Volkstrauertag – aus dem Bewusstsein verbannt?

Das Volk trauert – könnte das heißen.
Ist aber wohl wieder so ein, im Zeitgeist störend als „still“ gebotener Tag im tristen Monat „Nebelung“ vulgo November.

Der Volkstrauertag geht auf eine Initiative des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge aus dem Jahre 1919 zurück und sollte als Gedenktag für die gefallenen deutschen Soldaten des Ersten Weltkrieges eingeführt werden. 1922 fand die erste Gedenkstunde im Reichstag statt. In der Weimarer Republik und im Dritten Reich wurde er an verschiedenen Tagen begangen. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde der Volkstrauertag erneut vom Volksbund initiiert und 1950 erstmals neben vielen regionalen Veranstaltungen mit einer Feierstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestages begangen. Nach einer Übereinkunft wurde dann der Termin auf den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr verlegt. Der Tag ist durch Landesgesetze als „stiller Tag“ geschützt.

Die Kriegstoten

Der 1. Weltkrieg forderte fast 10 Millionen Tote auf den Schlachtfeldern Europas: 2 Millionen Soldaten aus dem deutschen Kaiserreich und 1,5 Millionen aus Österreich-Ungarn; Russland hatte 1,8 Millionen, die Franzosen 1,3 und das britische Empire 0,85 Millionen zu beklagen.
Der erste volltechnisierte und mit industrieller Macht durchgeführte Krieg der Geschichte hatte bisher nie gekannte Menschenopfer gefordert.

Übertroffen dann vom 2. Weltkrieg: 7 Millionen Deutsche, davon 5,3 Millionen Soldaten starben im Krieg, der brutal von allen Seiten auch gegen die Zivilbevölkerung geführt wurde. Den größten Blutzoll hatte die Sowjetunion mit geschätzt 20 Millionen Toten.
Die Russen betrauern – wie Franzosen und Engländer – ihre Toten und feiern unvermindert den Sieg über Deutschland.

Den Deutschen bleibt nur die Trauer – und Scham und Schande, die nach unendlichen Reflexionen des Selbsthasses nie vergehen soll.

Krieg, die Zerstörung jeglicher Lebensgrundlagen, das scheint dem deutschen Bürger – dem „Volk“ – äonenweit entfernt zu liegen.
Soldaten sind hierzulande zu verachtenden Gestalten geworden („Soldaten sind Mörder“) und die deutsche „Wehr“ ist durch politische Entscheidungen nur noch das  Zerrbild einer Armee.
Deutsche Soldaten werden nun für sinnlose Vasallen-Einsätze „am Hindukusch“ und in der Sahara verheizt. Kommt es zu Opfern, werden diese eher verschwiegen und unterschlagen.

Volkstrauer ?

Sprach man noch anfangs von den „Opfern von Krieg, Verfolgung und Vertreibung“ . Von „Vertreibung“ von Deutschen wollte man schließlich gar nichts mehr hören.  Man versuchte, gezielt für die Deutschen das zu verdrängen, was im Kollektiv-Erinnern eines Volkes nie vergehen wird: der Schmerz um verlorene Menschen, Heimat und Kultur.
Volk, das gibt es für die Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft ja nicht mehr. Schon gar nicht Deutschland – bzw. „Deutsches Volk“. Auch wenn die „Volksvertreter“ immer noch das Gebäude betreten, das mit Inschrift „Dem Deutschen Volk“ gewidmet ist.
Ohne große Empörung dürfen sich Spitzenpolitiker und Repräsentanten des Staates einer Parole wie „Deutschland du mieses Stücke Scheiße“ anschließen, ohne definitiv in Acht und Bann geworfen zu werden.

Dass es soweit gekommen ist, das macht inzwischen überwiegend die Trauer nicht Weniger aus.
Die Erinnerung an Verwandte, die in Russland gestorben sind, von Russen, Polen und Tschechen erschlagen und zur Flucht getrieben wurden, rückt natürlich in die Ferne. Man empfand vielleicht noch mit der alten Nachbarin, die als Kriegerwitwe ihr Dasein fristen musste und mit den älteren Schulkameraden, die ihren Vater nie kennengelernt haben.
Ein depressiver Fußballtorwart, der sich in seiner Krankheit suizidiert, ruft mehr öffentliche Aufmerksamkeit und „Trauer“ in den Medien hervor, als ein Volkstrauertag in seiner Tradition.
Die Opfer des islamischen Terrors in Deutschland seit der Einladung des Fremden zu uns, werden übergangen, die Angehörigen kaltherzig abgespeist.
Sollte denen nicht auch ein Teil der „Volkstrauer“ gehören?
Aber Volk gibt es ja nicht (mehr).
Aber dann vielleicht die Trauer derjenigen, „Die schon länger hier leben“ und jetzt aushalten müssen, wie Elementarstes ihrer Kultur von Ihresgleichen zerstört wird?

