Mit dem Islam wird es keinen Frieden geben

Religion und zornige junge Männer

 

Samuel Huntington stellte in seinem Buch „The Clash of Civilizations“ – erschienen im Jahr 1996 – fest, dass im Kalten Krieg zwischen dem Westen und der Sowjetmacht nach dem 2. Weltkrieg weniger „Westler“ ums Leben kamen, als in dem etwa seit den siebziger Jahren andauenden „Quasi-Krieg“ zwischen dem Westen und der muslimischen Welt. Dabei konnte Huntington die massiven Ereignisse in den letzten 20 Jahren noch gar nicht einbeziehen.

Da möchte man sich fast nach dem klassischen Kalten Krieg zurücksehnen, nach diesen 40 Jahren relativen Friedens, eingebettet in die längste andauernde Friedenszeit für unser Land in Mitteleuropa. Man hatte sich mit dem sog. Gleichgewicht des Schreckens irgendwie abgefunden und die großen Krisen – Ungarn 1956, Kuba-Krise 1962, Prag 1968 – waren dank vernünftiger Reaktionen der verantwortlichen Staatsmänner nicht eskaliert und in einen heißen Krieg ausgeartet. Das Damoklesschwert eines „nuklearen Overkills“  wurde im Westen im Grunde immer wieder aus dem Bewusstsein verdrängt; lediglich Hollywood machte mit diesbezüglichen Horrorszenarien seine Geschäfte.

Der Konflikt zwischen dem Westen mit seiner liberalen Demokratie und dem totalitären Marxismus-Leninismus im 20. Jahrhundert war ein vergleichsweise ephemeres und vordergründiges Geschehen, betrachtet man die inzwischen 1400 Jahre andauernde Auseinandersetzung zwischen dem Islam und dem Abendland, die ungebrochene Eroberungs- und Unterwerfungslust dieser Religion mit ihren Blutspuren in allen Sphären Asiens, Afrikas und Europas und geschätzt 270 Millionen Toten (manche Forscher nehmen gar 400 Millionen an).

Die totale Vereinnahmung der Menschen und ihrer Gesellschaften durch den Islam, verbunden mit dem unumwundenen Grundsatz bzw. Gebot der Bekämpfung, ja Ausrottung Andersgläubiger oder Ungläubiger, bildet das Substrat für nicht zu vermeidende Konflikte, die bis zum Sieg des Islam bei seinem unverhohlen geäußerten Anspruch auf Weltherrschaft andauern werden.
Das muslimische Konzept des Islams als einer Daseinsweise, die Religion und Politik transzendiert und vereinigt, wird immer gegen das Konzept der getrennten Reiche von Religion und politischer Macht stehen.
Einen „säkularen Islam“ kann es nicht geben, dies ist eine Contradictio in adiecto, ein Widerspruch in sich. Somit gibt es auch keine „säkularen Muslime“.
Sind sie „säkular“, sind sie alles andere, aber keine Muslime mehr. Das entspricht der Auffassung aller muslimischer Religionslehrer und auch der Einsicht der Klarblickenden unter den nicht muslimischen Islam-Exegeten.

Die offizielle Formel der westlichen Politik lautet immer noch, man habe Probleme mit gewalttätigen, islamistischen Fundamentalisten, aber nicht mit dem Islam. Das ist eine naive Einschätzung, denn ohne den Islam gibt es keine Islamisten.
Es ist nicht nur eine naive, es ist eine selbstmörderische Politik, die Ideologie des Islams und seine Träger und Zeloten ins Land zu lassen, ja zum Kommen einzuladen und dann noch dem öffentlichen Schutz zu unterstellen. Fast täglich werden uns die fatalen Folgen dieses Handelns vor Augen geführt.

Neben der innewohnenden religiösen Anstrengung kommt eine besondere psychologische Situation hinzu: ein Überlegenheitsgefühl einerseits und ein Minderwertigkeitsgefühl andererseits. Die Muslime halten ihre Kultur für die überlegene, die westliche für materialistisch, korrupt, dekadent und unmoralisch. Dem entgegen steht aber die effektive zivilisatorische, technologische, militärische und informatorische Überlegenheit des Westens.
Die im Westen allgemein als die mutige moderne und liberale Muslimin gefeierte Fatima Mernissis, eine marokkanische Soziologin und angebliche „muslimische Feministin“ verfasste in den 90er Jahren in ihrem Buch „Islam and Democracy“ eine larmoyante, aber für den Westen wenig schmeichelhafte Darstellung:

Der Westen ist »militaristisch« und »imperialistisch« und hat durch »kolonialen Terror« andere Nationen »traumatisiert« schreibt sie. Und: Der Individualismus, Inbegriff der westlichen Kultur, ist »die Quelle allen Übels«; die Macht des Westens ist beängstigend; der Westen »allein entscheidet darüber, ob Satelliten dazu benutzt werden, um Araber zu bilden oder um sie zu bombardieren; „… Er erdrückt unsere Potentiale und dringt in unser Leben ein mit seinen importierten Produkten und Fernsehfilmen, die die Sen der überschwemmen … [Er] ist eine Macht, die uns erdrückt, unsere Märkte belagert und unsere letzten Ressourcen, Initiativen und Potentiale kontrolliert. So nahmen wir unsere Lage wahr, und der Golfkrieg hat diese Wahrnehmung zur Gewißheit gemacht.« Der Westen »schafft sich seine Macht durch militärische Forschung« und verkauft dann die Produkte dieser Forschung an unterentwickelte Länder, die seine »passiven Konsumenten« sind.“

Zu den Auswirkungen dieser Dichotomie – Überlegenheitsgefühl einerseits und Minderwertigkeitskomplex andererseits – verbunden mit religiöser Anstrengung sagt der von unseren hiesigen Beschwichtigern als islamkritisch geschmähte Publizist Hamed Abdel-Samad:

Das Feuer des Islamismus war immer da, weil es seit Anbeginn des Islams eine Ideologie der Gewalt gibt. Bis heute soll die Gewalt den muslimischen Minderwertigkeitskomplex durch Allmachtsfantasien kompensieren.

 

2003 erschien das Buch „Söhne und Weltmacht – Terror im Aufstieg und Fall der Nationen.“ von Gunnar Heinsohn. Heinsohn definierte den „Youth Bulge“ (=Jugendüberschuss), der bei einem Anteil von mindestens 30 % der 15- bis 29-jährigen an der männlichen Gesamtbevölkerung und einem starken Ungleichgewicht „zwischen karrieresuchenden jungen Männern und verfügbaren gesellschaftlichen Positionen“ unvermeidlich zu Konflikten führe. Vor allem für den arabischen Raum einschließlich der Palästinensergebiete umriss er bereits 2003 die dann im „arabischen Frühling“ maßgeblich werdenden und den Westen bedrohenden Konstellationen.
„Das muslimische Bevölkerungswachstum hat riesige Scharen arbeitsloser und entfremdeter junger Menschen produziert, die sich für die islamistische Sache einspannen lassen, Druck auf die benachbarten Gesellschaften ausüben und in den Westen auswandern.“ schrieb schon Huntington in „The Clush of Civilisations“.
Millionen sitzen in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten auf gepackten Koffern, um in Europa einzufallen und ihre Gewaltkultur hierher zu exportieren.
Millionen von „zornigen jungen Männern“, welche sogar schon die taz ausmachte, wobei man natürlich dort die angeblich „hausgemachten“ herausstellt.

Mit zornigen jungen Männern ist kein Frieden zu machen. Das ist neben dem politisch-ideologischen Gehalt des Islam das große Problem.

_________

Als Anhang ein kleiner Exkurs zum Thema „Zorn“. Der Soziologe und Philosoph Wolfgang Sofsky schreibt in seinem Werk „Das Buch der Laster“:

„Von den Affekten der Feindseligkeit ist der Zorn der gefährlichste. Er zielt direkt gegen den anderen. Er will auf das Opfer losgehen, ihm schaden, es vernichten. Anders als die Wut, die blindlings um sich schlägt, nimmt der Zorn den an deren ins Visier. Feindschaft wird kraftvoller, indem sie präziser wird. Der Wut kann man gelegentlich noch ausweichen. Sie sprüht wahllos nach allen Seiten. Dem Zorn hingegen ist kaum zu entgehen. Mit loderndem Blick erfaßt er sein Opfer, verfolgt seine Bewegungen, läßt es nicht mehr los. Es mag sich verstecken, die Flucht ergreifen, sich hinter einem Schutzwall abducken – es gibt kein Entkommen. So lange setzt der Zorn nach, bis er den anderen ergriffen hat.
… Zorn () behält sein Ziel im Auge. Er nimmt auch Umwege in Kauf, beachtet Barrieren und Fluchtlöcher. Manchmal umgeht er das Hindernis, manchmal bricht er brachial durch. Weniger das Quantum an destruktivem Elan macht ihn derart gefährlich als dessen gezielte Lenkung. … Zorn verfolgt sein Ziel bis zum bitteren Ende, ja, er steigert und beschleunigt sich in der Aktion.
… Zorn () ist ein Prozeß. Er unterhält sich selbst, baut sich auf, gewinnt an Fahrt, schlägt endlich in Tobsucht um, wenn er des Opfers habhaft wird.

