An die Willkommensklatscher

 – nicht nur in meinem Heimatort

 

Nun – seid ihr zufrieden mit eurem Erfolg im Kampf für „Frieden, Toleranz und Verständigung“?
Eurem unermüdlichen Einsatz gegen „Rassimus, Ausgrenzung und rechtes Gedankengut“?
Seid Ihr glücklich mit dem angehäuften „Gold“ in unserem Land, den „Menschen-Geschenken“ von Gnaden der Bundeskanzlerin; hergebracht von „uneigennützigen“ Organisationen und Menschen, die man wohl nur böswilligerweise als „Schlepperbanden“ und „Schlepper“ bezeichnet?

Ihr könnt stolz darauf sein, mit euren idealistisch verbrämten, gutmenschlichen Handlungen in Deutschland wieder eine breite Basis für dasjenige geschaffen zu haben, gegen das ihr vorgeblich kämpft.
Nicht nur mit Hilfe der Medien ist es euch gelungen, in Deutschland eine Stimmung zu schaffen, die es Richtern in Frankfurt erlaubte, wieder realiter rassistische Urteile zu fällen und Juden auszugrenzen. Sogar einen bisher „unverdächtigen“, renommierten Medienmann will das an die Rampen von Auschwitz oder die Tragödie von Entebbe erinnern.

Ihr habt Initiativen gegründet wie „Bunt statt Braun – Gemeinsam stark für Flüchtlinge“ oder „Unterstützerkreis Asylbewerber/innen“.
Habt ihr bedacht, wen Ihr da mit eingeladen habt und unterstützt? Die Adresse war eindeutig, als ihr „gepostet“ habt: لترحيب بحرارة !

Ihr habt tatsächlich für einen herzlichen Empfang gesorgt.
Nicht, wie ihr es euch fantasierte: Für verzweifelte Familien, kleine Kinder, Frauen, gepeinigte alte Menschen!
Bekommen habt ihr – und unser Land – dominierend Testosteron-geladene junge Männer aus einem archaischen Kulturkreis, die ihr rassistisches, frauenverachtendes, intolerantes Welt- und Menschenbild mitgebracht haben und hier ausleben dürfen, und dafür sorgen – durch euch moralisch stimulierte – im Grunde verantwortungslose Richter und Staatsanwälte.
Kein Tag vergeht, ohne dass in dieser Republik inzwischen Vergewaltigungen, Messerstechereien, Morde in immer kürzerer Abfolge berichtet werden müssen – unter beherrschender Beteiligung eurer Gäste.
Beim Anblick eines ertrunkenen Emigrantenkindes fühlt ihr euch moralisch mehr angefeuert, als bei Berichten über von euren Gästen geschändete und ermordete Frauen; mehr als bei von einem LKW zerquetschten und verstümmelten Opfern – auch mit Kindern!
Es war ein LKW! – berichtete eure Presse. Dass der Fahrer aus der von euch herbei-applaudierten Vielheit stammte, hat euch nicht berührt. Oder habt ihr es nur verdrängt, weil es euer gutes Gewissen ins Schwanken bringen könnte?

Ihr beruft euch auf die angeblich wichtigste moralische Ressource unseres Landes: Das Erschrecken vor den historischen Verbrechen. Und ihr folgert daraus, dass unser Land auf ewig und unbegrenzt alle aufzunehmen und zu versorgen hat, die ihr gemäß eurem moralischen Anspruch nicht nur „als mühselig und beladen“ anseht.
Sehr viele von euch agieren sonach auch aus christlichem Impetus.

In diesem „Erschrecken“ habt ihr eine Stimmung miterzeugt, die jeden, der nur nachdenklich Bedenken gegen eure Absichten und Überzeugungen anmerkt, gesellschaftlich ausgegrenzt wird. Auch wenn ihr selbst nicht gleicht zur Nazi- oder Rassismus-Keule greifen wollt.
Aber mal ehrlich, eure Hemmschwelle ist hierfür äußerst gering.

Ihr beteiligt euch gerne daran, wenn es gegen eure „Moral“ geht, Nachbarn und Freunde, die vielleicht noch heimlich, AfD gewählt haben, oder Pegida nicht verkehrt finden, als „Nazis“ zu stigmatisieren; wenn ihr euch auch über Jahre hinweg gut vertragen habt. Zumindest macht ihr (in schlechtem Gewissen?) einen Bogen um diese Mitmenschen, die auch ihr so bedenkenlos und ablenkend für krank erklären möchtet: als islamo- und xenophob.

Ihr vergesst, dass ihr die Todfeinde eures – unseres – Glaubens, vor allem unserer Lebensanschauung, mit eingeladen habt und weiter verhätscheln wollt. Euere Seelsorger und Bischöfe bestärken euch noch darin – also kann es doch nicht falsch sein!?
Doch – ist es!
Entgeht es euch tatsächlich, wie religiös inspirierte „Outfits“ (eurer Geschlechtsgenossinnen) mehr und mehr den öffentlichen Raum kennzeichnen?
Bei euren Müttern und Großmüttern hättet ihr solcherlei Tracht vielleicht nur belächelt oder als rückständig und hinterwäldlerisch bespöttelt.
Welche Gefahr diese zunehmende öffentliche Präsentation verheißt, blendet ihr in eurem Gutsein aus: dass ihr den Anhängern einer Christen- und Juden-feindlichen Religion Gönnerschaft vermittelt.

Wollt ihr nicht erkennen, dass ihr missbraucht werdet zum Zweck politischer Machterhaltung bestimmter Kreise und dass ihr euch beteiligt habt an der Trivialisierung von „Faschismus und Rassismus.“? Dass ihr vielleicht schon selbst Anhänger einer komplementären Form des Faschismus geworden seid?

Viele von euch fühlen sich bei ihren Aktionen bekränzt und in ihrer Haltung beschirmt von Kanzeln, Mauern und Türmen eurer Bartholomäus- oder Herz-Jesu-Kirche. Und dabei vergesst ihr, dass eure guten Werke sich unausweichlich bald gegen euch selbst wenden werden.

Beginnt doch endlich zu denken, damit ihr euren Gefühlen zuverlässiger vertrauen könnt.
Denken, nicht nur „empfinden“!

Jährliches Allotria

Jahr für Jahr derselbe Kokolores mit Verleihung des „Bambi“. AnMenschen mit Visionen und Kreativität, deren herausragende Erfolge und Leistungen sich im ablaufenden Jahr in den Medien widerspiegelten“. So definiert der Veranstalter, die „Hubert Burda Media“, Sinn und Behuf dieser Auszeichnung.
Das kitschig-goldige Pecora-Kälbchen war ursprünglich ein reiner Filmpreis, mit dem man hierzulande seit 1948 jährlich auffällige und beliebte Filmstars auspreiste. Er wurde dann, als immer weniger Leute ins Kino gingen, zu einem Preis „für die Besten aus Film, Fernsehen, Sport und Gesellschaft“.

Für „Die Besten“ – man höre!

Wer will noch mal? Wer hat noch nicht?“ ätzte einstmals grimmig Imre Grimm 2011 in der Hannoverschen Allgemeinen: „Otto hat schon vier. Franz Beckenbauer hat fünf. Thomas Gottschalk auch. Sophia Loren hat neun. Die Klitschkos zusammen vier. Und auch die Rettungshundestaffel Augsburg e. V. hat schon einen Bambi. Und so sind’s dann halt wieder Heinz Hoenig oder Veronica Ferres. 749 Prominente haben seit 1948 einen oder mehrere Bambis erhalten. Man könnte auch sagen: Die Sache ist durch. … Der „Bambi“ ist vor allem „Contentgenerator für Burdas Klatschmaschinerie. Und Mal ehrlich: Wie relevant kann eine Veranstaltung sein, die gleichzeitig Helmut Schmidt und Justin Bieber ehrt?

Es gibt – gab – „Bambis“ für

– beliebteste Darsteller (männlich/weiblich und deutsch/ausländisch)
– Showstars (wie z.B. Helene Fischer)
– Kindersendungen (in den 80ern)
– „Beste Verkehrssendung“ („Der 7. Sinn“ 1973),
– „Unsere Erde“
– „Millenniums-Bambi“ (z.B. Genscher, 2010).
– „Stille Helden“ (besagte Rettungshundestaffel)
– „Integration“
usw., usw.

Erwähnt werden sollte aber unbedingt noch der Bambi „Ältester Schauspieler und Entertainer der Welt“ an Johannes „Jopi“ Heesters – insgesamt 10 Hirschkälbchen seit 1967; und der für „Frauen- und Schwulenfeindlichkeit“ – eher absichtslos 2011 geschehen mit dem Preisträger Bushido.

Rufe wie die von Imre Grimm („Immer gleiche Preisträger, unnötige ‚Skandale‘, willkürliche Kategorien, gesunkene Relevanz.“), diese Selbstbeweihräucherung endlich abzuschaffen, sind bisher folgenlos verhallt. Man kann ihm durchaus darin folgen, gleiches für den „Deutschen Fernsehpreis“ und die „Goldene Kamera“ zu verlangen. Mir fällt dazu noch der „BRAVO OTTO“ ein.
Es gibt Preise, die augenscheinlich seriös und kulturtragend daherkommen, wie der „Deutsche Medienpreis“ oder der „Grimme-Award“ (hat nichts mit dem oben zitierten Journalisten zu tun), die aber gleichfalls nichts anderes sind, als Ipsations-Evenements, „Hochfeste der Selbstweihe“ der immer gleichen Medien- und Polit- Schickeria und Bussi-Bussi-Freunde.

Wenn wir schon beim Abschaffen von jährlich sich wiederholendem Tinnef im Fernsehen – und überhaupt – sind, hätte ich noch weitere Vorschläge; Ereignisse, die uns unabwendbar drohen: die ärgerlichen Jahresrückblicke auf allen Kanälen („Menschen 2017“ usw.), den Weihnachts-Sermon des Bundespräsidenten und das unsägliche Neujahrs-Gesums der Kanzlerin.
Man kann dem natürlich ohne Schwierigkeiten entgehen: Abschalten oder gar nicht erst einschalten!

 

„Frankfurter Schule“ – Nachbetrachtungen zur Buchmesse.

Zurück von einem entspannten Urlaub stießen mir beim Durchsehen meiner aktuellen, lokalen Qualitätspostille als erstes zwei Artikel zur Buchmesse ins Auge: „Lautstarke Tumulte bei Frankfurter Buchmesse“ titelte ein Redakteur und Margaret Atwood erhält Friedenspreis – die kanadische Schriftstellerin sieht nach der Wahl in Deutschland die »Gruft« geöffnet“.