„Mahnmale“

In meinem Heimatort steht ein Kriegerdenkmal – 1926 erbaut und 1962 erweitert – das im Katalog der Kulturgüter des Heimatkreises aufgeführt ist. Ein in seiner Schlichtheit und Ausdrucksstärke beeindruckendes Erinnerungsmal für jeden, der es passiert. Wenn man zum höchsten Aussichtspunkt des Ortes gelangen will, kommt man unweigerlich daran vorbei; vom Marktplatz aus war es immer auf halber Höhe des „Schloßberges“ zu erkennen.
Die örtliche SPD erlangte nun vor einiger Zeit angebliche Erkenntnis darüber, dass am „Kriegerdenkmal“ neo-nazistische Umtriebe stattgefunden hätten; in einer Zeit, als vermehrt die rechte Gefahr von allen Seiten beschworen wurde. So kam es zwangsläufig dazu, dass das bisherige „Kriegerdenkmal“ ganz offiziell und mit erheblicher medialer Überspanntheit in ein „Mahnmal des Friedens, für Toleranz und Verständigung“ umgewidmet wurde. Alle politischen Gruppen und natürlich die Kirchen beteiligten sich daran. Es fehlte nur, die Figur des sterbenden Kriegers auf dem Mahnmal weg zu sprengen. Weg sprengen wie das Berliner Schloss, die Potsdamer Garnisonskirche oder die Leipziger Universitätskirche usw.. Konsequenterweise müsste es bei einer derartigen Umwidmung zu einem „Mahnmal des Friedens, für Toleranz und Verständigung“ dazu gehören, auch die Epigrafe von Hunderten von Namen toter früherer Mitbürger der Stadt weg zu meißeln und dort – und damit aus dem kollektiven Gedächtnis der Gemeinde zu tilgen. Und die emphatische Inschrift „Zur Erinnerung an unsere im Krieg gefallenen Helden“. Hatte nicht ein früherer deutscher Spitzenpolitiker einstmals gefordert: „Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.“?
„Postfaktisch“ ist dies geschehen. Die örtliche „Zivilgesellschaft“ zelebriert sich inzwischen dort mit „Events“ und „Installationen“, gestaltet von guten Menschen, besoffen von Willkommenskultur, Toleranz und Buntheit.
Trauer und „stiller Tag“ war einmal.

Der gute Kamerad

Zum Volkstrauertag gehörte stets das Lied vom „Guten Kamerad“ unseres großen Dichters Ludwig Uhland, vertont von Friedrich Silcher. Ein Lied, das nicht nur in Deutschland die Trauernden berührte, sondern auch bei unseren ehemaligen Weltkriegsgegnern Eingang in das Gedenkzeremoniell an ihre gefallenen Soldaten gefunden hat.
Der „gute Kamerad“ hat aber vor Denkmälern für „Frieden, Toleranz und Verständigung“ in Deutschland wohl ausgedient.

Kurze Nachlese zum deutschen Jahrhundertfeiertag

Süßes oder Saures

31. Oktober, gegen 19 Uhr – und gerade zu Tisch beim Reformations-Festabendessen – klingelt es Sturm an der Haustür. Ich ahne schon etwas und habe somit keine Lust, unverweilt die Tür zu öffnen und nähere mich von der Terrasse her den uneingeladenen Gästen.
„Süßes oder Saures!“ verlangt der Chor.
„Wie bitte?“
„Es ist Feiertag!“ kräht es mir entgegen.
Etwa ein halbes Dutzend männlicher Halbwüchsige, teils mit grotesker Gesichtsbemalung und dazu stimmigem Outfit, im Alter zwischen 13 und 18 Jahren, haben sich vor meiner Tür versammelt. Unverkennbar sind auch ein paar türkische Jüngelchen aus der verwestlichten Spaßfraktion der hiesigen muslimischen Community mit von der Partie. Sind die mitgekommen, um „Ungläubige“ aufzuklären?
„Welcher Feiertag?“, frage ich, den Unbedarften mimend; und in Blick auf einen mir bekannten Jung-Muselman: „Ramadan ist doch längst vorbei.“
„Halloween“ schallt es zurück, in einem etwas mit Gereiztheit unterlegten Tonfall, so wie man sich einem begriffsstutzigen alten Sack erklären muss.
„Ist nicht heute Reformationstag? Hallo Wien sagt mir nichts.“ versuche ich einzulenken.
Nun kriege ich ein mitleidiges Lächeln meiner Festtagsgäste ab. Aber nachdem man erkennt, dass es weder Süßes noch Saures gibt – allenfalls vielleicht noch Essiggurken nach dem Verfallsdatum – verdrückt sich die bunte Schar.