Ungeahnte Kräfte kann der Zorn entwickeln. Er ist eine Macht für sich, ohne Sinn für das, was sich gehört und was er anrichtet. Die Folgen kümmern ihn nicht. Er lechzt nach verwegener Vergeltung. Jenseits des Zeitstroms schafft er eine absolute Gegenwart. Er überflutet den Geist und verengt den Horizont auf einen einzigen Fokus. Erinnerungen oder Erwartungen sind auf einmal gestrichen. Vollständig füllt der akute Affekt die Situation aus. Seine enorme Destruktivität rührt nicht zuletzt von dieser Kraft zum Absoluten. Wie dem Glück lichen schlägt auch dem Zornigen keine Stunde. Zorn agiert im Hier und Jetzt, erfüllt die Gegenwart ganz und gar. Er be freit von den Banden der Geschichte und den Verpflichtungen der Zukunft. Was gerade noch lieb und teuer war, ist im Augenblick des Zorns nur der Zerstörung wert. Was in vielen Monaten und Jahren errichtet wurde, das macht er mit einem Schlag zunichte. Von einer Sekunde zur anderen nimmt der Zorn die Arbeit der Schöpfung zurück.
… Im Zorn spürt das Subjekt einen Zuwachs an Kräften, von denen es zuvor nicht einmal ahnte, daß sie ihn im schlummern. Wer den Großteil seines Lebens in geduckter Haltung verbracht hat und ständig von Zweifel und Fügsamkeit geplagt war, der wächst im Zustand des Zorns unverhofft über sich hinaus. Die Brust wölbt sich, der Blick starrt geradeaus, das Kinn schiebt sich nach vorn, Hitze schießt hoch und rüstet zum Angriff. Der Leib weitet sich, schwillt an, das Selbst dehnt sich aus und erobert den Raum. Was von außen als Drohgebärde erscheint, wird im Innern als rasantes Wachstum an Energie, Entschlossenheit und Selbstvertrauen erlebt. Die Person wird größer und stärker als sie ist. Sie besetzt die Situation. An ihr kann nun niemand mehr vorbei. Zorn hat die Kraft zur Verwandlung. Hemmungen lösen sich auf einmal in Luft auf. Die Gewichte und Lasten, das Hin und Her von Mißmut und Abwehr, Angst und Gram ist verschwunden. Zorn befreit das Subjekt von sich selbst. Nach der Eruption ist es nicht mehr dasselbe wie zuvor.

Den verhängsvollen Umgang der Medien und maßgebender Politiker mit den „zornigen jungen Männern“ umschreibt Sofsky für uns so:

„ … die Vorstellung, Zorn sei stets die Vergeltung eines Unrechts, (ist) allzu tröstlich. Sie verkennt die ungeheure Maßlosigkeit dieses Affekts. … Es ist daher irreführend, dem Zorn einen Rechtswert anzudichten.
Auch das populäre Frustrationsmodell beruht auf durchsichtigen Motiven und logischen Irrtümern. Versteht man Zorn lediglich als Antwort auf eine Enttäuschung, so kann man, mittels einer einfühlsamen Verkehrung ins Gegenteil, den Zornigen kurzerhand zum Opfer umtaufen, zum Spielball fremder Kräfte, ungünstiger Umstände oder frevelhafter Zeitgenossen. Auf diese Weise spricht man den Zornigen von jeder Verantwortung frei. Die menschliche Fähigkeit, jederzeit mit dem Bösen von vorn beginnen zu können, gerät aus dem Gesichtskreis. Die Hoffnung auf Frieden verzerrt die Wahrnehmung der Wirklichkeit. Ginge jeder Aggression stets eine Frustration voraus, so wäre Feindseligkeit leicht aus der Welt zu schaffen. Man müßte die Menschen nur vor Enttäuschungen bewahren, und schon verwandelten sich alle Wölfe in Schafe. Indem man dem Zorn jegliche Spontaneität abspricht, verkleinert man ihn zu einer mißlichen Episode in der Geschichte des Fortschritts. In Wahrheit durchbricht der große Zorn die Kontinuität der historischen Zeit. Mit ihm endet die Friedensepoche und danach beginnt der Kreislauf der Zufälle von neuem.“

__________

Vom Zorn getriebene Fremde sind nicht integrierbar! Der Islam ist unvereinbar mit der liberalen Demokratie und dem Rechtsstaat westlicher Prägung! Er ist anhaltend eine bluttriefende Ideologie der Intoleranz. Einen „säkularen Islam“ kann und wird es nicht geben, er würde sich damit aufgeben!
Wer will das alles inzwischen noch in Frage stellen?