Der Artikel über die „Tumulte“ insinuiert bald, dass natürlich nur die schlimmen Rechten an der Betriebsstörung betreffend die Messe-Harmonie schuld sein konnten. So wird denn in dem Beitrag abschließend Jutta Ditfurth zitiert: „Wer Nazis einlädt, hat Nazis auf der Messe – und, oh Wunder, die verhalten sich dann wie die Nazis.“

Das interessierte mich natürlich und so forschte ich umgehend in den Online-Portalen der Qualitäts- wie auch der Schwindel-Medien nach (Der Leser möge die Zuordnungen selbst treffen).

„Die Rechten stilisieren sich nach dem Buchmesse-Eklat zu Opfern“ schreibt die Süddeutsche.
Die Franfurter Rundschau spricht gar von „Landnahme“: „Rechtsextremen um den Antaios-Verleger Götz Kubitschek gelingt es, die Buchmesse zur Bühne ihres „Kulturkampfs“ zu machen. Nach einem Auftritt von Björn Höcke eskaliert die Stimmung…“

Stein des Anstoßes war/ist also – wenn man alle Quellen durchforscht – die Zulassung von sogenannten rechten Verlagen wie Antaios, Manuscriptum und Junge Freiheit auf der Buchmesse.
Ich wundere mich, da dies doch keineswegs ein Novum für die Buchmesse war, sondern diese Verlage schon seit Jahren dort mehrfach präsent waren. Und so irrt schon mal auch ein „aufgeklärter“, sog. Medienkritiker der Plattform Meedia, wenn er schreibt: „Die Frankfurter Buchmesse hat in diesem Jahr auch Stände so genannter rechter Verlage zugelassen“.
Man braucht nicht weiter auf die einzelnen Vorgänge dort eingehen – ein linker Radaumacher kriegt nicht nur sprichwörtlich eine aufs Maul, ein anderer wird von einem Ordner „attackiert“, der Messedirektor will mit Flüstertüte und mit einem Polizeioffizier im Hintergrund am Stand der Rechten Ordnung schaffen, usw. – um zu erkennen: die Buchmesse hat ein Problem.

Aber nicht erst heute.

Ich hatte das Glück, vor Jahren den langjährigen Direktor der Frankfurter Buchmesse (1958 bis 1973) Sigfred Taubert kennenzulernen: ein ungemein gebildeter, polyglotter und charismatischer Mann. Ein „fanatischer“ Bücherliebhaber und -sammler, der seinerzeit die Frankfurter Buchmesse zu einem international gewürdigten Kulturereignis in Deutschland hinführte. Immer schon mal in Konflikt mit seinem „Brotherrn“, dem Börsenverein des deutschen Buchhandels.
Er hat mir erzählt, wie in den Jahren 1967/68 und danach versucht wurde – entstehend aus der „Frankfurter Schule“, die Buchmesse für die linke Clique und deren Stall exklusiv zu vereinnahmen, und wie auch von kommunaler und staatlicher Seite auf die Messeleitung eingewirkt wurde. Er erlebte hautnah die Protestattacken der damaligen „Antifa“ – seinerzeit sich Apo nennend.
1967 griffen die Studentenproteste denn auch auf die Buchmesse über: „Enteignet Springer!“ war die Parole, die man auch auf der Buchmesse herauskrakeelen wollte. Auf der Gegenseite gab es denn Aktionen gegen das sog. „Braunbuch“ eines DDR-Verlages, in dem bundesdeutsche Politiker als Altnazis gebrandmarkt wurden.
Der Messefrieden war gestört und dann wurde die Buchmesse 1968 – als man versuchte, Schutzbarrieren aufzuziehen – als „Polizeimesse“ von links her diffamiert. Die Messeleitung hatte in Blick auf 1967 versprochen, „erforderliche Maßnahmen zu ergreifen um die Wiederholung derartiger Vorkommnisse zu verhindern und den Messefrieden zu gewährleisten“.
Die Apo scherte sich nichts darum.
1968 wurde der Prager Frühling zerschlagen. Auf der 1968er Messe stießen dann orthodoxe (sowjetische) und fortschrittliche (tschechoslowakische) Ansichten und Publikationen aufeinander, was die jeweiligen Protagonisten zu Protesten veranlasste. Dann „provozierte“ Franz Josef Strauß mit einem angeblich unautorisierten Interview für das ZDF zu einem Buch von ihm auf der Messe. Wegen der erwarteten Links-Proteste verordnete die Messeleitung die Schließung einiger Hallen, was zu Protesten etlicher Aussteller führte.
Am letzten Messsonntag kam es dann zu gewalttätigen Auseinandersetzungen bei der Verleihung des „Friedenspreises“ an den senegalesischen Staatspräsidenten Leopold Sedar Senghor, der den Linken – damals unter Anführung des ausgewiesenen Pädophilen Daniel Cohn-Bendit – nicht genehm war.
Nach den Erfahrungen von 1967 und 1968 verfassten einige Verleger unter Führung von Fritz Molden folgende Entschließung:

„Die Buchmesse lebt von der Toleranz und geistigen Freiheit, gegensätzliche Auffassungen in Buchform unbehindert ausstellen zu können. Demonstrationen und Pressionen von Extremisten gleich welcher Art in den Messehallen müssen wir als schwere Schädigung des demokratischen Messefriedens betrachten, weil sie die fachliche Arbeit verunmöglichen und die loraussetzungen und den Geist dieser Messe zerstören. Eine politisierte Buchmesse wäre ihr Ende.“

Die Buchmesse wurde denn letztendlich vom linken Establishment gekapert und in seinem Sinne politisiert.
Der Bücherfreund und Kosmopolit Sigfred Taubert wollte das nicht, hat es aber in fast tragischer Verstrickung – wie er mir erzählte – durch manche Entscheidung mit herbeigerufen.

Verbunden mit der Büchermesse ist der sog. Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Vor Jahresfrist hatte ich mich schon mal kritisch dazu geäußert, über „Den jährlichen Kistengaukel des linken Juste Milieu in der Paulskirche“ anläßlich der Verleihung des Preises an die linke Aktivistin und Dialektikerin Carolin Emcke.
Vor zwei Jahren durfte ich mich in meinem Bekanntenkreis von toleranten und (links-)liberalen Christenmenschen über deren Lobeshymnen über das kulturrelativistische Gesülze des Vorzeige-Muslims Navid Kermani („Gott ist schön…“) erregen (oder erbauen?).

Wir erinnern uns, als 1968 mit Leopold Senghor ein vom aufkommenden Links-Mainstream gebannter Literat und Staatsmann geehrt worden war, musste 1969 mit Alexander Mitscherlich ein echter Frankfurter „Scholastiker“ dekoriert werden.
Gegen den Edelkommunisten Ernst Bloch hatte die Meute auch 1967 nichts einzuwenden gehabt und auch nicht vor oder in der Paulskirche randaliert.
Nach Bloch wurden gemäß des linken Comment mit Alva und Gunnar Myrdal zwei Hardcore-Sozialisten aus Schweden ausgezeichnet.
Marion Gräfin Döhnhoff wurde vom Juste Milieu 1970 gerade so akzeptiert.
1973 wurden die Katastrophen-Szenariker vom Club of Rome vom Börsenverein „geadelt“, was den Grünen einen entscheidenden Schub in der linken Szene einbrachte.
1977 wurde der kommunistische Renegat Leszek Kolakowski ausgezeichnet.
1980 der der Herz-Jesu-Kommunist und Befreiungstheologe Ernesto Cardenal.
In die gleiche Kategorie – jedoch auf protestantischer Seite – ist der Preisträger von 1993 Friedrich Schorlemmer einzuordnen, der sich auch nach dem Fall der DDR weiter zu „regimekritischen Thesen“ bemüßigt fühlt.
1998 gelang dem Börsenverein offensichtlich ein Missgriff mit Martin Walser, der in seiner Paulskirchenrede von der „Moralkeule Auschwitz“ sprach. Nach Walsers Rede war im Anschluss von den Anwesenden stehend applaudiert worden – mit Ausnahme des damaligen Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, dessen Frau Ida und Friedrich Schorlemmer!
2001 war endlich Jürgen Habermas dran, der „Praeceptor philosophiae germaniae saeculi viginti“, Statthalter der Frankfurter Schule.
„Habermas´ Schriften wurden in alle Sprachen der Welt übersetzt, heißt es. Nur nicht ins Deutsche!“ So Michael Klonovsky.

Ich spare mir jetzt die Aufzählung weiterer Laureaten bis heute.

Kurz sei jedoch noch auf die diesjährige Preisträgerin eingegangen, die sich “würdig“ in die bestimmende Sphäre einordnen läßt und mit der wieder „die moralische Wucht des Friedenspreises“ zum Ausdruck kam. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels begründete seine Entscheidung „mit Atwoods politischem Gespür und ihrer „Hellhörigkeit für gefährliche unterschwellige Entwicklungen und Strömungen…“ In ihrer Dankesrede wies denn die 77 Jahre alte Autorin darauf hin, dass es in diesen „seltsamen“ Zeiten an vielen Fronten der Welt Anlass zur politischen Sorge gebe. Dazu gehörten in erster Linie die USA und Großbritannien! In Deutschland sei dies „auf weniger drastische Weise“ der Fall. Doch auch dort sei eine „Gruft“ geöffnet worden, die man für verschlossen gehalten habe, sagte Atwood mit Blick auf den Erfolg der Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl.
Na also!
Ohne linken Propagandazeigefinger, erstanden aus der Frankfurter Schule, kann es bei der Buchmesse und dem Börsenverein offensichtlich nicht weitergehen.
Auch oder gerade weil es 2017 eine Erschütterung von Rechts gegeben hat?
Es bleibt spannend.

Zurück …

aus dem Herzen der „Grande Nation“

Ich habe etwas Zeit gebraucht, die Eindrücke zu verarbeiten, die sich mir aus einer Studienreise durch die Ile de France ergeben hatten.
Die ersten beiden Juniwochen galt es, die berühmten Kathedralen und Schlösser im Herzen Frankreichs zu erkunden. „Reisen bildet“ heißt es – und das sollten besonders „Studienreisen“ bewirken.
Ich nehme es vorweg, wir haben beeindruckende bauliche Kunstschätze und eine schöne Landschaft „live“ erforschen können. Aber auch Bedrückendes oder Verstörendes erfahren. Die Eindrücke, die wir erhielten, waren jedoch für uns Touristen dort (noch?) nicht so krass, wie es eine „Collage“ zu Frankreich, die jetzt im Netz zirkuliert, nahelegen könnte.
Es ist aber nicht zu bezweifeln, dass auch im Herzen Frankreichs und nicht nur in Marseille die Umvolkung – oder die „Soumission“ (Michel Houellebecq) – begonnen hat.
In Reims, der ersten Station der Reise, waren die ersten Personen, die wir am Stadtrand aus dem Bus sehen konnten – ein Omen(?) – drei Frauen im Nijab! Die Straßenbahnstation des östlichen Vororts von Reims zeigte ein Vielvölkergemisch buntester Prägung. Saint Denis, der nördliche Vorort von Paris mit seiner berühmten Kathedrale, ist inzwischen eine vorrangig afrikanische Siedlung. Nur die Restaurant- oder Cafehaus-Besitzer im Zentrum scheinen noch rein „gallischer“ Abkunft zu sein.