 

Erhebendes und Erleuchtendes.

Je eine Stunde haben ARD und ZDF in ihren Hauptprogrammen mit Gottesdienst und Festakt am 31. Oktober 2017 dem Reformationsgedenken gewidmet. (Das nachfolgende „Internationale Schlagerfest“ war aber der ARD eine Sendezeit von drei Stunden wert.)
Nicht dass ich mich ganztägig mit dem Reformationsgewese hatte volldröhnen wollen, auch der „Thementag“ bei 3Sat oder Phoenix mit Geschichtsbelehrungen a la Guido Knopp oder anderer polit-korrekter Historiker hat mich nicht herausgefordert.
Es genügte, was ich denn später in den Nachrichten hören und lesen konnte.

„Bischof Bedford-Strohm ruft Kirche zur Erneuerung auf!“ titelten mehrere Online-Portale und Zeitungen über die Nürnberger Reformationstagspredigt „des evangelischen Oberpropstes Bedford-Strohm (der mit dem Kreuzverstecken bei den Imams)“. Wie der Publizist Albert C. Sellner bei Tichys Einblick ätzt. Und:

er „beschwört die Agenda der notwendigen Weltrettung und lässt keine Ranschmeißparole an die Merkel-K.G-E.-Politik aus. „Luther wäre heute gegen Obergrenzen“ meint der wendige Protestanten-Chef, Kardinal Marx nickt sofort beflissen, K.G-E. strahlt begeistert und das Antlitz der Kanzlerin wird von einem inneren Licht erhellt – in den hinteren Reihen sitzt pflichtverdonnert anwesend der Horst und schaut verdrossen.“

So geschehen beim nachmittäglichen Festakt in Wittenberg.

Welche Kirche wollte dieser Apostat des Christlichen zur Erneuerung aufrufen?
Seinen esoterischen Kuschel-und Wohlfühlverein EKD? Dieser Verein mit dem wiederkehrenden Sonderparteitag der Grünen namens Kirchentag, auf dem man sich mit Themen wie „Ein Leib – viele Geschlechter – Trans- und Intersexualität“, „Ver-queeres Willkommen“ oder „Oversexed and Underfucked – Lust und Sexualität, Mythen und Realität“ befasst?
Oder hat er sich an den auch in Wittenberg anwesenden angeblichen Katholiken, den windig-wendischen Kirchen-Apparatschik namens Kardinal Rainer Marx gewandt?
Da seien die Ober-Evangolen vor, denn der katholische Religionsverein aus Deutschland mit seinem Islam-Appeasement und der jesuitische Befreiungspapst in Rom tun schon das Ihrige zur „Modernisierung“, hin zur Apokalypse der 2000 Jahre alten römisch-katholischen Kirche.
Aber wie heißt es in Matthäus 16.18: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich bauen meine Gemeinde, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.“
Da wollen wir davon ausgehen, dass dies den Antichristen und Gegenwarts-Teufeln in ihrer „Gemeinde“ nicht gelingen wird.

 

Die Reformation als Weltbürgerin?

„Wir feiern die Reformation als Weltbürgerin, die Menschen über Konfessionen und Kontinente hinweg nicht spaltet, sondern verbindet. Die die Geißel des Nationalismus, für die sie so oft in Dienst genommen wurde, hinter sich lässt und zur Kraft der Versöhnung wird.“

sagte der Kreuz-Verweigerer Bedford-Strohm.

Was will er mit dieser verqueren Katachrese eigentlich ausdrücken?
Der Bischof scheint zudem geschichtsblind.
Richtig ist, dass die Reformation „Konfessionen und Kontinente“ in der Tat gespalten hat. Sie hat die Geißel von National- und Staatskirchen in den protestantischen Ländern der alten und der Neuen Welt entstehen lassen. Den nicht minder nachteiligen universalen Machtanspruch der römisch-katholischen Kirche in ihrer Geschichte lassen wir mal außen vor. In der protestantischen Kirche Englands und deren sektiererischen Ablegern in Nordamerika, in den calvinistisch beeinflussten Regionen und Staaten in Europa ist historisch gleichwohl nichts von der „Kraft der Versöhnung“ zu beobachten gewesen.
Auf diese beschworene „Kraft der Versöhnung“ der Protestanten und deren Auswirkungen mag ich – auch in meinem durchaus Rom-kritischen Katholisch-Sein – gerne verzichten.

