Sprachpanscher des Jahres 2017

Alljährlich führt der Verein Deutsche Sprache die Wahl zum Sprachpanscher des Jahres durch.
Zur Wahl 2017 schreibt der VDS aktuell:

Evangelische Kirche Deutschlands führt die Kandidatenliste für den Sprachpanscher des Jahres 2017 an

19. Juni 2017, Dortmund

Auf seiner Delegiertenversammlung in Kusel in der Pfalz hat der Verein Deutsche Sprache e.V. die Kandidatenliste für den Sprachpanscher des Jahres 2017 verabschiedet.
Prominentester unter den fünf Kandidaten ist die evangelische Kirche Deutschlands; sie hat im Lutherjahr das sprachschöpferische Erbe ihres Gründers mit „godspots“ (kostenloses WLAN in vielen Kirchen) lächerlich gemacht. Und das offizielle Liederbuch ihres Kirchtags in Wittenberg ist durch „kulturfrevlerische“ (FAZ) Verunstaltungen klassischer deutscher Liedertexte aufgefallen. Aus „und unseren kranken Nachbarn auch“ in „Der Mond ist aufgegangen“ wird genderneutral „und alle kranken Menschen auch“, neben anderen Manipulationen an diesem klassischen Text.
Weitere Kandidaten sind die Fluggesellschaft Air Berlin, die ihre Außendarstellung auch in Deutschland fast ausschließlich auf Englisch vornimmt, der/die Berliner Profx Lann Hornscheidt, der Landeswahlleiter Schleswig-Holstein (für seine republikweit empört kommentierte Wahlbenachrichtigung in so genannter „leichter Sprache“), und der CDU-Generalsekretär Dr. Peter Tauber. Tauber ist u. a .verantwortlich für die #cnight am 18. Mai 2017 im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. In diesem Jahr erstmalig im Rahmen der #cweek. Unter dem Leitgedanken „Thinking Beyond – den digitalen Wandel erfolgreich gestalten“ beschäftigte man sich mit der digitalen Transformation. Im Rahmen der @cademy entwickelten die Teilnehmer Ideen, die in einem „Innovation-Pitch“ vorgestellt wurden. In drei parallelen „Working-Spaces“ wurden die zentralen Themen „digitaler Staat“, „Bildung reloaded“ und „eSports“ diskutiert.

Wahlberechtigt sind alle 35.000 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache; sie wählen den Sprachpanscher des Jahres zum 20. Mal. Zu den bisherigen Gewinnern zählen die Bahnchefs Hartmut Mehdorn und Johannes Ludewig, die Politiker Günther Oettinger und Klaus Wowereit (Be Berlin), Ex-Postchef Klaus Zumwinkel, Ex-Telekom-Chef René Obermann und Obermanns Vorvorgänger Ron Sommer, der den Reigen der Sprachpanscher im Jahr 1998 eröffnet hatte. Aber auch der Duden wurde schon gewählt. Der Sieger des Jahres 2016 war der ZDF-Intendant Thomas Bellut; auf die Beschwerde eines Zuschauers, er wisse mit der neuen ZDF-Sendung „I can do that – die große Promi-Challenge“ mit vielen „showacts“ – wenig anzufangen, hatte er die Zuschauerredaktion antworten lassen, die deutsche Übersetzung „Ich kann das“ sei dem ZDF „zu hölzern“.

Stimmzettel (pdf) werden bis zum 25. August in der Dortmunder Vereinszentrale entgegengenommen.

Mein Favorit ist natürlich aus „alter Verbundenheit“ Peter Tauber, Merkels Stiefelknecht und -lecker.

Wer mitwählen will, kann dies tun. Hier der Stimmzettel, der gleichzeitig auch ein Aufnahmeantrag für den VDS ist.
Wem die Deutsche Sprache ein Anliegen ist, sollte die 30 € Mitgliedsgebühr nicht scheuen. Man erhält dafür auch viermal im Jahr eine immer interessant gestaltete Mitgliederzeitschrift.