In Versailles patrouillierte vor dem Schloss eine Dreiergruppe von hochaufmunitionierten Soldaten in den offensichtlich neuen Nationalfarben der Nation: Schwarz – Weiß – Braun. Bei den Besuchern des riesigen Gartens von Versailles entsprach die ethnische Durchmischung etwa der am Frankfurter Hauptbahnhof.
Im Schloss selbst unter den geführten Touristen prädominierte eindeutig europäisches und ostasiatisches Volk. Auch bei den anderen Sehenswürdigkeiten unserer Reise: Den Schlössern von Chantilly, Ecouen, Fontainebleau, Vaux-le-Vicomte oder den Kathedralen von Amiens, Laon, Chartres und Troyes usw. war es so. Hier, weiter außerhalb von Paris, war die Polizeipräsenz denn auch weniger deutlich. Dass Frankreich aber immer noch im ausgerufenen „Ausnahmezustand“ steht, wurde an der massiven Präsenz von Polizei- und Militäreinheiten im Stadtbild von Paris deutlich. Fast alle wesentlichen und auch touristisch bedeutenden Bereiche in Paris sind stets von einem Kordon von Schutzkräften umgeben. Wenn die Grande Nation ihre militärische Größe mit der nachmittaglichen Kranzniederlegung am Arc de Triomphe zelebriert, wird das Geschehen vom Blaulichtgeflacker der Polizeifahrzeuge illuminiert.

Das sind nun sehr verkürzte und oberflächliche Eindrücke, die ich jetzt hier aus einer „behüteten“ Reiseerfahrung wiedergebe.

Die Reise wird mich noch einige Zeit aus den vielfältigen Eindrücken heraus beschäftigen: Viel mit der Hochkultur Frankreichs, die sich gerade in den erlebten Bauwerken zeigt. Da könnte kritisch noch einiges zu dem in den Schlössern gezeigten Reichtum gesagt werden, den die allerchristlichsten oder atheistischsten Majestäten und Despoten der Grande Nation zusammengeraubt haben. Über die Barbarei unter der Französischen Revolution, die vor keinem christlichen Bauwerk halt machte – und die der Welt ein zwiespältiges Erbe brachte. Aber auch über die Barbarei vor allem im 1. Weltkrieg: unser Weg führte an den Schlachtfeldern in der Champagne vorbei.

Es gibt ein bewegendes Lied, das als Hintergrund zu dem Besuch dort gepasst hätte.

Man wäre dann vielleicht doch noch länger nachdenklich vor der Gedenktafel auf dem Platz vor der Kathedrale von Reims verharrt, welche an die Versöhnungsgeste zwischen den beiden großen Europäern und Patrioten Charles de Gaulle und Konrad Adenauer und zwischen unseren Völkern erinnern soll.

Reims – Erinnerung an den 8. Juli 1962

Singe wem Gesang gegeben – mit Vorsicht!

Gefährliche Lieder und Musik

 

Singe, wem Gesang gegeben,
In dem deutschen Dichterwald!
Das ist Freude, das ist Leben
Wenn’s von allen Zweigen schallt.
Ludwig Uhland

 

Wir sind eine recht musikalische Familie: Vom Großvater bis zu den Enkeln, jeder spielt ein Instrument und gerne wird gemeinsam daheim oder andernorts in einem Chor gesungen und musiziert. Das gehört einfach zu uns.

Aber darf man denn noch alles für sich oder andere zum Besten geben, wenn man jetzt sogar unseren Soldaten das Singen von bestimmten, uns bisher harmlos erscheinenden Stücken verboten hat?

Man muss gewiss aufpassen, wenn man manchmal gedankenlos vor sich hin singt!

Da spiele und singe ich mit den jüngsten Enkeln immer noch „Hoppe, Hoppe Reiter“ oder „Ist ein Mann im Brunnen g´fallen“. Und kürzlich erst haben wir „Zehn kleine Negerlein“ nicht nur vor uns hingeträllert, sondern gemeinsam wurden alle zehn Strophen zusammen geklaubt und repetiert.

Und schon ist man unter den Maßstäben der politischen Korrektheit ein Kindes- und Jugendverderber.

Wo kommt das her? Aus welchen Quellen schöpfen wir?

Da fand ich doch in unserer Notensammlung gemeinhin bekannte Liederbücher wie die „Mundorgel“ und „Der Bettelmusikant“. Letzteres stammt aus dem Voggenreiter-Verlag, der dieses indizierte Bundeswehr-Liederbuch „Kameraden singt“ verlegt hat.

Beim Durchblättern in dieser Büchlein erinnerte mich das Liedgut natürlich sogleich an meine Zeit bei den Pfadfindern, dieser seinerzeit wohl noch „pseudomilitärischen Jugendbewegung von spießigen jungen Leuten mit Seitenscheitel“.

In der „Mundorgel“ ist sehr viel christliches Liedgut verzeichnet, viel Frommes und Inniges und vieles zu Fahrten und Wandern. Aber Vorsicht! Unter den so harmlosen Fahrtenliedern verbirgt sich so manch Militärisches, z.B.: „Wir sind die wilde Meute, ziehn wieder aus auf neue Beute“ in „Fliegt unser bunter Wimpel am Speer“.
Was ist von „Wildgänse rauschen durch die Nacht“ zu halten: wenn „Fahlhelle zuckt und Schlachtruf gellt...“?
In der „Mundorgel“ wird viel „marschiert“ und „Kameraden“ ist wohl der häufigst aufgeführte Beziehungsbegriff. Und es heißt auch: „Sieh, ich lieb die Mutter, auch den guten Vater*. Doch die bunten Mützen der Soldaten lieb ich mehr…“.
* Gibt es den nach moderner Lesart überhaupt noch?
Natürlich erinnere ich mich gleich wieder daran, dass wir sangen: „Ein Saraß aus dem Türkenkrieg, … geschliffen in Madjar … gar mancher must ihn spüren schon, gar mancher lief vor ihm davon…“.
Wir zogen in das Feld“ oder bekannten: „Da heißt es stehn ganz unverzagt in seiner blanken Wehre, dass sich der Feind nicht an uns wagt…“. Ergänzt mit „und wir sind stolz, dass wir des Königs (!?) sind“.
Das mag den linken Widerpart in uns versöhnen, dass man auch mit Feuer und Flamme Lieder aus den Bauernkriegen sang mit „ … setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!“ Aber auch: „Wir lieben die Stürme, … das endlose Meer … wir kämpfen wie Löwen, hei unser der Sieg, viel Feind viel Ehr!“.

Mit neun Jahren – als „Wölfling“ (das ist doch auch schon ein herausfordernder Name) – begann man also solche verderbten und verderbenden Lieder zu singen, bis unsereiner schließlich Georgs-“Ritter“ wurde.
Beim „Bund“ in der Grundausbildung mussten/durften auch wir Akademiker bei den wenigen uns zugemuteten Märschen Lieder wie „Auf der Heide blüht ein Blümelein“ oder das „Westerwaldlied“ anstimmen.
Am Stammtisch oder im Verbindungshaus fiel es doch tatsächlich manchem von uns ein, nach ein paar Bieren das Panzerlied zu grölen:„Ob´s stürmt oder schneit …“, denn man war ja schon irgendwie verdorben, wenngleich „Es zittern die morschen Knochen“ oder „Die Fahne hoch …“ uns wirklich nicht über die Lippen kamen.

Dieses Liederbüchlein „Der Bettelmusikant“ – aus diesem schlimmen Verlag (s.o.) – bietet noch einiges politisch Unkorrekte dazu. Lieder wie: „Jeder Eseltreiber hat an Kugelschreiber … Jeder Kongoneger hat sein Hosenträger … Jeder Zuluneger hat sein Bettvorleger“ usw. „… aber unsereiner der hat nix.“ – auf die Melodie eines klassischen bayerischen „Schnaderhüpfels“.
Dann fand ich dort auch das folgende nette Lied, an das ich mich gern erinnere und das zum Liedgut von „Liederjan“ gehörte:

“ Wir sind vom Idiotenclub und laden herzlich ein,
Bei uns ist jeder gern‘ geseh’n, nur blöde muss er sein.
Bei uns herrscht die Parole: „Sei blöd bis an den Tod!“
Und wer der Allerblöd’ste ist, wird Oberidiot!

… wir sind vom Idiotenregiment,
Wir hab´n ´ne Kerze in der Hand,
die niemals brennt“

Wer wohl damit gemeint sein könnte?
Bitte nicht diesen Text auf Facebook im Zusammenhang mit der Bundesregierung, ihr nahestehenden Organisationen oder zu Politikern, wie Heiko Maas und Konsorten usw.  posten!
Ja, es findet sich durchaus Politisches, inzwischen Gefährliches – bei den heutigen Verhältnissen – unter den Liedtexten. So, wenn man in Sicht auf die Genannten heute „Die Gedanken sind frei!“ anstimmen möchte.

Die Fallen der „politischen Korrektheit“ sind subtil aufgestellt und finden sich also sogar im anscheinend harmlos daherkommenden Volksliedgut.

Gleichwohl aufgepasst: Auch die „ernste Musik“ – von Bach bis Wagner – ist nicht unverdächtig.

Ein „Bibelwissenschaftler“ und der Leiter des Eisenacher Bachhauses haben entdeckt, dass die Passionen Bachs „christliche antijüdische Polemik“ transportieren, mithin wohl antisemitische Werke, bzw. Ausführungen eines Antisemiten sein müssen. Hatten denn nicht auch die Nazis diese Werke zu „Entjudungs“-Hymnen erklärt.

Der renommierte, jüngst verstorbene Kunstkritiker Joachim Kaiser musste sich in seiner beliebten Serie „Kaisers Klassik-Kunde“ denn mit der Frage auseinandersetzen, ob das intensive Hören von Wagner-Musik nicht dazu führe, dass man rechtsradikal werde und dann die NPD wählt.
Natürlich Wagner, der Lieblingskomponist des GröFaZ!
Der auf rechtsradikale Umtriebe unverdächtige Joachim Kaiser hat hierzu eine Entwarnung ausgesprochen: Die „Meistersinger von Nürnberg“ z.B. sei nicht etwa eine „nationale Verklärungsoper“, sondern ein Preislied auf die Kunst und Musik allgemein und so mitnichten mental verderbend.
Danke, Joachim Kaiser!

Dennoch Vorsicht! Das Übel lauert immer und überall.
Selbst, oder gerade wenn Opa auch nur ein Kinderliedchen anstimmen möchte.

Von „Autobahn“ bis „Zurückschießen“

Gefährliche Wörter und Begriffe – 2. Auflage

Die 1. Auflage meines Elaborates war einem Hackerangriff zum Opfer gefallen. Es gelang mir nunmehr, den Beitrag wieder herzustellen, und er musste auch aktualisiert werden.

