Qualitätsjournalismus

„Im besten Deutschland, das es jemals gegeben hat!“

Im Anfang war die Presse
und dann erschien die Welt.
Im eigenen Interesse
hat sie sich uns gesellt.
Nach unserer Vorbereitung
sieht Gott, dass es gelingt,
und so die Welt zur Zeitung
er bringt“

Karl Kraus „Lied von der Presse“

Ich will jetzt keine großartigen Definitionen voranstellen, was Qualität ist oder sei. Nur so viel: Wenn ich ein Produkt oder eine Dienstleistung kaufe, und diese erfüllen meine Zwecke, so haben sie für mich gewissermaßen eine gute, zumindest eine ausreichende Qualität. Dieses, mein subjektives Qualitätsverständnis lässt sich nur sehr schwer, vielleicht durch (prospektive) Marktforschung erfassen, da es auf sehr individuellen Unterschieden beruhen kann.
Auch dieses Schlagwort will ich gelten lassen: Qualität ist, wenn der Kunde wieder kommt und nicht die Ware.

Es gibt bei uns so bezeichneten „Qualitätswein“ zu kaufen, der aber durchaus eine Plörre sein kann.
Wer in einer größeren Firma tätig ist oder war, wurde in den letzten Jahrzehnten gewiss mit dem sog. Qualitätsmanagement hinsichtlich der „Produkte“ und „Prozesse“ des Unternehmens konfrontiert. Wobei dann an der Qualität der Produkte sich oft gar nichts änderte, sondern jeder Beteiligte sah sich einer stets zunehmenden Bürokratie und steigender Papier- und Formularflut mit notorischen sog. „Qual-Zirkeln“, „Audits“ und anderen Quäl-Maßnahmen ausgesetzt.
Jeder, der mit sowas zu tun hatte oder hat, weiß, dass trotz hochgestochenem QM-Systems nach DIN-Dingsbums und ISO weiß-der-Geier-was, so manche Klitsche eine Klitsche geblieben ist.

Ich habe keine Informationen darüber, ob sich die sog. Qualitätsmedien, mit denen ich mich jetzt beschäftigen mag, sich auch kontinuierlich solchem Qual-Management unterziehen.
Nachdem fast alle Postillen – wie auch den ÖRR – unverändert seit Jahren eine arrogante Selbstsicherheit und Selbstvergewisserung auszeichnet, verzichtet man wohl auf solches. Nach dem Relotius-Skandal des Spiegels, hat man dort vorübergehend eine »Aufklärungskommission« eingerichtet und sich anschließend öffentlich, zu hehren Prinzipien verpflichtet erklärt. Andere Postillen wie auch Flunker-TV, haben u.a. mit der Einführung eines sog. Faktenchecks reagiert. Was sich aber – vor allem beim Fernsehen – gleichwohl als Instrument der Kolportage und verfeinerten Defraudation erwiesen hat und erweist.

Gemäß selbst erstellten, eigenen Ansprüchen sind Qualitätsmedien „Medien mit qualitativ hochwertiger und seriöser Berichterstattung“.

„Qualität ist, wenn der Kunde wieder kommt und nicht die Ware.“

Nahezu alle sich als »Qualitätsmedien« verstehenden Zeitungen und »Informationsplattformen« erleben in den letzten Jahren einen gravierenden Schwund an Zuspruch mit stetig abnehmenden Verkaufs- und Abonnements-Zahlen. Die Kunden gehen und kommen nicht wieder.
Ihre »Ware« können die Informations- und Meinungsproduzenten nur damit auf dem Markt halten, indem sie der Staat, wie einen Patienten auf der Intensivstation, mit „Infusionen“ und „Beatmung“ am Leben erhält. Infusionen von Geld und Beatmung mit exklusiven Instruktionen von Staats- und Regierungsseite.

„Qualitätsmedien“ sind als Übermittler der Regierungspositionen in entscheidende Stellung gekommen. Im »besten Deutschland, das es je gegeben hat« braucht man kein Propaganda-Ministerium a la Goebbels mehr, die Quatschquetschen und Schwindelpapiere haben sich samt und sonders auf die Seite der Herrschenden geschlagen und folgen deren Vorgaben.
»Qualitätsmedien« sind für die Regierung massiv staatstragend: Sie sind für Europa, für die Demokratie und sind der Kampfhund gegen Opposition und Alternativen. Ganz besonders agieren sie damit „gegen rechts“.
Sie sind die wirksamsten Trompeter zur Erzeugung von Angst und Verunsicherung, was sich gerade jetzt in diesen Corona-Krisen-Zeiten beweist. Sie sorgen dafür, dass die „Kunden“ wirkungsvoll von ihnen und ihren Auftraggebern am Nasenring geführt werden können. In ihrer Nähe zu der Regierung und den Mächtigen dürfen und können sie in ihrer Selbstgerechtigkeit Kritik vornehmlich sls „rechts“ verorten. Wer dann darauf reagierend von »Lügenpresse« sprechen möchte, wird als Hetzer oder Nazi stigmatisiert.