Ein „humanistischer“ Gymnasiallehrer gegen einen katholischen Theologen

Daniel Krause widerspricht der christlich geprägten Islamkritik von David Berger

V0n Felizitas Küble

Seit Jahren warnt der Publizist, Philosoph und katholische Theologe Dr. David Berger (siehe Foto) vor einer Islamisierung Deutschlands und Europas – und auch weltweit.

Bei aller Kritik an kirchlichen Verhältnissen beruht seine Ablehnung des Islam(ismus) auf einem christlichen, klassisch-philosophischen, freiheitlichen und wertkonservativen Ansatz.

Dem widerspricht der Gymnasial-Lehrer Dr. Daniel Krause am heutigen 15. August 2017 auf „Philosophia Perennis“, einer Internetseite von Dr. Berger, weitgehend. Im Sinne der Meinungsfreiheit läßt Berger seinen Kritiker ausführlich zu Wort kommen: https://philosophia-perennis.com/2017/08/15/verherrlichung-des-christentums-in-david-bergers-islamkritik/

Das ist tolerant und ehrenwert, zumal ihm Krause in der Sache teils scharf widerspricht.

Es würde zu weit führen und einen ellenlangen Artikel ergeben, sich mit allen Aspekten dieser Entgegnung zu befassen, zumal darin Detailfragen angesprochen werden, die nicht unbedingt von allgemeinem Interesse sind.

Es seien hier einige Punkte des Artikels, die grundsätzliche Themen berühren, aufgegriffen, wenngleich eher stichwortartig:

  1. Dr. Krause schreibt: „Was Islamkritiker an der vermeintlichen mohammedanischen „Friedensreligion“ zu Recht kritisieren, ist im Wesentlichen auch im Christentum vorzufinden. Zentrales Wesensmerkmal von beiden Religionen ist der Totalitarismus  –  ihre jeweiligen Anhänger sollen nur an einen Gott glauben.“  –  Der Autor gehört offenbar zu jenen Zeitgenossen, die im Monotheismus als solchem eine „Friedensgefahr“ und ein starkes Aggressionspotential erblicken. Wäre dem so, wie kommt es dann, daß sich das Judentum im wesentlichen als friedliche Religion erweist? Ist Israel etwa nicht die einzige rechtsstaatliche Demokratie im Nahen Osten?
    Falls der Autor beim Thema Christenheit an die Kreuzzüge denkt, so darf er gerade als Islamkritiker zur Kenntnis nehmen, daß es sich hierbei um Verteidigungs- bzw. Befreiungskriege gegen islamische Aggressionen bzw. Eroberungen handelte. (Das rechtfertigt nicht die z.T. schlimmen bzw. unverhältnismäßiten Methoden der Kreuzzüge, sondern erwähnt das grundsätzliche Recht auf Verteidigung gegen Angriffskriege.)  –  Weitere Hinweisen dazu in diesem Artikel von Dr. Udo Hildenbrand: Kein Vergleich – Elf Fakten zur Gewalt im Christentum und Islam
    Der Gottesglaube als solcher führt nicht zum Totalitarismus, sondern vielmehr eine fehlende Unterscheidung zwischen Person und Sache, wie sie im Islam geradezu system-immanent ist. Der hl. Augustinus prägte einst den treffenden Ausspruch: „Hasse den Irrtum, aber liebe den Irrenden.“ – Im Koran wird auch der (vermeintlich) Irrende gehaßt, nicht allein die Irrlehre als solche.  – Wenn sich Vertreter der Kirche nicht an diesen Grundsatz gehalten haben, ist das höchst bedauerlich, ändert aber nichts am christlichen Grundprinzip. Der Mißbrauch einer Sache spricht nicht gegen die Sache selbst  – und das „Christentum“ ist nicht dasselbe wie die „Christenheit“.
  2. Sodann behauptet der Verfasser: „Ein weiteres Merkmal: Glaubenssysteme dulden keinen Individualismus, Menschen sind „Opfertiere“ fürs Kollektiv: „Führer befiehl, wir folgen dir“, „Die Partei hat immer Recht“, „Dein Wille geschehe“, „Allah hat es so gewollt.“. Jedes „Ich“ geht ins „Wir“ über, in erzwungene Brüderlichkeit. Jeglicher Individualismus würde das Funktionieren der Glaubenssysteme stören. Islam, Christentum, Kommunismus und Nationalsozialismus sind diesbezüglich auf dem gleichen Holz gewachsen.“  –  Diese reichlich steile These wirft alles in einen totalitären Sack und prügelt heftig darauf. Nun ist der Islam tatsächlich von der Tendenz her fatalistisch geprägt, „schicksalshaft“ denkend nach der Devise: „Allah läßt wachsen.“
    Demgegenüber glauben Judentum und Christentum an den göttlichen Auftrag: „Macht euch die Erde untertan!“  – Damit ist keine Unterdrückung der Schöpfung gemeint, sondern ihre aktive Pflege, was den zivilisatorischen Fortschritt begünstigt hat.
    (Auch hier spricht der Mißbrauch   – etwa im naturfeindlichen Fortschrittswahn  –   nicht gegen das Anliegen als solches.) Die Folgen der islamischen Neigung zum Fatalismus sind klar erkennbar: Israel und die christlichen Länder sind zivilisatorisch den islamischen Staaten weit überlegen (Ausnahmen bestätigen die Regel).
  3. Außerdem schreibt Krause, daß die von ihm kritisierten totalitären „Glaubenssysteme“ kein „individuelles Lustempfinden“ dulden wollen: „Denn individuelles Lustempfinden macht jedes Kollektiv unberechenbar, Sexualität darf nur einem einzigen Zweck dienen: der Obrigkeit ein Kind zu schenken. Nur als solches Mittel wird Sexualität geduldet. Niemals als Ausdruck der Lebenslust.“  –  Sowohl das Judentum wie das Christentum sehen keineswegs den einzigen Sinn der Sexualität in der Fortpflanzung. Vielmehr geht es auch um das Wort Gottes im Paradies „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei“, so daß Gott die Eva als (Ehe-)Partnerin des Adam erschuf. Folglich betrachtet die katholische Kirche auch ein Ehebündnis von sicherlich unfruchtbaren Paaren (z.B. jene über sechzig Jahre) als sakramentale Ehe. Wäre Fruchtbarkeit der einzige Zweck der Ehe, dann ergäbe dies keinen Sinn.