Je weiter die Zeit in unserer demokratischen Epoche fortschreitet, umso umfangreich wird so ein Thesaurus „gefährlicher“ Worte und Begriffe.
In den Zeiten der Attribuierung einer ganzen Branche als „Lügenpresse“ kommt es zwangsläufig zu Gegenreaktionen – in der gleichen Art und Weise, gegen die man sich eigentlich positionieren will: nämlich mit „hate speech“.
Ein Wort wie „Nazischlampe“ ist inzwischen gegen bestimmte Personen nicht mal mehr als Beleidigung oder Ehrabschneidung justitiabel.
Wenn ein ausländischer Staatsmann, wenngleich ein Despot, in einem „Gedicht“ als Ziegenficker bezeichnet wird, wird das nicht mehr unter Gossensprache einsortiert, sondern in den Medien als Kulturleistung ausgezeichnet.
Solche Worte wie „Nazischlampe“ und „Ziegenficker“ brauchen demnach nicht als „gefährlich“ im allgemeinen Verständnis angesehen werden.

Es geht nicht, wie schon in der 1. Auflage dieses „Kompendiums“ ausgeführt, um Wörter oder Formulierungen – die z.B. im Internet verwendet – die Geheimdienste wegen Terrorismus-Affinität auf den Plan rufen.
Gesinnungswächter haben uns allerorten im Visier, um zu überprüfen, wie wir es mit der der politischen Korrektheit halten. Verraten unsere Worte und Formulierungen eine rechte, also gefährliche Gesinnung?

Von Staats wegen wird inzwischen definiert und vorgeschrieben, was noch gesagt – und damit auch gedacht – werden darf.

Diese Sammlung von Begriffen soll dem Leser helfen, vielleicht den Tritt in das berühmte Fettnäpfchen zu vermeiden.
Ein falsch gewähltes Wort, zur falschen Zeit, am falschen Ort ausgesprochen, kann inzwischen schon mehr bedeuten, als nur ein geringfügiges Missgeschick.

Seit langem ist es so, dass öffentlich keine Begriffe mehr benutzt werden dürfen, die eine Gruppe, egal ob sie auf zwei oder mehr Beinen unterwegs ist, irgendwie herabsetzen könnte.
Dazu gehören natürlich jegliche Benennungen, die in irgendeinem Bezug zur deutschen Vergangenheit – von 9 n.Chr. bis zur „Adenauerzeit“ – gesehen werden könnten.

Nicht nur die (linken) Sprach-Überwacher und Sprach-Reiniger wissen: wer die Gedanken kontrolliert, hat auch die Macht über das Handeln. Wo es Denk-, Sprachverbote, Tabus gibt, verhalten sich Menschen entsprechend.
Korrektes Denken verbietet alles Abwertende und jeden Bezug zu möglicher „rechter“ Verwendung. Dies wurde durch eine neue Qualität aus der Zeitbetrachtung heraus möglich: dem „Pakt von Postmoderne und schlechtem Gewissen“, wie der linksliberale Zeit-Herausgeber Josef Joffe erkannte.
„Postmodern ist die Verneinung objektiver Wahrheiten und die Verweigerung von Werturteilen.“ Dazu ist das schlechte Gewissen im Westen stark ausgeprägt und mache sich an Sklaverei, Rassismus, Völkermord fest. «Also verbietet das korrekte Denken alles Abwertende, außer bei rechten Scheusalen wie Bankern, Jägern, Machos und Kapitalisten», so Josef Joffe.

Nachfolgend also die Neuausgabe meines Katalogs „gefährlicher“ oder problematischer Wörter; unterteilt nach verschiedenen Kategorien, die als „diskriminierend“, „relativierend“, „beleidigend“ gar „hassgeleitet“ angesehen werden können, oder die auch einfach aufgrund irgendeines (Nazi-)Bezugs „tabu“ sind.
Vorsicht, denn es kommen natürlich auch „pejorative exonymische Ethnonyme“ vor.

Die Liste ist sehr umfangreich, erhebt aber keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Erfahrung hat gezeigt, dass binnen weniger Wochen manche Benennung oder Sprachbegriff neu „entlarvt“ wird, oder aber auch Neues erfunden wird.
Das Kapitel „soziale Unwörter“, stützt sich überwiegend auf den Katalog eines unseres obersten Betroffenheitsverbandes, der Nationalen Armutskonferenz (NAK), so wie sie von dort ausgedeutet werden.

1. Kategorie: Historisches – Deutschland – Drittes Reich

Albion, perfides – Verbildlichung für die Hinterhältigkeit der englischen Außenpolitik. Stammt aus einem 1793 verfassten Gedicht eines französischen Dichters und wurde in der napoleonischen Zeit verwendet. Da während der wilhelminischen Zeit während der britischen Kriegshetze von den Deutschen ebenfalls benutzt, ist die Verwendung des Begriffes natürlich für Deutsche obsolet.

Aufmarsch – Neonazis und Rechte machen Aufmärsche, Linke machen Protestzüge und Demos.

Autobahn – der Nazi-Begriff schlechthin, da er von den willfährigen Helfern immer noch verwendet wird.

Betroffenheitskult – obsoleter Begriff, da nur von Rechten und „Geschichtsvergessenen“ diffamierend verwendet.

Blitzkrieg – eine deutsche Erfindung und darum schlecht. Manche Militärs bezeichnen bereits den Krieg 1870/71 gegen die Franzosen als BK. Da die meisten „Hitlerkriege“ – gegen Polen, Frankreich, die Besetzung Norwegens, Dänemarks und des Balkans – auch als BK bezeichnet wurden, dürfen nur noch andere solche führen, wie z.B. die Israelis. Historische Tatsache ist, dass den Amis noch nie ein richtiger BK gelang.

Blut/Blut- und Boden – Blut ist ein ganz anrüchiger Nazi-Begriff, da meist in Verbindung mit „Boden“ oder „Eisen“ (Bismarck) verwendet.

Blutschande – ist NS-besetzt.

Deutschland – ein Abzuschaffendes, am liebsten schon nicht mehr Existentes. Richtig heißt es „BRD“ oder „Schland“.

Deutsches Volk – siehe „Deutschland“, „Bevölkerung“ darf verwendet werden, auch wenn es irgendwie „völkisch“ klingt.

Dresden – Täterstadt. Hat einem englischen General dank seines heldenmütischen Einsatzes gegen die schmucke „Nazi-Hochburg“ zu einem Denkmal verholfen. Die Deutschen schmälern dessen Ruhm durch ständiges Herunterrechnen der Täterzahlen.

Endsieg – nur „Finale“ ist erlaubt.

Endlösung – nicht etwa gelungene Lösung einer mathematischen Gleichung mit mehreren Unbekannten. Absolut tabu, da dem Begriff Holocaust inhärent.

Erde – fragwürdiger Begriff, da das immer auch an „Boden“ erinnert.

Erstschlagfähigkeit – wird nur im nicht-pazifistischen Milieu verwendet. Setzt Atombomben voraus, effektivste Strategie noch vor dem Blitzkrieg.

Entartet – „nachweislich“ von den Nazis geprägter Begriff, der leider auch die Medizin – mit der Bezeichnung „maligne Entartung“ oder „Degeneration“, die Mathematik und die Physik heimgesucht hat: „E. Materie, die bei großer Dichte entsteht, etwa in Neutronensternen oder Weißen Zwergen“ – und so werden perfiderweise werden auch noch „Kleinwüchsige“ in die Diffamierung einbezogen.

Heil – wird vom Anständigen keinesfalls verwendet. Es ist schon bezeichnend, dass Skifahrer, Angler, Jäger und andere Umweltschädiger immer noch den Begriff in ihren Grußformeln verwenden: Ski-H., Petri-H. Und Waidmans-H.

Heilig – nicht verwendbar mit „Römisches Reich deutscher Nation“ oder „Deutschland“. Überhaupt ein überflüssiger, da religiöser Begriff.

Heimat – erinnert nicht nur an Blut und Boden, verkörpert Provinzialität, Intoleranz.

Heim und Herd – Nazi-Formulierung, steht für die Unterdrückung der Frau.

Held – darf nur noch in Verbindung mit Sport oder Pop-Musikern verwendet werden.

Heldengedenken – unziemliche Täterverehrung, die leider oft noch in der rückständigen Provinz zelebriert wird. Heldendenkmale müssen jetzt endlich Opferdenkmalen weichen.

Mann – Überbegriff des schlechthin Asozialen. Fragwürdig auch als Namensbestandteil z.B.von: Hoh-, Mölle-, Heit-, Her- mann etc. – da meist Nazis oder Rechte.

Mutter – geht zusammen mit Mutterkreuz, Mutterschaft, geht also nicht.

Mutterschaft – fast so schlimm wie Autobahn.

Opfer – nicht in Verbindung mit „deutsch“ oder „deutsche“ verwendbar.

Ostmark – Gebiet des (vormaligen) Staates Österreich nach dem Anschluss an das Deutsche Reich. Also nicht verwendbar, auch nicht historisch im Zusammenhang mit „fränkisch“ oder „sächsisch“.

Rasse – Gibt es sowas? Warum ist der Begriff immer noch im Duden zu finden? – „ >Fachsprache> Bevölkerungsgruppe mit bestimmten gemeinsamen biologischen Merkmalen.“

Reichsbürger – steht natürlich im Widerspruch zum „Bundesbürger“ oder gar zum „Bunten Bürger“. „Sektenartig organisierte Gruppierungen von Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen in Deutschland, die sich selbst u. a. als „Reichsbürger“, „Reichsregierung“, „Staatsangehörige des Freistaates Preußen“ oder „Natürliche Personen“ bezeichnen.“ Letzteres geht natürlich gar nicht.

Reichsparteitag, innerer – unerlaubte Bezeichnung für ein emotional besonders bewegendes Ereignis. Ist nicht mal bei einer weiblichen Sportreporterin zu tolerieren.

Sprachreinheit – erinnert an „Blutreinheit“, Gegenteil von „Entartung“, ist also auch irgendwie „rassistisch“.

Stern an der Brust – den darf man auch symbolisch niemandem mehr andichten, da exklusives Symbol und Logo des Holocaust.

Stolz – stolz auf irgendwas darf jeder sein, nur der Deutsche nicht.

Tätervolk – gibt es nur eines.

Tausend Jahre (deutsche Geschichte) – Dabei kann es sich in solchem Zusammenhang nur um eine Nazi-Vokabel handeln. Es gibt nur eine deutsche Geschichte und die dauerte beeindruckende 12 Jahre.

Schuldkult – skandalöse Formulierung von Ewig-Gestrigen, Unverbesserlichen, Unbelehrbaren, Relativierern, Revisionisten, Geschichtsklitterern usw.

V-Waffe – heißen heute Mittelstreckenwaffe, Pershing, SS20, Scud, Cruise Missile, „Tomahawk“ oder einfach sympathisch „Marschflugkörper“.