In 500 Jahren, wenn in Deutschland der nächste arbeitsfreie Feiertag des Reformations- und Luther-Gedenkens gefeiert werden möchte, wird es vielleicht ein christliches Deutschland nicht mehr geben; und keine evangelische Kirche mehr. Die wahre, römisch-katholische Kirche wird hingegen auch das nächste halbe Millennium überstehen.
Wetten dass!

 

Allerheiligen – Allerseelen

Einstmals zwei getrennte Feiertage mit unterschiedlicher Gewichtung: Allerheiligen am 1. November, ein Hochfest der katholischen Kirche; am 2. November dann der Gedenktag für die anderen „armen Seelen“, die noch nicht ins Himmelreich eingegangen sind.
Zu Allerheiligen – Festum Omnium Sanctorum – ging man in die Kirche, ins Hochamt – wenn man denn ging.
An Allerseelen – Commemoratione Omnium Fidelium Defunctorum – ging man auf den Friedhof, an die Gräber seiner verstorbenen Angehörigen – wen man denn ging.

Auch in den streng katholischen Gegenden ist es inzwischen nicht allein nur für die Kirchenfrommen Brauch geworden, bereits am Nachmittag des Allerheiligenfestes gemeinsam auf den Friedhof zu gehen, Blumen und Gestecke auf den Gräbern niederzulegen, Kerzen zu entzünden und im Gebet der Verstorbenen zu gedenken.
Nur im streng katholischen Land war es einstmals opportun, gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu „feiern“.

Auch im streng katholischen Land hatte man noch den vorausgehenden Reformationstag wenigstens zur Kenntnis zu nehmen, denn Beamte und öffentlich Bedienstete konnten sich auch da dienstfrei freinehmen.
Halloween, das angebliche „All Hallows Eve“, von Befürwortern als „liturgischer Vorabend“ zur Allerheiligen schöngefärbt, hat man da noch nicht gekannt.
Dieser aus den USA herübergeschwappte Mumpitz und Konsumdreck hat im einstmals protestantisch dominierten Deutschland den Reformationstag aus dem Bewußtsein verdrängt.
Ausnahmsweise im Luthergedenkjahr vielleicht doch nicht?
Aber man glaubt es nicht! Eine vermeintlich ernsthafte Zeitung fragt tatsächlich mit der Schlagzeile: „Allerheiligen 2017: Wie lange dauert das Tanzverbot in Bayern nach Halloween?“
Allerheiligen ist denn irgendwie anstößig, denn es wird, wo es gilt, gar von Staatsseite als „stiller Feiertag“ bestimmt.
Mehr „Stille Feiertage“, das wäre es, was Vielen verordnet werden sollte: Den beruflich Gestressten mit Burn-Out, den Turbo-Vätern und -Müttern, den Geiz-ist-geil-Schnäppchenjägern und -Konsumenten; der ganzen Spaßgesellschaft und der von und mit dem Kitsch der Willkommenskultur besoffenen Betroffenheits-Community.

 

Martin Luther – ein Meister aus Deutschland

Bald ist es vorüber, das große Luthergedenkjahr. Doch dürfen dieses Jahr dank Luther alle, die schon länger hier leben, und nicht nur wie bisher die Dunkeldeutschen allein, am 31. Oktober einen arbeitsfreien – einen Feier-Tag begehen.
Als ich noch zur Schule ging, seinerzeit in Bayern, war auch in katholischen Gebieten der Reformationstag zumindest ein schulfreier Tag, die Ämter waren geschlossen und aus den evangelischen Kirchen klang mächtig „Ein feste Burg ist unser Gott!“ nach draußen. Das Reformationsgedenken ist inzwischen – mit Ausnahme diesen Jahres – regelrecht verdunstet, und seit geraumer Zeit rückte am 31. Oktober immer mehr ein aus den USA importierter Humbug namens Halloween ins Bewusstsein der bunten Spaßgesellschaft mit ihren verzogenen Blagen.

Ein Weblog-Autor mit meinem Anspruch kann diesen Gedenktag nicht übergehen und sollte dem Magister Luther die angemessene Ehrenerweisung zukommen lassen; aber wie es einer zwiespältigen Persönlichkeit gemäß sei.
Manch einer möchte Luther gerade in diesem Gedenkjahr von dem von seiner Kirche gigantisch aufgerichteten Postament holen; was die Ev. Kirche mit Luther in diesen Zeiten anstelle sei „banal, erbärmlich, albern“ schreibt ein Kritiker. Da wollten wir uns schon anschließen, ist uns doch jeder übertriebene Bahöl per se verdächtig.