    Zudem stimmt es nicht, daß Kommunismus und Nationalsozialismus pauschal als lustfeindlich einzustufen sind, eher umgekehrt. Während das biblische Ethos die eheliche Sexualität zu schätzen weiß, hat der Leninismus in den 20er Jahren staatlicherseits eine ehefeindliche sexuelle Freizügigkeit begünstigt – und erst das Ruder umgeworfen, als die Verhältnisse infolgedessen völlig außer Kurs gerieten
    (soziale Verwahrlosung von Kindern, zerrüttete Familien etc).  – Auch der Nationalsozialismus vertrat z.T. eine hedonistische Sexual(un)moral, etwa indem zu unehelichen Schwangerschaften (vgl. z.B. den Himmler-Befehl an die „arischen“ SS-Männer) animiert und zudem der Ehebruch strafrechtlich liberalisiert wurde. (Näheres dazu in dieser Studie einer feministischen Autorin: http://literaturkritik.de/id/13161)
  4.  Der Autor betont außerdem, daß „unsere heutigen Freiheiten gegenüber dem Christentum erst errungen werden“ mußten und fügt hinzu: „Hierzu gehören selbstverständlich auch das uneingeschränkte Recht auf aktive Sterbehilfe und auch das uneingeschränkte Recht auf Abtreibung im Sinne der Selbstbestimmung über den eigenen Körper, ein nicht diskutierbarer Wert eines aufrichtigen Humanismus.“  – Jetzt soll also die totale Tötungsfreiheit gegen ungeborene Kinder nicht einmal „diskutierbar“ sein   – da werden aber auch viele „aufrichtige Humanisten“ dem Verfasser deutlich widersprechen, denn auch unter ihnen gibt es überzeugte Lebensrechtler.
    Dasselbe gilt für eine totale Freiheit der „aktiven Sterbehilfe“  –  einmal abgesehen davon, daß diese Mentalität bereits im nationalsozialistischen Totalitarismus  –  staatlich instrumentalisiert  –  mörderisch gegen Behinderte und psychisch Kranke eingesetzt wurde. Grundsätzlich hat sich der Staat schützend vor das menschliche Leben zu stellen. Auch Schwerkranke wollen nicht durch die Hand, sondern an der Hand eines Menschen sterben. Wirkliche Sterbehilfe besteht  –  neben Schmerzlinderung  –  vor allem in der menschlichen Zuwendung bis zuletzt. Auch Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer in der Hospizarbeit bestätigen dies immer wieder.
  5. Abschließend teilt Krause mit: „Als Lehrer weise ich immer wieder querulante Eltern zurecht, welche sich religiös motiviert gegen Gender-Mainstreaming oder gegen die Thematisierung von Homosexualität und Transsexualität im Unterricht wehren…Und gerade auch im Zusammenhang mit Schulpolitik sollten wir nicht die Abgründe des katholischen Arbeitsrechts ignorieren: Scheidung, Homosexualität, Abtreibung und allein schon Atheismus reichen auch, damit z.B. eine Schule in katholischer Trägerschaft einer Lehrerin oder einem Lehrer die Einstellung verweigern kann.“ 
    Erstens ist eine Scheidung allein für sich genommen durchaus kein Verweigerungsgrund, sondern erst eine zivile Wiederverheiratung. Ähnliches gilt im Falle der Abtreibung, die als Privatsache bei einem Einstellungsgespräch i.d.R. ohnehin nicht zur Sprache kommt. (Lediglich dann, wenn jemand öffentlich ein Ja zur Abtreibung propagieren würde, wäre dies  – zu Recht  – ein Einstellungshindernis.)
    Sodann braucht Krause den angeblich „querulanten“
    (!) Eltern seiner Schüler nicht oberlehrerhaft vorzuschreiben, aus welchen Gründen sie sich gegen Gender-Mainstreaming wenden  –  ob diese nun religiös, humanistisch, politisch oder wie auch immer motiviert sind. Etwas mehr Respekt vor dem natürlichen Erziehungsrecht der Eltern, das  –  auch laut unserer Verfassung – vorrangiger ist als der schulische Bildungsauftrag, erscheint hier angebracht. (Artikel 6 des GG: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“)
    Immerhin ist dieses fundamentale Elternrecht zugleich ein Abwehrrecht gegenüber staatlicher Bevormundung und Allmachtsallüren, wie dies im NS-Staat erfahren wurde, der bereits versuchte, die Jugend zu indoktrinieren und ihren Eltern zu entfremden.