Volk – gibt es nicht, außer im Zusammenhang mit „dumm und roh“, ansonsten siehe „Bevölkerung“.

Volkssturm – entspricht vielleicht dem „Wutbürger“.

Vernichtungskrieg – wurde nur von Deutschen geführt. In anderen Zusammenhängen wie „Indianer-Kriege“, „Islamisierung der Armenier“, „Hiroshima und Nagasaki“ nicht statthaft.

Zurückschießen – Hitler-Formulierung für die Einleitung eines Angriffskrieges: „ Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen…“. G.W. Bush soll deshalb die ähnliche Formulierung „ seit 9/11 wird zurückgeschossen“ aus seiner Ansprache an die Nation gestrichen haben.

 

2. Kategorie: menschliche Arten – „Rasse“ – Nachbarvölker

Diversität, biologische – auf menschliche „Ethnien“bezogener fragwürdiger Begriff, daher sicher rassistisch konnotierbar.

Durchrasst – Ede Stoiber wusste wohl nicht, was er da formulierte, da doch auch die Bayern „durchrasst“, pardon, nicht „ethnisch homogen“ sind.

Eskimo – heißen jetzt „Inuit“, weil die Kanadier die Faxen dicke hatten und sagten: „Gut, gut, ihr seit Menschen (Inut), glauben wir euch doch.“

Froschfresser – im anglo-amerikanischen Kultur- und Sprachbereich gebräuchliche Bezeichnung für Franzosen. Den Deutschen nicht erlaubt, da deren Opfer-Charakter dadurch geschmälert sein könnte. Außerdem sachlich falsch, da Franzosen mehr Käse als Frösche (fr)essen.

Gen – naturwissenschaftlicher Begriff, unbedingt grundlegend für „genetische Vielfalt“. Unerwünschter Begriff.

identitär – bei Verwendung des Begriffes wird man schnell der Zugehörigkeit zur sog, Identitären Bewegung verdächtig. Laut Wikipedia handelt es sich um „mehrere aktionistische, völkisch orientierte Gruppierungen, die ethnopluralistisch-kulturrassistische Konzepte vertreten. Sie gehen von einer geschlossenen „europäischen Kultur“ aus, deren „Identität“ vor allem von einer „Islamisierung“ bedroht sei. Politikwissenschaftler ordnen die Gruppe durchgängig als eine Spielart des Rechtsextremismus ein.“

Jüdische Intelligenz, Hast, Geschäftstüchtigkeit – das alles geht alles nicht, da es antisemitischem Geist entsprungen ist. Auch eine positive Attribuierung wie Intelligenz, Geschäftstüchtigkeit, ist nur den Juden selbst erlaubt.

Neger/Mohr – Mohrenkopf, Negerkuss, Negerkönig, 10 kleine Negerlein, Sarotti-Mohr. Es gibt unzählige Abhandlungen über die Verwendung dieser Bezeichnungen in der Literatur. Hier ein Beispiel einer eklatanten, deutschen bzw. bayerischen Elukubration des Hauptbegriffes durch Ludwig Thoma:

Was ist schwärzer als die Kohle?
Als die Tinte? Als der Ruß?
Schwärzer noch als Rab‘ und Dohle
Und des Negers Vorderfuß?

Sowas geht gar nicht.

Polnische Wirtschaft – sehr abwertend. Synonym für unordentlich, liederlich geführter Haushalt, unaufgeräumtes Zimmer. Der Begriff ist völlig politisch unkorrekt und kann – je nach Zusammenhang und Kontext – als Beleidigung gewertet und rechtlich verfolgt werden – heißt es. Auch mit Vorsicht ist über das polnische Automobilimportwesen zu sprechen.

Rasse – gerade noch auf Hunde“rassen“ anwendbar, für die menschliche Spezies obsolet. Auch der Begriff Ethnie oder „ethnisch“ ist mit vorsichtig zu genießen. Die UN hat den Begriff „indigen“ für politkorrekte Ergänzungen eingeführt.

Reproduktionsverhalten – Die von Björn Höcke damit angesprochene Ethnie (Afrikaner) weiß gar nicht, was das ist; auch wenn man dort gerne „schnackselt*“.
* nach Gloria von Thurn und Taxis

Tschechei – haben die Nazis schon gesagt und die Tschechier wollen nicht, dass wir Tschechei sagen.

Volkscharakter – immer negativ, denn es gibt solchen nur bei den Deutschen, der ausgiebig diskutiert ist: siehe Daniel Goldhagens „Hitlers willige Vollstrecker“.

Weltjudentum – von den Nazis, Engländern, Franzosen, Teilen der Amerikaner u.a. bis 1945 verschwörungstheoretisch verwendeter Begriff, der höchst antisemitisch ist. Verwendung für Deutsche verboten.

Zigeuner, fahrendes Volk – man erlaube sich ja nicht, ein Zigeuner-Schnitzel noch auf die Speisekarte zu setzen. Außerdem habe es sich herausgestellt, dass das Zigeunerleben gar nicht lustig ist.

 

3. Kategorie Feminismus – Genderismus – sexuelle Orientierung

Abartig, pervers – im Zusammenhang mit Bezeichnungen einer sexuellen Orientierung obsolet. Erlaubt im Zusammenhang mit „Kapitalismus“, „Rechte Gesinnung“ etc.

Dirne, Hure – vermittelt ein negatives Frauenbild, daher nicht erlaubt. Derzeit noch im fragwürdigen Volksliedergut zu finden („Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn“).

Emanze, Blaustrumpf – sag das mal zu einer Frau…

Frau und Mutter – Frau ja, Mutter nein – überflüssiges Wesen, sorgt nur für Übervölkerung und setzt Plagen in die Welt. Der Begriff Mutter wie auch Vater wird in fortschrittlichen Ländern inzwischen abgeschafft und durch „Elter“ (1 oder 2) ersetzt.

Freund – braucht es nicht, klingt nach abgestandenen Beziehungsbegriffen wie Vater, Bruder etc.

Herr, Dominus – absolut nicht Gender-gerecht.

Hausfrau – eine der schlimmsten, abwertenden Bezeichnungen und sozialen Zuordnungen, schlimmer als Hartz IV; Gender-Schimpfwort. Wird gern von „emanzipierten“ und fortschrittlichen PolitikerInnen zur Beschimpfung in den Mund genommen.

Kavalier – völlig überflüssige männliche Spezies, Schwachkopf. „Lässt eine Frau mit Kind sitzen.“

Lesbe – würde ich zu einer Lesbe „Lesbe“ sagen, da wär was los. Sie selbst darf sich so bezeichnen, um den Minderheits-Opfer-Status zu betonen.

Mannschaft – Unwort, da „Frauschaft“ ausschließend, wobei aber „Frauenschaft“ durchaus negativ besetzt ist.

Männergesangsverein – braucht es so etwas? Relikt aus voraufklärerischen Zeiten. So etwas wie ein singender Stammtisch.

Mutterschutz – wahrscheinliche Nazi-Erfindung.

Ritterlichkeit – siehe unter Kavalier.

Schwuchtel, Tunte, Tucke – herabsetzende Bezeichnungen für männliche, sexuell anderweitig Orientierte. „Schwul“ geht noch, aber immer den Kontext beachten. „Arschficker“, oder „Hinterlader“ geht überhaupt nicht.

Straßenmädchen – Opferbezeichnung, Opfer männlicher, heterosexueller Perversion und Triebhaftigkeit.

 

4. Soziale Unwörter

Alkoholiker, Alki – richtig wäre „Akohol-Kranker“.

Alleinerziehend – sagt nichts über mangelnde soziale Einbettung oder gar Erziehungsqualität aus. Beides wird jedoch häufig mit „Alleinerziehende“ assoziiert.

Arbeitslos/Langzeitarbeitslos – es sollte erwerbslos heißen, weil es durchaus viele Arbeitsformen gibt, die kein Einkommen sichern (NAK).

Arbeitslose – sind eine engagementferne Gruppe. Damit wird nahegelegt, dass Erwerbslose sich nicht ehrenamtlich engagieren. Dagegen spricht schon die Vielzahl an Selbsthilfegruppen etc., in denen Erwerbslose aktiv sind . (NAK)

Behindertentransport – Objekte werden transportiert, Menschen aber werden befördert . (NAK)

Bildungsferne Schichten – gemeint ist – und das sollte man auch sagen – „Fern vom Bildungswesen“ oder „vom Bildungswesen nicht Erreichte“.

BuT’ler („butler“) – gemeint sind Nutzer des Bildungs- und Teilhabepakets der Bundesregierung. Der Ausdruck ist ähnlich reduzierend und deshalb diskriminierend wie „Der/Die ist Hartz IV“. Abschätzig ist er auch, wenn er englisch ausgesprochen wird: Butler=Diener (NAK).

Bürgerwehr – Lass Dir nicht einfallen, eine B. zu gründen, beizutreten oder davon zu sprechen. Du gerätst sofort ins Visier des Bundesjustizministers, denn das staatliche Gewaltmonopol darf niemand außer ihm selbst in Frage stellen. Man werde hart gegen Bürgerwehren vorgehen, heißt es von ihm. Düsseldorfer Bessermenschen haben so etwas ähnliches ins Leben gerufen, wollen aber auch keine B. sein. „Allein das Wort schon! Das klingt so nach Gewalt, damit wollen wir nichts zu tun haben.“ Merke: der Bürger wehrt sich nicht!

„Der/Die ist Hartz IV“ (= Wer Grundsicherung – im Volksmund Hartz IV – erhält, wird darauf reduziert. Außerdem wird häufig mit dem Begriff assoziiert, Empfänger von Sozialleistungen seien arbeitsscheu und generell unfähig (NAK) . Hartzer, auch das geht gar nicht, erinnert es doch an ein stinkendes Etwas.

Ehrenamtspauschale – richtig müsste es Ehrenamtseinkommensteuerpauschale heißen, denn besagte Pauschale kann nur entgegennehmen, wer eine Steuererklärung abgibt. Gerade arme Menschen können dies aber nicht, weshalb sie auch diese Entschädigung nicht erhalten (NAK) .

Eingliederungsverfahren – Menschen außerhalb von pathologischen oder resozialisierenden Prozessen müssen sich nicht erst eingliedern.

Flüchtlingsfrauen – überflüssig, weil das Wort Flüchtlinge beide Geschlechter umfasst. Ansonsten: ähnlich diskriminierend wie Arztgattin.

Gutmensch – Wer G. sagt ist Nazi! Das kann man hier nachlesen: .
„Gutmensch“ lag leider nur an zweiter Stelle für die Nominierung zum „Unwort des Jahres“ 2011, denn es gewann damals „Dönermorde“.

Herdprämie – diskriminierend, weil der Begriff unabhängig von der Positionierung gegenüber dem gemeinten Betreuungsgeld Frauen verunglimpft (NAK) .