Doch Ehre wem Ehre gebührt.

 

Der Sprachmeister

Für nicht Wenige ist Luther der „Der Genialste Sprachschöpfer aller Zeiten“. Zumindest für das Deutsche kann man das wohl gelten lassen. Bezüglich der Sprachmacht Luthers schreibt auch der oben zitierte theologische Kritiker: „Er hat die Menschen erreicht, weil er ihre Sprache sprach.“

Wie das?

Seine Übersetzung der Bibel ins Deutsche war ein nicht zu übertreffender Erfolg. Zu Luthers Lebzeiten wurde das Buch 500.000mal gedruckt; in einer Zeit, in der im Volk kaum einer des Lesens oder Schreibens mächtig war. Übertragen auf heutige Verhältnisse wäre das eine gigantische Auflage und Reichweite – ein Jahrhunderbestseller.

Luther schuf nicht nur eine Fülle neuer Redewendungen und Metaphern, die aus dem Deutschen nicht mehr wegzudenken sind. Man denke an: wetterwendisch, kleingläubig, friedfertig, lichterloh, auf eigene Faust, für immer und ewig, sein Licht nicht unter den Scheffel stellen.
Treffsichere Redewendungen, die sofort ins Ohr gehen: „Ein Herz und eine Seele“, „der große Unbekannte“, „ein Buch mit sieben Siegeln“, „die Zähne zusammenbeißen“, „im Dunkeln tappen“, „auf Sand bauen“.
Dazu Sprichwörter, die Luther dem Volksmund entnahm: „Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“ – „Hochmut kommt vor dem Fall.“ – „Recht muss Recht bleiben.“ – „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.“
Er liebte und schuf klangvolle Alliterationen und Bilder wie „Schmach und Schande“, „Leib und Leben“, „fressendes Feuer“. Nächstenliebe, Herzenslust, Ebenbild, Morgenland, Feuertaufe, Judaslohn, Bluthund, Machtwort, Schandfleck, Lückenbüßer, Lockvogel, Lästermaul, Gewissensbisse.

In einer Zeit, als in Deutschland 20 verschiedene Dialekte gesprochen wurden und es eine bedeutsame Sprachgrenze zwischen dem Nieder- und Oberdeutschen gab, verstand es Luther, mittels seiner Weise die Sprachgrenzen zu überbrücken. Wobei ihm auch die sächsische Kanzleisprache dienlich war.
Seine Leistung würdigten viele Meister unsere Sprache nach ihm. Jacob Grimm etwa schreibt 1822: „Luthers Sprache muss in ihrer edlen, fast wunderbaren Reinheit, für Kern und Grundlage der neuhochdeutschen Sprachniedersetzung gehalten werden“. Heinrich Heine: „Wie Luther zu der Sprache gelangt ist, in der er seine Bibel übersetzte, ist mir bis auf diese Stunde unbegreiflich. Diese Schriftsprache gibt unserem politisch und religiös zerstückelten Deutschland eine literarische Einheit.“
Daran kann wohl nicht gezweifelt werden.

Luther fand seine deutsche Bibelsprache, indem er auch „dem Volk aufs Maul schaute“. Und Luther war in Manchem das, was man heute einen Populisten nennen würde.
Er war, obschon man ihn gern als Modernisierer bezeichnen wollte, gleichwohl ein Kind und Gefangener seiner Zeit am Ausgang des Mittelalters – und das Gegenteil von „modern“.

 

Der Antisemit Luther

Vielleicht sollte man Luther besser als Antijudaisten bezeichnen; Antisemit ist ja eher eine Sprachschöpfung unserer Zeiten. Luther pflegte jedoch einen persönlichen Judenhass.
Kann man den religiös bedingten Anti-Judaismus (Alteuropas) neben dem rassistischen Antisemitismus der Moderne beiseiteschieben? Mancher sagt, Luther habe hier statt «Güte und Milde, Hass und Vernichtung der Menschenwürde gepredigt.»
Richtig, denn Luther predigte in der Tat erbarmungslos gegen die Juden und forderte die Obrigkeiten unerbittlich auf, sie zu vertreiben.
Falsch, wenn man unter «Vernichtung der Menschenwürde» die physische Ausrottung aus rassistischen Gründen versteht.