Quelle: https://charismatismus.wordpress.com/

„Führe uns nicht in Versuchung – und erlöse uns von dem Bösen“

Ergänzung zu einem Artikel von Peter Helmes auf Conservo

Christus oder Satan? Evangelischer Kirchentag 2017 – Gottlos und zum Fremdschämen

Nach der Auslegung des zentralen Gebetes der Christenheit, dem „Vater unser“, ist mit dem Bösen die Person Satans gemeint. Im Persönlichen bitten wir Gott, den Versuchungen des täglichen Lebens, den Einflüsterungen des Bösen zu entkommen und diese ans Licht bringen zu können. Im Weiteren beinhaltet die Bitte, das Böse in der Welt, das Böse um uns herum, einzudämmen.
Das Böse ist in der Geschichte der Menschheit in vielfältiger Form aufgestiegen. Die Vergangenheit sollte uns aber nur bedingt interessieren. Uns muss die Gegenwart mit ihren stetigen und immer neuen Erscheinungsformen und Ankündigungen des Bösen beschäftigen.

Es besteht kein Zweifel, dass im Namen des Christentums Niedertracht und übelste Ruchlosigkeiten begangen wurden. Es ist nicht abzustreiten, dass Perioden, in denen das Christentum mit gesellschaftlicher und politischer Herrschaft verbunden war, oft genug besonders gewalttätige Epochen waren. Die Verknotung von Religion und Politik gebiert unzweifelhaft besonders mühelos Gewalt und Verbrechen, welche dann mit dem Bezug auf die Religion gerechtfertigt werden.
Dies macht gerade den besonders gefährlichen Charakter des Islam aus, wie es sich, ohne zweifeln zu müssen, erwiesen hat.

In unserem angeblich säkularen Staat machen sich christliche Hirten und ehemalige Pastoren im Offizium der Politik wieder einmal anheischig, sich mit „theologischen“, besser pseudoreligiösen Bekundungen zum Erfüllungsgehilfen und Büttel eines sich inzwischen mehr und mehr autoritär gebenden Staates zu machen und damit gesellschaftliche Ausaneinandersetzungen zu befeuern. Sie überschreiten inzwischen die bisher durchaus geltenden Grenzen zwischen Staat und Kirche.

In einem Aufsatz schrieb Thorsten Hinz auf JF z.B. über die Allüren des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck:
„Wenn der gelernte Pfarrer und amtierende Bundespräsident Gauck, dem die Repräsentanz des Staatsvolks als Gesamtheit obliegt, ein „helles“ von einem „dunklen Deutschland“ unterscheidet, dann übersetzt er den politischen Gegensatz … in einen theologischen Gut-Böse-Dualismus und erklärt den Gegner, den Andersdenkenden, zum absoluten Feind, der aus dem Ganzen ausscheidet.
Denn wer das schlechthin Böse vertritt, verwirkt logischerweise seine Rechte und darf sich nicht wundern, wenn er zum Zielobjekt von Gewalt wird, die sich als die Gegen-Gewalt des Guten legitimiert.“

Folgt man den „Hirten“ der deutschen Kirchen, ist mit Pegida und besonders der AfD der „Gottseibeiuns“ in deutschen Landen leiblich auf der Bildfläche erschienen. Dazu siehe auch „Hirtenworte“ bei altmod.de
Bischöfe verdammen die Sympathie und Gefolgschaft für die AfD als unchristlich.
Eine obskure Gemeinschaft, die sich ACK – Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen nennt (Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“) und sich nicht scheut, die linke terroristische „Antifa“ mit an Bord zu nehmen, ruft zu Demonstrationen gegen die AfD auf. Die offizielle Kirche in Köln läßt dazu in perfider Weise „Fürbitten“ beten und sprechen:
„Barmherziger Gott, wir leben aus deiner Zusage, daß jeder Mensch kostbar ist. Der Regenbogen, den du in die Wolken gesetzt hast, der österliche Bund des Friedens und der Versöhnung kennen keine Grenzen. Und doch erleben wir Menschenverachtung, Nationalismus und Intoleranz. Menschen werden als ‘Fremde’ ausgegrenzt. Gib uns Kraft, die Würde jedes Einzelnen zu achten. Erneuere und stärke uns alle durch den österlichen Blick des Friedens aufeinander.“

„Dem Widerspruch wohnt kein liturgisches Mandat inne“, schreibt dazu treffend Alexander Kissler bei „Cicero“.

„Jeder Mensch ist kostbar …“ – nur offensichtlich die nicht, welche sich zur AfD bekennen“!?
Wo bleibt die Achtung vor der Würde dieser Menschen, die sich für eine demokratisch legitimierte Partei einsetzen – der mitnichten „Menschenverachtung, Nationalismus und Intoleranz“ nachgewiesen werden kann?
Wo der „österliche Blick des Friedens“, wenn man zu Demonstrationen aufruft, wohlwissend, dass es dabei zu Gewalttätigkeiten gegen die gleichwohl von der Kirche verfemte Gruppe von Menschen kommen wird?