Illegale – diesem Begriff ist tatsächlich nur die Losung entgegenzuhalten: „Kein Mensch ist illegal“ (NAK).

Krüppel – körperlich Benachteiligter. Auch „Behinderter“ ist nicht mehr zu verwenden. Richtig: Herausgeforderter.

Lehrling – klingt sehr „dinglich“, ist durch „Auszubildender“ zu ersetzen, kurz Azubi oder Azubine.

Lernschwach – entspricht „stinkfaul“ als Übertreibungsform. Im schulischen Bereich nicht mehr anwendbar. Es handelt sich um eher praktisch begabt Kinder, oder vielleicht auch an ADS oder ADHS erkrankte.

Lügenpresse – diese Benennung wurde von der Lügenpresse zum „Unwort des Jahres“ (2015) gekürt. Wer Lügenpresse sagt, kann nur aus dem Kreis des AfD- oder Pegida-Packs und -Pöbels stammen.

Massenverwaltbarkeit – wurde vom BMAS genutzt, wenn Individualisierungswünsche bei der Anwendung von SGB II abgewehrt werden sollten (NAK).

Missbrauch – ist im Zusammenhang mit Sozialrecht und Sozialstaat – beispielsweise Missbrauch von Hartz IV, Asyl etc. – eine ungute Vokabel, weil damit ein schwerwiegender sexueller Straftatbestand assoziiert wird.

Mollig – als „Ehrlichkeit“ getarnte Beleidigung von dicken oder fetten Menschen.

Opferstatus – nicht nur durch „Viktimisierung“ im Sinn der Kriminologie (durch Raub, Mord usw.) entstanden, „Opfer“ sind auch diejenigen, die durch Diskriminierung, Rassismus, Kriegsfolgen, Armut usw., also durch „strukturelle Gewalt“ geschädigt (worden) sind.

Person mit Migrationshintergrund – häufig wird damit „einkommensschwach“, „schlecht ausgebildet“ und „kriminell“ in Zusammenhang gebracht. Während mit diesem Begriff Klischees reproduziert werden, wird er der sehr unterschiedlichen Herkunft der so Bezeichneten nicht gerecht.

Putzfrau – Reinigungskraft, Raumkosmetikerin, Facility Fachkraft, alles andere wäre herabsetzend.

Schießbefehl – mittlerweile angeblich von der AfD okkupierte Tradition, welche bisher doch allein in der Verfügbarkeit der SED/PDS-Bande (jetzt „Die Linke“) stand. Das musste zu einem Entrüstungssturm führen. Siehe auch Schusswaffe.

Schleckerfrauen – früher das Synonym für OpferInnen eines ausbeutenden Unternehmers. Heute möglicherweise vielleicht gar TäterInnen.

SchusswaffeGebrauch derselben: Das kann nur eine rechtsradikale Fiktion sein. Dem Linken würde das nie einfallen (siehe auch Schießbefehl). Die Frage, warum tragen eigentlich Polizisten Schusswaffen und warum gibt es Gesetze dazu, ist im aktuellen Zusammenhang absolut degoutant. Bedenke auch, dass der scheidende Messias der westlich-liberalen Linksseelen, Barack Obama den Zugang zu und Gebrauch von Ballermännern sogar in seinem eigenen Wilden Westen einschränken wollte.

Sozial Schwache – Wer kein/wenig Geld hat, ist ökonomisch schwach, aber nicht sozial schwach, kann/darf nämlich zum Wutbürger mutieren.

Sozialschmarotzer – beliebter Begriff  bei Rechtspopulisten, Rassisten, Sarrazin-Anhängern etc., daher völlig tabu.

Sozifuzi – abwertend für Sozialarbeiter; Arbeiter in sozialen Berufen. Sehr abwertend, da sie sich doch an der „sozialen Front“ aufarbeiten.

Student – obsoleter Begriff, da nicht gender-gerecht. Richtig ist „Studierende“, da ansonsten mit dem „generischen Maskulinum“ der unterdrückte feminine und transsexuelle Studierenden-Anteil ausgeklammert wird.

Süffel, Säufer – siehe Alkoholiker, Trinker.

Trinker – assoziiert den Begriff Alkoholiker, führt damit auch zur Stigmatisierung des Bionade-, Mineralwasser, Tee- etc. Trinkers. Deshalb verschwindet auch zu Recht die „Trinkhalle“, die früher an jeder Straßenecke in Frankfurt zu finden war, aus dem öffentlichen Bereich.

Trittbrettfahrer – wird meist diskriminierend für Menschen benutzt, die lediglich soziale Leistungen in Anspruch nehmen oder davon profitieren. Standardbegriff von (Rechts)Populisten.

Unterschicht – klingt überhaupt nicht gut, deshalb verwenden sozial engagierte schon mal den Begriff Prekariat, der von SPD in die Welt gesetzt wurde.

Unterschichtfernsehen – überhebliche Bezeichnung der Mainstream-Medien im GEZ-Bereich für die private Konkurrenz. Natürlich nicht auf ARD und ZDF übertragbar.

Wirtschaftsasylanten/Wirtschaftsflüchtlinge – Begriffe vom „rechten Rand der Gesellschaft“. Wird von Leuten verwendet, die glauben, vor einer „Einwanderung in die Sozialsysteme“ warnen zu müssen und gegen die „notwendige Zuwanderung“ hetzen.

5. Kategorie Einwanderer – Muslime

Bereicherer – Muslime, Einwanderer.
Integrationsministerin Maria Böhmer: “Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle!”

Dauerbeleidigte – Muslime. Rassistischer, ironischer Bezug auf die Reaktion der Muslime auf jegliche Kritik, Karikaturen oder Witze.

Ehrenmörder – muslimische Männer, die nicht etwa eine Straftat, sondern einen Ehrenhandel ausgeübt haben.

Facharbeiter – unstatthafte ironische Verwendung im Zusammenhang mit Einwanderern.

Flüchtlinge – Besser ist „Flüchtige“, damit man nicht in Gefahr gerät, deren Leid mit dem der (deutschen) „Flüchtlinge“ zu „relativieren“. Siehe auch Migrant.

Ganzkörperkondom – rassistischer und frauenfeindlicher Begrif für Burka und „Burkini“ (= Schwimmanzug für Muslimfrauen).

Gebärmaschine – Frau, deren primäre Aufgabe ist, viele Nachkommen zu gebären; häufige Bezeichnung für Muslimfrauen; wahrscheinlich im Umfeld von Sarrazin entstanden.

Islamische Bedrohung – rechtspopulistische Umwertung des Begriffs „Bereicherung“.

Islamnazi – radikaler Moslem; Moslem, der den Koran streng befolgt und darauf bedacht ist, den Islam zu verbreiten; Bezug auf die Ähnlichkeit zwischen dem Islam und andere totalitaristischen Systeme, wie der Nationalsozialismus aber sind eigentlich nicht statthaft.

Islamofaschist – radikaler Muslim (siehe Islamnazi)

Kanake – traditionelle, also typisch deutsche, abwertende Bezeichnung für Farbige, Südländer, Türken. Geht überhaupt nicht, auch wenn es inzwischen die „Kanak Sprak“ gibt und mancher damit sogar Geld verdient.

Knoblauchfresser – falsche Bezeichnung für Türken, da die Türken relativ wenig Knoblauch konsumieren – wie auch „Kümmeltürke“.

Kopftuchmutti – ältere Kopftuchträgerin.

Kopftuchmädchen – von Sarrazin verwendet daher obsolet.

Kulturbereicherer – laut Maria Böhmer alle Muslime und Einwanderer aus Problemkulturen.

Kulturbereicherung – erwünschte Islamisierung Europas; hat nichts mit Kriminalität usw. zu tun (siehe Bereicherer).

Migrant – Schon vor längerer Zeit hat die Enquete-Kommission „Integration und Migration in Rheinland-Pfalz“ empfohlen, nicht mehr von und über den „Migranten“ zu sprechen. Diese Bezeichnung ist eine pauschalisierende, stigmatisierende und oft auch diskriminierende Etikettierung. Siehe auch Flüchtling und Reisefreudige Afrikaner

Mohammedaner – einst eine politisch korrekte Bezeichnung für Muslime, wurde durch die Multikulti-Ideologen zu einer politisch inkorrekten Bezeichnung erklärt.

Nafri – zunächst eine interne Arbeitsbezeichnung der Polizei Nordrhein-Westfalen für „Nordafrikaner“ oder „Nordafrikanischer Intensivtäter“. Dies rief wütende Reaktionen von Grünen, Linken und anderen Gutmenschen hervor, weil diese Begrifflichkeit „potenziell rassistische Denk– und Handlungsweisen auslösen bzw. verstärken könne“.

Parallelgesellschaft – die Muslimgemeinden. Die Meinungsdiktatoren benutzten den Begriff, um mit deren Hilfe der Bevölkerung Schuldgefühle zu generieren, da die deutsche Gesellschaft Schuld an der gescheiterten Integration hat.

Pinguin – Bezeichnung für Burkaträgerinnen: “menschliche Pinguine” (Ralph Giordano) – das geht nicht. Auf Nonnen aber straflos anwendbar.

Pädoprophet – Grünen-Sprecher in den 80ern. Nicht etwa Mohammed, der Prophet der Muslime, auch wenn der nachweislich pädophil war.

Reisefreudige Afrikaner – Eine leichthin gesagte, aber treffende Vokabel aus dem Mund meines Freundes W. Stöcker, womit er sich auf einmal am rechten und „rassistischen“ Rand der Gesellschaft befand.
Merke: Der Afrikaner reist nicht so aus Lust oder Laune, schon gar nicht mit Freude, sondern weil er muss.

Rudel – früher “südländische” Jugendbande; Gang ausländischer junger Männer, der sich laut, asozial und provokativ verhält. Eher auf Gruppen von „Glatzen“ und Neonazis anzuweden.

Schamlappen – unkorrekte Bezeichnung für das Kopftuch der Muslimfrau da Bezug auf die sexuelle Bedeutung des Kopftuchs im Islam.

Südländer – die Medien verwenden diese Bezeichnung, um über kriminelle Muslime zu berichten. Im politisch inkorrekten Sprachgebrauch wird das Wort nicht nur im Zusammenhang mit der Kriminalität, sondern im Allgemeinen verwendet.

6. Kategorie politische Ausrichtung

AfD – ein Bekenntnis zur AfD, oder „AfDler“ zu sein, ist gleichbedeutend mit dem Bekenntnis zur Mitgliedschaft in einer wiedererstanden NSDAP vulgo einer Sammelbewegung von Nazis und Nazischlampen.

Antifant – herabwürdigend für Aktivisten der Antifa, siehe Linksfaschist.

Gauland – ein solcher Name verlangt nach Distanzierung, da es sich nur um einen Nachkommen oder die Umschreibung von „Gauleiter“ handeln kann.