Die Entwicklung der Staatshörigkeit und Unterwürfigkeit der bundesdeutschen Medien zeichnete sich beginnend mit den ersten Kriegen in Europa nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und des Warschauer Pakts erstmals ab.
Der Krieg gegen Jugoslawien bzw. Serbien wurde den Kunden hierzulande als humanitäres Unterfangen verkauft, war es doch die erste rot-grüne Regierung in der BRD, welche sich an dem völkerrechtswidrigen Krieg beteiligte. Eine solche Regierungskonstellation kann doch nicht fehlgehen.
Die Golfkriege mit all den Lügen und »Fake-News« wurden von FAZ, Welt und SZ als gerechtfertigt und als »Kampf gegen Terror« verkauft. Kritische Stimmen waren damals schon absolute Ausnahme.
Die Bürgerkriegs-Katastrophe in Syrien, angezettelt vom Westen, mit den blindwütigen Bombardements und der Auslösung nicht endender Flüchtlingsströme wurde als Kampf für Demokratie und Menschenrechte stilisiert.
Einer der schlimmsten amerikanischen Kriegspräsidenten wurde vorauseilend wie nacheilend von allen Medien als Heilsgestalt und Messias für »westliche Werte« gefeiert, dieweil er »Demokrat« und dazu der erste schwarze US-Präsident war.
Die Ereignisse in der Ukraine, mit Milliardenbeträgen von Seiten der USA und der »westlichen Wertegemeinschaft« unterstützt, waren gleichwohl provoziert und von Marionettengestalten des Westens geführt. Sie wurden uns als Freiheitsaktion verkauft und nach dem Kalten Krieg der Russe wieder als Feind Nr.1 aufgebaut. Besonders zeichnete sich hier die einst führende bürgerliche BRD-Postille, die FAZ aus.
Westliche Verbrechen dienen immer der „Demokratie“, westliche Bomben sind immer „humanitär“, westliche Regime-Changes sind immer „demokratisch“. Und zugleich wird, in kindlicher Manier, dem absolut guten Westen ein absolut böser Osten entgegengestellt, der an allem Übel der Welt schuld ist.
Alle Zeitungen verorten Propaganda zu 85 Prozent in Russland, zu null Prozent in NATO-Staaten.

Die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner zeigten in ihrer Sendung »Aus der Anstalt« auf einer Schautafel, welche Verbindungen zwischen hochrangigen Printredakteuren von Zeit, Frankfurter Allgemeine, Bild und Süddeutscher Zeitung zu NATO-Lobbyorganisationen bestehen. Nicht wenige der Journalisten sind dort Mitglieder oder gar Beiräte. Die transatlantischen Institutionen würden auf alle Fragen nur eine Antwort kennen – „mehr Rüstung“. Gegen diese Veröffentlichung klagten denn »Betroffene« und vorübergehend durfte der Fernsehbeitrag nicht mehr gezeigt werden. Die Feststellung »Journalisten wollten bei einem anderen Medium eine Depublikation erwirken – und sich damit de facto an Zensur beteiligen – (das) ist ein unerhörter Vorgang.« blieb ohne nachhaltige Konsequenzen.

Heute – noch mehr als vor 7 Jahren – werden wir als dumm verkauft.
Ich habe 2014 nach drei Jahrzehnten mein Abonnement der FAZ gekündigt. Die Kriegshetze und die Fehlinformationen besonders zum Ukraine-Konflikt waren nicht mehr zu ertragen. Damals wie heute haben alle Zeitungen „Propaganda“ zu 85 Prozent in Russland verortet, zu null Prozent im Westen bzw. den NATO-Staaten.
Die Tendenz hat sich seither nicht geändert: regierungskonforme Berichterstattung und anbiedernde Kommentierung, Ausschaltung eines einst produktiven Dialogs, ein linksideologisch dominiertes Feuilleton.

