Zur Diskussion gestellt:

Weg mit der Bundeswehr?

 

In einem galligen Beitrag schrieb Roland Tichy auf seinem Blog „Tichys Einblick“:

Hört auf mit dem Getue, schafft die Bundeswehr ab

Schafft die Bundeswehr ab. Ihr habt sie lächerlich gemacht, ihr demütigt jeden Tag die Soldaten, ihr verachtet sie. Dann lasst es doch. Befreit uns und euch von dieser Lächerlichkeit.


Lächerlichkeiten

Befreit uns und euch!
Der Grund, die Bundeswehr abzuschaffen, kann meines Erachtens nicht allein darin liegen, uns nur von einer „Lächerlichkeit“ zu befreien. Da fallen mir unzählige „Lächerlichkeiten“ ein, von denen man uns – wir uns selbst – befreien sollten: diese Regierung mit einer nervenkranken Despotin an der Spitze, die beim Erklingen der Nationalhymne Schüttelanfälle bekommt; mit rückgratlosen Hosenschissern mit der Zuständigkeit für Inneres und Äußeres; mit einem physisch wie psychisch verfetteten Verantwortlichen für Wirtschaft. Um nur mal die Spitzen der Lächerlichkeiten anzudeuten. Und dazu zählt natürlich vorderhand die Verantwortliche für die Bundeswehr, Frau Kramp-Karrenbauer, sog. Verteidigungs-Ministerin.
Tichy hebt auch zuerst auf diese Personalie ab, wenn er Gründe für die Verächtlichmachung der Bundeswehr anführt:

„…Sie ist bekanntlich nicht mal in der Lage, die braven CDU-Mitglieder zu führen. Diese schreiende Inkompetenz also hat sie befähigt, die Bundeswehr zu kommandieren, über Einsätze, über Leben und Tod zu entscheiden? Sie kann es nicht. Schickt sie mit dem Doppelten ihres derzeitigen Gehalts lebenslang und sofort in Rente, da richtet sie weniger Schaden an als mit dem 45 Milliarden schweren Etat der Bundeswehr, die sie weiter verdummt. Wie ihre Vorgängerin. Beides sind egozentrische Persönlichkeiten, die nur eines, und immer nur eines im Sinn haben: ihre eigene Karriere. Diesem Ziel wird alles untergeordnet.“

 

Friedenssicherung?

Man muss jetzt die wichtigste Frage einbringen, wozu brauchen wir überhaupt eine Wehr? Eeine Wehr, die sich gar nicht mehr wehren kann.
Sind wir doch nur noch von Freunden umgeben!
Etwa 3500 Soldaten der BW befinden sich auf „friedenssichernden“ Einsätzen im Ausland: Afghanistan, Mali, Kosovo und „am Horn von Afrika“. Alles Einsätze ohne erkennbare Effizienz.

Auch das erwähnt Tichy:

„In Mali stehen 1.000 Bundeswehrsoldaten. Man mag sich fragen, wozu. Aber sie wurden begrüßt. Weil die Bevölkerung sie als Schutzmacht gegen die Killer der islamistischen Terrororganisation Boku Haram gesehen hat. Denn deren Killer gehen in Mali auf Sklavinnen-Jagd. Das ist nicht so eine eingebildete Diskriminierung, wie es Demonstranten von Black Lives Matter imaginieren, sondern tatsächliche, grausamste, brutalste Sklaverei.
Aber dagegen geht die Bundeswehr vor Ort nicht vor. Weil sie nicht darf. Sie könnte auch nicht wirklich, wenn sie dürfte, weil es lebensgefährlich sein könnte, und die Truppe zu klein ist, um den wirklichen Killern entgegenzutreten. Und sie darf nicht, weil jeder Einsatz aus Berlin genehmigt werden muss – und nicht genehmigt wird. AKK, HM und AM schrecken zurück. …
Ähnlich geht es den 1.025 in Afghanistan noch stationierten Soldaten. Auch da ist die Frage, warum stehen die da? Ausbilden dürfen sie nicht, vor die Tür trauen sie sich nicht mehr. Auch da verlangt jede Patrone einen Einsatzbefehl. Also sitzen sie auf einem gottverdammten Steinhaufen unter brennender Sonne und beschäftigen sich mit Computerspielen – zur Lächerlichkeit verurteilt: einer sehr teuren Lächerlichkeit.“

 

Der Eid

Die Soldaten der Bundeswehr leisten gemäß § 9 Soldatengesetz einen Diensteid. Wehrpflichtige gibt es nicht mehr, die leisteten ein „Gelöbnis“.
Die Eidesformel für Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit lautet:

„Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Man schwört inzwischen, auch am Hindukusch, in der Sahara, am Horn von Afrika und in den Schluchten des Balkan usw. „Recht und Freiheit des deutschen Volkes“ zu verteidigen.