Genossen – darf als Anrede nur von solchen – Linke bzw. Kommunisten und SPDler – untereinander verwendet werden. Von Leuten am Stammtisch oder am rechten Rand bzw. in der Mitte verwendet, hat es herabwürdigenden Hintersinn. Völlig obsolet: Volksgenosse.

Grünfascho – beleidigende Bezeichnung für Anhänger der grünen Idee

Körnerfresser – am Stammtisch verwendete Formel für Grüne und MitstreiterInnen der Öko-Bewegung.

Linksextrem – gibt es nicht.

Linksfaschist – ist eine Tautologie – richtig: linker Aktivist.

Mauermörder – Bezeichnung, die alle Linken und ehemalige SED-Politiker zu Abmahnungen animieren kann.

Melonenpartei – ironisch-ökolgischer Begriff für die Grünen.

Ökodiktatur – Begriff der vom Stammtisch, von Klimaleugnern, Windkraftgegnern etc. verwendet wird.

Ökofritzen – eher harmlos für Ökologen, Grüne.

Rotlackierter Faschist – schließt sich nach linker Definition aus.

Sozen – in CDU/CSU- Kreisen gerne verwendetes, abwertendes Wort für SPDler, siehe auch Genossen.

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Anregungen für die Komplettierung dieses Katalogs sind durchaus erwünscht!

Nächster Akt in Fluschis Kampf gegen das Militärische

Neue Kasernennamen für die „Wehr“

Die bundesdeutschen Medien berichten nun über das neueste Husarenstück von Fluschi von der Leyen in ihrem Kampf gegen das Militärische in der sogenannten Bundeswehr. „Nach Wehrmachtsoffizieren benannte Kasernen sollen neue Namen erhalten. Damit will die Verteidigungsministerin nach der Bundeswehr-Affäre ein Zeichen setzen.“– heißt es z.B. in der ZEIT:

„Wenn wir in den kommenden Monaten den 35 Jahre alten Traditionserlass modernisieren, müssen wir auch an das Thema Kasernennamen ran“, sagte von der Leyen der Bild am Sonntag.
In einigen umstrittenen Fällen habe die Bundeswehr schon vor längerer Zeit die Initiative ergriffen, sei aber zum Teil vor Ort auf harte Gegenwehr gestoßen, berichtete die Zeitung. Dies wolle die Verteidigungsministerin nicht länger hinnehmen. Die Bundeswehr müsse „nach innen und außen klar signalisieren, dass sie nicht in der Tradition der Wehrmacht steht“, sagte von der Leyen.

In diesem Zusammenhang fordert der Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Johannes Tuchel, ebenfalls eine Umbenennung, die er für „überfällig“ hält. Die Stützpunkte sollten nach Soldaten benannt werden, die im Widerstand waren.

Vorsicht ! möchte man beckmesserisch rufen: die waren auch Mitglied der Wehrmacht, und meist Berufsoffiziere, die durchaus auch an „Verbrechen“ der Wehrmacht beteiligt waren oder beteiligt gewesen sein könnten. Wie z.B. bei den Angriffen auf Polen, Frankreich und Russland usw.
Und waren da nicht die Politiker Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß einst als Wehrmachtsoffiziere auch irgendwie engagiert – und nicht im „Widerstand“?

Solche Namen wie der des „Wüstenfuchses“ Erich Rommel (Kasernen in Augustdorf, Osterode und Dornstadt), des „Stern von Afrika“ Hans-Joachim Marseille (Kaserne in Appen, Schleswig-Holstein) und des „Panzerknackers“ Dirk Lilienthal (Kaserne in Delmenhorst, Niedersachsen) sind natürlich ein absolutes „No Go“.

Oberleutnant Helmut Schmidts Konterfei (mit Wehrmachtsuniform) hat man ja schon aus der nach ihn benannten BuWe-Hochschule entfernt. Wie lange wird der Name für die Hochschule noch zu halten sein? Hat denn der Schmidt nicht auch noch einige Palästinenser auf dem Gewissen? Wir erinnern an Mogadischu!
Die Franz-Josef- Strauß-Kaserne in Altenstadt (Oberbayern) sollte es auch nicht mehr geben, war der Mann doch als extremer kalter Krieger und „Rechter“ bekannt. Zitat: Ich will lieber ein kalter Krieger sein als ein warmer Bruder.
Die Strauß-Kaserne sollte demnach vielleicht nach einem einst in der Wehrmacht ertappten und verurteilten Homosexuellen benannt werden. Da wird sich schon ein Name finden lassen.

Gewissenhafte und skrupulöse „Historiker“ haben auch den Namen des Weltkrieg-1-Generals Otto Albert Theodor von Emmich ausgegraben (Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover), der seinerzeit am „völkerrechtswidrigen Überfall auf Belgien“ beteiligt war.
Nicht zu vergessen sei auch der Name des Generalfeldmarschalls August von Mackensen („Mackensen-Kaserne in Karlsruhe), den bereits 1997 die Grünen auf den Index setzen wollten. Mackensen hatte ja schon 1870 und dann natürlich 1914 den lieben Franzosen Übles angetan.

Man sollte aber noch weiter zurückgehen: Theodor Körner, Ernst Moritz Arndt und Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow. Sind das nicht Namen von unverbesserlichen Nationalisten, Kriegstreibern und Franzosenhassern? Solche Namen gehören einfach nicht zu einer Bunten Wehr.
Man nehme sich ein Beispiel an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald, deren akademischer Senat im Januar mit ⅔-Mehrheit beschlossen hatte, der Universität den Namen Ernst Moritz Arndt abzuerkennen. Das Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern verweigerte aber der Namensänderung die erforderliche Zustimmung, da der Abstimmungsprozess nicht gemäß Landeshochschulgesetz erfolgte. Na, die Behörde wird ihr Veto wohl nochmals überprüfen müssen.

Was kommt dann?
Wenn man schon Kritik üben möchte, sollte man auch positive Vorschläge einbringen. Was ich hiermit tue:
Auf die Bezeichnung „Kaserne“ sollte man verzichten, denn sie erinnert immer an Militärisches!
Wie wäre es mit „Antonio-Amadeo-Stützpunkt“ .
Mit „Mutter-Theresa-Lager“ und Malala-Yousafzai-Logement, um an den Friedensnobelpreis zu erinnern.
Warum gibt es eigentlich noch keine „Willy-Brandt-“ oder „Rudi-Dutschke-Unterkunft“ in der „Wehr“? Wohl weil sich die beiden irgendwann als Patrioten, sprich Nationalisten geoutet haben.
„Barack-Obama-Baracks“ (mit Ortsbezeichnung). Das wär´s! Es hätte zwei Argumente für sich: Man erinnert an einen geliebten „Friedenspräsidenten“ und gleichzeitig an den obersten herrschenden Souverän. Oder?

Bitte Uschi, gehe es gleich in Deiner gewohnt forschen Art an! Denn es ist viel zu tun! Und wir helfen Dir dabei!

Singen in der Bunten Wehr – Weg mit „Nazi-Musik“!

Fluschi zeigt Kante!

Nichts wird mehr übrig bleiben von dem, was in der erstaunlicherweise immer noch als „Wehr“ bezeichneten Organisation an Soldatentum und Militär (und damit irgendwie an Nazi-Merkmale) erinnern könnte. Dazu gehört natürlich auch die Musik und das traditionell gepflegte Singen in der Truppe auf den Prüfstand.

Bisher hieß es im Traditionserlass der Bundeswehr: „Das Singen in der Truppe ist ein alter Brauch, der bewahrt werden soll. Das Liedgut ist im Liederbuch der Bundeswehr zusammengestellt.“
„Verteidigungs“-Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat nun die Ausgabe des 1991 eingeführten Bundeswehr-Liederbuches „Kameraden singt“ mit Musikwerken wie „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ gestoppt. Der Traditionserlass müsse im Zuge des Skandals um rechtes Gedankengut überarbeitet werden, heißt es.

Warum erst jetzt? Hat doch schon 2001 eine „Journalistin“ auf angebliche Reste von „Nazi-Gedankengut“ im offiziellen Liederbuch der Bundeswehr hingewiesen („Ja wir sind die Herren der Welt“). Und, ist „Kameraden“ nicht schon seit jeher ein am rechten Rand gepflegter Begriff?

Man sollte das mehr oder minder martialische Singen beim Noch-Militär, genannt Bundeswehr, doch ganz abschaffen.
Aber, gibt es vielleicht Gegenentwürfe?
Da sollte jedoch Vorsicht walten!

In erster Linie sind ja Titel und Texte verräterisch:

  • „Schwarzbraun ist (sogar) die Haselnuss“ – wenn das nicht Nazi-Propaganda ist.
  • Im Panzerlied („Ob’s stürmt oder schneit„) heißt es u.a.: „ … es braust unser Panzer im Sturmwind dahin“ – Das könnte doch tatsächlich einen Angehörigen der Bundeswehr daran erinnern, dass Panzer in der Lage sind, sich schnell zu bewegen und nicht nur in der Werkstatt stehen müssen.
  • „Oh du schöner Westerwald, über deine Höhen pfeift der Wind so kalt!“ – Ist das nicht ein grober Akt von Klimawandelverleugnung?
  • „Grün ist unser Fallschirm“ – Das ist sicher auch politisch unkorrekt.
  • „Die blauen Dragoner, sie reiten …“ – Dragoner – was ist das? Und dann waren die ja eh immer nur blau.
  • „Gestern und heut zu jeder Zeit, sind wir marschbereit …“ – Dazu fällt einem zur BuWe  garantiert nichts mehr ein.

Aber nicht nur die Texte sind verräterisch. Es gibt auch musikalische Charakteristika, die Nazi-Musik verraten können: Diatonik, Tonika, Subdominante und Dominante. Darauf weist uns ein Wikipedia-Artikel anhand des Horst-Wessel-Liedes hin:

„Die Melodie erweist sich aufgrund ihrer technischen Charakteristika als besonders gut geeignet für den Zweck, den sie im Rahmen der nationalsozialistischen Propaganda erfüllen sollte. Ihr Tonumfang beträgt eine None, sie ist rein diatonisch (verlangt also keine leiterfremden Töne) und kann ausschließlich mit den drei funktionalen Grundakkorden (also Tonika, Subdominante und Dominante) begleitet werden. All dies bedeutet in der Praxis, dass das Horst-Wessel-Lied auch von unausgebildeten Stimmen gesungen werden kann. Arrangements für und Aufführungen durch weniger versierte Musiker wie die im Rahmen von SA-Kundgebungen eingesetzten Amateur-Blaskapellen sind dadurch leicht realisierbar.“

Also Vorsicht bei eingängigen Melodien, auch wenn sie z.B. – wie in diesem Fall – schon früher von tadellos beleumundeten Komponisten wie Peter Cornelius intoniert sein konnten.