Wenn wir Christen das „Vater unser“ beten, beinhaltet der Satz „und erlöse uns von dem Bösen“, auch die Bitte um das wertvolle Geschenk des Friedens.
Warum beteiligen sich die Kirchen an der Aussaat des Unfriedens?

„In der Krise wächst die Neigung, den Meinungsgegner zum Dissidenten zu machen, zum Abgesonderten, und das geschieht wirksam durch moralische Ächtung. Der so zum Schweigen Gebrachte kann wie der Tote weder anklagen, noch sich verteidigen, noch Zeugnis ablegen.“ so Arnold Gehlen in „Moral und Hypermoral“.

Die Kirche versagt in der gegenwärtigen Krise, in welche unsere Welt von einer ideologisierten und Vernunft-fernen Politik gestürzt wurde – und sie beteiligt sich noch aktiv daran. Und so wird sie sich wieder mitschuldig machen, wenn aus Meinungs-Toten tatsächlich „um-das- Leben-Gekommene“ werden.

Deutschland – Lutherland

Allerlei Firlefanzereien

Es muß ein jeglich Land seinen eigenen Teufel haben,
Welschland seinen, Frankreich seinen.
Unser deutscher Teufel wird ein guter Weinschlauch sein
und muß Sauf heißen, daß er so durstig und höllisch ist,
der mit so großem Saufen Weins und Biers
nicht kann gekühlt werden.
Martin Luther

 

Fährt man derzeit durch deutsche Lande, sieht man fast in jeder protestantisch gefärbten Ortschaft, wie auch in den großen Städten Plakate zu Aktivitäten mit dem Titel. „Deutschland – Lutherland“. Das soll zeigen, dass man das Lutherjahr eingehend und würdig zu begehen gedenkt. Geht man dem nach, könnte man den Eindruck gewinnen, es sei gar schon ein Wettbewerb dahingehend ausgebrochen, wer und wie hier jemand einen Kreativitätspreis erringen könnte: Den „Luther Award 2017“ oder den „Goldenen Bimbam“, für die erfindungsreichste Inszenierung aus einem protestantischen Pfarrhaus oder von der Gemeinde.
Über allem steht natürlich die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD), welche die uns so tiefsinnig bekannte Professorin Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann als Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017 bestimmt hat.
Lalleluja!
Das ist natürlich aller Beachtung würdig und in unserer Medien-dominierten Zeit garantiert einen „Bambi“ oder die „Goldene Henne“ wert. Fragt sich dann für wen, für Käßmann oder die EKD?
Es gibt eine eigene Internetseite zum Lutherjahr, auf der man sich über alle Veranstaltungen und „Events“ informieren kann.
Selbstredend wurde der 31. Oktober, der Reformationstag, für dieses Jahr zum nationalen Feiertag erklärt. Rund 55 Millionen Euro wurden für die Festlichkeiten und eine ganze Lutherdekade mit Konzerten, Vorträgen, Sonderausstellungen, Pilgerreisen bereitgestellt, nicht zuletzt, damit Touristen zu den Luther-Stätten pilgern, die hauptsächlich in den fünf neuen Bundesländern liegen.


Luthersocken und Playmobil-Luther

„Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist bemüht, für das Ereignis kräftig zu trommeln. Marketingexperten scheinen die Hoheit über den Verkauf des Reformators gewonnen zu haben: 500?000 Exemplare einer Playmobilfigur „Luther“ sollen bereits verkauft sein.
Von Luther in Keksform, Luther als Lutscher, Socken mit dem Aufdruck „Hier stehe ich …“ und Internetseiten mit der Domain „3xhammer.de“ – kann man auf der Seite „Christ in der Gegenwart“ erfahren.
Die Stadt Nürnberg hat die Playmobil-Figur gar zu ihrem „Botschafter für das Lutherjahr“ erwählt.