Luther im Original:

«Erstlich, daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke und, was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen sind und solches öffentliches Lügen, Fluchen und Lästern seines Sohnes und seiner Christen wissentlich nicht geduldet noch gewilligt haben …
Zum andern, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige drinnen, das sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall tun wie die Zigeuner, auf daß sie wissen, sie seien nicht Herren in unserem Lande, wie sie rühmen, sondern im Elend (= Ausland) und gefangen, wie sie ohne Unterlaß vor Gott über uns Zeter schreien und klagen.
Zum dritten, daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten, darin solche Abgötterei, Lügen, Fluch und Lästerung gelehrt wird.
Zum vierten, daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren
Zum fünften, daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe, denn sie haben nichts auf dem Lande zu schaffen, weil sie nicht Herren, noch Amtleute, noch Händler oder desgleichen sind. Sie sollen daheim bleiben …
Zum sechsten, daß man ihnen den Wucher verbiete und nehme ihnen alle Barschaft und Kleinod und lege es zur Verwahrung beiseite. Und dies ist die Ursache: Alles, was sie haben (wie droben gesagt), haben sie uns gestohlen und geraubt durch ihren Wucher, weil sie sonst keine andere Nahrung haben …
Zum siebenten, daß man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nasen, wie Adams Kindern Gen 3 (19) auferlegt ist. Denn es taugt nicht, daß sie uns verfluchte Gojim wollten im Schweiße unseres Angesichts arbeiten lassen und sie, die heiligen Leute, wollten es hinter dem Ofen mit faulen Tagen, Festen und Pomp verzehren.»

Folgende Fragen seien erlaubt:
Was meinte Luther, als er nahelegte, mit Juden «nach aller Unbarmherzigkeit» umzugehen, «wie Mose tat in der Wüste und schlug dreitausend tot …»?!
Was meinte er, als er gefragt, ob er Juden ohrfeigen würde, gestand, er würde einen Juden «niederwerfen und im Zorne erstechen. Wenn man einen Räuber nach menschlichem und göttlichem Recht zu töten befugt ist, so darf man doch viel eher einen Gotteslästerer umbringen» ?!
Was meinte er, als er seinen vierten Ratschlag gab, «daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren …»?
Bei Leib und Leben, das heißt bei Todesstrafe.

Natürlich hat Luther den Weg nach «Auschwitz» nicht gewiesen, hat aber fraglos damit irgendwie zu tun. Man braucht nicht auf Julius Streicher vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal verweisen, der sagte: „Dr. Martin Luther säße heute sicher an meiner Stelle auf der Anklagebank, wenn er noch lebte.“
Es gibt dazu ehrlichere Gewährsmänner als den Erznazi Streicher.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg besuchte Melvin Lasky, ein junger amerikanischer Schriftsteller, Karl Jaspers in Heidelberg, sprach etwas verlegen-verbindlich über Deutschlands große kulturelle Tradition, nannte Lessing, Goethe, wurde jedoch von Jaspers brüsk unterbrochen und sah sich nach einem kurzen Griff des Gelehrten hinter sich ins Bücherregal mit Luthers «Von den Juden und ihren Lügen» konfrontiert. «Das ist es», sagte Jaspers. «Da steht das ganze Programm der Hitler-Zeit schon!» Und schrieb auch später in «Die nichtchristlichen Religionen und das Abendland»: «Was Hitler getan, hat Luther geraten, mit Ausnahme der direkten Tötung durch Gaskammern.»

 

Der verunmöglichte Aufklärer

Die Welt zitiert in einem Beitrag Margot Käßmann: „Luthers Freiheitsbegriff hat große Konsequenzen nach sich gezogen. ‚Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit‘ als Parole der Französischen Revolution hat im Gedanken der Freiheit eines Christenmenschen durchaus Wurzeln. Am Ende ist der Bogen bis zur Aufklärung zu spannen.“