Mit der »Pandemie« wurde nicht allein von der Regierung eine »Hygiene-Diktatur« errichtet.
Die Bemühungen der Regierung und ihrer Schranzen bei den Medien erinnern an die Französische Revolution mit dem „Wohlfahrtsausschuss“. So hieß es damals, im Interesse der Hygiene muss eine Diktatur errichtet werden.
Die Beispiele, wie Zeitungen und der Rundfunk versuchen, jegliche Opposition, jeglichen Kritiker, jeden unliebsamen Zeitgenossen zu diffamieren, ins soziale Abseits zu stellen, sind inzwischen Legion.
Aktuell hat es einen prominenten Journalisten selbst erwischt, den Chefredakteur der Bild, Julian Reichelt. Die Bildzeitung fiel in letzter Zeit durch eine regierungskritische Tendenz auf und Julian Reichelt hatte zuletzt die Regierung massiv kritisiert. Nun heißt es: „Interne Ermittlungen gegen »Bild«-Chefredakteur Reichelt“, so Spiegel Online: „Der Chefredakteur der »Bild«-Zeitung, Julian Reichelt, sieht sich mit einer Compliance-Untersuchung im eigenen Haus konfrontiert. Die Vorwürfe sollen wiederholtes Fehlverhalten gegenüber Frauen betreffen.“ Es soll sich um „Machtmissbrauch, die Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen, Nötigung und Mobbing“ handeln. So wird hier die von den Medien mitgeschaffene Waffe des „Sexismus“ eingesetzt.
Ausnahmen bestätigen die Regel, aber die Mehrzahl der leitenden Journalisten in den Redaktionen und die sog. Edelfedern der Branche bezeiche ich, wissend um den beleidigenden Charakter, als opportunistische Charakterschweine. Sie machen sich die Finger nicht selbst schmutzig, sondern schicken von Fall zu Fall Rückgrat-verbogene Knechte voraus, welche dann die Schmutzarbeit auch gegen die eigenen Kollegen erledigen. Der Chefredakteur oder Herausgeber begleitet das dann mit vor Moral und Bigotterie triefenden Kommentaren oder Bekundungen.
Ein solches Beispiel ist auch die Rufmord-Attacke der Süddeutschen Zeitung gegen den unabhängigen Journalisten Boris Reitschuster, den man neben einem weiteren Kollegen wegen ihrer kritischen Fragen aus der Bundespressekonferenz entfernen möchte.

Ich möchte – nochmal – mit Karl Kraus ausrufen:

„Ich habe viele Jahre damit verbracht, den Journalismus und die intellektuelle Korruption, die von ihm ausgeht, mit ganzer Seelenkraft zu verabscheuen.“

Insofern kann man inzwischen das Internet als Segen betrachten, findet man doch dort noch ein Korrektiv gegenüber dem Einheitsbrei der Staatspropaganda und dem verordneten Neusprech bei den Lohnschreibern der Schwindelpapiere und dem Flunker-TV.

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Zeitung“ – „Wahrheitssperre“

Literarischer Exkurs zu Ewald Gerhard Seeligers „Handbuch des Schwindels“ von 1922:

Zeitung, übermenschliches Schwindelpapier für Untermenschen, die tägliche Kuhhaut für Nachrichten und Anzeigen, der auf, unter und über den Strich und über die Hutschnur gehende Zeitgeist (s.d.), das Morgen-, Mittag- und Abendgeheul (s. beten) der sprachmanschenden und staatstollen Schreibsklaven (s. Redakteur, Journalist), die alltägliche Riesenstreubüchse für Fremdwörter (s.d.) Und Volksbeschummelei, der letzte, aber schon höchst bedenklich, also menschheitserfreulich notkreischende Pfosten der Wahrheitssperre (s.d.), die allerletzte Stütze von Thron, Altar und Volksschinderei (s. Volk, Demokratie, Wahlurne, Parlament), der breiteste aller Rollwische, die vornehmste (s. Aristokrat) Spülrohrverstopfursache (s. Dungspüle, Parlament, Partei, Wahl, Wahlurne, Presse, Times, Ullstein, Frankfurter Zeitung, Berliner Tageblatt)….

Wahrheitssperre, der von den Volksschindern (s.d., Regierung, Partei, Loge) zusammengescharrte papierwallartige Wortdreckhaufen, an dem sie schweißtriefend schanzen, um sich und ihre nur sie beglückende Bodensperre gegen die anrückende Menschheit, die sich nicht länger versklaven lassen will, zu halten (s. Preßgesetz, Zensor). Die Hauptsicherungspfähle der W. sind: die kirch- und winkelkirchliche Himmelsschwindelei (s. Glauben, Kirche, Freimaurerei), die gesetzliche Wortklauberei (s. Recht, Gesetz, Justiz, Gericht, Parlament), die wissenschaftliche Wortklauberei (s. Wissenschaft, Philosophie, Universität, Gymnasium)…

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1 Antwort zu Qualitätsjournalismus

  1. KW sagt:

    Seit 100 Jahren wird eine immer vernetztere globale Spinnenwebe auf dem Erdball installiert. Die Spinne trägt die Flagge der VSA und begann mit dem Council on Foreign Relations. Wenn jemand etwas ändern wollte, müßte er mit der sofortigen Schließung dieses Übels beginnen und allen Nachfolgern einschließlich der Ministerien der Weltregierung, wie UNO, IWF, WHO usw. die finantiellen Mittel entziehen, damit sie austrocknen. Trum sprach vom Austrocknen des Sumpfes—geworden ist daraus nichts.
    https://swprs.org/die-propaganda-matrix/

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