Lutherwege

Man muss da gar nicht nach Mitteldeutschland reisen – nach Sachsen-Anhalt oder Thüringen – um einem Luther-gemäßen Fremdenverkehrs-Spektakel unter dem „spiritus loci“ folgen zu können.
In Hessen hat man einen Lutherweg geschaffen, als wenn es im Lutherland im Osten nicht schon genug dieser Wege gäbe. Landauf, landab werden also alte „Lutherpfade“ ausgelotet und den Ungläubigen als Event-Okkasionen angeboten.

 

Lutherbier und Schmalzbrot

In Oldenburg begann man das Lutherjahr am 1. Januar mit einem Gottesdienst und warb dazu mit anschließendem „Lutherbier und Schmalzbrot“.
Nicht bierernst nehme man bitte meinen Hinweis auf die SPD, die gerade zum Ende der „Lutherdekade“ auch einen Martin als „Reformaator“ und ihrem Spitzenkandidaten nominiert hat.


Projekt der Tausend Stimmen – Luther Pop-Oratorium

Ein Chorprojekt, das mit regionalen Chören aus 1500 bis 2500 Stimmen je Aufführungsort und zwölf Musical-Solisten die Anfänge und Grundanliegen der Reformation erläutern soll.
„Luther Superstar“! Gab es nicht schon in unserer Jugend das Musical „Jesus Christ Superstar“. Nun wohl „Luther Superstar“ (sicherlich politisch korrekt „luða“ bzw. „luufa“ ausgesprochen).


„Luther, der Wein und die Bratwurst“

Im badisch-fränkischen Wertheim-Dertingen veranstaltet man eine Führung beginnend im Hof einer Rebschule, gleich neben der Dertinger Wehrkirche. An verschiedenen Haltepunkten erzählt eine Dame Wissenswertes und Anekdoten von Martin Luther und rund um die Reformation, eine andere Dame serviert dazu Dertinger Weine mit entsprechender Erklärung – heißt es.


„Healing of Memories“

Bereits am 11. März fand in Hildesheim als „zentrales Ereignis“ ein Buß- und Versöhnungsgottesdienst statt, der von den beiden Antichristen Reinhard Kardinal Marx, und dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, gemeinsam geleitet wurde. Unter Anwesenheit der Kanzlerin und eines ehebrecherischen, ehemaligen Pastors aus Rostock mit seiner Lebensgefährtin. Der Gottesdienst stand unter dem Stichwort „Healing of Memories“. Luther hätte gegen diese Verhunzung seiner, unserer Sprache, gewiss mit nicht zitierfähigen Ausdrücken protestiert.


Im Schatten von Luther: Frauen, Bauern und Juden

Ein „Grummeln von unten, von den Pastorenher, registrierte aktuell der Deutschlandfunk und ließ die „feministische Predigerin“ und Pastorin Dr. Sigrid Lampe-Densky zu Wort kommen. Die hatte rechtzeitig zum Lutherjahr ein Buch verfaßt, in dem Luther nicht so gut weg kommt: „Reformation – verdrängt, verhindert, verweigert“ – so der dramatisch klingende Titel.
Frau L.-D.: „Es hat ja den Anschein, als würden wir jetzt ein Luther-Festival feiern. Da ist ja erst mal die Frage, ob es überhaupt etwas zu feiern gibt. Da bin ich schon mal sehr skeptisch, weil Theologie ist für mich auch erst mal theologische Selbstkritik. Das heißt: Ich möchte mich nicht so gerne an einer Heldenverehrung beteiligen…“
Laut Sigrid Lampe-Densky wurden reformatorische Ideen besonders einer ganz bestimmten Gruppe „vorenthalten“: den Jüdinnen und Juden. Die Pastorin verweist dabei auf Luthers judenfeindliche Ansichten: „Ihnen wurde ja in dem Sinne dann Reformation gleich ganz verweigert….“
Nach Frau Sigrid Lampe-Densky war Martin Luther denn auch ein Reformationsverhinderer.