Man darf sagen, er ist weder Freiheitsapostel noch Vorläufer der Aufklärung. Der amerikanische Luther-Biograf Richard Marius ist der Auffassung, Luther bedeute „eine Katastrophe für die westliche Zivilisation“-?
Starker Tobak.
Aber: Ende des 15. Jahrhunderts führen die Wiederentdeckung der Antike, das Studium des Aristoteles und die Verweltlichung der Kirchenhierarchie dazu, dass sich in der europäischen Elite ein toleranter Skeptizismus breitmacht, am besten verkörpert in den Humanisten um Erasmus von Rotterdam. Dieser Bewegung gegenüber vertritt Luther eine buchgläubige Intoleranz: „Wer den Erasmus zerdrückt, der würget eine Wanze, und diese stinkt noch tot mehr als lebendig!“
Die Vernunft ist für Luther des Teufels Hure“. Kopernikus lehnt er ab, weil seine Erkenntnisse der Bibel widersprächen: „Der Narr will mir die ganze Kunst Astronomia umkehren! Aber wie die Heilige Schrift zeigt, hieß Josua die Sonne stillstehen und nicht die Erde!“ Luther ist immer für die Schrift und nicht für den Verstand oder die Vernunft der Aufklärung: „will doch meinen Verstand gefangen nehmen unter den Gehorsam Christi“. Nach Richard Marius hasste Luther jeden Skeptizismus.
Man darf Luther durchaus als Fundamentalisten bezeichnen, fraglos im Widerspruch stehend zum aufklärerischen Humanismus.

Der Kirchenkritiker Karlheinz Deschner schreibt:
»Die Heiligenlegenden entlarvte Luther als Märchen. An den Bibellegenden hielt er fest; am Teufelsglauben auch; am Hexenwahn auch; an der Ketzervertilgung auch; am Antisemitismus auch – am Kriegsdienst, an der Leibeigenschaft, den Fürsten. Man nennt es: Reformation.«

Weitere Zitate von Luther selbst:

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Lass sie nur tot tragen, sie sind darum da.“

„Es ist ein arm Ding um ein Weib. Die größte Ehre, die das Weib hat, ist, dass wir allzumal durch die Weiber geboren werden.“

„Wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben. Es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, dass sie sich äffen und trügen lassen.“

„Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird“.
Hexen könnten „Milch, Butter und alles aus einem Haus stehlen, … ein Kind verzaubern, … geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen … Schaden fügen sie nämlich an Körpern und Seelen zu … Die Zauberinnen sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder …“

„Das ganze Leben solle Buße sein.“

„Daher bleibt die Strafe, solange der Hass gegen sich selbst – das ist wahre Herzensbuße – bestehen bleibt … Aufrichtige Reue begehrt und liebt die Strafe. Die Fülle der Ablässe aber macht gleichgültig und lehrt sie hassen …“

Selbsthass statt Befreiung: Was für eine finstere Lehre, meint denn der Philosoph Peter Sloterdijk in seinem Essay „Nach Gott“. Sloterdijks Beitrag zum „lutherbesoffenen Reformationsjubiläum“!?
Sloterdijk ist wie der Lutherbiograph Richard Marius bekennender Atheist. Er spricht vom Drama der menschlichen Existenz in der neurotischen Fixierung des Protestantismus auf Sünde und Buße. Sloterdijk sieht Luther als „Neurotiker“ und „christlicher Salafist“: „Im Hinweis auf die unvertretbare, unkäufliche, unmanipulierbare Buße ist das ganze Programm der Reformation enthalten“. Der Ablasshandel war Luther der Dorn im Auge. Für Luther, der sich in Rom selbst als eifriger Ablassjäger im Heilsdienst der eigenen Seele betätigte, und die ihm nachfolgenden Ideologen des Protestantismus stellte der Ablasshandel vor allem einen Wechsel der Perspektive auf Sünde und Buße dar, die plötzlich lebensbejahend wirkte. Luther wollte hinter diesen, von der Kirche nach vielen Jahrhunderten erreichten Punkt eines menschlichen Daseins in der weltlichen Erlösungsmöglichkeit zurück. In der Beichte seine Sünden zu bekennen und sich durch die Absolution wieder mit Gott im Reinen zu wissen, erschien Luther als Widerspruch zum göttlichen Zwang des Menschen, ein irdisches Leben in der Erlösungsunmöglichkeit zu führen. Mit seinem „sola gratia-Pathos“ habe Luther die Gläubigen zu einer „extremen Reue-Leistung“ genötigt: „Das Bereuen-Können ist selbst schon Werk der Gnade. Du sollst verloren sein, als ob du gerettet wärest.“

 

Zuchtmeister und Fürstenknecht

Beginnen wir wieder mit einem Zitat:

„Der Esel will Schläge haben, und der Pöbel will mit Gewalt regiert sein. Das wusste Gott wohl; drum gab er der Obrigkeit nicht einen Fuchsschwanz, sondern ein Schwert in die Hand.“