Zum einen, interessiert die Afghanen, die Einwohner von Timbuktu etc. dies überhaupt? Eine Frage, die durchaus wesentlich ist.
Zum anderen, sind nicht die Vorstellungen von Recht und Freiheit – legt man strenge, nicht nur idealistische Maßstäbe an – für uns, das deutsche Volk, nicht inzwischen brüchig und deklassiert worden? Unter Domination der obersten politischen „Autoritäten“, der Bundeskanzlerin und dem Bundestag.
Dann dieses Wort vom „deutschen Volk“.
Wer das noch in dem Mund nimmt, entlarvt der sich nicht als „völkisch“ = Faschist, Rassist, Nazi, quasi als gesellschaftlichen Abschaum im gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Klima?

 

Die Motivation, Soldat zu sein

Worin besteht denn eigentlich die Motivation, Soldat zu werden und zu sein.

Es galt einmal, der Soldat schützt Güter und Werte vor Gefahr, was seiner Existenz Sinn vermittelt. Fehlen Gefahr und Werte, bedarf es keines Schutzes.
Wenn man angeblich direkt nur noch von Freunden umgeben ist, fällt das Moment der Gefahr weg. Dass „der Russe“ oder „der Franzose“ nochmal imperiale Gelüste gegen den alten Feind hegen möchte, fällt aus dem Kalkül.
Dass andere, durchaus echte Feinde unserer Werte und Güter inzwischen schleichend ins Land gelangen, wird ausgeblendet. Dieserart Angriff darf und kann weder am Hindukusch noch in Afrika abgewehrt werden.

Der frühere Generalmajor Gerd Schultze-Rhonhof schreibt:*

Werte als Motivation für das Soldatsein haben eine eklatante Reduktion erfahren und „Recht und Freiheit“ sind noch die einzigen ideellen Wertbezüge, mit all ihrer Diskreditierung.
Die frühere Motivation, für die eigene Nation, den eigenen Staat und das eigene Vaterland zu dienen, ist heute gebrochen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegs- und Aufbauzeit war die Werteprägung der Gesellschaft eine deutlich andere, als sie dies in den letzten zwei Jahrzehnten geworden ist. In Anerkennung der Werte wie Gemeinwohl, Arbeit, Leistung, Familie, Recht und Ordnung führten die Bürger ein eher dienendes Leben. Heute suchen sie mit Selbstverwirklichung, Erlebnis, Gerechtigkeit, Genuß und Entfaltung ein eher genießendes Leben. War früher der Gemeinschaftsbezug in der Werte- und Tugendvorstellung der Menschen vorherrschend, so sind es heute der Selbstbezug und die Individualität. Diese Darstellung ist sicher vereinfachend, aber gewiß nicht verzerrend. Die Gründe für den Wertewandel lassen sich leicht nach vollziehen. Allein, das gibt ihnen noch keinen höheren Sinn.“

Der Sinn des Soldatseins ergibt sich aus der Anerkennung bestimmter Werte: Leben, Menschenwürde, Recht, Freiheit, Besitz und eigene Kultur. Darin kann man einen Sinn finden, sie als Soldat zu schützen.
Wenn das alles nichts mehr gilt oder peu a peu entwertet wird, entfällt doch die wesentliche Motivation.
Nation und Vaterland sind von den herrschenden Kräften in unserer Gesellschaft und Politik in eine negative Faktizität gehoben worden.

Aber: Ein Soldat muss ein Patriot sein, auf für ihn essentielle Werte wie Familie, Heimat, Kultur und Tradition eingeschworen sein.

Wenn nicht, ist denn jeder, der noch Soldat wird, gleichwohl zum Söldner und Briganten geeignet.