Wir erinnern daran, dass die „Pastorin“ Käßmann Luther schon mal als delinquent, quasi als Malefikanten charakterisiert hat. Dazu hatte auch schon der berühmt-berüchtigte Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer (ebenfalls aus Hannover), im Cicero“ gefordert, die „dunkle Seite Martin Luthers“ aufzudecken.


Baierische Zurückhaltung

Im katholischen Baiern, resp. dessen Landeshauptstadt hält man sich mit Aktivitäten eher zurück. Auf eine Anfrage eines christsozialen Stadtrates antwortet das Kulturreferat der Stadt München:
„Eine Abfrage unter den Instituten und ausgewählten Partnern hat ergeben, dass eine eigens zu diesem Thema ins Leben zu rufende Programmreihe … mangels einer reichhaltigen protestantischen Kulturgeschichte in der bayerischen Landeshauptstadt nicht ausreichend Resonanz entfalten würde.“


Lutherbier und Thesenanschlag in Franken

In der bayerischen Provinz hat man sich da schon mehr Gedanken gemacht. In meiner einstmals überwiegend evangelischen Heimatgemeinde im Fränkischen – später durch „Migranten“ fast katholisch überwachsen – kam man auch auf die „Schnaps“Idee mit dem Lutherbier, das ein ortsansäßiger Brauer mit Förderung durch die Kirche kreiert bzw. gebraut hat. Der evangelische Dekan machte sich für dessen Vermarktung anheischig: Sogar der Papst soll mit dem Gebräu beglückt werden.
Luther war ein Freund des Bieres. Er – genauer gesagt seine Frau Käthe – hatte ein eigenes Braurecht und Käthe verstand auch damit, den Lutherschen Haushalt profitabel zu halten. Luther warnte aber auch vor übermäßigem Genuss: „Bier macht die Menschen toll und töricht …. Das ist aber nicht die Schuld des Bieres, wenn du ein Bierschlauch und ein Trunkenbold bist.“

Ich halte den oben erwähnten evangelischen Dekan meiner Heimatstadt partout nicht für einen „Bierschlauch“ oder „Trunkenbold“. Aber war er mit seiner neuesten Aktion zum Lutherjahr gut beraten, als er „a la Luther“ seinen Protest gegen das Finanzgebaren seiner Landeskirche gestaltete und ebenfalls seine „Thesen“ an seine Kirchentür nagelte? Natürlich mit Pressepräsenz. Oder ist das auch Firlefanz?

Ein Auslöser der lutherschen Reformation war unter anderem das Finanzgebaren der kirchlichen Obrigkeit mit dem Ablaßunwesen der römischen Kirche.
Beklagt wird in den „Thesen“ des fränkischen Dekans die finanzielle Schwächung der Ortsgemeinden trotz steigender Kirchensteuereinnahmen, die Streichung und Reduzierung von Pfarrstellen, die Ausweitung von Verwaltungsbehörden und auch die „Durchsetzung eines verfehlten, unevangelischen Kirchenverständnisses, das Gemeinden nur als Filialen einer sie dirigierenden Großorganisation sieht“.
„Verfehltes, unevangelisches Kirchenverständnis“ – ein starkes Wort im „Reformationsjahr“.

Was mir dazu einfällt:
Nicht gegen das Finanzgebaren seiner (obrigkeitlichen) Landeskirche sollte der Pastor protestieren – so skandalös es für ihn als nachgeordneten Pfründenverweser erscheinen mag – sondern gegen die Preisgabe des Christentums durch seinen Oberhirten, dem Landesbischof von Bayern und „Ratsvorsitzender“ der EKD, Bedford-Strohm, der mit dem Ablegen seines Amts-Symbols, dem Kreuz, in Jerusalem den christlichen Glauben verleugnete, und mit der Anbiederung an den Islam wahrlich ein „verfehltes, unevangelisches Kirchenverständnis“ zeigt.
Doch merke, möchte man dem Dekan mit Luther beim Blick auf seine Obrigkeit sagen:

„Für Heuchelei gibt’s Geld genug, Wahrheit geht betteln.“!