„Los von Rom!“ War der Wunsch der deutschen Fürsten, der Ritter, Bürger und Bauern, auch um das Eigentum der Kirchen und Klöster an sich zu ziehen. Daher genoss Luther den Schutz seiner Fürsten gegen Kaiser und Papst. Die geknechteten und in Leibeigenschaft gehaltenen Bauern hatten in ihn Hoffnung gesetzt, nicht nur aus der Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen„. Nach der Eskalierung der Bauernäufstände im großen Bauernkrieg 1524-1526 stellte Luther klar, dass sich die aufständischen Bauern zu Unrecht auf ihn beriefen und ermutigte die Fürsten, die Bauern mit aller notwendigen Gewalt niederzuschlagen.
In der Schrift „Wider die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern“ rief er die Obrigkeit auf:

Man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“
„Denn ein Fürst und Herr muß hie denken, wie er Gottes Amtmann und seins Zorns Diener ist (Röm. 13), dem das Schwert uber solche buben befohlen ist und sich ebenso hoch fur Gott versundiget, wo er nicht straft und wehret und sein Amt nicht vollfuhret, als wenn einer mördet, dem das Schwert nicht befohlen ist. Denn wo er kann und straft nicht, es sei durch Mord oder Blutvergießen, so ist er schuldig an allem Mord und Ubel, das solche buben begehen, als der, da mutwilliglich durch Nachlassen seins göttlichen Befehls zuläßt, solchen Buben ihre Bosheit zu uben, so er’s wohl wehren kann und schuldig ist. Darum ist hie nicht zu schlafen. Es gilt auch nicht hie Geduld oder Barmherzigkeit. Es ist des Schwerts und Zorns Zeit hie und nicht der Gnaden Zeit.“

Der historisch in Frage gestellte Spruch „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen.“, angeblich vor dem Reichstag in Worms ausgesprochen, dient für die Glorifizierung des Reformators bis heute, um seine Aufrichtigkeit, Unerschrockenheit und Freiheitsbekundungen gegenüber der Obrigkeit zu belegen.
Wie passt dazu eine Entscheidung Luthers, mit der er das Gegenteil belegt!?
1540 stimmte Luther in einem schon seinerzeit als skandalös anzusehenden „Beichtrat“ an den Landgrafen Philipp von Hessen dessen Doppelehe mit Christine von Sachsen und mit dem Hoffräulein Margarete von der Saale zu. Philipp war ehedem einer der mächtigsten politischen Verfechter der Reformation, sodaß Luther sich wohl aus Kalkül dem unsittlichen Begehren dieses Fürsten unterwarf. Luther erlaubte und rechtfertigte die fürstliche Bigamie; woran auch Philipp Melanchthon eingehend beteiligt war. Dieser „theologische Skandal“ wurde erst 128 Jahre später bekannt und veröffentlicht. Allein das Gerücht über die Bigamie des Landgrafen führte damals bald zu einer Schwächung der protestantischen Sache, insbesondere des Schmalkaldischen Bundes. Melanchthon war über diese – auch seine – Abweichung von Christi Gebot „psychosomatisch krank“ geworden, wie man heute sagen würde, und nur Luthers „Gebete“ konnten ihn angeblich heilen.

 

Ist das, was ich hier alles zum Reformationsfest über Luther zusammengetragen habe negativ wirkend für das Gedenken an den großen Magister aus Deutschland?
Kritiker werden einwenden, dass man doch Luther in seiner Zeit und Epoche verstehen müsse. Das ändert aber nichts an der Wirkung der Gedanken und Theoreme des Reformators: Die Auflösung der europäischen Einheit der Christenheit mit den späteren Glaubenskriegen und Zerstörungen der deutschen Lande für Jahrhunderte im 30-jährigen Krieg. Die fatale Obrigkeitshörigkeit der Deutschen mit Nachwirkungen bis heute. Und der auch religionsbegründete, mörderische Rassismus in deutscher Ausprägung.

Dagegen stehen: der Anstoß zur Entwicklung der deutschen Sprache als Welt- und Kultursprache durch die Luthersche Bibelübersetzung. Ohne Luther wohl nicht die großartigen Werke eines Johann Sebastian Bach und das, was auch Katholiken mit Luthers Hilfe als unser Liedgut schätzen. Mit seinem Appell „An die Ratsherrn aller Städte deutschen Landes, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“, indem er auffordert, eine gute Ausbildung der Jugend zu garantieren, legte er mit die Grundlage für das spätere, öffentliche Schulwesen in Deutschland.

Wie Margot Käßmann mit Luther „den Bogen bis zur Aufklärung zu spannen“ ist wohl überkommen; und für die Greuel der Französischen Revolution und für Hitler wollen wir ihn auch nicht verantwortlich machen.

Es bleibt genügend, um Martin Luther zu feiern.

 

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Literatur zu „Luther – Ein Meister aus Deutschland“