschaft

 

Friedrich Nietzsche, der scharfe Beobachter des Menschlichen und Allzumenschlichen würde heutzutage sicher nicht über „die fröhliche“, sondern sich wohl über die anschwellend lächerliche Wissenschaft auseinandersetzen.
Mehr denn als zu Nietzsches Zeiten lässt uns die „Forschung“ in dankenswerter Weise an ihren Einsichten teilhaben. So z.B. an der angeblichen Gewissheit, dass Fleisch- und Wurstverzehrer ungesünder leben und eine kürzere Lebenserwartung haben.

Kürzlich erreichte mich über ein medizinisches Mitteilungsblatt eine „wissenschaftliche“ Expertise aus der Ernährungslehre,  „Neues“ über den Vegetarismus, mit dem Titel „Toleranter dank Tofu“.
Jetzt sei es durch eine hochwissenschaftliche Studie bewiesen, dass Fleischesser eher zu Vorurteilen und autoritären Strukturen neigen als Vegetarier und Veganer, kann man da lesen.

Wir hatten es doch geahnt, dass Vegetarier und Veganer bessere Menschen sein müssen, und dass auch Frauen bessere Menschen sind, kann die Studie wissenschaftlich belegen.
Fleisch – heißt es u.a. in der erwähnten Expertise – sei ein Symbol für Stärke und Lebenskraft und eine Mahlzeit ohne Fleisch gelte vor allem bei Männern nicht als richtige Mahlzeit.
Stimmt, möchte ich anmerken. Damit wirbt die (sicher von Männern dominierte) Fleischer-Innung, und auf den von der Männerwelt beherrschten Grillrosten regiert beinahe uneingeschränkt die Fleischeslust.

„Der Verzehr von Obst, Gemüse und Getreideprodukten dagegen wird mit Weiblichkeit und Schwäche assoziiert. Doch ob, und wie diese und andere Einstellungen tatsächlich mit bestimmten Ernährungsweisen zusammenhängen, ist immer noch weitgehend ungeklärt, da es bislang keine wissenschaftlichen Untersuchungen darüber gab.
Ein Forscherteam der Universitäten Wuppertal und Mainz hat nun zum ersten Mal den Trend zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung unter gesellschaftlichen Aspekten untersucht. Im Rahmen einer Studie befragte es 985 Frauen und 396 Männer im Alter von 12 bis 86 Jahren nach ihren Ernährungsgewohnheiten und sozialen Einstellungen.“

Es ist hier nicht der Platz, die Studie tiefgehend auf Objektivität, Reliabilität und Validität, d.h. nach den Gütekriterien für empirische Forschung abzuklopfen. Doch schon die eklatant ungleichen Geschlechter-Kollektive machen stutzig hinsichtlich dem, was Petra, Kathy und Susanne aus Mainz und Wuppertal da zusammengeforscht haben. Der Wissenschaft zur Ehre sei gesagt, dass sich andere Experten laut „Expertise“ schon kritisch – nicht zur Methodik dieser „Studie“ – geäußert haben.

Hier die Ergebnisse der „Untersuchung“ zusammengefasst:
• Menschen, die nicht auf Fleisch und andere Tierprodukte verzichteten, wiesen im Vergleich zu Vegetariern und Veganern eine höhere Neigung zu Vorurteilen auf.
• Bei Männern war der Unterschied deutlicher zu sehen als bei Frauen.
• Fleischesser befürworten eher autoritäre Strukturen als Vegetarier und Veganer dies tun.
• Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, halten nicht so stark an Althergebrachtem fest – sind also weniger konservativ als reaktionär.
• Sie bevorzugen häufiger gleichwertige Beziehungen gegenüber hierarchischen
• Bei Männern ist das ebenfalls ausgeprägter als bei den Frauen.
• Die Älteren neigten in allen drei Gruppen eher dazu, Vorurteile gegenüber anderen Personen zu haben als die jüngeren Probanden.
• Ältere bewerten autoritäre Strukturen und Hierarchien in der Gesellschaft positiver als die Jüngeren.
• Dennoch gab es in jeder Altersgruppe den gleichen Unterschied, je nachdem, wie die Menschen sich ernährten.

Zur „Überraschung“ der ForscherInnen hatte das Bildungsniveau der Probanden hingegen keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis, obschon frühere Untersuchungen gezeigt hätten, dass Vegetarier und Veganer über ein höheres Bildungsniveau (sic?) verfügen als Fleischesser!

Man kann hier einen Abriss der Studie nachlesen und erfährt auch, dass die Untersuchung ganz gewiss von „wissenschaftlichem Wert“ sei, besonders „für politische Entscheidungsträger und Praktiker in der Lebensmittelversorgungskette“.

Das loben wir uns, dass die Forschung den politischen Entscheidungsträgern wertvolle Informationen an die Hand gibt, was der individuellen „Gesundheit“ wie auch der gesellschaftlichen frommt. Unsere ideologisch Ökologischen von der grün-totalitären Partei wird die Untersuchung mit Genugtuung erfüllen, haben die doch a) ohnehin keine Affinität zu exakter Wissenschaftlichkeit und b) hilft der angeblich erforschte Unfug sicher als Rechtfertigung, neue Schikanen für das rohe Volk zu ersinnen.
Da tun sich doch gleich neue Forschungsfelder mit Sozial- bzw. ernährungspolitischer Dringlichkeit auf: haben sich vielleicht die Frauenbedränger und Vergewaltiger von Köln vorher mit Kufta, Döner oder Big-Macs vollgedröhnt? Sind Pegida- und AfD-Anhänger herausfordernde Carnivoren?

