Wer – und wie „tranchiert“ man die AfD?

Der mittelfränkische Abgeordnete Raimund Swoboda tritt aus AfD-Landtagsfraktion und der Partei aus, verkündete der Fraktionsvorsitzende der AfD im Bayerischen Landtag, Markus Plenk vor einigen Tagen.
Nun hat er selbst bekanntgegeben, dass er die AfD verlassen und zur CSU überwechseln wolle. Der BR berichtete:

AfD-Fraktionschef Plenk will zur CSU wechseln

Paukenschlag in der bayerischen AfD: Ihr Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, Markus Plenk, möchte zur CSU wechseln. Das hat er dem BR bestätigt. Die Vorgänge in der vergangenen Woche hätten ihm die Augen geöffnet, sagt er weiter.
Ein Wechsel zur CSU sei für ihn vorstellbar, so Martin Plenk zum BR, „von den politischen Zielen her auf jeden Fall“. Ihm hätten Vorgänge wie etwa die Einstellung und folgende Entlassung zweier Mitarbeiter mit extremistischer Vergangenheit die Augen geöffnet: „Dafür ist mir die Lebenszeit zu schade“, sagte Plenk.
Dem „Spiegel“ hatte der Biolandwirt aus Oberbayern zuvor bereits gesagt:
„Ich habe es satt, die bürgerliche Fassade einer im Kern fremdenfeindlichen und extremistischen Partei zu sein.“ Markus Plenk, AfD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag

 

Kurz hintereinander verlassen zwei Abgeordnete die AfD Bayern und möchten zur CSU überwechseln!
Das sage einer, das habe kein »Gschmäckle«.

Haben Plenk und Swoboda nicht vorher gewusst, worauf sie sich mit der AfD einlassen?
Wobei die Frage erlaubt ist, ob die Verhältnisse dort realiter so sind, wie er und sein früherer Fraktionskollege Swoboda sie jetzt schildern.
Wenn ja, haben/hatten diese »aufrechten« Kerle keine Eier in der Hose, um sich durchzusetzen und gegebenenfalls die Verhältnisse zu bereinigen?
Oder war/ist die Bayern-AfD tatsächlich ein derartiger »brauner Sumpf«, wie die beiden Abtrünnigen jetzt Glauben machen möchten?
Dazu nochmal die Frage, ist man sehenden Auges in einen solchen Pfuhl geraten?

Bei Beantwortung dieser Fragen mit »ja«, muss man anehmen, dass es sich bei den beiden Kerlen um »U-Boote« handelt; wohl der »Staatspartei« oder um Kontaktleute des Verfassungsschutzes.
Ist das so abwegig?

Oder handelt es sich schlicht nur um zwei beleidigte Leberwürste oder Luschen, die sich nicht durchsetzen konnten und wollten und doch noch irgendwie ihr Schäfchen ins Trockene bringen und an den Futtertrögen der Politik bleiben wollen.
Man möchte nun zur CSU!

Ich will noch mal Friedrich Sieburg zitieren: »Möglich, dass der Mensch gut ist. Aber wir wollen es lieber nicht darauf ankommen lassen.«

Mit Rückgrat hat das Verhalten der beiden nichts zu tun. Trat nicht die Bayern-AfD mit dem Anspruch einer Oppositionspartei zur herrschenden CSU an? Wenn man diese Rolle auf einmal nicht mehr spielen kann oder will, ist die einzige ehrliche Konsequenz der Rückzug ins Private, weg von dieser Art Politik.

Der CSU traut man ja einiges zu. Man erinnere sich nur, wie sie dazumal die Bayernpartei als lästige Konkurrenz skrupellos und erfolgreich eliminiert hat – dank Meineid und Bestechung. Die Republikaner des Franz Schönhuber hat man ebenfalls mit Hilfe der willfährigen Medien erfolgreich ausgeschaltet.
Denn für die CSU gilt die bekannte Strauß´sche Doktrin weiterhin quasi als ihr 1. Gebot: „Es darf rechts von der Union keine demokratisch legitimierte Gruppierung von politischer Relevanz geben.“, im biblischen Kontext: »Ich bin der Herr dein Gott und Du sollst keine fremden Götter neben mir haben!«

Dass Abgeordnete bestechlich sind, ist seit dem gescheiterten Misstrauensvotum gegen Willy Brandt zur Binsenweisheit geworden und da hat sich in den zurückliegenden 45 Jahren gewiss nichts geändert.

»Möglich, dass der Mensch gut ist. Aber wir wollen es lieber nicht darauf ankommen lassen!«

Plenk hatt dem Spiegel angeblich vorab ein Interview oder »Statement« abgegeben.

Schon wieder der Spiegel möchte man ausrufen, denn der hatte auch seine Finger im Spiel, als es um die vereitelte Wahl von Frau Harder-Kuehnel zur Vizepräsidentin im Bundestag ging.
Hatte Harder-Kuehnel Feinde in den eigenen Reihen, welch ihre Wahl zu Bundestagsvizepräsidentin torpetierten?
Was ist dran an den Vermutungen, die schon vor der Abstimmung ausgerechnet auch in einem alternativen Medium aufgenommen und kolportiert wurden?
Der Spiegel hatte in einem gewohnt perfiden Artikel die Kandidatin in die Nähe des »Flügels« um Björn Höcke gerückt und versucht, ihr »liberales« Image zu demontieren. Darob hätten denn eigene AfD-MdBs nicht für sie gestimmt.

CSU einerseits und Spiegel andererseits!
Wenn die ihre Finger in Partei-Intrigen haben oder irgendwie beteiligt sind, steigt dabei alles andere als ein Wohlgeruch auf. Unter dem Aspekt sind die sich verschlechternden Zustimmungswerte für die CSU wohl genauso überhöht wie die Noch-Auflage-Zahlen des Spiegels. Sollte man meinen.

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2 Responses to Wer – und wie „tranchiert“ man die AfD?

  1. Das ist Parteipolitik, damit muss immer gerechnet werden. Postenjäger gibt es hier und dort.
    Ich erinnere mich noch an Leute aus der sog. „echten CSU“, die erst große Reden schwangen, die AfD brauche man nicht etc. pp, kurz darauf verließen sie die CSU und traten in die AfD ein.
    Parteipolitik ist und bleibt Parteipolitik.
    Meine grundsätzliche Kritik am Parteiensystem bleibt bestehen, da ändert sich auch nichts daran, weil plötzlich eine AfD auftaucht und alles so machen will wie es früher mal war und damit ganz geschickt ein Auffangbecken bildet in dem sich frühere Parteigänger und Wähler der als Altparteien bezeichneten Parteien finden können.
    Im Grundsatz aber nichts anderes ist als eine weitere Partei, die ebenfalls in erster Linie ihre Interessen vertritt, wie auch die Parteileute ihre eigenen Interessen vertreten und in den Zug ein- oder aufspringen in dem dies am besten möglich ist.

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