 

Der Soldat als Gefährdungselement

Unsere Staatsführung und die sogenannte Verteidigungsministerin sehen in ihren untergegebenen Soldaten eher ein Gefährdungsmoment, denn eine Determinante für Sicherheit (wofür auch?).
Die Wehr muss von schon potentiellem „nationalistischen“, „völkischen“, sprich rechtsextremen Gedankengut und Bewegung gesäubert werden. Schlicht Traditionelles ist per se verdächtig und auszusondern.
In der Süddeutschen Zeitung wird Christof Gramm, Präsident des Militärischen Abschirmdienstes genüsslich zitiert:


MAD sieht „neue Dimension“ von Rechtsextremismus

Überhöhter Patriotismus ohne Bekenntnis zum Grundgesetz, zum Staat des Grundgesetzes und zur offenen Gesellschaft werde in der Bundeswehr nicht geduldet, sagte Gramm. „Solche falschen Patrioten haben bei uns definitiv nichts verloren.“

Schwerpunkt bei der Extremismusabwehr sei das Kommando Spezialkräfte (KSK), wo rund zwanzig Personen im Fokus stünden, sagte Gramm. Es sei gelungen, dort nach und nach mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Gerade im KSK könne man nicht nur von Einzelfällen ausgehen, wenngleich der Abschirmdienst keine Untergrundarmee entdeckt habe. Die Zusammenarbeit mit Stellen in der Bundeswehr, die etwa auch disziplinarische Maßnahmen ergreifen könnten, habe sich verbessert.

„Bekenntnis zum Grundgesetz, zum Staat des Grundgesetzes und zur offenen Gesellschaft“ werden eingefordert.
Ich will das nach dem oben Gesagten nicht weiter kommentieren.
Und man ist beruhigt „keine Untergrundarmee entdeckt zu haben“.

Vor den real existierenden (Untergrund-)Armeen der Antifa, der fremdländischen Clans, der Grauen Wölfe etc. verschließen die Staatsorgane die Augen.

Die Säuberungswelle unter den Soldaten betrifft jetzt auch die Ehemaligen, die sich noch trauen, sich in Reservistenverbänden zusammen zu finden.
Der Präsident des Reservistenverbandes der Bundeswehr, Patrick Sensburg, hat – so berichtet nicht nur die JF – nach Berichten über „Rechtsextreme im Verband“ eine Überprüfung aller 115.000 Mitglieder angekündigt. Dabei sollten insbesondere AfD-Mitglieder unter die Lupe genommen werden. „Da gucken wir jetzt nochmal genauer hin“, sagte er der taz. „Es darf uns keiner durchhuschen.“


Bedingt abwehrbereit?

Soldaten brauchen für ihre Profession funktionierendes, auch die eigene Sicherheit beruhigendes Gerät.
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, dass die Waffensysteme und das Gerät der Bundeswehr sich in einem erbärmlichen Zustand befinden. So erbärmlich, dass dieser Zustand vom gegenwärtigen Generalinspekteur als „geheim“ eingestuft werden musste.

Die Bundeswehr ist nicht mal mehr „Bedingt abwehrbereit“. So ein Titel des Spiegels von 1962, der damals eine der ersten großen Politskandale der Bundesrepublik auslöste. Der Bundeskanzler Adenauer sprach von einem „Abgrund an Landesverrat“.
Was würden die Politiker von damals zu den heutigen Verhältnissen sagen, herbeigeführt von ihren Nachfolgern im Amt?
Was Merkel, Guttenberg, Von der Leyen, Kramp-Karrenbauer im Verbund mit ihren Parteien, dem gesamten Bundestag mit seiner links-grünen Mehrheit – dazu das Bundesverfassungsgericht (Soldaten sind Mörder), der Bundeswehr und den Soldaten angetan haben, ist faktisch wie ideell ein „Abgrund an Landesverrat“; man kann bei aktuellen Weiterungen sogar über „Hochverrat“ diskutieren.

 

Nach all dem kann ich nicht anders, als mich Roland Tichy in seiner Forderung anschließen:

„Da wäre es doch das Beste: Schafft die Bundeswehr ab. Ihr habt sie lächerlich gemacht, ihr demütigt jeden Tag die Soldaten, ihr verachtet sie. Dann lasst es doch. Befreit uns und euch von dieser Lächerlichkeit. Schafft die Bundeswehr ab.
Das zu fordern fällt mir übrigens nicht leicht.“

Das festzustellen, fällt mir ebenfalls überhaupt nicht leicht.

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* Gerd Schultze-Rhonhof: „Warum noch tapfer sein?“, Resch-Verlag Gräfelfing, 1997

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