Ähnliches Foto

Europa ist nicht mehr Europa

Oriana Fallaci

Quelle: pinterest.com

„Europa ist nicht mehr Europa, es ist ‚Eurabia‘, eine islamische Kolonie. Der Vormarsch des Islam findet dort nicht nur im wörtlichen Sinne statt, sondern auch geistig und kulturell. Eine hündische Ergebenheit gegenüber den Eindringlingen hat die Demokratie vergiftet, mit offensichtlichen Auswirkungen auf die Gedankenfreiheit wie auch auf die Idee der Freiheit ganz allgemein.“

Wie lange ist es her, dass Oriana Fallaci ihr kämpferisches und provozierendes Buch „Die Wut und der Stolz“* geschrieben hat? Hat sich nicht inzwischen eine Menge geändert, als dass man auf eine vielleicht schon „angejahrte“ Schrift aus dem Jahre 2002 zurückgreifen müsste?
Das Buch entstand aus einem Essay für eine große amerikanische Zeitung zu den Anschlägen vom 11. September 2001. Fallaci konfrontierte mit dem Zeitungsbeitrag und dem nachfolgenden Buch die westliche Welt mit der Tatsache des Islams als aggressive und expansive Religion und Ideologie.

Der Islam strebt nach religiöser Weltherrschaft, was sie mit Beispielen, Zitaten und ihren Interviews mit islamischen Machthabern belegt. Wo der Islam Einfluss hat, duldet er keine andere Religion als ebenbürtig oder gleichberechtigt, die islamische Welt führt einen Krieg gegen die westliche Welt, das ist ihre dokumentierte These:

„Was durch die kriegerischen Eroberungszüge des Osmanischen Reiches nicht gelang – nämlich die Eroberung Westeuropas und damit die Unterwerfung des Christentums –, soll nun durch die subtile Methode der „demographischen Eroberung“ nachgeholt werden. Stück für Stück würde die Scharia in einem „Marsch durch die Institutionen“ eingeführt werden.“

Der nachfolgende Text ist nur ein kleiner Auszug aus diesem kämpferischen und wagemutigen Buch. Was Fallaci damals ausführte, ist heute aktueller, als es je war.
Die Bezugnahme auf Italien kann leicht in einen anderen lokalen und auch gegenwärtigen Konnex abgewandelt werden. Die Städte könnten Berlin, Köln, Düsseldorf, München usw. heißen, „Italien“ kann durch „Deutschland“ oder ein anderes westeuropäische Land ersetzt werden.