Das wär´s doch: vorbeugend wird dann in den Fremdenunterkünften nur noch vegan gekocht; Falafel statt Fleisch, Bulgur statt Beef, Hummus statt Hammel. Schon bei der Einreise erhält jeder eine umfangreiche Marschverpflegung mit Tofu-Produkten und anderen veganen Leckerbissen, als erste Integrationsmaßnahme schon beim Grenzübertritt.
Im nächsten Schritt kümmert man sich natürlich um die einheimische Männerwelt. Die Firma Hipp wird in ihrer ökologisch-fortschrittlichen und volksfürsorgenden Attitüde nur noch vegetarische Babykost vertreiben. In Schulen und Kindergarten gibt es im Sinne der Erziehung zu Toleranz und Vorurteilsfreiheit nur noch strikt fleischlose Kost, ebenso in den Mensen und den Betriebskantinen zum Abbau von Autoritäts- und Hierarchiekonflikten. Die Fleischtheken in Supermärkten, Metzgerläden, Currywurst-, Döner- und Bratwurstbuden werden mit Überwachungskameras versehen und nachgewiesener Fleisch-Missbrauch kann bei gewalttätigen oder sexistischen Delinquenten strafverschärfend verwendet werden, auf jeden Fall eine Meldung an die „Gesundheitskassen“ und ein Eintrag ins Führungszeugnis.

Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, wie fußend auf ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen neue Wege zur Verbesserung der Menschheit beschritten werden können.
Sozialismus war gestern, Vegetarismus ist morgen!
Es wäre doch gelacht, wenn wir unsere Naturbeherrschung nicht doch zur Vollkommenheit treiben könnten.
Und jetzt hole ich mir eine Wurstsemmel und einen Band Nietzsche aus dem Bücherschrank.

Morituri de salutant

„Wer viel Wurst isst, stirbt in der Regel früher…”

schreibt heute das Volksaufklärungsorgan Spiegel-Online:

Fleisch in der Ernährung: Der Tod mag Wurst

Wer viel Wurst isst, stirbt in der Regel früher. Das hat eine Untersuchung mit knapp einer halben Million Menschen jetzt nachgewiesen. Für rotes Fleisch fanden die Forscher allerdings keinen solchen Zusammenhang.

Vor einiger Zeit fand man noch etliche Warnungen vor „rotem Fleisch“, das angeblich ein erhebliches Killerpotential aufweist. Dieses rote Fleisch – in der Regel Rindfleisch – soll dem Menschen nicht nur direkt schaden, die Rinder sollen außerdem durch Ausfurzen von Methan das Klima intensiv und nachhaltig schädigen. Deshalb sollte man eher auf Geflügel – Huhn und Pute – zurückgreifen, wenn nicht ganz auf Fleisch verzichten. Das ist ohnehin ein neumodisches Credo der sozial- und polit-korrekten Neuspießer deutscher Provenienz.

Als eingeborener Franke will ich aber nicht auf meine Bratwurst verzichten (Devise: “Drei im Weggla”). Ich habe aber noch nicht nachgerechnet auf welchen Bratwurst-Tagesschnitt ich komme, da Bratwurst nicht jeden Tag auf meinem Speiseplan steht.
So lese ich aus dem Spiegel-Artikel auch eine Entwarnung für mich:

Die Teilnehmer, die täglich mehr als 160 Gramm verarbeitetes Fleisch aßen – also so viel wie knapp acht Nürnberger Rostbratwürstchen – hatten ein 44 Prozent höheres Risiko, in der Zeit der Studie zu sterben, als Teilnehmer, die rund 20 Gramm – also nur knapp ein Würstchen pro Tag – verzehrten.

Der Spiegel beruft sich auf einen Artikel, der im BMC-„Fachmagazin“ erschienen ist. Hier die Titel und Namen der „Spezialisten“ bzw. Verfasser des Artikels, damit man sich seinen Reim auf diese geballte wissenschaftliche Macht machen kann:

Meat consumption and mortality – results from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition
Sabine Rohrmann, Kim Overvad, H Bas Bueno-de-Mesquita, Marianne U Jakobsen, Rikke Egeberg, Anne Tjonneland, Laura Nailler, Marie-Christine Boutron-Ruault, Francoise Clavel-Chapelon, Vittorio Krogh, Domenico Palli, Salvatore Panico, Rosario Tumino, Fulvio Ricceri, Manuela M Bergmann, Heiner Boeing, Kuanrong Li, Rudolf Kaaks, Kay-Tee Khaw, Nicholas J Wareham, Francesca L Crowe, Timothy J Key, Androniki Naska, Antonia Trichopoulou, Dimitirios Trichopoulos, Max Leenders, Petra HM Peeters, Dagrun Engeset, Christine Luise Parr, Guri Skeie et al.

Liest man nach, stellt man fest, dass die Studie an US-Amerikanern gewonnen worden ist und nicht etwa an Franken oder Oberpfälzern. Ich fühle mich also auch aus diesem Grund nicht direkt „betroffen“.
Man muss ohnehin von einer genetischen Besonderheit der fränkischen Bevölkerung ausgehen. Uns schützt ein besonderes Bratwurst-Gen, sonst wären wir Franken in Teilen unseres Landes wohl schon längst ausgestorben. Im Grenzgebiet zu Baiern nimmt nach dem Ergebnis meiner ”Prospektiven Investigation” das Leberkäs-Gen bei der indigenen Bevölkerung zu und sorgt dort für den evolutionären Ausgleich.