Blasmusik ist ja ohnehin verdächtig, qua ihrer agonalen Melodik und Rhythmik archaische Gemütsregungen beim gemeinen Volk auszulösen.
Man sollte also die (Blas-)Musikkorps der BW auflösen und vielleicht durch Künstlergruppen mit arabischer Zither, Spießgeige und Rahmentrommel ersetzen, um dem multikulturellen Charakter der Bunten Wehr Audruck zu geben.
Der Große Zapfenstreich als überkommene Militärzeremonie sollte abgeschafft und für einen notwendigen Anlass durch ein mondial geprägtes Folk-Event ersetzt werden. An deutschsprachigen Liedern sind nur Titel wie z.B. „Mein Freund der Baum ist tot – Er fiel im frühen Morgenrot“ oder die Gauck-Abschiedshymne „Über sieben Brücken musst du gehn“ erlaubt.
Ausschließlich dieserart Lieder – ergänzt durch angloamerikanisches Liedgut (z.B. „Puff, the magic Dragon“, „Silence is golden“ usw., nicht aber „This Land is my land“) sollten dann Eingang in das neu aufzulegende Liederbuch der Bunten Wehr finden.
Lied und Text wie “Gestern habns an Willy daschlogn, und heit, und heit, und heit werd a begrobn …“ könnte problematisch sein, da Willy doch ein urdeutscher Name ist. Aber vielleicht dichtet Konstantin Wecker sein Lied noch auf „Ali“ um. K. Wecker und Claudia Roth – mit ihrer Erfahrung bei „Ton, Steine, Scherben“ – wären prädestiniert für die Auflegung des neuen BuWe-Liederbuches – im Sinne von Fluschi und unser aller Medien-Pazifisten und Nazi-Beobachter.

Soldaten

Exkurs in die Familiengeschichte

Nicht nur die Kasernen, die Öffentlichkeit und wohl auch der private Bereich soll inzwischen von allem gereinigt werden, was irgendwie an deutsche militärische Tradition erinnern mag.
Muss man nicht mitmachen und so möchte ich hier meine kleine, aber vielleicht auch typisch deutsche (militärische) Familienchronik veröffentlichen.

Mein Urgroßvater und Großvater väterlicherseits dienten bis 1916 bzw. 1918 in der K. u. K.-Armee. Sie haben wohl „Gott erhalte, Gott beschütze – Unsern Kaiser, unser Land!“ gesungen und sicherlich nicht das „Panzerlied“. Der Spruch „Serbien muss sterbien“ ist ihnen aber doch möglicherweise 1914 über die Lippen gekommen.
Mein Vater war von 1940 bis 1945 Soldat in der Wehrmacht. Eine Verwundung bewahrte ihn vor dem Schicksal, in Stalingrad verheizt zu werden. Sein ältester Bruder ist in Russland gefallen.
Ich hatte das Glück, nicht in einen Krieg ziehen zu müssen. Im „Kalten Krieg“ war es für mich aber selbstverständlich, meiner Pflicht nachzukommen; aber nicht weil ich als wehrpflichtiger Sanitätsoffizier einige Privilegien genoss.

Vier Generationen Soldaten – und dann?

Ich habe drei Enkelsöhne, denen ich diesen Teil der Familientradition, diesen Teil auch der deutschen Geschichte, einmal erzählen dürfen möchte. Auch weil ich weiß, dass sie, wie es meine Töchter getan haben, nach diesen Teil unserer Geschichte fragen werden. Ich werde die Bilder nicht vergilben lassen.
Was ich meinen Nachkommen nicht wünschen möchte, ist ein Krieg – im Inneren nicht und nicht nach außen.

Die F.A.Z. – Mit dem Allerwertesten „auf Grundeis“

Ende der Pressefreiheit?

Als ehemaliger Abonnent der FAZ kann man sich – trotz Reklamation – augenscheinlich nur schwer der PR-Offensiven dieser in Abtakelung befindlichen ehemaligen Qualitäts-Zeitung erwehren: Lästige Telefon-Anfragen wechseln sich mit schriftlichen Anköderungen ab.
Diesmal war man angeblich an meiner Meinung zur durch vielfältige Einwirkungen bedrohten Pressefreiheit interessiert und droht mir bei Einsendung des zugestellten Fragebogens mit dem Gewinn eines verbilligten F.A.Z.-Abos oder eines Gutscheins für ein Hotel am Kanzleramt. Ich habe mich entschlossen, mir mein „Dankeschön“ nicht zu sichern, aber trotzdem einmal den Fragebogen durchzugehen.

Unter der Überschrift „Ausgeladen, eingesperrt: Das Ende der Pressefreiheit?“ Soll der mehr oder weniger geneigte potentielle Leser folgende Fragen beantworten:

► „Fake News“, Meinungsroboter, Cyberattacken und so weiter – glauben Sie, dass die etablierten Medien diesen Herausforderungen unserer Zeit gewachsen sind?

► Um der zunehmenden Verbreitung von meinungsmanipulierenden Falschmeldungen entgegenzuwirken, erwägt die Bundesregierung die Einrichtung eines Abwehrzehtrums gegen Desinformation. Ein guter Plan?

► Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll angeblich über Jahre hinweg ausländische Journalisten unter anderem in Afghanistan, Pakistan und Nigeria überwacht haben. Rechtfertigt ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis Eingriffe in das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit?

► Die Regierungsparteien wollen Betreiber sozialer Medien wie Facebook zwingen, stärker gegen Hetze und Hassbotschaften im Netz vorzugehen. Hat dieses Ansinnen Chancen auf Erfolg?

► Der Satiriker Jan Böhmermann darf große Teile seines satirischen Gedichts über den türkischen Präsidenten RecepTayyip Erdogan nicht öffentlich wiederholen. Das hat das Landgericht Hamburg entschieden. Finden Sie diese Entscheidung richtig?

Zu jeder Frage hat man jeweils drei Antwortmöglichkeiten:

Ja – Nein – Dazu habe ich keine Meinung

Der Charakter der Fragen, die uns hier vorgesetzt werden, ist für mich gelinde gesagt etwas merkwürdig und riecht nach Agitation und Kolportage. Dass dazu die auf drei Antworten reduzierte Eintaxierung keine aussagekräftigen Ergebnisse zeitigen kann, ist inzwischen auch jedem anderen Halbgebildeten gewärtig.
Also, was will die FAZ „evaluieren“ oder hören?

Zu den Fragen im Einzelnen:

„Fake News“, Meinungsroboter, Cyberattacken und so weiter – glauben Sie, dass die etablierten Medien diesen Herausforderungen unserer Zeit gewachsen sind?

Der Fragesteller will insinuieren, dass die „etablierten Medien“ derartiges nicht produzieren (konkrete Cyberattacken kann man wohl wirklich ausschließen). Aber Fake News und sog. „Meinungsroboter“, die automatisch (falsche oder gefährliche) Inhalte verbreiten, findet man durchaus bei den selbsternannten „Qualitätsmedien“. Das sind z.B. als Meldung getarnte Kommentare und Kolumnen einschließlich reißerisch aufgemachter, manipulierend gewählter Überschriften oder Schlagzeilen.
Was soll die Frage, ob man dieser „Herausforderung der Zeit“ gewachsen sei?
Mein Klartext dazu: Verzichtet selbst auf indoktrinierenden, von den Staatsmächtigen expedierten Journalismus.

Um der zunehmenden Verbreitung von meinungsmanipulierenden Falschmeldungen entgegenzuwirken, erwägt die Bundesregierung die Einrichtung eines Abwehrzehtrums gegen Desinformation. Ein guter Plan?

Diese Frage an mündige, geschichtsbewußte, gebildete, an die „demokratisch geläuterten“ Deutschen, ist eine Frechheit. Jeder hierzulande weiß, was unter der Floskel eines staatlichen „Abwehrzentrums gegen Desinformation“ zu verstehen ist. In der deutschen Geschichte stehen dazu markante Namen von Führern solcher Einrichtungen: Goebbels, Himmler und Mielke. Und heute Holger Maas.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll angeblich über Jahre hinweg ausländische Journalisten unter anderem in Afghanistan, Pakistan und Nigeria überwacht haben. Rechtfertigt ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis Eingriffe in das Grundrecht der Presse- und Meinungsfreiheit?

“Failed States“ in Asien und Afrika. Wie hängt das mit der hiesig gefährdeten Pressefreiheit zusammen? Der BND spioniert im Ausland, das ist seine Aufgabe. Befürchten die FAZkes, dass er das auch im Inland tut?
Natürlich rechtfertigt ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis – vom Staat definiert – keine Eingriffe in die Grundrechte. Und da gibt es noch mehr jenseits von Pressefreiheit.

Die Regierungsparteien wollen Betreiber sozialer Medien wie Facebook zwingen, stärker gegen Hetze und Hassbotschaften im Netz vorzugehen. Hat dieses Ansinnen Chancen auf Erfolg?

Da ist zuvorderst die Frage, wer definiert und anhand welcher Kriterien, was Hetze und Hassbotschaften sind.
Wird z.B. die F.A.Z. selbst auf die Verbreitung von „Hassbotschaften“ z.B. gegen die AfD, gegen „Rechtspopulisten“ allgemein, gegen ungenehme Politiker wie Putin, Trump, Le Pen usw. verzichten? Auf Kriegshetze?
„Hetze“ erfolgt nicht nur im Netz.

Der Satiriker Jan Böhmermann darf große Teile seines satirischen Gedichts über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht öffentlich wiederholen. Das hat das Landgericht Hamburg entschieden. Finden Sie diese Entscheidung richtig?

Zweifellos treffen bundesdeutsche Gerichte bisweilen Entscheidungen, welche nicht nur bei ausgewiesen rechtsstaatlich orientierten Juristen oder Laien Verwunderung oder gar Entsetzen hervorrufen. Ein Gericht sollte sicher nicht über Fragen des Geschmacks resp. der Geschmacklosigkeit entscheiden, sondern über konkret justitiable Sachverhalte.
Wer ist Böhmermann? Ein Märtyrer unrechtsstaatlicher Zensur? Der St. Laurentius des bundesdeutschen Feuilletons? Was Böhmermann da verzapft hatte, hat mit einem „Gedicht“ nur der Form nach zu tun. Von mir aus, soll er es weiter hinausplärren dürfen. Aber wer Geschmacklosigkeiten und abgeschmackten „Künstlern“ ein Forum geben mag und sie gar zu einer Ikone stilisieren möchte, sollte damit rechnen, dass das Publikum sich abwendet. Und das hat auch konkret nichts mit Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit zu tun.

Diese Fragebogen- und Werbeaktion der FAZ ist entlarvend. Zeitung und Verlag wurden von einer Entwicklung überrollt und das Selbstverständnis, eine „ausgezeichnete Zeitung“ zu sein, ist angegriffen. Zu Scharen kehrten Leser und Bezieher der F.A.Z. den Rücken. Und nicht etwa, weil sie sich jetzt (kostenfrei) im Netz informieren können. Sie waren es wohl einfach leid, nicht informiert, sondern mit einem vorgekauten Meinungsbrei indoktriniert und belogen zu werden.