So ist es in Turin, zum Beispiel. In Turin, das Italien schuf und heute gar keine italienische Stadt mehr zu sein scheint. Man kommt sich eher vor wie in Dhaka, Nairobi, Damaskus oder Beirut. So ist es in Venedig. In Venedig, wo die Tauben auf dem Markusplatz den Typen gewichen sind, die so gar Othello (doch Othello war ein großer Herr) ins Meer werfen würde. So ist es in Genua. In Genua, wo die wundervollen Palazzi, die Rubens so sehr bewunderte, von ihnen besetzt wurden und jetzt verfallen wie vergewaltigte schöne Frauen. So ist es in Rom. In Rom, wo die Politik jeglicher Couleur sie verlogen und voller Zynismus umwirbt in der Hoffnung auf ihre zukünftige Stimme. Und wo selbst der Papst (damals Johannes Paul II., d.Red.) sie beschützt, der davon träumt, wie ich vermute, nach Kabul und Islamabad zu reisen. (Heiligkeit, warum im Namen des Einen Gottes nehmen Sie die Leute nicht bei sich im Vatikan auf? Alle. Die Banditen, die Verkäufer, die Prostituierten, die Drogenhändler, die Terroristen. Unter der Bedingung natürlich, dass sie nicht auch die Sixtinische Kapelle und die Statuen von Michelangelo und die Gemälde von Raffael voll scheißen.)
Nun gut. Jetzt bin ich es, die nicht versteht. Diese Leute werden in Italien »ausländische Arbeitnehmer« genannt. Oder Arbeitskraft-die-gebraucht-wird. Und daran, dass einige Söhne Allahs arbeiten, besteht gar kein Zweifel. Die Italiener sind so vornehm geworden. Wie die übrigen Europäer. Sie fahren im Urlaub auf die Seychellen, verbringen Weihnachten in Paris. Sie haben ein englisches Kindermädchen und farbige Hausangestellte, schämen sich, Arbeiter und Bauern zu sein. Sie wollen alle der reichen Bourgeoisie angehören, Unternehmer und Professor sein. Man kann sie nicht mehr mit dem Proletariat in Verbindung bringen, und jemanden, der für sie arbeitet, muss es ja geben. Doch die, von denen ich spreche, was für Arbeiter sind das? Welche Arbeit tun sie? Auf welche Weise decken sie den Bedarf an Arbeitskraft, die das ehemalige italienische Proletariat nicht mehr bereithält? Indem sie in der Stadt biwakieren unter dem Vorwand, »Waren« zu verkaufen, Drogen und Prostituierte eingeschlossen? Indem sie herumlungern und unsere Denkmäler verschandeln? Indem sie sich auf Kirchenvorplätzen betrinken und ehrwürdigen Damen, die auf der Straße vorbeigehen, Obszönitäten nachrufen, ihnen an den Busen grapschen nach dem Motto ich-kenne-meine-Rechte? Und dann gibt es noch etwas, das ich nicht verstehe. Wenn sie so arm sind, so Not leidend, wer gibt ihnen dann das Geld für die Reise nach Italien per Schiff oder Schlauchboot? Wer gibt ihnen die zehn Millionen Lire pro Kopf (mindestens zehn Millionen), die sie brauchen, um die Reise zu bezahlen? Also fünfzig Millionen für eine fünfköpfige Familie, eine Summe, die gerade für eine Reise aus dem sehr nahen Albanien genügt. Doch nicht etwa die Usama Bin Ladens, mit dem Ziel, Terroristen der AI Qaida zu exportieren? Doch nicht etwa die Prinzen des saudi-arabischen Königshauses, die ihr Territorium erweitern wollen, wie es ihre Vorfahren in Spanien und Portugal gemacht haben? Ich glaube nicht an ein unschuldiges und spontanes Naturphänomen. Sie sind viel zu heimtückisch, zu gut organisiert, diese ausländischen Arbeiter. Darüber hinaus pflanzen sie sich unaufhörlich fort. Die Italiener bekommen keine Kinder mehr, diese Dummköpfe. Die übrigen Europäer auch nicht. Unsere »ausländischen Arbeiter« dagegen vermehren sich wie die Ratten. Mindestens die Hälfte aller moslemischen Frauen, die man auf der Straße sieht, sind von Kinderhorden um geben und schwanger. In Rom haben gestern drei Frauen in der Öffentlichkeit ein Kind geboren. Eine im Bus, eine im Taxi und eine auf der Straße …

Starker Tobak! Provozierende Sätze, welche den Gutmenschen nach dem Staatsanwalt rufen lassen: Rassismus, Volksverhetzung, Nazisprache usw.
Das Ganze wurde vor 15 Jahren verfasst und hat damals bis heute augenscheinlich nicht genügend aufgerüttelt, nicht die Wirkung nach sich gezogen, die Orianna Fallaci, die 2006 verstorben ist, sich mit ihren „Predigten“ erhofft hatte. Aber sie war dazu auch zu „kulturpessimistisch“ oder auch nur realistisch eingestimmt. Denn da gab und gibt es diese „Idioten und Zikaden“ aus den Medien, der Politik, der angeblichen Eliten, deren Macht und Einfluss, deren Ignoranz sich bis heute nicht geändert haben.
Fallaci belegte in ihren Büchern eindrücklich, dass man es wissen kann, was man sich mit einer hündischen Ergebenheit einhandelt.
Eine Stimme wie Oriana Fallaci fehlt uns in diesen Zeiten. Eine Journalistin und Autorin, die ihr Leben lang „Standing“ bewiesen hat und trotz Schmähungen, Gerichtsverfahren und Todesdrohungen sich nicht abbringen hat lassen, ihre Stimme zu erheben. Die Khomeini bei ihrem legendären Interview den Tschador vor die Füße geworfen hat. Die nie auf dem Rückzug war oder eingeknickt ist (so wie man es einmal mehr jüngst von einem männlichen Journalisten mit angeblichem „Standing“ hierzulande erleben durfte).

Wen es in diesem Zusammenhang interessiert, wie man sich schon damals in intellektueller Dünkelhaftigkeit über das Buch bzw. die Thesen von O. Fallaci äußerte, der lese nur die Rezensionen aus der „Qualitätspresse“ nach.

__________________

*List Verlag, München 2002